Ein Fremder,
ein Unbekannter,
eine Zahl,
in nackter Statistik.
Einer mehr,
weiter nichts,
in den Augen der Einen.
Die Akte geschlossen,
Kreuz neben Stern,
Ein Leben beendet,
nichts zu sagen,
kein Gedanke verschwendet,
einer mehr,
weiter nichts.
Ein Mensch,
ein Geliebter,
ein Freunde,
ein Vertrauter,
und soviel mehr
gewesen und geblieben
in den Augen des Freundes.
Ein Leben gelebt,
Das Leben geliebt,
das Leben gehasst,
Vergangen,
doch niemals vergessen
Gestorben,
doch niemals tot.
Mit ihm gelacht
Mit ihm gelitten
Gemeinsam gegangen,
wenn auch nur ein Stück
eine Alée
durch Licht und Dunkelheit
gemeinsam durchschritten
Die Entfernung,
scheint unendlich,
niemals,
so denkt man,
werde man ihn wieder sehn
doch er lacht nur
wenn er euch so hört.
geschrieben von: Namida
Schutzengel
Engel,
Schutzengel,
einst warst du mir so nahe,
ich konnte dich fühlen,
als ich dich brauchte.
Ich konnte dich sehen,
wenn ich die Augen schloss,
du warst so schön!
Trugst die weißen Flügel voller Stolz
Strahltest vor Schönheit.
Engel,
Schutzengel,
was ist aus dir geworden?
Was habe ich, sie, was hat die Welt
Dir angetan?
Warum bist du nicht mehr da?
Warum sehe ich,
wenn ich die Augen schließe,
ein armes Wesen,
mit gebrochenen Flügeln
am Wegrand des Lebens stehen?
Warum sehe ich mein Spiegelbild,
mit traurigen grünen Augen,
rotgeweint?
Was ist bloß passiert?
Du schienst auf alles vorbereitet
Voller Hoffnung,
jetzt liegst du im sterben,
ich kann dich nicht mehr fühlen
und dein Bild verblasst.
Engel,
Schutzengel,
warum verlässt du mich?
geschrieben von: Namida
Alleine
Alleine
ein Saal voller Menschen
mein Seele schreit
so laut sie kann
mein Mund schweigt
so leise er kann
Alleine
zwischen all den Menschen
mein Herz weint
mein Mund lächelt
sine Maske
schmückt mein Gesicht
Alleine
auf der Welt
zwischen Leben
und Tod
verloren in der Zeit
verloren in mir Selbst
stille
Menschen lachen
doch in mir
ist es still
so laut es auch ist
in dem was sie
als Welt bezeichnen
Leere
in einer Welt
voller Leben
in denen Menschen lachen
und doch weinen
erfüllt mich
weder lachen noch weinen
geschrieben von: Namida
~ Die Heimkehr ~
Das Lied der Hufe
Ertönt in meine Ohr,
er kommt Heim,
nach gewonnener Schlacht.
Nächte lang,
hörte ich des Schwerter Klirren
sah des Blutes rot
doch es war nicht sein.
Nächte lang,
kaum geschlafen,
sah des Metalles Blitzen
im Mondenschein der Nacht.
Doch jene langen Nächte
Sind beendet,
nun da die Hufe
nahen.
Von Liebe getrieben
Tret ich Schritt für Schritt
Meinem Mann
Entgegen.
Keine Zeit
Zu schminken
Oder zu pudern
Schon stehen sie hier.
Der Karren ist alt,
so wie er jung war,
als ich ihn traf,
im Mondenschein.
Das Holz,
standfeste Eiche,
so wie er standfest war,
als er um meine Hand anhielt
Sie treten respektvoll
Zur Seite,
als ich zu ihm trete
grüßen ohne Worte
Der Deckel ist offen
Ich sehe ihn liegen,
die Augen geschlossen,
leblos, leer.
Der Tränen Lauf
Ist nicht zu stoppen,
sie küssen seinen Mund
der mich nie mehr küssen wird.
Meine Hände
Suchen seine Wärme,
doch nur den Tod
ertasten sie.
Er ist heim gekehrt,
kein Warten mehr,
kein Bangen,
und kein Hoffen.
geschrieben von: Namida
Fragen eines Engels
Mama,
fragt der kleine Engel
mit den widerspenstigen Locken
erzähle mir,
aus der Zeit,
als du klein warst.
Mama,
erzähl mir,
warum Papa starb,
im Düster eines Krieges,
für den er nur
Verachtung fand.
Mama,
sag mir,
warum Kinder starben,
weil sie niemals aßen,
während andere vor lauter Fett,
den Geist aufgaben.
Mama,
sag mir,
warum Anne Nachts weint
und voller Angst,
kaum schlafen kann.
geschrieben von: Namida
Müde
Ein Blick aus dem Fenster,
so dunkel ist die Nacht,
so still und ruhig,
ich möchte für immer
in ihren Armen liegen
ruhen.
Die Müdigkeit
So tief in mir,
möchte nicht länger
singen und tanzen,
in einer Welt,
in der nur die Verzweifelten tanzen
Dunkle Mutter,
lass mich schlafen!
Heute Nacht
Und immer da.
Ich bin so müde
Will nach Haus!