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A beautiful mind

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geschrieben von: Cyanide

Time is only an illusion

Sag mir, wie lange haben wir noch? Zwei Wochen oder nur diese sternlose Nacht? Es wirkt alles so klar und dennoch ist es weitaus komplizierter. Wenn wir nur diese Nacht gehabt haben, dann haben wir wohl das beste aus ihr gemacht. Noch immer spüre ich deine Umarmungen, noch immer spüre ich deine Lippen auf meiner Wange. Die Nacht hat uns mit sich getragen. Hinaus in weite Welten von denen wir innerlich geträumt haben. Doch ob sie uns zu weit hinaus getragen hat, das weiß ich nicht. Wie lange haben wir noch? Diese Frage brennt in meinen Gedanken wie der letzte Funke in der Glut. Nicht einmal das kälteste Wasser kann ihn löschen. Vier Jahre haben wir Zeit gehabt um den Moment zu genießen. Doch gefunden haben wir ihn erst jetzt - zwei Wochen bevor du weit weg gehst für eine sehr lange Zeit. Sag mir wie lange haben wir noch?



geschrieben von: Cyanide

Parapluie

Nass. Regen auf der Haut. Eintauchen in Perlenwelten. Bilder projeziert in einen Spiegel aus Wasser. Kleine, große, runde und ovale Tropfen verschleiern den Tag. Ein Spiel aus Wasser vor meinen Augen, auf meiner Haut. Welt verschwindet. Reingewaschen, neugeboren. Regen kommt und geht; tropft leise auf Asphalt. Es riecht nach nasser Erde. Kleine Bäche rinnen die Straße hinunter. Welt still; menschenleer. Verstecken sich in ihren warmen Häusern und unter grünen Monstern. Monster aus Stoff, die vor dem Regen schützen. Darunter graue Menschen.
Ich tanze durch den Regen. Der Regen tanzt mit mir. Wir tanzen umeinander wie die Tropfen, die in irren Wirbeln aus dem Himmel fallen. Todespiruette auf das grüne Monster. Oder Symbiose mit meiner Haut. Der letzte Tanz, darf ich bitten?



geschrieben von: Cyanide

Calling

Ich halte den Telefonhörer in der Hand. Er ist dicht an meinem Ohr und berührt es. Ich höre eine Stimme. Eine Stimme, die mir vertraut ist. Ich kenne sie; ich weiß mit wem ich spreche. Ihre Stimme ist leise. Sie klingt leer und traurig. Die Nachricht, die sie überbringt dringt kaum zu mir durch. Ich verstehe ihre Worte, doch die Nachricht verstehe ich. Nicht. Ich will sie nicht glauben, nicht verstehen. Es kann nicht sein was sie da sagt. Ein Dröhnen in meinen Ohren. Rauschen, es knackt in meinen Gehirnwindungen. Die Meldung ist angekommen. Fassungslos und schockiert sitze ich da. Ein Bild vor meinen Augen. Es brennt, es glüht. Es zerfällt. Staub zu Staub, Asche zu Asche. Nichts ist mehr wie es war.



geschrieben von: Cyanide

Luna

Der Mond scheint nebelumwabert genau in mein Fenster. Fast perfekt, nur ein kleines Stück fehlt noch zur Vollkommenheit. Wie so oft im Leben. Manchmal ist es ein kleines Stück, ein winziges Puzzleteil, dass seinen Platz noch nicht gefunden hat. Doch wie alle Dinge ihre Zeit haben wird sich auch dieses Teil noch finden. Stille legt sich um mein Ohr. Ein wenig mysthisch das Gefühl wenn ich hinausschaue. Nostalgie pur. Diesmal sind es Erinnerungen, die leicht sind wie eine Feder, die sanft auf mein Haupt gleitet. Samtig berührt sie mich und erinnert mich an etwas das einst einmal sehr präsent gewesen ist. Der Nebel zieht weiter, der Mond wird etwas klarer. Ich schaue dorthin. Ich habe so viele Fragen und noch immer habe ich ein wenig das Gefühl als wüsste Luna die Antworten darauf. Das Licht des Mondes hat etwas Beruhigendes für mich. So als würde es seine geisterhafte Hand auf meine Schulter legen und sagen "Alles wird gut". Manchmal brauche ich diese geistigen Streicheleinheiten. Manchmal auch nur den Gedanken daran. Die Vorstellung das in weiter ferne Etwas ist, dass mich hier unten in meinem Labyrinth, dass sich Leben nennt, lenkt und mich ein wenig hütet. Vollmondabende haben diesen Charakter. Es fühlt sich wohlig an. Ein Stück Heimatboden. Halt.



geschrieben von: Cyanide

Whirlwind

"Heftig und ungezügelt, wie ein Wirbelsturm über eine weite Ebene rast, fegte diese Liebe über sie hinweg. Ein Sturm, der alles niedermäht, vom Boden fegt und hoch in die Lüfte schleudert, wahllos in Stücke reißt, wütet, bis kein Ding mehr auf dem anderen ist."
Haruki Murakami ~ Sputnik Sweetheart


Hier gibt es keine Wirbelstürme, habe ich gedacht. Bis an diesem einen Samstag ein Orkan über mich hinwegfegte. Schneller als ich mich umdrehen und weglaufen konnte, befand ich mich im Herzen des Wirbels. Ich drehte mich, taumelte und umkreiste mich selbst. Schwindel. Ich wusste nicht: befand ich mich oben? Oder unten? Oder irgendwo dazwischen? Orientierungslos zwar, aber nicht blind. Und in der Tat war kein Ding mehr auf dem anderen. Verstand und Herz wurden augenblicklich getrennt. Ich wusste nicht wie um mich geschah. Ich hatte immer Angst vor Stürmen. Sie stellten für mich etwas Bedrohliches, Beklemmendes dar. Doch dieser Sturm war so völlig anders. Er wirbelte Laub auf. Die Blätter tanzten herrlich und wanden sich umeinander; sie vereinten sich, hielten sich bei den Händen und trennten sich im Freudengefecht wieder voneinander. Der Sturm glich einer frischen Brise und doch stand er in seiner Heftigkeit einem Orkan in nichts nach. Er wirbelte alles auf und durcheinander. Alles verlor seinen Ort, seine Stelle. Ein Glück, dass ich mich noch auf den Füssen halten konnte. Auch wenn sich der Boden unter mir anfühlte als würde er jede Minute nachgeben. Freudentaumel. Kopfüber in einen Rausch. Tiefenrausch. Alles wird eins, das Eine wird alles. Farben fließen ineinander, vermischen sich. Ein schaurig, schönes Bild. Und ich mitten drin. Im Auge des Sturms.



geschrieben von: Cyanide

Herzblut

Tinte kleckst auf Papier. Ergibt Buchstaben, Silben, Worte und letztendlich Sätze. Diese wiederum ergeben Zusammenhänge. Gefüllt sind sie mit Gefühl und Sinn. Und das mit einer ganz guten Portion. Wie in einer Arterie wird die Tinte gepumpt. Sie fließt vorbei an vielen Stationen; wird an einigen mit Zutaten bereichert, an anderen gibt sie etwas ab. Unaufhaltsam fließt die Tinte aus dem Herzen weg. Sprudelt durch einen Sog unaufhaltsam auf ihr Ziel zu. Der Weg ist das Ziel. Stetig verändern sich ihre Wege, so wie sich ihre Zusammensetzung verändert. Klar ist, dass sie ankommen wird. Dort auf dem weißen, reinen Papier. Klar ist, dass sie Form annehmen und etwas darstellen wird. Klar ist, dass sie etwas vermitteln und ausdrücken wird. Doch was es ist, dass weiß sie nicht. Sie fließt und fließt weiter. Vollautomatik. Am Ende ihrer Reise schießt sie unter Druck und unzähmbar aus der Arterie. Sie strömt aus den Fingern und verteilt sich auf dem Papier. Aus wildem Durcheinander entsteht langsam ein Gerüst. Es ist Anfang und Ende. Es ist Geburt und Tod. Es ist pure Emotion und partielle Tortur. Es ist was es ist. Ich schreibe.



geschrieben von: Cyanide

To a friend

Die Sonne scheint. Ich denke an dich. Wir sitzen zu Hause bei dir im Garten, genauer gesagt auf der Terasse deiner Eltern. Du hast gerade Musik aufgelegt. Ich glaube es ist U2. Das haben wir oft gehört, weiß du noch? Wir haben immer gemeinsame Playlists erstellt. Da war auch viel Rammstein dabei. Zu dem Lied Herzeleid meintest du, dass es irgendwie auf uns passen würde. bewahret euch vor Herzeleid oder so ähnlich heißt es da. Und so war es wohl auch. Du warst immer für mich da. Wie oft habe ich dich verzweifelt zu unmöglichen Uhrzeiten angerufen und mich bei dir ausgeweint ... es sind bestimmt etliche Male gewesen. Aber du hast immer gesagt, dass dir das nichts ausmacht und ich jederzeit anrufen könne. Und wenn es mal schlimmer war, bin ich immer zu dir gefahren. Du hast bereits mit offenen Armen und einer Tafel Schokolade gegen den Frust auf mich gewartet. Und die Playlist war auch schon auf dem Computer. Wenn ich jetzt so darüber nachdenke war sie schon etwas einseitig unsere Freundschaft. Ich bin nicht egoistisch, aber semi- egozentrisch war ich wohl sehr oft in den vergangenen drei Jahren. Die Anti- Kummerschokoladen und Terassenabende sind da nur ein Bruchstück. Ich mag gar nicht darüber nachdenken wieviele Konzert oder Partyabende du schon mit mir draußen gesessen und mich getröstet hast. Und wieviele Ablenkprogramme du dir hast einfallen lassen. Sogar Schuhekaufen inklusive Kleiderberatung hast du mitgemacht. Erst jetzt merke ich eigentlich wie viel du für mich und wie wenig ich für dich getan habe. Natürlich stand auch ich dir immer mit meiner Schulter, einem offenen Ohr und tiefer Freundschaft zur Seite. Und doch habe ich ein schlechtes Gewissen, weil ich glaube das ich viel mehr hätte tun können. Vorallem in den letzten Monaten ... jetzt, wo du mich vielleicht viel mehr brauchst als ich es mir eingestehen könnte, habe ich dich fallengelassen. Der Gedanke, dass du jetzt dein Glück anstatt dein Unglück mit mir teilen möchtest, ist mir nie gekommen. Stattdessen dachte ich immer nur "warum lässt er mich nun im Stich?" ... dabei müsste es eigentlich heißen "warum lasse ich dich im Stich?". Ich glaube ich habe nun verstanden und ich fühle mich schlecht deswegen. Ich hoffe es ist noch nicht zu spät und ich kann dein Glück mit dir teilen. Heute hast du Geburtstag. Ich habe mich gestern bis 0:00 wach gehalten um dir als Erste zu gratulieren. Du hast dich ehrlich darüber gefreut und sagtest, dass du dir wünschst das ich am Freitag komme. Zu deiner Feier ... es wäre das erste Mal seit drei Jahren. Ich verspreche dir, dass ich da sein werde. Bei dir oder mit dir, wie du magst. Und das nicht nur am Freitag. Gib mir eine zweite Chance.





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