Edit: Da ich zunächst dachte, dieser Garten würde von mir nicht weitergepflegt werden, gab ich ihm den Namen des ersten, hier geposteten Gedichtes. Die (momentanen) restlichen Gedichte stehen eigentlich in keinem direkten Zusammenhang mit dem Überbegriff, die jeweilige, genannte Überschrift steht für die einzelnen Gedichte. -nur zum besseren Verständnis angemerkt-
Wer gerne Kritik ausüben möchte, kann das hier gerne tun.
Teil 1, noch unvollständig..
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Aus dem Spiegel kam ein Hauch
kaumgehörtes Träumerflüstern
'Liebes Mädchen bist auch du
eines neuen Lebens lüstern?'
Willst auch du dich selbst verlassen?
Streck aus und reich sie mir, die Hand,
schau ob unsre Finger passen,
tritt hinein in neues Land'
Das Mädchen sah die Farben blassen...
Ein Strudel hatte sie erfasst
trug hinfort auf Nebelschwingen
dieses Neue Spiegelpaar,
bettete auf Moosigdingen
Die grauen mit dem weißen Haar.
'Sag, wo sind die Farben hin?
Warum sind wir beid ergraut?
warum wird die Stimme spröd,
warum schuppt hier meine Haut,
warum ist es kalt und öd?
Und mit heller Stimme lacht er:
'Was du siehst ist deine Seele,
deines Innern tiefer Grund
was auch immer dich je quäle,
hierrin hat es stet Befund.
Ein Geschenk möcht ich dir geben,
hier hast du ein kleines Ding,
nimm es mit auf deinen Wegen
und verleih ihm einen Sinn.'
Auf sie zu kam er zum letzten,
diesem einen mal in blaß
hauchte ihr noch einen Kuß auf
und versprach ihr dass
sich noch einmal kreuzen werde
ihrer beider Wege Fluss
sollte sie das Rätsel brechen
und sich sehnen nach dem kuss.
Verwirrt ließ er sie stehen
auf des schwarzen Waldes Wegen
ohne auch nochmal allein
einen Fuß nach ihr zu regen
schwand er mit des Vollmonds Schein.
Zaudernd stand sie dort und grübelt
über ihrer Reise Zweck
ging dann los, tat zagend Schritte
taucht die Zehen in den Dreck
lief so bis des Waldes Mitte,
blieb dann stehn und dachte weiter
wie gut doch ein Ziel nun nütze
einen Ansporn der als Leiter
sie bei der Wahl des Weges stütze.
Auf den Boden sank sie nieder
stieß die Hände an das Kinn
in meinem selbst hier bin ich also
doch was hat das denn für Sinn?
weiß doch jeder, dass ich mich so
nicht verstehe, wie ich bin.
Stundenlang so saß sie dort
Kam nicht weiter wie sie dachte
wollt alles sofort verstehen
Sie stockte, hört' wie jemand lachte
und es kam ein Frosch zu sehen,
der's sich grün mit seinem Bauche
macht auf ihrem Knie bequem.
'Ih, verschwinde, kleine Kröte!
Erlaubt ich dir, mich zu besetzen?
Wer bist du schon, daß du es wagst,
mein zartes Beinchen zu benetzen?'
'Werte Dame, wie du sagst,
ich bin wer, gestatt ich dir zu fragen,
nach meines wahren Wesens Kern
Die Antwort liegt auf deiner Schultern Tragen.
Doch bitt ich mir, wenn du verstehest,
mich etwas netter zu behandeln,
schliesslich könnt' ich eh du dich versehest
in eine Fliege dich verwandeln.
denn vorweg nehm ich eines bloß:
meine Macht ist grenzenlos.'
Nach deines Wahren wesens Art?
Bist du nicht das, was ich erblickt?
dein Schein ist weich, dein sein ist zart
hat dich der Spiegelmensch geschickt?
Um mich zu testen, ahne ichs
dieses ist ein böses Spiel
zwischen beiden abgekartert
wollen beide daß mir viel
und suchend wird das Hirn zermartert!
Doch weigerts mich euch zu gefallen
will ich doch nach Hause fliehen
schliesslich hab hier ja vor allem
in meinem Innern ich zu ziehen
Sprachs und stieß die Kröte fort
warf sie weg mit aller Wucht
wollt nicht hören auf die Stimme
die in ihr Gehör gesucht
trauete nicht der Worte gut
aber auch der milden Drohung
weigerte sich schlicht aus wut
strebte alleine nach erfüllung
einen neuen Weg zu suchen
wider allem Menschgedank
will sie lieber im stillen fluchen
als sich nehmen an der Hand
zu lassen von einem anderen
so geht sie hin, die einfältige Wanderin...
Doch bald tönts wieder aus dem Busche
ein kleiner Vogel piepste laut
"ist das nicht die mit der Gusche,
die dem eignen Sinnen nicht mehr traut?"
Hat ihr eigen Bild geworfen
wie bitter Obst gen düstren Stein
daß sie nicht selbst davon getroffen...
Sieht sie nicht der Dinge Sein?
Glaubst hier alles zu vernehmen
wie es in Büchern niedersteht?
Dann hat sie sich sehr geschnitten
Kaum eins ist, was der Titel trägt..."
Stutzig wurd sie doch und harrte
in dieser Denkerpose aus
"Wenn ich in mir selbst gefangen,
auf der Suche nach dem Sinn
Nicht mehr komme aus dem Reigen
Stecke ich wirklich darin?
Oder ist es alles schein,
durch meine Phantasie beflügelt,
vielleicht sollt ich wacher sein
mit etwas, das meine Wut gezügelt?
Doch warum Dingen Pflicht zuweisen
wenn ich selbst es ändern kann
das würde bloß beweisen
daß ich kaum was selbst getan.
Ab fortan soll ich selbst regieren
über meiner Gefühle Staat
sollten sie freihand agieren
werde ich druchgreifen hart,
auf dass niemehr etwas mir entgleise
wie mit der armen Kröte weise..."
geschrieben von: Nachtelbin
Die Welt
Wolkenkratzer, Highspeedzüge
Dichte Wälder- wie, ´ne Lüge?
Teleterror, Fernsehknast
Schnell, schalt um, was verpasst?
Überfluß und Hungersnöte
Ess´ ich alles, was ich töte?
Eine Antwort bringt Millionen!
Ach zum Teufel mit Visionen
Zählt nicht nur noch Ruhm und Geld?
Ja, erkannt! Das ist die Welt.
geschrieben von: Nachtelbin
Das Nette
Mittags
in der Sonnenhitze
saßen sie,
ganz fürchterlich
und pikiert, wer denn nun schwitze
so was ziemt sich schliesslich nicht.
angespannt
zum Bersten gar
eben noch umhergerannt
dass auch alles wunderbar
wurde alles fein gemacht
auch an alles grad gedacht?
Rück' das gerade!
Nicht mehr streiten
Steht Parade!
Sieht man doch den Herrn schon schreiten.
Und jetzt zählt es!
nun stets lächelnd
angemessen
ja nicht schwächelnd!
gehts ans Essen
Grad geplaudert
ganz gezwungen
kommt man sich näher
bis ungehemmt-
und unbedacht-
einer von den Jungen
sich an die Terrine macht
Augenblicke
rasch und rascher
mit den Fingern in die Schüssel
habt ihr gesehen?
Wie verstohlen!
doch zu verstehen..
nun zu versohlen?
Was mag nur der Herr nun denken!
Sollten wirs nicht untersagen?
Lachend
Hach, das sind die Jungen!
Sollt mans ihnen unterbinden?
Sollten sies nicht selbst rausfinden?
Stört uns denn der Manne dort?
Eigentlich schon bald ja fort..
ist nicht er denn der verkehrte?
Der unsagbar, fast steif Gelehrte?
Was kümmert denn die Ettikette
wenn das Gemütliche und nette
keinen Fuß mehr hätte?
ist es denn wichtig
was andre sagen
wir sollten doch wohl eher
unser Herz
-oder den Magen-
fragen.