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Bitte um Interpretationshile:Albert Schweitzer

(Klicke hier, um das Thema mit vollen Farben / Abbildungen zu betrachten)



geschrieben von: Nekodas

Hallo liebe Boardmitglieder.Ich bin mir sicher,das ich hier auf Eure Hilfe hoffen kann. Die Frau eines Arbeitskollegen soll in einer Hausarbeit Zitate von Albert Schweitzer erläutern bzw.deren Sinn erklären.Ich hoffe,ich kann auf Eure Interpretationhilfen zählen und bedanke mich schon einmal im vorraus.

Zitat:
Die Ehrfurcht vor dem Leben und das Miterleben des andern Lebens ist das große Ereignis für die Welt.



Zitat:
Die Erhrfurcht vor dem Menschenleben beginnt mit der Ehrfurcht vor dem eigenen Dasein.


Zitat:
Erhfurcht vor dem Leben ist das Ideal der Ideale.



geschrieben von: StandAloneKmplx

Hi ich sehe das so:
Zitat 1 soll die Freude am sozialen Miteinander beschreiben und mahnt vor dessen Missachtung...
Zitat 2 bedeutet so viel wie, dass man erst sich selbst respektieren lernen muss, bevor man Andere respektieren kann...oder akzeptieren...
Zitat 3 zielt darauf, dass Albert Schweizer ermahnt das Leben an sich zu respektieren. Dies sollte laut ihm die oberste Maxime sein...

Ist das Ganze in einem Zusammenhang zu sehen, ergeben sich noch weitere Schlussfolgerungen ueber diverse Situationen. Um dies weiter zu erlaeutern muss allerdings ein Bezugspunkt vorhanden sein...



geschrieben von: Fayve

Da gibts nicht viel zu erleutern, ist doch alles verständlich. Wenn es was zu erläutern gibt hat es StandAloneKmplx schon getan.

Und eigentlich ist das Forum hier kein Hausaufgabenhilfe. :rolleyes:



geschrieben von: judgedredd

Hey Fayve, auch als Judge tätig? Hey, finde ich guut!Gefällt mir, endlich bekomme ich Unterstützung hier!!:D :cool:

Gruß Kumpel



geschrieben von: Mondsilbertaufe

Zitat:
Zitat 1 soll die Freude am sozialen Miteinander beschreiben und mahnt vor dessen Missachtung...

Ich würde nicht mit "sozialem Miteinander" übersetzen. Das ist zu wischiwaschi. Das hat ein Herr Schweitzer garantiert nicht gemeint.
Zitat:
Zitat 3 zielt darauf, dass Albert Schweizer ermahnt das Leben an sich zu respektieren.

Leben mit Leben zu erklären, ist auch ein bissel einfach.

Nekodas, ich empfehle dir, dich der Biografie Schweitzers anzunehmen und das in Verhältnis zu seinen Aussagen zu setzen.
Spannend finde ich persönlich, dass er nicht nur Philosoph und Theologe war, sondern auch Mediziner. Jemand, der praktisch täglich mit Leben und Tod zu tun hatte.
Das "Leben" bekommt für ihn unter Umständen eine ganz andere Bedeutung.



geschrieben von: StandAloneKmplx

wie waere es mit:
wenn du es schafst dich in andere hinein zu versetzen und ihre Empfindungen teilen kannst, hast du einen wesentlichen Bestandteil des Lebens begriffen...zu1
zu3...du sollst als oberste Maxime das Leben schuetzen...

Also einfache Dinge beduerfen nicht zwingend komplexer Erklaerungen. Wie bereits gesagt der Bezugspunkt ist ausschlaggebend...
Da es sich allerdings um eine Verallgemeinerung einer Lebenderfahrung handelt, wuerde ich die Quelle fuer den Bezugspunkt nicht zwingend in der Biographie Albert Schweizers suchen...das ist, als wuerde man Leben mit Leben erklaeren... ;)



geschrieben von: Mondsilbertaufe

@StandAlone

Deine Interpretation für das 3. Zitat finde ich gut. Leben im Sinne von körperlicher und seelischer Gesundheit. Eine Aufgabe, derer Schweitzer sich persönlich angenommen hat.

Beim 1. habe ich an was ganz anderes gedacht. So einen blöden Oma-Spruch: "Hauptsache, man ist gesund." :rolleyes:
Trifft aber auch für das Großziehen der Kinder zu. Was gibts größeres als eine Geburt mitzuerleben?

"Kämpfen, sterben, nichts weiter." sagt Hamlet. Denn so sehr man sich auch den Arsch aufreißt, die Biologie kann man nicht überlisten. Sowas lässt sich nicht kaufen.
Hamlet fragt: Warum soll ich mich denn quälen, wenn am Ende eh alles gleich ist: alles tote Gebeine. Das letzte Hemd hat keine Taschen.
Schweitzer fragt anders: Warum schützen wir nicht unser wertvollstes Gut? Warum wird das so missachtet? Er mahnt zu mehr "Ehrfurcht". Ich denke da an Afrika.
Wenn man das Leben als Geschenk betrachtet, ist es doch das, was alle Menschen verbindet, zusammenhält. Gleiche Reflexe, gleiche Ängste, gleiche Schmerzen und wenn man stirbt, sieht man gleich aus. Der Mensch ist gleich. Und hat gleiches "Ideal".

Praktische Beispiele: Wenn Kinder geboren werden, sagt man: "Hauptsache es ist gesund."
Ärzte, Menschen die die Biologie bisweilen überlisten und die Lebensqualität kranker Menschen erheblich beeinflussen können, sind hoch angesehen.
Und gesunde, leistungsfähige Menschen haben einen höheren gesellschaftlichen Stellenwert als Kranke.
Schindlers Liste.

Am Ende ist die alles limitierende Kraft der Tod. Der Mensch hat dies mitunter aus dem Blickwinkel verloren, weil er seine Prioritäten anders setzt.
Menschen sollten nicht an banalen Dingen sterben.
Das muss anders werden! ;)



geschrieben von: StandAloneKmplx

Die Prioritaet den Tod zu ueberlisten halte ich fuer eine Suche nach dem Jungbrunnen.
Die Qualitaet des Sterbens zu verbessern muss auch nicht gerade eine grosse Wohltat sein. Siehe Beitraege zur Sterbehilfe...Meines Empfindens nach, sterben wir heute zwar langsamer, fangen aber viel frueher damit an...
(keine Kritik! Lediglich Gedanken)

Ich finde es im Uebrigen witzig, dass du ein Zitat aus Schindlers Liste anbringst, welches mit hoher Wahrscheinlichkeit aus der verfaelschten darwinistischen Interprtation der Nationalsozialisten stammt und gleichzeitig die Menschen, die im gleichen Sinne als evolutionaer benachteiligt betrachtet wurden bedauerst... (nicht persoenlich nehmen...)

Sicherlich sind wir vor dem Tod alle gleich und danach bestimmt auch, doch das macht uns noch lange nicht im "Leben" gleich.
Klar hat jeder Mensch zwei Augen, zwei Fuesse, zwei Haende (im uebertragenen Sinne) doch der Teufel sitz hier im Detail. Diese Differenzierung, wie du sie beschrieben hast ist zwar nobel, aber wahrscheinlich zu oberflaechlich, als dass sie von den Menschen anerkannt werden koennte.

Um es auch mit einen Film zu beschreiben. Erinnere dich an Matrix, ich glaube der zweite Teil, als erklaert wird, dass die Maschinen dem Menschen eine perfekte Welt erschaffen hatten, doch diese von ihm nicht akzeptiert wurde...

Warum wohl? Der Mensch an sich ist nunmal nicht nur gut oder boese. Er braucht beides in sich um zu existieren...Und das Streben danach einen dieser Zustaende als einzigen zu beherbergen (seelisch oder wie auch immer) halte ich persoenlich fuer religioese Heuchelei...
Die Frage, warum wir nun das Leben, welches "unser hoechstes Gut" ist nicht schuetzen ergibt sich dann aus der Fortsetzung des obigen Gedankens. Ebenso wie der "Omi-Spruch", welcher meiner Ansicht nach lediglich der nackten Angst vor dem Tod entsprungen ist. Wie dem auch sei.

Ich denke also, trotz der Konfrontation mit der "kalten" und "harten" Realitaet seitens Schweizers, sind die hier genannten Zitate nur unter Vorbehalt zu geniessen.



geschrieben von: TheTurningPoint

Hier ist meine Interpretation:
Zitat:
Die Ehrfurcht vor dem Leben und das Miterleben des andern Lebens ist das große Ereignis für die Welt.
"Am Ende ist die alles limitierende Kraft der Tod." - Das ist wohl nicht zu bestreiten. Aber wer das Wunder des Lebens erfahren hat und anderes Leben mit-erleben konnte, der weiß an der Schwelle des Todes, dass er wirklich gelebt hat. Und "das andere Leben", das sind nicht nur Menschen, sondern auch Tiere, Pflanzen und andere Lebewesen. Mit anderen Lebewesen mit-erleben zu können, das ist etwas Wunderbares, eben das große Ereignis für die Welt.

Zitat:
Die Erhrfurcht vor dem Menschenleben beginnt mit der Ehrfurcht vor dem eigenen Dasein.
Das ist eine Konkretisierung des Bibel-Spruches "Liebe deinen Nächsten wie dich selbst". Wenn du dich selbst und dein eigenes Dasein hasst, wie willst du dann deine Nächsten lieben können? Wo willst du denn Ehrfurcht und Liebe erlernen, wenn nicht im achtsamen und liebevollen Umgang mit dir selbst?
Ich habe mich mit Freunden schon oft über den Begriff "uneigennützig" gestritten ...

Zitat:
Erhfurcht vor dem Leben ist das Ideal der Ideale.
Wie viele Dinge wurden im Laufe der Geschichte schon als die großen Ideale angepriesen? Mut, Tapferkeit, Schönheit, Klugheit, "Das Gute", "Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit", "Gerechtigkeit", Nützlichkeit, Effizienz, Macht, Reichtum, Ordnung, Sicherheit ... und alle diese Ideale haben meist nichts weiter als Leid und Unglück gebracht, weli ihnen mehr Wert als dem Leben zugesprochen wurde.

Wenn aber dem Leben der größte Wert zugesprochen wird, wenn Wissenschaft, Forschung, Wirtschaft usw. zuerst der Erforschung und Entfaltung des Lebens dienen, dann erfüllen sich all die anderen Ideale plötzlich wie von selbst.

Man könnte kurz zusammenfassen:
1. Die Erfahrung des Lebens ist etwas Wunderbares.
2. Man versteht und achtet das Leben im allgemeinen, wenn man sich selbst versteht und achtet.
3. Das real existierende Leben als Sinn und Zweck allen Handelns kommt einem idealen (optimalen) Leben viel näher als alle künstlichen Modellvorstellungen von einem idealen Leben.



geschrieben von: TheTurningPoint

Zitat:
Original geschrieben von Mondsilbertaufe
Nekodas, ich empfehle dir, dich der Biografie Schweitzers anzunehmen und das in Verhältnis zu seinen Aussagen zu setzen.
Spannend finde ich persönlich, dass er nicht nur Philosoph und Theologe war, sondern auch Mediziner. Jemand, der praktisch täglich mit Leben und Tod zu tun hatte.
Und nicht nur das. Er engagierte sich auch sehr für die Restaurierung und Erhaltung von Kirchen-Orgeln und war selbst ein begabter Orgelspieler. Seine schnörkellosen aber leidenschaftlichen Interpretationen von Bach-Werken gehören zu den Kostbarkeiten meiner Musiksammlung.



geschrieben von: Nekodas

ich möchte mich recht herzlichst bei euch bedanken.sind wirklich super hilfen gewesen und ich wusste,dass ich auf euch hier zählen konnte.also nochmals,vielen herzlichen Dank.

LG Nekodas





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