Dieser Garten besteht einzig auf Kurzgeschichten. Für meine Gedichte hab ich den Garten "Meine dunklen Gedanken" veröffentlicht.
Würd mich über Text Kritik freuen.
Viel Spaß beim Lesen.
Abschied
Lass meine Hand nicht los! Bitte. Nein, sie kann es ihm nicht sagen. Sie sind jetzt schon so weit gekommen, haben das Ziel fast erreicht. Das kleine Häuschen im Wald ihre Zuflucht. Der Ort an dem man alleine sein kann, frei von der Welt. Er steht so still vor der Hütte , als würde er zweifeln. Tränen vermischen sich mit dem Kajal unter seinen Augen. Die letzten Tränen sollen es sein. Das Holz knackt unter ihren Füßen. Lass es uns vollenden flüstert eine kraftlose Stimme aus seinem Mund. Still gehen die beiden in ihr Häuschen. Ein Feuer brennt im Kamin. Die Wärme wirkt ironisch und kühl. Sie setzen sich. Noch eine letzte Zigarette. Ein letzter Kuss. Er holt eine Schachtel hervor. Auf eine bessere Zukunft - Ein lauter Knall. Rote Farbtupfer im kleinen Holzhäuschen. Seufzend sinkt er zu Boden. Der Lauf fühlt sich kalt an. Noch ein Knall. Nun ist es still - einzig das Knacken des Kamines ist noch hörbar. Davor liegen sie seelenruhig - er hält noch immer ihre Hand.
geschrieben von: Sepulcrum
Halb eins!
Selten war der Himmel so blau wie an diesem Tag. Staunend blickt er aus dem Fenster. Heute wird bestimmt ein toller Tag. Schnell zieht er sich an und geht runter zu seiner Mutter, doch niemand ist da. Seltsam, denn sonst war immer jemand da. Seine Mutter oder wenigstens sein Bruder. Selbst der Hund ist verschwunden. Ein komisches Gefühl läuft ihm über den Rücken. Es liegt auch keine Nachricht auf dem Tisch. Wo sind denn alle? Er blickt auf die Uhr - Halb eins. Eigentlich wollte er noch etwas essen. Er geht zum Kühlschrank und nimmt sich eine Kleinigkeit, holt sich noch ein bisschen Geld aus der Spardose und geht nach draussen. Es ist wirklich verdammt warm heute. Aber still ist es auch. Keine Autos fahren durch die Straßen, keine Kinder spielen. Seltsam. Er steigt auf sein Fahrrad und fährt los. Jeden Tag die selbe Strecke, 20 Minuten fahren um zu seinen Freunden zu kommen. Häuser ziehen vorbei, aber er erblickt keine Menschen. Allmählich macht er sich wirklich Sorgen. Von weitem sieht er schon die Wolken. Dunkle Wolken die gen Himmel steigen. Er tritt schneller in die Pedale und desto näher er kommt, desto mehr dringt dieser Geruch in seine Nase, ein fauler, modriger Geruch. Ein kleines Mädchen läuft ihm entgegen - er bremst. Sie stottert etwas in einer seltsamen Sprache während sie an ihm vorbei stolpert. Er fährt weiter. Immer mehr Kinder kommen ihm entgegen. Plötzlich wird es dunkel, ein schriller Lärm betäubt seine Ohren. Er merkt einen Schlag und fällt zu Boden. Seine Ohren schmerzen vor all dem Lärm und er hat Angst. Da kommt ein Wesen auf ihn zu . In der einen Hand eine Axt und in der anderen einen Kopf. Er erkennt sofort den Kopf seiner Mutter und schreit. Er schreit immer lauter als plötzlich ein Klingeln ertönt. Langsam öffnet er die Augen. Draussen ist ein strahlend blauer Himmel - Seine Mutter steht im Zimmer "Steh auf! Es ist schon halb eins!"
geschrieben von: Sepulcrum
Die letzten Tränen
Die Dämmerung dringt durch die Ritzen im Rolladen und langsam entweichen die schönen Bilder nächtlicher Träumereien. Widerwillig trennt er sich von seinen Träumen, wo er bei ihr war und mit ihr allein durch den Mondschein wanderte. Sanft lag sie in seinen Armen und die Zeit schien stillzustehen als sie sich küssten. Er schüttelt sich wach und raucht eine Zigarette. Draussen wird es hell und die Dunkelheit vergeht. Doch weiß er, dass er die Dunkelheit im Herzen durch den Tag tragen werde, wie jeden Tag. Nun noch Kleider anziehen, frühstücken und die hygienischen Morgenbeschäftigungen bewältigen. Alles verläuft automatisch, die Gedanken sind immernoch bei ihr. Traurig schüttelt er die Gedanken aus seinem Kopf, setzt sich in sein Auto und fährt zur Schule. Im CD-Player rotiert die neueste Nachtschwärmer CD. Die Musik spendet ihm die nötige Energie durch einen weiteren Tag zu kommen ohne zu verzweifeln. Binnen weniger Minuten ist er an der Schule, viel zu schnell. Die letzten Tränen werden weggewischt und traurig zieht seine Maske auf. Irgendwie wird es jeden Tag schwerer die Maske zu tragen und das Lächeln aufzusetzen. Heute ganz besonders. Ein Jahr ist es nun her seit er sie das erste mal sah. Seufzend nimmt er seinen Rucksack und läuft in den Tag hinein. Immer wieder derselbe Ablauf. "Hey. Wie gehts dir heute?" "Gut, und selbst?"...Die Maske sitzt perfekt. Die Stunden gehen vorbei und er fährt wieder heim. Zurück in seinen vier Wänden, in seinen Gedanken. Die nervige Maske wird weggeworfen und er versinkt wieder in seiner Dunkelheit. Heute fühlt er den Schmerz noch intensiver. Dieser verdammte Tag, dieses verdammte Datum. Traurig geht er raus in die Kälte. Er läuft wohin ihn seine Füße tragen, die Trauer begleitet ihn und hört ihm zu. Sein Weg führt ihn in eine Kneipe. Der Barkeeper fragt "Na was solls sein?"...nach dem fünften doppelten Wodka spürt er Zorn. Die Wut auf sich und sie, auf sein Leben und sein Leiden. Er bezahlt und läuft nach Hause. Wütend setzt er sich in sein Auto. Das ganze Leid eines zerstörten Darseins bricht aus ihm heraus. In dieser Nacht will er zu ihr zurück. Endlich einen Schritt wagen um wieder lachen zu können, sie wieder in den Arm nehmen zu können. Er schreibt ihr einen Brief, den er vor ihre Tür legen will damit sie weiß wie er fühlt, damit das Schweigen ein Ende hat. Gedankenversunken führt er los..............Am nächsten Morgen sitzt sie in der Schule als eine Freundin ihr von seinem Unfall erzählt. Bittere Tränen werden geweint. Sie wollte ihn doch anrufen gestern, denn gestern war es 1 Jahr seit sie ihn das erste Mal sah. Zitternd bricht sie zusammen....Nun sitzt sie vor seinem Grab mit dem Brief den man bei ihm fand. Tränen tropfen auf den kalten Grabstein....
geschrieben von: Sepulcrum
Unser Ende
Leise flüchtet der kalte Rauch aus seinem Mund. Ein langer Tag liegt hinter ihm und nun wird sich endlich entspannt. Das Zimmer ist warm, die Musik beruhigend. Langsam werden die Augen schwerer und schwerer. Müde drückt seine Zigarette aus und schickt die letzten Gedanken zu ihr. Hasserfüllt schläft er ein - Draussen ist es schon dunkel aber nicht zu kalt. Eine angenehme Nacht, perfekt um endlich überfällige Dinge zu erledigen. Im Keller ist das Licht sehr schwach aber zum Glück weiß er ja wo er suchen muss. Schnell wird alles in den Rucksack gepackt, denn er muss sich ja beeilen. Die Autofahrt verläuft unscheinbar, so als wäre er gar nicht auf dieser Welt. Nun muss er leise sein, ganz leise sonst könnte ja jemand seine Schritte hören. Wie gewohnt ist die Balkontür nicht abgeschlossen und er kann sie einfach öffnen. Der Holzboden knarrt unter seinen Stiefeln als er durch das Zimmer schleicht, aber das ganze Haus schläft ja bereits. Langsam geht er die Stufen der Wendeltreppe hinauf zu ihrem Zimmer. Er öffnet seinen Rucksack und nimmt sich die Axt. Wie schön sie glänzt wenn der Mondschein durch das Fenster auf die Klinge scheint. Gedankenverloren betritt er das Zimmer. Sie schläft, ruhig und gleichmäßig. Er wunderschöner Anblick, wie ein kleiner Engel auf einer Wolke. Wie Diamanten beginnen Tränen auf seinen Wangen zu glänzen. "NEIN! WEICHEI! Tu es!" schreit sein Gefährte. Er hatte ihn gar nicht kommen hören. Seltsam das er da ist, eigentlich schläft er ja. "Lass mich. Ich tu es ja". Langsam geht näher heran bis er ihr Gesicht erkennen kann. "Sie ist so schön siehst du das." "Sie ist das Böse, dein Ende. Sie ist dein Untergang also töte sie endlich!!!!" "Ich könnte sie doch einfach vergessen" "Kannst du nicht. Bring es hinter dich! FEIGLING!!! FEIGLING!!!" "NENN MICH NICHT FEIGLING". Nur eine Sekunde, ein Moment und seine Tränen werden rot. Wie eine Wasserpfütze liegt ihr Blut zu seinen Füßen. Ihre Augen blicken ihn kalt und traurig an, voller Vorwürfe. "Nein was habe ich getan?...Wo bist du Gefährte?....Hilf mir!!!" - Schnell reisst er seine Augen auf. Was für ein kranker Traum. Schnell geht er ins Bad um sich das Blut von den Wangen zu waschen.
geschrieben von: Sepulcrum
Die Geschichte vom einsamen Menschen
Einst wanderte ein einsamer Mensch, gehüllt in ein schwarzes Gewand, aus einer Höhle heraus. Vor ihm stand eine blühend helle Welt. Ungewiss folgte er dem einen Weg der sich ihm zeigte und zog lächelnd durch die schönen Weiten die sich ihm boten. Auf einmal ergraute der Himmel und Regen stürmte vom Himmel herab. Die schwarze Gestalt erreichte eine Gabelung. Geradewegs vor ihm zeigte sich ein unbeschwerlicher Weg voller scheintoter, stets lächelnder Gestalten die ihm zuwinkten. Links von ihm ging ein Pfad in ein Tal hinab wo ihm die strahlende Sonne die Augen blendete, sodass er nichts erkennen konnte. Rechts von ihm führte ein beschwerlicher Pfad in ein hohes Gebirge wo er hinter grauen Wolken ein blaues Licht erkennen konnte. Plötzlich spürte er eine Art Zwang dieses Licht zu finden und marschierte den Berg hinauf. Der Weg war von Hindernissen übersäht und immer wieder war er kurz davor aufzugeben und zurückzulaufen. Da erschien eine kleine Gestalt, die ihm seine Hilfe anbot. Glücklich nahm er die Hilfe an und kam dadurch zeitweise besser vorwärts, doch als er die kleine Gestalt kurz ausser Acht ließ schubste sie ihn eine Klippe hinab. Der einsame Mensch fiel in die Tiefe und landete schließlich in einem Graben. Als er sich umsieht erkannte er, dass er umgeben von Schlangen war und angsterfüllt rannte er los. Doch der Graben schien kein Ende zu haben. Nach wochenlangem Laufen gab er schließlich auf und freundete sich mit den Schlangen an bis er schließlich einer von ihnen war. Nun lebt er als Schlange vor sich hin und träumt jede Nacht immernoch von diesem blauen Licht hinter den grauen Wolken. Ob er es wohl jemals erreicht?
geschrieben von: Sepulcrum
Verbotene Liebe
Die Straße war durch den Regen kaum noch zu erkennen, als er aus dem Fenster sah. Ihm machte das nichts aus, denn kühle Regenschauer in der Nacht gefielen ihm schon immer sehr gut. Kein Mensch schien auf dieser Welt zu sein ausser ihm. Kein Laut war zu hören ausser dem Aufprall des kalten Regens auf dem Asphalt und dem Wind der durch die Straße pfiff. In solchen Momenten konnte man am Besten in sich versinken und über Dinge nachdenken. Dinge die ihm den ganzen Tag durch den Kopf gegangen sind aber immer wieder vom wilden Leben um ihn herum verdrängt wurden. Er brauchte nicht lange bis seine Gedanken ihn wieder zu ihr führten, denn eigentlich sind seine Gedanken immer bei ihr seit sie so weit entfernt ist. Wie konnte sie einfach gehen? Ohne ein Wort auf diese große Reise gehen und ihn hier zurücklassen. Zusammen würden sie nun vor diesem Fenster stehen und dem Regen zuhören. Sie würden die ganze Nacht über irgendwas reden und irgendwann glücklich einschlafen mit dem Wissen das sie nicht alleine sind. Alles das schien vorbei zu sein. Einsam ließ er den Rolladen herunter um dieses Bild nicht mehr zu sehen. Doch selbst als er in seinem Bett lag sah er immernoch ihre Augen , hörte ihre Stimme und fühlte die Wärme ihrer Umarmung. Sie flüsterte ihm zu dass sie ihn erwartet, er solle zu ihr kommen. Zitternd riss er seine Augen auf. Tränen liefen seine Wangen herab als er sich etwas anzog und sich leise aus dem Haus schlich. Der Regen hatte fast aufgehört, lediglich ein paar Tropfen landeten noch auf seinem Kopf. Er atmete noch einmal tief durch und machte sich auf den Weg. Sie zu finden war nicht schwer und er öffnete die kalte Eisentür. Das knarren der verrosteten Riegel ließ ihn schaudern, doch hielt ihn nichts auf. Er folgte dem kleinen Pfad bis er sein Ziel erreicht hatte. Er sah ihren Namen auf dem Stein und kniete davor nieder. Der Boden war naß und kalt, doch schien er dies gar nicht mehr wahrzunehmen als er in Tränen ausbrach. Er hörte immernoch ihre Stimme in seinem Kopf rufen. Seine nassen Hände griffen in seine Tasche und holten die kleine Dose hervor, die er mitgenommen hatte. Er konnte die kleinen runden Pillen kaum erkennen in der Dunkelheit, aber er wusste es würde genügen. Es würde ausreichen um wieder bei seinem Schatz zu sein. Nie wieder würde er einsam sein. Schnell schüttete er sich den ganzen Inhalt der Dose in den Mund und schluckte alles. Seine Augen wurden schwer, sein Körper verkrampfte sich. Er wusste das alles gut werden würde und ließ sich fallen. Er fiel immer weiter. Es kam ihm vor als würde er durch eine endlose Dunkelheit wandern bis er sie gefunden hatte. Sie schlossen sich in die Arme. Freundentränen funkelten in ihren Augen. Er wollte sie gerade küssen als sein Körper auf einmal durchgeschüttelt wurde. Er konnte sich nicht dagegen wehren und wurde vom Abbild seiner Geliebten weggezogen. Er schrie und weinte aber es half nichts…Plötzlich wurde es hell….“Wir haben ihn wieder…“, sprach der Arzt.