[freunde und familie verlassen...?] - German Gothic Board

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freunde und familie verlassen...?

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geschrieben von: sh4pe

hey...

ich frage mich schon seit längerem ob es richtig ist von hier, von zuhause, wegzuziehen und mir eine Ausbildung weiter weg zu suchen.. für dieses Jahr sieht es hier sowieso schlecht mit Ausbildung aus.. ich weiss nciht wieviele absagen ich schon bekommen habe... ausserdem denke ich.. bzw hoffe ich, dass es mir besser geht wenn ich hier weg komm, da ich in letzter zeit viele probleme und viel stress hier hatte und mit dem ganzen nicht mehr klar komm und sowieso kaum weiter weiss... dennoch habe ich angst, ganz alleine, in eine völlig fremde stadt zu ziehen wo ich nichts und niemanden kenne... und ich würde ne menge leute, die mir unendlich viel bedeuten, zurücklassen... meine eltern sind total dagegen... aber ich denke dass es meine entscheidung ist... aber ich bin mir so unsicher... =/

was würdet ihr tun? habt ihr solche erfahrungen vielleicht schon gemacht? seid ihr in eine völlig fremde stadt gezogen..? geht/ging es euch besser?


würde mich sehr freuen zu hören, was ihr darüber denkt...

danke...

sh4pe.



geschrieben von: fragment

Wie alt bist du denn?

Mir persönlich war es wichtig mein Studium in einer neuen Stadt anzufangen. Nicht weil ich meine Familie nicht leiden konnte oder meine Freunde mir auf einmal nichts mehr bedeutet hätten.
Ich hatte einfach das Gefühl, dass ich das tun müßte und hatte keinen Moment Zweifel, dass ich das auch schaffen würde.

Es gab und gibt Probleme, die ich vorher nicht vermutet hätte und mir würde es materiell sicher besser gehen, wenn ich noch zu Hause wäre. Einige Erwartungen wurden kein bißchen erfüllt und ich muß(te) Sachen lernen, von denen ich dachte, dass ich sie schon kann.
Aber ich habe diesen Schritt noch keinen einzigen Moment bereut.

Das deine Familie dagegen ist, ist doch ein schönes Zeichen. Sie haben dich gern und machen sich Sorgen. Ich denke ein paar Gespräche wären da sehr hilfreich, damit sie verstehen warum du das tun möchtest.

Aber:
Wenn du mit dem Umzug vor Problemen weglaufen willst, die du besser lösen solltest (man könnte die Vermutung haben, lt. deinem Eingangspost) wird das wahrscheinlich nicht funktionieren. Ein ungelöstes Problem bleibt ein ungelöstes Problem...auch wenn es eine Zeit lang aus deinem Blickfeld verschwindet.



geschrieben von: Winterborn

Zitat:
Original geschrieben von fragment

Wenn du mit dem Umzug vor Problemen weglaufen willst, die du besser lösen solltest (man könnte die Vermutung haben, lt. deinem Eingangspost) wird das wahrscheinlich nicht funktionieren. Ein ungelöstes Problem bleibt ein ungelöstes Problem...auch wenn es eine Zeit lang aus deinem Blickfeld verschwindet.



Da geb ich fragment recht. Ansonsten ist ein Neuanfang meiner Meinung nach immer etwas gutes, und gerade wenn du zum ersten mal wegkommst von zu Hause, ist es ja eine Art sich endlich auf eigene Beine zu stellen, sich selbst besser kennenzulernen.



geschrieben von: sh4pe

erstma danke für die antworten..

ich bin grad 18 geworden...

nicht direkt vor problemen weglaufen.. aber halt einiges hinter mir lassen.. ich weiss bloß nicht ob ich mir das alles selbst zutrau.. einerseits will ich unbedingt weg, andererseits auf keine fall.. das is echt.. scheisse..

@fragmet: wie weit bistn du von zuhause weggezogn wenn ma mal fragen darf..? viel es dir kein bisschen schwer soetwas zu entscheiden?



geschrieben von: AngelSanctuary

Bin grad mal ein Jahr älter als du....
Habe auch vor im Sommer meinen Wohnort zu wechseln vom Norden in den Süden....wegen der Ausbildung....mir fällt es auch sehr schwer meine Eltern und sehr sehr tolle Freundinen zurück zu lassen....Aber es ist für mich wichtig.....mein Vorteil dir gegenüber ist allerdings, dass ich dort meinen Freund habe und so nicht ganz alleine bin...allerdings die Stadt und sonstige Leute nur seeehr flüchtig kenne..... Aber ich denke vor etwas Neuem sollte man in Allgmeinem nie Angst haben.....
Wie allerdings erwähnt wurde, ist weglaufen vor Problemen, die man klären MUSS, nicht das richtige....dann ist man oft verleitet es immer wieder zu tun...Ansonsten rate ich dir, tu es....klar, keine Eltern sind begeistert wenn die Kinder weggehen....Und ich denke es ist auch nicht einfach mit Eltern die sehr weit weg sind...bin ja jetzt schon manchmal zu Tode betrübt wenn ich daran denke, dass ich bald weggehe und einen schönen Tag mit meinen Eltern hatte....aber man muss es wagen. Wenn man sich immer nach anderen richtet, dann kann man nie richtig glücklich werden. Und ich hoffe dass deine Eltern dich immer wieder aufnehmen würden,denn das ist das wichtigste, der Rückhalt...diese Sicherheit.
Sprich evtl noch einmal mit deinen Eltern darüber....ich denke es ist wichtig, dass sie verstehen dass es dir in erster Line um deine Zukunft geht, die da wo du jetzt bist für dich schlecht bis schon fast aussichtslos ist



geschrieben von: fragment

Zitat:
Original geschrieben von sh4pe

@fragmet: wie weit bistn du von zuhause weggezogn wenn ma mal fragen darf..? viel es dir kein bisschen schwer soetwas zu entscheiden?



Ich bin damals vom Raum Karlsruhe nach Giessen gezogen. Gute 2 1/2 Stunden Zugfahrt liegen dazwischen.
Meine Heimat ist allerdings wieder ganz woanders.

Natürlich fiel es mir auch schwer. Ich kann mich noch an den Tag erinnern, an dem ich die erste Nacht in meinem damaligen Wohnheimzimmer geschlafen habe...ich hatte mir 2 Bier an der Tankstelle gekauft und einen Film angesehen. Ich war ungeheuer wehmütig.
Ich habe auch im Vorfeld oft darüber nachgedacht ob ich diesen Schritt gehen soll. Aber je näher ich dem Auszug von zu Hause gekommen bin, desto mehr war ich sicher, dass ich genau das tun will. Im ersten halben Jahr bin ich sehr oft nach Hause gefahren...wegen den Freunden und der Familie.
Aber das ist von Semester zu Semester weniger geworden. Man lebt sich automatisch Schritt für Schritt in sein "neues" Leben ein.
Ich hatte einen Nebenjob gefunden...ein paar Leute an der Uni....nach 1 Jahr meine jetzige WG und so weiter. Und auf einmal machst du deinen Kram alleine.
Ich kann nicht behaupten, dass immer alles toll ist. Vielleicht gibt es objektiv betrachtet sogar mehr Dinge, die mich negativ berühren, und die es vorher einfach nicht gab.
Das Konto geht mal in Minus, man fühlt sich gelegentlich etwas allein oder hat das Gefühl nichts wirklich auf die Reihe zu bekommen...aber wieder nach Hause zu ziehen wäre irgendwie ein Rückschritt, sogar eine gefühlte Niederlage für mich.

Ich denke es ist einfach wichtig, dass es deine Entscheidung bleibt. Egal wie du dich entscheidest. Sonst wirst du dich vielleicht irgendwann fragen " Was wäre gewesen, wenn ich es damals so gemacht hätte, wie ich es gewollt habe."
Deine Feunde werde auch ihren Weg gehen...früher oder später.
Aber Freundschaften gehen von sowas nicht kaputt.

Bei solchen oder ähnlichen Situationen hilft es mir immer sehr auf meinen Bauch zu hören. Alle Gedanken, Zweifel und Wenn und Aber einen Moment beiseite zu schieben und in aller Ehrlichkeit zu mir selbst zu schauen, wo es mich hinzieht...



geschrieben von: Latona

als ich mein letztes jahr von der ausbildung gemacht habe, wollte ich auch weg von zu hause, eine eigene bude und mein eigener herr sein und tun und lassen, was ich wollte.

die entfernung dabei war nicht so wichtig, hätte auch die selbe stadt sein können.

na ja, das ende vom lied war dann, dass ich exakt 20 minuten autofahrt von zu hause weg war :-)

da ich aber ein gutes verhältnis zu meinen eltern hatte und auch noch habe (wohne mittlerweile wieder zu hause, doch dazu gleich mehr), haben mich meine eltern fast jedes wochenende nach hause geholt. zur gleichen zeit war nämlich auch mein bruder weggezogen, ebenfalls gute 20 minuten weg *g*, so dass ihnen diese ruhe schon fast unheimlich war und sie sich jedesmal gefreut haben, wenn aus meinem zimmer laute musik kam. das hat sie dann an alte zeiten erinnert.

manchmal wollte ich übers we einfach nicht nach hause und dann kam die frage: och, wieso denn nicht und bla und blubb.

nach der ausbildung bin ich wieder nach hause gezogen, weil ich keine stelle bekommen habe. mein elternhaus ist also jederzeit anlaufpunk, wo ich jedereit zurückkehren kann. natürlich will ich einmal mein eigenes haus bzw. meine eigenen wohung haben, aber im mom sieht das finanziell total scheiße aus.

also, ich finde, du solltest diesen schritt tun, aber wenn du dir doch unsicher bist, dann kannst du doch einfach im gleichen ort bleiben. na gut, ich hatte glück, ich musste nicht so weit von zu hause weg, aber der arbeitsmarkt sieht heutzutage wirklich scheiße aus, deshalb glaube ich, dass man doch weiter weg muss, um überhaupt was zu finden wie gesagt, wenn es klappt bei dir, dann bleib im selben ort, nehm dir eine eigene wohnung, das hilft schon, um abstand zu bekommen und du deine freunde nicht völlig aus den augen verlierst.

ansonsten hat eine völlig fremde sadt auch was reizvolles. aber mach mit deinen eltern aus, dass du jedes 2. wochenende oder einmal im monat nach hause kommst bzw. kommen darfst. ich denke, das freut auch deine eltern und du läufs nicht vor den problemen davon, sondern hast ebenfalls abstand und kannst die dann so nach und nach aus der welt schaffen, wenn du verstehst was ich meine.

das das möglich ist, zeigt ein beispiel: meine freundin wohnt 2 1/2 stunden zugfahrt von zu hause weg und macht da eine ausbildung und sie kommt jedes 2. we nach hause, weil wir eben alle (fast) auf einen fleck wohnen, so kann sie arbeit, freunde, famile und eigenes wohnen perfekt kombinieren.

vlt. hat dir das weitergeholfen. viel glück bei der ausbildungs- und wohnungssuche



geschrieben von: more

Ich kann mich meinen Vorrednern eigentlich nur anschliessen. Ich habe damals, Stück für Stück meine Heimat verlassen. Zuerst bin ich ca. 50km weiter weg gezogen, um zu studieren. Dort hatte ich auch eine Wohnung und bin nur am WE nach Hause gefahren. Damals war ich 18Jahre alt.
Mit 20 bin ich wieder umgezogen, diesmal waren es schon ca. 300km. Ich bin aber alle 14 Tage nach Hause gefahren. Ein Jahr später (Ich hatte während diesen Jahres meinen jetzigen Lebenspartner gefunden, war mittlerweile 21) bin ich nochmal etwa 80km weiter von meiner Mutter weggezogen. So, nun bin ich fast 25 Jahre alt und habe meine eigene Familie. Meine Mutter und meine Schwester sehe ich nur noch an den Feiertagen. Mit Freunden von damals halte ich per Mail oder Telefon Kontakt. Sehen tun wir uns nur durchschnittlich alle zwei Jahre, was aber der Freundschaft keinen Abbruch tut. Viele Bekannte sind verloren gegangen, aber die treuesten Freunde sind geblieben. In der Fremde habe ich viele neue Menschen kennengelernt, viele Erfahrungen gesammelt, und bin, vielleicht mehr als gleichaltrige erwachsender und selbstständiger geworden, da ich alles alleine managen musste. Klar meine Familie stand mir mit Rat zur Seite. Aber machen musste ich schon alles alleine.

Im Endeffekt habe ich es nie bereut, ich bin froh es getan zu haben, da ich viel gelernt und gesehen habe. Ich habe jetzt eine neue Heimat, viele neue liebe Freunde und möchte nie wieder zurück. Trotzdem liebe ich meine Eltern. Ich denke das ist der grosse Unterschied, zum Kind-sein... Dazu gehörten auch Tränen, der Einsamkeit und des Heimwehs... Aber gelohnt hat es sich allemal!





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