[Tag- und Nachtgeschichten] - German Gothic Board

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Tag- und Nachtgeschichten

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geschrieben von: Eisträne

Ich begrüße Euch in meinem kleinen Garten.

Ich möchte hier einen kleinen Ort schaffen, um meine Gedanken zu pflanzen, damit sie wachsen werden und nicht in der Dunkelheit der Nacht verwelken.

Ich hoffe, es störrt niemanden...



geschrieben von: Eisträne

Diese Geschichte ist heute in meinem Kopf herangewachsen und ich möchte sie hier pflanzen...
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Die Klippe

Der Tag neigte sich seinem Ende zu, als sie einsam den schmalen Weg hinauf zu den Klippen stiegt.
Tränen rannen leis an Ihren Wangen hinab.
In einer Hand trug sie einen hölzernen Käfig, in dem ein junger Falke saß.
Vor ca. einem Jahr hatte sie ihn im Wald gefunden. Er war damals aus seinem Nest gefallen und sie hatte ihn gefunden. Klein und kurz vor dem verhungern, saß er damals am Wegesrand. Sie nahm ihn mit nach hause und zog ihn groß. Nun war er ein starker, kräftiger Bursche und bereit in die Freiheit entlassen zu werden.
Als sie oben auf der Klippe angekommen war, blieb sie eine Weile stehen und betrachtete den Feuerball, der langsam begann im Meer zu versinken.
Sie öffnete den Käfig und sprach zu ihrem Falken: "Flieg, meiner kleiner Freund. Fliege der Sonne entgegen und genieße fortan Deine endlose Freiheit. Eine Freiheit, die mir nie vergönnt war." Der Falke blickte etwas ungläubig, hüpfte dann aber aus seinem Verlies, breitete seine Schwingen aus und flog mit einem freudigen Schrei gen Himmel.
Ihr Kleid wärmte sie schon lange nicht mehr. Noch enger schlung sie ihren Umhang um den Körper. So verharrte sie eine Weile und blickte dem Falken solange nach, bis er aus ihrem Blickfeld verschwunden war.
Der Wind sang ein trauriges Lied. In der Ferne läuteten Kirchenglocken. Die Brandung schlug unten sanft gegen die Klippen. Die Möwen kreischten. Kreischten ein Lied, welches von der Ewigkeit erzählte.
Ihr war kalt. Seit so langer Zeit war ihr schon so unendlich kalt. Keine Decke, kein Feuer und auch nicht die Sonne konnten sie noch wärmen. In ihrem Herzen waren ihre vielen Tränen zu Eis erfroren. Der tiefe Schmerz in ihr, fraß ihre Seele auf. Sie wollte nicht mehr frieren. Sie ging noch näher an den Abgrund heran. Die Tränen rannen noch immer und doch würden sie bald versiegen. Der Wind fuhr ihr durch das lange Haar.
Sie blickte hinauf zu den Möwen und sprach laut mit zitternder Stimme: "Meine Freunde der Lüfte, wie gerne würde ich fliegen wie ihr. Bitte erfüllt mir heute einen einzigen Wunsch. Tragt mich auf Euren Schwingen in eine andere Welt. In eine Welt in der ich wieder Wärme spüre." Die Möwen schrien. Sie breitete Ihre Arme aus und lächelte sanft. Dann flog sie los.
Flog einen kleinen Augenblick dem roten Feuerball entgegen, der gerade im Meer versank. Zum ersten Mal seit so vielen Jahren spürte sie wieder Wärme in ihrem Herzen. Dann zerschellte ihr Körper auf dem Boden.
Der Falke kehrte zurück und kreiste noch lange über ihrem toten Körper. Er sang ein Lied von tiefster Trauer.
Die Nacht legte sich über die Welt und ein neuer Stern funkelte am Horizont.



geschrieben von: Eisträne

Diese Geschichte schrieb ich einst, vor langer Zeit, für meine erste große Liebe. Doch er hat sie nie verstanden... oder wollte sie nicht verstehen...
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Morgengrauen

Die aufgehende Sonne kämpfte sich durch meine Vorhänge und schien mir ins Gesicht. Dadurch war ich heute morgen schon früh aufgewacht. Als ich langsam meine Augen aufschlug, blickte ich in ein seelig schlafendes Gesicht. Unweigerlich mußte ich sanft lächeln, denn ich wußte auch meine Liebe war erneut erwacht.

Zärtlich hauchte ich ihm einen Kuß auf die Wange. Dabei stieg mir unweigerlich sein erotischer Duft in die Nase und ich spürte die alt bekannten Schmetterlinge im Bauch. Ich kuschelte mich zärtlich an seine Brust und genoß den Augenblick. Doch der Gesang der Vögel ließ mir keine Ruhe - Ich verspürte den unbändigen Drang zu ihnen gehören zu wollen und mit ihnen den neuen Morgen zu feiern.

Deshalb entzog ich mich langsam und behutsam seiner zärtlichen Umarmung, bedacht ihn nicht zu wecken. Ich stieg leise aus dem Bett und warf meinen seidenen Morgenmantel über meinen nackten, noch vom Bett gewärmten Körper.


So schritt ich in den Garten und als meine nackten Füße das vom Tau nasse Gras betraten, war ich sofort umgeben von Rosen und wilden Orchideen. Die frische Morgenluft ließ einen kurzen Schauer über meinen Rücken laufen, doch das störte mich nicht weiter - Ich fühlte mich als wäre ich eins mit der Natur. Ich sog den schweren süßlichen Duft, der sich der Sonne öffnenden Blüten ein und ließ meinen Blick durch den Garten schweifen.

Der wunderschöne Septembermorgen, der von meinem Auge erblickt wurde, glich einem Gemälde und diese umwerfende Schönheit der Natur ließ mich zärtlich erschaudern. Der Weiher, der ungefähr in der Mitte des Gartens lag, war umgeben von hohen Obstbäumen. Sie streckten ihre langen, zarten Äste der aufgehenden, roten Sonne entgegen, als wollten sie diese begrüßen. Gleichzeitig waren sie vom sanften Morgennebel eingehüllt, wie in ein schützendes Gewand.

Ich schritt zum Ufer des Weihers und blickte in das ruhige Wasser, daß von der Morgenröte in ein warmes, zartes Rot getaucht wurde. Der Tau der von den Bäumen tropfte, sammelte sich in den Blütenblättern der Rosen und bildete kleine Seen, die dann als dicke schwere Tropfen zu Boden fielen. Hier und da saßen kleine Meisen im feuchten Gras und badeten im frischen Tau. Eine Katze streifte durch den Garten.


Plötzlich ließ mich die kalte Morgenluft erzittern, doch die Luft war so wunderbar frisch und klar, daß ich gar nicht daran dachte wieder ins Haus zurück zukehren. Statt dessen wanderte mein Blick über den Weiher, auf dem sich mittlerweile ein Schwanenpaar niedergelassen hatte, um dort seine morgendlichen Runden zu ziehen - wie gerne wäre ich manchmal so wie dieses Schwanenpaar - einfach frei und ungebunden! Ich war wie in Trance - verzaubert von der Schönheit der Natur! Tränen schossen in meine Augen. Mein Blick glitt weiter zu den großen Obstbäumen. Ihre Blätter hüllten sich langsam in das lustige Farbenspiel des Herbstes und die ersten fielen langsam zu Boden.

Langsam begann sich auch der Nebel zu lichten und gab den strahlend blauen Himmel frei. Die Sonnenstrahlen gewannen an Kraft und wärmten meinen ausgekühlten Körper. Die Luft war erfüllt von Wärme und dem süßlichen Duft der Blumen.

Plötzlich wurde mir mal wieder schmerzlich bewußt, wie vergänglich die Zeit doch ist und wie schnell sie an uns vorübereilt, ohne, daß wir etwas dagegen tun können. Schon wieder war das Jahr fast vorüber und es schien mir, als hätte ich gar nicht richtig gelebt. Doch ich versuchte diese Gedanken zu verdrängen, um den Augenblick wieder voll und ganz genießen zu können. Ich schloß die Augen und atmete tief die duftende Morgenluft ein.


Auf einmal spürte ich, wie warme, kräftige Arme meine Taille umschlossen. Komischer Weise erschrak ich nicht, denn die Wärme und der Duft kamen mir so unheimlich vertraut vor. Ich spürte, wie sich sein Gesicht in meine Haare wühlte und ein warmer, zärtlicher Atemzug streifte meinen Nacken, gefolgt von einem unglaublich zärtlichen gehauchten Kuß. Ein wohliger Schauer durchfuhr meinen Körper!

Ich blickte mich um und schaute in diese warmen, von Zärtlichkeit erfüllten braunen Rehaugen, die mir Tag für Tag immer wieder neuen Geheimnisse aufgaben. In diesem Augenblick wußte ich, wir gehörten einfach zusammen, wie das Spiel der Jahreszeiten. Ich strich zärtlich durch seine weiche, braune Lockenmähne, küßte ihn sanft zur Begrüssung und spürte, wie wir ineinander verschmolzen...

...und der Nebel nahm die Liebenden in seine schützenden Arme!!!



geschrieben von: Eisträne

...Ahninnengeflüster ...

Es war dunkle Nacht als sie den Weg hinaus aus dem Dorf ging. Der Vollmond stand hoch über den Bergen und die Sterne funkelten am Himmelszelt. Sie hatte die Kaputze ihres Umhangs tief ins Gesicht gezogen. In einer Hand hielt sie eine kleine Trommel und in der anderen eine Laterne. Sie wußte der Weg, der vor ihr lag war lang und sie war ihn schon seit sehr langer Zeit nicht mehr gegangen. Der Weg aus dem Dorf führte direkt in den Wald, den sie auch bald schon erreichte. Immer weiter ging sie nun in den düsteren Wald hinein. Eine Eule flog mit einem lauten Schrei über ihrem Kopf hinweg. Die Nachtigal sang. Ein leiser Anflug von Angst überkam sie. Doch sie kannte den Weg nur zu gut. War sie ihn doch damals als Kind oft mit ihrer lieben Großmutter gegangen. Doch nach dem Tod der Großmutter war sie den Weg kein einziges Mal mehr gegangen.
Doch jetzt, etliche Jahre später, verspürte sie einen unbändigen Drang, der sie hinaustrieb. Hinaus aus der schützenden Dorfgemeinschaft, weit weg von ihrem Mann und den Söhnen. Diese eine Nacht sollte nur ihr alleine gehören.
Der Wind spielte in den Wipfeln der Bäume und stimmte leis in den Gesang der Elfen ein. Glühwürmchen gegleiteten sie ein kurzes Stück auf ihrem Weg. Sie erinnerte sich, wie sie einst an der Hand der Großmutter diesen Weg entlang ging. Damals fühlte sie sich geborgen, doch jetzt hatte sie Angst. Doch es trieb sie immer weiter in den finsteren Wald hinein. Sie dachte daran, wie die Großmutter ihr damals die Pflanzen und ihre wirkweise erklärt hatte und sie sie zusammen mit ihr pflückte, um sie später zu Heilzwecken zu verwenden. Eine schöne Zeit war es damals gewesen. Doch nun war es Vergangenheit. Die Großmutter war Tod. Verbrannt auf dem Scheiterhaufen. Sie hatte es mit ansehen müssen...
Der Wald wurde immer finsterer. Schatten tanzten im Schutz der Bäume. Aber es konnte nicht mehr weit sein, also zwang sie sich weiterzugehen. Wenige Augenblicke später öffnete sich der Wald und gab eine wunderschöne Lichtung frei. In der Mitte funkelte silbern ein kleiner See. Die Mondin spiegelte sich in seinem Wasser. Ganz ruhig und friedlich lag er da. Fledermäuse flogen ihre nächtliche Runden auf der Jagd nach Nahrung.
Sie schaute sich um und machte sich auf, etwas Brennholz für ein wärmendes Feuer zu finden. Schon bald hatte sie auch einen großen Haufen mit Holz errichtet und zündete es mit Hilfe der Laterne an. Als das Holz Feuer fing, ging ein lautes Knistern durch die Nacht. Ein paar Funken flohen in den nächtlichen Himmel.
Dann entledigte sie sich ihrer Kleider und begann zu trommeln. Erst zaghaft, dann immer bestimmter. Sie stimmte ein Lied an und begann zu tanzen. Tanzte um das Feuer und sag der Göttinen Lied. Tanzte immer schneller, sang immer lauter. Erinnerte sich immer mehr an die uralten Bräuche ihrer Ahnen. Die Welt um sie herum begann sich zu drehen, sie tanzte sich in andere Welten. Sie trommelte, tanzte und sang. Um sie herum war alles still geworden. Im Kopf hörte sie, wie ihre Großmutter mit ihr sang, sah wie sie zusammen tanzten. Merkte wie ihr Tun, für einen kurzen Augenblick die Welt anhielt und wie sie sich dann für einen Augenblick ein wenig schneller drehte um ihr Gleichgewicht wieder zu finden.
Sie fing an lauthals zu lachen und fiel zu Boden. Sie wußte sie war nicht alleine... Und über ihr lächelte die Mondin ihr sanft entgegen...

02.07.2002



geschrieben von: Eisträne

Depressionen


Stumme Schreie in der Nacht verhallen unbemerkt.

Leise Tränen in der Nacht fließen unentdeckt.

Der Schmerz sitzt tief und unergründlich.

Er verschluckt einen wie die Nacht, die sich über die Welt legt.

Kein Stern, kein Mond weisen einem den Weg.

Man irrt in der Dunkelheit umher.

Man sieht nichts und fällt.

Fällt in ein großes düsteres Loch

und findet keinen Halt mehr.

Deshalb fällt man immer weiter

und wartet auf den Boden,

der einen für immer von den Schmerzen der Seele erlöst.

Doch nichts geschieht - Keine Erlösung.

Man ist einfach machtlos und fällt immer tiefer

und tiefer und tiefer ...



geschrieben von: Eisträne

Das Leben einer Rose

Kleine Rose,
zum Leben erweckt durch Mutter Natur,
gepflügt durch Menschenhand,
nun gefangen in einer Vase,
die geschaffen durch Menschenhand.
Wasser soll sie näheren,
doch kein Wasser kann ihr
die Erde ersetzen,
in der sie noch vor Kurzem
ihre Wurzeln verankerte.
Die Erde, die sie gewärmt und genährt,
geschützt und gehalten...
die Zeit sie streift an ihr vorüber,
und dieser Hauch lässt sie erschaudern,
kalt, erbarmungslos und entgültig ist sie.
Die kleine Rose,
sie merkt,
wie mit jedem Tag ihre Schönheit verblasst.
Sie ist gefangen in der Vase
und kann nichts tun,
als ihrem Verfall zuzusehen.
Ein weiterer Tag vergeht,
traurig läßt die kleine Rose ihren Kopf herabhängen.
Sie ist gebrochen durch des Menschen Hand,
was stolzes Wesen einst,
ist nunmehr nur noch Schatten seiner Selbst.
Noch ein Tag vergeht,
die Zeit kennt kein erbarmen,
und die ersten Blüterblätter
fallen langsam zu Boden...



geschrieben von: Eisträne

Allumfassendes "Warum?"

Meine Seele erstickt in Einsamkeit.
Dunkelheit umgibt mich,
schenkt mir Ruhe, schenkt mir Kraft,
um nicht vollends zu verzagen.
Der Schein der Mondin scheint zum Fenster herein und schenkt mir Trost.
Mein Herz friert.
Ist schon seit langem geforen zu Eis.
Sehnt sich nach Wärme,
doch findet sie nirgens.
Die Kerzen auf dem Tisch flackern im Luftzug meines Atems. Hüllen den Raum in warmes, mystisches Licht.
Das Räucherwerk verglüht still und leise,
die Nebelschwaden hüllen mich ein und betören meine Sinne.
Hänge meinen Gedanken nach.
Sie sind wirr und drehen sich im Kreis.
Fragen immer nach dem "Warum".
Doch Antworten gibt es keine.



geschrieben von: Eisträne

Dunkelheit und Licht

Es ist dunkel und eisig kalt,
als ich die Strassen entlang laufe.
Das einzige Licht,
welches die Nacht erhellt,
ist das Licht,
das aus den Häusern dringt.
Ich blicke in Fenster,
und sehe in Welten,
die mir fremd sind.
Sehe nicht nur Licht, sondern
auch Wärme und Geborgenheit.
Schnell wende ich meinen Blick ab
und irre weiter
in der Dunkelheit umher.
Leise Tränen fließen über die Wangen
und brennen sich ins Herz.
Ich würde so gerne ins Licht.
Doch bin gefangen...
gefangen in meiner eigenen Kälte und Dunkelheit.
Wo ist bloß das Licht geblieben,
welches einst für mich schien?



geschrieben von: Eisträne

Ein neuer Morgen

Die Sonne erhebt sich über
dem Gebirge.

Ihre sanften Strahlen wirft sie
wie einen Schleier über die Welt,
erweckt alles Leben auf's Neue.

Die Blätter der Bäume funkeln
golden in ihrem Schein.

Feen und Elfen tanzen
in den Lüften und feiern
den neuen Morgen.

Der Tau auf dem Gras
glitzert wie tausende Diamaten
- Tränen geweint von Feen, geweint wegen
dem Leid, der Grausamkeit und Kälte
die auf Erden herrscht.

Dunstschwaden steigen aus dem
Fluß empor.

Der nahende Herbst ist nicht mehr
zu leugnen.

Tiefe Glückseligkeit legt sich bei diesem
Anblick über das Herz.

Keine Worte können die unendliche
Schönheit dieses Morgens beschreiben.

Es ist ein großes Geschenk,
welches wohl kaum einer mehr wahrnimmt...


13.09.2002



geschrieben von: Eisträne

Gedankenfeuer

Sehnsucht, tief in meinem Herzen
Sehnsucht nach so vielen Dingen...
Will so viel und kann doch nichts...
Ein Feuer brennt in meiner Seele,
erhellt sie, weckt meine Lebensgeister,
meine Kraft - Es tobt in mir, es will raus.
Ein Feuer, daß an die Oberfläche dringt.
Zum ersten Mal in meinem Leben,
ein Feuer, daß nicht zerstört,
sondern erschafft, leuchtet...
Doch keiner sieht es ...
Wie auch?

24.10.02



geschrieben von: Eisträne

Ruinen

Langsam gehe ich durch die Ruinen,
die einst mein Leben waren.

Überall Trümmer, Zerstörung und Staub.

Tränen brennen in meinen Augen.
Jeder Stein eine Erinnerung.
Erinnerung an bessere Zeiten.
Zeiten ohne Leid.

Gab es diese Zeiten wirklich?
Oder war es gar nur ein Traum?
Nein, es war Wirklichkeit.

Gewesen…

Ich entdecke zwischen den Trümmern
eine einzelne blühende rote Rose.
Ihre Schönheit ist strahlend.
Das einzige Leben zwischen den Ruinen.

Schmerz,
ich möchte schreien, doch kein Laut
kommt über meine Lippen.

Ich falle auf die Knie,
die Steine sind kalt,
die Tränen rennen unentwegt die Wangen hinab,
halte die Rose zwischen meinen Händen.
Das Einzige was blieb.

Kirchenglocke läuten in der Ferne.
Eine schwarze Gestalt erscheint hinter mir und
spricht zu mir:
„Komm, es ist nun Zeit für Dich zu gehen…
Du musst loslassen.“

Doch ich will nicht, will bleiben.
Versuche verzweifelt jeden einzelnen Stein
wieder aufeinander zu setzen.
Irgendwie muss sie doch zurückkommen –
Die Zeit, in der die Seele lächelte.

Die schwarze Gestalt fasst meinen Arm.
Kälte durchströmt mich.
„Ich will nicht, bitte lass mich hier.“
„Du musst loslassen, es hat keinen Sinn.“

Ich weiß, es gibt kein zurück.
Ich pflückte das Letzte was mir geblieben ist.
Und drückte sie fest ans Herz.

Dann stehe ich auf.
Folgte der schwarzen Gestalt
mit schweren Schritten.

Ein allerletzter Blick zurück…

Und über den Ruinen
steht nur ein einziges Wort

„Gewesen“



geschrieben von: Eisträne

Wintermärz

Seelentränen,
blutrot und warm,
rinnen langsam in die Täler.

Wind weht,
Seelenscherben fallen klirrend zu Boden -
zerplatzte Träume, zerronnene Hoffnung.

Nur die Liebe bleibt,
heilt.

Wintermärz,
man fühlt den Sommer sterben.

Es riecht nach Verderben,
die dunklen Wolken hängen tief,
Trauer erfüllt die Luft.

Gedankensplitter,
Erinnerung.

Kälte, überall.
Seelentränen gefrieren -
Eistränen.

Der erste Schnee fällt
und verdeckt.

Frühling...
Soweit weg, unerreichbar fern.
Doch er wird kommen, irgendwann.

Die Hoffnung wird wieder blühen.
Bäume werden wieder Träume tragen.
Zukunft wird wachsen.

Irgendwann...
Irgendwann...

...wenn die Sonnenstrahlen wieder Wärme schenken.Wintermärz

Seelentränen,
blutrot und warm,
rinnen langsam in die Täler.

Wind weht,
Seelenscherben fallen klirrend zu Boden -
zerplatzte Träume, zerronnene Hoffnung.

Nur die Liebe bleibt,
heilt.

Wintermärz,
man fühlt den Sommer sterben.

Es riecht nach Verderben,
die dunklen Wolken hängen tief,
Trauer erfüllt die Luft.

Gedankensplitter,
Erinnerung.

Kälte, überall.
Seelentränen gefrieren -
Eistränen.

Der erste Schnee fällt
und verdeckt.

Frühling...
Soweit weg, unerreichbar fern.
Doch er wird kommen, irgendwann.

Die Hoffnung wird wieder blühen.
Bäume werden wieder Träume tragen.
Zukunft wird wachsen.

Irgendwann...
Irgendwann...

...wenn die Sonnenstrahlen wieder Wärme schenken.





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