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Auch ein blindes Huhn findet ihr manchmal ein Korn !

(Klicke hier, um das Thema mit vollen Farben / Abbildungen zu betrachten)



geschrieben von: angelusater

Ein super Text des katholischen Priesters Hans Milch, kann man übrigens hier nachschlagen (http://www.spes-unica.de/milch/)

Es gibt kein finsteres Mittelalter,
aber es gibt sehr wohl das finstere, geistesfinstere zwanzigste Jahrhundert.
Und das sagen wir gegen Millionen Stimmen,
die anders denken.
Denn in diesem 20. Jahrhundert,
in dem zu leben uns als Bürde aufgetragen ist,
und als Würde, wenn wir Widerstand leisten
und uns herausrufen lassen,
dieses 20. Jahrhundert
ist gekennzeichnet
durch die hochperfektionierte,
höchstperfektionierte
Oberflächlichkeit und Äußerlichkeit -
das was außen ist,
das Nichtige,
Nichtssagende,
Zahl, Zeit, Mode, Mehrheit, Meinung, Masse -
lauter Varianten und Ausdrucksformen
des Nichts -
und diese Varianten und Ausdrucksformen des Nichts sind in unserem Jahrhundert
die prägenden und
thematischen Aspekte -
zur Schande dieses Jahrhunderts,
denn es ist das Jahrhundert des Nihilismus,
das Jahrhundert,
das den Götzen des Nichts anbetet,
und nichtige Zufälle,
die aus dem Zusammenhang gerissen werden,
ohne Sinngehalt,
nichtige Zufälle
bearbeitet,
zu sinnlosen, zufälligen Zwecken einsetzt,
mit einem Höchstmaß verstandesmäßiger Anstrengungen.

Noch niemals
im Laufe der bekannten Geschichte der Menschheit
ist so viel Verstandeskraft
an so viel Nichtigkeit und Oberflächlichkeit verschwendet worden



geschrieben von: Fayve

...man muss ja wieder das klischee bedienen,ein Priester ist also ein dummes blindes Huhn das jetzt mal ein Glückstreffer gelandet hat und zu einer brauchbaren Erkenntnis gelangt ist,sehr schön.
Es ist Schade das die Kirche immer so reduziert dargestellt wird.

Es kann sein das das 20 Jahundert geistesfinster ist (aus Sicht der Kirche auch ziemlich verständlich,da der Kirche die Menschen davon rennen und die Kirchen leer bleiben)aber das ist nur die Folge der Möglichkeit der Wahl zur freien Entscheidung welchen Glauben man annimmt .Dan müsste die Aufklärung genauso geistesfinster gewesen sein.
Im Grunde beschwert sich Pfrarrer Milch doch nur darüber das der Glaube verloren geht.
In seinem Text spricht er zwar von Unterschieden zu anderen Jahunderten aber im Grunde sind das nur subjektive negative Auffassungen.
Die Menschen sind nicht anders als die in den Jahunderten davor.



geschrieben von: Demon17

Ich finde das ahistorisch, die nichtigen Äußerlichkeiten prägten viele Zeitalter. Man schaue sich nur den Petersdom oder sie Sixtinische Kapelle an.



geschrieben von: Dyspenthes

Irgendwie kommen mir die letzen beiden Antworten seltsam vor. Ich meine, er spricht den Glauben mit keinem Wort an. Nur weil er ein Priester ist, wird ihm direkt unterstellt, dass es ihm um den Glauben geht. Ich sehe ehrlich gesagt eher eine Kritik an der heutigen Gesellschaft, die tatsächlich oberflächlich ist. Die Aufklärung meint er mit Sicherheit nicht, weil da nämlich Geisteskraft in Taten und Entwicklung gesteckt wurden. Es ist historisch nicht ganz richtig, da es z.B. unter dem Regime Ludwigs XIV-XVI auch sehr oberflächlich zuging und auch das Wissen an Oberflächlichkeiten verschwendet wurde. Aber im allgemeinen hat er wirklich nicht unrecht. Die westliche Gesellschaft als ganzes gesehen ist schon sehr oberflächlich, wenn man von Ausnahmen absieht. Und diese Oberfläche wird immer schön geputzt, damit auch niemandem auffällt, dass da irgendwas falsch dran ist.

Ich frage mich ganz ehrlich, wie die Antworten ausgefallen wären, wenn es sich um den Text eines Atheisten gehandelt hätte. Der Text könnte, wenn man den Zusatz des Priesters weglässt, von jedem zeitkritischen Menschen kommen.



geschrieben von: Fayve

Zitat:
zur Schande dieses Jahrhunderts,
denn es ist das Jahrhundert des Nihilismus,
das Jahrhundert,
das den Götzen des Nichts anbetet


Diese Zeilen fasse ich so auf das er das 20Jahrhundert als gottlos bezeichnet.
Die Menschen beten keinen Gott mehr an und das ist ein Grund dieses Jahundert als Jahundert der Nihilismus zu bezeichnen.
Eigentlich handelt der ganze Text davon.

Man merkt das der Text von einem Geistlichen ist.

Es kann schon sein das die Menschen oberflächlich sind,aber das hätter der man anders ausdrücken können.

Mir ist der ganze Text insgesamt zu negativ ,ich bin Atheist
und ich muss eine Welt ohne einen Gott nicht schlecht finden.
Ich habe nichts gegen die Kirche und würde sie auch nicht als dumm bezeichnen aber diesen Text unterstütze ich nicht.



geschrieben von: Shapeshifter

> Mir ist der ganze Text insgesamt zu negativ ,ich bin Atheist
> und ich muss eine Welt ohne einen Gott nicht schlecht finden.

Stimmt, du musst gar nichts.

Die Frage ist einmal mehr, warum findet hier nun wieder der Kampf Religion Vs. Atheismus statt?

Der Herr Milch hat aus _seiner_Perspektive_ einen gesellschaftkritischen Text verfasst. Und Herr Milch ist nuneinmal Pfarrer. Und letztes reicht nun schon, um ihn zu kategorisieren und in einer Schublade verschwinden zu lassen.

Der typische Atheist schreibt dann etwas wie oben zitiert. Auch nichts neues.

Was ist denn aus atheistischer Sicht Grund für den meines Erachtens offensichtlichen Verfall unserer Gesellschaft? Herr Milch hat dazu ein Statement abgegeben. Und, den 'Götzen des Nichts' kann ich auch als 'Glaubenszweifler' unterschreiben. Was ist es denn, wonach heutzutage gestrebt wird?

Erwartungsvoll,

Shape



geschrieben von: Tinchen

Ich bezweifle, dass dieses Jahrhundert oberflächlicher ist als vorherige.
Immerhin waren die Menschen im Mittelalter so oberflächlich, dass sie einen Menschen schon nur wegen der Geburt abwerteten (oder aufwerteten)
Ich glaube, dass der Mensch gottseidank dabei ist, zu hinterfragen - und nicht ausschließlich auf Oberflächlichkeiten zu achten oder irgendwelchen Massenmeinungen (zum Beispiel die christliche Lehre (angemerkt: ich hab nichts gegen Christen)) ohne Wiederworte nachzuplappern und als absolut hinzunehmen. Sicherlich ist der Mensch ein Herdentier und er wird es immer sein. Aber ich denke schon, dass er Fortschritte macht.



geschrieben von: Shapeshifter

Ich bezweifle auch, dass diese Jahrhundert oberflächlicher ist. Und, Fortschritt ist auch da, bei manchen Menschen. Was aber in vorherigen Jahrhunderten auch so war. Eben bei ein paar Menschen, während doch ein Großteil wieder einmal in 'selbstverschuldeter Unmündigkeit' den wenigen anderen das Leben schwer macht. Dahingehend muss ich dir widersprechen, ich denke, dass auch heute noch die meisten Leutchen die Augen weit geschlossen halten. Zu oft höre ich noch 'dies und jenes ist doch normal' oder 'das und das ist ja pervers'. Immer mit dem Unterton, dass es eben so sei. Also, ohne jegliches Hinterfragen, warum denn überhaupt.

Vater, vergib ihnen...



geschrieben von: Seneca

Zitat:
Original geschrieben von Shapeshifter
Was ist denn aus atheistischer Sicht Grund für den meines Erachtens offensichtlichen Verfall unserer Gesellschaft? Herr Milch hat dazu ein Statement abgegeben. Und, den 'Götzen des Nichts' kann ich auch als 'Glaubenszweifler' unterschreiben. Was ist es denn, wonach heutzutage gestrebt wird?



Das kann ein Atheist aus seiner Sicht nicht genau ergründen, ohne seine Position anzuzweifeln, da doch der Atheismus selbst eine der Ursache dieses Phänomen ist.
Nachdem der Glaube verschwand, verschwanden nach und nach auch die auf seiner Basis geprägten Wert- und Moralparadigmen.

Dieser Zustand wurde zuerst als große Emanzipation wahrgenommen, später schlug er in permanentes Anzweifen jedglicher Autorität um, bis er schließlich im ziellosen, daher unstillbarem Hedonismus seine bisherigen Höhepunkt fand.

Derzeit erlebt man ja die Renaissance der Sehnsucht nach übergeordeneten Werten.

Dieser Zyklus scheint sich alle paar Jahrzehnte zu wiederholen.





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