[Abendliche Gedanken] - German Gothic Board

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Abendliche Gedanken

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geschrieben von: Jester

Es war der gestriegen Abend, oder fast schon mehr die gestrige Nacht, welche meine Gedanken langsam, ja fast unmerklich schleichend, in mein innerstes kehren liessen, hinkehrend zu dem Bilde über jene Frau die ich liebe, und hinein zu den Gedanken welche eben diese so fesselnd für mich machen.
Gerne sagt man lapidar dahin was einen entzückt an dem Menschen mit welchem man seine Gefühle teilt, oft werden immer und immer wieder die alltäglichen Floskeln dahingeschmettert welche allgemeingültig als angebracht erscheinen. Doch klingen solche Worte in meinen Ohren das ein ums andere mal hohl wenn sie aus meinem Munde erschallen, da sie nicht das ausdrücken was ihnen innwohnen sollte. Ein um das andere mal erschien es mir gar selber das ich nicht zu sagen vermochte was es ist was mich so tief fasziniert an jenem Wesen,...

... doch in der Ruhe meines Kämmerchens, in der Nacht welcher der heutige Tag folgen sollte gingen meine Gedankengänge in mich, stiessen auf einmal eine Tür auf, öffneten meine Augen für etwas was immermehr verschleiert da war, auf mich wirkte mit all seiner Kraft, aber letztendlich doch so subtil das es nicht zu fassen wäre.

Im Geiste sah ich ihre hochgewachsene Gestalt, kaum wahrnehmbar als Ganzes, sondern vielmehr erblühend als die Summe der Eindrücke, welche sich überlagernd, und sich in sich windend, auf mich ergiessen. Und so wandert mein Blick entlang an ihrere Erscheinung, welche gleich eines ätherischen Wesens seine Aura mich umfangen lässt. Und so streift mein Auge ihre ganze Haltung ab, welcher so viel Stärke innewohnt, eine Stärke, welche sie durch ihr gesammtes Auftreten auszustrahlen vermag und welche mich vom ersten Tage an faszinierte. Diese Kraft strahlt aus ihrem ganzen Inneren heraus und gibt ihr, in ihren gesamten Geberden, etwas hohheitliches, schützendes welchem man sich nur all zu gerne ergibt. Obgleich durchflutete sie auch eine Sanftheit, welche in keinster weise im Wiederspurch zu eben genannten steht, sondern dies vielmehr runder und noch bindender werden lässt.
Eine Sanftheit, welche auch in ihrer Haut körperlichkeit findet, da jene wie sanfteste Seide, und von unglaublicher Wärme erfüllt ist. Sie mag meine Empfindungen zu entzücken, da die Berührung dieser einer Vollendungung gleicht, ein Gefühl durch mich hindurchsendend, welches die Wärme auch in mir aufwallen lässt, mich zweisam erwärmt, innerlich, aber auch durch des Berührungs Kuss.
Ihr Gesicht, hat eine Vollkommenheit, welche ab von dem gemeingültigen Wahrheiten liegt, denn, obwohl ihm nicht die Ganzheit anheimliegt welche in der endlosen Symetrie liegt welche Grund der Bildhauer der Antike waren, sondern vielmehr Vollkommeheit die weit über jenem steht, da sie etwas besitzt das eben jenen Bildhauerkünsten fehlt, und zwar diese kleinen Dinge, welche den Charakter des Gesammten ausmacht.
Jene kleine Narbe am Kinn, welche sich sacht bleich abhebt vom restlichen ganzen, welche mitlerweile so bezeichnend geworden ist wie auch jene kleine Vertiefung schräg über der Oberlippe welche einst Schmuck beherbergte. Kleine Male welche sich in das Bild einfügen und ihm dieses unvergleichliche Muster verleihen was umso einzigartiger und faszinierender ist als undendliche Ebenmässigkeiten.
All jenes, sanft umrahmt von dem Schwarz, welches glatt umschmiegend sich wie ein Rahmen um ein vollendestes Gemälde ausergewöhnlicher Schönheit legt und diese gar zu steigern vermag. Haare welche sich in kleinen, leichten Strähnen auch über das Antlitz legen und welche dergestalt mit ihrem eigenen Schatten auf den wundervollen Formen, den Erhebungen der Wangen und der Nase spielen, während ihre langen Verwandten sanft die Schultern umspielen, und eine Wärme ausstrahlen, wie die erlesendster Stoffe.
Doch in alledem thront jene Kraft, welche mich seit jeher am meisten fesselte, und so diese Frau mein Universum darstellt, so stellen ihre augen ein Doppelgestirn von Sternen dar, welche das tiefste und zugleich das hellste dartsellen was mir bekannt ist. Grüngräulich, liegen sie vor mir, mit leichtem blau zu erahnen, so stellen sie Welten für sich dar, in welchen die schwarzen Löcher der Pupillen liegen, in welche ich ein um das andere mal zu fallen scheine, doch ist dieser Fall ohne Furcht ist dieser, da sie um mich herum zu sein scheint, mich komplett umhüllend, und die Geborgenheit welche sie ausstrahlt, bannt alles böse und bedrohliche auf das ich in einer Schönheit der Gedanken erblühe welche mir nie zuvor möglich erschien.
Ich verliere mich ohne mich der Verrirtheit zu fürchten, da sie mich leitet, ich falle ohne Furcht, da ich weiss das sie mich auffangen wird, ich höre auf zu atmen ohne der Furcht zu ersticken, da ich weiss das sie alles ist was ich zum überleben brauche und ich verschliesse meine Augen da ich weiss das ich sie trotz allem in all ihrer Glorie wahrnehmen kann das sie vollends meinen Geist erfüllt.
Sie ist es die mich der Bedeutung der Liebe lehrte ohne ein Wort zu sprechen und obgleich wohl auch ohne ihres eigenen Wissens um dieses Umstand. Sie ist es die mich lerte mich und vieles anderes mit anderen Augen zu sehen und undendlich sind meine Gefühle gegenüber ihr, so das es keine Worte gibt die ausreichend das beschrieben könnten was sich alleine bei der Nennung ihres Namens oder dem erklingen ihrer Stimme in meinem Herzen abspielt.
Es zerreisst mich immer wieder aufs neue um mich danach wieder zu einem Ganzen zu fügen, mit dem Gefühl einer Reinkarnation welches so unvergleichlich ist.
Dankbarkeit erfüllt meine Seele ob dem Glücke das in ihrer Gestalt zu mir kam, und immer noch versuche ich zu ersinnen womit ich eben jenes Glück verdient hätte, wodurch ich auch ihre Verehrung meiner Person gegenüber verdient habe welche sie mir ein um das andere mal verständlich macht, ich allerdings nicht nachvollziehen kann,...
Und doch steht über allem nur dieses Warme Gefühll und die Dankbarkeit.


Diese Gedanken stiessen Gestern auf mich herab wie ein Platzregen, und durchtränkten mich wie eben selber,... wie ein warmer Sommerregen welcher angenehm auf der Haut ist und einem gewahr werden lässt das er all das Leben um einen herum erblühen lassen wird, welcher einem selbst als einen Teil der Schöpfung bewusst werden wird.

Wahres Glück in dunklen Tagen!





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