[Dead or Alive] - German Gothic Board

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Dead or Alive

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geschrieben von: dark-blackgirl

Dead Or Alive ist ein interessanter Film. Ich durfte noch nie eine so gelungene Vergewaltigung einer Videospielreihe erleben.

Aber mal ganz der Reihe nach.
Ich war voreingenommen, als ich den Kinosaal betreten habe. Ich habe gewusst, das dieser Film schlecht sein muss. Ich habe gewusst, dass die Charaktere größtenteils absolut falsch besetzt sind.
Und ich habe ihn mir angesehen, weil ich wissen wollte, ob er tatsächlich so schlecht ist, wie ich ihn mir ausgemalt habe. Ich habe mich getäuscht, Dead Or Alive ist schlechter.
Das ganze Debakel beginnt mit einem großen Palast der mehr schlecht als recht aus dem Computer entsprungen zu sein scheint. Ein hässlicher Spinner rennt in einen Palast und weist eine noch hässlichere Frau darauf hin, dass ihr Bruder tot sei.
Willkommen bei D:O:A - die Dame nennt sich Devon Aoki, und sie spielt Kasumi.
Die Worte "hässlich" und "Kasumi" sind eigentlich ein Paradoxon. Aber wir wollen Miss Aoki nicht zu sehr verletzen, auch wenn sie absolut fehlbesetzt ist, so ist ihre schauspielerische Leistung doch durchaus annehmbar im Gegensatz zu dem Gegurke manch anderer "Schauspieler" ... Doch dazu später.
Kasumi verlässt den Palast, umringt von dutzenden Wächtern schreitet sie die riesige Treppe herunter. Kommt euch die Szene bekannt vor? Ja? Mir auch - die gabs in "Hero".
Weiter im Text - plötzlich taucht aus dem Nichts ein Mädchen mit lilafarbenen Haaren auf, die Kasumi angreift. Wenn man sich überwindet, kann man sich eingestehen, dass jene Person Ayane darstellen soll. Natassia Malthe als Ayane zu besetzen ist fast ein Verbrechen. Nur fast? Nun, die Haare lassen sie zumindest Ayane ähnlich sehen. Das wahre Verbrechen sind die anderen Besetzungen ...
Klar, es gibt viele Hingucker für das Auge und Corey Yuen schafft es auch auf eindrucksvolle Weise jede Form von Atmosphäre im Keim zu ersticken indem er im falschen Moment auf Hintern oder Brust filmt.

Kommen wir zu den Charakteren.
Devon Aoki als Kasumi. Sie ist nichts halbes und nichts ganzes. Die Persönlichkeit Kasumis, ihr angeborener Optimismus und alles, was dieses süße Mädchen ausmacht, wurde zerstört.
Natassia Malthe als Ayane ist auch eine absolute Fehlbesetzung. Das einzige, was diese Kreatur mit der wahren Ayane verbindet, ist ihre Absicht Kasumi zu töten. Der Bastard des Ninja-Clans [und all ihre psychologischen Probleme] wurde reduziert auf ein schwertschwingendes, grimmig glotzendes Model.
Holly Valance als Christie. Nun, wir kennen Christie als eiskalte, berechnende und professionelle Auftragsmörderin. Aus Christie ist ein Charakter geworden, der anderen Teilnehmern die Decke klaut. Das einzige, was noch von der Orignal-Christie übrig ist, ist die Arroganz und die Absicht das Turnier zu gewinnen ...
Jaime Pressly als Tina Armstrong. Tina hat man nicht ganz so versaut. Sie ist nachwievor sehr selbstbewusst, was ihren Sex Appeal betrifft, erscheint offen und ihre Absicht zu zeigen, dass sie wirklich etwas drauf hat und ihr Kampfstil nicht nur Show ist, ist auch beibehalten worden. Es stellt sich nur die Frage, seit wann eine Wrestlerin mit einem Katana umgehen kann ...
Sarah Carter als Helena gehört zu dem krasseren Mist, den sich Corey Yuen geleistet hat. Aus dem kalten Racheengel ist ein naives Blondchen geworden, welches eher an eine Skaterin aus Venice Beach als eine Opernsängerin erinnert.
Kane Kusogi als Ryu Hayabusa. Hayabusa ist ein philosophischer, weiser und gerechter Charakter, welcher sich nicht blindlings in jeden Kampf stürzt und sich nicht zwangsläufig in anderer Menschen Dinge einmischt. Schön wärs. Hayabusa ist nichts von alle dem. Er war mit der entäuschendste von allen Umsetzungen. Neben Helena und ...
Silvio Simac als Leon. Der Wüstenfuchs Leon, ein gnadenloser, von seinem Versprechen an seine verstorbene Liebe getriebener, Mann ist degradiert worden zu einem mit Testosteron vollgepumpten Wasserstoff-Blondie. Einfach nur ohne Worte. Obwohl, doch - möge der Verantwortliche tausend Tode sterben ...
Soviel zu den Charakteren im Großen und Ganzen. Die anderen lasse ich mal außen vor. Es war schade, dass Jann Lee seine Bruce-Lee-artigen Moves nicht großartig zum Einsatz bringen durfte, es war schade, dass Brad Wong nicht stockbesoffen seine Gegner verdroschen hat. Andererseits war es vielleicht besser so. Man stelle sich vor, Corey Yuen hätte diese Charaktere ebenso verdorben?
Die Story von DOA ist übrigens ebenso flach wie dämlich. So dämlich, dass sie nichtmal einer Erwähnung wert ist. Wer sie trotzdem wissen will, soll sich betrinken und anschließend ins Kino gehen. Im Suff könnte dieser Film etwas besser erscheinen.
Im Übrigen sind viele Elemente aus anderen Filmen übernommen, die oben erwähnte Szene aus Hero, die Aktion mit der Akupunkturnadel ins Genick von Donovan [Eric Roberts, der Bruder von Julia Roberts. Wer hier das Schauspieltalent geerbt hat, steht außer Frage ...] aus Kiss Of The Dragon und andere Sachen ...
Achja: Wer mir sagen kann, woher die Szene mit dem Kampf im Regen [Helena VS Christie] entnommen wurde, darf meiner Dankbarkeit gewiss sein.

Alles in allem hat der Film bei so viel schlechtem doch zwei bessere Dinge an sich: Corey Yuen zeigt, dass er zumindest von der Choreographie etwas versteht [immerhin war er u.a. für Romeo Must Die, The One, und Born2Die verantwortlich] - die Kämpfe sind perfekt, es wurden sogar einige Angriffe aus dem Spiel übernommen und umgesetzt.
Ein weiterer Pluspunkt ist Collin Chou als Hayate. Er ist in diesem traurigen Film der Höhepunkt der Schauspielkunst und sein Auftritt zeigt zum ersten Mal etwas Atmosphäre oder gar Dramatik.



Leute, spart euch das Geld ...



geschrieben von: Cedric DeMornay

Lange Rede kurzer Sinn ... Der Film ist einfach nur scheisse!



geschrieben von: aNATHEMa

Zitat:
Original geschrieben von Cedric DeMornay
Lange Rede kurzer Sinn ... Der Film ist einfach nur scheisse!


Ganz genau,das Geld hätte man sinnvoller anlegen können.:mad:





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