[Mondscheinlaube] - German Gothic Board

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Mondscheinlaube

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geschrieben von: BlackElvenTear

Ich mag die Sprache und experimentiere gerne mit ihren Möglichkeiten. Manches wird mehr und manches weniger gelingen...
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Der Kerker

Ich bin allein
In einem kleinen Raum
Und ich laufe
Die Wand entlang
Und suche die Tür
Doch ich finde sie nicht

Immer näher
Rücken mir die Wände
Drohen mich zu
Ersticken in Angst
Zu erdrücken
In Verzweiflung

Ich will fort
Aus dieser Falle
Will frei sein
Von den Fesseln
Der Vernunft
Und des Pflichtbewusstseins

Wer darf denn
Über mich bestimmen
Wenn nicht ich
Und ich darf es nicht
‘man’ hat mich
In seiner Tretmühle angekettet

So muss ich
Meine Runden drehen
Tag um Tag
Und Jahr um Jahr
Resignation tötet
Meinen Traum von Freiheit

‘man’ hat
Seine Schergen
Die Pläne und Pflichten
Die Vorschriften
Die Notwendigkeiten
Und ein Heer von Sklaven

Sie rufen mir zu
Sei einer von uns!
Doch ich wehre mich
Wahre mein ‘ich’
Kämpfe für es
Bis zum letzen Atemzug



geschrieben von: BlackElvenTear

Wehmut

Du hast mir
Damals
So viel bedeutet
Und tust es
Immer noch

Da wolltest du
Mich nicht
Und heute
Denkst du wohl
Nicht mehr an mich

Ich wollte vergessen
Stürzte mich
Von der höchsten Zinne
Meines Traumschlosses
Ins Nichts

Haltlos
Knallte ich bald
Auf den harten Boden
Desillusionierender
Realität

Ich übte Verrat
An dir
Ich hatte dir nie
Etwas versprochen
Und doch...

Ich möchte zurück
In die Zeit
Als ich glücklich
Leise hoffend
Träumte



geschrieben von: BlackElvenTear

Konjunktiv

Du hättest dort sein können
Wäre das alles nicht jetzt
Sondern in einem Jahr geschehen
Und du mittendrin

Hätte dich die Kugel getroffen
Wärst du gestorben
Hätte ich dich noch geliebt
War mein Traum

Zu sterben mit dir
Zu folgen dir in den Tod
Die Andeutung meiner Treue
Hat dich erschreckt

Du wolltest mich
Für den Fall der Fälle
Überreden weiterzumachen
Nach der Trauer zu vergessen

Doch ohne dich wollte ich
Nicht mehr leben
Der Gedanke war unerträglich
Ich wähnte dich unersätzlich

Die Gefahr der du begegenen wolltest
Sie flößte mir Furcht ein
Denn ich wollte leben
Und nicht um mein Leben fürchten

Nun weiß ich
Du wärst es nicht wert
Dein Leben zu teilen
Noch viel weniger deinen Tod

Ich hasse dich nicht
Doch die Liebe ist verflogen
Du hast sie verjagt
Mir unwissentlich die Freiheit geschenkt



geschrieben von: BlackElvenTear

Marionettentanz

Die Fassade
Schön hochglanzpoliert
Um zu verbergen
Dass dahinter ein Schutthaufen liegt

Hier ein Lachen
Und dort ein Scherz
Um nicht zu zeigen
Dass einem nach Weinen zumute wär’

Voller Wut
Freundlich sein
Damit der Vulkan
Nicht außer Kontrolle gerät

Ja, Maskenbildner,
Marionettenspieler,
Was an deiner Puppe
Ist denn bitteschön noch echt?

Öffne die Augen
Sie sagt mehr als du denkst
Jenseits meiner Macht
Lebt sie wirklich!



geschrieben von: BlackElvenTear

Der goldene Käfig

Alles zu haben
Und bettelarm zu sein
In bester Gesellschaft
Voll Einsamkeit
Unendliche Möglichkeiten
Von Vernunft begrenzt
Erstickt in Liebe
Vergiftet von Unverständnis
Mit blühendem Verstand
Doch im Herzen krank
Ein Schrei ohne Antwort...



geschrieben von: BlackElvenTear

Lebewohl

Ich wollte dir meine Seele geben
Doch es gelang mir nicht
Weite Strecken überbrückte ich
Im Glauben an meine Träume

Du hast versucht meine Seele zu berühren
Tag für Tag mit aller Kraft
Doch du konntest sie nie erreichen
Denn sie liebt die Freiheit über alles

Schritt für Schritt verstand ich
Dass zwischen uns ein Abgrund klaffte
Der uns unüberwindlich trennte
Unsere Tagträume waren Fassade

Auch meinen Körper gab ich dir
Und den hast du genommen
Da gab es nichts zu verstehen
Und damit kanntest du dich aus

Dann kam der Tag für mich
An dem ich meinen Wert für dich sah
Die Achtlosigkeit war mir unbegreiflich
Mit der du mich verstoßen hast

Es gibt keine Entschuldigung
Für deinen Verrat
Was ich für dich empfand ist verloren
Ich bin nicht länger deine Gespielin

Leb’ wohl, mein Freund



geschrieben von: BlackElvenTear

Abwehr

Ihr sagt
So wäre das Leben
Es sei nun mal so
Man könne nichts ändern
Ihr baut
Mauern aus Worten
Verliese aus Tatenlosigkeit
Monumente aus Grausamkeit!

Das alles nur
Weil ihr euch vor dem Leben fürchtet
Vor eurer Verantwortung zurückschreckt
Eure eigenen Fähigkeiten unterschätzt
Warum denn nicht
Sich ins Gewühl des Lebens stürzen
Initiativen ergreifen und die Richtung bestimmen
Und vordringen bis zu den Grenzen?



geschrieben von: BlackElvenTear

Scherbenglück

Ich könnte zerspringen
Vor Glück
Das Leben wurde
Zu einem Fest
Weil ich dir
Begegnet bin
Und weil ich
Für einen Augenblick
Zu deiner Seele
Zutritt bekam

Doch jedes Fest
Hat ein Ende
Jetzt rinnen die Tränen
Meine Wangen hinunter
Weil ich dich
Verloren habe
Und weil ich
Nicht mehr hoffen kann
Dich jemals
Wiederzufinden



geschrieben von: BlackElvenTear

Hilflosigkeit

Ich will den Schmerz nicht mehr spüren
Der meine Traumwelt zerfrisst
Der keine Berechtigung hat
Überhaupt zu existieren

Ihn zu besiegen ist schwerer als schwer
Er ist ein Steh-auf-Männchen
Er ist wie das Blümchen
Wiederkehr

Ich will ihn betäuben mit Arbeit
Ihn untergehen lassen
Ihn ersticken sehen
In Sachlichkeit

Ich versuche ihm mit Seinesgleichen
Mit Grausamkeit unterzukriegen
Doch leider kann ich damit
Gar nichts erreichen

Es tut nur weh
Und so nagt der Schmerz an meiner Seele
Brennt er auf meiner Haut
Stachelt den Hass in mir wach
Gegen mich und meine Reaktion
Ich bin mir selbst
Die größte Schmach



geschrieben von: BlackElvenTear

diese geschichte ist mir beim stöbern in die hände gefallen, sie ist schon etwas älter... der engel, von dem sie handelt, hat nichts mit den "herkömmlichen religions-engeln" zu tun...ist gewissermaßen als "sphärisches wesen" zu verstehen, er leiht sich nur die gestalt...

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Den Engel, dessen Geschichte ich erzählen möchte, gab es nur für einen einzigen Menschen. Nur dieser eine Mensch konnte ihn sehen, mit ihm sprechen und nur für diesen einen Mensche trug der Engel Sorge.
Eines Tages fiel dem Engel eine Feder aus seinem Flügel. Das passierte manchmal und war nicht weiter schlimm. Doch an diesem Tag schmerzte ihn der Verlust. Dennoch wandte er seinen Blick wieder dem einen – seinem – Menschen zu. Als dieser voll Sehnsucht an seinen Engel dachte, geschah, was noch niemals geschehen war: Heiße schwarze Tropfen, die flüssigem Teer glichen, fielen auf den Engel. Sie brannten bei ihrem Auftreffen Löcher in sein Gewand und seine Flügel. Der Engel nahm es hin, denn er liebte den Menschen. Auch er wurde von einer unbezwingbaren Sehnsucht erfasst. Sie zerrte an ihm wie ein Sturmwind. Der Mensch bemerkte den Aufruhr, der in der Luft lag, und rief nach dem Engel. Der Engel hörte sein Rufen nicht, doch jedes Mal, wenn der Mensch nach ihm rief, löste sich eine Feder und fiel sacht zu Boden. Verzweifelt begann der Engel nach seinem Menschen zu suchen. Seine Federn fielen zu Boden wie Schneeflocken und bald konnten ihn seine Flügel nicht mehr tragen. Das konnte den Engel an seiner Suche nicht hindern, mit zerrupften Flügeln und zerschlissenem Gewand lief er und lief und lief. Er spürte, wie er immer schwächer wurde. Immer mühsamer schleppte er sich dahin. Als seine Kraft ihn zu verlassen drohte, fand er den Menschen endlich. Doch in dem Moment da ihre Blicke sich trafen, sank der Engel, von einem gleißenden Lichtstrahl getroffen, als ein Häuflein Asche zu Boden. Der Wind trug die Asche davon und der Mensch begann, seinen Engel zu vergessen. Mit dem letzten Körnchen Asche, das weggeblasen wurde, erlosch seine Erinnerung an ihn gänzlich und es war, als hätte es den Engel nie gegeben.



geschrieben von: BlackElvenTear

Geliebter

Du bist fort
Wo, weiß ich nicht
Auch nicht bei wem
In welcher Welt

Und ich blieb zurück
Allein mit der Erinnerung
An deine Blicke
Und dein Lächeln

Nun lebst du in mir
Gehst mit mir jeden Schritt
Bis ich dich wieder
Finde – oder ganz verliere

Vergib mein Eindringen
In dein Leben
Du sollst nicht leiden
Unter meiner Sehnsucht

Nach allem
Was du verheißen
Ohne zu wissen
Was du getan



geschrieben von: BlackElvenTear

Traumasche

Jeder Blick in den Spiegel
Trifft mich wie ein Schlag ins Gesicht
Denn ich sehe dich in mir
Folterknecht meiner Träume

Was vergessen schien
Taucht auf lebendiger denn je
Du hast hier nichts mehr verloren
Schattengespenst meiner Träume

Ich schenkte dir meine Lebenszeit
Doch es war umsonst
Du hast sie – hast mich – verschmäht
Höllenfürst meiner Träume

Durch meine Hingabe an den da
Trug ich dich zu Grabe
Du bist verschüttet und verwest
Begreif’ doch – unsere Zeit ist abgelaufen
Es gibt kein Zurück
Hohepriesterin meiner Träume
Bin ich!



geschrieben von: BlackElvenTear

Du

Du
bist mein Phantom der Nacht
bist der eine Gedanke
der all meine Träume beherrscht
der mich verfolgt
von der Dämmerung
bis zum Morgengrauen

Du
hast meine Seele geraubt
hast meine Sehnsucht
an dich gefesselt
an dich gezogen
in dem einen Moment
da unsre Blicke sich trafen

Du
wirst mich vergessen
wirst niemals erfüllen
was deine Augen versprachen
was ich erträumt
damals und auch
heute noch

Du
musst weitergehen
musst mich hinter dir lassen
weil dein Weg hier nicht endet
weil er den meinen vielleicht kreuzt
irgendwo – dort
im Nebel der Zukunft

Du
brauchst dich nicht zu kümmern
brauchst dich nicht zu sorgen
um mein glühendes Verlangen
um den Schmerz der Leere
den du hinterlässt
ich liebe dich.



geschrieben von: BlackElvenTear

Märchenmahnung

Meine Seele liegt
Dir zu Füßen
Dir zu gehorchen
Deine treue Sklavin

Doch ehre sie
Denn edles Blut
Fließt in ihren Adern
Dir eine würdige Herrin

Erhebe sie
Aus dem Staub
In den sie
Deinetwegen sank

Nimm an dein Herz
Jene die dein
Als Verschleppte
Die Königliche kam

Die Liebe entführte sie
Legte Fesseln ihr an
Schleifte sie hier
Zu Dir



geschrieben von: BlackElvenTear

Meine Wünsche für Dich

Ich wünsche Dir
Eine bilderreiche Nacht
Traumgesichte
Aus Erinnerungsfetzen
An mich

Ich wünsche Dir
Tausend Gedanken heut’ Nacht
Was-wäre-wenns
Du lasest bewusste Zeilen
Von mir

Ich wünsche Dir
Ein unruhiges Erwachen morgen Früh
Gespinstversponnen
Dass die Unruhe Dich treibe
Zu mir

Ich wünsche Dir
eine wilde Jagd heute Nacht
Verfolgungsgefühle
Die Verlockung jener Blicke
Von mir

Ich wünsche Dir
Schlaflose Stunden heute Nacht
Grübelphasen
Voller Gedanken
An mich

Und das alles
Wünsche ich Dir
Nicht aus Bosheit
Verzweiflungswünsche
Aus hoffnungsloser
Sehnsucht



geschrieben von: BlackElvenTear

Wintermond

Ich trete hinaus
Ins fahle Licht des Mondes
Blauschimmernder Schnee
Sternfunkelnde Kälte
Die Winternacht ruft

Meine Füße versinken
Im unbarmherzigen Weiß
Doch gebannt von der Schönheit
Dieser großen Einsamkeit
Spüre ich keinen Schmerz

Was hinter mir liegt
Ist Vergangenheit
Vor mir liegt keine Zukunft
Und ich weiß, dass
Diese Nacht die letzte ist

Ich gleite zu Boden
Liege reglos im Schnee
Glückdurchströmt
Schließe ich die Augen
Werde eins mit dieser Nacht



geschrieben von: BlackElvenTear

Nur einmal

Nur einmal
Sie mich wieder so an
Lass deine Augen widerspiegeln,
was ich nicht zu hoffen wage

Nur einmal
Erwecke mit deinem Lächeln
Meine sehnsuchtsvollen Träume
wieder zum Leben

Nur einmal
Schließ mich in deine Arme
Schenk mir deine Nähe,
deine Wärme

Nur einmal
Küsse mich voll Zärtlichkeit
Sprich zu mir erlösende Worte
tiefsten Verstehens

Fremder,
bitte enttäusche mich nicht
Sei der,
dessen Bild
sich meiner Seele eingebrannt
- keine Fata Morgana
Sei kein Irrtum!



geschrieben von: BlackElvenTear

Wisse!

Dass ich jetzt
Den Blick vor dir senke
Heißt keineswegs
Dass du mir
Gleichgültig bist
Doch ich will Dir
Nicht in die Augen sehen
Denn dann könntest Du
In meiner Seele
Lesen von alledem
Was vorgestern brannte
Was ich gestern erstickte
Was noch immer glüht
Doch die Zeit dafür
Ist endgültig
Vorbei.



geschrieben von: BlackElvenTear

Sinnverloren

Im Schein der Kerze
Schreibe ich
Nur für dich
Und träume davon
Das Licht zu sein
Dir allein

Die Kerzenflamme flackert
Ich frage mich
Was ich bin für dich
Und hab Angst davor
Dass ich Schatten lege
Auf deine Wege

Der Docht im Wachs ertrinkt
Sicherlich
Bin ich hinderlich
Nur eine weitere Last
In deinem Gepäck
Wirf mich weg



geschrieben von: BlackElvenTear

Maskentrauer

Wer will denn sehen
Mein wahres Gesicht
Diese Fratze aus Narben
Von Tränen verschmiert
Von Verzweiflung verzerrt
Entstellt
Maskiert nur erträglich

Wer will denn teilen
Meinen tiefen Schmerz
Sinfonie der Sehnsucht
Nach Lebensbeglückendem
Nach Schönheitsgesegnetem
Unerreichbar
Musiziert nur erwünscht

Ich kehr’ dir den Rücken heut’
Garstige Welt
Und niemals komme ich
Zu dir zurück



geschrieben von: BlackElvenTear

Ohne Worte

Mein Blick
Ein stummer Schrei
Doch Du
Hast ihn gehört
Trotz allem

Funkkontakt
Den Du in Eile
Unterbrochen
Erschrocken
Über die Nachricht

Theoretisch
Hätte ich es Dir
Auch vor allen
Ins Gesicht
Sagen können

Es ginge nicht
Deutlicher
Aber unangenehmer
Ginge es
Durchaus

Doch das hätte
Dich zur Reaktion
Gezwungen
Und wozu sollte
Ich dich provozieren

Worte waren nie
Viele zwischen uns
Und so haben sie
Da auch jetzt
Nichts verloren

Das Aufflackern
Der Erinnerung
War alles
Was ich von Dir
Bekommen konnte

Denn das andere
Das verschüttet liegt
Kann man leider
Von den Trümmern
Nicht befreien



geschrieben von: BlackElvenTear

Grau in Grau

Grau in grau
Verblichene Photos
Die Vergangenheit
In ihrer ganzen
Glamourösen Schönheit

Man sieht
Die Gesichter
Schemenhaft oft nur noch
Und hinter jedem
Verbirgt sich das Schicksal
Lauern Leben und Tod

Grau in grau
Verblichene Photos
Die Vergangenheit
In ihrer ganzen
Unverblümten Hässlichkeit

Unzählige Schreie
Gequälter Kreaturen
Für immer gebannt
Auf Hochglanzpapier
Die letzten Zeugen
Grausamer Verbrechen

Grau in grau
Verblichene Photos
Die Vergangenheit
In ihrer ganzen
Unschuldigen Unkenntnis

Noch keiner
Derer die man
Hier heute betrachtet
Wusste damals
Um seine Zukunft
Nur leise Ahnung

Grau in grau
Verblichene Photos
Die Vergangenheit
In ihrer ganzen
Eisigen Unaufhaltsamkeit

Man kann das Schicksal
Nicht aufhalten
Für die Bildgestalten
Kann ihre Geschichte
Nicht abwenden
Genausowenig
Kann man sein eigenes
Leben anhalten
Sich gegen den Lauf
Der Zeit zu stemmen
Ist immer
Vergebens



geschrieben von: BlackElvenTear

Filmriss

Der kalte Stahl
Streicht über
Seidenweiche
Bleiche Haut
Die Spur ist zart
Und kaum zu seh’n
Ein feiner Riss
Im Elfenbein
Die Bilder ziehen vorüber, Vergessengeglaubtes
Ersteigt aus den finsteren Gewölben, befreit
Und alles, was je von Bedeutung, erwacht
Aufs Neue zum Leben, verurteilt zum Tod
Die Klinge
Sinkt tiefer
Hin und her
Gleitet sie
Perlenschnur
Darunter liegen
Blaue Lebensadern
Der erste Kuss, wie im Liebesroman – war leider
Nur Täuschung, wie Vieles nur leerer Wahn
Taten können nicht Worte ersetzen, sind
Ohne Denken dem Scheitern geweiht
Brennender Schmerz
Befreit den Geist
Aus Endlosschlaufen
Vergangenens
Ein warmer Strom
Beginnt zu rinnen
Fällt zu Boden
Und erstarrt
Die ganzen Pläne, die über Bord gegangen
Zum Opfer gefallen den Umständen
Sprich – ein sich überschlagendes Rad
Nicht anders möglich, doch viel zu schnell
Sturzflut
Nimmt auch
Den letzten
Widerstand
Das Wrack
Versunken
Im roten
Tränenmeer
Vom Dunkel
Verschluckt
Fort



geschrieben von: BlackElvenTear

Auf ewig

Fremder Geliebter
Lass mich spüren
Deinen Atem
Und die Wärme
Deines Körpers
Mich umfangen
Ich möchte
Deine Lippen
Mit meinen berühren
Dem Schlagen
Deines Herzens lauschen
Und wenn du mich
In deinen Armen hältst
So sprich zu mir
Die Worte
Dieses Zaubers
Leise und ernst
Dränge mich nicht
Zu einer hastigen Antwort
Meine Worte
Sorgsam bedacht
Werden gleichen
Einem Schwur
Geliebter Fremder



geschrieben von: BlackElvenTear

Nebelreise

Du warst bei mir
In der Stille
Hast mich begleitet
Schattengleich

Ich sah dich nicht
Doch ich spürte dein Wesen
Im Dunkel der Nacht
Wurdest du Wahrheit

Sachte Berührungen
Gleich Schmetterlingsflügeln
Auf meinem Gesicht
Drangen in meine Seele

Deine geistergleichen
Hände schrieben
In mir die Geschichte
Meines Lebenstraumes

Ich wollte dich halten
Im Morgengrauen
Doch du wurdest wieder
Zur Jenseitsgestalt

Endlose Stunden
Vergehen nur schleppend
Ich suche und warte und
Suche und finde
Dich nicht



geschrieben von: BlackElvenTear

Lacrimae mosae

Einsame Tränen
Geweint
Im Schutz der Dunkelheit
Meine Gedanken
Sie kreisen
Wie Hyänen um ein verendendes Tier
Um dich
Um mich
Um Vergangenes
Längst ist die Erinnerung
Nur noch ein bleiches Gerippe
Im Sand
Längst sind alle Gefühle
Reste getrockneten Blutes
Doch ich kann
Sie noch immer riechen
Mit geschlossenen Augen
Spüre ich noch
Deinen Atem
Auf meiner Haut
Deine Hände
In meinem Haar
Und glühender denn je
Brennt dein Verrat
In meinem Herzen
Auf meiner Seele
Eine offene Wunde
Ein schwelender Brand
Doch langsam legt sich
Ein kühlender Tränenschleier
Darüber
Ohne Aussicht
Auf Besserung
Bringt er doch
Ein wenig Linderung
Für den Moment
Auch wenn die Zeit
Meine Wunden nicht heilt
Verkrusten sie doch
Und schmerzen
Nur manchmal noch



geschrieben von: BlackElvenTear

Traumbegegnungen

Träumst du auch Träume,
die meinen gleichen?
Pflanzt du drin Bäume,
sezierst du Leichen?

Träumst du auch Träume,
suchst mich wie ich dich?
Irrst durch die Räume –
findest du mich?

Träumst du auch Träume,
hältst sie wie ich
auch nur für Schäume?
Beim Gedenken an mich –
wünschst du dir da,
sie wären wahr?



geschrieben von: BlackElvenTear

Fata Morgana

Du bist so nah
Und doch so fern
Du hörst mich
Und berührst mich nicht
Doch deine Blicke
Forschen tief
In meinen Augen
Ich glaube schon
Dass du den Grund erspähst
Dass du die Zeichen liest
Dein Lächeln schmilzt
Das Eis in mir
Und totgeglaubte Träume
Erheben wieder ihre Schwingen
Zu neuen Reisen
Es ist das Glück nur Illusion
Käm’ ich dir näher würdest du
Mich voller Abscheu
Weit von dir stoßen
Du bist so fern
Und doch so nah
Ich liebe dich!
Dich liebe ich??



geschrieben von: BlackElvenTear

Bitte verzeih,

Dass du stehst im Schatten
Meiner Lebensliebe
Ihre Reste sind doch nur für Ratten
Heißhungrige Traumesdiebe

Dass du jene Totenwelt
Sollst mit deinem Blute gießen
Von Erinnerung vergällt
Bittre Tränen fließen

Komm,

Und pflanze auf das Grab
Einen jungen Baum
Dass es jene Liebe gab
Soll nähren unsern Traum

Lass mein Versprechen
Mich küssend besiegeln
Nie werd dir die Treue ich brechen
Auch in Todes Arme
Folge ich dir



geschrieben von: BlackElvenTear

Der Wolf

Einsame Nächte folgen
Auf einsame Tage
Allein heult der Wolf
Zu Nordlicht und Mond
Hört in der Ferne
Das Rudel jaulen
Und zähnefletschend
Nimmt er Reißaus

Fort, fort nur von hier
Weg von den Gefährten
Und weg von Freunden
Die keine sind
Voller Hast rennt er
In großen Sätzen
Flieht er ins kalte
Polarnachtsdunkel

Sein Ziel kennt er nicht
Und sein Wolfsherz
Das fragt nicht
Nach woher und wohin
Nur die Sehnsucht gebietet ihm
Allein zu jagen

Und einsam jagt er
Heult er und wacht
Denn seinen Pfad
Kreuzen nicht Freund und nicht Feind
Und einsam eingerollt
Wie er gelebt
So wird er sterben



geschrieben von: BlackElvenTear

Im Gefängnis

Eingesperrt
Unterdrückte Flüche
Mein Rütteln am Gitter
Bittere Tränen
Der Brief unterm Fenster
Wartend
Auf einen Empfänger
In der Außenwelt

Flehende Worte
Bittend und suchend
Bringen mich
Zum Schweigen
Zwingen mich
In die Rolle
Der verständnisvollen
Nachsichtigen

Wohltaten und
Zuwendungen meist
Materieller Art
Rufen
Die Dankbare
Auf den Plan
Die erträgt
Als Gegenleistung

Die Schauspielerin
Tröstet sich
Nicht mehr lange
Dann werde sie...
Kauert sich
In die Zellenecke
Zeigt doch dem Wärter
Ein lächelndes Gesicht

Lasst mich frei
Unausgesprochen
Nie soll die Schwäche
Treten ans Licht
Stolz erträgt vieles
Was Schmerzen bringt
Heimlich
Ich will hier raus



geschrieben von: BlackElvenTear

Versiegelte Lippen

Werd’ ich je
Sprechen
Mit Dir?
Werd’ ich dir
Jemals
So ganz vertrauen
Wie ich mir das
Lange schon
Wünsche?
Kann ich je
Fliehen zu Dir
Hilfe zu holen
Zur Zeit der Not?
Darf ich je
Teilen
Dein Leben
Ganz?
Und wenn es
Dies „jemals“
Sollte tatsächlich
Geben –
Ist es dann
Bald?



geschrieben von: BlackElvenTear

Abrechnung

Betrug
Jenseits von Recht und Gesetz
Fern aller Sitten, frei jeder Moral
Beschämend nicht weniger
Ja, eigentlich mehr

Geständnis
Wird es nie geben, denn es
Stieße auf Unverständnis
Und taube Ohren
Für seinen Inhalt

Verzeihung
Zu erlangen – unmöglich
Weil niemand die Schande bemerkt
Die eisig kalte Ignoranz rings
Wie eine Mauer steht

Scham
Bleibt versteckt
In dunklen Winkeln
Tritt nur beizeiten
Hervor, ist heilungslos



geschrieben von: BlackElvenTear

Circenses

Armselig, verschämt
Steht meine Seele
Vor dir
Abgehalfterte Schindmäre
Rostiges Wrack
Narbengebilde
Verblichene Schönheit
Entstellt

Eine einzige Frage

Sagst du dann „ja“
Wird sie sich krümmen
Unter dem Fußtritt
Wirst du nie erfahren
Welche Ruinen
Deinen Weg
Säumen
Seit heute

Doch sagst du „nein“
(„nö“, „nee“ oder „na“)
Wird sie erblühen
In deinen Händen
Als Phönixrose dunkelrot
Wirst du bemerken
Das Wunder, das du
Selbst hast vollbracht



geschrieben von: BlackElvenTear

Sommer

Sonnenhitze
Gleißend grell
Verbrennt meine Haut
Verbrennt die Gedanken
Die Sehnsucht bleibt
Geblendet die Augen
Geblendet das Herz
Ich bin dir
Verfallen



geschrieben von: BlackElvenTear

Zeitlos

Spinne in Glas
Wesen ohne Zeit
Was bist du?
Was sehe ich?
Gekrümmt ist er
Der Tod der Spinne
Doch du hast noch
Lebensgestalt
Unbewegt
Eingeglast
Spinnst du kein Netz
Frisst keine Fliege
Rennst nicht mehr weg
Wo ist dein Geist?
Was bist du jetzt?
Eine Dimension
Hat man dir geraubt
Ich habe sie noch
Und kann so lang nur
Existieren
Und voller Staunen
Blicke ich – auf dich
In dieser Scheibe Glas
Was wurde dir da angetan?
Was hast du noch gefühlt?
Spinne in Glas
Nicht mehr diese Welt
Du bist doch nicht tot
Wie Spinnen tot sind
Natürlich
Lebst du nicht mehr
In welchem wundersamen
Zwischenland bist du gefangen?
Wohin kann ich sehen?
Welchen Halbtod noch begreifen?
Wie kann das sein – die Kugel blickt
Ins Flächenland?



geschrieben von: BlackElvenTear

Himmel und Hölle

Ich möchte Dich finden
Gerate nur immer tiefer
In Finsternis
Ich suchte Dich schon
Hoch in den Wolken
Und auf den Bergen
Ich grub hinab
In den Schoß der Erde
Segelte mit dem Wind
Und lotete des Meeres Tiefe
Bei den Sternen fragte ich
Ob nicht sie dich gesehen
Durch Himmel und Hölle
Sahen suchend meine Augen
Du aber bliebst verborgen
Jetzt warte ich nur noch
Darin mich übend und geübt
Geduld zu haben
Die Zeit verrinnt
Der Countdown läuft
Du bist doch da –
Dort draußen irgendwo
Auch Suchender wie ich
Was zögerst Du
Komm doch ans Ziel
Den Himmel
Und manchmal
So wie jetzt ohne Dich
Die Hölle



geschrieben von: BlackElvenTear

Prenez garde Monsieur !


Prenez garde Monsieur
L’amour est un oiseau rebelle,
Vous savez ça !
Prenez garde Monsieur
Un jour il sera trop tard
Peut-être déjà demain !

Prenez garde Monsieur
Une femme dépitée
Devient un lémure
Qui vous talonnera
Jour et nuit
Prenez garde Monsieur !

Prenez garde Monsieur
Ne jetez pas votre avenir
Vous n’avez qu’un !
Prenez garde Monsieur
Il y a des faux pas
Sans retour !

Prenez garde Monsieur
Les fantômes
Ne sont pas des jolis copains
Ils vous tiendront emprisonné
Toute votre vie – donc
Prenez garde Monsieur !



geschrieben von: BlackElvenTear

Brückenträumer

Wie ein Falke
Kreise ich
Du schöner Panther
Am Himmel
Hoch über dir
Ich spähe aus
Nach jedem deiner
Sommerschweren Schritte
Dort weit unten
Streichst du
Durch die Steppe
Auf den Fell
Die Sonne brennt
Ich kreise
Über dir
Verfolge dich
Auf deinem Weg
Kann nicht hinunter
Zu dir
Und du
Siehst niemals herauf
Ich muss fliegen
Bis die Flügel erlahmen
Bis die Augen blind
Dann erst darf ich
Fallen
Zu dir



geschrieben von: BlackElvenTear

Das Urteil

In deiner Hand
Ist scharfe Munition
Du bist der Herr
Über Leben und Tod
Da stehst du – ahnungslos
Begreifst nicht das Urteil
Das du selbst fällen wirst
Ich erwart’ es – sprich!

Erschieß’ mich oder lass es sein
Doch steh’ nicht länger still
Oh Richter sprich!

Beende diese Angst
Die Ungewissheit
Die Geist und Wille lähmt
Noch wart’ ich – aber bald
Ist Henkers Werk vollbracht
Von meiner eigenen Hand
Kommt jeder Freispruch
Zu spät



geschrieben von: BlackElvenTear

Delirio

Im Traum
Streiche ich
Über deinen
Schönen Körper
Hingegeben
Dem Moment
Spüre deine Haut
An meiner liegen
Und bin glücklich

Deine Küsse sind
Feuersturm und
Wasserfall
Eingehüllt in
Diene Arme
Ist des Lebens
Unbill fern

Hab ich endlich
Dich erbeutet
Schlag ich
Die Krallen
Dir ins Fleisch
Möcht’ dich halten
So für immer
Dass du niemals
Mich verlässt

Deine Kraft
Lässt mich
Erlahmen
Knochen ächzen
Atem stockt
Doch ich trinke
Lebensfluten
Deiner Lippen
Sehnsuchtsstrom

Tauche ein
Ins tiefe Meer
Unsrer Liebe
Spielesweisen
Lass mich treiben
Tief und tiefer
Aufzutauchen
Nie mehr möglich
Unerwünscht
Denn ich möchte
Heut’ ertrinken
Vergehen
Am letzten Grund
Deines Herzens
Ewig ruhen

In der Dunkelheit
Sinke ich
Tief und tiefer
Schlage auf
Und bin erwacht
Allein



geschrieben von: BlackElvenTear

Engels Tagwerk

Hast heute
Eispanzer geknackt
Und mit einer Geste
Gebirge zermalmt

Hast heute
Das edle Metall
Im Feuer befreit
Mit einem Blick

Hast heute
Die Wüste begrünt
Mit deinem Hauch
Zum Leben erweckt

Hast heute
Die Scherben gefegt
Von meinem Weg
Mit einem Lächeln

Hast heute
Mich über den Abgrund
Des Krieges sicher getragen
In deinen starken Armen

Hast heute
Mir Obdach und Schutz gewährt
Hast mir Frieden gegeben
An deiner breiten Brust

Ich konnte dir nicht danken
Denn du bist ein Engel
Der im Vorübergehen
Die Welt verzaubert
Fortgeweht vom sanften Wind
Doch ich trage für immer
Dein Zeichen in meinem Herz



geschrieben von: BlackElvenTear

Lichtens Verwandlungen

Zitternd
Schwankend
Ein Licht in der Ferne

Darüber wölben sich
Majestätisch die Sterne

Ein Mensch
Im Dunkel
Allein
Ich wünschte
Du
Wärest er

Darüber wölbten sich
Majestätisch die Sterne

Dein Licht in der Ferne
Funkelnd
Glänzend



geschrieben von: BlackElvenTear

Gesucht: Du

Welkende Pracht
und
Alternde Träume
Werde ich Dich
wiederfinden?
Ein leuchtendes Blatt
im bunten Gewirbel
Suchende Worte
im lauten Gerede
Und –
Du?
Wo?





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