Ihr ahnt nicht, von welcher Größe die Dauer ist, mit der ich schon immer den Blick in Eure Augenhöhlen ersucht habe. In ihren Tiefen aus Onyx habe ich das Glimmen desjenigen fernen Sterns entdeckt, von dessen Existenz stets meine Gewissheit zeugte. In mir wusste ich bereits durch die wichtigsten Windungen meines armen Hirns; und das schon seitdem das Licht der Welt in meine Dunkelheit einbrach, dass Ihr es seid, durch welche ich mit ihrer Verzweisamung erwachen würde, zu leben begönne, wo andere vom Sterben sprächen. Ich bin geboren zu sterben. Und hätte ich Euch nicht getroffen, wäre es mein trauriges Schicksal gewesen, ein elendes, langwieriges mottenhaftes Leben zu führen, unter einer Glocke gefangen, trotz der ewigen Sehnsucht nach Verschmelzung mit dem Licht von der Quelle der erblickten Glückseligkeit durch unüberwindbares Glas getrennt.
Lasst mich Euch berühren ...
Wie sacht möchten meine Finger über Eure hochmütigen Wangen streichen, fest wie Ebenholz, blass wie Elfenbein und trocken wie der Zunder, mit welchem Ihr das Feuer meines Herzens beim ersten Kuss vertilgt. Ich würde Euch so sacht auf meinen Armen halten, wenn ich Euch über die Schwelle trüge und in der ersten letzten Nacht mein Antlitz in eurem Haar versenken, um Euch mit dem kühlen Hauch zu erquicken, der Euren nimmersatten Hunger für den Moment eines brechenden Augenblicks erstarren ließe.
Oh anmutige Schönheit, wie sehr begehre ich den Körper, den Ihr unter schwarzen Hüllen verbergt. Wenn Ihr die Arme weit öffnet und mich an eure winterzarten Lippen presst, werden wir vereint unter Eurem schwarzen Cape im Nichts der unermesslichen Dunkelheit verschwinden, und jenen Stern erreichen, der in den Onyxhöhlen funkelt.
Mahsheed 2004