[...zu wandern zwischen den Sternen] - German Gothic Board
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...zu wandern zwischen den Sternen
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geschrieben von: Carcas999
Es sind die Schatten die ich auf dem Weg hinterlasse. Da und dort vergesse. Oder verliere. So wie damals Peter Pans Schatten nicht mehr bei ihm sein wollte und immer wieder floh. Nur das ich die meinen nicht wieder einfangen kann, ich habe keine Wendy die sie für mich annäht. Oder wie der Regenbogenfisch, der all seine Schuppen verteilte. Er stand am Ende leer da.
Aber es ist nicht, als würde ich Stücke von mir verlieren..denn für alles, was ich hinterlasse, nehme ich etwas anderes mit. Ein Lächeln, eine Umarmung, ein paar Worte, Bilder, Erinnerungen. Sie vervollständigen das Bild wieder und lassen es schillern und leben. Leben. In jeder Faser. Ein paar Schuppen für mich, noch viel bunter als alles was ich je geben könnte.
Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft. Zerschmelzend. In einem großen Topf voll Erinnerungsfetzen, Tagträumen und Zukunftsvisionen. Mein Leben. Mein Königreich. So rein, so frei, so selten...
...to find my wings one day...
geschrieben von: Carcas999
I would be crying tears of laughter...
Herbstluft. Noch vor ein paar Tagen war da Sonnenschein und plötzlich ist doch wieder alles so anders. Aber es dauert nie lang, bis man sich daran gewöhnt.
Der letzte Herbst war unser Herbst, unsere Zeit. Die Bäume waren bunt, Blätter lagen überall auf den Wegen und es wurde so schnell kalt abends. Zu schnell und die Tage zu kurz.
Aber irgendwie warst du immer da, jedesmal, meine Hand zu halten und mich in den Arm zu nehmen wenn es mich fror. Wenn es dunkel war, saß ich zusammengekauert vor deiner Heizung und du hast mir deine Decke gegeben. Wir haben uns gegenseitig Geschichten vorgelesen oder du hast auf deiner Gitarre gespielt und ich habe zugehört und es war nicht mehr schlimm, dass ich fror. Ich war bei dir.
Und wenn du bei mir warst und nicht neben mir einschlafen konntest, habe ich dich abends zum Bahnhof gebracht. Die Abschiede waren schwer. Und sind es immer noch. Es war als hätten wir unsere eigene kleine Seifenblase, die unsere Welt umgab, uns schützte und aneinanderband. Und kaum warst du fort, zerplatzte sie mit einem lauten Knall.
Weißt du was das schönste daran ist?
Wir sind noch immer beieinander. Mitten im zweiten Herbst. Ganz anders und doch immer noch genauso, die gleiche Nähe. Und unsere wundersame Seifenblase wächst und wächst. So wie wir miteinander wachsen. An uns und der Welt um uns herum.
Du machst mich so wunderbar glücklich. Noch immer möcht ich am liebsten anfangen zu weinen, wenn ich mir all des Glücks in mir bewusst werde, oder wenn du mich anlächelst wie am ersten Tag.
Es wird ein weiterer, wundervoller Herbst. Mit noch mehr Laub, mehr Wind. Grauem Himmel, der alles still und melancholisch wirken lässt. Den letzten weißen Rosen im Garten und den ersten gemütlichen Abenden mit warmen Teetassen in den durchfrorenen Händen und dem Duft des Tees in den Nasen. Manchmal Regentropfen an den Fensterscheiben.
Meine Hand in deiner. Und die Welt hält den Atem an während wir weiterschreiten. Vorwärts, über die verschlungensten Pfade. Keine Angst mehr. Du hast mich wieder mit Leben gefüllt. Das kleine Herz pocht lauter als je zuvor.
geschrieben von: Sternenstaub
Meine Liebe,
es ist so schön, auf Pfaden zu wandern, um erneut Deine Worte zu lesen. Schön, dass Du wieder hier bist und am schönsten, immer noch, dass Ihr Euch habt. Es erfüllt mein Herz jedes Mal mit Freude, von Euch zu lesen und es wird mir eine noch größere Freude sein, wenn wir uns bald sehen.
Deine Zeilen.
Erinnern mich. Februar.
Für Dinobaby und mich war Februar die Zeit des Anfangs, mit windigen Stürmen und Tee in grün, mit Spaziergängen, Hand in Hand. Auch wir wandern immer noch. Es ist so schön. Liebe ist schön - heute fallen mir leider keine differenzierten Worte ein.
Jedenfalls wünsche ich Euch eine ganz lange Zeit. Und noch mehr.
geschrieben von: Carcas999
Merci mon étoile. Ja. Wir haben noch so viel Zeit. Und ihr auch.
Liebe L.,
weißt du eigentlich wie aufgeregt ich war, die letzten paar Minuten bevor du kommen wolltest? Wie ich im Flur auf und ab gelaufen bin, weil ich nichts mit mir anzufangen wusste? Und wie ich mich beherrschen musste nicht zur Tür zu stürmen als es klingelte? Ja, du weißt es. Und es ging dir genauso.
Es tat so gut, dich wieder im Arm zu haben. Ich wollte so viel erzählen, dass ich nicht wusste wo ich anfangen sollte und so schnell gesprochen hab, dass ich selbst nicht mehr wusste wovon ich rede. Wiedersehen sind etwas schönes.
Du hast dich verändert, ein wenig. Wir sind uns nicht mehr so nah wie einst, die Zeit ist vorangeschritten und wir sind so verschieden geworden. Aber es ist gut wie es ist. Sehr gut sogar. Das Band zwischen uns wird dicker. Und wir älter.
Es war schön wieder mit dir durch die Stadt zu gehen und zu reden über so viel Wichtiges und mindestens genauso viel Unwichtiges. Als wäre ich nie fort gewesen. Als würde die Zeit einfach an dem Punkt weitergehen, an dem wir uns das letzte Mal gesehen haben.
Du hast mir diese kleine Karte in die Hand gedrückt. Es standen nicht viele Worte darauf. Aber diese paar Worte haben alles gesagt.
Es ist toll eine Heimat zu haben. Du bist ein Teil davon.
geschrieben von: Carcas999
A wie Armageddon...
Schon wieder. Nehmen die Erinnerungen überhand. Und viele Erinnerungen haben die Farbe des Herbstes. Sonnengelb. Ein warmes Braun. Grau wie der Regen. Und. Feuer.rot.
Es war spät als du zu mir kamst. Vielleicht war es sogar schon dunkel. Das Auto hatte eine andere Farbe. Überhaupt war alles ein wenig anders. Deine Haare waren kurz. Deine Augen viel scheuer. Die Hände schüchterner.
Ich wollte nicht, dass meine Eltern dich sehen, damals wussten sie noch nicht von dir und ich hatte Angst vor ihrer Reaktion. Darum hast du mich nur abgeholt und wir sind zusammen an den Rhein gefahren. Lang saßen wir nebeneinander bis irgendwann - ganz langsam und unsicher - unsere Finger zueinander fanden und dein Feuer mich durchströmte.
Ich erinnere mich noch an die SMS, die du mir schriebst, später, irgendwann mitten in der Nacht. Nein, dachte ich mir, nein, die Funken waren schon lang vorher da. Dieses Mal war es mehr. So viel mehr.
Ich zitterte, innerlich vor allem, weil ich nicht glauben konnte. Weil ich noch immer fürchtete, ich würde mir das alles nur einbilden. Du hättest mir einfach den Rücken zuwenden können, es hätte mich vielleicht für immer zerstört, aber nicht überrascht. Das hast du aber nicht getan. Nichtmal meine Hand losgelassen hast du, als könnte ich sonst einfach mit dem Herbstwind davonwehen.
Zum Ufer sind wir gegangen. Möwen lautlos auf den Wellen, knirschender Kies unter den Füßen, bunte Lichter auf der anderen Seite. Und plötzlich fand ich mich in deinen Armen wieder.
Du warst Unendlichkeit. Warst Rausch und Droge. Warst Ruhe und Geborgenheit.
Alles verschwamm ineinander als unsere Lippen sich trafen. Zum allerersten Mal.
Ich wusste nicht mehr wo ich war, wusste überhaupt nichts mehr. Aber was ich wusste war, dass ich zu dir gehören wollte. Mit dir brennen wollte, ewiglich. Die Scheu war verflogen, der Bann gebrochen.
Wir waren ein Spiel. Waren ausbrechende Leidenschaft und erfüllte Sehnsucht. Wunderschön unfassbar.
Ich wollte soviel. Dich. Alles. Mehr noch. Alles war nicht genug. Ich wollte nicht, dass du mich jemals wieder loslässt.
Es regnete später an diesem Abend, als wolle der Himmel unser Feuer löschen.
Es ist ihm nicht gelungen. Bis heute nicht.
...denn das ist was passiert
wenn Gott im Himmel
meinen Mund auf deine Lippen führt
(Samsas Traum)
geschrieben von: Carcas999
~
Blau
welkt der Mohn
zerfiel zu Staub auf deiner Haut
Bittersüße Berührung
Sternenlicht in deinen Augen
als wir liefen, Hand in Hand,
über rote Brücken
Blut
sangen die Vögel
und Blut kroch aus den Herzen
Fäulnis
zwischen den Rosenblättern
wurde Dunst auf deiner Zunge
Bittersüßer Kuss
Wahnsinn im Geiste, giftig grün
Nimmt Über.hand
~
Manche Worte und Gedanken bleiben im Verborgenen, tief im Innern. Ganz gleich wie nah man sich steht und wieviel man voneinander weiß. Man weiß niemals alles. Ich bin nicht sicher ob es dort bleiben will oder muss. Vielleicht ist manches zu groß für die Außenwelt. Oder aber zu klein und unscheinbar. Die kleinen Funken des Wahnsinns die sich manchmal zwischen all das Rationale schleichen und dann durch die Augen nach draußen springen. Und niemand weiß warum. Niemand fragt nach den kleinen Teufeln und verrückten Ideen. Zu kompliziert...? Zu weit fort von der Normalität...? Zu kindisch...?
Vielleicht auch nur zu wunderschön.
geschrieben von: nönix
Interessant, wie die Geschichten sich gleichen. Aber nur innerlich. Nur, wenn ich deine letzten Worte lese und denke: ja! Und dann lese ich weiter und denke wieder: ja! Gerade jetzt. Gerade vorgestern... Gerade der Februar, unser aller Februar. Dieses Jahr mochte ich ihn auch.
Es ist wunderschön, teilhaben zu können und Worte zu sehen, die ich selbst nie finden könnte, weil... ja, zu kompliziert...zu groß für die Außenwelt, richtig!
Danke Dir!
geschrieben von: Carcas999
You can tell by the way she talks she rules the world...
Rot. Rot die Blätter und violett der Regen. Meine Seele ist gelandet, im Hier und Jetzt. Es ist schön hier, warm und ruhig. Nirgends sonst möcht ich sein, alle Orte der Welt könnten mich jetzt zu sich rufen. Ich würde nicht hören, würde bleiben wo ich bin. Genau Hier. Ich habe meine Heimat gefunden. Manches Mal war ich auf der Suche und habe die Augen vor dem verschlossen, was genau vor mir lag. Habe tief in mich hinein und weit in alle Richtungen geschaut und übersehen, dass ich doch schon alles vor mir liegen habe.
Gelandet. Ein Zugvogel nach der langen Reise, ein wenig erschöpft, auch.
Irgendwann wird sich die bunte Seele vielleicht wieder in die Lüfte erheben, vom glücklichen Wahnsinn gepackt, vom Fernweh geleitet und von der Sehnsucht getrieben. Dann kann sie sich wieder den Winden hingeben.
Aber das hat noch Zeit, alle Zeit der Welt. Ich habe keine Eile mehr, im Moment.
Brauche Rast. Und dieser Herbst ist perfekt dafür.
Kastianenbäume wiegen sich in den ersten Herbststürmen, verteilen ihre braunen Blätter auf den Straßen. Die Sonne strahlt golden durch die Äste hindurch. In solchen Augenblicken scheint alles von Kraft durchflossen zu werden, Arme, Beine und auch das Herz. Es pocht stärker und lauter. Lebendiger.
Ich kann die Augen schließen, tief einatmen und weiß ganz genau wo ich bin. Die Bäume wissen es, die Vögel auch. Sie können es riechen im goldenen Dunst
Und wenn ich meiner Seele Frieden geben will, stürze ich mich in deine Arme und bleibe einfach neben dir liegen... Du bist Ruhe. Wie oft hast du mich schon beruhigt, wenn alles um mich herum so laut war. Mit leisen Worten. Oder auch nur mit deinem Schweigen und warmen Armen. Die mir sagten, dass doch alles gut werden würde.
Es ist nicht still, still war es nie. Mal tobte es außen, mal innen. Und wenn es nicht tobte, flüsterte es mit Dämonenzungen, setzte Angst und Zweifel ins Herz. Und so ist es auch immer noch. Stürmisch.
Trotz alledem ist so vieles leichter geworden. Vielleicht werde ich doch manchmal getragen, von unsichtbaren Flügeln, vom Wind unter meinen Füßen. Und von dir. Wir sind zusammen gewachsen, nicht wahr? Wie Wind und Himmel, Wort und Tat, Feuer und Eis.
Ganz ruhig. Ich brauche die äußerliche Ruhe um auch Innen frei sein zu können. Bis der Zugvogel im nächsten Frühjahr wieder umkehrt, sich auf den Weg macht.
Vogel.frei
geschrieben von: Carcas999
...'cause chaos is just another state of mind
"Es hatte die ganze Welt gewonnen, um seine Seele daran zu verlieren"
(H. Hesse)
Es ist wie die kleinen roten Herzen, einst so weiß, die nun wie Regentropfen an den Fensterscheiben herabrinnen. Reisende, die auf ihrem Wege sich selbst zu überwinden, an Schranken gestoßen sind. Schranken, die sie auch mit der größten Willensanstrengung nicht durchbrechen können.
Es war nicht das Ende wie sie es kannte, es war so viel lauter. Ein Paukenschlag in die regennasse Stille hinein.
Manche Schreie sind leise und voller Qual, werden kaum erhört. Aber auch die lautesten Rufe werden oft ignoriert, weil immer etwas anderes noch lauter ist. Und am Ende wird doch das Schweigen zum dem, was übrig bleibt. Zum lautesten und zugleich letzten Schrei.
Die Stricke reissen und von der Oberfläche, die in kleine Schicksalsbrocken zerfällt, geht es wieder hinab in die bunte Innenwelt. Dort hin, wo sie alle warten, die Schönsten und Schillernsten, die Klügsten und die Kältesten. Die Wahnsinnigen.
Dort unten ist die Welt einmal mehr aus flammendem Eis. Brennend heiss wie der Schnee, der unweigerlich hinabrieselt. Kalt wie das Feuer, dass in den Eisblumen brennt.
Der Sturz war lang, schmerzlos. Das letzte, was sie von der Oberfläche sah, war wie der helle und lodernde Himmel zu grauem Nebel zerfloss.
Der Aufstieg würde langwieriger werden, anstrengender, ganz ohne Halt. Aber auch wenn die Stimmen sie noch tiefer hinab zerrten und dies alles Ruhe bringen würde, Ruhe und Flucht aus der Einsamkeit, diese selbstgeschaffene Wunderwelt war nur scheinheilig verlockend. Sie bedeutete Aufgabe, mit jedem Fall ein wenig mehr.
Dieses Mal würde sie nicht ewig hier verharren, auch wenn es so viel einfacher wäre.
Hier unten war der Himmel nun purpurfarben und von dunklem voilett. Er würde bei dem kleinsten Windhauch zerbersten.
Und mit ihm auch das Weltenall.
Es gilt eine Seele zu retten.
geschrieben von: Carcas999
...winter came with fear for the things we could not escape
Mein Sternenblut...
Da sind sie, die Tränen von denen ich damals sprach.
Angst. Angst vor etwas, dass nie eingetreten ist und so auch nie eintreten wird. Unausgesprochene Angst und kein Halt.
Mein Katzenauge, es ist nicht mehr viel übrig von dir. Nur ein brauner Umschlag, DIN A 5, gefüllt mit kleinen Heftchen und Bögen weißen Papiers. Wie gern hätte ich ein wenig mehr in den Händen.
Du warst Zahlen, warst Worte, warst Stress und Übelkeit. Aber du warst auch Mensch, für mich wohl viel mehr als für jeden anderen, warst mein.
Ich sollte weniger an dich denken, nicht wahr? Sollte dich endlich begraben, so wie es alle getan haben, die von dir erfuhren. Ein Grab schaufeln, leise und tief. Es mit den Blütenblättern des Mandelbaums bedecken, wie eine Decke aus blaßrosa Schnee.
Es geht nicht so einfach wie ich dachte. Ich würde so gern etwas tun, was mir hilft sicher zu sein. Sicher mit dem, was ich tat. Sicher mit mir. Ich bereue nicht, aber manchmal frage ich mich doch, wie es denn wäre, jetzt, mit dir, mit uns. Wir hätten es schwer, aber ich bin mir sicher, dass du zumindest einen wundervollen Vater hättest. Einen sehr stolzen, mit lachenden Augen. Die Augen, die ich noch nie so leuchten gesehen habe wie damals. Zwischen Lachen und Weinen. Und weil die Welt eben doch viel öfter im Wege ist, als man zugeben möchte. Leider.
Und ich werde mir nie sicher sein können, wie alles gekommen wäre. Zu einer anderen Zeit, in einer anderen Welt.
(Bild:imlawfirm.com)
geschrieben von: Carcas999
Et tu me promettais qu'il y aurait d'autres jours...
Manchmal wäre ich gerne ein Weg, der Weg auf dem du gehst. Oder vielleicht eine Farbe, das Blau des Himmels oder das Weiß des Schnees, etwas, dass du anschaust und als wunderschön empfindest, einfach nur so, weil es da ist, weil es immer wieder da sein wird.
Wo sind die Flammen, mein Feuerherz? Wo sind die Augen, die mir sagten ich sei kostbar? Wo die Lippen, die mir ein bedingungslos versprachen?
Du bist nicht schlimmer, vor allem nicht schlimmer als ich, nur deine Augen werden wieder trauriger, die Worte leerer, ausgehöhlte Baumstümpfe auf kalter Erde. Ich würde gern wissen was du gesehen hast, als du die Büchse öffnetest, vor gar nicht allzu langer Zeit. Ob es wirklich Licht war oder nur Verderben und Zerstörung, nicht weil ich es so wollte, sondern weil ich es ahnte, weil es immer so war sobald ich jemandem näher kam. Und auch wenn ich dir nicht alles erzähle, auch wenn ich giftig bin und verletzlich war ich nie einem Menschen näher. Ich sage es dir zu selten und hoffe doch du weißt es, wie damals, als wir auf der Mauer saßen, aufs Wasser schauten und ein Schauer mich durchfuhr, weil es so eindeutig war. In der Luft hängend. Hängt es dort immer noch? Ich hoffe nur es ist nicht fort geflogen.
Eigentlich will ich nichts mehr, als dass es so bleibt, dass es nicht so wird wie in den Träumen, die mich mitten in der Nacht zum weinen bringen und die Angst aufrecht erhalten.
Ich hätte dich gern jeden Tag bei mir. Oder zumindest in der Nähe, dass ich weiß, ich kann meinen Mantel anziehen, die Tür hinter mir schließen und dich nach ein paar Minuten im Arm halten.
Es geht noch nicht, vielleicht dauert es noch Jahre bis es so wird.
Und bis dahin?
Bis dahin möchte ich, dass wir den Weg gemeinsam gehen, uns gegenseitig Luft und Licht, Stille und Wärme, Feuer und Leben sind. Dass wir durch Blätter rascheln und Schneewehen stapfen, über Eis gehen und im Gras liegen. Ich möchte einen Sommer mit dir teilen, bisher war es doch nur Herbststurm und Winterkälte.
Lass mich wieder deine Pandora sein, deine Königin.
geschrieben von: Carcas999
...und ihre Haut wie junger Schnee
Er schmilzt langsam hinfort. Schnee auf weißer Haut. Kaum sichtbare Einheit. Das Haar blond und wunderschön, wie Schneeköniginnen es haben sollten. Warst du es einst, seine Schneekönigin mit dem schönsten aller Lächeln und den berauschensten aller Worte? Wie hast du es geschafft ihn so zu verzaubern, dass er dich noch immer mehr achtet als sein Eigen?
Manchmal wäre ich gern wie du. Mit Eis in den Augen und Feuer in den Fingern. Mit einer Haut aus weißem Samt und dem Körper einer Göttin. Wie der erste Schnee in einer kalten Dezembernacht.
Vielleicht sind wir uns ähnlich, vielleicht auch verschieden wie Tag und Nacht. In mir kocht es brodelnd, ich will dich in meine Arme schließen und zugleich zerfleischen. Ein paar meiner Wunden gehören dir. Die sichtbaren gut verheilt, die unsichtbaren nicht. Ich will deinen eisblauen Augen nicht mehr untertan sein, will nicht mehr hoffen und bangen müssen, will nichts mehr hören von deiner blassen Schönheit. Etwas in mir wartet noch auf das eine Wort, auf den Ausbruch des roten Vulkans und die darauffolgende Stille.
In der Stille können wir endlich im Einklang existieren, so malt das Herz es sich aus.
Seine Schwüre reichen nicht, wenn ich nicht weiß, was dahinter steht. Wie oft er auf Knien kroch und dir dasselbe schwor mit aschfarbenen Augen und glühendem Mund.
Ich habe keine samtene Haut oder Schnee im Haar verwoben und werde niemals sein wie du. Aber ich bin. Und auch das letzte Eis des Jahres wird eines Tages schmelzen, und was darunter zum Vorschein kommt wird bunter und dunkler sein als alles was je zuvor zum Leben erwachte.
geschrieben von: Carcas999
Du brauchst das nicht lesen. Es ist nicht mehr an dich. Es ist für mich.
I
Leave me alone - I'm a freak
Königin am Boden, gegenüber ein Elsternest zwischen kahlen Ästen, stolze Vögel.
Die Finger gelähmt, verkrampft ineinander gekrallt. Gelähmt wie der Rest des Körpers. Und niemand kann mir mehr sagen wer ich bin.
Es ist nicht so als wäre kein Leben in mir. Ich spüre es doch in mir, vielleicht sogar mehr als zuvor, obwohl es mich taub und blind macht. Ich spüre das Herz in tausend kleine Stücke zersplittern, spüre wie es mich zerreissen will. Und ich kämpfe dagegen an.
Grauer Himmel, regennasser Asphalt, kahle Bäume, kreisende Gedanken. Ich war mir mal so sicher zu wissen, wer du bist. Dieses Bild ist nach hinten weggekippt. Ich habe mich getäuscht in dir. Ich sehe dich immer noch, jedes Mal wenn ich in den Spiegel schaue sehe ich die geweiteten Augen, das Mitleid darin, ein Mitleid für das ich dich hassen möchte. Ich höre deine Stimmt, viel zu fern von mir und das kleine Kind in den Worten dahinter.
Sehe wie du meine Hand genommen hast, zum allerersten Mal, das schüchterne Lächeln als du auf mich zugegangen bist. Sehe das Lodern in deinen Augen, als ich zum ersten Mal nackt neben dir liege, sehe dich im Auto wie du dir eine Zigarette ansteckst und den Rauch zum Fenster hinaus bläst, sehe dich mit einem Brettchen zwischen uns auf dem Bett sitzen und in ein Brot beißen, dass mehr Wurst als Brot ist. Sehe dich unten am Wasser, mit mir an deiner Seite, sehe dich die Gitarre nehmen und mir mit leiser Stimme Lieder singen, sehe dich unter der großen Brücke sitzen und mit den Beinen schaukeln. Sehe das erste Lächeln, fast vier Jahre ist es her.
Sehe zu viel.
Diashow - aus.
Bis zum Ende sollte es sein, doch es war ein anderes Bild vom Ende. Ich will mich nicht damit abfinden, dass es hier und so endet, dass alles was übrig bleibt ein paar Worte auf weißem Papier und alte Fotos sind. Hatten wir nicht noch so viel vor? Im weißen Kleid wollte ich neben dir sterben, wollte mit dir schreiben und versinken, mit dir lernen und dich stolz machen. Stolz auf mich und uns und vor allem auf dich selbst.
Auch wenn ich immer dachte wir hätten endlos Zeit uns kennen zu lernen, ist diese ganze Zeit nun in ein paar Tagen, Stunden an mir vorbeigerauscht. Wir hatten nie Zeit, damals nicht als du abends in den letzten Zug gestiegen bist, nicht als ich hin und hergerissen war zwischen dir und dem Rest meines Lebens, nicht als du fort musstest weil mein Vater dich vor die Tür gesetzt hat und jetzt erst recht nicht mehr. Ich will dich nicht zu einem weiteren wertlosen Stück einer entfernten Vergangenheit machen. Ich muss.
II
Leave me alone - make it easy for yourself
Manchmal tut es mir mehr leid für dich als für mich. Manchmal. Ich brauche kein Mitleid mehr. Ich brauche ein paar buntere Gedanken, ein paar wahre Worte ohne leere Versprechungen dahinter, ein wenig Nähe ohne Hintergedanken. Enttäuschung macht stärker. Ich will nicht stärker werden, denn mit dieser Stärke kommt Verschlossenheit und Mißtrauen, leider.
I just want to be pure
geschrieben von: Carcas999
Don't you wanna give me some illusion?
Es ist schön. Es liegt in einer kleinen braunen Kiste in der Ecke, staubt vor sich hin. Ich weiß nicht genau, was sie enthält, die Kiste ist verschlossen. Aber es kann nur etwas sehr schönes sein, ich spüre es pochen im Innern.
Vielleicht ist es auch häßlich und alt und dreckig. Deswegen lasse ich die Kiste geschlossen, lasse die Illusion weiterleben. Wunschbild. Ist leichter und doch auch so viel schwerer.
Waren wir nicht auch so?
Bis zum letzten Moment konnte ich es nicht begreifen, dieses "Wir". Es war zu schön, zu groß, zu seltsam es zu realisieren. Und wenn ein Hauch einer Ahnung sich in meine Gedanken schlich verflüchtigte er sich schnell wieder mit den Tränen, die das Glück fortschwemmten. Und plötzlich war das Wir dann geplatzt, in alle Richtungen zerstreut, tote Seifenblase und wieder will es nicht in meinen Kopf was passiert ist. War da gar nie etwas? Oder sollte da nie etwas sein?
War es immer schon Wunschdenken und nicht mehr als brennende Blicke und schöne Worte?
Vielleicht habe ich nicht gut genug acht gegeben, auf das was du in meine Hände legtest, dass du es mir wieder wegnehmen musstest. Du hast dich nicht selbst damit zerrissen, du hast dich nur befreit. I am the worst case.
Rast.los.
Feuer im Herzen, Beine gelähmt. Wenn das Herz so sehr kämpft, verliert der Kopf zwangsläufig. Es schreit und ruft nach mir und ich kann nicht einmal sagen woher die Stimme kommt. Ich will nicht mehr fallen und stehe doch am Abgrund. Eine Zeit lang war da keine Angst vor dem Fall, weil ganz weit unten immer jemand stand mich aufzufangen, die Tränen zu trocknen und die Monster zurückzudrängen. Jetzt ist die Angst vor dem Aufprall, vor dem eisigen Dunkel dort unten wieder da. Und darum werden jetzt die Augen geschlossen und die Gedanken verbannt. Verbrannt wäre vielleicht besser. Und die Bilder abgeschaltet. Ein Weg aus dem Chaos... vielleicht führt er in die Ferne. Hinaus. Maybe I'm gonna find myself someday.
geschrieben von: Mindsoldier
the worst case.... is something else"
vielleicht... kann man eines tages wieder finden was verloren ging...
geschrieben von: Carcas999
My heart is broke, but I have some glue...
Und wenn ich fliege, berühre ich den Himmel und wenn ich falle, falle ich ewig. Ich möchte wieder eins sein, wenn ich es denn je war. Möchte nicht mehr mit mir selbst kämpfen müssen und doch zu keinem Sieger finden: Der Kopf hat immer recht, das Herz schreit jedoch lauter und bekommt was der Kopf nie wollte.
Vielleicht war ich niemals glücklich, vielleicht soll es einfach nicht so sein. Ich kann das Glück nicht in den Händen halten und lächeln, einfach so, gedankenlos. Gedankenfrei viel mehr. Es schwirrt in meinem Kopf unsichtbar und kein Gedanke lässt sich festhalten für länger als den Bruchteil einer Sekunde. Glück war immer nur partiell vorhanden, durch ein Fenster zu sehen, hinter Glas, ganz nah und unerreichbar. Kannst du mir denn sagen wann du glücklich warst? Wer bei dir war um es zu teilen? Zu wem du gehen kannst um zu sagen "Hey du, es geht mir gut", damit er sich mit dir freuen kann?
Es ist so selten, nicht wahr? Sehr viel seltener als ich weinen und mich verstecken möchte, irgendwo im Niemandsland. Weil ich allein sein will, niemanden zu mir lassen, und doch die Einsamkeit nicht ertragen kann.
Ich habe viel erfahren und doch nicht daraus gelernt, viel gesehen und fühle mich doch nicht weiser. Bin doch trotz allem jung, naiv und dumm. Mancher Charakter kommt erst im Dunkel zum Vorschein, verbirgt was ich doch nie wissen wollte. I don't miss you - just who you used to be
Der Stolz versteckt sich immer mal wieder, vielleicht schämt er sich, und draußen vor der Türe zieht die Welt vorüber ohne mich mitzunehmen.
Ich würde ewig laufen, wenn ich wüsste, es gibt ein Ziel in der Ferne, aber ich habe den Weg nicht mehr vor Augen. Stehe im Irrgarten, tausend dunkle Pfade zur Auswahl und keiner führt dorthin wo ich gern wäre.
Ich will mich nicht beschweren, überall wo ich bisher war, jeder noch so kalte Ort verbarg irgendwo ein wenig Licht, ein wenig Wärme. Doch nun weiß ich nicht mehr wo ich bin, habe mich verlaufen und kann mich für keine Richtung entscheiden. Überall und nirgendwo will ich sein.
Wo ist nur der Kleber?
geschrieben von: Carcas999
...If you can't hold him
Tried to find all these nights
Running round falling down
Met your friend and she told
That he's gone. Is he gone?
Dancing round waving veils
Sad drops down from your face
And you sing and you dance
Yes you dance 'til you dream
Your venus man, your venus man
Catch him and hold him, if you can
If you can't hold him drop him now
That venus man, that venus man
Deine Lakaien
Es ist alles so lang her, war es doch erst gestern. Viel Zeit ist verstrichen von der ersten bis zur letzten Sekunde, eine seltsame Zeit, mal stand sie still, mal rannte sie davon. Oder sogar beides zugleich. Ich habe versucht dich von dem Gedanken, so furchtbar alt zu sein, fortzutragen, spielt das Alter doch keine Rolle, wenn man die Zeit genießen kann. Ich hätte es gern geschafft. Es schien, als könntest du es, und doch...ich habe mich mehr als einmal geirrt.
Ich kann nicht mehr sagen, was noch kommt, dann und irgendwann, morgen oder übermorgen. Ich bin jetzt. Wollte immer alles direkt und sofort, nicht gleich, geschweige denn später. Ich kann nicht mehr sagen, was ich will, weil es so furchtbar unrealistisch ist. Weil ich nicht wage es auszusprechen, befürchte ich doch, davon erschlagen zu werden. Auch wenn ich schon immer ein wenig selbstzerstörerisch war, weiß ich doch was nicht gut ist für mich.
Ich möchte tanzen, tanzen bis ich umfalle und den Träumen wieder freien Lauf lassen kann. Möchte auf niemanden mehr hören, und wenn sie alle noch so recht haben. Möchte ein bißchen verrückt sein dürfen. Ich erlaube es mir selbst nicht.
Tanzen... eine Ewigkeit im Kreise gehalten.
geschrieben von: Mindsoldier
~wenn ich tod bin, wenn ich tod bin, sollst du tanzen.. tanzen...~
geschrieben von: Carcas999
You know how I feel...
Ja, verdammt, ich weiß wie du dich fühlst.
Ich weiß wie es ist wenn man seit Jahren im alten Trott steckt und denkt, man würde dem nie wieder entrinnen können. Ich weiß wie es sich anfühlt, wenn man dann, genau dann wenn man am tiefsten in der Langeweile und Mittelmäßigkeit steckt die große Chance bekommt dem zu entfliehen. Die Begeisterung die in dir aufgeflammt ist, dich gepackt und mitgerissen hat, ich kenne sie nur zu gut. Entweder man hört auf den Kopf und alles bleibt beim Alten oder aber man lässt sich von ihr treiben und folgt seinem Herzen. Und nun hast du es geschafft, endlich.
Yeah freedom is mine
And I know how I feel
It's a new dawn
It's a new day
It's a new life
For me
(Muse)
Du warst nicht mehr von dem Gedanken abzubringen, trotz aller Ängste und der großen Unsicherheit, die dich erwartet. Und waren wir nicht alle skeptisch als du uns deine Pläne offenbartest? Es wirkte so unüberlegt und naiv. Vielleicht ist es richtig so, vielleicht sind die besten Dinge die unüberlegten. Der Duft der Freiheit hat gewonnen, du hast gewonnen.
Wir haben nicht mehr viel miteinander gesprochen, du warst schon mitten in der Zukunft und ich hing da wo ich jetzt immer noch hänge, zwischen Vergangenheit und hinkender Gegenwart, Zukunft ungewisse. Und ja, ich muss zugeben, ich war und bin neidisch, ein wenig, denn mein Traum ist im Wesentlichen kein anderer. Er spielt nur an einem anderen Ort, mit anderen Menschen, einem süßeren Geruch.
Gestern Nacht als ich dann endlich im Bett lag und gegen die Decke starrte wurde mir bewusst, dass ich dich jetzt für längere Zeit zum letzten Mal gesehen habe, es ging dir gut nicht wahr? Es war die Aufregung und das Reisefieber, es beschwingt und lässt alles andere unwichtig erscheinen. Es ist gut, dass dein Blick jetzt in diese eine Richtung geht.
Ich werde hier sein und dich vermissen, werde hier sein und vielleicht auf dich warten. Wusste ich doch damals schon, dass der Abschied nicht mehr fern war. Ich glaube, dir ist nicht bewusst was du zurücklässt, mindestens ein gebrochenes Herz, nein, nicht meins, aber dass weißt du ja.
Lass dich nicht aufhalten... nicht von mir, noch von sonst jemandem, wir wollen doch nur auf dich aufpassen...
geschrieben von: Carcas999
And tonight we can truly say: together we're invincible
Wir waren jung, frei und wunderschön. Wir sind es noch, aber oft ist es doch nicht gut zu erkennen, verborgen unter der eigenen Schwermütigkeit und den Zukunftsängsten. Es waren nur drei Tage, aber es war wichtig für mich, für uns. Und wir waren so stolz auf die blau-gelben Bändchen an unseren Handgelenken.
"Manchmal erlebt man in ein paar Tagen mehr als sonst im ganzen Jahr", hast du gesagt, ich habe gelacht. Du hattest recht, natürlich, es hat mir gefehlt, sehr oft seit wir nicht mehr zur Schule gehen, seit wir unsere eigegen Wege gehen, dieses "Wir".
Ich würde gern von diesem Gefühl erzählen, doch die Euphorie ist unbeschreiblich.
Natürlich, ich war genervt, ich war hundemüde, mir tat alles so weh, dass ich dachte beim nächsten Schritt würde ich umkippen, ich hatte Durst und wollte doch nichts trinken um nicht auf die Toilette zu müssen, nachts bin ich halb erfroren. Aber es war nicht wichtig. Schlafen können wir auch später noch. Wir sind jung. Wenn nicht Jetzt. und Hier. wann dann? Wer weiß schon wie oft es noch so sein wird, mit den selben Menschen. Vielleicht nie mehr.
Wir kennen uns schon so lang und es ist so viel passiert in dieser Zeit, auch wenn es mir manchmal so vorkommt, wir sind nicht stehen geblieben. So oft habe ich mich verlassen gefühlt, dabei spielt es keine Rolle ob ich es wirklich war oder nicht. Ich konnte oft genug auf euch zählen, auf eure Worte und euer Schweigen. Auf eure Nähe und Zurückhaltung. Wir sind groß geworden, miteinander. Erwachsen.
Und manchmal bin ich eben doch viel lieber Kind.
Will im Regen tanzen, durch den Matsch springen, mir keine Sorgen um meine Kleidung machen und mich halbtot kichern.
Und genauso war es.
"Sometimes there is no use in reality"
Und das schönste daran war, ich habe nicht allein getanzt. Es war dunkel und neblig und die Musik durchdrang alles. Lichter überall und Menschen, so viele Menschen. Nein, wir waren nicht allein. Es war so wunderschön verrückt mit euch im Zelt zu liegen und nichtmal zu wissen worüber wir eigentlich lachen. Mit euch zu tanzen und nicht darüber nachzudenken ob man beobachtet und ausgelacht wird. Zu singen und gröhlen ohne überhaupt den Text zu kennen. Ein Teil vom großen Ganzen sein. Ohne dass der Einzelne übersehen wird. Was auch immer gekommen wäre. Es hätte uns nichts ausgemacht.
Könnten wir doch ewig so sein.
Cause there's no one like you in the universe.
geschrieben von: Carcas999
You and me against the world
Hey you, there on your strawberry road, are you listening after all?
Das letzte Foto steckt tief in der Tasche, ich werde es mit mir nehmen, wohin auch immer. Klein und vergilbt. Es ist so ein verflucht langer Weg. Und ich hätte mir vor zwei, drei Jahren niemals träumen lassen jetzt hier zu stehen.
Natürlich habe ich dich gern. Ich sollte es nicht sagen und ich werde es nicht sagen, wie die wichtigsten Dinge immer unausgesprochen bleiben. Weil keine Antwort kommen wird. Ich erwarte keine. It wasn't built to last. Du bist nun mal meine zweite Seele, damals und vielleicht in fünfzig Jahren noch, und ich würde es nicht behaupten wenn ich nicht sicher wäre. Hundert Prozent. Oder mehr. Es ist anders, anders als gestern und anders als vorgestern, ob mehr oder weniger ist eigentlich egal, Gesetz der Zeit. Du kennst mich, wenn ich mich selbst nicht mehr kenne und trotz, trotz, trotz allem bist du doch immer irgendwo bei mir, nur eben nicht so nah. Ich weiß nicht wie es dir geht und vielleicht will ich es auch gar nicht wissen. Doch wenn du bei mir bist ist es fast so als wäre ein kleines Stück der Seifenblase da, ganz, ganz blass.
Anders eben.
Und dann ist es egal ob ich weinen muss, oder kämpfen oder nicht schlafen kann. Irgendwie ist leben auch schön beizeiten.
Nimm mich nicht allzu ernst.
Es ist Zeit zu gehen, zurück nach Hause.
But where to go if home is so far away?
And in your troubled eyes I see
Someone who carried me somehow
Like footprints in the sand
You've been behind me all along
We got it wrong from the start
Now it's you and me
Let's hit it on
Don't you see it`s you and me against the world
(Apoptygma Berzerk)
geschrieben von: Carcas999
Blue, blue, blue... tell me my way
Ich war noch nie gut darin wichtige Entscheidungen zu treffen. Entweder sie stand sofort und jede Sekunde des Überlegens ließ mich nur unsicherer werden.
Oder es ist eben das übliche Wanken und Straucheln, hin und her, und es führt mich doch zu keinem zufriedenstellenden Ergebnis. Vielleicht führen beide Wege zum selben Ziel, aber wer weiß das schon. Die Angst ist zu groß, dass ich den falschen Weg wähle, dass ich Jahre vergeude um hinterher wieder zurückkehren zu müssen. Leider weiß man oft erst hinterher ob die Entscheidung die man traf, die richtige war. Oder erfährt es nie. Aber so oder so kann man sie nicht rückgängig machen.
Damals habe ich gelernt mich damit abzufinden, denn ich konnte ja sonst niemanden verantwortlich machen. Mein Leben, mein Weg, meine Entscheidung. Links oder rechts.
Mal träumerisch ins blaue hinein, mal zu berechnend und präzise. Aber nie ohne ein wenig Unsicherheit. Ein wenig Bauchschmerzen und Kopfzerbrechen.
Ich hätte gern jemanden der mir die schweren Dinge abnimmt und weiß was gut ist für mich und was nicht. Aber denjenigen gibt es nicht. Zumindest hat er sich noch nicht bei mir gemeldet, schade eigentlich.
Ich möchte doch nur irgendwann einmal, später, jedem der fragt, sagen können, dass ich ein gutes Leben hatte, möchte voller Weisheit sein, voller Leidenschaft. Und doch beständig, frei. Möchte alles gesehen haben, jedes Fleckchen Erde und mir das Schönste davon ausgesucht haben und endlich meine Rastlosigkeit ablegen können... Mit kleinen Lachfalten um- und dem gleichgebliebenen, jugendlichen Glitzern in den Augen.
Hinab ins endlose blau. Deep, deeper.
Into the depths.
Welt, ich hoffe du kannst mich halten.
geschrieben von: Carcas999
Just me, myself and I
"Gedenke mein. Gedenke mein im Zorn, fürchte mich in bitterem Zorn. Laß meine Zähne heiß schlagen in bitterster Wut."
Einsam ist es unter dem Eis. Fernab aller Welten. Es taucht vor dir auf, einem Spiegel gleich, doch so unendlich viel glatter, tiefer, kälter, härter. Unzerbrechlich. Und du kannst nichts dagegen tun.
Natürlich, du könntest schreien. Aber es würde dich niemand hören, denn dort unten ist nichts was sich menschlich nennen dürfte. Du wirst sicher auch mit all deiner Kraft versuchen das Eis zu zerschlagen, mit Fäusten und Tritten. Es wird dir nicht gelingen. Und ständig diese grausam eindringlichen Stimmen, von allen Seiten scheinen sie zu kommen, unaufhörlich flüsternd. Bis du an dir selbst zerbrichst, einmal mehr, und die Tränen die Wut und die Schreie hinfortschwemmen und dich im eisigen rot zurücklassen .
Eisblumen auf der Haut. Wunderschön anzusehen, doch werden sie nie gesehen. Nur von dir selbst, wenn du die Augen öffnest, das Bild von einem Tränenschleier überzogen, unscharf und wässrig. Sie werden dir sagen "bleib bei uns , was willst du mit all der mittelmäßigen Menschlichkeit, wir werden dir etwas viel größeres erschaffen. Etwas, das ganz allein dir gehört." Und es wird ein dauerhaftes Sterben sein, ein Fallen ohne Aufschlag.
"Als der Vulkan schließlich ausbrach, gab es kein Gegenfeuer, das stark genug war, den Ausbruch auszuhalten. Sie fühlte die vertraute Peitsche der Angst und das monotone Heulen der unsichtbaren Ankläger... Sie legte sich auf den Boden und fing an, ihren Kopf langsam und regelmäßig gegen die Fliesen zu schlagen. Die Schwärze in ihrem Kopf verwandelte sich in Rot, schwoll an und wuchs weit aus ihr heraus.
Wie kalt der Wind jenseits des Gesetzes blies!"
Ganz allein...
Weltverhakt, du nicht ohne mich, ich nicht ohne dich, gleich auf welcher Ebene. Sie werden dich anschauen, mit großen grünen Augen und einer Spur von Wahnsinn dahinter. Wenn du mich liebst, wirst du dann springen? In die ewige Einsamkeit, hinab, hinab, ganz gleich wie lang der Fall dauert oder wie tief es hinunter geht? Mit mir an deiner Hand? Wirst du es wagen? Wirst du?
(Kursivtext: Hannah Green - I never promised you a rosegarden, leicht abgeändert)
geschrieben von: Carcas999
Please don't leave me in this chaos...
Zorn, Wut, Wahnsinn. Rasend aggressiv. Grün, giftig grün. Und rot, blutrot.
Innenwelt.chaos. Der Körper bis zum Zerbersten angespannt. Tausend Trommeln die in mir ihren eigenen Rythmus schlafen, laut, immer lauter. Außen ruhig, ganz ruhig, zu ruhig. Vollkommen unpassend. Lärm müsste sein, grün anlaufen müsste ich und rot glühen, Schreie, Tränen. Monster sein. Nichts reicht um das Innere nach außen zu kehren. Und darum: vollkommene Ruhe. Erdrückend, erstickend.
Es tanzt, wirbelt. Durch mich hindurch, in mich hinein. Feuersbrunst. Farbenschwall. Es könnte wunderschön sein, wäre es nicht so gräßlich schmerzhaft.
Ich will niemanden sehen, keine Seele näher lassen. Und doch lässt mich die Einsamkeit frieren. Da ist niemand der dem Chaos einhalt gebieten kann, der die Sehnsucht stillt und das Feuer besänftigt.
Schmerz, zerfriss mich.
Ich bin nicht sanft. Ich bin ein Tier, wild. Reißend liegt Grausamkeit in jedem Blick. Vernichtend. Zärtlich brutal.
Wer mir näher kommen will, muss das Biest erst bändigen. Und das wird niemals eine leichte Aufgabe, es lässt sich nicht zähmen. Muss mich halten, fesseln, niederkämpfen. Muss mich entführen, aus mir selbst hinaus. Es wird dich in den Wahnsinn treiben und du wirst fortlaufen. Um dein Leben.
Und ich bin wieder allein mit mir. Mir und dem Chaos, dem Sturm, dem Brand unter der Oberfläche. Naturgewalt, Gedankenwahnsinn. Für immer und immer und immer. Wolfsblut, grünlich.
Bitte...
geschrieben von: Carcas999
Take me, cure me, kill me
Ich bin Chaos. Ich bin selbst schuld. Ich bin naiv und sage manchmal Dinge die ich nicht so meine. Ich mache oft mehr falsch als richtig. Aber ich bin nicht doof.
Ich kann eine ganze Badewanne mit meinen Tränen füllen, aber ich kann sie auch stoppen.
Der Punkt ist erreicht. Der Punkt an dem mein Stolz einmal zu oft gebrochen, meine Loyalität einmal zu oft mißbraucht und mein Herz einmal zu oft mit Füßen getreten wurde.
So fuck you.
Du kannst ohne mich, dass sehe ich mit eigenen Augen. Und ich - ich werde es auch können, können müssen. Du bist derjenige der weglief und du warst auch derjenige der mich später bat bei dir zu bleiben, ich wollte, wollte gerne, weil ich dachte...
Egal. Das spielt jetzt keine Rolle mehr.
Ich weiß nicht wo der liebenswerte, weise und unsichere Mann, der mir damals mehr gab als nur seine Seele, geblieben ist, mir hat er sich zumindest lange nicht mehr gezeigt. Im Gegenteil. Ich habe stattdessen jemanden kennengelernt, den ich nie kennen wollte...jemanden mit Eis im Herzen. Und das nach fast fünf Jahren.
Ich werde es wohl nie verstehen, so wie ich nicht verstand als du gegangen bist. Und du wirst es mir nie erklären.
Well, whatever. Wenn du nicht mit mir reden kannst, dann werde ich dich auch nicht mehr zum zuhören mißbrauchen. Einen Versuch war es wert...vielleicht. Nevermind.
Meine Lippen sind noch immer rot, meine Augen noch immer braun und den Rest - sieht niemand.
geschrieben von: Carcas999
At the point of no return
Ouch I have lost myself again
Lost myself and I am nowhere to be found
Yeah I think that I might break
I've lost myself again and I feel unsafe
On the outside: Schön, jung, frei. On the inside: fühle ich mich so häßlich, dass ich mein Spiegelbild meide. Viel zu alt. "Wenn man klein ist, vergeht die Zeit überhaupt nicht und dann ist man plötzlich 50 Jahre alt... und alles was von der Kindheit übrig ist, passt in ein Kästchen, verrostet und klein." Weiß nicht wohin, so ganz allein. Ich warte darauf, dass es dunkel wird, dass die Nacht hereinbricht und ich mich verstecken kann, in den Schatten unter Sternen oder auch nur in einer warmen Decke. Warte auf den süßen Schlaf, der mich fortbringt. Come cover me. Doch er lässt mich zittern, ewig warten. Entweder Alpträume oder vollkommene Schlaflosigkeit. Schlaf ist der schlimmste Feind wenn er nicht kommt. "Wenn man unter Schlaflosigkeit leidet, ist man immer wach. Aber nie richtig. Schlaflosigkeit vernebelt die Realität. Alles ist weit weg. Alles ist eine Kopie einer Kopie einer Kopie."
Da ist dieses Gefühl zwischen Kehle und Magengrube, als müsste ich kotzen und weinen und schreien, alles zugleich. Als würde genau diese Empfindung als kleines böses Ungeheuer dort sitzen und ausharren und mich von innen zerfressen. Ist es immer da, morgens und abends und wenn ich es einen Moment lang vergesse, erinnert es mich mit kleinen Stichen in die Brust. Nur nicht vergessen, nur nicht davonlaufen... Ich schreie nicht mehr, denn auch die lautesten Worte wurden nicht gehört. Und die leisen Hilferufe, manchmal nur unstete Blicke, sowieso nicht. Seems a long time ago last time someone listened.
Ich bin auf der Flucht. Vor den Erinnerungen, den kleinen, bunten Fetzen. Vor mir und diesem verdammten blutenden Herz. Ein unmögliches Unterfangen.
Be my friend
Hold me, wrap me up
Unfold me
I am small
I'm needy
Warm me up
And breathe me
(Sia)
Kursivtext aus: Fight Club/die fabelhafte Welt der Amélie
geschrieben von: Carcas999
The pounding rain continued it's bleak fall...
Es ist Herbst.
Komisch, dieses Jahr verwischen die Jahreszeiten zu einem einzigen großen grün-grauen Einheitsbrei. Es gab keinen frischen Frühlingsduft, keine Sommerhitze mit Freibadgelächter, keine Herbstmelancholie mit brennendem Himmel und sicher wird es auch keine Winterflocken und Schneestürme geben.
Ich roch es an diesem Morgen, als ich den Müll rausbrachte, barfuß. Von einem Tag auf den anderen was es kühler geworden. Kalter Tau lag auf den Grashalmen, feiner, fast noch unsichtbarer Nebeldunst kroch durch die Straßen. Aber das war es nicht was den Herbst ankündigt, jedes Jahr aufs Neue, es war dieser Geruch. Ich kann nichtmal sagen wonach es riecht, aber es ist Feuchtigkeit und Kälte, frischer Wind und Regen, es sind braune Blätter und Tränen und in den Süden fliegende Vögel. Alles vereint in einem einzigen Hauch den meine Nase an diesem Morgen einfing.
Am nächsten Abend warst du da, vielleicht war es auch der Übernächste und standest an der Tür, drehtest dich noch einmal um bevor du gingst und sagtest "Riech mal. Es wird Herbst."
Ich nickte langsam und wunderte mich nur ein wenig dass diese scheinbare Gedankensymbiose noch immer da ist.
Dabei gab es nicht mal einen Sommer, obwohl ich mich anfang des Jahres doch noch so darauf gefreut hatte. Einen warmen Sommer, mit dir. Es gab weder das Eine, noch das Andere. Für mich bestand der Sommer aus Erinnerungsbewältigung, aus kälter werdenden Worten, frühem Aufstehen und viel Arbeit, die mich ein wenig vergessen ließ.
Der Herbst war immer etwas besonderes für mich und vor allem in den letzten beiden Jahren wunderschön. So bunt, so leicht, so tief. Von Vereinigung zu Wiedervereinigung. Mit viel Hoffnung.
Wahrscheinlich wird der Herbst so wie auch der Rest des Jahres war, nicht warm, nicht kalt, wolkenverhangen und trist. Undefinierbar verwaschen.
Aber die Herbstmelancholie ist dennoch da. Irgendwie.
Und umso älter ich werde, desto schneller schreitet die Zeit voran, desto kürzer werden die Jahre. Grausames Erwachsenwerden. Früher war es immer eine kleine Ewigkeit bis zum nächsten leuchtenden Weihnachtsfest, die Sommerferien waren ein einziger langer Rausch und die Welt war ein wenig ruhiger, nicht so rastlos mit der Zeit eilend. Ich habe Angst... dass die Zeit mich allein lässt und ich ihr mein ganzes Leben lang hinterher rennen muss ohne genißen zu können was ich habe.
Gestern war doch erst Neujahr und diese regnerische Nacht im Auto, in der Hagel auf das Blechdach prasselte und ich noch dachte es wird alles wieder gut. Und Übermorgen wird erneut Silvester sein und ich werde leise Tränen wegwischen und viel mehr zurück statt nach vorn blicken. Nur dass du dieses Mal nicht da bist sie wegzuwischen. Gedankenschwer.
Ich will nicht mehr von Dingen erzählen die nicht mehr sind und tue es trotzdem. Erinnerungen könnten so wunderschön sein, wären sie nicht genauso grausam. Nun sind wir etwas für die Nacht, wenn uns sonst niemand sehen kann. Wir waren doch sowieso nicht dafür bestimmt, dass andere uns zuschauten, waren weltentrückt. Nun noch ein wenig mehr. Wir sehen uns im Dunkel, für ein paar Stunden. Sind einander ein letzter Halt. Dann, wenn wir merken, dass uns sonst niemand versteht und niemand hilft. Dann sage ich leise danke und du drückst mir einen Kuss auf die Stirn. Nur damit wir im nächsten Augenblick wieder hundert Meilen und tausend Gedanken weit von einander entfernt sind.
Lass mich ein wenig die kleine Fee sein, die zwischen den hellen Lichtpunkten im Gras tanzt, dir zuschaut. Lass mich dich begeistert und ungezwungen sehen, mit dem Glitzern eines Kindes in den Augen durch den Schnee wirbelnd oder fröhlich platschend durchs Wasser stapfend. Unbedacht und mitreissend. So habe ich dich lang nicht gesehen. Ich hoffe es liegt nicht an meiner beklemmenden Gegenwart. Du kannst mir viel erzählen. Aber eigentlich will ich miterleben.
Alpha und Omega. Bis zum Ende. Nah, ganz nah. Näher als ich möchte.
Ich habe das Gefühl dieses Jahr wird es eher regenverhangen und angsteinflößend als bunt und blätterreich sein.
Es ist Herbst.
geschrieben von: Carcas999
...and we decided just to write after all, after all
Es ist "deine" Stadt. Und es wird deine bleiben, du hast sie mir gezeigt, ihre Ecken und Kanten, und deinetwegen mochte ich sie so. Die Wälder, die Täler und die gewundenen Straßen. Die tolle Eisenbahnbrücke. Die Spaziergänge durchs Nirgendwo. Die Burg und die Seilbahn Die seltsamen Märchen die zu hören waren wenn man auf die Steine sprang. Die Menschen, typisch Dorf, wenig aufgeschlossen und erst auf den zweiten Blick freundlich. Ich weiß, es ist kein Dorf. Sagt ihr. Aber für mich Großstadtkind eben doch. Allein weil soviel Natur an jeder Ecke blüht. Pferde und Hunde über die Straßen laufen. Nebel der Abends wie Dampf zwischen den Bäumen aus dem Tal nach oben steigt und morgens die Dächer bedeckt. Nächte, die wirklich dunkel und sternenbehangen sind. Dort habe ich nun letzte Woche den Herbst erst richtig gespürt, vor meinem Fenster gibt es nunmal nicht so viele bunte Bäume und schon gar keine nebeldampfenden Täler. Und immer ein paar Grad weniger, nicht viel, aber doch genug um mich frieren zu lassen in der Kleidung in der mir zuhause noch warm genug war. Klamme Herbstkälte. Mit Atemwolken vor dem Mund. Mein Mandelbaum hat seine Blätter als erstes verloren, so wie er auch im Frühjahr als erstes ergrünte. Aber hier - hier blüht der Herbst genauso wie der Frühling. Hier kann er leben in all seinem Verfall.
Zweite Heimat. Nord Nord Ost. Wenn ich zu dir geflohen bin. Weil ich die Stadt leid war. Ich meine Umgebung nicht mehr ertragen konnte.
Ich konnte auch ohne dich in diese Stadt. Es macht zwar wehmütig und weckt Erinnerungen, aber es geht. Geht gut.
Ich wäre gern mal wieder mit dem Zug gefahren, aber es ging nicht, mein Herz hat sich panisch gewehrt... Vielleicht geht es nie mehr wieder. Zumindest nicht an diesen Ort, in diesen Bahnhof. Wo ich immer dich stehen sehen werde, Hut auf dem Kopf und die Zigarette zwischen den behandschuhten Fingern, wartent, ein wenig aufgeregt. Er-wartent.
It's been two years from now...
"Sieben mal flecht ich dein Haar um den alten Apfelbaum
Sieben Mal und es wird wahr
Du hast keine Wahl
Denn die Sieben ist meine Zahl"
(Subway to Sally)
geschrieben von: Carcas999
Move. Before your head explodes. Run, baby, run!
In mir geht ein Sturm an seine Grenzen. Manchmal sind die Träume so grausam, dass ich mich zwinge aus ihnen zu fliehen, hinaus, und aufzuwachen. So wie ich mich zuvor gezwungen habe einzuschlafen um vor kaum weniger grausamen Gedanken Ruhe zu haben. Sie sind Blutrunst, Erniedrigung, Einsamkeit. Dauerhafte Angst und psychische Gewalt. Würde ich die richtige Worte dafür finden, würde ich sie vermutlich alles vergessen lassen was sie sich je erdacht haben im Angesicht dessen was ich sie sehen lasse, die Poes, Hitchcocks und Kings dieser Welt. Worte reichen nicht aus, Worte sagen gar nichts. Denn das geht unter die Haut, tief und tiefer. Zerrt an jedem Nerv und zerquetscht jede Faser.
Partielle Heimatlosigkeit der Gedanken. Ein einziger langer Filmriss.
Nur dass es mich nicht in Ruhe lässt, auch wenn erfolgreich geflohen bin. Die Bilder bleiben. Der Schrecken über die Grausamkeit meiner eigenen Gedanken. Und die Angst es könnte sich bewahrheiten, so real die Szenen. Über-real.
Gern würde ich ihn als den kleinen braun-grauen Dämonen darstellen, der der Nachtmahr auf Gemälden ist. Wie er auf der Brust eines Schlafenden sitzt und ihm die Luft zum Atmen nimmt. Ich träume nicht schwarz-weiß. Alles ist farbig, verzerrte Realität durch überspitzte Farbtöne. Zwischen greller Helligkeit und beinahe vollkommener Dunkelheit. Dagegen ist die Welt nach dem Aufwachen blaß und leblos. Es ist als würde man all die kleinen und großen, lebendigen und angsterfüllten Gedankenfäden in ein winziges Gefäß sperren. Eingeschlossen in ihre eigene kleine Gaskammer. Einmal kräftig durchgeschüttelt. Solang bis sie reißen. Sich willkürlich paaren, zu den abartigstens Formen vereinen. Allein ihr Anblick ließe einen erschaudern, könnte man sie sehen. Sie sind nicht mehr seidig und durchsichtig sondern klumpig, wächsern, schwer. So verzerrt werden sie aus ihrem Gefängnis gelassen und kehren zurück zu mir. Feurig brutal. Das ist fast schon Wahnsinn, gefühlter.
Ich würde gern erzählen, was ich sah. Sehe, jede Nacht. Aber die Worte fehlen, was herauskommt sind nur Bruchstücke, weit entfernt von dem was ich spüre. Menschliche Sklaven, gezwungen im Dreck zu kriechen. Verstümmelte Tiere. Hohe Hallen mit ekelhaft-grünlichen Tümpeln. Lauf um dein Leben. Lauf, lauf. Sonst stirbst du, nur weil ich dich liebe. Angst essen Seele auf. Lass mich aufwachen. Plötzlich Ende, erst tot, dann wach. Tränen. Allein.
Endstation: Traum-a.welt.
geschrieben von: Carcas999
I was happy here before I knew that I could get on the plane and fly away...
Wüstenderde. Brennende Felder aus Mohnblüten. Karge Berge bis in die Unendlichkeit. Schneeverwehte Winter und peitschende Sandstürme. Zerstörte Städte. Den "most dangerous destinations 2007" zugehörig, und das wahrscheinlich schon seit über zwei Jahrzehnten. Wild wuchernde Rosenranken. Schwarzes Haar.
Dieses Land hat seine Menschen nicht nur geprägt und geformt, sondern sie auch gedrängt, gezwungen und gequält. Dennoch wohnt ihnen ein unbändiger Stolz inne. Sie sind fast heldenhafte Kämpfernaturen, die mehr als einmal in die Knie gezwungen wurden und dennoch wieder aufgestanden sind. Die Würde und Dickköpfigkeit von gefallenen Königen. Alles gesehen und alles erlebt. An sich selbst gescheitert. Der Liebe zum Land wegen. Eine Liebe, die sich hierzuorte nie finden würde.
Ich würde gern sagen, ich weiß wie es ist.
Wäre gern rein und wissend wo ich hingehöre.
Allerdings weiß ich nichts, bin nur Randbeobachter, blaues Blut, dass durch die Länder wanderte, Bastard und Vereinigung der Kulturen. Ich beherrsche die Sprache nicht, von ein paar wenigen Floskeln abgesehen. Von den Gleichaltrigen wurde ich ausgelacht, weil ich ihre Witze nicht verstand und von den Älteren mißmutig belächelt, weil ich es nicht verstand sie ihrer Stellung, ihrem Rang gebührend zu behandeln. Ich habe die Berge, den Mohn und die Vaterstadt Kabul nie gesehen, hatte nur aus Entfernung Teil an Schicksalen. Kenne die genauso wichtigen wie alten Traditionen kaum mehr. Für mich ist dies Reich eine wage Vorstellung, ein Gemisch aus vergilbten Fotos, sich wiederholenden Geschichten, erschreckenden Bildern aus den Nachrichten, dem bitteren Blick meines Vaters und dem was in mir wohnt. Dem Herz und Blut der alten Könige, Nomaden, vor Stolz überstrotzend und doch ewig traurig, sehnsüchtig.
Dort, wo es eine Ehre und ein Vergnügen ist alt zu werden, so viel Respekt die Jüngeren dir entgegen bringen. Respekt vor dem was du geleistet und gesehen hast. Nicht der Dorn und störende die Randgruppe der Bevölkerung sondern die marmorne Stütze.
Ich musste nie aus einem Land flüchten, dass ich Heimat nenne, sah weder meine Familie sterben, noch mein Haus einstürzen. Vielleicht werde ich all diese Orte meiner vermuteten Vergangenheit nie besuchen, nie sehen, aus Angst vor Enttäuschung, mit dem Wissen nie als eine von ihnen angesehen zu werden, ewig Außenseiter, hier wie dort.
Aber ich fühle... all das vereint, verborgen. Fühle den Wind zwischen den Felsen, die Sehnsucht der Menschen nach Frieden, die Klagen der alten Frauen, um ihre Söhne weinend. Die Verzweiflung, die sie dazu treibt zu Waffen und Drogen zu greifen und die selbstverständliche Genügsamkeit wenn es um die eigenen Bedürfnisse geht im Widerspruch zum verschwenderischen Reichtum der Gästen dargeboten wird. Viel mehr geben als nehmen. Kontrastleben. Herzen die so viel lauter und wilder schlagen als es das eines Durchschnittseuropäer je vermag. Nach außen Stahl und Würde, nach innen dünne Seide, roter Schmerz.
...to a life where I can watch the sunset
geschrieben von: Carcas999
I´m packing my memories and it´s time to move on...
Hass aus Leidenschaft. Wut in die falsche Richtung gelenkt. Liebe in giftigem Grün und siedendem Gold.
Fragile. And hard to handle.
Schatten meiner Selbst. Immer einen Schritt weiter hinten und einen voraus. Widerspruchgestalt. Mutig, ängstlich. Aufopfernd und alles einnehmend.
Liebe mich oder hasse mich, es gibt kein "mir doch egal", kein "vielleicht", kein "wir werden sehen" und auch kein "später". Alles oder nichts. Ich war nie entschlossener und hatte selten größere Angst als in diesen Momenten.
Es pocht in meinen Ohren, ein ungleichmäßiger Takt. Es scharrt in meinem Kopf. Wie Insekten, unablässig im Sand wühlend, mit ihren kleinen harten Beinen, kaum hörbar.
Ich bin das unbesiegbare Raubtier, der zarte Schmetterling und der bittersüße Schmerz in deinen Augen. Die Zweifel, die dich nicht schlafen lassen und die Mutter die dich in denselben wiegt. Du wirst mich nie zu 100% kennen, aber du kannst mir glauben und ich werde versuchen ehrlich zu sein.
Auf der Suche nach dem geistigen Herausforderer, die Segel sind gesetzt.
Es ist Zeit - über dünne Seile zu laufen um zu prüfen ob sie reissen und zu riskieren in die Tiefe zu stürzen.
6...5...one chance to stay alive
4...3...but I can hardly breathe
countdown to insanity
goodbye reality
2...1...
(H-Blockx)
"Wie weit gehst du, wenn du verliebt bist?"
Drei Schritte bis zum Ziel, bis an die Unendlichkeit. Drei Schritte die eine Menge Überwindung kosten und Tribute fordern. Neuanfang bedeutet auch immer alte Fesseln abzulegen, wunderbare Menschen und tiefe Gefühle zu blass-grauen Erinnerungen werden zu lassen. Das Ende des Regenbogens. Ich würde es suchen, barfuß, so weit mich meine Füße tragen. Ich würde. Einmal um die Sonne. In wilder Sehsucht. Auch wenn du mir nicht glaubst.
How far would you go?
geschrieben von: Carcas999
I'm holding on your rope, got me ten feet... off the ground...
Danke, Vergangenheit, für deinen Anruf heute Abend. Es war seltsam, aber es hat ebenso gut getan.
Ein paar Sekundenbruchteile musste ich überlegen, bevor ich deine Stimme erkannte. Ich hatte vergessen, irgendwie, dass du acht Jahre älter bist, immer schon warst. Ich kenne dich seit ich denken kann, saß auf deinem Schoß an meinem ersten Geburtstag und aß Chips mit einem Löffel in einem kleinen roten Trachtenkleid. Grüner Schal. Beides hängt noch immer in meinem Kleiderschrank. Ich lief mit dir und deiner Schwester die Treppen vor eurer Wohnung hoch und runter, bis einer von uns stolperte und fiel. Du mochtest Michael Jackson und ich mochte die Monchichis, die sich an deine Gardine klammerten und deinen Namen. Eine Zeitlang waren wir jedes Wochenende bei euch, haben zusammen gegessen und ich saß auf dem Schreibtischstuhl in deinem Zimmer und habe mich im Kreis gedreht, bis mir schwindelig wurde. Du bist jetzt verheiratet, studierst Jura. Deinen Mann kenne ich nicht und ich weiß kaum noch wie du aussiehst. Ich warte auf eine kleine Tochter mit dem selben vollen schwarzen Haar und den selben dunklen Augen wie du sie hast. Ich weiß gar nicht, warum du dich noch immer meldest, unsere Familien sind zerstritten, obwohl wir doch eine sind und ich habe noch nie von selbst gemeldet.
Stolze Kämpfer kann man sie nennen, pathetisch und patriotisch. Manchmal sind sie auch einfach sture Dummköpfe mit einem übertriebenen Hang zur Theatralik. Die Familie ist das Ein und Alles, Zusammenhalt in und über den Tod hinaus. Zumindest gegenüber Außenstehenden. Im Innern sieht es anders aus. Bis aufs Blut gehen die Kämpfe gegen die eigenen Geschwister. Und die Sturheit trägt in gehörigem Maße dazu bei, dass auch nach zehn Jahren keine Ruhe eingekehrt ist, man kein Wort miteinander spricht und jedes Friedensangebot als erneute Kampfansage angesehen wird. Ich habe es nicht verstanden damals, warum sie so oft in Tränen ausbrach als sie bei uns war oder weshalb ihr euch so zerstritten habt. Ich war noch zu jung und nie hat es mir jemand erklärt. Ich vermute, sie wollten nicht erklären, weil es keinen vernünftigen Grund gibt sich so mit seiner eigenen Schwester zu verfeinden. Kalt und hart. Verzweifelt und verletzt.
Ich habe viel verloren dadurch, habe die Sprache verlernt und einen Großteil meiner Familie, meiner Herkunft, seit einem Jahrzehnt nicht gesehen. Ich lüge am Telefon und spüre ganz genau, dass etwas fehlt. Etwas mit viel Temperament. Mir fehlen die kleinen Streitereien, die Bilder an den Wänden von den kargen Bergen und die Geschichten von vergangen Tagen, von denen ich nur die Hälfte verstand, aber am Glitzern in ihren Augen ganz genau wusste, wovon sie sprachen. Den heißen Tee, an dem ich mir immer die Zunge verbrannte, die langen Autofahrten zum nächsten Ziel und die üppigen Feste. Es ist nicht nur ein Stück seiner, sondern unser aller Vergangenheit und Heimat.
Du bist mir sehr ähnlich, bist hier aufgewachsen und standest zwischen den Welten. Wahrscheinlich noch mehr hin und her gerissen als ich. Wir, die nächste Generation, können den Konflikt nicht lösen, aber ihn vielleicht ein wenig mildern. Und wenn nicht, können wir zumindest einander Familie sein und Halt geben. Lernen aus ihren Fehlern.
geschrieben von: Carcas999
It’s not just my pride - it’s just 'til these tears have dried
Es war immer rot. Ich weiß nicht warum, aber alles elementare und hervorragende war immer rot. Mal dunkel und schwer, mal samtig weich, mal hell und strahlend. Feuerrot. Blutrot. Rot wie die warme Abendsonne oder wie die schwerelosen Mohnblüten. Wie das pochende Herz und die warmen Lippen, das heiße Fleisch und die spielende Zunge. Brennend. Kriegerisch, aber nicht unbarmherzig.
Ich vermisse das rot in mir und um mich herum - es ist so ruhig, farblos und blaß, manchmal vielleicht noch blau und ein wenig grün. Aber kein rot. Keine seelenlosen Tiefen und brennenden Höhen, nur sanftes Geplätscher, ewiges grau. Ich hasse grau, so wie braun und ocker und alle Töne dazwischen - ruhig aber nicht schön. Eher ausdruckslos. Verregneter Himmel über der Großstadt, lebloses Treiben.
Ich warte auf den Frühling. Es war schon lang nicht mehr Frühling, das ganze letzte Jahr verschwamm hinter einem schlierigen Regenvorhang.
Was ist nur passiert diese vielen Monate? Es spielt wohl eine weniger große Rolle als die Gegenwart, ähnlich verwaschen. Es ist ein Kampf gegen das Einerlei, das ewige.
Ein kleiner roter Fleck auf der mit Regentropfen bespickten Fensterscheibe.
Das Schiff lag nie lang im Hafen. Sehnsuchtswärts.
Ich sollte duschen gehen. Das grau hinunterwaschen.
"...gleich haben sie mich wieder vergessen" - "Aber wie kann ich sie vergessen, wenn sie die einzige Person sind die ich kenne?"
Die Raben sitzen im Baum. Kahle Äste. Auch sie warten auf den Frühling, auf ein Ende des Harrens. Sie wollen frei sein, endlich. Fortfliegen. Vielleicht manchmal wiederkehren um Bericht zu erstatten, Rabenvater. Wir wissen warum.
Ich vermisse. Bis zum Zerreißen. Aber ich weiß heute wie ich mich ablenken kann, viel besser als damals. Mehr Halt. Vielleicht auch Stärke. Peter Pan hat auch nie verlernt zu fliegen.
...und manchmal kannst du mich im Schnee tanzen sehen. Du hast nur vergessen hinzuschauen.
geschrieben von: Sternenstaub
ma chère,
Ich wünsch Dir roten Mohn, ganz bald. Ganze Mohnfelder, durch die Du wanderst, nur für Dich allein. Und Du wirst hindurchgehen und die Blumen werden sich im Wind wiegen, Du wirst gehen mit Feuer in den Pupillen. Mit Geduld kommt der Moment, Du wirst Deine Arme ausbreiten und lächeln, es wird so sein.
Ein Tag wird kommen, an dem die Menschen die Savannen und die Steppen wiederentdecken. Hinausströmen werden sie und iher Sklaverei ein Ende machen...[...]
Aus "Malina" von Ingeborg Bachmann
Stell Dir vor, ich war gar nicht mehr eingeloggt und ich habe die html-Befehle vergessen, irgendwie scheint die Maske so fremd. Aber ich bin manchmal noch ganz selten da, hier in diesem (...) Board. Die einzigen schönen Pfade noch...Ich vermisse Dich übrigens.
geschrieben von: Schattenlied
Ich wünsche dir Rot für das Herz und Grau für die Realität. Mit der lebt sich ein Leben besser, aber nicht schöner. Die Mischung machts. Wie immer. Zeiten ändern sich, Menschen auch, aber du wirst deinen Charakter nicht verlieren und der ist rot, auf eine gute, schöne Art.
With love and kisses,
your princess.
geschrieben von: Carcas999
...kalt und schwarz ist unsere Nacht
Der Tag flieht eilig aus der Stadt
Die trinkt sich an den Schatten satt
Und gibt ihr wahres Antlitz preis
Tränen, Tränen, Tränen. Wieder. Wenn es endlich dunkel ist draußen und die Sonne die Nachtmahre nicht mehr vertreiben kann. Die neuen Schuhe liegen in der Ecke, lieblos hingeworfen. Es ist kalt, meine Finger sind ganz steif vor Kälte, die Heizung auf der höchsten Stufe bringt keine Linderung. Genauso wenig wie die Rose auf dem Tisch, die nicht recht erblühen will. Überzüchtet, niemals in voller Pracht.
Es stimmt, es muss nicht unbedingt rot sein, rot ist nicht immer gut, es schmerzt sehr oft. Aber es ist eben - lebendig. Dennoch, vielleicht reicht ein sanftes gelb oder ein blasses violett um mich aufrecht zu erhalten. Vorerst.
Irgendwann brauche ich das rot vielleicht oder hoffentlich nicht mehr. Dann wenn es stetig ist. Ruhig. Sanft. Frei. Es wird so werden. Eines Tages in blau, dunklem blau. Aber nein, noch nicht. Es hat sich noch nicht ausgeträumt. Atlantis needs to wait, silent and patient.
Ich will nur nicht wieder zu Eis werden und den Tag damit verbringen im Nichts endende Raureifspuren zu verfolgen. Die Eisschichten sind zerbrochen, die dicksten zumindest. Und die dünneren werden noch immer von den Sternen beschienen und haben schon viel mehr getragen als nur mein eigenes Gewicht. Ich bin nicht ohne Hoffnung, nur ruhelos und doch seltsam beständig.
Der Morgen wandelt Reif zu Tau
Der Tag macht alles grell und rau
Wir kleiden uns in Traurigkeit
Doch geht der Tag und unsere Zeit
Wer leuchten will der flieht das Licht
(Subway to Sally)
Ich komme.
geschrieben von: Carcas999
I stole the skin I'm in - so sick, soulsick
"So sick of being friendly
So sick of being nice
So sick of being thoughtful"
Ich will leben. Sein.
Ich will den Baum mit den blassrosa Blüten samt Wurzeln ausreißen und gegen die nächste Fensterscheibe werfen. Die Kraft dazu hätte ich, ganz bestimmt. Grotesk hell wirkt er vor dem kahlen Braun der anderen Bäume. Unpassend. Soll jemand anders sich erfreuen, an den Scherben und Blüten.
Es gibt kein halb volles oder halb leeres Glas. Es gibt nur ausgetrocknet oder überschwappend. Die Klippen abgerundet, somehow. Und die Augen bleiben geschlossen solange ich die Zeiten zähle.
Ich will nicht mehr nachdenken. Die Welten kollidieren ebenso wie die Worte, scheinen sich nicht ineinanderfügen zu wollen. Ich finde schon lang nicht mehr die richtigen Worte. Sie wollen nicht recht glänzen und fließen, stocken und stottern. Für manches gibt es eben keine passenden, nie. Und Leben lassen sich nicht ohne Gegenwehr verbinden.
Ich will sie zerschlagen ohne selbst die Schmerzen zu fühlen. Die Hand schließt sich zur Faust und die Scherben darin stechen kalt in die Haut. Auch Glas und Eis lässt sich nicht ganz einfach zerstören. Und die Bilder lassen sich nicht in eine Kiste sperren und vergessen bis es an der Zeit ist sie auszugraben. Es fehlt mir an Brutalität.
"So sick of what I feel
So sick of compromises
So sick of how you look"
(Diary of Dreams)
Amor und Psyche.
Soulsick and Skindeep. 'Carve your name into my arms'. Vereinter Blödsinn, durch und durch. Und doch zu glaubhaft und süß um vergessen zu werden.
Hell ist sie, strahlend weiß mit roten Fingern und roten Lippen. Soma verteilt die kleinen schwarzen Samen auf müde Augenlider. Bis sie sich drehen, in wildem Kreis. Ektase betäubte immer schon jegliche Müdigkeit. Bis zum Tode. Ein schöner Tod, im Tanze, in Flammen, ohne Erschöpfung. Sie war die Schönste von allen. Die Schönste und zugleich Grausamste der Geschöpfe.
Ich will mich befreien auf der Suche nach der Heimat. Kompromisslos.
geschrieben von: Carcas999
Ach Schwesterlein im Eispalast...
Es ist selten. Sehr selten. Es kommt nicht oft aber dafür oft einfach so daherspaziert. Ein paar Mal im Leben, wenn man Glück hat. Entweder es hält ewig und überdauert jede Zeit oder es zerbricht an einer Nichtigkeit. Aber meist hält es doch länger als man denkt. Oder will. Oder es sein sollte.
Brich ein, lass meine Tränen wallen
gerötet will die Faust sich ballen
zwar ist mein Leben jetzt vergeudet
doch Zugang zum Palast erbeutet
(Samsas Traum)
Denn man sieht es in den Blicken, im Wiedererkennen der Augen, auch wenn man sich lange, lange nicht gesehen hat. Zweifel, Freude, Überraschung, Fragen über Fragen. Peng. Hier wie dort, in beiden Augenpaaren.
Wahre Freundschaft überdauert. Weil man einander kennt.
Dabei spielt es keine Rolle ob man im Streit gegangen ist, ob man davor und danach kein Wort miteinander wechselt oder wieviele Jahre vergangen sind. Es gibt ein paar wenige für die ich durchs Feuer gehen würde. Oder durch schlimmeres, wenn es sein muss, wenn sie darum bitten oder die Umstände es verlangen, auch wenn sie das selbe nicht für mich tun würden. Dann ist die Zeit vergessen, die verletzendsten Worte sind Vergangenheit.
Manchmal ist alles so anders.
Sie sind paradox, schwer zu fassen. Und ich weiß nicht ob Glückbringend oder Pechverheissend. Loyal bis in den Tod und doch kühl wie die klirrenden Eiskristalle und ich frage mich ob ich genauso bin, so doppeldeutig. Klingen sind auch auf der einen Seite scharf und tödlich und auf der anderen stumpf und unbrauchbar. Dennoch sind beide Seiten des Messers mit demselben Silber glänzend überzogen.
Sie zeigen dir deine größten Schwächen aufzeigen, lassen dich auch in den schwierigsten Zeiten mal alleine ohne dir Böses zu wollen. Sie nehmen sich an die Hand wenn du sie flehend anschaust und frieren für dich. In ihrem Arm wirst du gehalten, wenn die Einsamkeit dich überkommt und sie drück dir ihr liebstes Kuscheltier in die Hände für die Zeit, in der sie nicht da sein können. Früher seid ihr zusammen durch die Felder gelaufen und habt euch gegenseitig mit Schnee oder Herbstblättern beworfen. Heute machen sie dir Tee und hören auch dann immer noch zu, wenn du die selbe Geschichte zum dritten, vierten, hundertsten Mal erzählst. Allerdings sind sie auch diejenigen, die dich stehenlassen werden, wenn ein Mann wartet. Du wirst dafür immer Verständnis haben müssen und sie trösten, auch wenn du längst geahnt hast, dass er nicht gut sein würde für sie. Sie sind eingeschnappt wenn du andere vorziehst und werden dir alles heimzahlen was du ihnen angetan hast und dich nachahmen, wenn sie nicht weiterwissen. Sie erinnern dich an gute alte Zeiten und verweisen auf eine schöne Zukunft.
Selten und einzigartig.
Doch ähneln sie sich in manches Zügen, die Schwestern in ihren Palästen.
Sie wissen nicht alles von mir, erahnen manches nicht einmal annähend, aber sie kennen mich doch. Jede ein anderes Stück, einen anderen Teil des Gesichts. Sie sind Spiegel. Und wenn sie meine dunklen Seiten zu sehr reflektieren, oder dass, was ich gern wäre, wende ich mich ab. Ungewollt. Ich ertrage es nicht, ertrage mich nicht. Genauso wenn sie mir zu nahe sind, jeden Gedanken erraten können, obwohl es genau das ist, was ich mir wünsche. Mehr Nähe und Verstehen. Wundersame Spiegelbilder.
..Du bist ich und wir sind wir, auch wenn es mich zerreisst...
geschrieben von: Carcas999
I'll be there as soon as I can, but I'm busy mending broken pieces of the life I had before...
Bald ist es soweit, übermorgen früh schon. Ich kenne das Ziel, kenne die Flugnummer, kenne ein paar Namen und Zahlen. Sie sind alle grün überwachsen, diese Namen, und weich, somehow.
Die Bilder werden dazukommen. Und es werden schöne Bilder, graue von Regen und Wind überzogene, kunterbunte und sicher auch grüne, weiche.
Flughäfen sind seltsame Orte, immer lebendig und chaotisch, immer hell und groß und grau und immer bedrückend. Dieses Mal werde ich mich dort von niemandem verabschieden müssen, der Tränen in den Augen hat. Ich werde im Flugzeug sitzen, ganz und gar nicht allein und mit der Gewissheit niemanden traurig zurückzulassen. Ein gutes Gefühl. Ich habe jemanden bei mir, der weiß, wann er meine Hand halten und die Tränen der Vergangenheit trocknen muss. Doch das wird hoffentlich nicht nötig sein. Ein wenig Wehmut ist immer dabei, momentan überwiegt sie noch. Das wird verfliegen, wenn der Koffer gepackt an meiner Seite ist und der Pass in meiner Hand, da bin ich sicher. Ein schon so oft erlebtes Szenario und jedes Mal wieder aufreibend, aufregend.
Sehnsuchtsstillend. Wenn es überhaupt je möglich ist das unruhige Herz zu besänftigen, dann auf Reisen oder in den Augen der Heimat, und diese ist eher unerreichbar.
Es gibt nicht viele Dinge für die ich all mein Geld hergeben würde. Für das Reisen schon, auch wenn das viele nicht verstehen, sei es noch so kurzweilig, noch so vergänglich. So vergänglich es ist, so zauberhaft ist es auch. Das Gefühl die ganze weite Welt vor mir zu haben und jeden Flecken als wunderschön zu empfinden. Das Gefühl der Freiheit und der Sehnsucht die ins unermeßliche steigt und zugleich besänftigt wird. Weltentdecker.
Unsere Betten werden quietschen und die Füße wehtun. Wir werden nass sein vom Regen und die Dusche wird nur kaltes Wasser ausspucken. Wir werden früh aufstehen und uns ankeifen wie zwei Kinder. Der Seehund wird tagsüber auf meinem Kissen sitzen und warten. Ich werde einen Stadtplan in der Hand haben, du die Kamera. Ins Theater werde ich dich einladen, wenn alles gutgeht und zu den rauen Klippen der Küste führen. Ich werde endlich wieder Englisch sprechen können, endlich endlich. Es sind nur ein paar Tage und eigentlich war mein Wunschziel ein anderes, aber ich habe dir den Vortritt gelassen, weil ich weiß wie grausam es sein kann, wenn wir streiten. Eigentlich säße ich gern schon im Flugzeug und hätte die Wehmut und den Stress hinter mir. Aber dann wäre die Vorfreude nicht so groß und die macht es nur schöner.
Und zum Geburtstag werde ich mir einen Koffer wünschen, einen ganz eigenen, vielleicht einen roten oder bunten. Einen der immer mit mir kommen wird und den ich mit Aufklebern von all den Orten zukleben kann. Ja.
Südwind. weht.
Die beiden schönsten Dinge sind die Heimat,
aus der wir stammen,
und die Heimat, nach der wir wandern.
(Heinrich Jung-Stilling)
geschrieben von: Schattenlied
Du bist in Dublin und ich hasse dich dafür http://smiliestation.de/smileys/Huepfend/42.gif (boing, boing)
Komme bitte zurück und sage, dass es da so toll ist, wie mir jedes Buch weißmachen (schreibt man das so?) will. Und dass der irische Akzent nich so schlimm ist, wie manche behaupten. Sag mir, dass ich echt dahinwill. Ja?
Viel Spaß! :)
See you next week?
geschrieben von: Carcas999
...where the breeze is sweet as shalimar and there´s forty shades of green...
In Dublin's fair city,
where the girls are so pretty,
I first set my eyes on sweet Molly Malone,
As she wheeled her wheel-barrow,
Through streets broad and narrow,
Crying, "Cockles and mussels, alive alive oh!"
(Molly Malone - Irisches Volkslied)
Alive, alive... Es war windig. Und toll. Die Stadt ist klein und rostrot-grau mit bunten Türen. Die Straßen gekleidet mit Pflastersteinen und Möwen kreischen mit Raben um die Wette. Der kleine Fluss quer durch die Innenstadt ist überspannt von vielen kleinen Füßgängerbrücken die des Nachts weiß oder orange oder grün leuchten. Es gibt keine Hochhäuser, die höchsten Gebäude sind ein paar Banken und Büros, nicht annähernd so hoch wie die Häuser hier. Dafür gehen die Preise ins unermeßliche und ich werde die Verkehrsführung nie verstehen. Vor unserem Fenster wucherte mehr oder weniger lebendiges Efeu und ein paar Spatzen hatten ihren Nester zwischen dem Backstein. Die Menschen sind freundlich, höflich und humorvoll. Jedesmal, wenn wir nach dem Weg fragten, stahl sich ein breites Grinsen auf die Gesichter und wir mussten uns erst einmal einen Witz anhören. Sie verschlucken das h vom th und füllen dafür andere Wörter mit Vokalen, die eigentlich nicht vorhanden sind. Sie nuscheln ein wenig und haben lustig-lebendige Augen. Es ist ein raues, liebenswertes Land und so sind die Menschen.
Die Duschen waren nicht kalt, sie waren heiß. So heiß, dass man es nicht länger als zwei Minuten aushalten konnte und unser Zimmer war winzig. Harry Potters Kammer muss größer gewesen sein. Wir haben uns nicht gestritten, obwohl du manchmal so unbeholfen und ängstlich warst, dass es kaum auszuhalten war. Man hat dir deutlich angesehen, dass du noch nie völlig auf dich allein gestellt warst, dass immer jemand bei dir war, der dir den Weg gezeigt und das Reden für dich übernommen hat. Diesmal hattest du mich. Ich bin so froh darüber, dass mich nur noch wenig erschrecken kann, zumindest keine Dinge wie sich mitten in der Nacht verlaufen zu haben oder düstere Straßen mit zwielichtigen Gestalten. Wenn ich etwas gelernt habe, dann dass es immer einen Weg nach Hause gibt. Ganz gleich wo du bist. Und wir waren nicht am Ende der Welt.
Tagsüber ist Dublin eine Stadt wie jede andere, mit hektischem Treiben, viel Verkehr, bunten Geschäften. Eher trist. Abends kehrt Ruhe ein. Die Straßen leeren sich. Ein paar Verliebte sitzen am Fluss auf den Bänken und flüstern miteinander. Während sonst alles verlassen ist werden die Pubs zum Mittelpunkt des Lebens. Sogar mitten in der Woche. Wir haben ein Guiness getrunken und uns unzählige teure Whiskyflaschen angesehen. Es ist nicht schwer sich unter die Menschen zu mischen. Sie mischen sich zu dir. Nach kaum fünf Minuten rückte der Japaner neben uns etwas näher und redete drauflos. Zwei Männer mit Gitarren setzten sich auf die Barhocker gegenüber, holten ihre Gitarren raus und sangen mit tiefer, rauer Stimme irische Volkslieder. So schön. So vertraut als hätte ich seit Jahren jeden Abend dort gesessen.
Wie viele Plätze die ich sah ist auch Dublin mehr als nur ein Ort. Es ist ein Gefühl. Hingabe zur Musik und Literatur. Gelächter. Nachtleben. Nationalstolz. Tiefverwurzelte Religion. Wilde Ruhe. Fortschritt. Gut zu vereinbarende Gegensätzlichkeit.
Es wird dir gefallen. I'm pretty sure of that.
geschrieben von: Carcas999
One last thing before I shuffle off the planet - I will be the one to make you crawl
Ich habe eigentlich immer hier geschrieben. Nicht seit ich denken kann, auch nicht seit ich schreiben kann, aber ganz sicher seit all mein Herzblut hinter meinen Worten steht. Denn hier waren immer ein paar wenige die verstanden, was ich sagen wollte, die wussten, dass all dies mehr bedeutet als nur das geschriebene Wort. Hier war immer das beruhigende schwarz hinter mir. Ich fühle mich nicht mehr sicher. Weder hier und noch weniger anderswo. Ich fühle mich beobachtet, angegafft und ausgelacht. Die Worte werden stumm. Haltlos. Sie sagen nicht mehr was sie sagen wollen.
Someone call the ambulance... there's gonna be an accident
I'm coming up on infrared, there is no running that can hide you,
'Cause I can see in the dark
I'm coming up on infrared, forget your running, I will find you
(Placebo)
Vielleicht bin auch ich es, die bodenlos geworden ist. Dabei ist der Drang nach den richtigen Worten eher nur gewachsen, stürmisch. Pastellgewitter über mir, mit zornigen Krallen. Ich will die Farben zurück, mit denen ich Geschichten malen konnte.
Ich will hier raus. Mein eigen sein. Meinen eigenen Zeitenlauf bestimmen ohne warnendes Uhrenticken über mir. Etwas stimmt ganz und gar nicht und ich kann nicht sagen was. Die Wünsche sind leiser geworden, aber nicht weniger fordernd. Der Mandelbaum ist im Schnee versunken und die Blüten wurden vom ersten Sturm fortgeweht. Ich will nicht mehr erwachsen sein, es ist genug. Und ich habe die dumpfe Ahnung, es wird nicht besser. Gib mir zurück, was ich nicht hatte und entreisse mir, was ich niemals haben werde. Aber vergiss nicht. Niemals, nie. Vergessen ist un.verzeihlich. Manchmal möchte ich den ganzen verdammten Planeten in die Luft jagen. Ende, aus. ...Und an anderen Tagen reicht es schon in Frieden schlafen zu können. Halt mich. Halt mich und wir werden überleben.
geschrieben von: Sternenstaub
Hallo, amore mio.
Ja die gute alte Zeit hier, wo hier Freunde waren, die fast ohne Worte verstanden. Da waren Nebelpfade wirklich noch Pfade im Nebel, auf welchen man ruhig schreiten konnte, wild und frei. Aber vielleicht war es oft die Imagination. Und die Glorifizierung, mit der man oft einen coup d'oeil auf Vergangenes wirft. Vielleicht sind wir diesem Treiben hier "entwachsen,"
Die Freunde sind fortgezogen, aber sie sind noch da und das ist beruhigend. Und wer braucht das beruhigende Silberschwarz wirklich, wenn man ein Leben "dort draußen" hat, ein Studium, was stresst, aber auch guttut. Ich bin nun gerne "draußen." Und hierhin treibt mich nur noch 93.5 (das ist die Frequenz von Radio Nostalgie à Valenciennes.
Aber Du hättest auf Ludwigstein mitkommen sollen. Ich hätte gern mit Dir am Feuer gesessen und vielleicht hätten wir sogar geknutscht ;)
Und ja, Du darfst mich noch Sterni nennen, aber Du hast als Einzige das Privileg.
Deine nun bunte Freundin.
geschrieben von: Carcas999
Whatever words I say...
Nostalgia. Kleine Schwester einer großen Liebe. Ich bin froh dich zu haben. Euch. Hier und anderswo. Ganz in echt und lebendig. Die Worte haben zusammengeschweißt.
Whenever I'm alone with you
You make me feel like I am home again
Whenever I'm alone with you
You make me feel like I am whole again
(The Cure)
Ich höre alte Liebeslieder und wünsche mir das Gefühl zurück. Manche Dinge sind schnell vergessen, wenn man sie nicht jeden Tag um sich hat, mit sich trägt und fühlt. Aber eben doch nie ganz.
Das Gefühl des Fallens und Aufgefangen-werdens in den Armen des Anderen. Das unbändige Glück morgens die Augen aufschlagen zu können und jemanden neben sich zu sehen der beruhigend laut atmet. In jemandem versinken zu können ohne allzu schnell wieder auftauchen zu wollen. Teil von etwas Großem und Ganzem zu sein, dem Masterplan, was immer dieser sein mag.
Ich kann mich kaum erinnern, wie es war, ohne Gefühl, ganz ohne Liebe. Oder Hass. Oder Verzweiflung. Eigentlich habe ich mich immer von einem Chaos ins Nächste gestürzt, kraftvoll, haltlos und unvernünftig. Manches endet nie. Doch Halt habe ich nun. Mehr Kraft. Und wahrscheinlich auch mehr Unvernunft.
geschrieben von: Seelenfunke
ich mag deine art zu schreiben, und ich mag dich obwohl ich dir gar nicht kenne, richtig real, hier in den nachtwelten ziehen sich immer mehr menschen zurück,und nichts ist mehr so wie es mal war
geschrieben von: Carcas999
I know the reason why I am alive...
Let it be if we're nothing more than dreamers
Who believe that we see no wall between us
How can they be in my heart and in my mind
(Backstreet Boys)
Ich weiß nicht wie oft ich dieses Lied gehört habe. Damals, in diesem einen Sommer. Es war so wunderbar. Ich war elf. Und saß im Kofferraum eines alten Wagens, die Straßen war holprig und schmal. Die Backstreet Boys liefen, wir haben laut mitgesungen und ich war glücklich. Mehr nicht. Nicht weniger. Larger than life. Das Wasser war Azur und Opal. Abends Mitternachtsblau wie der Himmel. Sternenübersät. Wir haben im Kerzenschein gesessen und es roch nach Zitronengras. Ich habe in mein Tagebuch geschrieben, von braungebrannten Jungs, mit türkisem Stift. Sonnenblumenfelder am Hang und ein großer Feigenbaum hinter der schmalen Mauer. Die Grillen haben gezirpt, so laut. Irgendwann überhört man es einfach, wie hier das ewige Rauschen der nahen Autobahn. Wir lagen nebeneinander bei den knorrigen Olivenbäumen und haben Herzen in den Sand gemalt. Die Welt war riesig. In Kobalt und Goldgelb.
Breathing. under water. Es stürmt. Gewitter und Regen an der nachtschwarzen Scheibe. Die Welt ist kleiner geworden, dabei gibt es doch nicht weniger zu entdecken. Doch so vieles schon gesehen.
Herz. regiert die Welt. Lass es weiter herrschen. Fast zehn Jahre sind vergangen seitdem. Im Sommer werde ich zurückkehren. Und wieder Herzen in den Sand malen.
...and the world is so beautiful tonight
geschrieben von: Seelenfunke
ich vermisse
ganz stark
und wild
die Sehnsucht..
geschrieben von: Carcas999
Here's an empty kiss...
Sie sind jung. Gepierct und stylish. Sie haben wenig Geld und sie scheissen drauf. Ihnen gehören nicht nur alle Blicke, sondern auch die ganze Stadt. Das volle Lebensprogramm zwischen leeren Bierdosen und sonnenbeschienenen Treppen.
Ihre Herzen haben sie grell an kalte Mauern gesprayt. Sie halten sich fest an ihren Zigaretten, weil es sonst nichts gibt was auffängt. Alles fällt. Und du bist so weit fort. Sie sitzen an Bahnhöfen. Spielen mit Hunden und haben wild-bunte Haare. Sie sind überzeugt, ohne zu wissen wovon, und vor allem überzeugt dagegen. Gegen Spießer, gegen Kapitalismus, gegen Anzugträger, gegen saubere Kleidung und Kaffee aus Tassen. Sie sagen was sie denken und sie denken nicht viel. Und spiegeln damit den Geist ihrer Generation wider.
Aber es ist kein Krieg, sondern Sehnsucht.
(Dirk Bernemann)
Menschen zerbrechen am Gegenüber, und zuletzt an sich selbst. An was auch sonst? Vergessen ist immer nur temporär, dann wenn wir im Rausch unserer kleinen Welt abgelenkt sind. Nur Menschlichkeit, verzweifelte.
Was zählt ist die Schönheit über allem. Das Glänzen der Pupillen und der Erhalt einer Welt. Feuerwerk in den Augen. Ohne Tod keine Auferstehung. Ohne Niedergang keine Erneuerung. Sie wollen den Kreislauf anhalten, umkehren, mit ihrer ewigen Rastlosigkeit. Doch der Rausch verschnellert den Untergang, um ein Vielfaches.
Live fast - die young. Motto der Zweifler, der unaufhaltsam Entrückten. Emotionsextremismus, wir sind nur oben wenn wir unten sind. Nebelflut und Sonnenschwaden. In Sorgen ertrunkene Freiheit.
Hinaus. Küsse symbolisieren Verzweiflung. Kein leises Leben, es gibt weder Frieden noch Ruhe in mir. Und schon gar keine Stummtaste.
Bis es brennt. Ein Knacken geht durch den heißen Asphalt und rüttelt an schläfrigen Seelen. Nicht immer ist Aufwachen gut. Bleib lieber im Krieg. Und in der Sehnsucht, der wunderschönen Verzweiflung. So bunt.
geschrieben von: Carcas999
I won't leave you falling if the moment ever comes...
Manchmal möchte ich mich umdrehen. Schauen, was hinter mir ist. Ich wühle in alten Tagebüchern und lese vergilbte Briefe. Ich suche nach Bildern, die es längst nicht mehr gibt und frage mich, was ich zu finden hoffe. Es gibt nichts zu finden, merke ich, wenn ich nach hinten blicke. Nur Vergangenheit und ein paar ungeweinte Tränen, ungeschichte Liebesbriefe. Die Realität verschwimmt mit der Zeit und alles verklärt sich einheitlich.
Hopelessly...Vorne verschwimmt die Zukunft ebenso. Mein Langzeitplan reicht vielleicht für vier Jahre, mehr oder weniger. Danach ist alles eher dunkel verwaschen. Ich weiß wie es sich anfühlen soll, aber nur ungefähr was ich möchte und noch weniger wie ich es bewerkstelligen werde. Es fehlt an Weitsicht. Ich bin Träumer, nur partiell realistisch. Eigentlich macht das nichts, ich mag es spontan sein zu können, manchmal weiß ich nicht mal, was die nächste Woche bringt. Es ist gut, im Jetzt zu sein. Und nur beizeiten ins Gestern oder Morgen zu rutschen. Es lässt mich genießen was ich habe. Planlos hoffnungsvoll.
~
Würd gern mit dir die Erde fühlen
Und mit Rosenblättern blutrot färben
Und mit dir allein in den Garten wandeln gehn
Bevor die Sommerblüten sterben
Meine Sehnsucht liegt auf See, irgendwie vom Ufer fortgeschwemmt und momentan unerreichbar. Im Sommer werde ich eine Flaschenpost ins blaue Meer im Süden werfen und darauf hoffen, dass sie ihren Bestimmungsort erreicht. Natürlich wird sie das nicht. Ein weiterer Liebesbrief, der seinen Empfänger nie erreicht. Aber vielleicht findet einfach irgendjemand sie und lächelt. Das reicht doch schon. Eines Tages werde ich ein Schiff kapern, mit großen weißen Segeln und ihm einen eigenen Namen geben. Mit dem Südwind der Sehnsucht hinterher segeln. Sehen wer schneller ist. Leise summend. Ich weiß schon, welche Lieder in meinem Kopf abgespielt werden. Etwas wird dort sein. Hinter dem nächsten Regenbogen, im weiten Ozean. Weiter als meine kleine Seele.
Ich werde fortlaufen und nach etwas suchen, dass es nicht gibt. Weglaufen vor mir und den Erinnerungen. Und hoffentlich etwas finden, dass größer ist. Schöner. Höher und Tiefer...
Lass mich nur nicht allein. Du gibst Kraft, wenn auch verzweifelte. Kraft bleibt Kraft. Immer und immer wieder.
Du bist so wunderschön und ich kann kaum
Ertragen wenn Du weinst
Und es kann niemals eine Macht auf dieser Welt
So stark wie diese Liebe sein
(ASP)
...I won't leave you falling but the moment never comes
geschrieben von: Carcas999
...I wanna see the sun blotted out from the sky
Mir ist übel. Die Mohnsamen wehen leise und schwarz über meine Haut und bohren sich in meine Augen, eine nach der anderen. Bis die Pupille sich gänzlich schwarz verfärbt. Wahn unsichtbar dahinter.
Ich würde gern den rotbrennenden Abendhimmel packen wie ein altes Tuch und das ganze Übel der Welt hineinkotzen. Das der Himmel aufhört zu brennen und zum bröckchenverschmierten Einheitsgrau zurückkehrt. Ich habe eine solche Wut im Bauch, dass meine Hände zittern. Du hast mir nicht nur fein säuberlich die Zunge abgetrennt, sondern vernebelst nun auch meinen Blick. Die Sterne haben aufgehört zu singen und zwei Finger graben sich ins Fleisch meiner Wangen wie Vogelkrallen. Du schaust zu und deine weißen gefletschten Zähne bohren sich tief in meine Lippen, blutverschmiert nach kürzester Zeit. Die Antworten auf ungestellte Fragen brüllst du mir entgegen, bis sie in meinen Ohren echogleich nachklingen. Du verfluchter Raubtiermensch.
Die Bücher liegen unachtsam auf einem Haufen am Boden, Blätter rausgerissen und mit roter Farbe besudelt. Du packst ein Streichholz. Bücherverbrennung feinster Art und ich kann dich nicht einmal daran hindern. Zunge fort, Hände auf den Rücken gedreht. Mit den gedruckten Worten auf dem Papier verschwinden auch die in meinem Kopf. Leerelos. Nur noch rote rote Wut. Bebend. Ich weine schwarze Mohntränen, kleine dunkle Perlen die sich zum Feuer hin schlängeln und in grüne Flammen aufgehen. Verräter. Du schaust mich an mit deinen leeren Raubtieraugen, grinsend. Magensäure brodelt mir in der Speiseröhre hoch und ich schaue zu wie sich das Feuer durch die zerfledderten Bücherrücken frisst.
Soma ist zurück aus ihrem kleinen Kämmerlein mit der roten Tür und richtet wieder Unheil an, sie kann nicht anders. Schwarz. Das Feuer kommt auch züngelnd und funkensprühend aus Somas strähnigem Haar. Es sind ihre kalten farblosen Finger auf meiner Haut. Ich wünsche mir den Regen herbei und ein schnelles Ende. Mir ist übel.
I look inside myself and see my heart is black
I see my red door and it has been painted black
Maybe then I'll fade away and not have to face the facts
It's not easy facin' up when your whole world is black
(Rolling Stones)
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