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Briefe an mich...

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geschrieben von: more

Briefe an mich….
Gestern ging es mir mal wieder richtig gut, man vergisst allzu leicht, die wichtigen Dinge im Leben… Ständig Ärger, ständig Briefe, Rechnungen, Vorderungen, Absagen… Manchmal glaube ich, ich schaff das alles nicht mehr… Manchmal denke ich, bin ich denn überhaupt fähig zu überleben? Bricht man nicht irgendwann unter der Last dieser Probleme zusammen? Ich frage mich, wie schaffen das Andere, denen es noch viel schlimmer ergeht als mir…?
Tja, meist treffen zig Probleme zusammen. Mein Todkrankes Patenkind, mein zukünftiges Patenkind… Eine Schwester, die jetzt ein Kind hat, welches von vorneherein dem Tode geweiht ist? Oder schafft er es doch? Schwachsinnig irgendwelche Prognosen zu stellen. „Leb von einem Tag zum anderen, von Woche zu Woche“ sage ich meiner Schwester immer wieder, damit sie nicht aufgibt.
Der Kleine, er trinkt nicht, grade mal 50ml, das reicht nicht zum Leben. Er steht so unter Schmerzmitteln, dass er nicht einmal Hunger verspürt. Vielleicht hat er auch keine Lust zu kämpfen? Vier Wochen alt, und schon keinen Lebenshunger mehr? Hunger… Das ist das… Hunger, das ist essentiell im Leben, schon als Säugling.
Hunger ist wichtig, Hunger nach Liebe, nach Leben! Wer keinen Hunger mehr hat, hat keinen Mut, und wenn der Hunger auf Dauer fehlt, schwindet auch die Kraft.
Wie gerne, liebste Schwester, würde ich etwas mehr für dich tun, mehr… Irgendwie sind mir im Leben immer die Hände gebunden. Irgendwo liegt immer ein Stein, eine Hürde im Weg. Ich liebe dich so sehr, und bin so weit von dir Weg… Du hast das nicht verdient, ein todkrankes Kind zur Welt zu bringen, welches nur Leid kennen lernen wird auf dieser Welt.
Soviel Trauer, sowenig Kraft.
Nur gestern, irgendwie muss es in diesen Kopf hineingehen. Die kleinen Dinge… Der erste Lebkuchen in diesem Jahr… Ich kam aus dem Training und mein Trainer drückt mir eine kleine Prämie in die Hand, fürs kommen, für Treue… Weil heut zu Tage knabbert jeder am Hungertuch, muss jeder sehen wie er seine Kunden hält…
Eigentlich wollte ich nichts mehr essen, doch dann drückte er mir eine Kugel aus Küchenpapier in die Hand, ich roch an dem Papier… Hm, wundervoll Lebkuchen,.. Anis, Kardamom, Zimt… Warme Gerüche… Glücksgefühle… Ich glaube, ich habe mich seit vielen Jahren nicht mehr so über Lebkuchen gefreut… Wie ein kleines Kind biss ich in diesen warmen weichen Lebkuchen, schmeckte die köstliche Schokolade, er was so frisch, wie grade aus dem Ofen, ja, irgendwie richtig warm…
Lebkuchen… Was so eine kleine Aufmerksamkeit nicht alles bewirken kann, meine Sorgen waren weg… Ich telefonierte dann noch mit meiner Schwester… Der Verein schickt ihr eine eigene Krankenschwester, für die Betreuung des kleinen. Keine Tränen mehr, ihre Stimme hatte einen aufgeregten, ja euphorischen Ton angenommen. Jetzt wird alles wieder gut! Wir schaffen das, wir sind doch eine Familie!
Ich liebe dich, grosse Schwester, ich sende die Grüße… Dorthin wo du bist…



geschrieben von: more

Ich hasse es nichts zu tun! Dabei bin ich noch nicht mal eine Woche arbeitslos, doch die ständigen Absagen, der Bewerbungen, die ich schon seit einem Monat schreibe kratzen am Ego, an der Hoffnung… Klar, nimm es dir nicht so zu Herzen, lass die Idioten nicht so an dich ran! Ich hasse es, ich hasse die großen Umschläge in meinem Briefkasten, die großen Umschläge, meist neben den Rechnungen! Ich hasse es! Ich hasse es auch von den Nachbarn gesehen zu werden, ich will nicht, dass sie wissen, dass ich den ganzen Vormittag zu Hause bin!
Ich fühle mich immer, als wäre ich schuld! Dabei hat die Firma Insolvenz gemacht, und ich kann am allerwenigsten dafür! Warum gibt man sich dann immer wieder die Schuld?
Eine Woche, das ist doch gar nichts! Keine Zeit! Sieh dich mal um! Die Schwester deiner Nachbarin ist seit sieben Monaten arbeitslos… Tja, die lebt ja auch noch bei Mami! Ich bekomm nie was auf die Reihe, ja wahrscheinlich bin ich ein Versager, und lande irgendwann bei den zig Talkshows auf dem Sofa… Eine Idiotin, bravo!
Dabei dachte ich immer, ich wäre rhetorisch nicht ganz debil… Wieder eine Absage! Schon wieder? Was haben die Anderen, was ich nicht habe?
Auf, lass dich nicht hängen. Hm, kämpfen, das war schon immer das was ich am besten konnte. Also raff ich mich wieder auf. Gestern war das Wetter noch gut, heute ist es trübe und diesig. Das Einzige was mich aufheitert ist die Aussicht, dass mein Schatz heute Abend nach Hause kommt.
Also, PC anmachen, Zeitung lesen, die obligatorische Suche nach einer Möglichkeit an neue Arbeit zu kommen. Tja, heute scheine ich wirklich Pech zu haben. Ist das nicht lustig, als ich vor fast zwei Jahren bei meiner Werbeagentur angefangen habe, waren täglich mindestens drei Arbeitsstellen zur Wahl, heute ist es nicht mal eine!
Ich bin ja so froh, dass ich eine liebe Ex-Kollegin habe, wie ich auch auf Stellensuche, und wir uns immer unsere Stellen gegenseitig zusenden! Keine Konkurrenz, nein Selbstlosigkeit und Freundschaft! Ich bin sprachlos…
Aber als ich meine Mails checke sagt sie mir, dass auch sie heute nichts für mich parat hat.
Doch plötzlich sehe ich Licht am Ende des Tunnels, eine Stelle, auf die ich mich vor Monaten schon beworben hatte, ein Mann mit dem ich damals ein super-Gespräch geführt habe, sucht wieder eine Hauswirtschaftslehrerin! Bravo! Nur nicht den Kopf hängen lassen, hatte er doch vor Monaten Interesse bekundet. Leider haperte es damals am Eintrittstermin, aber jetzt bin ich ja frei! Zwar ist es nur eine Teilzeitstelle, aber da gibt’s bestimmt noch Möglichkeiten.
Ein ewiges auf-und-ab, Hoffnungen, die dann wieder zerschlagen werden, und neue Aussichten die sich auftun!
Ich freue mich über die neue Chance, ich male mir im Geist schon das neue Gespräch aus, bei dem ich mich auf das damalige Gespräch beziehen kann!
Ich muss arbeiten, sonst gehe ich noch ein! Ich würde sogar umsonst arbeiten, nur bitte, ich muss aus diesem Loch heraus! Ich ersticke an mir selbst…



geschrieben von: more

Wochenende, herrliches Wochenende! Schönes Wetter und meine neu aufgekeimte Hoffnung macht mich frei, fröhlich, ausgelassen.
Die ganze Zeit dreht sich alles in meinem Kopf, nur um dieses eine Thema, bekomme ich noch ein Vorstellungsgespräch? Bekomme ich dieses, für mich so wahnsinnig wichtige Praktikum? Was wenn ja? Was dann tun? Wie gehe ich mit 15 schwererziehbaren Jugendlichen Mädchen um? Was wenn ich es nicht packe? Was wenn... was wenn? Tausend Fragen und in Gedanken bin ich schon voll dabei... Erziehen, lehren, was tun? Wie weiter?
Dabei habe ich das Schreiben erst Freitag in den Briefkasten geworfen... Er hat das Schreiben noch nicht einmal? Warum denke ich er würde mich nochmal einladen und warum hänge ich alle Hoffnungen an genau diesen Job, obwohl es doch sicherlich noch andere Möglichkeiten gäbe?
Tja, Luftschlösser zu bauen, darin bin ich einsame Spitze, und es hilft immer, nicht den Kopf hängen zu lassen... Da kommt wieder der Hunger auf Leben mit ins Spiel, und wenn ich eines gelernt habe, dann ist es eines- niemals aufgeben.

Wärend meiner Kindheit, diese ganzen Schläge, und die Abweisung... Nie habe ich aufgehört auf bessere Tage zu hoffen, und ja, eigentlich kann ich zufrieden mit mir sein.
Und wenn ich aus dem Fenster sehe, die Sonnenstrahlen, es ist wirklich nicht der richtige Zeitpunkt um den Kopf hängen zu lassen. Merkwürdig, während ich daran denke, wie es Menschen ergeht, die noch mieser dran sind als ich, sollte man doch auch mal über Menschen nachdenken, denen es noch nie schlecht ging?
Eigentlich bedauerlich, wenn man nie vom Leben geprüft wird. Jede Erfahrung ist eine Lektion, und man lernt und lernt und lernt... Vielleicht ist das der Sinn des Lebens, soviel Erfahrungen wie möglich in sich aufzusaugen...
Ja, was ist denn mit den Menschen, die in wohlbehüteten Verhältnissen aufgewachsen sind, die Wohlstandskinder, die sich dann eine Depression zulegen müssen, damit sie sich selbst endlich mal fühlen können... Der Mensch fühlt sich durch Schmerz, das kann Sport sein... oder einfach nur Verzweiflung... Weil man nie genug hat, um sich selbst über die Runden zu bringen.

Letzte Woche stand ich in der Bank, am Kontoauszugsdrucker und spürte förmlich die bohrenden Blicke der Banker... Ja, ich bin im Minus, und ja, es kommt kein Gehalt mehr auf mein Konto... Ja, sie fragen mich sicherlich gleich, was denn los ist, obwohl sie es ganz genau wissen.,..

Oh Kinder, es ist so schwer auf eigenen Beinen zu stehen, und man kann froh sein, jemanden zu haben, der einen ein wenig stützt... Hätte ich das gewusst, dass erwachsen werden so schwer ist, wäre ich lieber Kind geblieben... Und ich dachte ich lasse den Schmerz und die Hoffnungslosigkeit hinter mir und starte in ein neues Leben... Tja, die Freiheit muss ich mir jedesmal auf Neue bitter erkämpfen...
Aber das ist momentan alles nebensächlich, denn es ist Wochenende, und die Sonne scheint...
Erst morgen wird es wieder düster, und für diese Stimmung ist dann morgen Zeit...



geschrieben von: more

Ich kann es kaum glauben, dass ich nur noch eine Woche, na nicht mal ganz, in meiner alten Wohnung sein werde... Verrückt, wenn ich mich so umsehe sieht es nicht aus als würden wir umziehen, es sieht noch alles so geordnet aus. Die Kisten stapeln sich zwar, aber es sieht ordentlich aus... Im Schlafzimmer liegen auf dem Boden neben dem Bett Bücher, als würde sich rein garnichts ändern... Nur kurz vor dem Einschlafen denkt man darüber nach, du musst die Küche noch putzen, hoffentlich bekommen wir das mit dem Geld auf die Reihe, hoffentlich klappt alles, wenn etwas kaputt geht? Du musst unbedingt die scheiss-drecks-Küche sauber machen.
Irgendwie kam mir das alles früher nicht so kompliziert vor. Da habe ich einen Wäschekorb voll mit Dingen in meinem kleinen Auto um die Welt gefahren, aber jetzt... Wohnwand, Schlafzimmerschrank, Bett... Mann *g*...
Schreibkram, Telekom, EnBW!
Dabei habe ich dafür momentan so garkeine Stimmung... Ich sitze vor dem PC und google nach alten Schulfreunden, Verflossenen, Menschen die ich mal geliebt habe und die spurlos für mich verschwunden sind... Warum fällt es so schwer los zu lassen? Warum gräbt man immer weiter... Nach Menschen, die so weit weg sind... Sicherlich verschwenden sie keinen Gedanken mehr an damalige Erlebnisse... Liebesnächte....
Ich steh am Wohnzimmerfenster schau auf meinen riesigen Balkon, kann so weit sehen, und es ergreift mich jetzt schon Heimweh... Das satte Grün des Hügels gegenüber, die Lichter des Dorfes unter mir... Ich lasse nicht gerne los, ich lasse auch Menschen nicht gerne los, selbst wenn sie mir weh getan haben... Alles schreit nach Erinnerung, selbst der Schmerz, den ich mir Nachts in die Gedanken hole... Er hat mich weggestossen und trotzdem kann ich ihn nicht vergessen, genauso wie diese kleine unbequeme Wohnung... Bei der es durch die Fenster pfeift, alles billig ist und man sich beim Duschen den Kopf stösst... Irgendwie liebe ich sie ja doch, obwohl sie mir viele Unannehmlichkeiten bereitet hat...
Menschen und Wohnungen... Einzigartig...
Tschüss kleine Wohnung, dich kann ich vielleicht vergessen.... Ihn... Das wird noch Jahre dauern...



geschrieben von: more

Ein Brief an eine lange Nacht... Ein sehnsüchtiger Ruf nach einem verlorenen Freund...

Hi du!

So, jetzt versuch ich mal einen Anfang zu finden, du verstehst sicher, dass es nicht einfach für mich ist... Vor allem die Frage, wo fange ich an, und interessiert es dich überhaupt?
Ich fang mal da an, wo wir aufgehört haben... Wir standen also an, ich denke es sind jetzt mehr als vier Jahre her (?), diesem Parkplatz, irgendwo in der hohenlohischen Einöde an der Autobahn... Was für ein bizarres Bild müssen wir wohl abgegeben haben?
Zum Abschied hast du mich auf die Stirn geküsst, und ich bin in meinen Twingo gestiegen und los gefahren. Ich weiss nicht mehr wie ich die ca. 130km nach Hause geschafft habe, ich muss gefahren sein wie ein Henker... Ich kann mich nur erinnern wie ich auf am Kreuz Altdorf wie eine Irre vier Spuren gewechselt habe in einem einzigen Zug... Die ganze Fahrt über spürte ich deine Lippen auf meiner Stirn, wie ein Brandmal...
Daheim, es war sicherlich erst 17.00Uhr bin ich sofort ins Bett... Das darauf folgende Jahr war wirklich hart für mich, das mag dir sicherlich dumm vorkommen, aber soetwas geht einfach nicht spurlos an einem vorbei... Irgendwie habe ich immer gehofft, du würdest nochmal schreiben, irgendwie habe ich das all die vier Jahre gehofft, aber im Ersten Jahr war es besonders schlimm.
Ca 4 Monate später bin ich nach Schöntal gezogen, garnichtmal so weit weg *g*, ich habe mich in diesem einem Jahr, wo ich dort wohnte auch einmal mit Ate getroffen... Sie hat mich dann über den Abend ausgefragt, und warum ich so schnell weg war... Ich wusste, dass du nichts sagen würdest... Aber ich fing das zittern an, die Tränen kamen wieder... Sie muss es wohl gemerkt haben und hat dann auch nicht mehr nachgefragt.
Der Kontakt zu Ate brach aber darauf hin ab.
Nach dem Jahr bekam ich eine Stelle in Ettlingen bei Karlsruhe als HBL, das hat aber dann nicht sonderlich gut geklappt, und so zog ich dann nach Pforzheim.
Letztes Jahr im Dezember war ich in Stuttgart auf dem Weihnachtsmarkt, dort wurde mir das Handy geklaut, alle meine Nummern waren weg... Jezt beim neuen Umzug viel mir ein altes Adressbüchlein in die Hand, auch deine Nr. Ich hab sie dann einfach eingespreichert... Tja, und jetzt mit meiner neuen Anschrift kam deine Nr. einfach draunter... Unbeabsichtig... Aber ich bin so froh wieder etwas von dir zu hören.
Vielleicht gibt es keine Chance darauf so wie vorher miteinander umzugehen, vielleicht frägst du dich warum mir soviel an dir liegt? Das ist eine wahnsinnig schwere Frage... Aber es hat einfach weh getan dich als Freund zu verlieren, erst wenn man jemanden verloren hat, merkt man erst, wie sehr man an einem hängt. Ich hatte damals das Gefühl, dass es uns beiden, an dem Tag als wir uns sahen, nicht gut ging, irgendwie haben wir uns aneinander geklammert wie Ertrinkende, ohne aber zu finden, was wir suchten, und haben, zumindest kann ich das von mir sagen, mehr Schmerz erlitten als Linderung.
Mir geht es aber auch um die Erinnerung, ich möchte es einfach nicht vergessen, einfach darum, weil es für mich, eine der schönsten Erfahrungen meines Lebens war... Ich kann das einfach nicht ad Akta legen... Vielleicht bin ich egoistisch, weil ich nicht darauf achte, wie es dir dabei geht... Und wenn es für dich einfacher ist, den Kontakt ruhen zu lassen, respektiere ich das...
So, und nun hoffe ich, dich nicht mit meiner Wörterflut zu erschlagen.... Und natürlich hoffe ich auf ein paar Zeilen von dir... Vielleicht ein paar Zeilen, wie du darüber denkst... Vielleicht kann ich dann auch besser verstehen... Wenn man aufräumt hat man auch wieder mehr Platz für Neues, du bist ja auch erst umgezogen, vielleicht kommt dir das ja bekannt vor...
Alles liebe,
*******



geschrieben von: more

Warum sucht man immer wieder nach Schmerzen? Warum kratzt man alte Narben immer wieder und wieder auf und warum heilen manche Wunden einfach nie ab?
Ich denke es geht alles leichter wenn man jemanden die Schuld geben kann. Sei es sich selbst.
Doch wenn man niemanden die Schuld geben kann, weil die Situation eben so verwirrend für alle Beteiligten ist, dass jeder im Prinzip das Opfer ist, heilen manche Verletzungen einfach nie ab.
Ich gehe dem Schmerz nicht aus dem Weg, ich brauche ihn. So sehr ich körperlichen Schmerz ausweiche, so sehr suche ich nach seelischen. Ich kann mich wieder spüren, wenn ich an diesen einen Mann denke, der mich so sehr verletzt hat, und dem ich nie Schuld an meiner Wunde geben konnte... Seit vier Jahren kratze ich in regelmäßigen Abständen den Schorf von der Wunde, so lange bis es wieder blutet... Dabei tut das Kratzen viel mehr weh wie das Bluten... Ich liege wach und quäle mich, ich bin ganz allein mit meinem Schmerz.
Schon vorher bin ich ganz in meinem Liebeskummer aufgegangen. Ich weiche nicht aus, ich renne dagegen an. Ich stelle mich nicht, der Schmerz ist mein Freund, der Schmerz macht mich schön... Im Prinzip fand ich mich immer am attraktivsten wenn ich litt. Ich hungere, ich leide körperlich, so sehr dass es wirklich weh tut. Der Körper verzehrt sich, ich nehme rapide ab, nicht mit Absicht, sondern weil ich nicht essen kann, weil ich nur an dieses Leid denken kann. Weil essen zu profan ist, weil essen Lebensfreude und Normalität bedeutet. Aber ich will leiden, ich will keine Normalität... Das ist Dekadent, wenn man Schmerzen nur der Schmerzen wegen spüren will ist man dekadent. Andere würden den Kummer in Alkohol ertränken, mit der besten Freundin rede, ect... Ich brauche meine Ruhe, um mich in Ruhe um mein Leid kümmern zu können.
Das kann sehr produktiv sein, die schönsten Bilder malte ich wenn ich litt. Mein Schmerz faszinierte mich, ich konnte meine rot unterlaufenen Augen im Spiegel sehen, meine eingefallenen Wangen... Oh ja, ich liebe wirklich, denn nur wer so leiden kann kann lieben... Nur wer sich öffnet für der Schmerz... Naja, ihr kennt sie ja, diese Phrase...
Ich bin schwarz, auch in der Freizeit, denn als ich entdekte, dass es Menschen gibt, die Melancholisch sind, was nicht gleichzusetzen ist mit meiner Sucht, hatte ich endlich etwas in der Hand um ein Statement abzugeben: Seht her, ich blute nicht nur innerlich, nein ich zeige euch allen, wie sehr ich getroffen bin, und wie ich es ertrage: Wie eine Frau!
Das Herz geht so lange zum Messer bis es sticht.
Am Ende kann man sagen, dass ich ganz schön auf dem Holzweg war. Aber das einzusehen ist nicht leicht.
Ich musste erst wirklich der Liebe begegnen, und es ist nicht einfach sich lieben zu lassen, wenn man sich doch so sehr hasst. Ich hätte mich schöner gefunden, wenn er gegangen wäre, dann hätte ich wieder dieses produktive, schön-machende Leid empfunden. Aber er ist noch da.... Er heilt mich, Tag für Tag. Der Schmerz tritt in den Hintergrund, auch wenn ich immer wieder einen Rückfall erleide... Kratze nur um bluten zu können, um mich schön zu finden.
Ich finde mich nicht schön, ich habe zugenommen, denn die Lebensfreude ist in mein Leben gekommen, zusammen mit ihm. Aber was macht das schon, ich muss lernen mich mit seinen Augen zu sehen.
Und dazu gehört los zu lassen... Denn ich weiss, wenn er mich verlässt, lerne ich wirkliches Leid kennen, und ich weiss, dass es mich überrennen wird, wie nie etwas was ich vorher kannte, denn noch begreifen werde können. Es wird mich treffen, und es wird mich nicht schön machen, es wird mich zerstören, denn ich kann nur leben mit dem Glauben daran, dass es die eine grosse Liebe gibt. Wenn er geht, dann höre ich auf zu existieren, denn dann kann ich nicht mehr glauben.
Die Liebe ist grösser als aller Schmerz... Sie setzt sich über das Ego ganz hinweg, sie ist so gross, dass sie teilen kann, sie ist so gross, dass eine Person, so klein und unbedeutend wie ich lernt, dass Schmerz nicht erstrebenswert ist, schon garnicht um damit sein Ego zu schmücken. Sie ist so gross, dass ich nur noch leben will um ihn glücklich zu machen- Tag für Tag für Tag...
Und ich bin gewillt zu lernen, los zu lassen um jede Faser meines Seins für diese Aufgabe zu nutzen.



geschrieben von: more

Über das Wesen der Liebe….
Ich denke nicht, dass ich eine adäquate Antwort darüber finde, warum es so schön ist mit dir, oder warum es so klappt, warum ich das Gefühl habe das große Los gerade mit dir gezogen zu haben.. Vielleicht liegt das Geheimnis darin verborgen, dass ich mich wohl eher zu Frauen als zu Männern hingezogen fühle und im meinen Augen, irgendwie außer dir jeder einen Knacks hat *lach*.
Es war wohl für mich ein Befreiungsschlag als du das erste Mal bei mir warst. Der Antrieb war Hunger und ein Gefühl zu haben, welche den Schmerz in mir überdeckt. In den ersten Wochen unserer Liebe, ich gebe zu denken, der Sommer 03 war verdammt heiss (Spitzenwerte von 45°C!) ging es mir wohl eher darum mein Ego zu befriedigen. Jedenfalls bekamen wir beide kaum was von den Temperaturen außerhalb unserer eigenen vier Wände mit, und ich denke eine finnische Sauna war sicherlich erfrischender…
Aber ich möchte darüber nicht reden, wir wissen, dass die erste Verliebtheit nicht zählen kann, denn sie ist ein Rausch und hat mit richtiger, reifer Liebe wenig zu tun. Die erste Verliebtheit zählt ein Jahr, ich rechne nun ein Jahr. Und dann komme ich auf eine Beziehungszeit mit dir von 2 ½ Jahren. Und so betrachtet darf ich gar nicht schreiben, denn diese Zeit ist nicht lange.
Irgendwann hat es aber klick gemacht und aus Verliebtheit wurde Liebe, die Perfektion fiel von dir ab, du wurdest menschlich, aber auch fehlerbehaftet. Und nun sehe ich dich mit klaren Augen. Du bist wundervoll!
Es gibt Situationen, da merke ich dies besonders. Ich dachte ich mache dir eine Freude, habe dir ein Buch geschenkt, einfach so, ohne Anlass, von dem ich fand, das könnte dir gefallen, und als ich nach Hause kam, du hast dich natürlich gefreut, aber darum geht es im Moment nicht, hattest du wieder kleine leckere Delikatessen mitgebracht, und das schon bevor du von dem Buch wusstest… Wie schafft man so einen Gleichklang?
Eine Liebe muss alltagstauglich sein, wenn einer immer zurückstecken muss wird es schwer. Ich weiß, ich habe ein starkes Ego, und ich weiß auch, dass es mit mir nicht einfach ist. Dafür, so sagen meine Freude, gebührt dir schon das Bundesverdienstkreuz… Ich kann dir sagen, nach dir wird es wohl keinen Mann mehr für mich geben, der Grund? Siehe oben… Du bist der Mann für mich, ganz gleich, wie toll die anderen Typen aussehen, oder wie dreist der Bauarbeiter von der Baustelle an der Kreuzung mit mir flirtet und wie gerne ich flirte. Ich weiß einfach, als wäre mir dieses Wissen angeboren, dass du mit mir harmonierst… Das ist wunderschön. Das ist perfekt, und meine Angst vor der Zukunft, ist nicht so groß, da ich weiß, dass du mir den Rücken stärkst dass du einfach da bist…
Ich liebe dich!



geschrieben von: more

Ein Grund zum Feiern! Ein richtiger Brief an mich!!!

Sehr geehrte Frau XXXXXXXXXX,

auf Ihre Bewerbung teilt Ihnen das Regierungspräsidium mit, dass vorgesehen ist, Sie unter Berufung in das Beamtenverhältnis auf Widerruf zum Vorbereitungsdienst für Technische Lehrer zuzulassen, sofern Sie die erforderlichen beamtenrechtlichen Voraussetzungen erfüllen. Sie sollen dem in Zeile 5 (staatliches Seminar für Didaktik und Lehrerbildung (Berufliche Schulen), Kaiserallee XX, 76XXX Karlsruhe) genannten Seminar und in Zeile 7 (Johanna-Wittum-Schule, Pforzheim)genannten Schule zur Ausbildung in der Zeile 4 (hauswirtschaftliche Fachrichtung) bezeichneten Fachrichtung zugewiesen werden.

Sie werden gebeten, sich zu dem in Zeile 6 (18.September 2006) Zeitpunkt beim o.g. Seminar einzufinden. An diesem Tage werden Sie, wenn die beamtenrechtlichen VOraussetzungen vorliegen, durch Aushändigung der Ernennungsurkunde zur Beamtin auf Widerruf ernannt und damit zum Vorbereitungsdienst zugelassen.

Der Rest ist blabla! Juhuuuuuuu! Ich habe es geschafft!!! Und IHR habt mir alle dabei geholfen, vor allem du, liebe Jutta, ohne dich und deine Hilfe hätte ich das nie geschafft! Danke danke danke!
Auch an Marga, die nie gezweifelt hat und meine Schwester die auch nie gezweifelt hat!
Und mein lieber Schatz, der sich die ganze Zeit mit einem Nervenbündel herumgeschlagen hat! DANKE DANKE DANKE!
ICH LIEBE EUCH ALLE!



geschrieben von: Sternenstaub

... herzlichen Glückwunsch. Lehramt ist etwas sehr Feines und Sicheres...:)



geschrieben von: more

Hi Sterni, danke ich habe auch viel dafür schwitzen müssen, dass es überhaupt geklappt hat, wenn man die Ausbildung in einem anderen Bundesland gemacht hat (ich meine jetzt die Hauptausbildung) tut man sich im anderen schwer, weil jeder denkt, er hätte die bessere Grundvoraussetzung. Zumindest ist das so, wenn man von Bayern nach BaWü zieht... Ich bin jetzt schon mal sehr gespannt und aufgeregt, was da noch auf mich zukommt!



geschrieben von: more

Kisses for me
Save all your kisses for me
Bye bye baby bye bye
Don't cry honey don't cry
Gonna walk out the door
But I'll soon be back for more
Text: Brotherhood of Man

Irgendwie finde ich keinen Halt... Die Zeit rinnt davon... Ich bin noch garnicht soweit... Montag in acht Tagen soll mein neues Leben beginnen. Ein dicker Klos voll Angst steckt in meinem Hals. Jeden Teen auf der Straße begegne ich mit Angst... Noch vor zwei Jahren, kein Problem... Aber jetzt? Wie soll ich damit klar kommen?
Ich fürchte mich vor meiner eignen Courage. Ist es nicht immer so? Man fasst einen Plan, kämpft um sein Ziel, und dann, der Ettapensieg hinter sich... Was dann? Alles erreicht? Die Konsequenzen ziehen? Was wäre wenn ich es einfach nicht schaffe, wenn ich mich nicht gegen die Kids behaupten kann?`
Und dann noch das Problem mit dem Indoorkinderspielplatz... Am 18 fange ich mit der neuen Arbeit an, und das Projekt, welches ich eigentlich im Urlaub machen wollte hat noch nicht mal begonnen...
Ich habe einfach Angst... Ich stürze... Alles stürzt über mir zusammen...



geschrieben von: more

Ich kann es kaum glauben. Die Nachricht ist so schrecklich wie unausweichlich. Am liebsten würde ich sofort aufstehen und weglaufen. Aber jetzt stecke ich da mittendrin.

Ich wusste das dieses Gespräch hart werden würde. Aber ich hatte bis zuletzt gehofft dass ich mit einem blauen Auge davonkomme. Tja, eigentlich hatte ich diese Möglichkeit der direkten Konfrontation bis heute nicht direkt ins Auge gefasst.

So sitze ich da, mit dem Dienstvorgesetzten, der Seminarleitung und dem Abteilungsleiter weil ich von meinem Rektor gemobbt werde. Zumindest drücke ich die monatelange Drangsal meines Direktors so aus. Das ich mich fühle wie ein Tier, welches durch die Gänge gescheucht wird, und dem keine Gnade zu Teil wird, das lässt sich nicht einfach mit dem Wort Mobbing ausdrücken.

Es ist seit langen Jahren bekannt, wie dieser Mensch ist. Niemand, nein niemand hat es bisher gewagt diesem Mann entgegenzutreten. Entweder haben sie versucht in geduckter Haltung irgendwie da durch zu kommen, oder sie haben aufgegeben.

Aufgeben. Das Wort hat in den letzten Monaten wunderbare Farben und Klänge angenommen. Aufgeben, frei sein. Endlich wieder durchatmen. Aufgeben... Aufgeben das erleichtert vieles. Erspart viele Tränen.

Du mußt durchs Tal der Tränen gehen, um schwimmen zu lernen.

Aber ist es wirklich so? Muss ich das durchstehen um mich zu qualifizieren? Mittlerweile spüre ich nur noch Müdigkeit. Jedes Tun ist Qual. Ich fühle mich alt. Ich fühle mich reifer, aber unglücklicher.

So und nun komme ich? Die Kleine. Die Unscheinbare. Die, die immer lacht, und die immer unterwürfig ist. Ausgerechnet ich? Ich soll also diesem Mann, der seit Jahren sein Unwesen treibt und Menschen wie Dreck behandelt engegentreten? Sagen, dass ich mich nicht so behandeln lasse?

Woher soll ausgerechnet ich diese Kraft her bekommen? Um mich gehts doch garnicht! Sie haben alle nur auf so jemanden wie mich gewartet, dass sie endlich ein Instrument haben, welches sie ihm entgegenwerfen können. Eine paar Wochen vor seiner Pansionierung? Jetzt kann ja nichts mehr geschehen, außer dass die Kleine noch vollends in Stücke bricht?

Es werden viele Kämpfe ausgefochten. Und es ist nicht leicht das Schwert zu sein. Den Körper verlassen langsam die Kräfte, da kann der Kopf noch so stur sein.

Ich weiß nicht, ob ich es schaffe. Auch wenn man mir Frauenvertretung, Mobbingbeauftragte, Ausbildungspersonalrat uns sonstige Menschen an die Seite stellt. Ich bin das Schwert und das Ziel.

Niemand kann wissen, was passiert. Aber ich werde länger stehen, und wenn es nur einen Tag länger ist. Mein Kopf ist härter! Viel härter!



geschrieben von: more

Freitag. Gibt es das, dass das Leben sich auf einen gewissen Tag hinbewegt und man das Gefühl hat, nach diesem Tag wird nichts mehr so sein wie es war?

Sicher, das gibt es öfter. Aber ich habe das Gefühl meine komplette Existenz wird nach Freitag ausgelöscht sein.

Ja, ich habe Termine nach diesem Tag. Aber irgendwie erscheint mir das zu unwirklich. Kurz bevor man stirbt hat man vielleicht noch einen Frisörtermin gemacht, oder Theaterkarten gekauft.

Klar, ich übertreibe das so miteinander zu vergleichen. Aber wenn ich an Montag denke fühle ich nichts in mir. So als gäbe es mich Freitagnachmittag schon nicht mehr.

Vielleicht bin ich auch desswegen so gelöst? Ich fühlte mich heute so beschwingt. Ich habe aus vollem Herzen gelacht. Aber wahrscheinlich ist das nur das Adrenalin. Und wahrscheinlich betäubt mich das auch so. Jedes Gefühl, dass ich spüre ist so intensiv. Meine Überschwenglichkeit, mein Gefühl zu Frau V-W, welches sich immer mehr Hass nähert. Mein Gefühl der Überlegenheit, mein Gefühl der Hoffnungslosigkeit, mein Gefühl der Verzweiflung.

Alles ist da, ganz stark. Und trotzdem fühle ich mich so taub, so abgeschottet. Als wäre um mich eine Mauer - wie ein Burgring - ganz fest um mich geschlossen. Und darinnen tobe und wüte ich mit allem was ich habe. Hass, Wut, Verzweiflung, Erleichterung, Übermut, Freundschaft, Angst, Hoffnung...

Ich versuche nicht daran zu denken. Ich versuche auszublenden. Versuche das magenzusammenschnürende Gefühl zu ignorieren.



Früher, und ich dachte ich wäre ein Teenager, gab es diese Momente das Trotzes in mir. Ich hüllte mich in Schwarz, ich drehte das Autoradio laut auf, die Musik war mein Schmerz, mein Hass, meine heilige Wut. Und ich fühlte mich so stark, so frei. Es mag so lächerlich klingen für eine erwachsene Frau wie mich. Aber jetzt brauche ich dieses Gefühl. Ich hülle mich in Schwarz und pushe meine Wut. Und ich fühle mich wahrhaftig frei.

Ich hasse es, mich so anpassen zu müssen, ich hasse meine Bluejeans. Ich hasse diese total trendige petrolfarbene Bluse. Ich will mich zurück - ich habe mich doch so geliebt? Es geht nicht mehr, ich habe mich biegen und fast brechen lassen. Du musst ein Instrument werden, du muss all deine Träume und Prinzipien hinter dir lassen um anderen Träume und Prinzipien für ihr Leben mitzugeben. Was ist das für eine Logik?

Diese Ausbildung ist hart. Und ich bewundere jeden der es schafft. Ich habe höchsten Respekt. Vor allem davor, dass sie sich so biegen können. Oder liegt es einfach daran, dass ihre Persönlichkeit nicht so von der Norm abweicht?

Nein, es ist nicht das schwarz-sein. Ich bin aus dem Alter nunmal wirklich raus. Ich bin erwachsen, darauf komme es garnicht an. Es ist etwas in mir, etwas das sich weigert sich so zu biegen. Etwas Starres, etwas Hartes. Etwas was ich nicht verlieren will.

Gibt es mich noch nach Freitag? Und wenn ja, was werde ich sein?
Wer werde ich sein?



geschrieben von: more

Er hat sich krank gemeldet, dieses feige Schwein. Kein Rückrad. Keinen Arsch in der Hose...



geschrieben von: more

Liebe Frau S.

Vielen Dank für all Ihre Unterstützung das ganze Jahr hindurch. Ihre enorme Kreativität hat sich offensichtlich auf mich übertragen. Sie waren mir das ganze Jahr hindurch eine unglaubliche seelisch- moralische Stütze. Sie hatten ein offenes Ohr für mich, sie haben mich angeregt und was das Wichtigste ist: Sie haben auch mal das ein oder andere aufbauende Wort für mich übrig gehabt. Noch viel mehr, Sie waren die einzige die für meine Arbeit Lob und Anerkennung übrig hatte. Wo bei Anderen nicht mal die Spur von Lob über die Lippen kommt haben Sie die sundenlange Arbeit an Unterrichtsentwürfen entsprechend gewürdigt und somit auch meine Motivation gesteigert.

Und auch danke Frau S., für die Note die mir die Prüfungskomission gegeben hat. 1,5 ist eine außergewöhnlich gute Note. Ich freue mich auch über ihre ehrliche Freude über diese Note. Sie ist auch ihr Verdienst. Eine Anwärterin kommt so gut wie nie über die 2 hinaus. Und daher ist diese 1,5 wie die Erstürmung des Mount Everest ohne Sauerstoffmaske.

Vielen Dank Frau S., auch wenn Sie diese Zeilen niemals lesen werden. Aber Sie bekommen noch einen Blumenstraus von mir, den Sie hoffentlich annehmen.

Frau S., wenn ich nur in jedem Fach so eine engagierte Mentorin hätte wie in Textverarbeitung.

Frau S., ich werde dieses Ausbildung wohl nicht schaffen. Es sieht so aus, als würde ich nach den Sommerferien meine Koffer packen müssen. Das ist auch Verschulden einer Mentorin. Ich weiß, Frau S., das bricht Ihnen sicher das Herz. Aber mir auch.

Frau S., bevor ich so sentimental werde, dass ich das weinen anfange über all die Ungerechtigkeit dieser Ausbildung, über gute und weniger gute Menschen, werde ich diesen Brief hier abschließen. In der Hoffnung ihre Leistung zumindest etwas mehr gewürdigt zu haben, als es andere tun.

Alles Liebe...

M.



geschrieben von: more

Es ist ein interessantes Gefühl langsam wieder aufzutauen. Seit ich die Entscheidung los bin, vor mehr als zwei Wochen.

Es fühlt sich an als würde man aus dem Eisfach genommen und langsam taut es. Man kann irgendwann die Finger wieder bewegen, die Glieder wieder spüren. Und auch Innen ändert sich viel. Man hört sich wieder, hat das Bedürfniss sich selbst zu spüren. Ich laufe wieder. Es hat mir alles so sehr gefehlt.

Ich habe mir sehr gefehlt. Ich dachte schon ich hätte mich verloren in Arbeit und Kummer, Enttäuschung und Wut. Ich habe letzten Sonntag am See soviel gelacht, ich bin so ruhig. Ich kann atmen. Ich habe Lust... Ja große Lust. Ich bin wieder ich, so frei.



geschrieben von: more

Nur mal kurz joggen…

Noch scheint die Sonne. Ab ins Auto und an den Waldrand. Schon beim Loslaufen schweift mein Blick über die Felder. Da könnte man doch auch entlanglaufen? Egal… weiter.
Zwei Schritte einatmen, zwei Schritte ausatmen. Laufen ist eine Qual für mich. Nein, nie sind es die Beine. Meine Lunge scheint schon nach kurzer Zeit zum zerreisen aufgefüllt zu sein. Dabei will ich doch laufen, laufen, laufen. Mein Hals schmerzt schon nach der dritten Bie-gung. Egal, laufen. Ich brauche das. Es tut mir nicht nur gut, es befreit mich auch.
Es beginnt zu regnen. Ich spüre es nicht, vielleicht bin ich schon so erhitzt, dass der Regen meine Haut gar nicht berührt? Laufen… Tipp-tipp-plitsch, tipp-tipp-plitsch. Der Weg ist mat-schig. Meine Orientierung über die Täler und Rinnen sind deine Fußspuren. Du bist tau-sendmal schneller als ich. Nicht drüber nachdenken… Die Schritte machen das Ganze.
Ich bin angekommen an der Stelle an der du auf mich wartest. Wie abgesprochen. Du bist die personifizierte Einhaltung aller Verabredungen. Ich glaube ich würde verrückt werden, wenn du eines Tages nicht an dieser Stelle stündest. Heute bin ich aber besser drauf. Du schaufst und ich muss lachen. Normalerweise bin ich völlig durch… Die Luftfeuchtigkeit… Jaja, heute ist es verdammt schwül, ich merke es schon. Mein Blick bleibt an deinem Rücken kleben. Jaja, die Luftfeuchtigkeit hat wohl auch ein Shirt so herrlich an deinen Rücken ge-klebt. Eigentlich ist es ja ganz schön hinter dir herzulaufen… Dann kann mein Blick auch an dir kleben… Weil es so schwül ist heute.
Wir verabreden eine neue Stelle und laufen weiter. Jetzt bin ich total am Ende… Mein Fuß, irgendwie bin ich wohl irgendwo umgebogen. Egal. Wir gehen zurück zum Auto.
Der Weg ist verdammt weit und jetzt fängt es erst richtig an zu regnen. Ich stell mich dir in den Weg… Meine Hände legen sich um deinen Nacken. Immer muss ich dich so weit zu mir herunterziehen… Manchmal wünschte ich, ich könnte fliegen. Der Regen prasselt und du bist leicht genervt und willst Heim.
Aber ich nicht… Ich blicke in den Himmel und genieße die Tropfen… Und deinen warmen Körper. Küss mich… Du bist schnell milde gestimmt. Der Stimmung kann man sich nicht ent-ziehen…. Regen-Regen-Tropfen… Was ich spüren kann…. Der Wald hat uns ein Bett ge-macht aus Moos und aus Blättern… Lass uns doch ein wenig bleiben. Egal, alles wird nass… Egal, wir haben doch eine Waschmaschine… Es ist ruhig, es pfeift kein Vogel… Und es kommt kein Spatziergänger…. Ein paar Minuten nur…

Wir machen uns wieder auf den Weg… Aber warum ist er so lang? Und warum sehen wir schon wieder Bahnschienen. Ich denke unsere Ahnen konnten weite Strecken gehen… Ich beobachte alles am Wegrand. Tropfen fallen auf Blätter die leicht vor und zurückschaukeln. Du gehst weiterhin vor mir… Alles ist tropfnass. Die Kälte dringt langsam bis zu meiner Haut durch. Du bist mein Wanderführer und hast so wenig Ahnung wie ich. Egal. Ich habe das Gefühl mein Becken ist ein Barhocker auf dem ich sitze und meine Füße tragen sich lang-sam von alleine. Wie lange sind wir eigentlich schon unterwegs? Wo ist das Auto? Wo sind wir? Wie viele Kilometer sind wir gelaufen??? Meine Beine setzen einen Schritt vor den An-deren, ohne dass ich drüber nachdenken muss. Ich werde müde, mir ist kalt… Schon wieder eine Bahnlinie? Wir sind jetzt viermal rechts abgebogen… Wo ist denn hier der Ausgang?
Bäume, Bäume, nichts als Bäume… Grün so weit das Auge reicht und jede Biegung gleicht der anderen. Angst steigt in mir hoch… Ok, lass uns umkehren. Wie viele Biegungen müs-sen wir jetzt links? Du läufst vor mir, ich schau dir zu und bekomme schon wieder Lust auf dich… Ist das nicht verrückt?
Doch das hat sich irgendwann auch erledigt, nachdem sich die Muskeln in meinen Beinen zu Wort melden.
Da! Ich sehe Licht am Ende des Tunnels! Wir sind zurück… Jetzt erst mal heiß du-schen…Allein? Wir haben heute noch einiges vor…



geschrieben von: more

Die Perlen...

Es war einmal ein Mädchen, das bekam von ihrem Liebsten ein wunderbares Medallion geschenkt... Sie trug es Tag und Nacht und es bedeutete ihr alles. Das Medallion lag tief auf ihrer Brust und das Spielen der Kette an ihrem Hals war herrlich leicht und wunderbar.
Eines Tages kam das Mädchen an einem Laden vorbei, darin sah sie ein Perlengeschmeide, so glatt und glänzend, sicher viele, viele Jahre alt... Sie dachte so bei sich, dass die Perlen sich warm und samtig anfühlen müssten... Und sie spürte die Kette an ihrem Hals... Sie war kühl und vertraut.
So bat sie ihren Liebsten: "ich möchte diese Perlen tragen, nur für einen Tag...", Da erwiderte er: "Du kannst sie nicht haben, denn du trägst schon mein Medallion und mehr kann ich dir nicht geben..."
So oft sie konnte stand sie vor dem Schaufenster des Ladens und blickte auf die Perlen... Manchmal begleitete ihr Liebster sie und flüsterte ihr ins Ohr... "ich weiß, du willst sie haben. Mir bricht es das Herz... Gefällt dir mein Schmuck nicht mehr?". "Doch, natürlich, wie kannst du zweifeln?"
Eines Abends stellte sie sich vor den Spiegel und betrachtete das Medallion... Könnte man nicht? Wäre es nicht möglich? Warme Perlen und kühles Silber an ihrem Hals? Die Kette die sich grazil über ihr Schlüsselbein schmiegt und warme Perlen die über ihre Schultern perlen...
Sie schloss die Augen um es zu fühlen, sich vorzustellen... Doch es verstärkte nur ihre Sehnsucht...
Es gab Tage da ging sie an dem Laden leichten Herzens vorbei, es würde ihr nichts ausmachen, wenn eine andere die Perlen geschenkt bekommen würde... Es war nur diese Wärme die sie suchte, nur für einen kurzen Tag... Es werden wohl viele Jahre vergehen... Und das Mädchen wusste, dass man zuviel verliert wenn man zuviel begehrt.



geschrieben von: more

Life is barbarous

Nautilus (11:36 AM) :
Hey servus, du bist ja online
more (11:36 AM) :
ja, natürlich
Nautilus (11:36 AM) :
Gut, dann brauch ich dich nicht anrufen
more (11:37 AM) :
bin aber nicht mehr lange on, weil ich muss für ne Stunde in die Schule.
Nautilus (11:38 AM) :
Wir fahren hernach nach Salzburg, Alex geht es sehr schlecht
Nautilus (11:38 AM) :
Er hat von Do. auf Fr. in der Nacht Blut gespuckt und seit dem trinkt und ißt er nichts mehr. Ich mache mir große Sorgen
more (11:39 AM) :
Oh je... Das hört sich wirklich schlimm an... Was könnte es denn sein? Habt ihr euch schon informiert???
Nautilus (11:39 AM) :
Ich denke ihm wurde einfach nur schlecht, dann hat er sich übergeben und dadurch ist ihm die Speiseröhre aufgerissen
more (11:40 AM) :
Und jetzt isst er natürlich nicht, weil er schmerzen hat.
Nautilus (11:40 AM) :
Das müssen wir abklähren lassen und im hiesigen KKh hab ich da keine Chance
Nautilus (11:40 AM) :
Genau, schlimmer ist aber das er nicht trinkt, wenn dann spuckt er alles gleich wieder aus
more (11:40 AM) :
Hm... Wann fahrt ihr los?
Nautilus (11:40 AM) :
Wenn Thomas hier ist
Nautilus (11:41 AM) :
Das kann bis um 2 sein
more (11:41 AM) :
Er kann garnicht schlucken?
Nautilus (11:41 AM) :
Nein, nur unter Gabe von Novalgin
more (11:41 AM) :
Er braucht eine Infussion, damit er nicht austrocknet.
Nautilus (11:41 AM) :
Gebau
Nautilus (11:41 AM) :
Genau
more (11:41 AM) :
hm... wie gehts ihm im moment?
Nautilus (11:41 AM) :
Danach wird eine Schluckröntgenuntersuchung gemacht und evtl. eine Nasensonde gelegt
Nautilus (11:42 AM) :
Er schläft
more (11:42 AM) :
armer Knopf...
Nautilus (11:42 AM) :
Ja, wir sind völlig mit den nerven fertig
Nautilus (11:42 AM) :
Bis das alles organisiert ist, ich bin den ganzen Tag schon am telefonieren, hab aber kein Zimmer in Salzburg bekommen
more (11:43 AM) :
jetzt kannst du nur auf Thomas warten, und kucken, was die in Salzburg sagen... Das ist ja wirklich schlimm.
more (11:43 AM) :
Kannst du nicht im Krankenhaus schlafen?
Nautilus (11:43 AM) :
Ich schon
more (11:43 AM) :
Hast dus schon in der Jugendherberge probiert?
Nautilus (11:43 AM) :
Jugendherberge, Für Thomas? geht das denn?
more (11:43 AM) :
Klar!!!
Nautilus (11:43 AM) :
Ich schau mal
more (11:44 AM) :
Vor allem bei so einer Notlage. In Österreich sind die da sehr zuvorkommend.
more (11:44 AM) :
In Salzburg ist die Jugendherberge sehr gepflegt und schön.
Nautilus (11:44 AM) :
Ja, das hab ich schon mitbekommen, die sind um Welten besser als in Deutschland
more (11:44 AM) :
stimmt...
Nautilus (11:45 AM) :
HRS hab ich grad 47 Euro
more (11:45 AM) :
Ruf dort mal an, ich glaube wir haben damals 30 Euro gezahlt.
Nautilus (11:46 AM) :
Alex schreit, ich komm gleich wieder
more (11:46 AM) :
bis dann... *kuss*




geschrieben von: more

Ein Tag am See…

Freitag Abend, nervös blickte ich immer wieder hinaus zum Fenster… Regen… Nass und kalt war es schon die ganze Woche. Ich sah den schönen Tag am See in Gefahr. Der Freitag war wirklich nicht sehr schön. Meine Bewertung stand an und ich bin mir sicher, meine Mentorinnen haben kein gutes Haar an mir gelassen. Das hat man nun davon. Zuviel Engagement… auch nicht gut.
Samstag. morgens Regen, mittags kalt, nachmittags Regen.
Sonntag. Der Blick geht erst mal aus dem Fenster. Total verschlafen. Ich hatte einen aufregenden und verwirrenden Traum. Das Telefon klingelt immer dann, wann es nicht soll. Ich fühl mich als hätte man mir einen nassen Sack ins Genick geschlagen…
Aber dann… Sonne!
Man geht wie auf Wolken wenn der Himmel gnädig ist. Sonne… 26 °C waren es schon auf der Autofahrt… Ich träume von Pferden. Ich lasse den Blick über die Felder schweifen und male mir eine rosige Zukunft aus. Die Stecke ist lang. Zeit genug für rosige Träume… Viel Zeit für das eigene Kopfkino bei 25,5 °C und leichter Bewölkung. Seit Wochen träume ich mal wieder am helllichten Tag.

Nur wenige Autos stehen auf den Parkplatz… Eintritt kostet es heute auch nicht. Die Wiesen sind fast leer. Leichter Wind… von Süd, da bin ich sicher… Träumerische Sommerwinde kommen immer von Süden, auch wenn ich keine Ahnung von Himmelsrichtungen habe. Es ist bis auf unser Lachen still… Und über uns rascheln die Blätter im Wind…

Küsse und liebevolle Umarmungen wie ein duftiges Dessert. Ich fühle mich wie Sommer, betäubt von der Luft und der Liebe guter Freunde.

Hitze auf der Badeinsel. Sonne brennt auf meine Schulter. Nachts werde ich merken, wie heiß und gnadenlos die Sonne brannte… Sicher 27°C… Aber der Sommerwind streichelt uns und wir erahnen die Kraft der Sonne kaum. Kichern und Lachen auf unserer Insel. Der Geruch von Holzplanken und das leise schlagen der Wellen. Wolkenloser Himmel und warme Haut die nach Sommer riecht. Wind streichelt meine ausgebleichten Stähnen.

Leinen los, wir haben Hunger. Kleines Picknick… Ein Spiel und keine Konkurrenz… „Hallo, du bist dran!“… Mein Blick gleitet über den See. Die Nachbarn unterhalten sich lautstark über Unsinn… Es haben doch noch ein paar Menschen mehr an den See gefunden. Spielen auf der Wiese. Es gibt soviel zu entdecken.

Nochmal ins Wasser… Pommes schmecken erst wenn man genügend Wasser unfreiwillig geschluckt hat. Ich liege auf dem Rücken und beobachte die Blätter über mir und die Wolken die wie Zuckerwatte aussehen…

Irgendwann ist es spät geworden in unserem kleinen Paradies. Warum vergehen solche Tage viel zu schnell? Im Bett werde ich schmerzhaft daran erinnert.… An unseren wundervollen Tag am See mit wundervollen Menschen, die ich sehr liebe.



geschrieben von: more

Die perfekte Liebe?

Liebe A. ich seh dir an, wie traurig du bist. Und ich habe wirklich keine Ahnung wie ich dir helfen soll.

Jeden Tag siehst du trauriger und erschlagener aus. Anfangs habe ich noch versucht dir Ratschläge zu geben, aber ich glaube mein einziger Rat, den ich dir noch geben könnte wäre: Lass es sein, ihr werdet nie wieder glücklich werden...
Aber ich kann es einfach nicht aussprechen. Ich könnte dir nicht so ein Todesurteil präsentieren, wenn du doch immer meinen Reden glaubst, meinem Versprechen: alles wir gut...

Ich habe damals gesagt, A. es gibt in jeder Liebe eine Zeit, in der sich die anfänglichen Wogen glätten. Warte ab. Entspann dich. Versuche es doch nicht zu erzwingen oder in Panik zu verfallen. Aber irgendwann gingen mir die Worte aus.

Als du mir gesagt hast, dass du mit S. seit Monaten nicht mehr schläfst haben wir Pläne geschmiedet wie du ihn verführen könntest. Aber irgendwann hast du mir gestanden, dass du keine Regung für ihn verspürst. Letzte Woche hast du gesagt, du hast die Pille abgesetzt. Wozu Hormone schlucken für was?

Langsam trägst du deine Liebe zu Grabe. Warum werde ich das Gefühl nicht los versagt zu haben? Vielleicht weil du mich immer ansiehst wie ein Vorbild? Vier Jahre glücklich, noch immer ein Strahlen auf dem Gesicht wenn ich von ihm spreche. Weil du immer zu den falschen Momenten anrufst am Wochenende, und diese für deinen Geschmack zu häufig sind. Weil wir im Restaurant unbewußt zarte Berührugen austauschen, die du mit einem schmerzvollen Blick registrierst...

Liebe A. ich weiß nicht was die perfekte Liebe ausmacht. Und ich kann dir nicht helfen. Du quälst dich mit einem Mann durch den Alltag den du nicht mehr liebst als einen Bruder. Du sprichst davon, dass ein Milchkaffee mit mir, dir mehr Vergnügen bereitet als zusammen mit ihm eine Wohnung zu teilen.

Es ist hart eine Liebe so ganz langsam vor die Hunde gehen zu sehen. Warum es micht so betrifft kann ich nicht sagen. Weil es keinen großen Knall gibt sondern ausdörrt wie eine Pflanze die nicht mehr gegossen wird. Und vielleicht desswegen, weil es mir Angst macht... Weil mich sowas vielleicht auch ereilen könnte.

Liebe A. finde einen Weg, raus aus der Stille und der Kälte.



geschrieben von: more

Ein Stellenangebot...

Meine Gefühle sind manchmal wie kleine Kinder, sie freuen sich, sie fürchten sich. Meist vor irgendwelchen Schatten die ihnen ja garnichts anhaben können. Verkriechen sich unter der Decke, ob des Monsters unterm Bett, das garnicht da ist...
Gestern, du sagst, du hast mir einen Link geschickt. Ein Stellenangebot, aber einfache Strecke 70 km... Eine Dienstwohnung kann gestellt werden. Augenblicklich krampft mein Herz. Der Gedanke wieder alleine irgendwo in der Pampa zu sitzen, nur für die Arbeit, so weit weg von dir... Unerträglich.
Du sagst, wir könnten ja irgendwann nach einem halben Jahr dort hin ziehen... Schon wieder umziehen?
Bis dato hatte ich den Link noch nichtmal gesehen, und schon wächst dunkle Panik in mir.
Wir liegen im Bett und meine Gedanken kreisen nur um dieses Stellenangebot. Es ist, als hätte ich Lokalverbot in der eigenen Wohnung... Ich werde mir plötzlich wieder bewußt wie warm deine Haut ist, und dass ich sie ja dann lange nicht mehr spüren könnte... ´Nur noch am Wochenende... Tränen steigen in mir auf. Ich will nicht weg von dir! Ich kuschle mich fest an dich, auf dass mich keine Macht von dir losreißen kann... Du lächelst und verstehst nichts... Aber das ist jetzt auch egal... Ich schiebe den Gedanken weit weg. Am schönsten wäre es nah bei dir zu sein... Immer! Nie wieder alleine. Schon die Vorstellung schreckt mich.

Am nächsten Morgen erwacht die Vernunft in mir. Mit klopfenden Herz wähle ich die Nummer. Nächste Woche soll ich mich nochmal melden, die Dame die die Anzeige aufgab ist (wie sollte es anders sein?) diese Woche in Urlaub.

Die Warheit ist doch, ich habe vermutlich sowieso keine Chance unter der Masse von Bewerbern. Und daher auch keinen Grund Angst zu haben. Manchmal sind meine Gefühle wie kleine Kinder... schreckhaft und selten erwachsen und nüchtern.



geschrieben von: more

We were strangers, Starting out on a journey.
Never dreaming what we'd have to go through.
Now here we are. I'm suddenly standing at the begining with you.

No one told me I was going to find you. Unexpected what you
did to my heart. When I lost hope you were there to remind me.
This is the start.

And life is a road and I wanna to keep going,
love is a river I wanna keep flowing,
life is a road Now and forever.
Wonderful journey.

I'll be there when the world stops turning,
I'll be there when the storm is through,
In the end I wanna be standing.
At the beginning with you.

We were strangers on a crazy adventure.
Never dreaming how are our dreams will come true.
Now here we stand Unafraid of the future.
At the begining with you.

And life is a road and I wanna to keep going,
love is a river I wanna keep flowing,
life is a road Now and forever.
Wonderful journey.

I'll be there when the world stops turning,
I'll be there when the storm is through,
In the end I wanna be standing.
At the beginning with you.

Knew there was somebody somewhere.
Like me alone in the dark. Now I know my
dream will live on. I've been waiting so long.
Nothing's gonna tear us apart.

And life is a road and I wanna keep going,
Love is a river and I want to keep flowing,
Life is a road now and forever.
Wonderful journey.

I'll be there when the world stops turning,
I'll be there when the storm is through,
In the end I wanna be standing.
At the beginning with you.

And life is a road and I wanna keep going,
Love is a river and I want to keep flowing,
life is a road now and forever.
Starting out on a journey!
Life is a road and I wanna keep going,
Love is a river and I want to keep going,
In the end I wanna to be standing at the begining........With you.
Richard Marx (Anastasia Soundtrack)

Kaum ein Lied welches so bezeichnend ist für uns... Sicherlich treffend auf so gut wie jede Beziehung. Aber irgendwie... anders. Wenn ich mich zurückbesinne an die Momente in denen du für mich stark sein musstest, weil meine Vergangenheit mich einholte. Quälende Alpträume mich quälten, oder ich dich stützen musste. Immer kam es mir vor als wären wir auf einem Weg. Hart, steinig... Wir wurden Kiesel, glatt und wir haben viel Substanz auf diesem Weg verloren. Die ein oder andere Ecke wurde abgeschliffen, ähnelten einander immer mehr.

Und gerade in letzter Zeit habe ich das Gefühl die Situationen häufen sich, in denen wir im selben Augenblick das Gleiche sagen, wünschen, erwarten.

Es ist ein Wunder dabei zuzusehen wie wir aneinander wachsen, wir wir uns gegenseitig geheilt haben. Ich hoffe der Weg ist noch lang, und weiterhin so schön... Trotzdem weiß ich, selbst ein Regenguss oder ein Felsbrocken der einen Umweg nötig macht wird uns nichts anhaben... Wir sind beide stark aneinander geworden... Ich liebe dich, denn mehr als je zuvor bist du ein Teil von mir geworden... Und ich von dir.



geschrieben von: more

Kein Wort mehr... Bitte!

Schon wieder... Schon wieder! Nein, nicht schon wieder... Die Tränen steigen mir in die Augen. Bitte, sag jetzt nichts mehr, sonst gehe ich! Ich stehe auf, ich gehe... Aus diesem Zimmer... Ich hasse mich für das, was ich nicht geschafft habe. Und ich hasse dich, dafür, dass du es vermeintlich leichter hattest als ich. Ungerecht! Ungerecht!
Du willst mir nur helfen... Ach komm, sei still, du weißt doch garnicht wie es mir geht... Wenn ich das nicht mal selber weiß. Unzufrieden, immer unzufrieden zu sein... Immer minderwertig. Ich weiß schon lange, daß das Problem in mir begraben ist, weil ich immer meine, ich müsste mehr können, mehr leisten und weil ich süchtig nach Anerkennung bin, weil ich meine ich würde nicht anerkannt. Blödsinn! Blödsinn... Ich bin so dumm. Aber ich kann nicht aus meiner Haut. Alles was ich will ist Anerkennung. Ich will, angesehen sein... Wie ärmlich... Wie armseelig! Was bin ich für ein armseeliges Würstchen...
Ich will ausgefüllt sein... Aber ich bin nie ausgefüllt. Ich gönne mir keine Zeit, ich bin umsteht und hetze durch mein Leben.
Du sagst, Ausreden. Und ich würde dir am liebsten den Hals umdrehen. Klar, mir liegt nicht die Welt zu Füßen wie dir...

Schon wieder steigen die Tränen in mir hoch, und es ist nur Wut auf mich selbst. Bescheiden, bescheiden war ich noch nie. Ich wollte immer mehr, mehr, mehr! Immer wenn ich eine Etappe geschafft habe, wollte ich weiter, weiter, weiter... Und jetzt? Grenze. Hier geht es nicht weiter... Ich kann es nicht akzeptieren.

Ich hasse dich, und wage es ja nicht mich anzufassen. Berühr mich nicht, sonst bricht der Vulkan aus.
Nächte, ich hasse die Nächte, weil dann alle meine Komplexe über mich hereinbrechen. Manchmal denke ich, ich brauche Hilfe, ich brauche jemand, der die Komplexe aus mir herausprügelt. Hilfe... Oh bitte!

Da kommt jemand, der mir sagt, komm wieder... Wir brauchen dich, deine Arbeit war so gut... Die Kollegen sagen, du hättest nie gehen sollen, die Abteilungsleiterin sagt: Das war noch Teamwork als Frau S. da war... Ich sage, Jaana, ich kann das nicht... Das ist keine gute Arbeit. Menschen, denen ich sage, was ich arbeite, verziehen angewidert das Gesicht, Jaana, ich halte das nicht aus... Ich muss nützlich sein! Ich will helfen! Meine Minderwertigkeitskomplexe bringen mich noch um...

Ich habe kein Abitur, und jeden Tag dröhnt das in meinem Kopf... Du hast kein Abitur, du hast kein Abitur, du bist schlecht, du bist dumm, du warst faul... Du hättest etwas werden können... Sie dich an, du bist nichts, nutzlos, du wirst nie etwas... Du bist einfach nur lästig... Lästig! Tränen... Wie wird man im Leben mit sowas fertig? Egal wie ich es drehe und wende, ich steh vor dieser Tür, die sich für mich niemals öffnen wird. Dahinter der Eliteclub mit Studenten, Akademikern und Gutverdienern... Ich sitze da und alle meine damaligen Freunde, die mit mir waren sind vergessen... Mein jetziger Freundeskreis besteht nur aus Hochschulabsolventen oder kurz vor dem Studium Stehenden...

Das ist doch total verrückt! Wie kann man sich nur selbst so niedrig machen. Ich habe damals meinen Techniker mit 1,9 und 2,1 abgeschlossen. Und bin immer noch unglücklich. Ich habe alles was ich will... Alles... Nur keinen angesehen und guten Job.

Wecker klingelt, und die Sonne macht wieder alles heile... Ich schmiege mich zärtlich an dich... Ich spüre wie du dich freust, dass ich wieder versöhnt bin... Bis zur nächsten Nacht, wo die Dunkelheit alle anderen Sinneswahrnehmungen dämpft und mein Zorn, meine Hilflosigkeit und Wut wieder Oberhand gewinnen...

Ich habe Angst vor dem zu Bett gehen...



geschrieben von: more

There's something out there, I can't resist
I need to hide away from the pain
There's something out there, I can't resist

The sweetest song is silence
That I've ever heard
Funny how your feet in dreams
Never touch the earth
In a wood full of princes
Freedom is a kiss
But the prince hides his face
From dreams in the mist

These dreams go on when I close my eyes
Every second of the night, I live another life
These dreams that sleep when it's cold outside
Every moment I'm awake, the further I'm away.

Heart-These Dreams

Besser...

Viel besser... Augen zu... Spannung fällt ab.
Hey... Ich habe dir was mitgebracht, denn Reue überzieht mein Herz. Ich bin traurig wenn ich daran denke was ich gesagt habe. Ich hab den Augenaufschlag gut drauf, aber diesmal ist er wirklich rein und voller Reue. Du bist bewegt, weil du mich kennst und weißt wie schwer mir ein Wort der Entschuldigung über die Lippen kommt. Ich drück dir die Schokolade in die Hand... Und du sagt "Na, ich war auch nicht wirklich zartfühlend." Ok, dann können wir ja teilen... Lächeln... Kuss... Schön ists wenn jemand da ist, der verzeiht.
Der Abend verläuft ruhig... Sehr entspannt. Es ist nicht so, als wäre es an anderen Tagen extrem anders. Aber die Ruhe kommt aus mir.
Ist doch Zeit, soviel Zeit. Und ich wusste ja schon vor einem halben Jahr knapp, was auf mich zukommt. Also, nur die Ruhe... Keine Panik. Wer nicht warten kann, der bekommt nur das was auf dem Weg liegt, gelangt aber nicht zum Ziel. Der Weg ist nicht das Ziel. Das Ziel liegt ferner. Man sollte warten können.

Nachts kommen wieder die bösen Geister. Ich kann sie mir ganz gut vom Leibe halten. Ein kurzer Sieg. Morgen sehen wir weiter



geschrieben von: more

die Vergangenheit - die Gegenwart - die Zukunft

Hier erzähle ich drei Geschichten, manch Einer vermag sich wiederzuerkennen, eine Geschichte handelt von mir... Aber alle sind real und miteinander auf geheimnissvolle Weise verwoben... Doch nicht jedes Wort ist wahr, und manches ist nur Vermutung... Auch die Namen sind nur Zeichen um die Sicht auf das Wesentliche nicht zu irritieren...

Miriam sah auf den blinkenden Computerbildschirm und danach auf die Uhr... Bald... Bald halb zehn... Sie machte den Computer aus, und danach stellte sie Kerzen auf. Sie zog die Vorhänge zu. Um die Jahreszeit war es noch hell und sie wollte nicht, dass Taglicht ihre kleine Welt störte. Sie ging noch ein letztes Mal durch die Wohnung und stellte sich vor den Spiegel. Sie schloss die Augen, nur soweit, dass sie sich selbst noch sehen konnte. Leicht öffnete sie die Lippen. Sie war er... Sie konnte sich sehen, so wie er sie sehen sollte... Und doch nicht sehen konnte. Sie wollte sein Auge sein. Sie atmete ein, und aus... Die Atemzüge wurden tiefer und kehliger... Sie hielt sich am Waschbecken fest, stellte sich auf die Zehenspitzen um die Spannung in ihrem Körper zu fühlen... Sie war sein Ohr... Und sein Auge... Ihre Hände umfassten ihre Taille.... Sie war seine Hand, die die Spannung in ihrem Körper fühlte... Auge, Ohr, Hände... Miriam löste die Spannung... Sie führte ihren Unterarm zu ihren Lippen... Zärtlich küsste sie ihren Unterarm... Lies die Zungenspitze darüberfahren... Sie schmeckte für ihn... Auge, Ohr, Hände, Zunge...
Albern, dachte sie bei sich... Gut, dass ich die Vorhänge zugezogen habe, sonst sieht noch jemand, was ich hier für Faxen veranstalte... Miriam warf noch einen Blick in den Spiegel, flirtete ihm zu, warf kess die Haare über die Schulter, und lächelte in sich hinein...
Sie ging wieder Richtung Schlafzimmer... Sie verharrte einen Moment am Türstock, welcher sich in einem der Fenster wiederspiegelte. Sie betrachtete ihr Figur... Nunja... So allein... Sie drückte den Rücken durch... Reckelte sich ein wenig... Schloss die Augen und vollführte ein kleines Tänzchen für ihr Spiegelbild... "Für dich... Deine Augen, die mich nicht sehen können... Aber bald..."
Das Telefon klingelte, pünktlich wie immer... Miriam sank aufs Bett und schnappte sich den Hörer... Sehnsucht... Stimme... Die Neuigkeiten des Tages wurden ausgetauscht... Nicht viel... Atmen... Die Stimme am anderen Ende wurde leiser immer leiser... Bist du noch da? Ja... ich bin... Mehr als du glaubst... Stille.... Ist es nicht überwältigend? Kann es ein Gefühl geben, weit schon über das vernüftige Maß hinaus? Sehnsucht... sprengt Ketten... Der Schmerz in ihr... Sie fragte sich immer wieder, wie sie nur die Tage überstehen konnte... Wie nur? Später würde sie drüber lachen, nach vielen Jahren... Aber der Blick würde für immer verklärt bleiben... Denn dieses Gefühl... Erleben nur wenige...

Ein tiefes Gefühl von Zufriedenheit breitete sich in Miriam aus. Sie war satt, es war warm... Sie war müde... müde... David hielt sie im Arm... Auf der Couch gegenüber saßen ihre Freunde... Händchenhaltend und schauten immer wieder hinüber zu ihnen, mit einem Anflug von Lächeln. Miriam schob die Hand unter Davids Pullover der sofort ihre kalte Hand packte und wieder an die vorherige Stelle zurücklegte...
"Es war schön, mit einem frisch verliebten Pärchen zusammen zu sein... Das führt einem einiges vor Augen, die Vergangenheit. Wobei... Ich denke, wir waren verschossener... " Sie schmückten den Abend mit Anekdoten aus ihrer Vergangenheit aus, was beim anderen Paar für Belustigung und... Bewunderung sorgte... So lange ein Paar... Und noch immer so verliebt? "Ja. Ist das so ungewöhnlich? Wir hatten ja ziemlich zu kämpfen. Aber wenn man sich liebt, wahrhaftig liebt, gelingt alles. Denn irgendwann wird nichts mehr so wichtig. Kein Job, keine Familie... Man wird eins... Ich wünsche euch das auch!"
Unsichere Blicke, dann nicken. Miriam musste irgendwann halb eingenickt sein... Die Gäste verliesen sie und David schob sie sachte hinüber ins gemeinsame Schlafzimmer... Gemeinsam. Schönes Wort. Wenn man bedenkt... Die gemeinsame Welt hatte vor 4 1/2 Jahren nur aus einem Glasfaserkabel bestanden...

"Miriam, es ist aus. Wir lassen uns scheiden." Warum blos überraschte Miriam diese Nachricht ihrer Kollegin nicht. "Wenn du Hilfe brauchst..." Das Telefonat war kurz. Miriam setzte sich an den Küchentisch und starrte aus dem Fenster. Schon wieder... Sie dachte darüber nach. Es war vorprogrammiert. Die Hochzeit war damals nur ein weiterer Aufschub gegen das Ende. Als würde man einen sterbenden Patienten wieder an die Geräte anschließen. Alle Zeichen standen auf rot, und trotzdem... Lange saß sie da... So lange bis sie den Schlüssel im Schloss hörte und David nach Hause kam....
Sie lief ihm entgegen, umarmte ihn und flüsterte ihm ins Ohr... "Alle Zeichen stehen auf grün, wir haben Rückenwind... Aber wir müssen uns festhalten...", "Halten wir uns nicht immer fest?", war Davids Antwort... Er drückte sie fest an sich und küsste ihre Stirn...



geschrieben von: more

verlieb dich bloß nicht in mich...

Kleines Spiel mit dem Feuer, ein wahrer Hochgenuss. Ich sitz hier und weiß eines ganz genau... Ein paar wohltrainierte Sätze und ich hab dich...
Nichts könnte schöner sein als das Gefühl die Macht über Worte und Sätze zu haben die dir die Haut von den Knochen zieht...
Ich bin Egoist. Ich habe dich gewarnt... Dein Genuss ist mein Genuss... Und das wahrhaft schändliche daran ist... Ich genieße es noch viel mehr als du.
Ich kann die Augen schließen und versuchen mich in dich hineinzuversetzen... Oh Cherry, ich kenn dich nicht... Das will ich auch garnicht. Du bist nur eine Projektionsfläche für mein eigenes großes Kino.
Ich webe dich in Worte ein, bis du meinst zu fliegen... Ich kann es sehen... Deine korrekte Schreibweise wird flatterig...
Kann das Sünde sein? Die Antwort lautet ja... Ich will mehr... Und nehm mir das auch. Ein kleiner Luxus nur, und genieße den Trip, denn ich hab das Handwerk von der Pieke auf gelernt...
Du bist in das Netz der Spinne mit den flinken Fingern gegangen, dabei hatte ich solange auf der Lauer gelegen, dass ich schon müde wurde.
Aber das heute war nur das Foyer, warte bis du das große Kino siehst.
Du sagst du bist gefährlich? Ach Cherry... Mach dich nicht lächerlich. Denn ich bin durchtrieben. Ich kann sogar deine Worte steueren. Ich kann dir geschickt Worte aus den Fingern locken... Zarte Worte... Sachte wie Satinbänder auf deiner Haut. Sowas hättest du noch nicht erlebt? Cherry, wie auch?
Manchmal spüre ich Reue. Aber nur kurz. Ich lege immer die Karten auf den Tisch. Kann ich was dafür wenn du das nicht verstehst? Oder ist dein Verstand schon so vernebelt. Cherry, das ist eine ganz andere Art... Sowas kennst du noch nicht. Aber Cherry... Du machst die Reise nicht allein.
Was ich micht Worten kann, kann sonst keiner mit den Lippen... Lippenbekenntnisse...
Doch bei all dem Genuss darfst du einen Fehler niemals machen, verlieb dich bloß nicht in mich...



geschrieben von: more

Hinter diese Welt...

Was ich will...
Ich will dir etwas zeigen... eine kleine Reise in eine Welt machen, die du schon lange nicht mehr kennst. Du wirst verblüfft sein, was du kannst...
Ich verzauber dich - was willst du werden? Eisprinzessin? Nichts ist wichtig, und du merkst nicht, wie deine Welt verschwimmt...
Nur Mut, du brauchst nur springen... Ich geb dir meine Hand und dann.... Träum dich in was du willst... Ich sattel dir dein Pferd und bemal deine Welt in deinen Farben.
Schon lange weiß ich was du sein willst. Ich muss dich nicht fragen, denn jedes deiner Worte schreit heraus was du willst... Es gibt keinen Smalltalk... Du realisiert nicht, welche Geheimnisse du mir anvertraust. Doch ich bin eine gute Zuhörerin, denn ich brauche das alles um deine Welt zu kreieren.
Du musst dein irdisches Verlangen hinter dir lassen um in dem tiefen See zu schwimmern dessen Wasser unberechenbar und faszinierend sind. Ich bin nicht böse... Nenn mich Blender... Aber es ist keine Illusion, denn das alles ist Wirklichkeit in deinem Kopf. Das was dich so erschreckt ist, dass es da ist... schon immer da war und du es vergessen, ausgeblendet hast... Worte... Ich brauch nicht viel. Buchstaben die durch deine Augen zu Wörtern werden, Farben malen und dir Gefühle zaubern... Du kannst soviel... Hör auf deinen Körper... Du bist eine Harfe... Sing für mich...
Ich bin da. Ich erfüll dir deine Wünsche, wenn du nur aufhörst an dem irrigen Glauben festzuhalten, dass es die Wahrheit nur von Angesicht zu Angesicht gibt.



geschrieben von: more

Ich mag dich wirklich sehr... Ich bin heute morgen aufgewacht, und wie erwartet warst du nicht da... Ich hab mich nochmal umgedreht, weil ich dachte, es wären deine Geräusche die vom Flur aus zu mir dringen.
Aber in Wirklichkeit waren es nur die Katzen die wieder vergeblich versuchten in den Futtersack zu kriechen.
Ich schnapp mir Hose und Top und quäle mich aus dem herrlich warmen Bett und weg von dem wunderbar-verrückten Traum den ich heute Nacht hatte. Träume halten mich meist lange in der Hand... Und dementsprechend verpennt bin ich dann ins Bad... Als könnte ich den Traum noch etwas festhalten. Aber das ist vergebliche Liebesmüh...
In der Sonne auf einem Ratanstuhl räkelt sich verträumt ein schwarzes Fellknäuel und heult mich herzerweichend an... Meine Hand fährt durch wuschelige, sonnenerwärmte Haare... Leises Schnurren.
Mein Blick fällt auf den Parkplatz vor der Tür, ein Stockwerk tiefer. Die Sonne strahlt und trotzdem streift frischer Wird durch das Fliegengitter am geöffneten Fenster.
Ich reib mir nochmal den Traum aus den Augen und lehne mich an den warmen Stein der Fensterbank.
Schon kommst du nach Hause, und automatisch schweift dein Blick hoch zum Fenster... Weißt du genau ob ich da stehe, oder blickst du immer zu mir hoch?
Du wirst mir eine Kusshand zu und ich küsse zurück. Ich mag es dich anzusehen, den seit wir zusammen sind wirst du immer schöner.
Kurze Zeit später bist du bei mir... Ich rieche den Lachs aus der Tüte. Ich rieche die frischen Brötchen. Ich fall dir um den Hals und lege meine Wange an dein sonnenwarmes Shirt. Ich atme den Duft deiner warmen Haut ein... Ach es ist so wundervoll. Ich lege gerne meinen Kopf an deinen Hals, ich mag deine warme Haut... Ich liebe das Gefühl wenn meine Lippe über die kurzen Härchen deines Haaransatzes streichen, auch wenn das dich unendlich kitzelt.
Es ist schön dich bei mir zu haben. Jeden Tag. Jede Minute. Ich mag dich wirklich sehr...



geschrieben von: more

Dein Glück ist die Summe richtiger Entscheidungen?
Es ist vielleicht nicht so schön es zu hören. Aber jeder Tag verlangt Entscheidungen von dir. Niemand kannst du die Schuld an deinem Schicksal geben, außer deinen eigenen Entscheidungen. Dieser Satz stammt von meinem Vater. Ich kau´ ihn seit langem durch.
Es wäre schön, wenn ich mein Scheitern jemanden in die Schuhe schieben könnte - weg von mir. Aber er hat Recht. Er hat diese Sätze zwar nicht zu mir gesagt, sondern meine Schwester gemeint. Aber wir sind alle für unseren Lebensweg selbstverantwortlich.
Selbst mein Vater musste diese bittere Medizin in seinem Leben schlucken. Er konnte wiederum seinem Vater nicht die Schuld an seinem verkorkstem Leben geben.
Ein Psychater hatte einmal zu meinem Vater gesagt, als dieser sich über das böse Schicksal und seinen noch böseren Vater beklagte, der im den Berufsweg verbaut hatte. Sie hatten sich doch für die Lehre als Elektriker entschieden. Sie hätten auch nein sagen können.
Jeder Tag beginnt mit einer Entscheidung. Ich hätte heute morgen auch liegenbleiben können.
Ich hätte damals länger nach eine Lehrstelle suchen können, und nicht auf die Hauswirtschaftsschule gehen können.
Ich hätte damals von zu Hause weglaufen können, als mich mein Stiefvater immer wieder und wieder misshandelt hatte. Ich hätte zum Jugendamt gehen können, ich wusste das es falsch und böse war, was er mir antat.
Ich hätte die Hotelfachlehre durchziehen können. Ich hätte Frau Wolpert im Kloster Schöntal bitten können, mich zu übernehmen. Ich hätte in Ettlingen der Frau Fritsche sagen können, dass sie das mit mir nicht machen kann...
Ich hätte damals zur Frau Haiß sagen können, dass ich nicht nach Pforzheim an die Schule will, sondern nach Bruchsal oder Bretten oder Stuttgart.
All das waren falsche Entscheidungen von mir. Und ich hätte tausend Alternativen gehabt...
Es gab in meinem Leben aber auch viele richtige Entscheidungen.
Es war gut, nach Ahornberg zu gehen.
Es war richtig das Berufspraktikum in Schöntal zu machen.
Es war mutig für einen Mann alles hinter mir abzubrechen, aber auch diese Entscheidung war richtig.

Niemand hat keine Wahl. Es ist nur sehr schwer sich einzugestehen den falschen Weg gewählt zu haben. Und sei es nur die Entscheidung darüber einen falschen Satz zu sagen.

Es ist falsch jemanden etwas aufzurechnen. Ich habe aber dieses und jenes für dich getan. Es war meine freiwillige Entscheidung. Ich hätte anders handeln können. Und niemand kann meine Entscheidung rückgängig machen. Ich muss mit den Konsequenzen leben. Und alles was ich daraus lernen kann ist, beim nächsten Mal meine Alternativen genauer gegeneinander abzuwägen. Ich stehe hier alleine, und es gibt kein Schicksal. Dein Glück ist die Summe richtiger Entscheidungen.



geschrieben von: more

Ich weiß... Du liest es vielleicht nicht gleich. Und ich bin auch etwas betrunken im Moment. Aber ich wollte dir sagen, ich liebe dich so sehr wie der Himmel weit, der Ozean tief und die Sterne unzählig sind.
Gerade haben wir wieder einmal einen wundervollen Moment genossen, den wir weiter aufnehmen können in unsere Sammlung. Du hast mich geküsst, gespeist und mit mir gelacht. Mein Kopf fühlt sich unheimlich schwer an, nachdem ich mit dir eine Flasche Wein getrunken habe. Aber du weißt wie ehrlich meine Worte sind.
Ich wünsche mir ein paar Worte von dir... hier... edit



geschrieben von: Zombie

Liebe besteht nicht darin, dass man einander anschaut,
sondern dass man gemeinsam in dieselbe Richtung blickt.
(Antoine de Saint-Exupery)


Genau das ist es, was wie heute abend geniessen konnten. Ein gemeinsamer Blick in eine gemeinsame Richtung. Blauer Himmel über uns und trotz einem drohenden Gewitter sind wir guter Dinge.
Ein wundervoller Moment den es zu behalten gilt und den ich immer wieder wiederholen möchte. Denn in den Augenblicken, in denen wir gemeinsam unseren Blick in die Ferne schweifen lassen, lachen, uns berühren und küssen, spüre ich besonders wie stark meine Liebe zu dir ist.



geschrieben von: more

... Dränglerin.

Es tut mir leid, und andererseits auch wieder nicht. Als ich heute morgen aufstand und ins Büro ging, warst du nicht da. Aber dein Outlook stand sperrangelweit offen. Und ich wollte dem Bildschirm auch kaum einen Blick würdigen. Aber meine Augen waren zu schnell. Da stand er, dieser verhasste Name... Sie hat dir geschrieben und dir auch endlich gestanden, dass sie in dich verliebt ist.
Ich habe es gewusst, die ganze Zeit. Ich war eifersüchtig und du hast mich beschwichtigt. Irgendwann hast du garnicht mehr über sie geredet... Und jetzt das!
Ich fühl mich wie von einem Stromschlag getroffen. Sie drängt sich zwischen uns wie ein böses Gift.. Langsam und schleichend...



geschrieben von: more

Hühner...

Ich liebe es im Wildpark die Hühner zu beobachten. Ich könnte mich stundenlang an den Zaun stellen und zusehen wie sie sich verhalten. Hühner sind ganz und gar sehr faszinierende Tiere. Sie haben ein sehr ausgeprägtes Sozialverhalten. Selbst Hühner verschiedenster Rassen verstehen sich prächtig. Hühner sind in der Regel sehr friedliebende Tiere. Hühner sind sogar so zahm, dass man sie streicheln kann.
Ich beobachtete gestern ein Perlhuhn dass sich einen Platz zum Sandbaden suchte. Eine Truthahnhenne war ihr stets auf den Fersen. Sie vermutete, dass wo auch das Perlhuhn sich aufhält Futter zu finden sei. Irgendwann hatte das Perlhuhn das große plumpe Tier abgeschüttelt und sich genüsslich in einer Sandkuhle gebadet.
Ein anderes Huhn lag wie fast tot auf dem Boden und hatte die Hinterbeine von sich gestreckt.
Wir wollten heute Abend noch auf einem Biohof einkaufen. Dort liefen einige Hühner frei herum. Ein Huhn war besonders neugierig und lief mir ständig hinterher. Ich versuchte es zu streicheln, das Huhn wollte das aber nicht. Es hüpfte ein paar Schritte außer meiner Reichweite, kam jedoch gleich wieder zurück um mich neugierig zu beäugen.
Du hast gelacht und gesagt, die Tiere wissen eben immer sofort ob sie einen Tierfreund vor sich haben oder nicht.

Ich wünsch mir einmal ein Haus mit einem großen Garten und Hühner... Die dann durch meinen Garten laufen, scharren und picken. Und meine Hühner sollen zahm sein, so dass ich sie anfassen kann. Ich möchte gerne solche puscheligen Kugelhühner. Oder die Sorte die grüne Eier legt. Vielleicht auch ein Perlhuhn.

Hühner sind toll, ich liebe Hühner!

http://www.hallo-landwirtschaft.de/bilder_01.02.06/huehner_haehne.jpg
www.hallo-landwirt.de



geschrieben von: more

Roxy ist tod.

http://www.zenway.de/Kerze%20hochkant%20ridotto.JPG

Einschlafen dürfen, wenn man müde ist, und eine Last fallen lassen dürfen, die man lange getragen hat, das ist eine köstliche, eine wunderbare Sache.

Zitat von Hermann Hesse



geschrieben von: more

Will nicht schlafen... Ich spüre Schmerz. Der Körperliche, der den inneren überschreit.
Warum kann ich nicht weinen? Ich war nahe dran... Warum bin ich so gefasst? Bin das ich?
Ich will nicht ins Bett. Ich weiß nicht, ob ich schon losgelassen habe vor viel zu langer Zeit.
Ich möchte mich wiegen, so wie ich es in den Bildern immer sehe, wenn Frauen trauern.
Früher habe ich mich immer gewogen, wenn ich Schmerzen hatte. Ein beruhigendes Gefühl. Vielleicht kann ich es noch nicht fassen.
Ich fühle mich krank.
Liebste Freundin, vielleicht kann ich morgen loslassen. Vielleicht bricht es über mich herein. Ich schmiege mich an dich und du hälst mich fest, wie nur eine Freundin es kann. Wir sind uns so nah. Unsere Seelen. Wir wissen was wir aneinander haben und wann wir Worte des Trostes brauchen.
Ein Mann liebt dich und ist für dich da. Aber in manchen Situationen braucht man eine Freundin, die einen in die Arme schließt und die nur zuhört.
Es ist schwer wenn man verlassen wird. Aber noch schwerer ist es, wenn man von etwas verlassen wird, was man schon seit Jahren hergegeben hat. Wenn es keine Chance gab nochmal die Hand über das Fell gleiten zu lassen, in diese braunen Augen zu sehen und den kleinen Kopf im Schoß zu bergen.
Sie hatte mich so viele Jahre begleitet. Sie war mein Anker in der größten Not. Sie war da als niemand mehr da war. Sie hat mich abgehalten etwas ... . Sie war mein Schutz und gleichzeitig meine größe Angst... Mein Schwachpunkt... Und jetzt sitze ich hier und kann nicht weinen. Es fühlt sich an als würde ich sie betrügen. Als würde ich ihr nicht geben, was sie verdient.
Sie verdient meine Tränen. Und ich schäme mich, dass ich nicht weinen kann.

Liebste Freundin... Ich möchte weinen. Wir werden morgen einen Wein aufmachen und eine Kerze anzünden und dann werde ich dir von ihr erzählen, Geschichten wie es damals war... Wie sie mich gerettet hat in meiner schweren Zeit... Und dann werde ich vielleicht weinen können... und du wirst mich wiegen in deinen Armen.



geschrieben von: more

Unaufhaltsam

Das eigene Wort,wer holt es zurück,
das lebendige
eben noch unausgesprochene
Wort?

Wo das Wort vorbeifliegt
verdorren die Gräser,
werden die Blätter gelb,
fällt Schnee.
Ein Vogel käme dir wieder.
Nicht dein Wort,
das eben noch ungesagte,
in deinen Mund.
Du schickst andere Worte
hinterdrein,
Worte mit bunten, weichen Federn.
Das Wort ist schneller,
das schwarze Wort.
Es kommt immer an,
er hört nicht auf,
anzukommen.

Besser ein Messer als ein Wort.
Ein Messer kann stumpf sein.
Ein Messer trifft oft
am Herzen vorbei.
Nicht das Wort.

Am Ende ist das Wort,
immer
am Ende
das Wort.

Hilde Domin


Warum dieses Gedicht jetzt? Ich weiß es ehrlich gesagt nicht. Als ich gerade an anderer Stelle Worte verschwinden sah, fiel es mir wieder ein. Mich hat dieses Gedicht stets bewegt. So sehr sogar, dass ich mein Eigen nennen wollte. Aber das ist natürlich nicht wahr. Was ich aber mein Eigen nennen kann, ist die Tatsache, dass ich versuche meine Worte mit bedacht und vorsicht zu wählen. Oftmals versuche ich Fragen oder Antworten sehr präzise zu formulieren.
Ich bin ein Mensch, der es nicht aushalten kann, die Gefühlsregungen eines anderen Menschen nicht zu kennen. Ich frage "wie fühlst du dich?", "Was hat das in dir ausgelöst?"... Ich will alles wissen und alles kennen. Um die Worte richtig wählen zu können.
Viel zu oft habe ich Dinge gesagt, die ich besser verschwiegen hätte. Aber sie sind nicht mehr rückgängig zu machen. Das gehört alles zu mir. Daraus kann man sich ein Bild machen. Man kann daraus lernen, vielleicht nicht die selben Fehler zu machen.
Wenn ich mir ab und an meine Beiträge durchlese habe ich das Gefühl mein Inneres viel zu sehr nach aussen zu kehren, und Dinge preiszugeben, die nunmal Mein sind und niemanden was angehen.
Aber bei näherer Betrachtung ist das nicht wahr. Denn eigentlich ist das nur die Reflexion dessen was ich bin. Und wie ein Spiegel an einer Wand zeigt das natürlich nur einen winzigen Ausschnitt. Ich bin ein Mensch voller Fehler. Und das zu erfahren ist sehr befreiend. Es entbindet mich von der Verantwortung perfekt zu sein.
Ich will weiterhin meine Worte mit bedacht wählen. Sicherlich gelingt es mir nicht immer. Ich bin sehr spontan und manchmal sehr emotional. Aber ich will versuchen meine Worte so stehen zu lassen.
Denn am Ende ist das Wort immer am Ende das Wort...



geschrieben von: more

Wie leicht, ach, gerät man doch zwischen die eine Angst, daß etwas passieren könnte, und die andere Angst, daß es nicht passieren könnte.
Kurt Marti

Du weißt wovon ich rede, und schon als ich das Zitat hier aufschrieb huschte wieder ein verschmitztes Lächeln über mein Gesicht. Ich bin gerne mutig mit den Worten, aber wenn es um Taten geht siegt meist die Angst über mich.
Schon immer habe ich mich um mich gesorgt. Habe jede Entscheidung abgewogen, damit mein Seelenheil auch ja keinen Kratzer abbekommt. Viel zu oft habe ich damit eine tolle Chance vertan. Meine Mutter mahnte mich früher immer mit den Worten: "an deiner Stelle würde ich es nicht tun." Das reichte meist für meine Einsicht. Es gab selten Strafe für mich als ich älter wurde. Ich wurde in meiner Kindheit sehr oft gestraft und daher reichte später dieser einfache Satz meiner Mutter um mir Angst vor den gegebenenfalls kommenden Konsequenzen zu machen. Später waren es nicht die Schläger oder Schelte meiner Eltern die mich zum Einhalten brachten, sondern eher meine Angst davor, dass sich etwas böses in mir ausbreitet. Etwas was meinen eigenen Wert senken könnte. Etwas was mich soweit bringt, mir nicht mehr in die Augen blicken zu können. Und vor allem etwas was ich hergeben könnte, was ich eigentlich nicht hergeben darf.

Andererseits bin ich auch davon überzeugt, dass mich meine Angst vor vielem bewahrt hat. Dass ich lieber tausendmal überlegt habe, bevor ich mich dazu entschlossen habe, doch noch den Kopf zu verlieren. Natürlich ist das nicht sehr spontan, und das bedauere ich auch zutiefst.
Du hast schon feststellen müssen, dass ich schwer verführbar bin. Ich lasse mich nur zu Dingen verführen, die ich selbst möchte, ja wo ich schon im Vorraus entschieden habe es zu wollen. Natürlich ist das keine Verführung mehr. Aber ich bin ein Kopfmensch. Alles muss analysiert werden. Vielleicht habe ich auch einen Kontrollzwang. Das einzig Erträgliche an der Sache ist, dass meine Phantasie meist schon ausreicht, damit ich sagen kann: Ich muss nicht vom Zehner springen, denn ich kann mir ganz gut vorstellen, wie es sein wird, durch die Luft zu segeln und mit lautem Platsch im Wasser zu landen.

Aber wir wollen es nun wagen und wahrscheinlich werde ich noch einen Tag vorher "nein" sagen, oder "verschieben wir es... bis... irgendwann". Ich hab ja dich, du hälst mich an der Hand, und mit viel Geduld begreife ich vielleicht auch, dass sich in meinem Herz nichts Böses und Schwarzes ausbreiten wird, was mich zum Monster macht.
Kleines Mädchen, du bist nun erwachsen... Schwer vorstellbar.
Ein Theoretiker ist ein Mensch, der mehr weiß als er kann... Und ich bin vielleicht ein Mensch mit großer Vorstellungskraft der mehr will als er sich traut...
Ich liebe dich, mein mutiger Abenteurer, ich bin froh mich an dir festhalten zu dürfen.



geschrieben von: more

ein Tanz...

Wenn ich die Augen fast schließe, so dass sich ein Tränenschleier über das tiefe Blau meiner Iris legt kann ich die Lichter auf dem Wasser tanzen sehen. Sie glitzern wie tausend Sterne, während du mit mir durch das Wasser schwebst. Das Wasser riecht nach Salz und irgendwie merkwürdig nach Orange oder Limone... Ich weiß es nicht, denn ich bin inzwischen matt und müde. Vielleicht spielen auch meine Sinne verrückt, nach dem Tag im Wasser. Dieses hat sich jetzt in ein tiefes Violett verfärbt und irgendwoher kommen sanfte mittelalterliche Klänge... Meine Arme knapp über der Wasseroberfläche strahlen die Farben des Lichts hell zurück, während sich alles um uns herum immer wieder in neuen Schattierungen zu verfärben scheint. Ich lege meinen Kopf an deine Schulter. Wir müssen aufpassen, dass wir die Anderen nicht anstoßen. Ich glaube mein Puls ist soweit gesunken, dass jede noch so kleine Störung mir unheimlich zu schaffen macht. Mir wäre es sowieso lieber, alle würden weg gehen. Gut, die anderen Paare dürfen bleiben, die ebenso wie wir durchs Wasser schweben, tief in sich versunken... Liebeszauber murmelnd. Ältere Menschen schauen uns zu. Sie dürfen ruhig schauen, wenn sie dabei nicht den Kopf schütteln. Ich frage mich, warum dieser Zirkus, wenn man nicht genau das beabsichtigt? Das Wasser ist wieder grün... Man hat das Gefühl am Meer zu sein, mit vielen Algen um einen herum. Farbtherapie... Fast gratis. Ich liebe es, wenn das Wasser pink und violett strahlt.... Wenn es rot wird, hat es etwas verruchtes... Ich glaube dieses unentwegte Schwanken werde ich noch im Bett spüren. Immer weiter, entgegen dem Uhrzeigersinn... Ich küss dich, du schmeckst auch merkwürdig nach Salz und Limone... Ich schau nach oben und kann das flimmern des Wassers an der Decke sehen, ich lehne mich zurück und hoffe jeden noch so köstlichen Augenblick einfangen zu können... Tanz durchs Wasser mit einer wohligen Trägheit... Ich fühle mich schwer und ruhig... Die Dunkelheit lullt mich ein, die sanfte Musik lullt mich ein... Ich wünschte ich könnte einschlafen, hier und jetzt in deinen Armen. Ich frage dich, was passieren würde, wenn hier nur noch die Pärchen schwimmen würden... Du lächelst und sparst dir die Antwort. Es war sowieso eine rein rhetorische Frage. Ein Blick auf die Uhr zeigt aber das unvermeidliche Ende dieses wundervollen Augenblicks an. Alles ist irgendwann vorbei. Widerwillig quälen wir uns aus dem Becken... Weg von den Farben, der Musik und der wohltuenden Wärme des Wassers... Und vor alledingen weg von diesem sinnlichen Erlebniss.



geschrieben von: more

Ähnlichkeiten

"Ich bin erstaunt wie ähnlich du deiner Mutter siehst, als ihr weg wart haben wir uns nochmal darüber unterhalten..." Ja, wir sehen uns verdammt ähnlich. Vielleicht sind wir uns in vielerlei Hinsicht auch sehr ähnlich. Jedoch, hat mir ihr Leben eines überdeutlich gezeigt, was ein schlechtes Vorbild ist. Nicht, dass ich sie nicht lieben würde. Sie war für mich jahrelang die Heilige und die Märthyrerin. Sie war die Unschuld die für uns leidet. Sie stand für mich oben auf dem Podest. Jahrelang. Aber für jedes Kind kommt der Tag an dem ihm die Augen aufgehen, und die heilige Mutter von ihrem Thron stürzt in die grausige Welt der Realtät. Und man selbst ist so entsetzt und bestürzt, dass man nicht weiß was man tun soll. Zerrüttet zwischen Liebe und Verachtung. Jahrelang wusste ich nicht was ich fühlen sollte. Verachtung, Hass, Liebe, Verständniss, Hochachtung oder Mitleid. Ich denke Liebe und Mitleid sind geblieben. Sie tut mir unendlich leid.
Ich bewundere sie aber auch. Und das ist das gute Vorbild, welches sie mir immer gegeben hat. Sie ist der Inbegriff des Steh-auf-Männchens. Sie zieht den Kopf immer wieder aus der Schlinge. Sie macht haarsträubende Investitionen, die sie an den Rand des Ruins treiben, und schafft es doch immer wieder.

Als wir da gestern am Tisch saßen, sie inmitten einer intakten Familie, bei der alle lachen und kein böses Wort fällt... Da hat sie mir wieder unglaublich leid getan. Ihr Blick verriet soviel. Sie sucht nach der Schwachstelle um sich selbst zu begnadigen. Aber da gibt es leider keine. Und ich da mittendrin. Akzeptiert und angenommen und fühle mich sichtlich wohl. Das hatte ihr einen Stich versetzt. Weil sie mir das nie bieten konnte. Weil sie Männer brauchte die sie schlecht behandelten, uns misshandelten, weil - das weiß wohl niemand. Am Wenigsten sie selbst. Vielleicht weil ihr anerzogen wurde, dass ein richtiger Mann schon mal zulangt, und das nicht nur bei der Arbeit. Ein richtiger Mann muss schon mal Abends einen Kasten Bier saufen und sie in den Keller schicken, und ein richtiger Mann hat auch eine strenge Hand bei den Kindern. Da darf man nicht zimperlich sein... Das hat sie wohl damals sehr beeindruckt, dieser richtige Mann, bei dem sich die Kumpels nie getraut haben, Witze über ihn zu machen, denn der konnte zupacken... Nicht nur bei der Arbeit.

Das alles muss meiner Mutter immer wieder vor Augen treten. Und es muss grausam sein, diese Bilder immer wieder vor einem aufziehen zu sehen. Die Kinder hüllen sich in Schweigen. Was war wird totgeschwiegen, die Narben sind lange schon nicht mehr zu sehen. Und dann kommt dieses beklemmende Schweigen, bei dem jeder weiß, was der Andere gerade denkt. Meine Mutter hat diesesmal das Schweigen gebrochen, und ihr rechne ihr das hoch an. Sie sagte: "vielleicht finde ich auch einmal soetwas wie du."
Ja, ich wünsch es dir auch... Die Vergangenheit kann man nicht zurückholen, man kann nur daraus lernen. Und darum hoffe ich, dass unsere Ähnlichkeit sich auf unser Äußeres beschränkt...



geschrieben von: more

Ein harter Gang...


Sehr geehrter Herr Prof. T,

hiermit möchte ich Ihnen mitteilen, dass ich die Ausbildung zur technischen Lehrerin zu Beginn des neuen Schuljahres 07/08 vorzeitig beenden möchte.

Diese Entscheidung fällt mir äußerst schwer. In Ihrem letzten Schreiben, bezüglich der Verlän-gerung, baten Sie mich noch mal gründlich über meinen Berufswunsch nachzudenken.

Nach den Geschehnissen des 1. Ausbildungsabschnittes und der Tatsache, dass ich an keine andere Schule versetzt werde hat mir eine gewisse Aussichtslosigkeit aufgezeigt. Ich denke nicht, dass ich an der XXX meine Ausbildung erfolgreich fortsetzten kann, aufgrund der Ihnen bekannten Umstände.

Ein anderer Beweggrund für meine Entscheidung ist die Tatsache, dass ich selbst das Gefühl habe, zu Beginn der Ausbildung im Fach Nahrungszubereitung eine bessere Leistung gezeigt zu haben. Mit jedem Unterrichtsbesuch habe ich mich verschlechtert, wohingegen ich mich in den anderen Fächern kontinuierlich verbessern konnte. Ich befürchte, dass sich diese „Prüfungs-angst“ und die Gefühle der Beklemmung in Nahrungszubereitung nicht in den vier Monaten der Verlängerung aus dem Weg räumen lassen. Schon gar nicht an der Schule in X.

Zuletzt habe ich noch eine Bitte. Da ich den Prüfungsabschnitt in Textverarbeitung mit der Note 1,5 bestanden habe, hätte ich gerne darüber ein kurzes Schreiben, welches ich bei meiner künf-tigen Stellensuche verwenden kann. Auch über die Zusatzmodule Methodentraining, Rhetorik-training und Moderationstraining hätte ich gerne Nachweise.

Ich bedanke mich für das enorme Wissen, welches mir letztes Jahr vermittelt wurde und danke auch für Ihre Unterstützung und Ihr Verständnis.


Der typische Verlierer ist ein Mensch, der bei seinen Entscheidungen mehr auf das schaut, was er aufgibt, als was er gewinnt. Andreas Tenzer

Zu jedem Anfang gibt es ein Ende... Jeder Erfolg kann Misserfolg bergen doch jedes Ende birgt auch einen Neuanfang.



geschrieben von: SensibleGhost

Ein Anfang, ein Ende, ein Neuanfang...
Neues erleben, entdecken... das wartet auf dich...
Die Sehnsucht nach anderen Ländern, nach einem anderen Ort, nach anderen Menschen oder nach einer anderen Lebensform ist eine wichtige Triebfeder, um persönlich im Leben weiterzukommen und sich weiterzuentwickeln. Wer eine solche Sehnsucht im Herzen spürt, sollte sich jedoch zunächst fragen, ob er alle ihm gestellten Aufgaben erledigt hat, oder ob das Neue nicht lediglich eine Flucht vor dem Bisherigen wäre.
Ein wirklicher Neuanfang ist nur möglich, wenn wir das Alte verarbeitet und uns so von ihm gelöst haben.
Liebe... ist sie da...
Ich bewundere Deine Texte, Deine Gedanken...



geschrieben von: more

Eden...

Alles was ich will ist Eden. Doch dort lauert eine Schlange auf mich... Verführung und Widerstand. Verlockung. Alles was ich will ist Eden... und ...
Berühr mich und küss mich, halt mich fest. Vertreibe die Gedanken aus meinem Kopf.
Manchmal möchte ich gerne meinen Kopf in Eiswasser tauchen um diese Wünsche aus meinem Kopf zu bekommen.
Eden...
Es hämmert in mir... Es macht mir Angst. Mein Kopf zaubert Bilder die mich verführen und es mir nicht leicht machen. Eden... Wir berühren uns, es ist ganz einfach.
Dort wo ich bin, gibt es keine Realität, keinen Schmerz und keine Konsequenz. Da wo ich bin, ein Spiegelbild von Eden? Ich denke fast ein Trugbild. Ich träume... Manchmal lässt mich ein Traum für Tage nicht los. Ich erwachte und dachte... Es wäre wahr... Ich wäre in Eden.
Berühr mich und küss mich, halt mich fest... und lass mich doch los. Ich komme zurück, verspreche ich... Nur eine Stunde für Eden.



geschrieben von: more

Dem Vater ... der Schwur...

Manchmal möchte ich deinem Vater etwas sagen. Aber wie du weißt, er ist ein viel besserer Redner als ein Zuhörer. Wir wissen das beide und haben schon viele Witze darüber gerissen. Manchmal möchte ich deinem Vater etwas sagen, was du eigentlich meinem Vater sagen solltest. Aber wie wir beide wissen, ist auch mein Vater ein besserer Redner als Zuhörer. Wir haben oft schon Witze über unsere Väter gerissen, dich sich so sehr ähneln, dass man meinen könnte, es sind Brüder.
Aber ich bin in dieser Hinsicht vielleicht auch etwas traditionsbewußter als du.
Eigentlich würde ich gerne deinem Vater etwas sagen, was dein Vater sowieso weiß, da er mir vertraut. Aber manchmal habe ich das Bedürfniss ich müsste diese Worte einfach aussprechen, damit sie festgenagelt stehen. Denn meine Worte sind nicht mehr zurückzuholen.

Ich würde deinem Vater, der sehr stolz ist auf dich, etwas sagen. Ich könnte es deiner Mutter nicht sagen. In eurer Familie ist der Vater die Mutter. Er ist fürsorglich, ja fast gluckenhaft. Das macht ihn so symphatisch. Dein Vater ist sehr traditionsbewußt, darin ist er mir sehr ähnlich. Daher wäre er derjenige dem meine Worte gedacht sind.

Ich möchte deinem Vater sagen, dass ich immer für dich da sein werde. Ich werde für dich sorgen, so lange ich lebe. Ich werde dich bei Krankheit pflegen und werde nie von deiner Seite weichen. Meine Liebe zu dir ist in diesen fast fünf Jahren stetig gewachsen. Ich werde jegliches Leid von dir fernhalten. Ich werde dein Licht im Dunkeln sein, dein Wasser in der Wüste, dein Feuer in der Kälte. Ich werde deine Gefährtin sein, egal wohin dein Weg auch führt. Ich werde deine Geliebte sein, deine Vertraute, deine Komplizin.

Aber dein Vater würde nach dem ersten Satz abschalten und etwas ganz anderes erzählen. Und vielleicht ist das auch garnicht wichtig, solange du dir meiner sicher sein kannst... Das schwöre ich!



geschrieben von: more

Ein Geschenk:

http://www.dunkel-sonne.de/source/schmetterling.html



geschrieben von: more

Müde...

Es ist kalt. So wahnsinnig kalt. Die Welt scheint still zu stehen. Blicke ich hoch zum Fenster sehe ich nur grau durch den schmalen Streifen der von der Jalousie freigehalten wird. Es ist kalt und auch die angelassene Heizung kann die Kälte die in mir schlummert nicht einfach aufbrechen.
Heute hatte ich einen harten Gang vor mir. Morgens schon mit flattern im Bauch aufgewacht. Gestern mit flattern im Bauch eingeschlafen.
Eine Starre legt sich über mich. Betäubt. Enttäuscht. Müde.

Es ist als würden alle Uhren langsamer ticken. Jede Bewegung scheint um so vieles anstrengender. Ich starre vor mich hin, als hätte man mir die Batterien herausgenommen.

Was ist die Angst? Du hälst mich im Arm, weil du sofort spürst, was mit mir passiert. Weil du mich kennst. Weil wir ein Wechselwerk sind. Ich habe Angst vor der Veränderung. Ich verändere mich, die Angst verändert mich. Hoffnungslosigkeit.

Ich habe heute erfahren, dass ich richtig gehandelt habe. Zumindest was das Timing angeht. Das ist doch mal eine gute Nachricht. Die Schlechte? Die kam im Radio. Also werde ich mir den Platz mit gut 5000 Anderen teilen müssen.

Ich habe meinen Stolz schon oft mit Füßen getreten, und darin bin ich vielleicht dem Ein- oder Anderem vorraus. Das weißt du, und es klingt vielleicht polemisch... Aber diese Eigenschaft von mir, auch im tiefsten Dreck aufrecht zu stehen und die Arbeit zu tun, rechnest du mir hoch an.

In bin unzerstörbar, unkaputtbar. Aber leider hilft mir das jetzt nicht weiter. Ich bin objektiv. Nur im Moment kann ich nur einen grauen, schmalen Streifen in dem Loch erkennen, in dem ich sitze. Ich werde nicht untergehen. Aber egal wie oft ich versuche mich anzutreiben, wünsche ich mir ich könnte in Selbstmitleid versinken. Ich bin eine Kämpfernatur, die sich aufgegeben hat um doch noch den Sieg davon zu tragen.

Vielleicht belüge ich mich nur selbst? Vielleicht habe ich im Leben immer nur den einfachsten Weg gewählt? Manche sagen ich bin ein Arbeitstier. Vielleicht weil sie nur erkennen, dass ich mir für keinen Dreck zu schade bin. Aber sie sehen nicht, dass ich mir nicht zutraue eine höher qualifizierte Arbeit zu tun.

Ich bin müde... Aber es gibt keine Atempause.



geschrieben von: more

Stille... Gott gelobte Stille.

Als ich gerade den Raum betrat, äugte ich über das auf dem Boden stehende Regal hinüber zu meinem Arbeitstisch. Du hast den Platz unter dem Nähkästchen verlassen und dich auf den Ratensessel gelegt. Du schaust mich mit mißtrauischen grünen Augen an. Aber du bist still - endlich.
Es tut mir leid, ich bin wirklich aus der Haut gefahren. Aber ich konnte auch nicht mehr.
Terror, das ist wahrer Terror. Ich kann keinen Schritt tun, kein Gespräch führen, es ist einfach unmöglich. Ich muss den Haushalt machen, du läufst mir hinterher und schreist und schreist. Du bist ein Tyrann. Mit allen Mitteln willst du meine Aufmerksamkeit.
Heute morgen habe ich euch als Erstes in den Garten gelassen. Zumindest meine Tasse Kaffee konnte ich noch in Stille genießen. Aber schon nach einer halben Stunde kamst du nach oben und hast wieder angefangen permanent zu schreien.
Dabei ist es dir egal, wo du dich gerade in der Wohnung aufhälst, du schreist einfach permanent. Am Schlimmsten ist es, wenn du vom Garten nach oben kommst. Als müsstest du laut herausschreien, dass du einen Vogel, einen Käfer oder sonstwas gesehen hast. Es ist ein nervenzerreissendes Schreien.
Während deine Schwester sich damit begnügt vor sich hin zu brabbeln und zu gurren kannst du nur eines: Laut sein.
Ich steh im Schlafzimmer um Wäsche zusammen zu legen, als du herein kommst und wieder mit deinem Geheule anfängst.
Meine Hände beginnen vor Zorn zu zittern. Es reicht...
Nach unserer Jagd sind wir beide müde und die Stille die plötzlich herrscht ist fast greifbar. Du siehst mich an wie eine hysterische Frau der man gerade eine Ohrfeige verpasst hat und die eben wieder zu sich kommt.
Vielleicht bist du ja auch gerade wieder zu dir gekommen. Du schleichst aus dem Zimmer und verkrümelst dich im Büro. Sei ruhig beleidigt, hauptsache du schreist nicht mehr.
Deine Schwester hat von alle dem nichts mitbekommen. Sie kommst aus dem Garten hoch und kuschelt sich schnurrend auf meinen Schoß.



geschrieben von: more

Verschachert...

Hm, daran muss man sich gewöhnen. Sie sagte zu mir: Sie sehen nicht gerade begeistert aus. ...?
Irgendwie war es eine rhetorische Frage. Aber sie besann sich einen Wimpernschlag später eines Anderen, sie fragte. Ich sog die Luft tief ein. Antwort genug.
Ich glaube nicht, dass sie wirklich Mitleid mit mir hatte. Zumindest spielte sie mir Mitleid vor. Sie gestikulierte mit den Händen, als wolle Sie mir damit die Sicht klären. "Nur zur Überbrückung". "Sie sind doch eine Frau, der ich sowas nicht sagen muss."
Nein, das bin ich nicht. Aber ich hatte mir zumindest sowas wie Hoffnung erwartet.
"Ich sehe Sie im kaufmännischen Bereich! Da passen Sie gut hin, nur zur Überbrückung."
Ihre Mischung aus Befehlston, Beschwichtigung und Mitleid machten mich ganz mürbe. Es ging in keinem Satz um mich. Was habe ich denn erwartet? Ich denke, ich wäre ohne sie besser dran, aber das kann ich nicht sagen. Ich bin ein Gehorcher.
Ich bringe mühsam hervor, dass ich nie wieder ans Telefon will. Ich denke, soviel hat sie verstanden. Sie nickt. Ich sacke zurück auf meinen Stuhl. Ich nage an meiner Unterlippe. Sie drückt mir diesen Wisch in die Hand, mit der Adresse, wo ich mich heute noch bewerben soll. Ärztehaus. Was soll ich da?
Auf verlorenem Posten. Jeder Widerspruch würde abgelehnt. "Sie haben in der Vergangenheit so oft bewiesen, wie flexibel Sie sind.". Ja, das habe ich. Und? Darf ich denn nicht einmal in meinem Leben, etwas tun, was ich will? "Sie können Ihr Ziel ja weiter im Auge behalten."... Gute Frau, in einer 45 Stunden-Woche schreib ich keine Bewerbungen mehr nebenher. Ich habe einen Mann, Haushalt und noch mehrere Hobbys.
Sie drückt mir nochmal ihre labbrige, dürre Hand in meine Warme. Ich drücke zu, wie immer. Ich habe eine kräftigen Händedruck. Das geht noch, obwohl ich bestimmt leichenblass bin. Ich schließe die Türe leise hinter mir. Ich stehe wieder auf dem kahlen Flur. An den PC´s sitzen junge Leute, die mich ansehen, als gehöre ich hier zum Personal. Die Absätze meiner Stiefel klacken auf Linoleum. Draußen scheint die Sonne. Ich schaue auf die Straße und komme mir verkauft vor.

Und dann gehe ich Papier und Mappen kaufen.

Ich schreibe diese verdammte Bewerbung und werfe sie sogar heute noch ein. Ich bin ein Gehorcher... Und verkaufe mich selbst.



geschrieben von: more

Um mich zu erinnern...

Das festhalten eines Augenblicks.
Ich hatte mich an anderer Stelle wieder daran erinnert. Und vielleicht bin ich jetzt wortgewandter als ich es damals war, als ich tränenaufgelöst in mein Tagebuch schrieb. Es sind nur Stichworte, die das damals geschehene niemals wirklich wiedergeben können. Und so im Nachhinein mich viel mehr berührten als es eine gewisse Nacht in Ungarn tat und sein Gesicht schon lange in Vergessenheit liegt. Nur den Namen weiß ich noch, wahrscheinlich weil ich ihn als Sechzehnjährige naiv ins Tagebuch gekritzelt habe.

Rückblickend. Du willst nichts von mir wissen. Aber manche Momente üben einen Zauber aus und ich hüte meine Schätze. Längst haben wir beide andere Kapitel aufgeschlagen. Und für dich gibt es vielleicht nur diese Tränen und den Schmerz. Für mich gibt es mehr. Magie. Natürlich habe ich viel geweint und über ein Jahr mein Herz verschlossen. Ich brauche Zeit zum Heilen. Aber rückblickend sehe ich nur das Gute. Wie oft habe ich davon geträumt, dass du vor meiner Türe stehst.

Jetzt ist das Buch einfach geschrieben und es wird Zeit die Kapitel zu überarbeiten.

Es hatte damals gedämmert und ich hatte schon Angst in die Nacht zu kommen. Zu Hause habe ich mit meiner Mutter gesprochen und ihr gesagt, dass ich nicht zu dir fahren wolle. Du bist ja so viel Älter als ich. Mittlerweile müsstest du Mitte Dreißig sein. Meine Mutter hat gemeint, sicher wird es ganz nett. Ich hatte etwas Angst, du hast dich mir beschrieben und ich wusste, dass mir diese Beschreibung ganz und garnicht gefällt. Damals warst du Ende Zwanzig, und für mich war das steinalt.
Ich hatte den Führerschein noch nicht lange, aber den Twingo schon. Das lässt eigentlich ne Zeitrechnung gut zu. Ich war also 19. Die ganze Fahrt dachte ich über deine Beschreibung nach, und dass du mir am Telefon etwas Angst gemacht hast.
Wir hatten bisher nur E-Mails und SMS geschrieben. Irgendwann wurden die SMS intimer. Eines Nachts warst du so durcheinander, dass du mir schriebst, dass du die Unterhaltung lieber beenden möchtest, da wir ja nichts verderben wollen.
Man sieht, du warst damals schon viel klüger als ich.
Nun stand ich also vor diesem Haus. Es gackerten Hühner, die mir zwischen die Füße liefen. Ein Esel blökte laut, und du hast mir irgendwann erklärt, dass er Steffi heißt.
Ich klingelte und hörte deine Stimme in der Gegensprechanlage. Ich dachte bei mir: Letzte Möglichkeit zur Flucht. Um in deine Wohnung zu kommen musste man die Treppen hoch steigen, die am Haus entlang führten. Es war wirklich dunkel geworden. Ich sah deinen Schattenriß und das Licht in deinem Rücken, welches vom Hauseingang herschien.
Meine Knie waren weich und meine Hand zitterte. Dich zu sehen und doch nicht zu sehen. Im Nachhinein kam mir alles wie Stunden vor.
Und dann standen wir uns gegenüber. Wir waren beide nicht auf das gefasst was wir sahen. Du musterste mich von oben bis unten und starrte nur in deine kühlen Augen... Deine Haut... Blieb auf deinen Lippen hängen, als hätte ich zu diesem Zeitpunkt schon ahnen können, wie deine Küssen schmecken.

Dieser Moment bleibt mir wie magisch in Erinnerung. Und wenn das alles mittlerweile fast sieben Jahre her ist, so mag ich diese Gedanken einfach nicht aufgeben. Nicht, dass ich noch Sehnsucht hätte. Ich habe damit lange abgeschlossen. Doch diesem Moment, der in meinem Tagebuch grade mal einen Satz einnimmt, wollte ich nochmal Raum geben sich zu entfalten wie guter Wein.

Die Vergangenheit streut über die tiefen Wunden Zucker, sobald die Narben kaum mehr sichtbar sind.



geschrieben von: more

And I drift away...

I'm not the animal I used to be but you
Shouldn't speak ill of the dead
I've never been just one of the boys, I've never hidden guns under the bed
I feel like Jesus, I feel betrayed, and you know
Damn well that I feel crucified
Assassination, shot full of vitrial, there's so
Many more heroic ways to die
I close my eyes and I start to drift away
I close my eyes and I start to sway

Lie back and think of England I'll just fake it some more
A carrion feast for the ravens and the crows
I know my price and I'll be your whore and I
Don't care if the whole damn world knows
I feel so jaded, so tired and so worn
I feel like I've got nothing left to say
I'll be a martyr, a brave little soldier cos
There's so many demons left to purge and slay
I close my eyes and I start to drift away
I close my eyes and I start to sway

Trapped in the eye of a hurricane
Taking a ride on a runaway train
Behind the wheel of a crashing car
Caught in the trail of a falling star
Can't turn my back without a blade digging deep
It's more than enough to make a grown man cry
The God in me is the, the devil in you, there's
Many more beautiful ways to die
I close my eyes and I start to drift away
I close my eyes and I start to sway
Songtext: The Mission


Lange hat mich kein Song mehr so berührt. Ich saß im Auto und starrte in die Nacht. Der Refrain nimmt mir den Atem. Ich schließe die Augen und bin meilenweit weg. Ich spüre diese Wehmut in mir aufsteigen und kralle mich am Sitz fest. Tränen steigen auf, aber ich halte sie zurück. Ich werde mitgetragen und meine Lippen formen von selbst die fremden Worte in dem mir noch so fremden Song.
Alles ist gleichzeitig egal und gleichzeitig möglich. Du frägst mich was, aber ich bin so weit weg.
In meinem Kopf spielen sich alte Szenen ab, paaren sich mit meiner Fantasie. Ich erinnere mich an den Moment als D. damals die Brille abnahm um mich zu küssen, und es für mich ein Augenblick solcher Intensität war, dass ich heute noch denke weinen zu müssen, so überwältigt war ich damals. Und wenn ich die Augen schließe höre ich im Hintergrund das Lied das völlig ähnlich war, und ich kann mich genau an die Farbe und das Muster des Brillengestells erinnern.
Es gibt nichts Schlechtes, wenn man nur versucht es für den Anderen zu tun. Es gab nie etwas Schlechtes. Und ich bin überzeugt davon, dass es Egoismus ist, wenn man hingebungsvoll die Sehnsucht eines Menschen erfüllt, dem man zugetan ist.
Ich dachte dabei lange nach, während sich beim Hören des Liedes jedes einzelne Härchen auf meinem Unterarm aufstellte. Ich habe mich dahingehend nicht geändert. Ich habe es damals sehr genossen... Und ich genieße es heute noch genauso.

Ich legte meine Hand behutsam auf deinen Schoß, nur um dir zu zeigen, dass ich noch da bin... Oder wieder zurück. Weil mich das Lied soweit davongetragen hat. Ich habe manchmal Angst, dir mit meinen Gedanken weh zu tun.

Das Lied ist aus, die Autotür fällt laut ins Schloß und mich friert unter der dünnen Jacke. Nun sind wir also hier...





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