[Bücher als Flucht vor der Realität und Erschafung einer neuen Wahrheit] - German Gothic Board

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Bücher als Flucht vor der Realität und Erschafung einer neuen Wahrheit

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geschrieben von: TwilightSun

inwieweit ist es möglich, dass ein Buch Einfluss auf die realität nimmt? Kann die Grenze zwischen Realität und Fiktion so sehr verschwimmen, dass eine neue Wahreit entsteht?
Kann es geschehen, dass man literarische Figuren in die Wiklichkeit überträgt und diese "sieht", in die reale Welt einbaut?

Verwirrt
Twi



geschrieben von: Namayah

Und so seltsam es auch klingen mag, ich halte das für möglich, denn ich weiß aus eigener Erfahrung, dass es möglich ist.



geschrieben von: Blackadder

Ob man die Figuren nun unbedingt "sieht" weiss ich nicht...ich denke, es ist durchaus möglich, sich sehr stark mit bestimmten Figuren zu identifizieren, so sehr vielleicht, das man sich wünscht, wie diese Figuren zu denken, zu sein...das man bestimmte Sachen aus Büchern mitnimmt ist wohl normal...generell denke ich, die Gefahr ist bei Fernsehen und Computerspielen grösser, als bei einem Buch...meinen Erfahrungen nach zumindest.
Hängt vielleicht auch damit zusammen, wie aktiv die Fantasie der Person ist...

Beste Wünsche,

BLACKADDER



geschrieben von: Nuitari

Hallo,

ich denke schon dass sowas möglich ist, wenn es ein Charakter ist der einen sehr mitreißt oder der so perfekt beschrieben wird dass man ihn vor sich sehen kann, aber das sind zwei unterscheidliche Dinge.
Mich begleitet schon seit ein paar Jahren jemand aus einem Buch der zu sowas wie einem Geist geworden ist der mir hilft Ängste zu überwinden oder mich selber ;) und manchmal eine Art "Vorbildfunktion" hat.
Das hat bei mir aber eher wenig mit Einsamkeit zu tun, eher mit meiner blühenden Fantasie *g*

Nui



geschrieben von: WitchCraft54

Es ist doch ganz normal wenn man ein gutes Buch liest das man in die Welt des Erzählers eintaucht...man lebt,leidet und liebt mit den Helden der Geschichte. Man verändert oder spinnt die Geschichte in seiner Fantasie weiter.
Ein gutes Beispiel ist doch Herr der Ringe dieses Buch hat so viele Menschen in seinen Bann gerissen, sie fühlen sich als Hobbit, Elb oder Zwerg. Sie lernt die Sprache und die Schrieft auswendig.



geschrieben von: Black Spike

Auch ich halte diese These für vertrebar und habe sie schon am eigenen Leib erfahren...es gibt solche wunderbaren Bücher, die dann irgendwie genau auf ein Individuum welches sie liest eine spezifische Wirkung entfalten und es und seine unmittelbare Realität verändern. Ich bin sehr froh darüber, dass es bei mir schon mehrfach zutraf - weshalb ich auch gute Bücher sehr hoch einschätze und mehrfach lese, allerdings meine genauen Erfahrungen kaum mitteilen kann, da sie nicht zu worten sind... dass ist ja dann alles so eine Mischung aus Emotionen, imaginierten Szenerien und Bildern etc. ...



geschrieben von: AniMee

ich bin auch der meinung das dies möglich ist...
wenn man ein buch liest das einem sehr gefällt kann es passieren das man sich mit den charakteren identifiziert und wie schon gesagt wurde sie eine vorbildfunktion einnehmen.. ich denke das ist nicht mal mehr schlecht... denn ich denke wenn man es nur als vorbild gebraucht so kann es eigentlich nur gut sein,oder?

aber ich denke es gibt auch bücher bei denen es nicht gut ist es als etwas sehr reales zu betrachten.. zb horrorbücher oder irgendwelche krimis.. ich denke die können zb ängste auslösen bei gewissen menschen.. zb verfolgungsangst.
ich denke wenn man ein buch liest in dem es um mord ,verfolgung etc geht,so kann es passieren das man selbst verfolgungswahn bekommt und so bestimmte zwängen verfällt..

oder zb bei fantasybüchern.. wie 'herr der ringe', was ja schon genannt wurde.. oder 'per anhalter durch die galaxis'...
ich muss sagen es ist mir beim zweiteren passiert das ich dinge in die realität übertragen habe..

aber ich finde es schön auch mal in dieser welt zu leben... in der reinen fantasiewelt *träum*

Ani



geschrieben von: Andrej Delàny

Da in (fast) allen Büchern immer ein Korn realität steckt, halte ich es durchaus für möglich.
Man sollte bei dieser These vielleicht auch mal an die Autoren von Büchern denken, denn diese denken sich die Geschichten ja aus,
irgendwoher muß die Inspiration ja auch kommen, da werden Charaktäre denen sie einmal begegnet sind mit Fiktion gemischt.
Oder wirklich erlebte Situationen mit in die Geschichte eingewebt.
Es werden Dinge von unserer Welt wiedergespiegelt, verzerrt zwar, mnche mehr verzerrt als andere, aber den meisten liegt nichtsdestotrotz die Realität zu Grunde
Letztendlich werden ja Bücher erst dadurch interessant wenn man sie ließt und dabei sagen kann, "ja das könnte passieren",
sicher gibt es auch ausnahmen, besonders inm Horror und Fantasy Genre, aber man muss nur eín wenig graben, dann findet man schon das Tröpfchen Realität.
Ob man die Figuren auch sehen kann?
Nun ja, wenn man ein sehr Phantasievoller Mensch ist, wird das schon möglich sein, die wenigsten guten Bücher enden wenn man sie zu ende gelesen hat, selbst wenn dort "Ende" steht....

Dunkle Grüße
Andrej



geschrieben von: AniMee

Zitat:
Original geschrieben von Andrej Delàny
Da in (fast) allen Büchern immer ein Korn realität steckt, halte ich es durchaus für möglich.
Man sollte bei dieser These vielleicht auch mal an die Autoren von Büchern denken, denn diese denken sich die Geschichten ja aus,
irgendwoher muß die Inspiration ja auch kommen, da werden Charaktäre denen sie einmal begegnet sind mit Fiktion gemischt.
Oder wirklich erlebte Situationen mit in die Geschichte eingewebt.
Es werden Dinge von unserer Welt wiedergespiegelt, verzerrt zwar, mnche mehr verzerrt als andere, aber den meisten liegt nichtsdestotrotz die Realität zu Grunde



ich kann dem absolut nicht zustimmen.. ich meine.. man kann die inspiration einfach aus seiner eigenen phantasie nehmen.. man kann sich welten und dinge und menschen so vorstellen,wie man sie gerne hätte und diese dinge dann zu einer handlung verflechten.
ich denke dem muss in keinem fall reales zu grunde liegen..
sicher gibt es viel bücher denen die relalität zu grunde liegt,aber es gibt auch genügend bücher bei denen das nicht der fall ist.
denke ich.

Ani



geschrieben von: Anya S.

Entschuldigt, dass ich jetzt nicht auf die von Euch aufgeworfenen Gedanken eingehen werde, sondern mich der Einfachheit halber an TwilightSun's Grundidee halten werde...:

Ich glaube - nein, ich bin mir sogar sehr sicher, dass für jemanden die Möglichkeit besteht, die Realität so sehr mit einer Fiktion zu vermischen, dass daraus für ihn/sie eine gänzlich neue Wahrheit entsteht, eine neue Wirklichkeit, die im Extremfall für diese Person zur einzigen wird.
Was für eine Fiktion es nun ist, mit der er/sie sich so haltlos identifiziert, ist erst einmal unbedeutend - das kann meinetwegen ein Buch sein, ein Film, ein Computerspiel, wasauchimmer... Ebenso müssen sicherlich erst einmal bestimmte Rahmenbedingungen gegeben sein, die es überhaupt möglich machen, dass jemand die Neigung entwickelt, derart kompromisslos aus seiner/ihrer Realität zu fliehen und sich eine neue Wirklichkeit aufzubauen - das lasse ich hier erst einmal gänzlich außer Acht; was zählt ist die Möglichkeit.
Den Gedanken weiter verfolgend halte ich es für gänzlich unmöglich, dass unsere Person X mit ihrer neuen Wirklichkeit noch in der Lage ist, mit Menschen zu kommunizieren, sich in irgendeiner Form in ein soziales Gefüge einzuordnen.
Natürlich: Jede/r hat seine/ihre individuelle Wirklichkeit, anders kann und wird es nie sein, aber diese Realitäten gehen nicht dermaßen stark auseinander, das darunter das Zusammenleben leiden würde. Jemand aber, der/die die Charaktere eines Buches zu seiner/ihrer unmittelbaren Wirklichkeit macht, wird niemals mehr Anknüpfungspunkte zu 'wirklichen' Menschen finden.

Fazit: Geschlossene Anstalt, weggesperrter Irrsinn.
Können Bücher uns also in den Wahnsinn treiben und über die normalen Maße des Mitleidens hinaus aus der 'Wirklichkeit' fortzerren?
Ja, ich denke schon; wenn jemand schon äußerst labil und lose mit der Welt verankert ist, nutzt er/sie vielleicht einmal (un)bewußt die Chance für die entgültige Flucht...

Erschaudernd,
- Anya.



geschrieben von: Azaellrog

Nun, ob man die Figuren wirklich vor sich sehen kann, kann ich nicht sagen, aber man kann sich, wie schon gesagt, sehr stark mit ihnen identifizieren.
So kenne ich es von mir, dáß ich ab und zu diese Figuren zitiere oder soetwas sage wie "XXX hätte jetzt dies getan oder das gesagt" Und zu so etwas gelangt man, meiner Ansicht nach, nur dadurch, daß man sich sehr stark mit diesen Personen identifiziert bzw. welche einem als Idol dienen.



geschrieben von: SLD

Wenn ich irgendein Buch lese flechte ich die Gechichte für mich als kleine persönliche Geschichte weiter bring sie auch mit anderen mir bekannten´Buchwelten zusammen wenn ich Lust habe. Ich denke wer genügend Fantasie aht kann man sich eine Art zweit Realität erschaffen. Und wenn man etwas labil ist kann man sich so vieleicht auch vor der Realität flüchten.
Ich indentifieziere mich zwar mit keiner Gestalt aus irgendwelchen Büchern als Idol oder Vorbild aber wenn man ein Buch liest und sich auch reindenkt lernt man die Charakter kennen und wünscht sich wenn sie einem sympatisch sind vieleicht das es sie wirklich gebenn würde und baut dashalb Phantasie Welten auf mit ihnen naja ich machs zumindestens manchmal. Achja les hauptsächlich Fantasy .



geschrieben von: Icaros

@AniMee

Zitat:
Original geschrieben von AniMee


ich meine.. man kann die inspiration einfach aus seiner eigenen phantasie nehmen.. man kann sich welten und dinge und menschen so vorstellen,wie man sie gerne hätte und diese dinge dann zu einer handlung verflechten.
ich denke dem muss in keinem fall reales zu grunde liegen..




Natürlich kann man sie sich so vorstellen, wie man sie gern hätte, aber die Entscheidung, wie du sie denn gerne hättest, wäre ohne die Realität nicht möglich. Wenn Du Dir z.B. eine Welt vorstellst, in der das Ideal des Utilitarismus oberstes Gebot ist, so kannst Du dies nur, da Du in der Realität schon mal etwas davon gehört hast. Würdest Du etwas in Deiner Phantasie erschaffen, das absolut ohne jeden Zusammenhang zur Realiät stünde (ich bezweifle, dass das möglich ist), könntest Du es gar nicht benennen.
Was ich damit sagen will, ist, dass Deine Gedanken (die Phantasie schließe ich dabei mit ein) eine direkte Reaktion auf das von Dir in der Realität Erfahrene und von letzterer direkt beeinflusst sind. Letztendlich verarbeitest Du mit Deinen Gedanken/Deiner Phantasie doch "nur" Sinneseindrücke aus der Realität – entweder Du übernimmst sie 1:1, oder Du variierst sie, aber Du gehst immer von der Realität aus, sie ist der Anfangspunkt, von dem aus Du Deine Phantasie schaffen lässt. Mmhh, ich hoffe, Du verstehst, was ich meine.

Du meintest, es gäbe genügend Bücher, die ohne Einfluss der Realität entstanden seien. Könntest Du Beispiele nennen?

Grüße,
Icaros





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