[So stand ich da am Abgrund] - German Gothic Board

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So stand ich da am Abgrund

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geschrieben von: BlackGothicLady

Ich stand da und schaute hinab mit Tränen in den Augen.
Realität, Fiktion, war das alles nur ein Traum gewesen?
Doch ist es möglich, dass ein Traum, produziert im tiefsten Inneren deines Gehirns, solch reale Ausmaße erreicht, dass du nach dem Aufwachen wahrlich denkst dies sei keine pure Lüge, nein, dies sei ein wahrhaftiges Geschehen?
Ich bin mir nicht mehr sicher, ob der Schmerz in meinem Herzen eine Einbildung ist, oder ob ich das Recht dazu habe, solche Empfindungen zu haben.
...So schlimm war mein Leben doch nicht...
Doch erwähne ich diesen Satz im beisein einer sehr guten Freundin von mir, dann gibt sie mir stehts eine Ohrfeige, zwar nicht physisch gesehen, viel eher mental, und doch tun ihre Worte weh, da ich sie nicht zu verstehen, oder eher akzeptieren? scheine..
"Bist du verrückt? Sag soetwas nie wieder! Du hast mehr erlebt als alle anderen die ich kenne!"
...So viel war das doch nicht.
Ich meine, all jene Erlebnisse, welche mich hin und wieder zu durchborhen drohten, sind in meinen Augen völlig normal und überwindungsfähig.
Ich hasse mich manchmal selbst dafür, dass ich so oft über meine Probleme nachdenke.. es gibt doch so viele Leute, welche es viel schlimmer haben..
Natürlich auch viele die es besser haben, doch bin ich glücklich, dass diese diesen Schmerz nicht kennen.. oder nicht allzu oft erleben mussten.
Mit meiner Mutter konnte ich niemals über soetwas sprechen, mit meinen Freunden ebenfalls nicht, und so stehe ich hier am Abgrund meines Daseins und erreiche nun die Sphären meiner Existenz in denen ich wohl sagen kann, dass der Tod viel Sympathie entgegen zu bringen scheint.
Ich empfinde keine Trauer wenn ich an diesen denke, eher die Zufriedenheit und die Befreieung welche mit den schwarzen Schwingen des Todes zu mir gleiten zu scheinen..
Und doch stehe ich hier und lebe. Vielleicht aus dummen gründen..
Aber ich bin stolz darauf DASS ich noch stehe und nicht daliege wie ein erbärmliches etwas.. Was ich doch irgentwo zu sein scheine.
Ich lese hier die probleme anderer und stelle fest dass ich oftmals das gleiche, nur hin und wieder extremer erlebte.. und doch empfinde ich ein Gefühl, welches mit beileid zu vergleichen ist, doch nicht für mich, eher für die anderen, da ich weiß, wie schmerzhaft solche Situationen sein können.
Die Mutter nimmt einen nicht in den Arm und gibt einem selbst die Schuld daran..
Ich empfinde es auch so.. Wenn meine Mutter mir sagt ich wäre ein schlechter Mensch, so hat sie recht damit.
Ich gebe zu, oft verhalte ich mich ihr gegenüber nicht sehr respektvoll, obwohl gerade sie mir das Leben schenkte und ich doch dazu verpflichtet bin, als Dank, ihr Leben schön zu gestalten und ihr stehts zu helfen.. oder etwa nicht?
Meine Tränen sind schon versiegt, ich weiß nicht wieso.. Doch weine ich nicht mehr wegen Dingen welche mir passiert sind, nein, eher wegen Worten, welche mir an meinen Kopf geschmissen werden..
Wie erbärmlich kann man sein, dass man denkt man hätte Probleme..
Mitleid.. hmm.. nein, Mitleid habe ich nicht mit mir, wieso sollte ich auch?..
Ich habe eher beileid.. aber für andere, da diese mein beileid viel mehr verdienen, als ich ihre Hilfe...

oder... etwa nicht..?

Und so bin ich wieder dort angekommen, wo ich derzeit stehe..
Meine Vergangenheit ist unwichtig, ich selbst vergesse sie ganz langsam, vielleicht auch somit wer ich bin, war.. oder werde..
Vielleicht bin ich ja ein nichts, und doch empfined ich Gefühle für andere, will ihnen stehts behilflich sein und verspreche ihnen, dass ich immer für sie da bin, wenn sie meine Hilfe anfordern, oder es ihnen schlecht geht.. Bisher habe ich dieses Versprechen nicht gebrochen.. Versprechen welche mir gegeben wurden, jedoch sehr oft..
Nun habe ich mich damit abgefunden alleine hier zu stehen, Tränen zu vergießen und dabei zu lachen, bloß um den anderen ein Bild von mir zu zeigen, welches stärker ist, als ich tatsächlich bin.. denn im tiefsten Innern ist doch jeder Mensch zerbrechlich.. So hart meine Schale auch sein mag...

Und so stehe ich am Abgrund, mit dem Wunsch in meinem herzen zu sprngen, doch ebenso der Liebe, welche mich aufhällt und mich zwingt weiterhin hier zu stehen und hinunter zu blicken.. in die tiefe, schwarze Leere der puren verdammnis für jene, welche sich selbst das Leben nahmen..




geschrieben von: Timberwolf

Traum und Wirklichkeit. So weit voneinander entfernt sind diese scheinbaren Gegensätze nicht. Wirklich ist nur, woran wir zu glauben imstande sind... eine absolute Wirklichkeit existiert nicht. Wirklichkeit erscheint mir daher bisweilen auch als die grösste Illusion, der die Menscheit verfallen ist: so viele Konflikte gab es bereits, weil verschiedene Menschen an unterschiedliche Wirklichkeiten geglaubt haben und jeweils immer im festen Glauben waren, es gäbe nur eine absolute, universell gültige Wirklichkeit - nämlich ihre eigene - und alle anderen wären falsch, ungültig... die Menschen streiten sich seit Jahrtausenden um die Wirklichkeit, ohne imstande zu sein, einzusehen, dass Wirklichkeit eine Glaubensfrage und Ansichtssache ist... aber ich will nicht in erkenntnistheoretische Gefilde abschweifen.

Du teilst, wie mir scheint, das Schicksal vieler sozial veranlagten Menschen - hin- und hergerissen zwischen eigenem Kummer und den Sorgen anderer... zu so viel Einfühlungsvermögen fähig, dass die eigenen Probleme durch die Nöte anderer 'bereichert' werden... nichts schlimmer, als von den anderen, für die man da zu sein versucht, eine schlechte Kritik über die eigene Moral und Vorwürfe zu ernten. Denn dann macht man sich gerne selbst auch noch Vorwürfe: man will ja nicht mit Schuld daran haben, dass es anderen schlecht geht...

Ein lieber Mensch, der viele beschissene Erfahrungen in seinem Leben sammeln musste, riet mir einst etwas, das ich Dir nun auch raten möchte: Du solltest einen gesunden Egoismus entwickeln.
So richtig verstanden hatte ich das damals nicht. Es ist mühsam, solche tief sitzenden Wesenszüge bei sich selbst zu erfassen und noch schwieriger, diese zu verändern. Langsam merke ich, dass es nichts bringt, anderen zur Verfügung zu stehen, während man sich selbst vernachlässigt. Es bringt nichts. Auch hat es keinen Sinn, Leuten helfen zu wollen, die keine Hilfe akzeptieren und sich lieber in ihrer Spirale aus Kummer und Selbstzerstörung weiter drehen... es bringt nichts, sich selbst zu opfern, für Menschen, die angeblich keine Kraft haben, sich aus ihrer eigenen Misere zu ziehen, aber erstaunlicherweise dennoch genug Kraft, um andere da mit reinzuziehen...
Wenn zwei Menschen sich wirklich gut leiden können, dann interessieren sie sich gleichermassen und gegenseitig für ihre Probleme und versuchen nicht, die eigenen Probleme in den Vordergrund zu rücken, sondern sich auch - und ich schreibe bewusst: auch - für diejenigen des anderen zu interessieren.




geschrieben von: BlackGothicLady

Und so sieht es doch am Ende aus, wenn man endlich lernte diesen gesunden Egoismus aufzubauen und in sich zu finden:

Die damaligen Freunde sind dir abgeneigt, verlassen dich endgültig und du scheinst niemanden mehr zu haben.
naja.. ich weiß dass bessere zeiten nahen.. für jeden..

Nundenn, ich danke dir sehr für deinen Rat.. und es soll auch nicht nur ein rat für mich bleiben, nein, viel mehr der erste Schritt zur Selbsterkennung, Selbstwertschätzung.. der erste Schritt auf dem langen Pfade zum Glück..

Du sagst Interesse gegenüber dem anderen.. dass man diesem auch bei seinen Problemen hilft.. nunja,.. ich bin ein Mensch, welcher leider, leider stehts das glück teilte, doch nicht den Schmerz..

Stehts die Hoffnung, doch nie den Frust und die Enttäuschung..

Wie du schon sagtest, es wird wirklich ein schwerer Weg werden diese egoistischen Eigenschaftn in mir zu finden..
Doch danke ersteinmal, dass du dir durchgelesen hast, was ich geschrieben habe.. Das bedeutet mir ne Menge...




geschrieben von: BlackGothicLady

Ich sitze hier und habe ANgst.. so große Angst. Bist du hier? Warst du da? Wirst du bei mir sein? Tränen schmückten deine wunderschönen, blau-grauen Augen.. voller Trauer hattest du mich angesehen und doch lächeltest du, da ich genau weiß, die Zeit mit mir hattest du ebenso genossen wie ich mit dir..
Doch schaue in die Zukunft.. was siehst du? Was siehst du da?.. Es ist alles so finster, verborgen hinter Schleiern, welche das Land in eine Finsterniss tauchen.. die ich nicht zu durchbrechen scheine.. Meine Gedanken kreisen.. ich sehe wie alles langsam zu zerbrechen droht..

Ich habe dir einen wichtigen Teil deines Lebens genommen.. Ich habe etwas wunderbares zerstört, doch sagtest du mir "Wenn es denn so wunderbar gewesen wäre, hättest du es dann zerstören können".. nein..
Hör doch auf mich so zu quälen..

Ich liebe deine Umarmungen, deine Sorge in jedem Wort und dein Lächeln, welches mir Sicherheit und Geborgenheit vermittelt.. und doch drängt mich alles wieder zurück an den Anfang.. der Abgrund, welchen ich hinunterschaue, ist so unendlich tief.. Verschlungen in ihm sind jene Gedanken, welche ich verstoßen hatte aus meinem Kopf.. meine Hände klammern sich an das Hier und Jetzt, an die Gegenwart und an das , was in dieser gegenwart gerade geschieht.. und doch will ich wieder in die vergangenheit zurück..
In jene Zeit flüchten, in welcher Glück mein herz beseelte.. Nur sag mir, Darling, was soll ich tun?

Ich sitze hier und das einzige woran ich denken kann bist alleinig du.. Du schwirst mir in meinem Köpfchen umher.. so groß sind die Gedanken, so voller Bedeutung, und doch schlage ich sie ab, versuche mir einzureden, dass mein herz sich nicht nach deinem sehnen würde..
Hilf mir doch aus diesem Abgrund, oh bitte, befreie mich..... endgültig aus den Ranken, welche ich mir selbst um meinen Leib schlug, nur um mich zu bewahren vor den Ängsten.. welche mich immernoch einzuholen scheinen.......






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