[jemand , der zwischen den Welten wandert] - German Gothic Board

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jemand , der zwischen den Welten wandert

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geschrieben von: mind

Ich selber kann mich nicht als 'voll- Gothic' bezeichnen,
jedoch wenn ich auf Party's gehe (z.B. living dead oder sonstiges) und ich lerne dort (eigendlich immer) neue Leute kennen, und frage sie nach persönlichen Sachen usw. dann kommt dabei heraus , das eigendlich jeder irgendein Problem hat bzw. ein schreckliches Erlebnis hinter sich hat das er nicht verkraftet hat oder mit dem er nicht klar kommt. Also ist für mich auf lange Sicht hin, Gothic nur eine Flucht vor Problemen, bzw. ist es ein 'Zusammenschluss' von Leuten die nicht wussten wo sie hingehören, und die somit das Extrem 'Gothic' wählten?
Wie ich darauf gekommen bin? also von vorne:

Ich war anfangs einfach von der Einstellung begeistert: gegen konsumgeile Gören, und gegen die oberflächliche Gesellschaft. Gothic war für mich eine kleine Rebbellion, ich wollte provokant auf den Straßen in schwarzen Gewändern herumlaufen, und gesehen werden , - das ich anders bin.
Auch hat es mir Selbstbewusstsein gegeben und das Wissen, zu etwas großem dazu zu gehören. Wenn ich schwarze Gestallten, z.B. Vampire gesehen habe, die hocherhobenen Hauptes und galantvoll an mir vorbei rauschten und auch leicht altmodisch redeten, dachte ich: die sind über alles erhaben, den kann keine was. Das das aber meistens nur Masken sind, hinter denen sie sich verstecken, habe ich später herausgefunden. Einige waren bei Tage einfach nur noch bemitleidenswert, weil sie einfach total fertig mit der Welt waren.

Ich finde Leute, die schwarz oder in Leder gekleidet sind, wirklich (räusper) geil. Was mich noch weiter in die 'Szene' getrieben hat.
Aber für mich war es bis jetzt einfach eine Gruppe, deren 'Mitglieder' etwas ereichen wollten, bzw. die sich kreativ, musikalisch usw. betätigen, die sich in Geschichten hineindenken, und sie leben, (was ich sehr schön finde), die gerne Bücher lesen, Gedichte schreiben, mal in melancholie stillschweigen und nachdenken, lieber raus gehen, anstatt wie der Rest der Jugend vorm' Fehrnseher zu vergammeln.

Aber das man bei so einem Leben, die Realität verliert, habe ich selber zu spühren bekommen.
Es gibt nun mal keine Vampire, auch wenn die Vorstellung schön ist, und man kann auch nicht mit stolz und erhabenheit Geld verdienen und Leben. Es ist alles eine große schöne Maskerade, ein dauer Fasching!
Und so gerne ich auch dazugehören wollte, nun bin ich nur noch jemand , der zwischen den Welten wandert, aus Angst wieder die realität zu verlieren.



geschrieben von: Alyander

Ich glaube, Du vermischst hier so einige Dinge, die nicht zusammengehören oder nicht zwingend miteinander zu tun haben müssen... *kopfschüttel*

Genau besehen idealisierst und verzerrst Du die "Szene" Gothic doch mit beiden Meinungen - zuerst ins Positive (rebellisch sein, besonders sein, "erhaben" etc.pp.) - dann wandelt sich Deine Einstellung. Aber anstatt realistisch zu werden, verfällst Du ins andere Extrem: Jetzt ist plötzlich alles nur noch Fasching.

Und dazwischen gibt es nichts? *zwinker*


gruß
alyander



geschrieben von: mind

Es gibt mit Sicherheit eine ganze Menge dazwischen. Ich habe nur das geschrieben wie ich es bereits erlebt habe, bzw wie ich es sehe.
Das meine Sicht falsch sein kann/ist, ist mir bewusst, gerade desshalb habe ich das ja erst ins Forum geschrieben, um andere Meinungen zu bekommen, oder zurecht gewiesen zu werden ;)



geschrieben von: TwilightSun

teilweise kann ich deine thesen nachvollziehen.
Ich halte es für mehr oder weniger natürlich, dass man erst schreckliches erleben muss, um aufzuwachen, jemanden braucht, der einen mit der Nase auf Probleme stößt....die einen reagieren so, die anderen so. Auf jeden Fall verändert man sich und manche eben in diese Richtung.

Twi



geschrieben von: autumnnight

Zitat:
Original geschrieben von mind
... dann kommt dabei heraus , das eigendlich jeder irgendein Problem hat bzw. ein schreckliches Erlebnis hinter sich hat das er nicht verkraftet hat oder mit dem er nicht klar kommt. Also ist für mich auf lange Sicht hin, Gothic nur eine Flucht vor Problemen ...



dem kann ich nicht zustimmen..
mal ganz prinzipiell hat doch wohl jeder das eine oder andere problem.. das eine etwas heftiger, das andere etwas leichter.. aber nicht nur "wir".. auch die anderen..

und dass ich aufgrund meiner schrecklichen erlebnisse, mit denen ich nicht klarkomme, mich in richtung gothic gewandt/bewegt habe, ist vollkommen falsch..

die reihenfolge ist/war nämlich gerade andersrum..



geschrieben von: Colourize

Nu ja - es stimmt: zwischen "alles Fasching" und "Maskerade" ist sicherlich viel Platz. Ich würde aber auch unterschreiben, dass ein Anschluss an eine Szene (gleich welchen Inhalts) auch immer bis zum gewissen Grad eine Flucht aus dem bisherigen Alltag ist. Bei Gothic ist das nochmal besonders extrem, da der Inhalt der Szene sehr auf die Inszenierung einer Ich-Ästhetik konzentriert ist. In unserer konsumatorischen Welt versucht sich jeder Mensch "gut zu verkaufen", und inszeniert sich tagtäglich selbst. Ich verstehe die Gothic-Szene als missglückten Versuch, diesem "Selbstanpreisen" und dem tagtäglichen "sich verkaufen", dieser materiellen Welt mit ihrer Verdinglichung des menschlichen Seins zu entfliehen.

Das Problem ist nämlich: Indem die "Selbstanpreisung" der Gesamtgesellschaft negiert wird, und man sich in eine Subkultur flüchtet und die Codes der Gesamtgesellschaft durch andere Ideale ersetzt (z.B. "kalkweiss sein" statt "schön braun sein"), bestätigt man indirekt die Werte der Gesellschaft. Nur die Position, die zu den Werten angenommen wird, ist eine andere - der Grundwert "Schön sein" und "sich anpreisen" wird nicht in Frage gestellt.

Will sagen: Gothic ist ein Fluchtversuch aus dem Mainstream, bei dem sich die fliehende Person selbst ein Bein stellt. Was bleibt ist die Bestätigung der Gesellschaft durch genau das, was ALLE ANDEREN in dieser verdammten westlichen Welt (Industriegesellschaften) auch machen: Die Ästhetisierung des Alltags.

Durch dieses Verhalten werden letztlich WIRKLICHE Veränderungen boykottiert. Es geht um die Form, nicht um die Inhalte. Was ich daher stark bezweifeln würde, ist dass man "bei so einem Leben die Realität verliert". Im Gegenteil: Die Realität ist niergends präsenter.

Und gleich hinterher noch eine Einschränkung: Diese Diagnose trifft auf die SZENE zu, nicht auf jedes ihrer Individuen. Genau wie o.g. Werte ja auch gesellschaftliche Werte sind, die unabhängig von den Einzelnen existieren.

Was die "Einzelnen" betrifft: Natürlich ist die Gothic-Szene ein Sammelbecken für Menschen, die mit sich selbst und ihrer Umwelt nicht klarkommen. Ob das in der Konsequenz dann aber heißt, dass diese Menschen "einfach nur noch bemitleidenswert (sind), weil sie einfach total fertig mit der Welt waren" ist Ansichtssache. Wann ist man denn nicht "fertig mit der Welt"? Wenn man zum Saufurlaub nach Mallorca fliegt? Oder beim Extreem-Rafting-Abenteuer seine eigenen Grenzen kennenlernt? Oder wenn man im "Naturerlebnis" eine Inszenierung seiner ästhetischen Werte vollzieht? Wenn man 40 Stunden die Woche mit Krawatte im Büro sitzt? Oder mit Dosenbier in der Hand WM in der Glotze guckt?

Was "fertig mit der Welt" ist und was nicht, ist definitionsabhängig. Es stellt sich die Frage nach der "Normalität". In meiner Weltsicht sind Leute, die Du als "fertig" bezeichnest, weil sie sich mit einer Überdosis Szene betäuben ihrer "Wahrheit" vielleicht viel näher als Menschen, die sich mit Arbeit, Rafting, Fußball oder was weiss ich was wegschiessen.



geschrieben von: mind

Zitat:
Original geschrieben von autumnnight



und dass ich aufgrund meiner schrecklichen erlebnisse, mit denen ich nicht klarkomme, mich in richtung gothic gewandt/bewegt habe, ist vollkommen falsch..

die reihenfolge ist/war nämlich gerade andersrum..



Soll das heißen du hast dich zuerst der Gothic zugewannt, und dann kamen die schrecklichen Erlebnisse ?

Ich will hier ja auch niemanden angreifen, und bin ja auch immer noch in der 'Szene' aktiv. Es hat mich nur so sehr beschäftigt, da ich irgendwie alles so genommen habe wie es mir gesagt wurde und nie angezweifelt habe, das die 'Szene' 'gut' ist. Und als ich am Wochenende mit einer Person darüber geredet habe, sind bei mir nicht nur Zweifel aufgekommen, das ich das 'Richtige' tue, sondern auch Erkenntniss darüber, das ich gar nicht so charakter- stark bin, wie ich vorgab bzw. dachte zu sein. Auf einmal war ich wieder die Person die ich Jahrelang, vor meiner Gothic- Zeit, war, die sich von allem hat beeinflussen lassen und die nicht genug Selbstbewusstsein hatte um alleine klar zu kommen.
Die Szene hat mich stark gemacht, ich hatte zwar keine wirklich tiefgreifenden Probleme, aber ich hatte schon immer den Drang anders zu sein, ich wollte kreativ sein und auf gar keinen Fall so sein wie die dummen Weiber aus meiner Klasse, die ich so sehr gehasst habe, weil sie immer schöner, besser usw. waren. Meine Illusion, das ich eigendlich besser dran bin als sie , weil ich über den Horizont hinausblicken konnte, wurde durch dieses Gespräch angebröckelt.
Und damit stelle ich nicht unbedingt die Szene in frage, denn für fiele ist es wirklich ein Halt, und eine Hoffnung, und da ist nichts schlimmes bei. Und wenn ich sage das so eine person wie oben Bemitleidenswert ist, dann sage ich das nicht von einem Hohen Roß herunter, sondern ich stehe auf der selben Ebene, und könnte das gleiche auch zu mir sagen.



geschrieben von: autumnnight

Zitat:
Original geschrieben von mind


Soll das heißen du hast dich zuerst der Gothic zugewannt, und dann kamen die schrecklichen Erlebnisse ?



ja.. war/ist bei mir so..
schon mit dreizehn/vierzehn zog ich wall of voodoo, virgin prunes, the vyllies und und und all der anderen musik vor.. das war so um vier-/fünfundachzig rum..
erst jahre später starb meine freundin an krebs.. kam meine mutter bei einem autounfall um.. war ich schwanger und hatte eine fehlgeburt.. autounfall.. scheidung.. alles dinge, die ich noch immer mit mir herumtrage.. die mich beschäftigen.. mal mehr, mal weniger.. aber mich vor allem nicht zur ruhe kommen lassen..
wobei ich nicht sage, dass dies durch gothic hervorgerufen wurde.. wollte dir halt nur kurz aufzeigen, dass es auch "andersrum" geht..



geschrieben von: Colonaell

Ich kann minds Erfahrungen eigentlich nur bestätigen (Nein, ich mache jetzt auch keine Werbung für meinen Thread im Kaiser)...

Natürlich gilt, daß nicht jeder der Probleme hat, zu gothic flüchtet, oder jeder der 'gothic' ist, auch zwangsweise gescheitert ist...

Ich denke was mind jedoch ausdrücken wollte ist a) Daß der Prozentsatz an Leuten mit schwerwiegenden (sozialen/psychischen) Problemen sehr hoch ist, und b) es auch viele gibt, die ihr Ego aufgrund ihres 'Schwarzseins' aufbauen, was im schlimmsten Fall in Arroganz ausartet...


Ich persönlich will weder behaupten, daß ich keine Probleme hätte (aber keine schwerwiegenden, und irgendwas ist ja immer), noch daß ich in irgendeiner Form gothic bin...

Ich pendele zwischen den lagern, meine Hoffnungen, in der sog. 'Szene' auf intellegente Menschen zu stoßen, wurden teilweise erfüllt, jedoch wurde ich oft genug mit rohem Teeniegehabe konfrontiert, was wiederum nicht meine Art ist...

Wer mehr über meine Szeneansichten wissen will, schaut hier:

http://www.nachtwelten.de/vB/showth...=&threadid=5530


Zum Gruße
Col O'Naell



geschrieben von: Gogisch-Worak

hiho erstmal ... :-) ... bin recht neu ...

also ich wollte nen gedanken schreiben den ich so habe wenn ich gothics sehe ... ich habe selbst wenig kontakt mit welchen ...

also mir ist das so wiederfahren ich kann das also als subjektive erfahrung nur sagen ... und zwar wenn ich am morgen aufwache und raus gehe und scharz gekleidet bin und eben eher düster aussehe und auch nicht so recht lächle und dann auf der strasse oder sonstwo leuten begegne, dann schätze ich fällt es diesen schwer mir freudig zu begegnen oder mich anzulächeln oder einfach aufgeschlossen und offen zu sein ...

jedoch wenn ich raus gehe und lächle oder mein gfesicht ein wenig fröhlichkeit zeigt, am besten mit nicht gerade schwarzer sondern halt bunter kleidung oder so hinterlegt, dann passiert es mir in begegnungen öfters das ich eine offenheit vernehme oder auch mal ein lächeln zurückbekomme.

ich denke das sich diese einstellung oder art wie man mit menschen zusammentrifft eben auswirkt und dann gibt es aber auch die auswirkung wenn eben nie einer zurücklächelt oder keiner so recht offen ist das ich noch grimmiger werde oder wie auch immer ...

macht ihr diese erfahrung auch ? ...
es kommt natürlich immer auf das gegenüber an ...



geschrieben von: Myrielle

@mind:
[list]
[*]...wie ich vorgab bzw. dachte zu sein. Auf einmal war ich wieder die Person die ich Jahrelang, vor meiner Gothic- Zeit, war, die sich von allem hat beeinflussen lassen und die nicht genug Selbstbewusstsein hatte um alleine klar zu kommen. ....

/list]

..und ich glaube genau da liegt dein problem.
du wirst doch nicht plötzlich zu einem anderen menschen, nur weil du dich dieser oder jener szene anschliesst!
du warst warscheinlich die ganze zeit "diese person, die du vor deiner ***-zeit " warst,hast halt nur versucht, dich anders zu geben,oder gesehen zu werden.
ich denke, dass es genausoviele leute gibt, die sich die musik anhören, weil sie ihnen schlicht und ergreifend gefält und sie zum denken anregt.---die in die clubs gehen, weil sie BOCK drauf haben --und nicht weil sie vor ihren problemen davon laufen.
das gibts natürlich auch,aber das gibts überall.
Ich denke,das vielfach auch das gegenteil von "-vor problemen-weglaufen"-der fall ist,dass das auseinandersetzen mit den eigenen,verschiedensten seiten viel klarheit über das eigene selbst bringt.

und wie auch schon gesagt wurde, probleme haben doch schliesslich alle menschen.
aber ich finde es etwas krass, zu sagen, man würde seine probleme "betäuben" in dem man "gothic wird",oder in dem man z.b. raften geht....so`n quatsch.
is doch klasse, wenn man hobbys hat, warum denn nicht?

Wenn man sich aber wie auch immer geartet verstellt,weil man vielleicht schüchtern und menschenscheu und/oder einfach nicht mit sich zufrieden ist,dann geht die schüchternheit doch nicht aufeinmal weg,sondern im besten falle fällt bei demjenigen dann mal irgendwann der groschen, dass irgendwas nicht stimmen kann...aber daran ist keine "szene" schuld....

sorry, aber das ist meine bescheidene meinung

liebe grüsse von
my



geschrieben von: FallenSisko

Zitat:
Original geschrieben von mind
Also ist für mich auf lange Sicht hin, Gothic nur eine Flucht vor Problemen, bzw. ist es ein 'Zusammenschluss' von Leuten die nicht wussten wo sie hingehören, und die somit das Extrem 'Gothic' wählten?



Vielleicht ist dieser Sog der Spaßgesellschaft so groß, das man sich nur mit einem großen Knall sich von ihr lösen kann.

Die Medien und die Spaßgesellschaft können einen so einlullen, dass man die Realität nicht mehr sieht. Alle wollen nur Fun, Alk und Drogen. Und dann passiert etwas. Irgendetwas schlimmes. Und dann merkt man das es noch mehr als diese Spaßgesellschaft gibt. Und dieses erkunden dessen, was es hinter der Spaßgesellschaft gibt, ist für mich Gothic.

Wenn du das alles zusammenzählst. Dann ist es keine Flucht, sondern ein Sammelbecken für Menschen die von der Spaßgesellschaft nicht mehr gefangen und betäubt sind. Flucht... Zuflucht... Rebellion... oder doch eine andere Welt?

Um mal bei meinem Untertitel zu bleiben.. es ist ein erwachen. Ein erwachen voller Schmerzen.

Schonmal Matrix gesehen? ;)



geschrieben von: Alyander

öhm... menschen die von der spaßgesellschaft nicht mehr gefangen sind?

sisko, du bist wieder idealist :D
vielleicht sollte es so sein... aber es gibt genügend kram in der "szene", der genau die gleiche fun-gesellschaft ist, nur in schwarz angemalt. siehe wgt. bzw. siehe andere threads, wo du dich ja auch entsprechend anders äußerst ;)

Und @ Gogisch-Worak: Schön daß Du den Weg hierher gefunden hast *willkommensgruß aussprech* aber ich glaube Dein Posting geht etwas am Thema vorbei... zumindest habe ich den Zusammenhang jetzt nicht ersehen können... aber evtl. eine schöne Idee für einen eigenen Thread??


aly



geschrieben von: FallenSisko

Zitat:
Original geschrieben von Alyander
öhm... menschen die von der spaßgesellschaft nicht mehr gefangen sind?

sisko, du bist wieder idealist :D
vielleicht sollte es so sein... aber es gibt genügend kram in der "szene", der genau die gleiche fun-gesellschaft ist, nur in schwarz angemalt. siehe wgt. bzw. siehe andere threads, wo du dich ja auch entsprechend anders äußerst ;)



Ups. da liest jemand mit. :D

Okay das ist das Idealbild. Die Wirklichkeit ist leider nicht so. Aber ein Idealist hält an seinem Ideal fest, bis er unter geht. Und diese ganzen schwarz angemalten funhasis sind doch eigentlich nur ein Grund noch depressiver und schwärzer zu werden. Oder?



geschrieben von: Alyander

"schwarz angemalte funhasis" :D

öhm.. nein... ich verstehe wie Du Deinen letzten Satz meinst... aber ich werde wegen denen nicht "mehr" oder "weniger" schwarz und ich will um himmels willen nicht noch depressiver werden... :rolleyes: Dann ließen wir uns ja in ein Klischee treiben... und dort vermute ich Leute wie Dich zuletzt ;)

nu aber nich vom Thema abkommen... *fluchti's mod-tippsenfinger fürchtet... :D*



geschrieben von: mind

@all:


Genau desshalb kann und möchte ich mich von der 'Szene' nicht losreißen, wegen der Menschen die sich 'in' ihr befinden.

Es ist egal ob persönliche Probleme, Erlebnisse, mangelndes Selbstbewusstsein oder ausweichen vor der Gesellschaft, wenn ich mir dieses Forum angucke, und die 'positiven' und 'negativen'
Antworten betrachte, so ist das genau das was die 'Gothic's' von anderen unterscheidet: OFFENHEIT und der Versuch um Verständniss.

Zwar ist ein Forum im Internet ziemlich unpersönlich, und somit ist es auch leichter seine Meinung zu äußern, aber es wird hier und auch real (damit meine ich wenn man sich gegenübersteht)
keine Hand vor den Mund genommen und es wird auch nicht abwertend reagiert. Es wird zugehört und EHRLICH geantwortet, und das ist es was ich an den Menschen hier und in der Szene liebe.



geschrieben von: cursed

es ist also eine flucht in die wahrheit und keine flucht in selbsttäuschung :)
da sollten wir uns nichts vormachen *g*



geschrieben von: Seneca

Im alten Forum existiert ein Thema ähnlicher Art, ich kopiere daher einfach mal meinen alten Beitrag hier neu ein.
Ich denke der text passt sehr gut zur laufenden Diskussion:


Dunkelblaue Grüße liebe Gemeinde...
Mir fällt auf, das hier immer wieder die Szene, welche sich in Musiktempeln zeigt, beschrieben wird.
Daher will ich also darauf aufbauen.
Zuerst einmal zu mir, ich bin nicht mehr allzu fern vom 30. Lebensjahr, und habe in meinem Leben nur 12 Mal eine Discothek besucht.
Wenn wir hier also von "Szene" sprechen, scheint ihr die Besucher dieser Läden zu meinen, daher zähle ich mich nicht dazu.
Ich möchte euch also vom Leben zwischen den Wochenenden berichten, und was meines Erachtens der Unterschied zwischen meinem engsten Kreis, und den "Anderen" ist.

Da fällt mir als erstes die Weigerung ein, gelebt zu werden, und die Tatsache, das fast alle eine gewisse Zeit in der Psychiatrie hinter sich haben.(oder zumindest Psychologie studieren)
Einige (mich eingeschlossen) fühlen sich an lauten und überfüllten Orten nicht wohl.
Unser Umgang miteinander ist eher etwas sensibler, oder zumindest versuchen wir es.
Wie haben wir uns gefunden...?
Teilweise über dieses Board, teilweise hat man sich einfach erkannt, über die Kleidung, über die Sprache, über ein Amulett...etc.
Nicht alle sind schwarz gewandet, eine ist dunkelbunt, und einer sieht "normal" aus.
Aber wir haben eine Gemeinsamkeit, wir waren alle Außenseiter, für die größte Zeit unseres Lebens.
Wer hat uns zu Außenseitern gemacht...?
Wir uns selbst...oder die "Anderen"...die uns verlacht haben...wegen unserer Ansichten, dem Outfit, den seltsamen Ideen.

Ich weiß nicht, was nun mit den "Anderen" speziell los ist, was sie glauben, was sie antreibt, was sie dabei empfinden, wenn sie ihr Leben führen, und offensichtlich nicht darüber nachdenken, was ihr Handeln anrichtet.
Ich glaube zu viele Menschen werden gelebt, und da schließe ich auch Anhänger von Subkulturen nicht aus.

Wie auch immer, ich habe die schwarze Subkultur lange als Auffangbecken für junge Menschen erlebt, die nicht mit der Kälte zurechtkommen, die verletzlich sind, oder schwere seelische Probleme haben.
Nun aber, seit schwarz "in" ist, und man es gothic nennt, wird es etwas schwerer sie zu finden, aber sie sind noch da...
Man sieht sie oft alleine am Rand stehen, so wie ich auch früher am Rand gestanden habe und nicht aus mir heraus kam, weil ich nicht der Norm entsprach.
Nur das es damals die "Anderen" waren, die mich ausschlossen.
Seitdem ist die Szene sehr laut geworden. Aber es gibt sie noch, die stillen Seelen, und so manche denkt über einen dritten Weg nach, denn "gothic" können wir zwar hören, aber nicht sein.

....dunkelblaue Grüße...

Ein Außenseiter



geschrieben von: Menedemos

Eigentlich wollte ich auch noch meinen Senf dazu beisteuern.

Aber zu dem, was Seneca gesagt hat, weiß ich eigentlich nichts Sinnvolles hinzuzufügen... :)



geschrieben von: Clytie

Dito. Kann ich so unterschreiben.

Clytie.



geschrieben von: Colonaell

@seneca: Dann streiche ich auch "schwarz" aus meinem Wortschatz, denn ich bin alles, aber nicht still....

Zum Gruße
Col O'Naell



geschrieben von: Gogisch-Worak

ein wenig von meiner meinung zum aussenseiter sein ....

meiner meinung nach kann ein jeder aussenseiter sein wenn er will ... man muss nur schauen das man in gemeinschaften nicht akzeptiert wird wie man lebt ... sobald das mehrere tun besteht die gefahr das ma sich als aussenseiter zusammenrottet und somit wieder eine gemeinschaft bildet ... was heißt hier gefahr ... naja wenn man aussenseiter sein will dann ist das ne gefahr ...

eine gemeinschaft heißt für mich das menschen zusammen interessen folgen ... sobald einer interesse hinterhergegangen wird schließt man sich entweder an auch wenn die eigenen interessen anders sind oder die eigenen interessen überwiegen ... dann ist man raus aus der gemeinschaft ... gemeinschaften stoßen immer wieder darauf das einzelne andere interesen haben und gemeinschaften funktionieren somit nur wenn der einzelne seine interessen auch mal zurückstellt ... trotzdem müssen auch interessen bestehen also kann sich keiner komplett zurücknehmen ...



geschrieben von: Seneca

Wie gesagt:
Ich beziehe mich auf meinen "Kreis", mir ist sehr wohl klar das es auch andere "Richtungen", "Stilarten" und "Gesinnungen" innerhalb dieser "Szene" gibt, auch laute...!

Zum Thema Außenseiter...ich habe den Text mehrfach vorgelegt, bevor ich ihn hier hereingestellt habe, und tat das nur, weil ich mehrfach Bestätigung bekam.
ich sollte wohl erwähen das ich Internatschüler war, und die Auswahl an "Zeitgenossen" eher gering war.
Ich hätte mich natürlich dem Diktat des Triumvirats der drei "coolsten Jungs" unterwerfen können, dann wäre ich sicher kein Außenseiter geblieben, aber das stand nicht zur Diskussion.

..so wurde ich eben verlacht...verprügelt...gemieden..."therapiert" und letzendlich zum von allen gefürchteten Psychopathen.

...endlich Ruhe...!



geschrieben von: Nikama

Amen! lol Endlich Ruhe wäre gut! Auch ich kann Seneca nur zustimmen. Ich muss aber auch noch zu dem etwas hinzufügen, was Gogisch-Worak gesagt hat. Es ist doch wirklich so, sobald sich eine Gruppe von Aussenseitern mit ähnlichen Interressen zusammengetan hat, findet die selbe Cliquen- und Elite- Bildung wieder statt. Ich hab auf dem Board vom WGT gelesen, dass viele junge Leute, die dort waren das Gefühl hatten nicht akzeptiert zu werden. Das man ihnen unterstellte, das sie nur in einer Phase steckten, und gar nicht zur schwarzen Szene dazugehören könnten. Ist sowas wirklich nötig? Im Englischen gibt es da diesen Satz "I´m more goth than you". Und das trifft doch leider auch zu. Kann man wirklich sagen: "Hey hau ab, ich bin ein viel schlimmerer Aussenseiter als Du!"? Wenn es soweit kommt dann macht es, meiner Meinug nach, alles keinen Sinn mehr.



geschrieben von: Myrielle

Zitat Nikama:

Zitat:
Ich hab auf dem Board vom WGT gelesen, dass viele junge Leute, die dort waren das Gefühl hatten nicht akzeptiert zu werden. Das man ihnen unterstellte, das sie nur in einer Phase steckten, und gar nicht zur schwarzen Szene dazugehören könnten. Ist sowas wirklich nötig? Im Englischen gibt es da diesen Satz "I´m more goth than you". Und das trifft doch leider auch zu. Kann man wirklich sagen: "Hey hau ab, ich bin ein viel schlimmerer Aussenseiter als Du!"? Wenn es soweit kommt dann macht es, meiner Meinug nach, alles keinen Sinn mehr.


ich habe manchmal das gefühl, dass in vielen fällen, die leute sich nicht akzeptiert FÜHLEN, dass es aber in wirklichkeit garnicht so wild ist.ich kann mir jedenfalls kaum vorstellen, dass ein mensch, der sich mit sich selbst auseinandergesetzt hat, sich zur schwarzen scene zugehörig fühlt zu einem jüngeren sagt:HEY; ICH BIN MEHR GOTH ALS DU........oder:hau ab hier, du bist doch eh inner "phase"....
Solche dinge wie unterstellungen ("phase") kommen eher von der "aussenwelt" sprich von verständnislosen eltern,nachbarn, etc., die vielleicht in deinem inneren nachhallen ,und sich auf andere leute projeziert(vielleicht,weil sie dich nicht zu beachten scheinen?!)

und wenn du wirklich mal auf dem wgt oder sonstwo so einen satz von einem "schwarzen" zu hören bekommen solltest (was ich mir wie gesagt nicht so recht vorstellen kann..),mach dir einfach keine birne drum,dann ist es auch nicht wirklich wichtig, was so ein mensch sonst noch denkt.denn warscheinlich projeziert er gerade die probleme,die er mit sich selber hat auf dich!!!

in diesem sinne
be what you are
mymy



geschrieben von: mind

Ich kann Nikama nur zustimmen. Es gibt überall in der Szene solche Leute, die mit ihrem Blick schon sagen: "was willst du denn hier?"
Da ich mich auch nicht immer 'schwarz' kleide, aber trotzdem als Goth zu erkennen bin (durch Amulette... etc.) habe ich schon oft intolleranz erlebt. Nur weil man nicht immer schwarz gekleidet ist gehört man nicht dazu? Wie kann sich jemand überhaupt anmaßen zu urteilen wer 'dazu' gehört oder nicht. Über denjenigen kann ja genauso geurteilt werden. Und ob auf dem WGT oder einfach auf der Straße, ich finde man kann sich wenigstens eine freundlichen Blick zuwerfen. OK , einige tun das ja auch, aber eher seltend.
Ich finde auch, das einfach jeder selber darüber urteilen sollte, ob er 'dazu' gehört oder nicht. Ich habe bei meinem Sport zwei 14- jährige Mädchen, die von einem Tag auf den anderen ankamen: Ich bin ein Gothic. Ich habe zwar im stillen gedacht: "ja klar, red du nur" und es hat mich auch wütend gemacht, aber letztendlich, kann es mir ja egal sein, ich nehme sie imemr noch nicht ernst, aber sie werden ja selber merken ob es nur eine Phase ist. Ich denke das ist eben eine Stärke, wenn man über soetwas erhaben ist, und sie einfach machen lässt.
Wie soll man denn tolleranz erfahren, wenn man selber bei soetwas schon austickt?



geschrieben von: Seneca

Wer hat eigenlich diesen Irrglauben in die Welt gesetzt das Gruftis einfarbig schwarz sein müssen...?
Gothics sind vieleicht einfarbig schwarz, aber das wäre mit ehrlich gesagt zu warm, mitten im Sommer.



geschrieben von: mind

Zitat:
Original geschrieben von Seneca

Gothics sind vieleicht einfarbig schwarz, aber das wäre mit ehrlich gesagt zu warm, mitten im Sommer.



Genau meine Meinung!!!

Ich kann nicht bei 28 C° ganz in schwarz rumlaufen, höchstens mit nem eispack auf'm Kopf. Möchte nicht wissen wie dämlich das aussähe



geschrieben von: Hirogen

einen herzlichen gruss an alle farbigen und neger, ihr seht ganz in schwarz gar nicht doof aus...wenn dann nur mit eispack auf dem kopf....

;-)


mfG


Hirogen - Alice Schwarzer



geschrieben von: Drachenelfe

* herzliche grüße von einer, deren zweitliebste fare im kleiderschrank ORANGE ist*- wunderschön! und regenbogenfarben sind auch hübsch. ansonsten gibt es da ja auch noch dunkelrot, weiß und kobaltblau.
lg, Drachenelfe:cool:



geschrieben von: seelenmord

Zitat:
... so ist das genau das was die 'Gothic's' von anderen unterscheidet: OFFENHEIT und der Versuch um Verständniss.


Hmmm, ich will ja jetzt nicht stänkern, aber ich denke, daß Du diese Eigenschaften auch ohne 'Gothic' finden kannst und für mich nicht unbedingt eine standartisierte Eigenschaft dieser Subkultur ist. Betrachtest Du die "Schwarzen" als Masse, so habe ich den Eindruck, daß sie sich wohl kaum von dem was die "Bunten" so treiben unterscheiden. Auf den einzelnen kommt es an ... egal welche Klamotten er heute oder morgen trägt.

Grüße

seelenmord



geschrieben von: mind

? ? ?

Ach so war das alles doch gar nicht gemeint.

Ich glaube ich habe dieses Thema in einem Anflug von emutionaler geistlicher Umnachtung eröffnet. Es ist eigendlich total sinnlos über soetwas zu diskutieren. (außer das man eben die Ansichten anderer kennenlernt)
Man kann 'Gothic' und/oder die Menschen die sich mit ihr befassen, weder definieren noch bestimmen, noch in irgendeine Kiste stecken. Und da für jeden 'Gothic' etwas anderes ist (im sinne von: was es ihm bedeutet) gibt es meiner Meinung nach nicht mal eine eingegrenzte Zugehörigkeit. Von wegen schwarz oder bunt usw. das tut eigendlich gar nichts zur Sache. Soweit ich weis ist das alles aus einer Band entstanden die schwarze Kleidung und Silberschmuck trugen, und da ihre Music so 'eckig' war , war es für die Menschen weder Rock noch Metal, es war Gothic. Und die Anhänger/Fans dieser gruppe taten es ihnen nach usw...
aber Gothic ist heute mehr etwas was im inneren einer Person ist, und nicht estwas was man unbedingt nach außen hin zeigen muss.



geschrieben von: WhiteRaven

Schön gesprochen... *find*



geschrieben von: Hirogen

wirklich ernste frage:

Grufti sein ohne einen knacks zu haben,Porblemfall zu sein, was ganz schlimmes erlebt zu haben, geht das? gibts das?



würd mich mal interessieren, was so für antworten kommen...


mfG

H.



geschrieben von: WhiteRaven

Hm, also ich könnte jetzt nicht "ja" antworten und mich als Beispiel nennen...



geschrieben von: FallenSisko

Zitat:
Original geschrieben von Hirogen
wirklich ernste frage:

Grufti sein ohne einen knacks zu haben,Porblemfall zu sein, was ganz schlimmes erlebt zu haben, geht das? gibts das?



würd mich mal interessieren, was so für antworten kommen...


mfG

H.



Genauso spannend ist die Frage wie Kinder von Gothics sich entwickeln werden. Haben die dann auch das selbe Weltbild? Und wenn ja wäre das eine Antwort auf deine Frage?!



geschrieben von: TobeMental

Ich weiß nicht, ob Gothics einen "Knacks" haben. Jedenfalls halte ich diese Definition für einwenig beleidigend.

Was heißt da Problemfall? Schlechter Umgang mit Menschen, infantiles Verhalten? Aber vielleicht meinst du eher die seelischen Wertfaktoren. Es ist extrem schwierig darauf eine Antwort zu finden. Nehmen wir einen Menschen, welcher durch und durch fröhlich ist. Sich permanent bunt kleidet und an der Welt unglaublichen Spaß hat. Weder lässt er sich von dies beflügeln oder sonst etwas. Mit seiner späteren Karriere realisiert er sich zum Unternehmensführer und entlässt Leute, wie es ihm in die Sinne kommt (wobei gewisse rationale Unternehmstrukturen schuld daran sein könnten). Unabhängig hiervon, was mit ihnen künftig geschehen soll. Es ist ihm egal, er hat seine Existenz - sie beruht auf das "Ich bin der Beste, alles andere ist wertlos"-Prinzip.

Doch es existieren hierzu noch andere Menschen, die exakt das Gegenteil von allem sind. Sie erkennen fortan eine Gefahr, sind bei weitem pessimistischer (nach meiner Meinung die Erkenntnis über den Realismus). Ich möchte jetzt nicht erwähnen, dass solche Leute keine Karriere haben, dennoch führen sie aufgrund von auserlesenen Werten einen anderen Lebensstil. Dies fängt bereits mit den Ansichten an, der Weltanschauung wie dem Interesse. Eine niedere Stimmung deutet von einer ruhigen Seele. Gedanke: "Vielleicht ist der Unternehmer noch Sportler und Trainer eines Vereins. Wer weiß?" Anderen interessiert so ein Stuss nicht. Finden es langweilig und bekloppt. Einfach öde - richtig scheiße. Weswegen einem Ball hinterher rennen, wenn es nützlichere Erfahrungen auf dieser Welt gibt?! Da fangen die Unterschiede bereits an. Mehr wird jetzt erwähnt...

Die zwei oberen Texte gelten eher als Interpretationsphase. Man sollte Assoziationen aufbauen, um zu verstehen.


Noch mal zum "Knacks". Doch vorerst: Ich selbst trete nicht als offizieller Goth (da fehlt NOCH einiges ;) ) auf, doch "schwarz" sein ist einfach umwerfend. Auf dem Fußweg zur Firma kann ich eine Abkürzung über den Friedhof (Vorsicht! Klischee!) nehmen, was ich immer oft tat. Sobald ich mich auf diesem Terrain befand, spürte ich gewisse exotische Impressionen (anderes Gefühl, jedoch nicht bedrohlich oder beängstigend). Ist das jetzt etwa verrückt?!



geschrieben von: mind

Ich hab auch keinen 'KNACKS' !(auch wenn da einige anderer Meinung sind;) )
Aber ich bin ja auch kein richtiger Goth,- naja, wer weis was nach dem M'erra ist...

Aber wie gesagt es kommt nicht auf Äußerlichkeiten an, sondern auf die Denkensweise.

Und ich kann mir vorstellen das die'Szene' für viele nur ein Hobby ist, was wiederum einzig auf's Äußere gepolt ist.



geschrieben von: Lu Diamond

Zitat:
Original geschrieben von Hirogen
wirklich ernste frage:

Grufti sein ohne einen knacks zu haben,Porblemfall zu sein, was ganz schlimmes erlebt zu haben, geht das? gibts das?



Sind die meisten Gruftis melancholisch?
Weiß nicht, glaub ein Teil ja.

Wie kommt das denn?
Vielleicht ist die Musik bei einigen dran "schuld". Manche hören die Sachen die ihnen selbst und der eigenen Stimmung entsprechen.

Warum das?
Weil das gut tut "verstanden" zu werden oder einen Teil von sich richtig wiedergegeben zu sehen, oder einen Teil in sich zu Leben erweckt fühlen durch die Texte vielleicht oder durch die transportierte Stimmung. Texte einiger Stücke sind ernsthaft und setzen sich mit Unbequemlichkeiten auseinander, mit Verlust, schmerzlicher Freude, der Schönheit der Melancholie, der Ästhetik des Verbotenen, morbider Romantik, existenziellen Fragen nach dem Sinn des Lebens, mit dem, was danach kommt.

Warum fühlen sich denn manche Menschen von solchen Themen angezogen?
Vielleicht ist ein Teil Veranlagung und unabhängig von der Erziehung der Eltern da, ich meine einen bestimmten Grad von Sensiblität, eigenem Geschmacksempfinden, Ästhetiksinn. Erziehung, die ja nicht nur aber zum großen Teil von den Eltern ausgeht, macht viel aus, Erfahrungen. Wer schon zeitig mit Elend in welcher Form auch immer konfrontiert wird, macht sich andere beschwertere Gedanken um das sein, kann es nicht mehr unbefangen empfangen. Überzeichnet gesagt werden sie traumatisiert worden sein. Traumata veränderrn das Wesen und meist hin zu weniger lebensfrohen, gedankenversunken introvertierten oder überdrehten extrovertierten........ wie auch immer , Naturen mit veränderter Sicht der Dinge, veränderter Gewichtung, Einschätzung von Realität.

Also landen alle traumatisierten ernsteren Menschen mit schlechten Kindheitserfahrungen früh oder später in der Gothicszene?
Das ist Mumpitz, weil alle Menschen anders sind. Es gibt noch viele andere ernsthafte Musik aus anderen Bereichen exemplarisch dem Pop oder Klassik. Jeder empfindet was anderes seiner Ausdrucksweise von melancholisch entsprechend, Koreaner, Nigerianer, Bulgaren, Syrier.......... haben andere Vorstellungen von melancholischen Klängen. Es wird unterschiedlich nach entsprechung gesucht, muss nicht Musik sein oder gerade lustige, überhaupt nicht ernste Musik sein, je nach persönlicher Lebens und Überlebensstrategie. Außerdem ist das Gothicmusiksammelbecken überhaupt nicht homogen, weder Musik noch Leute betreffend.

Ach dann gibt es auch lustige Musik für lustige,traurige, ausgewogene Menschen im Gothicbereich?
Was für ein wunder, natürlich. Es gehen nicht alle Fast-, Beinahe-, Halb- oder Ganzgothicmusikkonsumenten in die Szene um Trauer auszuleben, manche wollen sich gern profilieren, die hören dann möglicherweise sehr coole, harte Klänge, andere wollen Gleichgesinnte Partner für sexuelle Aktivitäten finden die hören dann u.a. bewusst sich dazu bekennende Ínterpreten, wer Spaß will und einfach auf elektrische Klänge hört hört sie eben. Die Spanne dessen was als gothic zählt ist riesig. Riesiger Umfang an heterogener Musik und heterogenen Charakteren.

Also sind nicht alle Gothics traurige Gemüter, Problemfälle und haben einen Knacks weg?
Kann ich nicht einschätzen kenne ja nicht alle, denke aber nicht. Außerdem legt nicht jeder traumatisierte Goth (halb, viertel, ganz bla) wert darauf, dieses Trauma und das Verbrechen an ihm als Visitenkarte sich auf die Stirn zu kleben, wirkt nach außen cool, lustig, extrovertiert. Genauso gibts nach außen betont schwermütige die gar nicht traumatisiert sind oder jedenfalls nicht deshalb so deprimiert erscheinen, sondern vielmehr des Chics wegen, Profilierungsgründe.



geschrieben von: TobeMental

@Lu Diamond

Recht hast du mit diesen Schilderungen. Hast du darüber eine Dissertation geschrieben? ;)


Eine Veranlagung gibt es meiner Meinung nach nicht. Es kommt wohl immer auf die persönliche Entwicklung an. Erfahrungswerte, Empfindungen. Der seelische Aspekt...



geschrieben von: Lu Diamond

Zitat:
Original geschrieben von TobeMental
@Lu Diamond

Recht hast du mit diesen Schilderungen. Hast du darüber eine Dissertation geschrieben? ;)



Türlich türlich, neuer Studiengang an unserer Uni: Viertel-, Halb-, Misch-, Ganz- und Garnichtgothologie (GGG). ;)



geschrieben von: TobeMental

Zitat:
Original geschrieben von Lu Diamond
Türlich türlich, neuer Studiengang an unserer Uni: Viertel-, Halb-, Misch-, Ganz- und Garnichtgothologie (GGG). ;)


Interessant! Da wirst bestimmt darin noch die Professorin machen.

Prof. Dr. Lu Diamond der Gothologie ;)


Natürlich im schwarzen Kittel...



geschrieben von: Lu Diamond

Zitat:
Original geschrieben von TobeMental


Interessant! Da wirst bestimmt darin noch die Professorin machen.

Prof. Dr. Lu Diamond der Gothologie ;)


Natürlich im schwarzen Kittel...



Wer weiß vielleicht sehen wir uns noch. Also: immer schön artig sein vielleicht gibt´s dann die besseren Noten ;)



geschrieben von: Lunchbox

Zitat:
Original geschrieben von FallenSisko


Vielleicht ist dieser Sog der Spaßgesellschaft so groß, das man sich nur mit einem großen Knall sich von ihr lösen kann.

Die Medien und die Spaßgesellschaft können einen so einlullen, dass man die Realität nicht mehr sieht. Alle wollen nur Fun, Alk und Drogen. Und dann passiert etwas. Irgendetwas schlimmes. Und dann merkt man das es noch mehr als diese Spaßgesellschaft gibt. Und dieses erkunden dessen, was es hinter der Spaßgesellschaft gibt, ist für mich Gothic.

Wenn du das alles zusammenzählst. Dann ist es keine Flucht, sondern ein Sammelbecken für Menschen die von der Spaßgesellschaft nicht mehr gefangen und betäubt sind. Flucht... Zuflucht... Rebellion... oder doch eine andere Welt?

Um mal bei meinem Untertitel zu bleiben.. es ist ein erwachen. Ein erwachen voller Schmerzen.

Schonmal Matrix gesehen? ;)


Also wenn das so ist dann bin ich ja Gothic!Cool...Und ich dachte die ganze Zeit:Hey was zieht mich dahin???*lol* Cool...*nachdenk**räusper*
Ist das wirklich so cool?*sorgenmach*.....



geschrieben von: Hirogen

alk und drogen gibts überall, auch bei den gothics

.....



mfG


Hirohito - Drogenwauzi



geschrieben von: FallenSisko

Zitat:
Original geschrieben von Lunchbox

Also wenn das so ist dann bin ich ja Gothic!Cool...Und ich dachte die ganze Zeit:Hey was zieht mich dahin???*lol* Cool...*nachdenk**räusper*
Ist das wirklich so cool?*sorgenmach*.....



Ich versteh dich nicht. Oder hast du mich vielleicht nicht verstanden und darum versteh ich deine Antwort nicht? Was willstn immer mit Cool?



geschrieben von: Soulpath

Hi!

Ich weiß nicht so recht...

Gothics vermauern sich hinter ihrem bösen und mystichen Auftreten

Neonazis prügeln sich ihre Sorgen raus...

Hip Hopper kiffen sich ihre Probleme weg...

Popper stylen sie sich weg

Und die mit den Seidengalgen unde der Aktentüte arbeiten sich ihre tägliche Last einfach hinweg...

Sieh' es, wei du willst... Probleme hat jeder... (Sorgen, Nöte, Anträge, wie's beim Bund ja immer so schön heißt...)





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