[Bleistiftzeichnung] - German Gothic Board

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Bleistiftzeichnung

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geschrieben von: YelArizel

Seid gegrüßt...

Wenn ihr etwas Zeit habt könntet ihr mir ja eventuell mal eure Gedanken zu dieser Zeichnung von mir mitteilen.

Fassade


Danke schonmal...



geschrieben von: Mahsheed

Diese Zeichnung hattest du bereits in der Bilddatenbank.
Dort sah ich sie zum ersten Mal.

Mir fiel auf, dass sie recht ausgereift wirkt, in sich geschlossen. Also durchaus, als hättest du nicht zum ersten Mal den Stift in die Hand genommen.
Und sowohl ein treffendes Gefühl für Formen, für Proportionen, Kontraste und dreidimensional Raum schaffende Schraffuren.

Das einzige, was mir eher skizzenartig ins Auge stach, war die Zeichnung der Zähne ...
Doch die Art, sie so zu zeichnen, widerspricht dem Bildkontext nicht ...

... Und leitet über zur inhaltlichen Ebene:

Das Antlitz wirkt durch seinen gezwungenen Ausdruck, dem verzerrten Lächeln sogar unsympathisch, fratzenartig.

Die schweren massiven Haare umlegen das Gesicht halblang, gebändigt, glatt und brav.
Und bringen es zusammen mit diesem versteinertem Grinsen zum Ausdruck des angepassten Weltbürgers.
Der scheinbar keine Schwierigkeiten hat, sich durch die Welt zu grinsen.

Anpassung bestimmt sein Leben.
Öffnet ihm Weg wohin immer er will.
Everybodys Darling.
In allen Bereichen zu Haus.
Gebändigter Sohn, angepasster Arbeiter, der problemlos zum Primus des Chefs erwachsen kann.

Es ist ... dieses haltlose, eingemeißelte Grinsen ...

Als Betrachterin stelle ich mir das Gesicht vor, wie es ehrlich wirken würde.
Unweigerlich, weil die schwarzen, leeren Augen und die gezeichneten Tränen den Weg dorthin weisen.
Verraten müssen, dass dieses Lächeln das Hirn dahinter anwidert, zerfrisst.

Der Blick wäre geneigt.
Das Gesicht erhíelte einen ernsthaften, in sich versunkenen Eindruck.
Viel weicher.
Vielleicht ein Stück weit zerbrochen.
Die Haare würden sich aus ihrer strengen Umklammerung lösen und ihre eigene Haltung heraus aus der glatt gestreichelten finden ...
Das Gesicht würde interessant, sympathisch erscheinen.
Wie das eines Jenigen, der weitschauend denkt.





geschrieben von: Mahsheed

Zitat:

Aber die Möglichkeiten, was mit seinen Werken auszusagen, sind diesselben (wenngleich es mir ungleich schwerer fallen würde, das abzubilden, was meine Gedanken zu Deiner Zeichnung waren).
-Orca-



Mir würden verschiedene Motive für deine Fotografien dazu einfallen ...

Zum Beispiel einen völlig hellgrün gefärbten Straßenkünstler ...
Kennst du diese Menschen ...
Ich glaube, in Frankreich gibt es sie häufiger ...
Die sich ihr Geld damit verdienen, den Leuten eine seltsame Show zu bieten ...
Nicht zu sprechen und wie nicht von dieser Welt zu wirken.

Sie wirken wie Pirots (schreibt man das so?)



geschrieben von: Hirogen

aloha!

meine vorredner haben das meiste schon richtig erwähnt, ich würde sagen es sieht irgendwie aus wie ein eisiges lachen...


und was mir sofort ins auge gestochen hat war dieses exorbitant grosse, asymmetrische, abstehende ohrwartscherl, das bildet irgendwie ein eigenes zentrum...


mfG

Hirogen - Eyecatcher



geschrieben von: myhna

hm.. mal abgesehen von physiologischen unstymmigkeiten die mir aufgefallen sind......
erinnert mich dieses bild an holzmasken die ich mal irgendwo gesehen hab... oder, das is jetzt nich wirklich neg. gemeynt, an marionetten/kasperletheater...
krokodilstränen...

mýhna



geschrieben von: YelArizel

Ersteinmal einen Dank an euch für eure Worte.

Myhna,
könntest du die physiologischen Unstimmigkeiten, die du erwähnst für mich etwas genauer benennen?
Wenn man etwas erarbeitet, dann gewöhnt man sich im Prozess der Entstehung an diese Ungereimtheiten und kann sie später nicht mehr erkennen/auffinden. Zumindest ist das bei mir so...
Deshalb währe es nett von dir, wenn du mich mal ein wenig mit der Nase draufstubsen würdest.

Orca,
es ist eigentlich nicht nötig, daß ich noch mal meine explizieten Gedanken nenne, denn daß, was ich ausdrücken wollte, wurde hier schon geschrieben. Ich würde also nur bereits gesagtes wiederholen.

Und ja!
Das Ohr ist irgendwie ziemlich fies geworden und ich hab es dann aus den Augen verlohren, weil ich meine Aufmerksamkeit zu sehr auf die Gesichtsmitte richtete. Komisch... Eigentlich ist es doch ziemlich auffällig. :rolleyes:



geschrieben von: Mahsheed

@ Yel

Stell dir die Frage nach dem, was du möchtest.

Möchtest du ein fotorealistisches Bild?
Oder deinen eigenen Stil zulassen.

Ein eigener Stil erlaubt Abweichungen von der tatsächlichen Anatomie und würde ohne dieselben schnell langweilig werden.

Ob die Zähne schematisch wirken oder das Ohr zu weit oben angesetzt ist ...
spielt m. E. keine Rolle, sofern es in das Bild selbst passt und insgesamt stimmig, abgerundet erscheint.

In dieser Beziehung bezeichne ich deinen Stil schon ausgereifter, als ich ihn bei manch anderen gesehen habe.

Wenn du häufiger zeichnest, prägt sich dein Stil immer mehr heraus.

Wenn dir Anatomiegenauigkeit so wichtig ist, ist die beste Übung das einzustudieren wirklich das Abzeichnen von Modellen.

Lass nach der Fertigstellung deiner Zeichnung ein paar Stunden oder Tage vergehen und vergleiche dann noch mal mit dem Modell.

Ich meine immer, man könne Abweichungen so besser erkennen.

Oder befrage in deiner Nähe befindliche, kritische Beobachter.



geschrieben von: myhna

hm *bildhervorkram*
...
also nase augen mund und gesicht selber scheinen in andre richtungen zu "schauen"...
das kann man am besten mit händen und füssen erklären ;)
ich kenn das problem wenn man lange über einem bild sitzt...
zudem ist die stirn sehr kurz, (mal abgesehen von der frisur).--auch der halsansatz wirkt komisch... aber wie schon gesagt, es kommt darauf an, ich glaube nicht das diese zeichnung realen maßstäben entsprechen muss...
es ist mir eben einfach aufgefallen...

mýhna



geschrieben von: YelArizel

Danke nocheinmal für eure Antworten.

Es stimmt, daß dieses Bild nicht real abbilden sollte, daß war auch nie meine Absicht.

Doch fragte ich, weil ich mich irgendwie an das Bild "gewöhnt" habe und somit diese Punkte, die du (myhna) aufzähltest nicht mehr erkennen konnte. Ich wollte meinen Blick einfach mal wieder klären, um so dem Bild noch einmal neu zu "begegnen".
Kann man verstehen, wie ich das meine?

Mahsheed,
ich verstehe was du meinst. Es ging mir auch nicht darum, die Kritikpunkte zu kennen um das Bild dann zu "verbessern". Ich wollte meinen Blick einfach einmal "befreien".
Danke auch für deine Hinweise - ich werde sie mal ausprobieren.



geschrieben von: myhna

:)
ja, ich verstehe was du meinst...
verstehst du meine "kritik"???
(isses ja ncih wirklich...)



geschrieben von: YelArizel

Ich denke schon, dass ich es verstanden hab.
Es ist wie du eben selbst sagtest nicht direkt Kritik, sondern du sprachst einfach nur von dem, was die auffiel. So gesehen wertfrei. Ein Aufzählen des Gesehenen.
Der Vergleich mit Holzmasken trifft es auch nach meinem Empfinden.



geschrieben von: YelArizel

Hallo zusammen...

Ich hab nochmal ein Bild in die Datenbank hochgeladen und würde mich freuen ein wenig dazu von euch zu hören.

No Title



geschrieben von: Mahsheed

Gefällt mir gut, dein neues Bild.

Sehr interessant ...

Aber mit der Deutung musst du mir Zeit lassen, in diesem Fall weniger leicht auszumachen.
Technisch mag ich an dem Bild überhaupt nicht rumdeuteln.
Du kennst meine Meinung.

Und ich werde den Teufel tun, deinen Stil zu kritisieren.

Mach weiter so, er entwickelt sich offensichtlich gut!

An der Stelle wird der Betrachter sich mit seiner Interpretation noch mehr selbst offenbaren müssen, als bei der ersten Zeichnung.

Da ich es für möglich halte, dass hier jeder einen eigenen Weg der Deutung finden wird.



geschrieben von: Mahsheed

Ich erkenne ein sich wiederholendes Motiv.
Das Motiv der Frau, genital dargestellt.

Da erkenne ich eine Lotusblüte,
Ein weiblich gerundetes Gesäß, die sensible Kehle des Knies.
Und das alles verschlingende, ominöse Schwarze Loch
als Metapher.

Als Metapher wofür, frage ich mich ...

Eigentlich erinnert das dargestellte astronomische Phänomen des schwarzen Loches auch an das Hauptmotiv, wirkt wie ein Anus.

Und eine Träne,
die aus einem der Augen,
dem kleineren Auge,
fließt,
verwandelt sich in die Brust eines weiblichen Körpers
oder ist diese bereits, ganz ohne Verwandlung.

Augen weisen Besonderheiten auf.

Das große zentrale Auge hat keinen gewöhnlichen Augapfel, sondern besteht gleichzeitig aus einem Riss ...
Oder befindet sich der Riss hinter der Iris?
Ist dieser Riss eine Wiederholung des Leitmotives?

Das Auge offenbart sein Funktionieren,
legt seine Nervenenden frei,
vielleicht um die Reizwahrnehmung anzudeuten?
Um welchen Reiz könnte es sich anders handeln
als um den Anblick dessen, was um es herum abgebildet ist?

Das Auge ist ein anderes.

Es steht vielleicht in betrachtender Opposition
zu dem restlich dargestellten.
Es gehört dem stummen Erzähler,
der nur das Wesen einiger
seiner emotional entflammten Blicke graphisch darstellt.

Die verschiedenen und sich wiederholenden Formen wirken auf mich in eine Art Fluss gebracht, als würden sie fließen.
Dabei ist dort kein Fluss dargestellt ... Oder doch?

Was dort fließt ist wohl etwas,
as das Auge stumm betrachtet.
Etwas,
was sich wie ein Fluss
durch die Zeit des Seins schlängelt.
Ein leitendes Motiv, das ständiger Begleiter ist.

Das Auge entflammt
und fühlt sich zu tiefst geschmerzt
in einem, gleicher Zeit.

Vielleicht,

(der Träne wegen).

Ist alles,
worum sich dieses Denken drehen muss,
der sehnsüchtige und kennende Blick
desjenigen,
der sich davon angezogen und verflucht zugleich fühlt.
Entzückt und geschmerzt?
Von dieser einerseits wahrgenommenen Fessel
anderseits wollüstig empfundenen voyeuristischen Gnade?

Eine Fluch- und Segensart,
von deren Gewichtung
Glück und Unglück abhängen.

Ernüchtert und resigniert festgestellt
Als Metareflexion seiner selbst,
Ohne sich dem Erkannten
entgegenstellen zu wollen und zu können.



geschrieben von: Mahsheed

Die Deutung kann in so viele Richtungen reichen.

Der Erzählende könnte auch die Geschichte einer verflossenen oder auch unerreichbaren Liebe darstellen.

Eine Liebe, die sich im Nichts verläuft oder aber unendlich ist ...
Wofür auch immer das schwarze Loch stehen mag.

Oder er befasst sich mit den Gefühlen einer fremden Person.
Vielleicht mit denen einer Frau ...

Und wir werden nie erfahren,
welche Hintergründe symbolisch dargestellt sind.

Weil dieses Geheimnis nur diese beiden -
Erzählender und die Beschriebene -
oder nur der Erzähler selbst
kennen.



geschrieben von: YelArizel

Danke für die Zeit, die du dir, Mahsheed, nahmst um ein paar Gedanken zu meiner Zeichnung aufzuschreiben.

Ich kann dir nur zustimmen… Die Deutung von diesem Bild kann in sehr viele Richtungen laufen...
Es sind auch viele Gedanken auf einmal darin festgehalten worden. Insgesamt hat es wohl ca. ein Jahr gedauert bis alles an dem Bild so war, wie es jetzt zu sehen ist...
Immer wieder beiseitegelegt... Nachgedacht... Manchmal einen anderen Gedankenaspekt hinzugefügt – ein anderes Mal etwas verändert, entfernt... Oder einfach nur liegen gelassen...
Verschiedene Sichtweisen, die um ein Thema kreisen gesammelt und festgehalten... Verschiedenste Emotionen...


Wichtig wahren mir hierbei vor allem die Augen... Blick in sich selbst... Betrachten... Blick in jemand (anders?)... Ausgeliefert sein... Erkennen... Betrachtet werden... Suchend...
Unbestimmt ob man jetzt selbst betrachtet, oder betrachtet wird.
Augen als Seelenspiegel. Somit auch weitere Deutungen...



geschrieben von: Mahsheed

Zitat:
Original geschrieben von YelArizel
Danke für die Zeit, die du dir, Mahsheed, nahmst um ein paar Gedanken zu meiner Zeichnung aufzuschreiben.



Danke dir für die Möglichkeit,
mir Gedanken zu deiner Zeichnung machen zu können.
Es hat mir Vergnügen bereitet.

Ich hoffe sehr,
es war nicht die letzte Abbildung deiner Werke.

P.S.

Aber wofür steht nur das schwarze Loch?
Könntest du dieses Geheimnis lüften,
ohne zuviel von dir preis geben zu müssen?

Und warum hast du diesmal deiner Zeichnung,
wie Orcy schon bemerkte,
keinen Titel gegeben?

Sehr interessiert
Mahsheed



geschrieben von: YelArizel

Ich habe ein kleines Problem wenn ich ganz ehrlich sein soll, denn ich weiß nicht welche Form du genau meinst, wenn du die Worte schwarzes Loch gebrauchst... Nach meinem Empfinden gibt es mehrere Stellen, wo man ein solches erkennen könnte.
Wenn du mir sagst welches genau du meinst, dann werde ich dir die Antwort nennen.

Und um zum Titel zu kommen: Ich wollte dieses Bild bewußt nicht durch Worte einengen. Denn ein Titel gibt meist auch schon eine grobe Richtung vor. Hier soll keine Richtung sein. Frei soll man sich selbst folgen können wenn man das Bild betrachtet.
(Wo hat Orcy das denn schon gesagt/gefragt?)



geschrieben von: Mahsheed

"
Zitat:
Original geschrieben von OrcaDesign

Ich denke mal, Mahsi meinte dies'...
[/i]...



Ne ...

Ich bezog mich auf das, was du im Kreise der drei Weisen verlauten ließest,
als wir kurz über das Bild sprachen.

Erinnerst du dich?

Yel kann sein, dass du da gerade nicht anwesend warst ...
Irgendwann in diesem Gespräche warst du plötzlich kurze Zeit verschwunden ...

Vielleicht ja an dieser Stelle.

Und das "Loch", das ich meine ...
Ist dieser mondähnliche Kreis am unteren linken Bildrand

(Gleich rechts daneben ist der Teil eines Frauenkörpers ? abgebildet).

Liebe Grüße
Mahsheed



geschrieben von: YelArizel

Es ist tatsächlich eine Art von Mond...

Eine Lichtquelle in der umgebenden Dunkelheit. Umtanzt von kleinen Lichtern... Irrlichtern?
Kleine Lichter, die vom Glanz des Großen angezogen werden, so wie die Motte vom Licht...



geschrieben von: OrcaDesign

Hmm... so, mal meinen Gedanken freien Lauf lassen...
auf mich wirkt das Bild sogar ziemlich beklemmend, Yel - weil es mich an meine eigenen, täglichen, tief sitzenden Ängste erinnert...
überall Augen, die mich beobachten - sei es das große mittig angeordnete, welches einen von vornherein fixiert, und ebenso meinen Blick unweigerlich auf sich zieht (und mich ehrlich gesagt auch am meisten beklemmt)...

Etwas versteckter dann schon der verstohlene Blick aus dem schwarzen Hintergrund... aber er ist da, beobachtet mich und lauert nur auf eine Schwäche, um sie dann auszunutzen...

Ständig beurteilt zu werden nach der Oberfläche - nach dem was gesehen werden kann...
selbst die nackte Frau tut dies'... welches ich mal als Symbol für Freundin oder Vertraute nehme - auch sie bemustert einen von oben nach unten, urteilt nur nach dem Äußeren.... beobachtet...

Und durch meine Ängste wird der Blick weg von allem schönen gezogen - hier symbolisiert durch die Blume - eine schöne große Blume sogar...
die Realität verschwimmt, verzerrt sich und am Ende lande ich in einem schwarzen Loch....


Naja.... just my 2 Cents - und eine recht persönliche Interpretation halt (aber das haben Interpretationen glaube ich immer so an sich?!), wobei ich sie entsprechend verkürzt hab, da es hier um meine Ängste geht, die ich ja nicht unbedingt einfach so offenbaren will :(



geschrieben von: YelArizel

Danke für deine Gedanken, Orca, und danke auch dafür, daß du dich trotz dieser Thematik an eine Interpretation gesetzt hast!

Ich weiß nicht, ob du jetzt auch schon die früheren Postings gelesen hast, aber die Wirkung, die du bei den Augen beschreibst, wollte ich teilweise auch genau auf diese Art und Weise haben.



geschrieben von: OrcaDesign

Bin noch nicht dazu gekommen, mir die anderen Postings zu Gemüte zu führen, werd ich aber dann mal machen, sobald es meinem Kopf wieder besser geht.





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