['Grenzwelt Lyrik'] - German Gothic Board

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'Grenzwelt Lyrik'

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geschrieben von: TrAuMtÄnZeR

Fern von mir

Schon wenn ich dein Antlitz im bloßen Mondlicht sehe,
dann weiß ich du bist der Grund warum ich niemals gehe.
Weißt du warum ich hier stehe?
Warum ich nach dir vergehe?

Du kannst es nicht wissen,
denn du kannst mich nicht vermissen,
da ich dir nie meiner Liebe gabe,
und dir nie davon erzählt habe.

In Tränen zu den Sternen zu schauen,
sich eine Hoffnung aufzubauen,
um später gestürzt und geschlagen im lauen,
Wasser auf den Grund zu schauen.

Muss ich dir noch sagen,
wie oft ich schon versucht hab dich zu fragen,
ob wir zusammen im selben Geiste jagen,
ich kann es einfach nicht mehr ertragen....

Bitte,
bitte,
gib einen Ton von dir,
gib mir ein Zeichen das ich hör' von dir...

Wo bist du hingegangen?
Warum ertönt niemehr das Lied welches wir einst sangen?
Ward es gefressen von Schlangen,
die wie bloße Schmerzen klangen?

Warum bist du nicht hier?
Ich wünscht ich wär bei dir,
doch alleine lieg ich hier...

und du bist weg.

Fern von mir.

Traum // 08.06.02



geschrieben von: TrAuMtÄnZeR

Sehen wir uns morgen

Schon seit Stunden starre ich auf diese Wand,
halte das Glas Wein fest in meiner Hand.

Manchmal kommt es mir vor als würde es gleich zerspringen,
so wie viele Liebesleben in die Brüche gingen.

Scherben die fallen,
Tränen die fallen.

Schon seit Stunden schreib ich diesen Brief,
der sich wie ein Traum im Sande verlief.

Manchmal kam es mir so vor als wäre endlich alles gut,
doch alles was ich am Ende hab ist nur noch Blut.

Meine Sehnsucht zu dir ist stärker als jede Hoffnung,
vielleicht finde ich ja irgendwo einmal Erholung.

Scherben die fallen,
Tränen die fallen.

Waren alle Hoffnungen die jemals geboren,
für immer und ewig verloren?

Sind des wirklich alle Worte ausgesprochen,
all die Düfte die wir rochen,
ausgebrochen?

Sind all die sanften Berührungen,
Verführungen,
nur noch Erinnerungen?

Scherben fallen,
Tränen die fallen.

Doch mach dir keine Sorgen,
denn wenn du Glück hast,
sehen wir uns morgen.

Traum // 07.06.02



geschrieben von: TrAuMtÄnZeR

Schreib ich?

Schreib ich?
Oder schreib ich lieber nicht?

Soll ich dir wirklich sagen wie sehr ich dich liebe,
warum ich meinen Kopf nicht mehr frei kriege?

Sollte ich für jeden Meter einen Schmerz empfinden,
so würde ich nie zu dir finden.
Ich würde auf meinem Weg zusammenbrechen,
und ich hätte nichts,
garnichts zu rächen.

Wenn ich meine Liebe zu dir schreiben müsste,
würde es Schmerzen bereiten,
manchmal wünsch ich mir ich könnte auf dem Rücken meines Rosses zu dir reiten.

Dich aufnehmen,
wo du da alleine bist,
mich Sehnsüchtig vermisst.

Weißt du, das der Mond auch am Tag zuschaut,
das das Leben immer sich begibt aufgeraut?

Sollte ich,
ach sollte ich dir schreiben wie groß die Sehnsucht war?
Dass ich mich dir hingab ganz und gar?
Soll ich dir schreiben was es für mich einst war?
Sollte ich dir schreiben warum ich mich mache rar?

Schreib ich?
Oder schreib ich lieber nicht?

Wenn du lesen willst,
was ich für dich empfinde,
so lies in meinen Narben.
Sie werden dir die Wahrheit sagen!

Und es gibt keinen Grund mich mehr zu fragen,
denn es gibt nichts mehr zu sagen...

Traum // Irgendwann im Juni, Nachts...



geschrieben von: TrAuMtÄnZeR

Unverstanden

Als er langsam und voller Lebenslust durch die Wälder strich, die Vögel beobachtet wie sie flogen, wie sie wilde Lieder sangen.
Traurigkeit existierte für ihn nicht. Niemals in seinem Leben hatte er geweint. Er war immer einer derer, die den neuen Morgen mit Lächeln begrüßten, bei der Arbeit pfiffen und Abends lächelnd einschliefen.

An einer Lichtung im Walde traf er einen Mann.
Dieser Mann saß allein und weinend auf einem Stein. Leise schluchzte er und hielt die Hände über seinem Kopf zusammengeschlagen, rastend, auf seinem Kopf.

Es wurde langsam dunkel und der Mann auf dem Stein sah den jungen, glücklichen Mann mit roten Augen an.

Leise und zaghaft betrat der junge Mann die Lichtung und hockte sich neben den alten, weinenden Menschen, dessen Tränen bereits den Waldboden genäßt hatten.

"Was ist mit dir?", fragte der Glückliche.

"Ich weiß es nicht", sagte der Alte.
"Zuviele Gedanken zermatern mein Hirn und ich weine, damit es mir besser geht."

"Was bedrückt dich denn so stark?"

"Das Leben... ...bald wird es vorbei sein. Und niemand wird meine letzten Jahre mit mir teilen können. Ich bin allein, weil ich mir zu viele Gedanken mache um Dinge die bereits in Vergangenheit ungeschehen zu machen."

"Aber gibt es denn nicht noch so viel schönes in dieser Welt, was du entdecken und fühlen kannst?"

"Nein. Nicht mehr. Denn all das schöne hat mich zu dem gemacht was ich heute bin.
Alt,
Krank,
Allein,
Traurig.", sagte der Alte und seufzte tief.

"Aber wie fühlst du dich denn dann?"

Und der Alte hob seinen Kopf, sah den Jungen mit traurigen Augen an und sagte leicht lächelnd:
"Unverstanden."



geschrieben von: TrAuMtÄnZeR

Deine Liebe

Ungeliebt und allein,
sitze ich hier und denk an dich.
Ich denke an deine Worte,
deine liebgemeinten Taten.

Alles nur ein Schattenspiel,
meine Gedanken machen diesen Raum zu einer Höhle.
Tiefe Traurigkeit über meine Einsamkeit,
keine Emotionen und andere Gedanken.

Das Zimmer ist kalt.
Nichts schönes ist mehr hier.
Ich bin allein.
Ich möchte gehen.

Ich blute,
nur für dich.
Ich weine,
allein für dich.

Ich schreie,
deinen Namen.
Ich flüstere,
leise in die Nacht.

Doch trotz aller schönen Worte,
schenkst du mir keine Liebe.
Trotz aller Berührungen,
empfindest du keine Liebe.

Was bekomme ich,
wenn ich weine?
Wohin gehe ich,
alleine?
Was begehre ich seit Jahren?

Nur deine Liebe.



geschrieben von: TrAuMtÄnZeR

Wach

Aufgewacht bin ich heute Nacht,
tausendmal und immer wieder.

Aufgewacht bin ich heute Nacht,
und niemand war da der mich hielt.

Aufgewacht bin ich heute Nacht,
und nichts war dort was mich warm gehalten hat.

Ich bin letzte Nacht um Stunden wach gelegen,
nichts gab es was mich hielt.

Nicht aufgewacht bin ich heute morgen,
denn es war niemand da,

der mich Wach hielt.



geschrieben von: TrAuMtÄnZeR

Nur Nachts

Dienstag Nacht, 03:26, Bewölkt
Wiedermal ist es soweit. Der Kampf mit der Nacht. Der Kampf mit jeder einzelnen Minute, die jeder normale Mensch damit verbringt seine Batterie wieder aufzuladen. Jeder Mensch, der halbwegs normal ist schläft jetzt.
Aber nicht ich.
Ich liege Wach. Keine Ahnung wie lange schon.
10 Minuten, 1 Stunde Dämmerzustand, hab ich überhaupt geschlafen?
Oder wälze ich mich schon seit dem Zeitpunkt in dem ich ins Bett ging von einer Seite auf die andere. Ein Blick auf die Uhr.
2:35. Draussen vögeln die Katzen. Welch Wortspiel. Aber kein Lächeln zuckt über meinen Mund. Nicht mal ein müdes Lächeln. Totmüde und doch unfähig ins Land der Träume zu gehen.

Halbschlafvisionen regen mich dazu an, mich wie im Wahn ständig hin und her zu wälzen.
In meinem Traum, wenn es denn einer ist, betrete ich eine piekfeine Nobel-Werbe-Agentur. Ich sehe aus wie immer, falle unangenehm auf, weil ich im Vorsaal eine Kippe rauche. Wird rausgeworfen, prügel mich mit dem Rausschmeisser.
Erneuter Blick auf die Uhr.
2:55.
Hatten wir das nicht gerade eben erst? Oder war es doch 2:35?

Ich stehe auf. Sitze eine Weile im toten, stillen, Stockdunkeln.
Ich nehme meine Kleider, ziehe mich an und verlasse diese Wohnung. Es hat keinen Sinn sich hier weiter zu quälen. Ich erreiche die Wohnungstür, öffne sie und mir strömt wohlig kühler, frischer Nachtwind entgegen. Ich bleibe stehen. Schließe die Augen und nehme einen Moment ganz tief in mich auf. Atme den frischen Nachtwind ein.

Am liebsten ein bischen davon in einer Plastiktüte mitnehmen um im Kühlschrank aufzubewahren. Niemand hier ist wach. Es ist still. Niemand da, der mir auf die Nerven geht. Keiner, der mich anlabern kann. Es sollte immer Nacht sein.

Bei meiner Runde um den Block sehe ich viele Katzen, die sich in der Fußgängerzone gegenseitig scharf machen und einen kurzen Moment muss ich sie mit Menschen vergleichen.
Was aber entdecke ich plötzlich, zusammengerollt, den Kopf nach innen, alle Stacheln nach aussen, allein in einer dunklen Ecke liegen? Ein Igel.
Und Urplötzlich muss ich an mich denken.

Noch einmal den Nachtwind einatmen.
Tief, ruhig, Leben. Einen kurzen Moment.

Heute Abend wird er wieder von Vorn beginnen.
Der ewige Kampf mit der Nacht.
Der leidig ringende Nahkampf mit dem Wunsch nach Kraft.

Traum, 09.07.02



geschrieben von: TrAuMtÄnZeR

Was?

Wessen Worte spreche ich,
wenn ich dir sag: "Ich liebe dich!"?

Welcher Teufel reitet mich,
wenn ich doch denk du liebst auch mich?

Woher kommt nur die Wut auf mich,
wenn ich weiß ich kriege dich?

Weshalb fühl ich mir dir so hingezogen,
warum hab ich nur so viel gelogen?

Was bin ich?
Warum will ich dich?

Dann wieder nicht...

Warum bin ich?
Und dann wieder nicht?

Niemals nein,

werd ich mir über mich im Klaren sein!

Traum, 08.07.02





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