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stotternder als sprachtherapeut...

(Klicke hier, um das Thema mit vollen Farben / Abbildungen zu betrachten)



geschrieben von: traenenstaub


mich würde einfach mal eure meinung interessieren...

an unserer schule laufen derzeit wieder die aufnahmeprüfungen für eine ausbildung zum sprachtherapeuten... nun hatten wir in diesem jahr das erste mal eine/-n bewerber/-in dabei, die/der selbst seit vielen jahren stotternde/-r ist; daraufhin auch lange (nur leider weniger erfolgreich) in therapie war und sich auf grund der gegebenheiten doch recht weitreichend auf diesem gebiet auskannte...

vielleicht noch kurz einige dinge, die für eine meinungsbildung hilfreich sind/sein könnten... der wirkungsbereich von sprachtherapeuten liegt in der therapie von stimm-, sprech- sowie sprachstörungen im kindes- und erwachsenenalter... dabei ist (nur mal als grober abriss) von einfacheren regelfehlern in aussprache und grammatik bis hin zu völligem sprachverlust eigentlich alles denkbare zu finden... in den meisten störungsbildern ist es dabei nun von großer bedeutung, dem patienten sprachvorbild zu sein...

was also würdet ihr tun, wäret ihr der, der über aufnahme oder ablehnung zu entscheiden hätte?

ich weiß, dass es recht schwierig ist, ohne näheres hintergrundwissen dazu etwas zu sagen; doch mag ich es erst einmal so allgemein stehen lassen...

in stille
traenenstaub


------------------
...gegensatz in`s nichts...



geschrieben von: ~Raven~

Liebe Tränenstaub,
es ist sehr schwer auf diese Frage eine Antwort zu geben.
Als Vorbildfunktion würde ich definitiv sagen, nein kein Sprachtherapeut/in.
Jedoch aus gefühlsmäßiger sicht gesehen, finde ich, jeder sollte doch wenigstens eine Chance bekommen, um sich zu beweisen. Gibt es keine alternative Sparte, in diese Richtung gehend, die dieser Mensch erfüllen kann? Oder kann er/sie vielleicht nur Patienten mit anderen Sprachstörungen behandeln, also keine Stotterer? Besteht diese Möglichkeit? Interessant währe natürlich auch zu wissen, ob er/sie sehr stark stottert oder es doch ziemlich unter Kontrolle hält. Vielleicht kann man ihm/ihr auch einfach eine Chance geben, indem man ihm/ihr einen Zeitraum setzt, das Problem mit einem anderen Sprachtherapeuten in den Griff zu bekommen. Also das er/sie guten Willen zeigt und eine Therapie startet. Ich weiß ja nicht ob du er/sie gut kennst. Vielleicht kannst du ja helfen.

In liebe
~Raven~



geschrieben von: Aina

Hallo Traenenstaub,

also fuer mich gaebe es da gar nicht viel zu ueberlegen. Ich wuerde ihn nicht auf die Schule aufnehmen. Auch wenn er noch so ein gutes Wissen hat und sich durch seine eigene lechte Sprachstoerung gut in seine spaeteren Klienten einfuehlen kann, so wird er wohl nie in dem Beruf arbeiten koennen. Stell dir vor, er macht anschliessend seine eigene Praxis auf. Eltern wuerden ihre Kinder wahrscheinlich dort nicht anmelden, denn sie sagen sich: Wie soll er meinem Kind was beibringen, wenn er selbst nicht richtig sprechen kann. Da zaehlt dann mehr der erste Eindruck als grosse Fachkompetenz. Die Schule wuerde wahrscheinlich nur jemanden ausbilden, der sich anschliessend auf dem Arbeitsamt meldet und nach einer Umschulung fragt.
Sicher wird er es dann auf einer anderen Schule versuchen. Ich weiss nicht, wie man das jemandem rueberbringen kann, dass es sicher einen Bruf gibt, der mehr zu seinen Faehigkieten passt, wenn er sich das einmal in den Kopf gesetzt hat.

Gruss Aina



geschrieben von: Dunst


Sei gegrüßt tränenstaub...

schwierig... schwierig... ein legasteniker kann bestimmt schlecht kindern rechtschreibung beibringen... (nur so als beispiel)... aber diese person kennt dies problem bis in die tiefsten wurzeln... er betrachtet das ganze aus einer anderen sicht als jader normalsprechende... ich glaube wenn es wirklich seine überlegte entsheidung ist... sein wille ist... sollte man keine stöcke in die räder schmeissen... die person weis ja das sie niemals vorbild sein wird... und trotzdem möchte sie die ausbidung machen... es wird schon einen grund haben... aber das fachwissen sollte nicht das entscheidende sein... fachwissen kann sich jeder aneignen... ich würde die person zu einem gespräch einladen und sie nach der motivation fragen... der sache auf den grund gehen... ihm ganz bewußt seine "beschräntheit" auf diesem gebiet klar machen... aber auch die vorteile...

im grunde muß er/sie selbst entscheiden...

...dunkelzartengruß...dunst...

(der 2 1/2-sprachig aufgewachsen ist und dadurch manchmal auch im sprechen buchstaben vredreth... oder mitten im satz die sätze umbaut... =:)...
und jahrre lang mit rrollendem R gerredet hat... =:)...





geschrieben von: Harlekin

klingt vielleicht hart, aber du würdest ihm/ihr viel leid und spott ersparen wenn du ihn/soe abweist.
menschen sind grausam und wenig verständnissvoll
einen stotternen sprachtherapeuth? da werden sätze kommen wie.

-"der soll sich erstmal selbst heilen"

oder

-" der soll mein kind erziehen?"

oder oder oder..

wie gesagt menschen sind grausam in solchen dingen auch wenn es mit zunehmenden alter immer mehr hinter dem rücken zugeht..

ids

H.




geschrieben von: SEIROMEM

es bedingt die Frage, nach welchen Kriterien entschieden wird? Fachkompetenz hat er sicherlich erworben, weil er selbst betroffen ist oder war, nur was entscheidet letztendlich darüber, ob jemand eingestellt wird oder nicht? Ist der Aufnahmetest objektiv genug? Es bedarf eine gehörige Portion Selbstwertgefühl bzw. Selbstbewußtsein und Durchsetzungsvermögen um sich behaupten zu können. Wird er von seinen Schülern anerkannt werden, wenn er tatsächlich die Aufnahmeprüfung geschafft hat und die "Erwachsenen" überzeugt hat? Meine Hochachtung hat er zumindest, daß er diesen Schritt unternimmt, er würde es nicht tun, wenn er nicht wüßte, worauf es ankommt..

Gruß
SEIROMEM



geschrieben von: Raeven

Sei gegrüßt, traenenstaub.

Eine schwierige Frage, nicht leichtfertig abzutun. Nach einiger Überlegung würde ich sagen: Ablehnen - mit der Option sich im nächsten Jahr nach erfolgreicherer Therapie noch mal zu bewerben.
Ich finde Dunsts Argument sehr einleuchtend, daß ein ehemaliger Stotterer sich vermutlich besser in einen Stotterer einfühlen kann als einer, der nie gestottert hat. Allerdings muß der Lehrer sein eigenes Problem bereits behoben haben, sonst macht es nicht viel Sinn. Sonst kann er zwar erklären, aber nicht zeigen, wo der Fehler ist. Ich war als Kind auch beim Logopäden, wenn sie genauso gesprochen hätte wie ich, hätte ich nichts gelernt – die Vorbildwirkung ist immens wichtig. Daher: Zuerst selbst lernen, dann lehren.


Raeven




geschrieben von: JOsh

:mad:
Mein Gott,wie seid Ihr denn drauf. Schwule und Lesben sin in Ordnung und Stotterer sind blöd!.

Ich bin 35 und davon 30 Jahre Stotterer.Mein Leben ist mit allen Höhen und Tiefen gepflastert.Viele selbsternannte Heiler und Therapeuten haben mit Ihrer Schulmedizin noch tiefere Wunden und Enttäuschungen hinterlassen. Das Problem des Stotterers ist das mangelde Selbstbewußtsein und die Besserwisser die meinen uns zu verstehen. Ein Stotti weiß was an Ihm falsch gemacht wurde. Nur er ist in der Lage Vertrauen aufzubauen und wertvolle Tipps zu geben.Stottis kann man generell nicht heilen aber sie können lernen Ihr Leben zu leben und sich nicht aufzugeben.
Ich habe ein Firma mit 7 Angestellte und lebe mein Leben. Ich bin auf diese Seite gekommen weil ich folgende Suchbegriffe bei google eingab: Sprach Therapeut Schulung

Wieso wohl??? Dreimal dürft Ihr raten. Ich suche nach einer solchen Schule. Ich als Stotti gehe immer weiter und bin mit Sicherheit erfolgsorientierter als manch ein Anderer.

Gruß Josh



geschrieben von: Crematory

Ich denke auch, dass es trotz des Wissens ungünstig ist...
Zumindest in genau diesem Beruf hätte er weniger Chancen, allerdings würde ich ihm eine Zukunft in der Therapie wünschen, ich meine nicht als Logopäde selbst oder zu Therapierender, sondern als "Zwischending", der viel weiß und anderen dabei hilft... geht leider nicht... entweder oder...

Grob gesagt:
Und wie sollte er durch den Eignungstest kommen? (Habe selbst gerade eben einen hinter mir... leider erfolglos :( Dort kam es auch nicht auf Fachkompetenz an oder irgend ein anderes Wissen... das wird an anderen Schulen nicht anders sein.)

Aber ohne seine Stimme zu kennen... schwierig, etwas zu beurteilen...

Cremat :( ry



geschrieben von: Sleeples_angel

Ich hab als Kind auch sehr gestottert und war deswegen auch auf einer Sprachheilschule (3.-4. Klasse). Naja sonderlich viel gebracht hats nicht.

Erst seit ich professionellen Gesangsunterricht (und die damit verbundenen Atemübungen) nehme habe ich eigentlich keine Probleme mehr, außer ich bin furchtbar aufgeregt. :)

Ich an seiner Stelle würde mich erstmal um meine eigenen Sprachprobleme kümmern und versuchen sie in den Griff zu bekommen. Denn als stotternder Sprachtherapeut wirkt man bestimmt schnell inkometent.



geschrieben von: Selian

Zitat:
Original geschrieben von JOsh
:mad:
Mein Gott,wie seid Ihr denn drauf. Schwule und Lesben sin in Ordnung und Stotterer sind blöd!.


Was hat das ganze jetzt mit Schwulen und Lesben zu tun?
Und wer hat hier gesagt Stotterer wären blöd?

Zitat:
Nur er ist in der Lage Vertrauen aufzubauen und wertvolle Tipps zu geben.

Irrtum!
Jetzt erklär mir mal bitte wie ein Stotternder Therapeut dem stotternden Kind glaubhaft versichern soll das die Therapie Sinn macht? Das Kind würde fragen "Stotter ich mit 35 auch noch, so wie sie?" "Wozu dann die Therapie?" Damit wird dem Kind ja von Anfang an jede Hoffnung genommen das sich das verbessern kann.

Niemand sagt Stotterer wären blöd, das hat mit blöd sein nichts zu tun. Zum Therapeut sein gehört mehr als ein eigener Erfahrungsschatz. Das beherrschen des zu vermittelnden "Lehr- oder Therapiestoffes" gehört genauso dazu. Nicht jeder Drogenabhängige ist ein guter Drogenberater.





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