dem plappern
entgegen und
um mich und näher
und weiter
senkte den kopf
um nicht
zu sehen
leer
gelaufene kiefer
noch immer
sich
zucken sich
öffnen
schließen
hüpft
das auge
auf und
ab auf und
ab
geschrieben von: dornroserich
schlagersummen hirnkreisend
eine flache stirn
im schaufensterglas
puppenhälse finger gespreizt und
beine starrgedreht
straßenschemen passantenrisse
vorüber
das kreisen klingt aus
hebt an ungedacht
augenvoll blicklos
geschrieben von: dornroserich
blauflackernder lichtzug
k - l - k - l - k
schon liest ein auge
und spricht sich das
stummelwort gegenstand-
los
geschrieben von: dornroserich
plötzliches frösteln
ihr blick fiel vorbei
auf den trafokasten vielleicht
auf's vergilbte plakat
hinter mir die schritte noch
den raschen rhythmus
fortgedacht
geschrieben von: dornroserich
wenn es nicht nieselte
und keine kälte die ärmel
hinaufkletterte
und weder die augen
noch ohren
sich verschlössen
ein blitzlichtnachbild
netzhautgebannt
urbild idea eidos
nachtloser abendtag
fremdgesicht
geschrieben von: dornroserich
sanftkaltes grau formlos
zwischen den weiden
morgenkuh rauhreif
im zug dumpfwarm
schläfriges starren
masten vorbei
fahlsonne
darüber -
aufsteigend
geschrieben von: dornroserich
gesunken der kopf an
die kalte scheibe
im nachtbus
die adrige stirn mit
schweißiger strähne
ein rucken weg
von der haltestelle
die nächste hinaus
und dreh dich nicht um
schon vergessen
geschrieben von: dornroserich
gestrichen
geschrieben von: dornroserich
hitze starr strahlt das
foto mit tief-fernem himmel
und rotdachigten häusern
ockriges der kleinen stadt
gittergärten tagetesbunt davor
mit fliesenmäuerchen
mitteldeutschland
frosterinnert
geschrieben von: dornroserich
(Songtext?)
die schläge hämmern dröhnen
die schläge fallen laut
die augen aufgerissen
die augen niemand schaut
wenn du
vergehst
wenn du
verstehst
die schläge kommen näher
die schläge sind schon da
die augen wollen fliehen
die augen todesnah
wenn du
vergehst
wenn du
verstehst
die schläge sie zermahlen
die schläge treffen dich
die augen sind gebrochen
die augen schreien nicht
wenn du
vergehst
wenn du
verstehst
geschrieben von: dornroserich
und wie der tee kalt steht auf dem tischchen die butter allmählich weich geworden und schon gelber als am morgen als sie aus dem kühlschrank genommen war krümel und brotmesser und eine offene zuckerdose die zeitungen auf dem bett verblättert und der blick hinaus über die fensterbank das balkongitter bis zum haus schräg gegenüber die alte mit ihren weißen strähnen im nachthemd den hof beobachtet ohne passanten ohne kindergejohle ohne den hausmeister mit dem kehrichtbesen der blick schon lange erstarrt läuft in sich zurück in ihn zurück in sein denken sein nicht-denken sein nicht-mehr zurück zum gestern yesterday gestern und nicht weit weg im fernsten die gestalt ihre gestalt ihre bewegung ihre augen die so klar zwei blaue augen summt er summt er tatsächlich die zwei au gen so blau von mei nem schatz sie war kein schatz nicht sein schatz sie sah ihn kaum an kaum lächelte sie kaum ihre haare schwarzgefärbt in die stirn über die dunklen brauen die sich bewegten mit ihrem lächeln die lider schlugen fest wenn sie lachte nicht zu ihm lachte nicht ihn ansah dabei ihn doch auslachte doch wieder nur auslachte ihre kleine nase die weichen wangen die nicht schmalen lippen ohne make-up die große zähne verbargen und ihre stimme denn sie schwieg schwieg zu ihm und nur selten nicht zu rundlichen freundin mit den schmalaugen schwieg sie und drehte sich um die hände aus den taschen ziehend die langfingrigen hände aus den schwarzen taschen ziehend schwarze hose schwarz auch ihr t-shirt ihre schuhe glänzend und mehr nicht zu wissen die bewegungen heiter rasch beiläufig die schritte davon die schritte zur theke zu den anderen freundinnen zum colaglas zur zigarette wußte sie nichts nichts konnte sie wissen nichts beiläufig der kalte tee und das offene honigglas mittag regentags auf dem roten ziegeldach die alte im fenster darunter verschwunden die gardine davor schwingt schon nicht mehr
geschrieben von: dornroserich
kreisender anruf um immer dasselbe gleich die wohnungstür schließen durch den hausflur treppenhaus sehen ob post und in die straße einige minuten zu fuß mit dem gedanken dem dumpfen gedanken der erinnerung und der vorstellung der scham der scham so schwach so sinnlos häßlich so anwidernd dieses bild aus dem spiegel vorhin dieses bild im schaufenster dieses bild in der glasschiebetür des supermarkts und doch kauft es ein äpfel butter aufschnitt kartoffelchips und den guten rotwein für den abend für das schöne neue glas für das raschere einschlafen schweres einschlafen schwer und traumlos zum glück ohne erinnern an die nacht ohne ein rest dieser schatten des schlafens dieser ekel machenden schemen des eigenen körpers der jetzt wieder über den parkplatz geht nicht langsam nicht überrasch nicht auffällig nur wieder zurück und niemand wird dich ansprechen hab keine angst hab keine hoffnung hab keinen traum wovor worauf wovon die baumwolltaschen schlagen regelmäßig mit den flaschen an die waden
geschrieben von: dornroserich
jetzt den großen weißen bogen die tintenflasche den pinsel oder die federn jetzt denke schon den schwung das einhalten das gegenkurven das zurück und weiter das absetzen und neu eintauchen schwarz das rucken gedankenlose augenblicke blicke scharf und fern in das weiß mit dem bald schwarzen darauf darin nicht zu denken einmal nicht zu denken nur der bewegung folgen der schwarzen bewegung auf dem papier folgen nur abwarten wie es sich bewegt abwarten wie es jetzt schon entsteht und nie so sein wird den weißen bogen zurücklegen in die schublade aufstehen und auf den balkon treten über die brüstung die anderen ansehen in ihren häusern und den gleichfarbenen himmel darüber in den sich das schwarz zieht wieder das tintenschwarz der bewegung des pinsels der feder kein weg
geschrieben von: dornroserich
schnellimbiß vergilbte bildchen
hamburger pommes jägerschnitzel
und ein schwitzender in schürze
und drei trainingsanzüge
schnauzbärtig
die tüte genommen den blick wie
verloren vergessen das sprechen
beim nehmen des gelben tabletts
beim setzen an den tisch
ketchupflasche
kauen und schlucken schau nicht
hinüber schau nicht vorbei kaum
sehen sie dich kaum denkend sie
nur laute worte heraus
bierdosenleer
rasch türzufallen
geschrieben von: dornroserich
so leer
bis auf den druck über der schläfe rechts
an nichts zu denken
bilderlos
kein spätmaisonnentag
keine eilenden plastiktüten
nicht die matten gesichter
die der bus vorbeifährt
den kaffee umrühren und
lächeln, daß auch heute noch
übergewichtige verliebte pärchen bilden können
geschrieben von: dornroserich
nichts merken lassen
hunde kläffen lassen
die am nebentisch lachen lassen
und den einen blick gehen lassen
dem nichts folgt
der nicht zurückkehrt
der leer bleibt in all' dem
und sich verliert
geschrieben von: dornroserich
regenstille
das rauschende geräusch
mit den blättern der birken
zum fenster hinaus
ins ziehende grau
ein tiefer atem
glänzend die fensterbank
bald
geschrieben von: dornroserich
stroboskopbildgelichter
nachbild nachtblind den vollen augen
und die bewegungen hackt wie
im erinnern zusammengesetzt
der einfache rhythmus
darüber das schweigen und
das gelächter
geschrieben von: dornroserich
allenfalls einen moment
bitte
anrufbeantworterumleitung
einen moment
doch allenfalls
fällt
bitte
das plappern dem
bordstein entgegen
einen moment
lang den fall
bitte
begleitend und nun
zum lächerlich letztlichen
schrei
so unwillkürlich und
erwartbar
bitte
einen moment
- und der hörer
liegt daneben,
liegt daneben,
allenfalls - (haifischsummen)
bitte
bis das tuten tuten tuten
verschweigt einen moment
geschrieben von: dornroserich
den fluch aussprechen über das eigene leben
den unsäglichen körper
die verödeten gedanken, das ermattete fühlen, das bodenlose hoffen
nur noch ekel
ekel vor dem spiegelbild
vor der erinnerung
den augenblicken einfacher lust
neid
neidisch die augen
lauf weg, nachbar, wollen sie drohen
doch mein neid kann nicht einmal mehr
zerfressen
spei aus
würg die wörter
und werd leichter ein wenig
wenigstens
stinkende lache
feucht glänzende bröckchen
würde dampfen bei frost
was ist noch
absterben nicht
selbst das zu heroisch
das bloße verwesen
den fluch wieder hersagen
noch einmal: ein frühstück ein mittag ein abendbrot
schlaf erwachen schlaf
traumlos das wohl der dunkelheit
und ohne ein erinnern daran
verfall
verfalle
(...und wieder die eitle selbstlesung: nicht schlecht, gar nicht schlecht, hier ein wort, da eine zeile, aber dann...)
auch das ein fluch, der letzte hinter dem spiegel, der eitle:
so hoff doch, hoff doch
und lüge
es hätte nicht sein dürfen, nicht diese niederlagen, diese angst
ich frage mich und frage doch nicht nach dem was ist denn es wäre das anerkennen der vergeblichkeit
scheitern der lust
lieblos
oder immer nur schreien, schreien
geschrieben von: dornroserich
(übermorgen: bloomsday)
irrlandsinnig ein nachtschatten taghelles
faserweltlich späne feinst
ahmendes ahnen dessen
ungeacht
prall und doppeltprall
rosenmund blumenvoll das
kleidchen maul und magen füllen
geschrieben von: dornroserich
heute ist bloomsday
sirenengesang buchseitenweise hinweg fort in die ferne
singt die verstopften ohren voll laßt nicht das rudern
singt dem gefesselten laßt ihn nicht frei
und heulen den masten nach sinkend im horizont