[mit brennenden Tränen] - German Gothic Board

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mit brennenden Tränen

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geschrieben von: FrozenIce

Mit brennenden Tränen steht sie da und schaut ihn an.
Aber er sieht ihre Tränen nicht.
Voller Verzweiflung sieht sie ihn an,
aber er bemerkt es nicht.

Sie ist allein mit ihrer Qual, ihren Gefühlen, ihren Gedanken.
Wie immer allein.

Es tut so weh und sie hat das Gefühl zu schreien,
aber ihr Mund bleibt stumm.
Wenn die Augen das Fenster zur Seele sind,
warum sieht dann niemand ihr Leid?

Sie ist allein mit ihrer Qual, ihren Gefühlen, ihren Gedanken.
Wie immer allein.

Aus brennenden Tränen werden rote Tränen,
und doch bleibt der Schmerz nur innerlich.
Ihre Augen flehen ihn an.
Aber er geht.

Sie ist allein mit ihrer Qual, ihren Gefühlen, ihren Gedanken.
Für immer allein.



geschrieben von: FrozenIce

Die Kindheit vorbei, schon lange vorbei,
gestohlen in einer einzigen Nacht.
Alles naive, verspielte, helle, freudige
-vorbei-
Ich bin allein mit meiner Vergangenheit.
Allein mit meinem Schmerz.
Es wird niemals vorbei sein, niemals enden.
Früher liebte ich das Licht,
heute suche ich die Dunkelheit.
Sie bietet mir Schutz, versteckt mich,
wärmt mich in der Kälte der Welt.
Trauer, die mein Herz zerreißt,
Schmerz, Wunden, Blut
und das Gefühl, schon lange tot zu sein.



geschrieben von: FrozenIce

Der Weg in die Dunkelheit

War sie nicht einst auch ein Engel?
Gehörte sie nicht auch zu den Dienern Gottes, die ihn lobten und priesen?
Und fühlte sie sich nicht auch wohl dabei?
Und doch kamen ihr auf einmal Zweifel.
Zweifel, ob das alles wirklich so gut und richtig war.
Zweifel, ob das wirklich die einzige Wahrheit sein konnte.
Zweifel, die sich immer mehr in ihr Herz bohrten und
die sie irgendwann nicht mehr vedrängen konnte.
Und sie begann Fragen zu stellen.
Aber zu fragen war nicht erlaubt.
Man hatte zu glauben.
Aber sie konnte nicht mehr einfach so alles glauben.
Also machte sie sich auf den Weg, die Wahrheit zu finden.
Der Weg führte sie in die Dunkelheit.
Und schon bald wurde sie selber ein Teil der Dunkelheit.



geschrieben von: FrozenIce

Anders.
Sie ist einfach nur anders.
Nicht so, wie die breite Masse.
Nicht so, wie die meisten.
Sie ist einfach anders.

Dort, wo die anderen sich haben ein dickes Fell wachsen lassen,
dort ist bei ihr so gut wie gar keine Haut vorhanden.
Jedes unbedachte Wort trifft und verletzt sie.
Und das einzige, was sie zur ihrer Verteidigung hat
ist ihre unbändige Wut.

Sie schlägt um sich,
sie beißt, kratzt und tritt.
Sie verletzt die anderen,
nur um nicht selber verletzt zu werden.

Alle denken sie sei hysterisch,
verrückt, total durchgeknallt.
Aber keiner kommt auf die Idee,
daß sie einfach nur beschützt werden möchte.

Beschützt werden, vor dieser grausamen Welt,
in der alle so kalt, so gefühllos sind.
In der jeder nur an sich denkt
und Menschen wie sie auf der Strecke bleiben.

Sie ist anders.
Äußerlich schon lange erwachsen.
Aber innerlich noch ein kleines ängstliches Kind,
das zusammengekauert in einer Ecke sitzt.

Und gleichzeitig das Gefühl, schon über 100 zu sein,
da sie für ihr Alter einfach schon zu viel gesehen hat.
Zuviel, was noch nicht für sie bestimmt war.
Zuviel gelitten und zuviel gewußt.



geschrieben von: FrozenIce

"Soll ich gehen?", fragte sie ihn, als sie zusammen unter der Trauerweide standen.
Sie hatten hier schon so oft gemeinsam Zuflucht gesucht, vor dieser kalten grausamen Welt.
Hier unter ihrer Trauerweide fühlten sie sich wohl und beschützt.
Sie hatten sich so viele unzählige Male hier zusammen gekuschelt und gemeinsam geträumt.
Und sie waren der Meinung, es würde für immer sein.
Aber dann war etwas passiert.
Er hatte sich verändert.
Seine Art ihr gegenüber wurde anders, kälter.
Es war, als hätten sich die grauen Finger dieser Welt nach ihm ausgestreckt und ihn ergriffen.
Und sie färbte auf ihn ab.
Verwandelte ihn und er wurde so wie diese Welt.
Sie spürte es, aber wollte es nicht wirklich wahrhaben.
Er war doch ein Teil von ihr, ihre große Liebe.
Und sie versuchte darüber hinwegzusehen.
Aber irgendwann konnte sie seine Veränderung nicht mehr leugnen.
Sie standen unter der Trauerweide.
Nicht eng zusammen gekuschelt wie früher, sonder als wären sie nur einfache Bekannte, so standen sie dort.
Sie sah ihn an und fragte:"Soll ich gehen?"
Es schmerzte sie diese Worte auszusprechen, aber es ging nicht mehr anders.
Er sah sie an. "Nein, ich gehe." Dann wandte er sich um und ging.
Es zerriß ihr fast das Herz, als sie ihm nachsah und Tränen rannen über ihr Gesicht.



geschrieben von: FrozenIce

Ich stehe vor dem Spiegel.
Aber ist das wirklich mein Spiegelbild?
Zeigt der Spiegel wirklich mich?

Ich habe das Gefühl, in das Gesicht einer anderen zu schauen.
Was sagt mir ihr Gesicht?

Es sagt mir, daß sie unglaublich traurig ist.
Da ist soviel Trauer und Schmerz in ihren Augen.
Und soviel Wissen.
Ein Wissen, daß mich erschaudern läßt.

Bin das wirklich ich?
Bin ich dieses traurige Wesen?

Und während ich weiter in den Spiegel starre,
bemerke ich,
wie sich hinter mir etwas bewegt,
sich erhebt
und seinen Schatten auf mich wirft.

Und dann erkenne ich es.
Das bin ich!!!
Ein Moster,
ein häßliches, schreckliches, böses Etwas,
daß aus mir hervor bricht.
Wer kann solch ein Wesen lieben?

Ekel steigt in mir hoch,
Ekel vor mir selbst.
Daß also bin ich.
Dieses Monster,
daß doch nur zerstören kann.


Glas klirrt,
der Spiegel zerspringt.
Meine Faust immer noch da,
wo der Spiegel einst hing.
In den Scherben spiegelt sich mein Gesicht.
So, wie alle Welt es sieht.
Aber ich weiß,
in Wirklichkeit bin ich ein Monster.



geschrieben von: FrozenIce

Das Ende

Und in der Dämmerung erwacht etwas zum Leben.
Etwas, daß so alt ist, wie die Welt selbst.
Langsam beginnt das Blut wieder zu fließen.
Es war ein langer Schlaf.
Sehr lang und unfreiwillig.
Doch nun bricht die Dunkelheit herein,
die ewige Dunkelheit.
Denn das Ende ist gekommen.

Langsam regt es sich.
Es öffnet die Augen,
rot-gelbe Augen.
Kalt und unerbittlich und wissend.
Es weiß, die Zeit ist gekommen.
Und mit gewaltiger Kraft erhebt es sich in die Lüfte,
so wie alle seiner Art,
Denn das Ende ist gekommen.

Endlich sind die Fesseln gelöst,
endlich dürfen sie die Welt säubern
von der größten Plage, die die Welt jemals heimsuchte.
Von der Menschheit!!!
Und so machen sie sich auf den Weg.
Während die Menschen ahnungslos in ihren Häusern sitzen.

Die Drachen fliegen wieder,
denn das Ende ist gekommen.





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