[womöglich mit Behinderung......] - German Gothic Board

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womöglich mit Behinderung......

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geschrieben von: AnamChara

Meine Tante ist momentan schwanger und durch eine Untersuchung (mir is jetz leider der Begriff entfallen... chaos) hat sich herausgestellt, dass ihr Kind womöglich mit einer Behinderung auf die Welt kommen wird. Das Ausmaß sei aber ned bekannt.
Ich denke, es is verständlich, dass das ein großer Schock für die zukünftige Mutter war bzw. ist.
Eine Reaktion einer Bekannten hat mich dann schon etwas getroffen, als wir über dieses Thema diskutiert haben, denn sie meinte, sie würde kein behindertes Kind aufziehen wollen, folglich abtreiben. Weil sie sei der Meinung, dass sie dem Kind ein solches Leben ersparen wolle, weil es doch eh niemals so glücklich wie ein normaler Mensch werden könne und sie mit den Probleme die das Kind mit sich bringen würde nicht fertig werde.
Zumal denke ich, dass es schon ziemlich fraghaft is, ob man über das Leben eines Menschens einscheiden darf. Und außerdem was lässt einen so sicher sein, dass ein behinderter Mensch nicht glücklich sein kann. So glücklich wie ein normaler Mensch. Egal ob mit Behinderung oder ohne, wie kann man wissen ob diese Person glücklich wird. Es gibt genügend ~normale~ Menschen auf der Welt die (auch ohne Behinderung) unglücklich sind, because of Elend, Tod, was auch immer. Es liegt daran wie die Mitmenschen einen Behinderten behandeln, wenn er nur Liebe erfährt und Treue, Freundschaft, Akzeptanz, weshalb sollte er / sie dann wirklich unglücklich sein. Es wird wahrscheinlich vor allem für die Eltern eine große Belastung sein, man muss sich im klaren sein, ob man stark genug is, das durchzuziehen, dem Kind ein so schönes Leben wie möglich zu machen.
Außerdem..... angenommen ein Kind würde mit 2 Jahren einen Unfall erleiden, irreparable Hirnschäden...... das Kind ist behindert. Was dann - würde man es dann auch so einfach töten? Okay, in dem Fall meiner Tante kann man sicher ( nicht ganz so sicher - eine Freundin von mir sollte auch mit Behinderung zur Welt kommen - und tadaa, sie ist genauso ~normal~ wie du und ich ) sein, dass es behindert sein wird, in dem anderen Fall ist es ungewiss. Ein Unfall der Art kann jedem passieren, Schicksal oder Zufall. Aber ich denk, den Aspekt sollte man trotzdem bedenken.

was denkt ihr? Mich würden eure Meinungen doch sehr interessieren...

liebe Grüße, anam



geschrieben von: engelchen

Ich würde auch kein behindertes Kind in diese Gesellschaft setzen, sorry. Mag sein, daß es auch mit Behinderung glücklich ist, aber es kommt einfach zuviel Negatives aus der Umgebung, da liegt das Problem! Außenstehende wissen halt immer alles besser als man selbst, weiß man doch...*räusper*

Kritische Grüße
engelchen



geschrieben von: AnamChara

ja ich bin auch nur außenstehende und versuch mich in die lage reinzuversetzen, das is momentan meine meinung. Wenn ich dann in der Situation wär, okay, könnte gut sein, dass ich dann anders reagieren würde.

ich hab vor kurzem ne Diskussion gesehen zwischen ~Normalbrügern~ und Betroffenen von trisomie 21...
ein nichtbetroffener meinte, er würde ein kind mit der krankheit nicht bekommen wollen.... einer der betroffenen ist aufgestanden: "Was gibt dir das recht über mein Leben zu urteilen. Ich will nicht tot sein, ich bin ein glücklicher Mensch!"
und das ging mir ziemlich nahe....

anam



geschrieben von: gin'iro

Wo beginnt Behinderung? Beim Fehlen eines Fingers? Wenn das Down-Syndrom vorliegt? Eine solche Entscheinung ist weitreichender, als man sich vorstellen kann. Die persönliche Ethik zeichnet letztendlich das Leben mit dem behinderten Menschen oder dessen Abtreibung und das Verarbeiten dessen, was passiert ist, aus.


Steven Hawking (http://www.hawking.org.uk/) ist einer der genialsten Menschen unserer Zeit und schwerst körperlich behindert.....



geschrieben von: nekromantica

Also ich würde auch kein behindertes Kind zur Welt bringen wollen.
Erstens muss ich mich engelchen anschliessen - es bekommt jede Menge negativen Druck von aussen. Ein Erwachsener hat vielleicht gelernt damit umzugehen, aber der Weg bis dahin würde für das Kind sicher sehr hart werden.
Zweitens glaube ich nicht das ich es schaffen würde ein solches Kind grosszuziehen. Man muss sich ganz klar vor Augen führen was da auf einen zukommt und ich für meinen Teil kann mir kaum vorstellen, dass ich das durchstehen würde.
Abtreibung ist sowieso ein Thema für sich. Die Meinungen gehen dabei sehr weit auseinander, die Frage ob man sich das Recht herausnehmen kann über Leben und Tod zu entscheiden ist halt nicht so einfach zu beantworten. Ich finde das es bestimmt keine leichte Entscheidung ist und das jeder das mit sich selbst ausmachen muss.



geschrieben von: DurhamRed

abtreiben würde ich generell nicht.
zudem denke ich, dass geistig behinderte menschen in der heutigen welt vieleicht noch glücklicher sind als "normale".
Sie kriegen die ganze Sch***e nicht so mit, die tagtäglich passiert. Viele leben in ihrer eigenen kleinen Welt,... und sind glücklich da.



geschrieben von: darkpainsc

Als erstes möchte ich mal sagen, daß jemand, der kein Kind hat, Frauen die kein Kind zur Welt gebracht haben, das nicht nachvollziehen können.
Viel theorisieren, ja, aber mehr auch nicht.



Zitat:
Außerdem..... angenommen ein Kind würde mit 2 Jahren einen Unfall erleiden, irreparable Hirnschäden...... das Kind ist behindert. Was dann - würde man es dann auch so einfach töten?


Dieser Vergleich hinkt, und zwar ganz gewaltig, solch eine überlegung kann man nicht in den Raum stellen, denn das ist etwas komplett anderes.
Du kannst nicht mehr entscheiden, sondern wirst in diese Situation hineinmanövriert, ohne es vorher überdenken zu können, und die Liebe die sich vorher aufgebaut hat - wird siegen.

Jeder werdenden Mutter soll es freigestellt sein, im Falle einer Behinderung des noch nicht geborenen Kindes abtreiben zu können.
Es geht im Falle einer Abtreibung nicht nur darum, ob das Kind glücklich wird oder nicht - was man ja kaum beurteilen kann - sondern auch darum, ob die Mutter damit leben kann, den Anforderungen, die nun mal - je nach Behinderungsgrad schwer sind - gerecht zu werden.

Zu sagen, ich würde niemals abtreiben, und andere dafür zu verurteilen, ist sehr einfach für jemanden, der nie in dieser Situation gesteckt hat.

Ich habe im behindertenheim gearbeitet, und es gab genug, die glücklich schienen - aber es gibt auch die andere Seite.

Ich weiß nicht, was ich tun würde - wenn ich an meinen Sohn denke, bin ich einfach nur glücklich, daß er gesund ist.

Eine solche Entscheidung zu treffen - egal in welche Richtung sie geht - ist meiner Meinung nach nur von einer betroffenen Person möglich, die mittendrin steckt - alles andere ist Theorie.

pain



geschrieben von: Fuechsin

Erstmal möchte ich auf diesen Artikel verweisen... Es geht genau um dieses Thema: Mütter, die während der Schwangerschaft den Test gemacht haben, ob das Kind behindert würde, die erfuhren, es werde behindert werden, und die nun von ihrem Leben mit dem Kind erzählen.

Weiterhin bin ich einmal die Woche 'Babysitten' (es ist mehr Kinderbetreuen, ich spiele mit ihnen, koche, etc. ; die Jungs sind im Alter von 9 und 11) in einer Familie, bei denen beide Kinder (zwei Jungs) mehr oder weniger behindert sind. Wobei ich dieses Wort nicht sehr mag.
Der eine Junge (der jüngere) hat eine Spastik, kann also, wie sein Vater sagt, noch nicht richtig laufen. Wenn er einen guten Tag hat, kann er sich sehr langsam mit Krücken vorwärts bewegen, an schlechten Tagen muss ich ihn halb tragen (35kg wiegt er... *uff*). Im Rollstuhl sitzt er im Haus nie. Die anderen Kinder akzeptieren ihn total - und das im Grundschulalter, wo Kinder, meiner Erfahrung nach am grausamsten sind.
Der Grössere der beiden hat mehr ein psychisches Problem. Er lag nach der Geburt ein halbes Jahr noch im Krankenhaus, im Brutkasten, auf der Intensivstation. Wenn man ihn anspricht, muss er das, was er gerade tut, erst fertig machen, bevor er reagiert. Im Kindergarten sagte man der Mutter, er müsste wohl auf eine Sonderschule, weil er auch kaum soziale Kontakte hatte, weil er eben so 'komisch' ist. Sie jedoch schickten ihn auf eine normale Grundschule in eine normale Klasse. Im Sommer machte er immer Therapie. Es ist wirklich schön zu sehen, wie es immer besser voran geht. Er wird immer selbstständiger, und 'normaler', fängt endlich an ein bisschen rebellisch zu werden.
Die Jungs sind beide unheimlich lieb. Ich könnte mir nicht vorstellen jemals ein 'behindertes' Kind abzutreiben.

liebe Grüße,
fuechsilieee



geschrieben von: DurhamRed

Zitat:
Original geschrieben von darkpainsc

Zu sagen, ich würde niemals abtreiben, und andere dafür zu verurteilen, ist sehr einfach für jemanden, der nie in dieser Situation gesteckt hat.




keine ahnung, ob das jetzt auf mein posting bezogen war, aber um klarzustellen:
ich habe niemanden verurteilt weil er abtreibt!
ich habe lediglich gesagt, dass ich es nicht könnte, wobei ich mir ziemlich sicher bin.



geschrieben von: AnamChara

Zitat:
Dieser Vergleich hinkt, und zwar ganz gewaltig, solch eine überlegung kann man nicht in den Raum stellen, denn das ist etwas komplett anderes. Du kannst nicht mehr entscheiden, sondern wirst in diese Situation hineinmanövriert, ohne es vorher überdenken zu können, und die Liebe die sich vorher aufgebaut hat - wird siegen.


ich denke so komplett anders ist das nicht...

baut sich während der schwangerschaft keine liebe auf?



geschrieben von: darkpainsc

@DurhamRed

Nanaaaaa ich hab net Dich gemeint, das war eher eine ganz allgemeine Aussage - ansonsten hätte ich Dich direkt angesprochen.

@AnamChara

Sicher baut sich Liebe auf, allerdings ist es etwas ganz anderes - ob Du nach 3 Monaten (das ist jetzt nur mal ein von mir gewählter zeitraum als Beispiel, also bitte nicht auseinanderbasteln), die Entscheidung triffst, das kind abzutreiben aufgrund einer Behinderung, wenn es zur Welt kommt, als wenn Du ein Kind geboren hast, siehst wie es aufwächst und so weiter.

Für mich ist es anders - ich weiß, wie ich jetzt reagieren würde, wenn mein Sohn einen Unfall hätte und eine Behinderung, welcher Art auch immer, damit verbunden/sie nach sich ziehen würde.
Ich weiß aber nicht, wie ich reagiert hätte, wenn ich von einer Behinderung in der Schwangerschaft erfahren hätte.

Es ist ws anderes, über eine bevorstehende Situation entscheiden zu können, als ohne Vorwarnung hinein zu geraten - was ja bei einem Unfall der Fall wäre.



geschrieben von: es

meine erfahrungen, mit menschen, die mit einer als behinderung betitelten besonderheit leben, sind wenige....letztendlich, wie schon erwähnt wurde, denke ich auch, das es die entscheidung der mutter sein wird, ihre kraftreserven zu mobilisieren und einzuschätzen, wie sie und das kind zusammen glücklich und gesund leben.
diesbezüglich gibt es eine entfernte bekannte, die ihr kind austrägt vom dem sie weiß, das es mit schweren behinderungen (leider den medizinischen begriff vergessen, sorry, absoluter laie) nach der geburt zu leben hat: ist diese frau etwa z.b. "mutig" oder gar "uneinsichtig"? ich weiß es nicht. doch eins weiß ich leider, und es ist kein vergnügen das fest zu stellen: es sind nicht die offensichtlichen körperlichen besonderheiten allein, die einen mensch behindern, sondern die sogenannten nicht-behinderten menschen, das umfeld - das allein ist häufig unsäglich, intolerant (ihr wisst sicher, was ich meine)! die 7jährige tochter einer freundin geht in eine sog. integrationsschule und geht ganz selbstverständlich mit den "besonderen" kindern um. es ist einfach kein "schwieriges" thema für sie. alle lachen zusammen, machen gemeinsam quatsch und streiten sich :). sie ist für mich ein beispiel an toleranz und lebensfreude, lebensfreude die sie mit allen teilt, uneingeschränkt und ohne berührungsängste!

anam, deiner tante alle kraft!
es



geschrieben von: GothicGirl

Vielleicht will SIE sich eher ein Leben mit einem behinderten Kind ersparen???

Liebe Grüße
Gothic Girl



geschrieben von: aaraen

Ja ein behinderter Mensch kann auch glücklich sein.
Er kann ebenso eine Bereicherung sein und so weiter. Aber es ist ebenso möglich, daß diese Behinderung eine schwere Belastung für alle Beteiligten ist.
Ein Fötus ist noch kein fertiger Mensch, der wird erst einer. Das ist ein großer unterschied zu einem Menschen, der lebt, und ein Selbstbewußtsein hat. Es geht hier nicht darum, einen Menschen rückwirkend zu töten, sondern das entstehen eines Menschen zu verhindern. Dieser Fötus hat noch keine Seele und noch keine Vorstellung von sich selbst. Ich sehe das nicht so, daß ein Mensch nicht leben darf, sondern, daß da noch gar kein Mensch ist. Demnach kann man auch nicht in seinem Interesse die Entscheidung fällen. Es geht hier um die Familie, die sich entweder einer solch schwierigen Verantwortung stellen kann und will oder eben nicht. Und es ist sehr viel besser ein behindertes Kind abzutreiben als es auf die Welt zu bringen und dann nicht dafür sorgen zu können.



geschrieben von: [...buT.ALivE...]

meiner ansicht nach, ist ohnehin tatsächlich die frage, um was für eine behinderung es geht - wie schwer sie wiegt. dann ist die diskussionsgrundlage nämlich eine ganz andere. reden wir von geistiger behinderung, dann kann ich mir sehr gut vorstellen, dass viele damit nicht klar kommen können. es ist auch erheblich schwerer, eine kindererziehung bei einer geistigen behinderung zu "betreiben". auch soziale bemühungen sind weit schwerer, als bei einer körperlichen behinderung wie spastik o.ä.

aussenstehende, die mit behinderten menschen eher wenig kontakt haben, mögen vielleicht der ansicht sein, dass eine behinderung immer auch eine behinderung im sinne der wortbedeutung ist. allerdings ist es oft gar nicht so - viele behinderte menschen erachten sich selbst nicht als behindert. sie haben lediglich ein händicap (?!) mit dem sie allerdings zunächst erst einmal selbst fertig werden müssen. die meisten behinderten haben mit sich selber ja eigentlich kein problem. die gesellschaft macht aber erst eine behinderung zum problem.

meine ansichten beziehen sich jedoch "nur" auf körperlich behinderte menschen, da ich aufgrund von gegebenheiten der meinung bin, dazu auch etwas sagen zu können. mit geistig behinderten menschen habe ich bisher kaum kontakt gehabt und weiss daher nicht wie sie fühlen und denken. aber sicherlich wird es vielleicht gar nicht so ein grosser unterschied sein.

meine eltern haben mich auch relativ gut "hin bekommen" - und das, obwohl sie damals gar keine möglichkeit hatten, sich zu überlegen ob sie ein behindertes kind wollen oder nicht - weil man es vor 26 jahren eben noch nicht so genau sagen / sehen konnte. und ich bin froh, dass das damals noch nicht ging - weil sonst wär ich vielleicht nicht hier.

natürlich hat jeder behinderte mensch manchmal den gedanken, ob es wirklich sein musste, dass ausgerechnet der-/ diejenige dieses schicksal treffen musste und ob es anderes nicht besser wäre. und man ist in seiner freiheit eingeschränkt ... aber man findet immer wieder den punkt, an dem man sich sagt - es gibt tragischere figuren in diesem theater.

und wenn meine eltern damals andere möglichkeiten gehabt hätten - ich wäre zum einen sauer auf sie, und gleichzeitig hätte ich sie verstehen können. es gibt keine allgemein gütlige antwort für derartige fragen.

liebe grüsse
b.a.



geschrieben von: Naima

hm also da das ausmaß der behinderung icht bekannt ist ist es natürlich ungleich schwieriger.

aber ich dneke so darüber dass niemand das recht hat über lebenswert oder nciht zu entscheiden.

wenn das kind totkrank wäre und bereits bekannt wäre dass das kind nur ein sehr kurzes und von leiden geprägts leben führen würde dann würde ich sagen erspahrt es dem kind. aber alles andere ist kein grund das kind abzutreiben.

wobei ich cniht grundsätzlich gegen abtreibung bin. nur das kind das eigentlcih gewollt gewesen wäre. wegen einer behindrung abt´zureiben empfinde ich als nciht fair.

eben udn wa sist wenn das iind wirklich nur eine hand weniger hötte. oder ein ohr oder ein auge oder schlcht hört?



geschrieben von: Angelus Noctis

Ich mache mich jetzt mal unbeliebt und schließe mich engelchen und necromantica an. Nein, ich würde kein behindertes Kind wollen. Ich würde ganz sicher abtreiben - aus egoistischen Gründen. Ein Kind zu haben ist in der heutigen Gesellschaft schon schwer genug. Aber ein behindertes mit durchzuschleifen ist mir schlicht zu anstrengend! Keiner kann mich zwingen, daß ich mir das antue.
V.a. bei schwereren Behinderungen sehe ich eher die Bürde für die Gesellschaft, als die Frage, ob der Mensch glücklich wird. Denn viele im klassischen Sinne Behinderte kommen nicht so ohne weiteres allein zurecht. Jemand muß sich kümmern. Und ich bin garantiert die letzte Person auf diesem Planeten, die sich dafür eignet. Darüber hinaus will ich es auch gar nicht.
Mal abgesehen von der Tatsache könnte ich den Job (den ich anpeile) auch nicht einfach so an den Nagel hängen um für das Kind da zu sein. Also hat sich die Frage doppelt erledigt. Ich will nicht und ich kann nicht.


@Naima
Warum sollte es unfair sein, deswegen abzutreiben? Muß ich mir das antun, nur damit keiner "Rabenmutter" brüllt? Sollte ich mich je für ein Kind entscheiden, dann ein gesundes oder keins! Sorry ...

Stille Grüße

Angelus



geschrieben von: Hoffnung

Hmmm ich hab jetzt mal alles durchgelesen.

Die Untersuchung die du meinst ist wahrscheinlich die Fruchtwasseruntersuchung schätze ich jetzt einfach mal.

Also als ich schwanger war, wurde mir von der seite meines damaligen Freundes, sprich seine Eltern, gesagt das in der famillie eine Erbkrankheit herscht, sie tritt nicht immer auf, ist aber so ähnlich wie eine spastische Lähmung.
Da ich aber schon zu weit in der Schwangerschaft war, konnte ich nicht mehr abbrechen.
Untersuchungen ergaben Gottseidank das der Kleine die Krankheit nicht hatte.
Und ich bin froh das der zwerg da ist.

Aber ich sag ehrlich ich hätte alles getan den Kleinen nicht zu bekommen wenn er die Krankheit gehabt hätte.
Nicht nur weil ich IHM das ersparen wollte, sondern weil ich mich dem ganzen was um solche Krankheiten und Behinderungen herum geschieht nicht gewachsen gefühlt habe.
Jetzt kommt wahrscheinlich sicher das mit der Adoption usw, aber schaut euch bitte mal um, wer nimmt schon ein behindertes Kind, und will man das dem Kind wirklich antun???

Es ist ja nicht nur so das es darum geht das andere das Kind und auch die Eltern schräg ansehen, es geht auch um das finanzielle, Umbau von Wohnungen .usw.
Klar gibt es Zuschüsse, aber die langen lange nicht, und ewig auf den Vater Staat angewiesen sein?
Die dauernden Untersuchungen, Krankenhausaufenthalte usw...

Es ist Stress pur, den ich nicht ausgehalten hätte.

Der vergleich mit dem Unfall ist auch sowas, ich gebe Pain recht es ist etwas anderes wenn man plötzlich davor steht als wenn man sich vorher entscheiden kann.
Ein Kind im Bauch hat man meist lieb, das ist klar, es lebt schließlich mit einem, aber wenn man das erste Lächeln von einem Kind gesehen hat, dann liebt man es...
Naja wenigstens war es so bei mir, aber jeder Mensch ist verschieden....

Fazit:
Würde ich noch ein Kind bekommen und es heißt es ist schwerbehindert, werde ich es deffinitiv Abtreiben.
Nicht nur wegen dem Kind sondern auch wegen mir.
Denn was nutzt eine Mutter die dem nicht gewachsen ist?


Und ich kann nur jeden bewundern der es schafft ein solches Kind großzuziehen, denn es heisst nicht das man , wenn das Kind an die 18 ist, etwas mehr eigenen Freiraum hat, sondern das man sein leben lang für dieses Kind absolute verpflichtungen trägt...

ich hoffe man kann das Kauderwelsch bischen verstehen.



geschrieben von: Bruja

Mhm man kann die Sache sehen wie man will!

Ich arbeite seit ca. 1 Jahr in einer Einrichtung für Körperbehinderte, und muß sagen das einige natürlich nicht alle sehr wohl glücklich sind, genausowie bei "gesunden" (naja geistig sinds ja nicht unbedingt...) Menschen....

Ich hab mit Querschnittgelähmten schön besser Partys gfeiert als mit anderen,....*g*...da sind Rollifahrer sogar ganz praktisch weil sie nicht vom Stuhl fallen....

Also finde ich das Argument, das des arme Kind ja keine Freude am Leben hätte schwachsinnig.

Und trotzdem:

Wenn ich jetzt schwanger werden sollte (die Götter mögen dies verhindern *g*) und ich wüßte das mein Kind behindert wäre, würde ich abtreiben.....

das kommt jetzt natürlich auf die Art der Behinderung an.....

Mal davon abgesehen das es teilweise so ist das der Körper der Frau das mißgebildete Kind abstoßen würde (Fehlgeburt), aber es jetzt genug Medikamente gibt die dieses verhindern.....

Und da würd ich sagen da geht der Mensh schon zu weit wenn er so eine Fehlgeburt verhindert, mischt sich viel zu weit in die Natur ein!

Ich würde das Kind nicht abtreiben weil ich Angst darum habe, das es nicht glücklich wird (naja also in gewisser Weise schon, Erklärung kommt gleich!)
Ich würde mich gegen dieses Kind entscheiden weil es eine noch größere Verantwortung ist als ein gesundes Kind.

Ich hab jetzt nach einem Jahr mit dieser Sache wie Pflege (Klogänge usw.) die Nase ziemlich voll davon!
Ich find des total ätzend wenn ich während meiner Freizeit ständig Leut von der Pfennig seh,......das klingt jetzt ziemlich mieß,....aber ich will in meiner Freizeit meine Ruhe haben entspannen und nicht an meine Arbeit denken.....es belastet!

Und deswegen will ich nicht mein ganzes Leben mein Kind pflegen müssen, ...es würde mich kaputt machen....


es gäb zwar noch die Möglichkeit eines Heimes, ...aber sowas werde ich meinen Kindern (falls ich jemals welche haben sollte, was ich eh stark bezweifle) egal ob behindert oder nicht behindert , niemals antun......

Weil dann trifft das nämlich wircklich zu, das das Kind nicht glücklich wäre,
.......
1.wenn man von seiner Mutter weggeben wird (vom Vater mal gar nicht geredet, da ist nämlich die "Zigaettenholquote noch etwas höher), fühlt man sich nicht geliebt.

2. wenn mitbekommt das einem die eigene Mutter Vorwürfe macht das sie wegen einem ihr Leben aufgegeben hat,.......fühlt man sich als Last

3. Wenn man in einem Heim ist, in dem alles anonym ist, man dort keine richtige Bezugsperson hat, fühlt man sich gehasst.

Die Gefühle der Mutter übertragen sich auf ihre Kinder, werden klar in dem Umgang mit ihnen, teilweise sogar ausgesprochen.....

Das will ich meinem Fleisch und Blut niemals antun!

Ich wäre zu schwach dafür ein behindertes Kind aufzuziehen und mein Leben lang zu pflegen......

Aber ich bewunder jeden der diese Kraft hat!

Ich sage das ich das Kind nicht bekommen würde, ich sage das jetzt aus meiner jetzigen Lebenssituation aus meinen Erfahrungen usw. aber letztendlich kann man die Situation nur beurteilen wenn man selbst betroffen ist oder war.....

Aber ich bete zu den Göttern das ich mich nie entsheiden werden müsse.....

l.G.
Bruja



geschrieben von: Schattenwesen

Oh, wie oft habe ich über dieses Thema nachgedacht...
Ich habe schon immer sehr viel mit behinderten Menschen zu tun (auch da mein Bruder geistig behindert ist, zudem studiere ich Sonderpädagogik und habe guten Kontakt zu einer Körperbehindertenschule)... ich habe festgestellt, dass es bei Behinderten ebenso deprimierte, lebensunlustige... wie auch sehr glückliche, zufriedene Menschen gibt, bei denen sich manch "Gesunder" eine Scheibe abschneiden könnte. Ich persönlich habe einen super Draht zu diesen Menschen und spüre ihnen gegenüber eine tiefe Zuneigung. Dennoch kann ich verstehen, dass nicht jeder der Herausforderung ein solches Kind großzuziehen gewachsen ist... es ist ja unbestritten, dass schon so manche Ehe über der Erziehung jener Kinder zerbrochen ist *leider* ! Daher kann ich verstehen, dass einige Eltern diesen Weg gehen, auch wenn ich diese Einstellung nicht teile...
(wobei es auch etwas völlig anderes ist ein paar Stunden am Tag mit behinderten Menschen zu arbeiten als tagein tagaus dafür verantwortlich zu sein --> Aufgabe der Eltern)...
wer hat somit das Recht darüber zu urteilen?



geschrieben von: Paladin

Meine Cousine ist schwer körperlich und geistig behindert.

Sie kam als gesundes Kind zur Welt, aber die Ärzte übersahen, dass sie eine Eiweißallergie hatte.
Mittlerweile kann sie nicht mal allein den Kopf heben. Sie ist 18, geistig aber maximal auf dem Stand einer 3 jährigen und körperlich sieht sie aus wie eine 8jährige. Worte kann sie nur vereinzelt sprechen und sie sind sehr schwer zu verstehen.
Für die Eltern kam Abtreibung nie in Frage und trotz der Belastung (auch in finanzieller Hinsicht) lieben sie das Kind.

Ob eine Abtreibung für das Kind besser gewesen wäre?

Ich muss nur einmal in ihr lachendes Gesicht sehen und die Antwort ist klar: Niemals!!!


MfG Arne



geschrieben von: Nachtelbin

ich denke pauschalisieren kann man definitiv nicht.
Mein Onkel ist auch mit Trisomie21 auf die Welt gekommen, wird im Mai 43 Jahre alt (ein schon sehr hohes Alter, da er, was mit dieser Behinderung meist einhergeht, auch einen Herzfehler hat) und hat seit dem Alter von ca. 4-5 Jahren die Möglichkeit genutzt, in der Lebenshilfe halbtägig betreut zu werden (Kindergarten, Werkstatt für Behinderte).
43 Jahre. So lange wohnt er schon bei meinen Großeltern...die sich sicherlich vorgestellt hätten, auch mal "kinderfrei" zu sein...inzwischen ist meine Großmutter gestorben...allerdings konnte sie sich auch lange nicht mehr um ihn kümmern, da sie selbst ein Pflegefall geworden war...mein Großvater ist auch nicht mehr der rüstigste, also müssen sich seine Geschwister, also meine Tante und meine Mutter (die anderen drehen auch dezent den Kopf zur Seite, was das Thema anbelangt) sich um ihn kümmern. Meine Tante muss also jeden Tag dorthin fahren, Essen kochen, den Haushalt führen etc.. Karriere? Ist nicht, Teilzeitarbeit schon eher.
Ob meine Großeltern das gewollt hätten? Die Verantwortung für meinen Onkel nach dem Ermüden ihrer Kräfte zwangsweise auf den Rest der Familie übertragen zu müssen? Sicher, man könnte ihn auch in ein Heim geben...aber nach all den Jahren scheint es doch etwas unmenschlich und steht auch so einfach außer Frage, Familie ist Familie.
Und sicher, mein Onkel ist ein wunderbarer Mensch und ich denke, keiner aus der Familie möchte ihn noch missen, aber trotzdem, er ist auch eine Belastung, die man nicht so einfach unerwähnt lassen kann...Urlaub? Für meine Großeltern seit 43 Jahren nicht möglich gewesen, als mein Großvater ins Krankenhaus musste, musste meine Tante dort übernachten. Es ist einfach eine gewaltige Einschränkung, auch wenn man dafür öfter entlohnt wird..
...es sagt sich immer so leicht "wenn ich XY dann lachen sehe, ist alle Anstrengung vergessen" o.ä., aber trotzdem, leicht ist es nicht...auch nicht, wenn es (glücklicherweise selten) mal vorkommt, dass ein Passant stehen bleibt und etwas wie "wie kann man so etwas auf die Welt setzen!" von sich gibt. Allerdings denkt man dann meist "jetzt erst recht, zeigen wir, wie wertvoll dieses Leben ist". Es scheint simpler zu sein als das unsrige, aber wer gibt uns das Recht, zu urteilen, ob es auch "weniger wert" ist? (Damit meine ich nicht, das Abtreibung außer Frage steht, es werden schliesslich nicht nur Behinderte Kinder abgetrieben...)
Ich denke, wenn man keine finanzielle Absicherung hat und dem ganzen ohnehin nicht gewachsen ist, ist eine Abtreibung besser als der Entschluss, es mit allen Mitteln und zusammengebissenen Zähnen zu versuchen um dann doch irgendwann zum Scheitern verurteilt zu sein...aber wenn man es sich "leisten" kann und sicher gehen kann, nicht andere auch noch zu belasten, sollte man bedenken, dass es das Leben verändern kann...ich denke, man besinnt sich bei Behinderten mehr...im positiven Sinne, es wird vieles weltliches nichtig, andere Werte zählen.

Gruß, die Nachtelbin



geschrieben von: Daydreamer

dieses thema erinnert mich doch stark an diverse diskussionen in philosophie...*seufz beim gedanken daran*
viele menschen stellen es sich so einfach vor,behindert zu sein.
man wird ja vom staat unterstützt und diezahlen ja auch den hausumbau. überhaupt gibt es fast überall rollstuhl-rampen und auch genug behindertenparkplätze.
ja,wie schön das alles klingt. doch im grunde ist es nicht so.
natürlich gibt es all dies,aber es reicht nicht,wie hier ja auch schon erwähnt wurde.
denn immer wieder kann ich nur betonen,dass kinder grausam sind.besonders in den ersten schuljahren(na ja,eigentlich bei uns bis in die oberstufe hinein,aber das lasse ich jetzt mal außer acht).
die erkennen sofort die unterschiede zu sich selbst und im erfinden "netter" namen sind sie wahre experten. das ist für kinder sicherlich nicht leicht. aber richtig schwierig wird es,wenn sich die lehrer einmischen,die die krankheit nicht verstehen(was besonders oft vorkommt,wenn man die krankheit nach außen hin nicht wahrnimmt).oft gibt es dann tips aller: wollen sie ihr kind nicht auf eine sonderschule geben?da ist es besser dran als bei uns. da hat es gleichgesinnte.
bei solchen aussagen bleibt mir zumindest fast die spucke weg.
natürlich kann man nicht von jedem menschen erwarten,dass er über umfassendes wissen bezüglich dieser krankheit verfügt. man kann auch die hilflosigkeit verstehen,die viele menschen plagt. aber was ich nicht verstehen kann,das ist die bewußte abgrenzung.sei es durch beleidigungen oder durch anderes verhalten. genauso wenig kann ich nicht verstehen,dass andere menschen sich von dieser familie oder besonders dem kind entfernen. behinderungen sind doch nicht ansteckend.
aufgrund dieser erfahrungen möchte ich auch kein behindertes kind in die welt setzen.es muss nicht das durchmachen,was ich selbst schon sah.vielleicht ändert sich die gesellschaft irgendwann,so dass es möglich wird. sicherlich ist auch nicht jeder so,wie diese beschriebenen menschen. aber das risko,dass das kind daran zerbrechen könnte,ist mir ehrlich gesagt zu groß.
und außerdem weiß ich nicht,ob ich inder lage wäre,das kind ein leben lang zu versorgen...
aber es kommt sicher immer auf die schwere und art der behinderung an.und wenn ich in der situation wäre,würde ich mich vielleicht doch dafür entscheiden...ich weiß es nicht.
aber ich glaube,ich würde auch generell keine kinder in diese welt setzen wollen...momentan erscheint sie mir einfach zu dunkel,um wahrhaft glücklich zu werden...
das waren erstmal die ersten gedanken dazu...
wollte niemanden angreifen,weiß nicht,ob es so rüberkam...
viele grüße
daydreamer





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