[Klassiker] - German Gothic Board

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Klassiker

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geschrieben von: Ulrike

...allenthalben hört man von ihnen, aber keiner wagt sich wirklich ran: die berühmt - berüchtigten Klassiker deutscher und internationaler Literatur.
Ich selbst habe mich gerade mit ca. 3000 Seiten ebenjener Sparte eingedeckt und wollte nun mal die Frage aufwerfen, warum eigentlich viele Leser zurückschrecken, wenn sie hören, ein Werk sei ein Klassiker. Habe das schon oft, z.B. bei Freunden oder in Buchhandlungen erlebt und fand es immer höchst verwunderlich.
Kennt jemand z.B. "Der Mann ohne Eigenschaften" von Robert Musil, oder auch "Die Verwirrungen des Zöglings Törleß" von Selbigem? Die Leute schauen einen immer an als habe man Lepra oder sonst was ansteckendes, wenn man irgendwie einfließen lässt, dass man so was liest.
Kann es sein, dass viele von dem, was sie in der Schule lesen mussten, grundlegend abgeschreckt wurden und daher in ihre individuelle Auswahl alles, was als Schullektüre in Betracht kommen könnte, nicht mehr aufnehmen?

Ich weiß, eine besonders "düstere" Fragestellung ist das hier nicht, aber mich interessieren einfach mal verschiedene Meinungen zum Thema...;)



geschrieben von: Menedemos

Ich würde sagen, hinter solchen Reaktionen steckt eine gehörige Portion latenten Respekts, wenn jemand so was liest. Aber wie die Menschen halt so sind, verschleiern sie ihre Ehrfurcht oft durch abwertende Reaktionen... :mad:
Ich zumindest bewundere jeden, der den Mann ohne Eigenschaften liest. Selber habe ich mir das nämlich noch nicht einmal vorgenommen, geschweige denn umgesetzt... ;)



geschrieben von: Blackadder

Ich liebe Klassiker jedweder Form ebenso wie moderne Literatur....ich glaube aber auch, die Klassiker werden heute vielen durch die Schule vermiest....diese ganze Interpretertiererei in festen Normen ist nunmal für viele nicht unbedingt dazu geeignet, sich auf klassische Literatur einzulassen....und einmal vermiest, kann man es dann gar nicht mehr leiden....daher wäre hier bestimmt eine Menge zu arbeiten....meiner Erfahrung nach gibt es durchaus Möglichkeiten, Werke zu analysieren und trotzdem Spass daran zu vermitteln, wenn man das ganze nicht so unglaublich trocken macht.

Beste Wünsche,

BLACKADDER



geschrieben von: kelaino

*wink*

ich denke oftmals ist es auch die sprache, die abschreckend wirkt, weil sie anstrengend zu lesen ist. man kann bestimmte "klassiker" oft nicht in einem rutsch durchlesen, vor allem wenn sie älter als ca. 150 jahre sind. damals besaß die sprache oft noch andere formulierungen, ausdrucksweisen... auch klassische tragödien/komödien wirken oft steif, weil sie meistens in reimform sind. das strengt sehr an, sie "flüssig" zu lesen. oder manche werke, wie etwa "faust II", sind so verworren und "bilderreich", das man quasi nach ein paar zeilen anhalten muß, eventuell noch einmal nachlesen, weil man die hälfte wieder vergessen hat... und dann einsortieren, die einzelheit verstehen...

auch hatte sprache früher mehr informationen... es wurde oftmals nicht so viel "um den heißen brei" geredet wie es heute so oft der fall ist... dingen waren konkreter und manchmal auch kunstvoller ausgedrückt...
also wieder ein faktor, der den kopf mehr anstrengt...

zusäzlich empfinden viele die themen der "klassiker" oft langweilig... weil einfach der zugang fehlt, die zeiten sich sehr geändert haben... eine existenz ist nicht wegen eines unehelichen kindes oder schulden ruiniert, z.b. ... oder wer kennt sich schon mit mythologie aus... adelshierachien?

aber das alles ist meiner meinung nach auch kein grund, um sich nicht an "klassiker" heranzuwagen...

man sollte es sich vielleicht einfach mal als herausforderung setzen... den eigenen kopf mal aus dem standby-modus holen...
sich nicht immer mit action etc. umlullen lassen...

dann kann man sie vielleicht sehr lieb gewinnen ;)

tip: goehte's "wahlverwandschaften"... für manche ödland pur, für mich ein buch, in dem so viel wahrheiten stecken, das es erschreckend und faszinierend ist.

kel



geschrieben von: Ulrike

@ kelaino: danke für deinen Beintrag...ja, ich habe oft auch den Eindruck, dass viele MEnschen den Inhalt von Klassikern für nicht mehr zeitgemäß ansehen und deshalb keine Notwenidigkeit zur Lektüre finden.
Aber gerade darin liegt in meiner Auffassung der Fehlschluss, denn wäre der Inhalt von Klassikern tatsächlich nicht mehr zeitgemäß, warum haben die Werke dann jenen Status erreichen können, in dem jeder in Ehrfurcht von ihnen und dem Autor spricht? Genau weil die Inhalte so zeitlos sind, dass sie eben trotz der etwas eigentümlichen Sprache und merkwürdiger Handlung trotzdem eine Essenz, eine Aussage transportieren, an der wir heute ebenso lernen können wie die Menschen vor 200 Jahren.
Es sind doch meist die wirklich großen Themen, die in Klassikern diskutiert werden, und an die sich irgendwelche hemdsärmeligen Popliteraten oder Kritikermörder mit eines derartigen Unsensibilität bzw. Stümperhaftigkeit heranmachen, dass man sich nur noch abwenden und weinen möchte.

@ Menedemos: das mit dem "Mann ohne Eigenschaften" bin ich. Ich lese das grade, und zwar mit einem solchen Vergnügen, dass mich wahrscheinlich jeder für verrückt erklären würde. Ich bin begeistert, wie der Autor es schafft, eine an sich einfache Handlung durch allgemeine Betrachtungen zum Leben, zur Religion, zum Staatswesen etc. ungemein aufzubauen und an Vileschichtigkeit zu gewinnen, indem er verschiedene Personen diese Betrachtungen machen lässt. Auch bewundere ich die teilweise seitenlangen inneren Monologe, versetzt mit fast schon sentenzhaften Erkenntnissen...oh man, ich mekre schon, ich komm wieder ins Schwärmen...na ja.

Kennt jemand, bzw. hat es tatsächlich gelesen, "Die Brüder Karamasow" oder "Schuld und SÜhne" (neuere Übersetzungen nennen es "Verbrechen und Strafe"...interessanter neuer Untertron, finde ich...Schuld und Sühne klingt meiner Meinung nach viel umfassender...) von F. Dostojewskij?! Das sind nämlich Werke, bei denen ich nach einer Weile unter Tränen kapitulieren musste, und ich warte bis heute auf ausreichend Zeit und Muße, um einen Neuanfang zu wagen...



geschrieben von: Menedemos

@ Ulrike

Ich habe von "Die Brüder Karamasow" nur den berühmten Auszug "Der Großinquisitor" gelesen, der mich sehr beeindruckt hat. Aber deinen Worten zufolge ist ja das ganze Buch sehr lesenwert. Werde ich mir für die Zukunft mal vornehmen. Mir gefällt Dostojewski ohnehin sehr gut, obwohl ich bisher nur "Aufzeichnungen aus dem Kellerloch" ganz gelesen habe. Wenn ich nur an den furiosen Anfang denke:

"Ich bin ein kranker Mensch... Ich bin ein böser Mensch. Ein abstoßender Mensch bin ich. Ich glaube, meine Leber ist krank. Übrigens habe ich keinen blassen Dunst von meiner Krankheit und weiß gar nicht mit Sicherheit, was an mir krank ist...u.s.w."

Ah, so was gefällt dem Menedemos... :)



geschrieben von: TobeMental

Einen besonderen Klassiker ist "1984" von George Orwell. Er hat nicht nur die Belletristik neu definiert, sondern ebenso die englische Literatur. Ein wahrer Roman über eine Staatsutopia, wie sie bisher nur von Aldous Huxley versucht wurde. Orwell verflechtete die Geschichte um die "Gedankenverbrecher" Winston Smith und Julia zu einem tiefgreifenden Erlebnis. In díesem Roman wird zudem analog verdeutlicht, wie sehr die Politik ein Kreislauf aus Intrigen und verführerischer Rhetorik sein kann.

Zwar mag 1984 nicht besonders leserfreundlich sein, doch wenn man überhaupt etwas mit dieser Thematik anfangen kann, so wird einem etliches bewusst. Wir sind alle gleich wertlos...



geschrieben von: seelenmord

Unter dem Begriff "Klassiker" fallen mir zuerst "Die Elenden" und "Der Schimmelreiter" ein. Beides Bücher, die ich persönlich nur mit der nötigen Konzentration gelesen habe, da der Schreibstil gewöhnungsbedürftig ist (was wie weiter oben schon festgestellt wurde mit dem damaligen Zeitalter zusammenhängt).
Dennoch fand' ich beide Bücher lesenswert.

Ein 'Klassiker' aus Schulzeiten waren für mich "Die Abenteuer des Werner Holt" [auch wenn der jetzt chronologisch wohl nicht ganz zum Thread paßt].

seelenmord



geschrieben von: Ulrike

@ TobeMental: jep, 1984 ist ein prägendes und bedeutsames Werk, ohne Frage. Ich hab es mehrmals gelesen und bin immer wieder entsetzt, in welcher Bandbreite sich Orwells Utopien teilweise verwirlicht haben und wie transparent man als Einzelner geworden ist...traurige Zeiten, aber wahr. Viele Freiheiten udn Vorteile ziehen wohl leider immer eine noch größere Menge an Einschränkungen und Grenzen mit sich...:confused:

@ seelenmord: worum geht's in diesem "Die Abenteuer des Werner Holt"? Hab ich noch nie gehört...



geschrieben von: seelenmord

@Ulrike

Wie gesagt paßt nicht unbedingt in diesen Thread [war nur zu meinen Schulzeiten ein "Klassiker"]. Hier findest Du aber mehr über das Buch: http://www.amazon.de/exec/obidos/AS...8876217-6812543

Grüße

seelenmord



geschrieben von: Nightingale

Heinrich Böll und Günter Grass halte ich persoenlich fuer sehr empfehlenswert.
Ich habe noch nie Buecher gelesen, die mich mehr gefesselt haben.



geschrieben von: seelenmord

@Nightingale

Hast Du "Ein weites Feld" von Grass gelesen? Ein Buch mit dem ich nicht klar gekommen bin und welches ich nicht zu Ende gelesen habe [was bei mir faktisch nicht vorkommt] ...

Grüße

seelenmord



geschrieben von: TheTurningPoint

Zitat:
Original geschrieben von TobeMental
Einen besonderen Klassiker ist "1984" von George Orwell. Er hat nicht nur die Belletristik neu definiert, sondern ebenso die englische Literatur. Ein wahrer Roman über eine Staatsutopia, wie sie bisher nur von Aldous Huxley versucht wurde.
Da hast du aber ungerechterweise den Klassiker "WIR" von Jewgenij Samjatin (1920) vergessen, der Vorbild für Orwells Roman war ( http://www.amazon.de/exec/obidos/ASIN/3462016075 ).
Aber was das Thema Informations-Manipulation durch Veränderung der Sprache und ständigen Wechsel der Bezugspunkte betrifft, ist die Meisterschaft Orwells unbestritten.

TP



geschrieben von: dornrose

ich würd's zwar nicht zu DEN klassikern zählen, aber wenn hier schon von günter grass gesprochen wird, empfehle ich unbedingt "das treffen in telgte" ...aber vorher mal bei den barocklyrikern vorbeischauen, sonst machts nur halb so viel spass :)

rose



geschrieben von: Ulrike

@ dornrose: Barocklyriker...auf wen spielst du an? Gryphius? (Der Albtraum eines jeden Schülers, glaube ich, auch wenn ich den Kontrast zwischen Sein und Vergehen, überhaut due Dialektik aller Barockwerke immer schon gerne bearbeitet habe...)



geschrieben von: dornrose

Zitat:
Original geschrieben von Ulrike
@ dornrose: Barocklyriker...auf wen spielst du an? Gryphius? (Der Albtraum eines jeden Schülers, glaube ich, auch wenn ich den Kontrast zwischen Sein und Vergehen, überhaut due Dialektik aller Barockwerke immer schon gerne bearbeitet habe...)


ja, leider ein alptraum... oft. schade eigentlich.
ja, gryphius, wie auch martin opitz und andere . achja, ich vergaß zu erwähnen, dass daneben auch die gruppe 47 eine "gewisse rolle" spielt.

offtopic :)
barocklyrik...john donne ist in der beziehung mein absoluter favorit.



geschrieben von: starfish

ich halte mich im allgemeinen von "klassikern" sowohl literarischer als auch musikalischer natur fern, weil mir dieser "antimoderne gestus" nicht zusagt. überdies sind die "klassiker" meist ebensolche, weil sie vom spießigen bildungsbürgertum zu solchen erkoren wurden.

das heißt nicht, daß ich nicht ab und an mal was in die hand oder ans ohr nehme, was zu den klassikern zählt, aber einen hochkulturbonus hat das gerümpel bei mir nicht. im gegenteil, das muß schon extragut sein, damit ichs durchgehen lasse.



geschrieben von: TheTurningPoint

Zitat:
Original geschrieben von starfish
ich halte mich im allgemeinen von "klassikern" sowohl literarischer als auch musikalischer natur fern, weil mir dieser "antimoderne gestus" nicht zusagt. überdies sind die "klassiker" meist ebensolche, weil sie vom spießigen bildungsbürgertum zu solchen erkoren wurden.
Wenn du mit "antimodern" meinst "im Gestern verhaftet", dann ist bei den meisten dieser Werke genau das Gegenteil der Fall: Sie waren bei ihrer Entstehung auf der Höhe der Zeit oder sogar der Zeit weit voraus. Im Unterschied zu den Mode-Werken haben sich aber auch die späteren Generationen darin wiedergefunden. Die in solchen Werken vermittelten Erkenntnisse und Erfahrungen sind sozusagen zeitlos, also "klassisch". Die altersbedingt "altmodische" Form macht gewiß den Zugang zu solchen Werken schwieriger. Aber wer selbst in Situationen war, die denen ähnlich sind, die zur Entstehung eines solchen Werkes führten, kann daraus viel Mut, Kraft, Zuversicht usw. gewinnen. Es sei denn, er "hält sich davon fern".
Ich denke, da wird in der Schule viel kaputt gemacht, wenn die Schüler mit Werken konfrontiert werden, zu deren Zugang ihnen die nötige Lebenserfahrung noch fehlt - da müßte viel feinfühliger herangegangen werden.
Zitat:
das heißt nicht, daß ich nicht ab und an mal was in die hand oder ans ohr nehme, was zu den klassikern zählt, aber einen hochkulturbonus hat das gerümpel bei mir nicht. im gegenteil, das muß schon extragut sein, damit ichs durchgehen lasse.
Ich "konsumiere" auch nicht ständig klassische Werke. Aber ich weiß, daß ich sie in Situationen nutzen kann, wo das andere "Gerümpel" nicht mehr weiterhilft.

TP



geschrieben von: Ulrike

Ich glaube auch, dass es gerade die überraschende Zeitlosigkeit ist, die Bücher zu Klassikern macht. Wenn ein Thomas Mann eine Familiensaga schreibt, die sich halndungsmäßig vor hudertfünfzig Jahren abspielt, so sind doch die Gefühlskonflikte, die einengenden Konventionen, die Probleme und die Freuden der Figuren heute noch nachzuvollziehen und oft gar gleich geblieben. Das ist der Punkt, der ein Werk für mich zum Klassiker macht. Nimm z.B. "Faust": der innere Konflikt , der Faust aufwühlt und ihn das ganze Stück hindurch umtreibt, ist einer, den jeder kennt und an dem, behapte ich mal, Generationen leiden und gelitten haben: Streben nach Unerreichbarem, das Gefühl zwei seelen in einer Brust zu haben, die Dialektik des Seins. So was wird einfach nicht unaktuell...
Trotzdem stimme ich dir zu, starfish, wenn du sagst, vieles werde einfach nur zum Klassiker hochstilisiert um mehr abnehmer zu finden oder um merchandise für einen Autor zu betreiben, oder um irgendwelchen konservativen Kreisen die Hand zu reichen. Siehe aktuelle Beispiele Hermann Hesse und Martin Walser...



geschrieben von: Sternenstaub

Goethes "Faust 1" forever!



geschrieben von: Nys

@Sternenstaub: Vic? Wenn ja, sag ich mal herzlich Hallo! Hab den Weg auch hierher gefunden...
Ach ja, Faust 1, auf jeden Fall. Ich bin ja, was die Thematik betrifft "Werther"-Fan. Denn diese Problematik ist auch zeitlos... Könnte mich auch gerade umbringen... (Quatsch, nur Spaß)
Liebe Grüße, Kiki



geschrieben von: Amureija

Klassiker (für mich) ... das heißt, Bücher, die man gelesen haben muß (naja, man muß gar nix, außer sterben):

Deutsche Klassiker:

Bert Brecht (alles)
Heinrich Böll (Ansichten eines Clowns)
Alfred Döblin (Berlin Alexanderplatz)
Friedrich Dürenmatt
Theodor Fontane (Effi Briest)
Max Frisch (Homo Faber)
Johann Wolfgang Goethe (alles :) , besonders Iphigenie, Werther, Faust II)
Günther Grass (die Blechtrommel)
Gerhard Hauptmann (Bahnwärter Thiel)
Friedrich Hebbel
Heinrich Heine (Deutschland-Ein Wintermärchen)
Hermann Hesse (Siddhartha)
E.T.A. Hoffmann
Franz Kafka (das Schloß)
Erich Kästern (als ich ein kleiner Junge war)
Gottfried Keller
Gotthold Ephraim Lessing (Nathan der Weise)
Thomas Mann (alles)
Christian Morgenstern
Friedrich Nietzsche (Also sprach Zarathustra)
Anna Seghers (das siebte Kreuz)
Friedrich Schiller (Kabale und Liebe, die Räuber)
Theodor Storm (der Schimmelreiter)

Klassiker im Philosophiebereich:

Dann einige Philosophen: Sokrates, Platon, Aristoteles, Thomas von Aquino, Francis Bacon, Descartes, Spinoza, Leibniz, Locke, Berkeley, Hume, Rousseau, Kant, Hegel, Byron, Schopenhauer, Nietzsche, Karl Marx, Dewey, Dilthey, Jung, Cassirer

Walther Benjamin, Siegfried Kracauer (als Sozialwissenschatler und mehr)

Wenn man weiter in die Welt geht, kommt man zu Shakespeare; Jean Anouilh, Tschingis Aitmatov, Honoré Balzac, Giovanni Boccacio (das Dekameron), Georg Büchner (Woyzeck), Charles Dickens (David Copperfield), Alexander Dumas, Ernest Hemingway (Der alte Mann und das Meer), Viktor Hugo (Die Elenden), Hendrik Ibsen (Peer Gynt), Ephraim Kishon, Milan Kundera, Stanislaw Lem, Arthur Miller, Molière, George Orwell, Edgar Allan Poe, Erich-Maria Remarque, Antoine de Saint-Exupéry, Bernhard Shaw, Marc Twain, Jules Verne, Oskar Wilde und noch viele viele mehr.

Diese Liste soll nicht vollständig sein, sondern nur zeigen, was ich unter Klassikern verstehe ... alle genannten Autoren waren innovativ und haben ein oder mehrere Werke geschaffen, die Aufsehen erregten, gerade weil sie ihrer Zeit vorraus waren.



geschrieben von: seelenmord

@Amureija

Haste die auch wirklich alle gelesen? ;)

>Friedrich Dürenmatt

Kenne eigentlich nur die Physiker vom ihm, weitere Empfehlungen?

>Theodor Fontane (Effi Briest)

*nickt zustimmend, auch wenn mir das Buch teilweise etwas zu langatmig geschrieben war ...

>Gotthold Ephraim Lessing (Nathan der Weise)

wirkte für mich ein wenig angestaubt, ist aber auch schon länger her, daß ich ihn gelesen habe :)

>Anna Seghers (das siebte Kreuz)

Hmm, das Du das Buch unter die Klassiker reihst?! Ich weiß nicht, ich finde es in dem Genre eher mittelmäßig ...

>Theodor Storm (der Schimmelreiter)

Auf jeden Fall!

>Viktor Hugo (Die Elenden)

Auch das m.E. ein echter Klassiker, aber man braucht m.E. viel Ruhe um das Buch beim Lesen wirken zu lassen ...

>Erich-Maria Remarque,

Hmmm, ein Klassiker?!, na ich weiß nicht, hab' bis auf ein Buch alle "großen" Veröffentlichungen von ihm gelesen ... Er schreibt fesselnd und bewegend, aber ein Klassiker, ich weiß nicht ...

>Antoine de Saint-Exupéry

Mehr als "Der kleine Prinz" empfehlenswert?

Mir ist noch ein Buch eingefallen was ich bisher in der 'Aufzählung' vermißt habe: "Anderson Nexö - Ditte Menschenkind" -> lesenswert!

DLG, sm



geschrieben von: Amureija

Nein, gelesen hab ich nicht ALLE, aber nen Großteil ;)

Friedrich Dürrenmatt ... da kann ich dir noch "Der Besuch der alten Dame empfehlen" ... naja und seine Krimis *gg*

Nathan der Weise ist gerade jetzt wieder superaktuell (meiner Meinung nach)

Anna Seghers "Das siebte Kreuz" hat mich unheimlich gefesselt, außerdem halte ich es für ein Klassiker!

Erich Maria Remarques "Im Westen Nix Neues" ist für mich ein Klassiker (hab ihn vergessen dazuzuschreiben)

Mehr als "Der kleine Prinz" hab ich nicht von Exupery gelesen ... aber auch für mich ein Klassiker.

Ich habe in meiner Aufzählung teilweise einzelne Bücher reingenommen (als Klassiker), aber auch die Autoren, die mehr als ein gutes Buch geschrieben haben z.B. Goethe usw.



geschrieben von: seelenmord

Salut,

Zitat:
Nein, gelesen hab ich nicht ALLE, aber nen Großteil


und was machst Du sonst den ganzen Tag ;)

Noch ein kurzer Nachtrag: "Das siebente Kreuz" ist vom Schreibstil und Inhalt für in die Kategorie von Büchern wie "Nackt unter Wölfen" (Bruno Apitz) oder "Colin" (Stefan Heym) einzuordnen ...

Bzgl. Remarque's "Im Westen nichts Neues" muß ich sagen, daß ich das Buch in einem Ritt durchgelesen habe und vom Schreibstil das Buch sicherlich nicht zu den "gewöhnlichen" Klassikern gehört ... Mein Geheimfavorit von Remarque ist aber "Der schwarze Obelisk" - ein Ausnahmebuch von ihm!

Wie hieß eigentlich das Buch von Nietzsche, wo er über das Über-Ich und Unter-Ich usw. philosophiert hatte?

DLG, sm



geschrieben von: Nys

Zitat:
Original geschrieben von seelenmord


Wie hieß eigentlich das Buch von Nietzsche, wo er über das Über-Ich und Unter-Ich usw. philosophiert hatte?




...kann es sein, dass Du S. Freud meinst? Der spricht nämlich über "Über-Ich" usw... ist aber ein Psychologe *g*

Ah... *erleuchtung empfangen* Du meinst wahrscheinlich "Der Übermensch" von Nietzsche, oder? Das ist aber harter Tobak...



geschrieben von: seelenmord

Zitat:
...kann es sein, dass Du S. Freud meinst? Der spricht nämlich über "Über-Ich" usw... ist aber ein Psychologe *g*

Ah... *erleuchtung empfangen* Du meinst wahrscheinlich "Der Übermensch" von Nietzsche, oder?


@Nys

Nein, ich hab' da was verwechselt, S. Freud iss vollkommen richtig, weißt Du auch in welcher Publikation die verschiedenen "Ich"'s erläutert?

DLG, sm



geschrieben von: Nys

Hi, SM ;)

Naja, es gibt da die gesammelten Werke von Freud... die Beschreibung der "Ich's" ist ja sein Hauptmodell innerhalb der Psychoanalyse, die er ja begründet hat, wie Du sicherlich weißt :)

Ich würde Dir die Gesammelten Werke empfehlen, da ist eigentlich alles Wichtige drin, was der gute Freud beschrieben hat. Speziell sind das die Kapitel über "Das Ich und das Es" , Bd 13, und "Massenpsychologie und Ich-Analyse", ebd.
... aber grundsätzlich sind seine gesamten Abhandlungen über die Psychoanalyse lesenswert... (hab aber auch nur Auszüge daraus gelesen :))
Wenn Du weitere Infos willst, steh ich Dir gerne zur Verfügung :)
LG Nys



geschrieben von: Amureija

Zitat:
Original geschrieben von seelenmord
Mein Geheimfavorit von Remarque ist aber "Der schwarze Obelisk" - ein Ausnahmebuch von ihm!



Na, da muss ich das bei Gelegenheit mal lesen :D

Danke für den Tipp!
Jetzt noch ein Lesetipp für dich *gg*: Kurt Vonnegut - Slaughterhouse Five
Infos



geschrieben von: Amureija

Und ähm ... ich lese in letzter Zeit leider viel zu wenig, aber in der 11ten-12ten Klasse hab ich Bücher regelrecht verschlungen ... jetzt muss ich leider zuviel studienbezogen lesen, da bleibt nicht viel Zeit für das "Vergnügen" eines Klassikers :D



geschrieben von: seelenmord

@Nys

Zitat:
... aber grundsätzlich sind seine gesamten Abhandlungen über die Psychoanalyse lesenswert... (hab aber auch nur Auszüge daraus gelesen )


Da haste schon mehr gelesen als ich ;) Danke für die Infos!

@Amureija

Erwarte aber nicht ein Buch im Stil von "Im Westen Nichts Neues". Es hat zwar Tiefgang, aber der ist anders ausgedrückt!
Danke für den Tipp, im Moment habe ich aber noch ein paar angefangene Sachen und die Diplomarbeit deckt mich auch mit Unmengen an Fachliteratur zu. Auch bei mir war es zu Beginn des Studiums schwieriger den Lesedurst zu befriedigen, aber ich denke es ist wichtig auch was anderes zu lesen als den 'Fachkram'

DLG, sm



geschrieben von: daeva

ich finde sogenannte klassiker teilweise auch sehr interessant zu lesen. leider kenne ich durch mein studium halt mehr die klassiker der englischen literatur. bei den deutschen o. französischen o.ä. (da gabs ja noch die alten griechen und so;)) kenn ich mich leider nicht so aus. aber ich werd mir die liste von amureija mal zu herzen nehmen.

und wie schon zu anfang des themas einige sagten, sind einem viele werke durch die schule miese gemacht worden. oder eben die sprache ist sehr schwierig. zb finde ich es fast unmöglich für mich, werke in gedichtfrom zu lesen. das liest sich meist nicht sehr flüssig:(



geschrieben von: Tumulus

@ Ulrike, Menedemos:
"Die Brüder Karamasov" hab ich gelesen, (wir können uns gern mal drüber unterhalten, wenn einer Bock hat) und bin überhaupt ein großer Fan russischer Literatur des 19. Jahrhunderts. Diese versteckte Ironie ist einfach unschlagbar.
Mein Favorit von Dostojewski ist allerdings "Der Idiot".
Ansonsten muß man unbedingt "Die Toten Seelen" von Gogol kennen und "Ein Held unserer Zeit" von Lermontow.



geschrieben von: Nachtfee

Warum wird das Wort "Klassiker" eigentlich so oft mit Langeweile und schwerer Kost gleichgesetzt?!
Ich für meinen Teil lese z. B. auch Kafka, obwohl ich ihn bis zur Genüge in der Schule durchgenommen habe.
Oder auch Hesse.
Orwell ist leicht und verständlich und trotzdem anspruchsvoll und auch romantische Sachen, also etwas ganz anderes, wie z. B. Charlotte Brontes "Jane Eyre" oder Emily Brontes "Sturmhöhe" fand ich nicht abschreckend.
Ich kann jedes einzelne dieser Bücher nur weiterempfehlen und noch eine Menge mehr!



geschrieben von: seuchenherr

Hallo

Auch ich lese gerne Klassische Literatur! Robert Mausil Der Mann ohne Eigenschaften z.B. ist wirklich klasse!Ich habe mir auch schon Gedanken darüber gemacht was die Leute abschrecken könnte bin aber zu keinem Ergebniss gekommen.
Meine Lieblingswerke stammen von Goethe, Schiller, Kant
ich finde besonders Kants Kritiken gut.





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