[Gothic - Exhibitionismus und Dresscode] - German Gothic Board

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Gothic - Exhibitionismus und Dresscode

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geschrieben von: Demon17

Es gab mal eine Zeit, als die Leute meist in romantischen Gewändern einhergingen. Ballkleider, das lange schwarze usw. Heutzutage rennt ein Teil der Szene in ultrakurzen Minis herum, die teilweise auch noch durchsichtig sind. Ein Slip scheint genug Kleidung zu sein. Es kommen schon Metaller und andere, die die Musik gar nicht mögen zum spannen. Durchsichtige Blusen und Netzhemden statt langer wallender schwarzer Kleidung. Kettenhemden auf nackter Haut. Ich finde das hat nichts mehr mit schwarzer Romantik zu tun. Nichts mit Tiefgang und Trauer und der allgegenwart des Todes. Einst zelebrierten wir schwarze Messen in den Clubs nun sind die Parties eher GoGo - Veranstaltungen.

Ich bin dafür einen Dresscode einzuführen, der eine Minimum an Kleidung verlangt. Einfach weil diese kaum vorhandene Kleidung nur einen Gedanken zuläßt, Sex. Es gibt jedoch Menschen, denen anderes wichtiger ist, Spiritualität z.B. Ich finde es gibt zuviele oberflächliche Partypeople und zuwenig Mystiker, Träumer die den dunklen Seelenrausch suchen. Ich denke es gab mal so etwas wie eine schwarze Transzendenz, die uns in magischen Momenten verband; die das irdische in uns verblassen ließ. Doch diese Exhibitionisten sind nur all zu irdisch. Gothic Clubs sind keine Teeniepuffs. Deshalb fordere ich einen Dresscode, dmit wir zurück kehren zum Wesen des Ursprungs.

never surrender

demon17



geschrieben von: Black Rat

Ich bin mir unsicher ob ein Dresscode das erreichen wird, was du bezwecken möchtest.
Die Leute haben sich verändert, auch die Musik in den Clubs hat ja meist nichts mehr mit schwarzer Romantik zu tun. Die Gothics wurden öffentlicher, viele Leute kommen um zu gucken. Wir sind längst keine abgeschottete Szene mehr. Zu den Feiern geht man hin, brezelt sich auf, feiert, flirtet evtl. auch...
Also generell leichte Bekleidung zu verbieten ist sicher nicht das das Richtige. Ich denek man müsste sich wenn schon denn schon einigen wann es zu viel (bzw. zu wenig) ist. Ich persönlich finde es recht angenehm, eine Netzstrumpfhose und nen Minirock zu tragen, wenn draußen die Sonne mit 30 °C und mehr auf die Erde knallt.
Liegt es denn wirklich an der Kleidung das die Leute auf solchen Parties "versexualisiert" werden? Vielleicht mitunter auch. Aber was du anprangerst ist eine Frage der Einstellung, die sich unter anderem in der Kleidung zeigt. Deshalb wage ich zu bezweifeln, das ein Drescode dieses Problem lösen könnte.



geschrieben von: Kinch

Ein Dresscode allein würde natürlich kaum zum erhofften Erfolg führen. Denn die leichte Bekleidung mit eindeutiger Botschaft ist nicht ursächlich, sondern lediglich Symptom eines allgemeinen Wertewandels innerhalb der Szene.
Die Okkupation der Szene durch Massenzuwanderung einer Durchschnittsbevölkerung zersetze sukzessiv die Bedeutung und das Selbstverständnis der Szene, und zerstörte vor allem ihren lebensnotwendigen elitären Charakter.
Die Sexualisierung des Kleidungsstils, miserable Lyrik, Tokyo Hotel und Chris Pohl sind nur einige Auswüchse, mit denen sich ein moderner Gothic konfrontiert sieht, und ihn an der Szene zweifeln lässt.
Die einzige realistische Möglichkeit die ich sehe ist es, die Szene wieder stärker von der Bevölkerung abzuschotten. Dazu ist es notwendig sich auf das Mark, das eigentliche Wesen der Gothic-Szene zurück zu finden. Jemand ohne existenzielle Probleme, ohne allumfassenden Lebensekel, tiefer Verzweiflung, unsäglicher Melancholie und einem suizidnahen Lebenswandel wird niemals den Kern der Szene berühren können, und ist daher aus der Szene zu entfernen.
Ein hilfreiches Instrument dazu könnte ein Gesinnungscode sein, natürlich nur als Ergänzung zu einem Dresscode. Nur wer durch seinen Lebenswandel und seine Art belegen kann, zu wissen was es heißt zu leiden, wird in unsere erlauchten Kreise aufgenommen werden.



geschrieben von: LaChatte

na, dann gehe doch jemand hin und organisiere eine Party mit Dresscode. Dann können die Spannies zu der Unterwäsche-Party gehen und die elitär Verzweifelten in Rüschchen zu der Dresscode-Party. :p

Oder sonst besuche eben SM-Parties, deren Dresscode oft ausdrücklich verlangt, nicht nur in Unterwäsche zu erscheinen, sondern doch etwas mehr bekleidet. Mystiker, Träumer und dunklen Seelenrausch dürfte es an diesen Anlässen auch geben. ;)



geschrieben von: Demon17

@instroemen2,

da diese Geschmacklosigkeit sowieso editiert wird, hab ich das erst gar nicht zitiert. Ich verlasse mich da auf Apex.

Ich finde es mutig was Kinch sagt und er hat in vielem recht. Es geht um den Gegensatz von Körper und Geist. Es gab mal eine Zeit, da war der Kopf wichtiger als Unterkörper. Inzwischen scheint es umgekehrt zu sein. Die Kleidung ist da sicher nur Ausdruck einer schleichenden Veränderung, doch ich sehe da ein Wechselverhältnis zwischen Äußerlichkeiten und den intellektuellen Prozessen. Ich für meinen Teil lerne Frauen lieber als Menschen kennen, konzentriere mich auf Ihr Gesicht und ihren Verstand. Bei nahezu unbekleideten Frauen fällt es mir jedoch schwer, etwas anderes als einen möglichen Sexualpartner in ihnen zu sehen. Ganz abgesehen davon das eine gut aussehende Frau das gar nicht nötig hat, finde ich auch Typen in Netzschirts ziemlich albern.

@LaChatte,

als Aussenstehende kannst Du natürlich emotional nicht nachvollziehen um was es geht. Aber dein Hinweis auf die SM-Parties zeigt vielleicht, das mein Gedanke nicht so abwegig ist.



geschrieben von: Celtvis

Zitat:
Original geschrieben von Kinch
1.) Jemand ohne existenzielle Probleme, ohne allumfassenden Lebensekel, tiefer Verzweiflung, unsäglicher Melancholie und einem suizidnahen Lebenswandel wird niemals den Kern der Szene berühren können, und ist daher aus der Szene zu entfernen.

2.) Ein hilfreiches Instrument dazu könnte ein Gesinnungscode sein, natürlich nur als Ergänzung zu einem Dresscode. Nur wer durch seinen Lebenswandel und seine Art belegen kann, zu wissen was es heißt zu leiden, wird in unsere erlauchten Kreise aufgenommen werden.



ad 1.)
Wo hast Du Dir das denn zusammengereimt?
Das halte ich für völligen Murks.

ad 2.)
Ein Gesinnungscode - hier gibt's die passenden Tests dazu, damit man im nächsten Gespräch sagen kann: "Also ich bin hab im Gesinnungstest ja 97% erreicht, mit Dir rede ich gar nicht, Du liegst sogar noch unter der 90er Grenze, das Du überhaupt in den Club reindarfst provoziert mich schon dermaßen.... blablablub"

Nimm's mir nich übel, aber: Sollen wir uns auch "Geheimclubausweise" drucken und in Folie schweißen, damit man jederzeit gegenüber Gesinnungsähnlichen sein eigenes Gruftietum beweisen kann?
Nee, das war der erste Schmunzler des Tages.

Betreffs Dresscode:
Ich bin mittlerweile dazu übergegangen, öfter im Anzug loszugehen, weil es einen erfrischenden Gegenpol zu der immer spärlicher bekleideten Fraktion bildet.



geschrieben von: LaChatte

Hi Demon

nein, ich finde deinen Gedanken gar nicht abwegig. Und wenn es tatsächlich ein Bedürfnis ist, wird sich auch ein Publikum dafür finden lassen... es muss eben nur jemand losziehen und mal eine solche Party organisieren.

Ausserdem gehe ich davon aus, dass auch bei Männern eine gewisse Dominanz des Kopfes über dem Unterleib bestehen kann, sodass sie auch beim Anblick leicht bekleideter Damen sich nicht in sabbernde Geili-Monster verwandeln. Oder sind hier meine Erwartungen zu hoch?;)



geschrieben von: Demon17

@instroemen2

Nein,

auch Sex hat seine Magie. Doch Frauen die darüber verfügen sind selten. Die Magie liegt in der Bewegung des Körpers, im Ausdruck des Tanzes. Dieses plumpe Gestampfe auf 10 cm Plateausohlen ist jedoch absolut nicht magisch. Ich habe in den letzten 5-6 Jahren 2-3 Frauen gesehen, die über diesen Ausdruck verfügten, über die habe ich diese Gedichte geschrieben. Insofern bin ich für einen Dresscode um zu verhindern, das die Szene ein Sammelbecken für Exhibitionisten wird.

@LaChatte,

ich habe diesen Effekt ja in Scharfe Schwester beschrieben. Ich denke Transzendenz und oberflächlicher Sexismus stehen zueinander im Widerspruch, schwarze Mystik ebenso. Natürlich kann auch im Sex Spiritualität liegen, aber diese liegt nicht darin möglichst knapp bekleidet herumzulaufen.



geschrieben von: LaChatte

... oder wie wärs mit einer Altersbegrenzung? Partys erst ab 25 Jahren, oder erst ab 30 Jahren? Das dürfte auch schon helfen...



geschrieben von: Demon17

Zitat:
Original geschrieben von instroemen2
@Demon17: Ok, dann habe ich dich jetzt verstanden.


Nunja, ich denke, ein Dresscode ist eigentlich nicht erforderlich. Wenn man die richtige Musik auflegt, bleibt das falsche Publikum den Veranstaltungen auch fern.



Da bin ich mir nicht so sicher, obwohl dieser Exhibitionismus mit Cyber in Zussammenhang steht. Zur Zeit kommen jedenfalls jede Menge Spanner, die Gothic und auch das was Du die richtige Musik nennst überhaupt nicht mögen, nur um halbnackte Frauen anzuschauen. Auch sehe ich da eine Wechselwirkung. Diese Leute wünschen sich jede Menge Musik. In den letzten Jahren sehe ich da einen Verdrängungsprozess zu Lasten der spirituellen, romantischen Szene.



geschrieben von: Goat93

Ich frag mich nur, wieso das hier steht und nicht
unter Augen durch die Nacht



geschrieben von: Demon17

Ganz einfach,

weil ich ein Streitgespräch erwarte.



geschrieben von: Goat93

*kopfkratz

versteh ich nicht, sind die Streitgespräche im Augen
keine Streitgespräche oder erwartest du so richtige
mit allem drum und geflame, Keulenschwingen
und so? :D

Es gibt doch schon tausende Dresscodes und der Größte
Spaß wird sein, diese zu brechen :D

zudem heulen die Leutz immer so rum, wenn man mit
Dresscodes ankommt



geschrieben von: Apex

An dem Tag, an dem eine Disco einen bestimmten Prozentsatz an körperbedeckenden Textilien verlangt, mach ich da drin den Flitzer. :p

Btw. im Kaiser darf über alles diskutiert werden, auch über Dresscodes, aber wenns zu szenespezifisch wird kommt er rüber zu Seneca.



geschrieben von: xMoriturusx

Ein Dresscode wird den Untergang nicht abwenden können oder wollt Ihr Euch der Prophezeiung etwa abtrünnig entgegenstellen, werter Demon17 ?

Abgesehen davon spielt sich das Milieu der Romantiker und Mystiker doch schon längst nicht mehr in irgendwelchen "Clubs" ab (sollte dies jemals der Fall gewesen sein). Es gibt doch genügend "magische" Orte, die dem viel würdiger erscheinen.

Euer Anliegen sollte es nicht sein, das Übel namens "Clubszene" zu reformieren, sondern Sie ins Grabe zu tragen und eine Alternative zu schaffen.

never surrender :D



geschrieben von: Demon17

Zitat:
An dem Tag, an dem eine Disco einen bestimmten Prozentsatz an körperbedeckenden Textilien verlangt, mach ich da drin den Flitzer.


Du würdest Dich wundern welche Körperteile bedeckt würden und welche nicht. Ich fände es jedenfalls ok wenn darauf Wert gelegt wird, das der Slip nicht zu sehen ist. Außerdem besteht immer ein gewisser Gruppenzwang Aüex. Momentan geht der eher in Richtung halbnackt. Man könnte im Winter natürlich auch die Heizung runter drehen. Eine vernünftige Klimatisierung trüge sicher auch im Sommer zu einer Kleidung bei, die diesen Namen verdient.

Ich mein die Zeit als es Revolutionär war Bein zu Zeigen ist jetzt 40 Jahre her. Ich denke wer hierzulande noch sexuelle Befreiung fordert macht sich einfach lächerlich.

Im übrigen gibt es durchaus Clubs mit Dresscodes. Auch wenn ich kein Freund von Türsteherselektionen bin, so kann ich mit allseits bekannten, klar definierten Kriterien leben.



geschrieben von: Rovenna

Zitat:
Original geschrieben von Demon17
In den letzten Jahren sehe ich da einen Verdrängungsprozess zu Lasten der spirituellen, romantischen Szene.


Meinst nicht, daß dieser sog. Verdrängungsprozess mehr dem Zeitgeist geschuldet ist als das man eine bestimmte Fraktion von Szenegängern dafür verantwortlich machen kann? Es scheint ja für viele schwer zu akzeptieren zu sein, daß auch eine Szene (besseres Wort fällt mir net ein) immer wieder zyklischem Wandel unterworfen ist und sich darüber immer wieder neu definiert und neu strukturiert. Letztendlich wird doch die Szene und auch das Clublife durch die Leute geprägt, die hingehen und nicht dadurch, was man meint ideologisch da reininterpretieren zu müssen. Wer das nicht einsehen kann oder will, der hat zwei Möglichkeiten: a) wegbleiben oder b) sich seine eigenen Nischen schaffen.

Exhibitionismus.... hmm, der drückt sich doch nicht dadurch aus, ob jemand mehr oder weniger nackt rumläuft, jede Art von anlassbezogenem Styling hat doch etwas exhibitionistisches, egal wieviel oder welche Art von Kleidung dazu getragen wird. So gesehen ist schon alleine die Überschrift "Dresscode gegen Exhibitionismus" ein Widerspruch in sich :p



geschrieben von: Demon17

Trends werden gemacht werte Rovenna. Die Zusammensetzung der Clubszene in einer region hängt im Grunde von drei - vier DJ´s ab. Ich konnte das die letzten Jahre sehr schön beobachten, als die Szene sich spaltete.

Zitat:
Exhibitionismus ist eine sexuelle Neigung, bei der die betreffende Person es als lustvoll erlebt, von anderen Personen nackt oder bei sexuellen Aktivitäten beobachtet zu werden.
Ein Dresscode der ein Mindestmaß an Verhüllung fordert hat nicht das geringste mit Exhibitionismus zu tun.



geschrieben von: Rovenna

Dessen bin ich mir schon bewusst, lieber Demon.... Nur kann man keine Trends am Publikum vorbei etablieren. Wenn es keine entsprechende Zielgruppe gibt, gibts auch keinen Trend....

Ach und wenn du dann schon zitierst, dann auch bitte vollständig ;)

Zitat:
Allgemein gebraucht bedeutet der Begriff eine übertrieben intime Selbstdarstellung in der Öffentlichkeit. Diese Selbstdarstellung ist dabei nicht auf den rein körperlichen Aspekt beschränkt, sondern kann sich auch auf seelische, psychische, charakterliche oder andere Eigenschaften beziehen.
(...) Eine erotische Komponente ist dabei oft beteiligt, aber nicht zwingend; wichtiger ist für viele die Genugtuung, beachtet zu werden, die Befriedigung eines Bedürfnisses nach Bestätigung.




geschrieben von: Demon17

Sicher, es gibt dann ein anderes Publikum. Doch zur Zeit spricht die Clubszene nur einen Bruchteil der schwarzen Szene an. Es ist immer wieder erstaunlich, wieviele bei Konzerten einiger Bands zusammenkommen und wie sich tausend oder mehr Leute ganz schnell verkrümeln, wenn danach die sogenannte schwarze Dizze beginnt.



geschrieben von: Seneca

Der wartete schon!

Ich muss hier aber schon mal kundtun das mir einigen Stilblüten aus der jüngeren Vergangenheit mittlerweile zu wieder sind.
Es reicht nicht mehr das von zunehmend jeden Magazincover und Plakat die nackte Wahrheit offenbart wird, nein, heute muss auch in der schwarzen Öffentlichkeit alles offenherzig präsentiert werden, wobei dieses Phänomen keineswegs nur bei (meist sehr jungen) Frauen zu sehen ist.

Hier wurde längst ein Punkt überschritten der entblößt hat, das die Motive der schwarzen Hedonisten Szene alles andere als tiefsinnig sind.

das ganze erinnert mich an eine Phasen die ein bestimmter Club hier in der Stadt mal durchmachte...ab einem gewissen Zeitpunkt hatte es sich herumgesprochen das man in "Spot" zu Techno-Partie die sich lächerlicherweise seit 1987 noch immer "Fürsten der Dunkelheit nennt, weitaus billiger Titten und Ärsche gaffen konnte als in den teuren Stripclubs eine Straße weiter.
Irgendwann im Sommer 2002 waren plötzlich mehr besoffene Gaffer anwesend als schwarze Akteure, Gruftiemädels wurden vor der Diskothek regelrecht zu willigem Freiwild erklärt, die nähe zum Rotlichtmilieu brachte weitere Probleme.
Das ging so weit das sich viele Mädels so bedrängt fühlten das sie ausblieben...und bekanntlich sind Frauen im der Diskobranche die Hauptattraktion: oder wie es mir ein Betreiber kurz Formulierte: Ohne Frauen kein Umsatz.

Nun die Frauen blieben also zunehmend aus...also musste was getan werden...Der Eintritt wurde erhöht, von dem höhern eintritt wurde ein zweiter Türsteher angestellt, der zudem eine „Gesichtkontrolle“ am Eingang zur großen Halle machte.

Man kann also nicht behaupten die Freizügigkeit bliebe folgenlos...Genaugenommen trugen die käuflichen Damen ein paar Straßen weiter mehr Textil als einigen "Fürsten" Besucherinnen, die sich drinnen dann lautstark beschwerten das sie von irgendwelchen Hoppern angemacht wurden.

Ich denke die Schmerzgrenze bis zu der man das schweigend hingenommen hat ist überschritten. Mag sein das vor allen Jüngere uns in der Hinsicht für spießig und verkalkt halten, im Gegenzug halten ich sie für billig.

Mir kommt gerade wieder die kurze Begebenheit von letzen WGT in den Sinn, die jenes fass zum Überlaufen brachte.

Bei lauschigen 9° Kam mir am Crepéstand auf der Agra eine Junge Dame entgegen die lediglich einen „breiten Gürtel“ und hohe Stiefel trug.
In dem Moment verging mir der Appetit.
Am nächsten Tag gab es übrigens immense Ausfälle wegen Blasenentzündungen und Nierenverkühlung.

Ich bestehe auf meinem Recht mir nicht jede zweite Frau außer meiner eigenen nackt ansehe zu müssen, zumal ich das bei ihr auch nicht in der Öffentlichkeit tolerieren würde.
Es ist einfach schon zu viel, egal wo man hinschaut.

PS: Ich führe den Kampf gegen diese Sitte auch hier in unserer Bilddatenbank.



geschrieben von: Apex

Zitat:
Du würdest Dich wundern welche Körperteile bedeckt würden und welche nicht.


Och, ich hab schon alles gesehen (im wahrsten Sinne des Wortes). Von daher...ich hab nix gegen FKK im Club, mir ist das eigentlich relativ egal, wenns mir net gefällt guck ich halt weg.

Zitat:
Im übrigen gibt es durchaus Clubs mit Dresscodes. Auch wenn ich kein Freund von Türsteherselektionen bin, so kann ich mit allseits bekannten, klar definierten Kriterien leben.


Ich nicht, Läden mit Dresscodes ziehen mich net so wirklich an, bei mir erwckt sowas immer den Anschein von Elitarismus und damit kann ich olles linkes Arbeiterkind net so wirklich was anfangen.



geschrieben von: Demon17

Ganz wie Du meinst Rovenna, hier nun das vollständige Zitat aus Wikipedia.


Zitat:
Exhibitionismus ist eine sexuelle Neigung, bei der die betreffende Person es als lustvoll erlebt, von anderen Personen nackt oder bei sexuellen Aktivitäten beobachtet zu werden. Sie stellt damit das Gegenstück zum Voyeurismus dar.

Der Begriff wird im medizinischen, im juristischen und umgangssprachlichen Kontext jeweils unterschiedlich verwendet. In den ersten beiden Bereichen enthält der Begriff dabei eine Abwertung, d. h. die Neigung wird als krankhaft bzw. schuldhaft gewertet.
Andererseits gibt es auch Menschen, insbesondere in der Swinger-Szene, die exhibitionistische Aspekte ihrer Sexualität in einem Rahmen ausleben, in dem das Prinzip des gegenseitigen Einvernehmens gegeben ist, ohne einen (medizinisch relevanten) Leidensdruck oder eine (strafrechtlich relevante) Belästigung anderer.
Bei der Produktion von Pornografie gilt eine exhibitionistische Neigung als wünschenswerte Qualifikation einer Darstellerin oder eines Darstellers.


Ich finde es passt ganz gut zu Seneca´s Statement.



geschrieben von: Demon17

Zitat:
Original geschrieben von Apex
Och, ich hab schon alles gesehen (im wahrsten Sinne des Wortes). Von daher...ich hab nix gegen FKK im Club, mir ist das eigentlich relativ egal, wenns mir net gefällt guck ich halt weg.
Das ist eben das Problem, wenn sie einem ständig vor der Nase herumtanzen. Ich versuche auf der Tanzfläche möglichst kollisionfrei zu bleiben. Außerdem steigert es sich ja immer weiter, irgenwann siehst Du dann die Genitalpiercings durchschimmern.



Zitat:
Ich nicht, Läden mit Dresscodes ziehen mich net so wirklich an, bei mir erwckt sowas immer den Anschein von Elitarismus und damit kann ich olles linkes Arbeiterkind net so wirklich was anfangen.

Minderheiten sind immer elitär Apex. Dann mußt Du Dir einen billigen Mainstreamclub suchen. Ob es nun darum geht, wer das kürzeste Röckchen trägt, wenn überhaupt, oder ob es um schwarzromantische Transzendenz geht. Mir ist letzteres lieber.

Letztendlich ist es eine Frage der Exklusion, ein Minimum an Bekleidung hat aber keinerlei soziale Exklusionswirkung. Dieser Forderung kann jeder unabhängig vom Einkommen nachkommen.



geschrieben von: Goat93

Mal ne Frage...
was schätzt ihr würde an Potentiellen Käufern wegfallen,
wenn man den Sexuellen bezug wieder ausm Goth
bekommen würde?



geschrieben von: Seneca

Das ganze ist dabei auch keineswegs ein Problem einer Szene. es ist ein gesamtgesellschatliches. Aber speziell in der schwarzen Szene empfinde ich es als noch unpassender und störender.
Ich kann mich sehr gut entsinne das sich frühere Gruftiefrauen nicht primär über ihre primären und sekundären Geschlechtsmerkmale udn deren Zuschaustellung definiert sehen wollten.
Der in den 90er aufkommende victorianisch inspirierte Stil brachte das sehr gut zur Geltung, ohne so undefinierbar zu wirken wie die übergroßen duchlöcherten Sweatshirts der 80ern *g*



geschrieben von: Rovenna

- Demon:
Joa, das steht da auch... mir gings aber mehr darum, daß Exhibitionismus nicht allein auf den sexuellen Aspekt der öffentlichen Darstellung der eigenen Nacktheit zu reduzieren ist, sondern selbstdarstellerische Aspekte unterschiedlicher Ausprägung einschließt, nichteinmal nur im körperlichen Sinne.

Nuja, egal, das ist ja auch nicht das Thema, geht ja hier nich um Begriffe, sondern um Umstände, also belassen wir das dabei. ;)



geschrieben von: Demon17

@Goat93,

Zitat:

Mal ne Frage...
was schätzt ihr würde an Potentiellen Käufern wegfallen,
wenn man den Sexuellen bezug wieder ausm Goth
bekommen würde?



Die Gleichung lautet , wieviele Exhibitionisten und Voyeure würden wegbleiben und wieviel längst Vertriebene würden wiederkommen. Ich sehe da eine Marktlücke.



geschrieben von: Seneca

Zu spät Demon. Die Angebotslücke wurde schon erkannt und wird derzeit gefüllt...*g*
Nur geht der Trend diesmal nicht von den großen Ballungsräumen aus.



geschrieben von: Demon17

Zitat:
Nur geht der Trend diesmal nicht von den großen Ballungsräumen aus.


Schlaumeier, was meinst Du warum ich ständig aufs Land fahre?;)

Über die zerissenen Sweatshirts will ich mal hinwegsehen. Ich fand ein schwarzes T-Schirt mit eingerissenem V-Ausschnitt und einem großen Enemy auf dem damals Rücken schon genial. Besonders wenn man es mit einer extrem engen Schlaghose kombinierte, die damals absolut von gestern war, zu langen Haaren versteht sich.



geschrieben von: SchlafenderMond

Empfinde ähnlich.
Es ist schon lange nicht mehr so, als ob der Eintritt zu einer Veranstalltung, sich wie ein, von spährischen Klängen begleitetes Eintauchen in eine vertraute, behagliche Welt anfühlte.
Und ein Vorbeigehen zwischen zwei sich unbekannten Besuchern, sich wie eine andächtige Begegnung, im gleichen erhabenen, düster romantischen Äther schwebend abspielte und nicht wie heute, besoffen taumelnd und sich kurz musternd und verachtend in den Boden starrend.
Teilweise kommt es mir heutzutage vor, wie an einer Datingveranstalltung, an der mir nach Würgen zumute wird.
Ob eine strenge, schwarze Subkulturinquisition, die allzu bunte und nackte Schafe verweist, eine Rückbesinnung erreichen könnte? Schön wärs.
Mittlerweile freue ich mich aber mehr laue Sommerabende, mit Bekannten in Wäldern und an Seen zu verbringen und verschiedene Gemütsklänge anzustimmen, miteinander horchend auf den tiefstgehenden Klang.



geschrieben von: Apex

Zitat:
Das ist eben das Problem, wenn sie einem ständig vor der Nase herumtanzen. Ich versuche auf der Tanzfläche möglichst kollisionfrei zu bleiben. Außerdem steigert es sich ja immer weiter, irgenwann siehst Du dann die Genitalpiercings durchschimmern.


Also ich hatte die Probleme bisher nicht, mir ist es eigentlich immer gelungen meine Aufmerksamkeit auf etwas anderes zu richten. Kommt aber wohl auch auf die Räumlichkeiten an, wenn man keine große Wahl hat kann das schon doof werden...
Aber wie schon gesagt, von mir aus könnten sie auch vollkommen nackt rumlaufen, stört mich net...jeder wie er will.

Zitat:
Minderheiten sind immer elitär Apex.


Klar, in jeder Form der Abgrenzung steckt etwas elitäres, nur ein Dresscode, sprich das nicht einlassen einer Person aufgrund von Outfit oder Aussehen, geht mir persönlich doch wieder zu weit. Aber gut, vielleicht liegt mein Unverständnis der Problematik auch daran, dass ich noch nie ein großes Gefühl der "Szene-Zugehörigkeit" hatte.



geschrieben von: Seneca

Zitat:
Original geschrieben von Apex
...jeder wie er will.



Das Ende jeden Benehmens und der Auftakt zur Rücksichtlosikeit.
Ich sagte ja bereits...es ist ein allgemeines Problem.
Und nach mir die Sintflut.
Andere nenne es schon den Sieg der Gosse über die Kultur.



geschrieben von: Apex

Und wieder andere sehen darin eine kulturelle Errungenschaft, ist wohl eher eine Grundsatzfrage. Ich persönlicher sehe in dieser Form der individuellen Freiheit eigentlich für mich persönlich und kulturell allgemein keine größeren Probleme.



geschrieben von: Rovenna

Zitat:
Original geschrieben von Seneca

Bei lauschigen 9° Kam mir am Crepéstand auf der Agra eine Junge Dame entgegen die lediglich einen „breiten Gürtel“ und hohe Stiefel trug.
Am nächsten Tag gab es übrigens immense Ausfälle wegen Blasenentzündungen und Nierenverkühlung.



Dascha mal n typischer Fall von selbst schuld :D .... auf die Idee würd ich nicht kommen, genausowenig wie darauf, mich bei 35° im Ganzkörper-PVC-Outfit in der Sonne rumzudrücken :eek:


Zitat:
Original geschrieben von Seneca

Hier wurde längst ein Punkt überschritten der entblößt hat, das die Motive der schwarzen Hedonisten Szene alles andere als tiefsinnig sind.



Warum denn das? Kann denn das Ausleben der eigenen Sinnlich- und Körperlichkeit nicht durchaus auch seine spirituellen, mystischen oder tiefergründigen Aspekte haben? Wenn man das pauschal in Abrede stellt und lediglich auf die billig-exhibitionistischen Aspekte reduziert, dann empfinde ICH das zB als wenig tiefsinning...



geschrieben von: Odessa

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Ich bestehe auf meinem Recht mir nicht jede zweite Frau außer meiner eigenen nackt ansehe zu müssen, zumal ich das bei ihr auch nicht in der Öffentlichkeit tolerieren würde.
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Amen. Genau darum geht es. Ich empfinde es als reichlich traurig (für diese "Gesellschaft"), daß meine männlichen Freunde, sind wir unterwegs, schon gar nicht mehr wissen wo sie noch hinschauen sollen bzw. können, nur damit NICHT der Eindruck entsteht, sie gaffen irgendeiner wildfremden Frau zwischen die Schenkel, die uns fast nackt und möglichst noch sliplos gegenüber zum Beispiel in einem Cafe oder Restaurant sitzt und wodurch die Männer (und andere Frauen) gezwungen sind, ständig in den Boden oder seltsam unnatürlich zur Seite zu schauen oder sich gar umzusetzen - wo dann die nächste "Dame" mit Ausschnitt bis zum Nabel hockt und das Ganze von vorne beginnt.

Und das alles nur, damit man nicht den Eindruck erweckt man wäre ein Spanner, fände das nackte Fremdfleisch "sehenswert" oder auch weil man einfach so gar keine LUST drauf hat, sich anderer Leute nacktes Fleisch ungewollt antun zu müssen in der Öffentlichkeit, die eigentlich ja für uns Alle da ist.

Sowas Respektloses und Aufdringliches nennt man in anderen Zusammenhängen des menschlich-sozialen Miteinanders "Nötigung" und es ist nichts, was ich gedenke mir widerspruchslos bieten zu lassen - nur weil ein paar "Damen" oder auch Herren denken, sie dürften ihr Fleisch jedem daran gänzlich Uninteressierten in öffentlichen Lokalitäten aufnötigen. Von der Unappetitlichkeit des mir fremden schwitzenden entblößten möglichst noch käsebleichen Fleisches mal ganz abgesehen, betrachte ich es als Belästigung und Geschmacklosigkeit erster Güte, wenn mir sowas aufgezwängt wird in einer Öffentlichkeit, die kein FKK-Strand (und somit das einzig richtige Umfeld für öffentliche Nacktheit) ist.

Ein schickes sexy outfit an einer Frau - kein Thema. Aber zwischen sexy und ordinär, zwischen raffiniert-erotisch und aufdringlich-plump, da liegen halt eben Welten. Und ganz klar definierte Grenzen.

Jedem das Seine ist ein Motto, das ich sehr schätze und es auch zu leben versuche - in Bereichen, wo man damit aber auch niemand Anderem weh tut oder dessen Freiheit einschneidet. In dem Moment, wo ich gezwungen bin, anderer Leute intimste Körperteile um mich herum ständig er-blickend ertragen zu müssen, befinde ich mich in einer "vergewaltigten" Situation, erfahre Respektlosigkeit, Taktlosigkeit und Aufdringlichkeit und dagegen verwahre ich mich.


--

Warum denn das? Kann denn das Ausleben der eigenen Sinnlich- und Körperlichkeit nicht durchaus auch seine spirituellen, mystischen oder tiefergründigen Aspekte haben?
----

Guter Punkt :-). Nur kann ich für diesen Teil und eigene Erfahrung sagen: die Leute, denen es wirklich um "gotische Sinnlichkeit" und spirituelle, magisch-mystische Erotik geht, die leben das gerade NICHT in der Öffentlichkeit hiervon völlig unbeteiligter Menschenmengen aus, und schon zwei mal nicht durch billiges, nuttiges Auftreten.

Ein Schamane, eine Tantra-Priesterin, ein mystisch-sinnlicher Erzengel der sich mit Dir in wilder Ekstase und brennender Leidenschaft vereint .... sie alle werden weder in Strapsen-Outfit noch mit "abgeklebten Brustwarzen" als einziges Oberteil auftreten in Clubs.... Spiritualität in der Erotik lebt man nicht durch Provokation Unbeteiligter aus, sondern üblicherweise im engen privaten Umfeld der unmittelbar daran Beteiligten und dann an der dargebotenen Nacktheit auch Interessierten ;)



geschrieben von: Seneca

Zitat:
Original geschrieben von Rovenna

Warum denn das? Kann denn das Ausleben der eigenen Sinnlich- und Körperlichkeit nicht durchaus auch seine spirituellen, mystischen oder tiefergründigen Aspekte haben? Wenn man das pauschal in Abrede stellt und lediglich auf die billig-exhibitionistischen Aspekte reduziert, dann empfinde ICH das zB als wenig tiefsinning...



Aber nicht wenn die halbe Welt zusieht!
Wenn die Show im Vordergund steht hat das nicht mit spirituell mehr zu tun.



geschrieben von: Apex

Zitat:
Aber nicht wenn die halbe Welt zusieht!
Wenn die Show im Vordergund steht hat das nicht mit spirituell mehr zu tun.


Warum nicht? Spiritualität muss nicht im stillen Kämmerlein praktiziert werden, sondern darf auch nach außen getragen werden, zumindest nach meiner Sichtweise.

Zugegebener weiße glaube ich auch nicht, dass bei vielen Nackerten die spirituelle Selbstfindung im Vordergrund steht. Aber wenns das gibt...eija...



geschrieben von: LaChatte

Zitat:
sind wir unterwegs, schon gar nicht mehr wissen wo sie noch hinschauen sollen bzw. können, nur damit NICHT der Eindruck entsteht, sie gaffen irgendeiner wildfremden Frau zwischen die Schenkel die uns gegenüber zum Beispiel in einem Cafe oder Restaurant sitzt, wodurch die Männer (und andere Frauen) gezwungen sind


ich bekenne, ich schaue aussergewöhnlich gekleidete Menschen an, sie legen es ja darauf an. Wenn es ihnen nicht gefällt, angeguckt zu werden, können sie sich ja umziehen. ;)

Zitat:
Ein schickes sexy outfit an einer Frau - kein Thema. Aber zwischen sexy und ordinär, zwischen raffiniert-erotisch und aufdringlich-plump, da liegen halt eben Welten. Und ganz klar definierte Grenzen.


Klar definierte Grenzen wohl nicht. Ein und dasselbe Outfit kann an Person A wunderbar elegant und raffiniert aussehen, und an der Person B einfach katastrophal.

Zitat:
Ein Schamane, eine Tantra-Priesterin, ein mystisch-sinnlicher Erzengel der sich mit Dir in wilder Ekstase und brennender Leidenschaft vereint .... sie alle werden weder in Strapsen-Outfit noch mit "abgeklebten Brustwarzen" als einziges Oberteil auftreten in Clubs.... Spiritualität in der Erotik lebt man nicht durch Provokation Unbeteiligter aus


Mag sein, mag auch nicht sein. Ich betrachte Madonna als starke, beeindruckende und spirituelle Frau, und sie hat sehr wohl provoziert mit ihrer Sexualität. Allerdings hat sie auch genau gewusst, was sie da tut, während man das für viele Teenies in modischer Uniform nicht unbedingt behaupten kann.



geschrieben von: Seneca

Zitat:
Original geschrieben von LaChatte
Ich betrachte Madonna als starke, beeindruckende und spirituelle Frau, und sie hat sehr wohl provoziert mit ihrer Sexualität. Allerdings hat sie auch genau gewusst, was sie da tut, während man das für viele Teenies in modischer Uniform nicht unbedingt behaupten kann.


Madonna hatte sexuell provokante Phasen und eine spirituelle Phasen, aber kaum beides gleichzeitig.
Das "Material Girl" ist nicht die "Madonna" (im wahrste Sinne) von heute.

Diese Phänomen ist bei Frauen aber nicht selten wenn sie Mütter werden, oder in das dafür typische Alter kommen.



geschrieben von: Rovenna

Zitat:
Original geschrieben von Odessa
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Guter Punkt :-). Nur kann ich für diesen Teil und eigene Erfahrung sagen: die Leute, denen es wirklich um "gotische Sinnlichkeit" und spirituelle, magisch-mystische Erotik geht, die leben das gerade NICHT in der Öffentlichkeit hiervon völlig unbeteiligter Menschenmengen aus, und schon zwei mal nicht durch billiges, nuttiges Auftreten.

Ein Schamane, eine Tantra-Priesterin, ein mystisch-sinnlicher Erzengel der sich mit Dir in wilder Ekstase und brennender Leidenschaft vereint .... sie alle werden weder in Strapsen-Outfit noch mit "abgeklebten Brustwarzen" als einziges Oberteil auftreten in Clubs.... Spiritualität in der Erotik lebt man nicht durch Provokation Unbeteiligter aus, sondern üblicherweise im engen privaten Umfeld der unmittelbar daran Beteiligten und dann an der dargebotenen Nacktheit auch Interessierten ;)




Auch ein guter Punkt (oder mehrere gute Punkte), Odessa :)

Aber da sind wir doch wieder bei einem bekannten Phänomen, nämlich daß Dinge die früher im intimen Bereich der eigenen 4 Wände oder im ganz engen Rahmen zwischen Gleichgesinnten praktiziert wurden, mittlerweile verstärkt in die Öffentlichkeit getragen werden, als Beispiele nenn ich nur mal Homoerotik, Fetisch oder S/M.

Auch mit spirituellem, esoterischem oder neuheidnischen Gedankengut siehts doch heute genauso aus, auch das spielt sich nicht mehr in irgendwelchen verräucherten Hinterzimmern diverser Esozentren ab, sondern drängt inzwischen auch in die Öffentlichkeit. Und wo das passiert, werden Einflüsse adaptiert, auch von Menschen, die ursprünglich aus ner ganz anderen Richtung kommen. Lassen wir mal außen vor, ob tatsächlich dann was dahintersteckt oder ob nur damit kokettiert wird, da will ich mir kein Urteil drüber erlauben, weils ne ganz individuelle Frage ist, die man nicht verallgemeinern sollte.

Es wird aus meiner Sicht von vielen ein elementarer Fehler gemacht, nämlich es wird davon ausgegangen, daß traditionelle spirituelle Bräuche immer noch in einem Umfeld praktiziert werden müssen, das dem ähnlich ist, in dem sie einstmals entstanden sind. Es bedarf keines Beltane-Feuers, um die Vereinigung von weiblicher und männlicher Kraft, von Gott und Göttin zu zelebrieren. Und dem Erzengel ist es auch völlig schnuppe, ob er zur sinnlichen Ekstase einem Menschenweibchen in Jute oder in Plastik oder in gar nichts beiwohnt. ;)

Ich sags jetzt mal ganz plakativ und nehme die Haue dafür schonmal billigend in Kauf: Die Beltanefeuer von heute können auch die Strobolights einer Disco sein und der Minnegesang der altertümlichen Druiden die Uffta-Beats von Combichrist :D



geschrieben von: Demon17

Zitat:
Original geschrieben von Apex
Und wieder andere sehen darin eine kulturelle Errungenschaft, ist wohl eher eine Grundsatzfrage. Ich persönlicher sehe in dieser Form der individuellen Freiheit eigentlich für mich persönlich und kulturell allgemein keine größeren Probleme.
Wie Du weißt hört die Freiheit des einen dort auf, wo sie die des anderen Einschränkt. Dieses halbnackte Auftreten liegt eindeutig jenseits jeder kulturellen Norm. Menschen sind nun einmal stark durch Triebe geprägt, das ist eine psychologische Binsenweisheit. Ich für meinen Teil und mit mir viele andere gehen nun mal nicht in die Dizze um sich an halbnackten Teens aufzugeilen, sondern weil sie eine schwarze, mystische Spiritualität suchen. Die zwanghafte Konfrontation mit nackten Tatsachen wirkt auf normal gepolte Menschen des anderen Geschlechtes nun einmal irritierend, wenn diese einem direkt vor der Nase herumhüpfen.

Nun kannst Du sagen, bleib doch weinfach weg. (Das tue ich zur Zeit). Doch man darf vielleicht daran erinnern, das diese Leute eine Infrastruktur unterwandern und damit zerstören, die durch Leute entstand, die nun vertrieben werden. Wir haben das alles schon erlebt, halbnackte Technobienen, die Hyper Hyper rufen, mit GoGo Girls und Boys in Käfigen usw. Das ähnelt doch verdächtig einem Mileu, in dem die Zerstörung und Ausbeutung von Menschen auf das widerlichste betrieben wird. Die Grenzen werden fließend und man hat jede Menge Spanner in den Clubs.

Das heißt wir erleben einen (Sub-)Kulturellen Niedergang, irgendwann ist dann Gothic nichts weiter als eine Sparte des Fetischismus. Ich denke, der Teil der Szene, dem das nicht gleichgültig ist, hat das recht sich dagegen zu wehren.



geschrieben von: Rovenna

Zitat:
Original geschrieben von Demon17
Dieses halbnackte Auftreten liegt eindeutig jenseits jeder kulturellen Norm.


Und ich dachte immer, der Sinn einer Subkultur definiert sich u.a. auch immer durch Aufbrechen tabuisierter Normen.... naja, hab ich wohl falsch gelegen :(



geschrieben von: Demon17

@Rovenna,

Zitat:
Ich sags jetzt mal ganz plakativ und nehme die Haue dafür schonmal billigend in Kauf: Die Beltanefeuer von heute können auch die Strobolights einer Disco sein und der Minnegesang der altertümlichen Druiden die Uffta-Beats von Combichrist


du verwechselst Reizüberflutung mit Meditation. Versenkung mit Zudröhnen und Tiefgang mit Erschöpfung. Chombicrist ist ein gutes Beispiel, der Rhytmus ist auf ein stumpfes Gestampfe reduziert, das früher mal das Kennzeichen billiger Volksmusik war. (Humba Humba täteräää.) Der Sänger grölt und die Melodie ist nicht der Rede Wert. Dabei wird das Ganze so aalglatt produziert, das die primitive Kraft des Punk oder harter Rockmusik sofort in monotoner Ödnis versickert. Kurz, alles was einen in höhere Sphären bringen könnte fehlt. Statt dessen 8 Minuten Eintönigkeit, die die Tanzfläche leert, aber gleich vom nächsten monotonen Stück abgelöst wird. Es ist anhand der Musik objektiv nachweisbar, das immer primitivere Strukturen die Vielfalt der alten Szene ersetzen.



geschrieben von: Demon17

Zitat:
Original geschrieben von Rovenna
Und ich dachte immer, der Sinn einer Subkultur definiert sich u.a. auch immer durch Aufbrechen tabuisierter Normen.... naja, hab ich wohl falsch gelegen :(


Tut es, doch diese Tabu´s hat das Rotlichtmileu längst gesprengt. Versteh mich nicht falsch. Ich hab nichts gegen FKK am Strand und so, aber ich habe viel gegen die Reduktion der Szene auf Fetischismus und Exhibitionismus.



geschrieben von: Rovenna

Zitat:
Original geschrieben von Demon17

du verwechselst Reizüberflutung mit Meditation. Versenkung mit Zudröhnen und Tiefgang mit Erschöpfung.



Nee nee, das verwechsele ich nicht, es sind für mich einfach zwei verschiedene Seiten, die beide zu mir gehören, die eine Seite lebe ich auf der Piste aus, die andere im stillen Kämmerlein. Beides kann gleichermaßen ein Fest für alle Sinne sein, nur anders erlebt bzw. gelebt und ich reduziere mich weder auf das eine, noch auf das andere, ganz egal als wie oberflächlich das andere abtun.



geschrieben von: Demon17

@Rovenna,

Siehst Du, es gab mal eine Zeit, in der auch das was Du im stillen Kämmerlein auslebst in den Clubs als kollektiver, sinnlicher Rausch möglich war. Nun geht es nicht mehr. Cyber wird sich sehr schnell tot laufen, ich bin jetzt seit 30 Jahren auf Piste und ich habe vieles kommen und gehen sehen. Diese, nach kommerziellen Gesichtspunkten vereinfachten Deriverate des Bestehenden sind nicht von langer Dauer. Reduktion von Komplexität macht nur zum Aufbau neuer Komplexität Sinn.



geschrieben von: noem

mit der neuen freizügigkeit tu ich mir auch ziemlich schwer- selbst wenn man davon ausgeht das es etwas mit dem modetrend im allgemeinen zu tun hat (bauchfrei, hüfthosen, der string blitzt hervor...) hatte ich lange die hoffnung das die gothikszene irgendwie nicht so sehr davon beeinflusst würde- falsch gedacht.
aber da es genug leut gibt die alles was irgendwie mit schwarz, dunkel, melancholisch, etc zu tun hat sofort in dieselbe dresscodeschublade wie sm, fetisch, etc. schmeissen- ist das wohl das ergebnis. ob dresscodes was bringen? müsste man ausprobieren.
jedem nach seinem geschmack? nein!
oft genug wird die schmerzgrenze überschritten.
was zur folge hat, das ich mich als frau sehr ärgere weil ich mir das nicht ansehen will und mir manchmal vorkomme wie im falschen film und den dicksten hals bekomme wenn ich merke das mir der spaß am schönen abend vergeht vor lauter minderwertigkeitskomplexe.



geschrieben von: Demon17

@noem,

das ist sicher ein anderer Aspekt, an der Sache. So knappe Kleidung steht den wenigsten. Es findet also eine Selektion nach physischen Merkmalen statt, die sich mit den Idealen und Zielen der schwarzen Szene nicht verträgt.

Lass Dir gesagt sein, die große Mehrheit der Teens und Twens hat Probleme damit, den eigenen Körper so zu akzeptieren wie er ist. Wie ich schon sagte, der Mensch wird weitgehend auf das physische reduziert. Es ging mal um die Seele. Schon Aristoteles sprach von der Reinigung der Seele durch die griechischen Tragödie. er nannte es Katharsis. Diese Funktion entfällt weitgehend durch die Entwicklung, die so viele hier beklagen.

dark greetz

demon17



geschrieben von: Apex

Zitat:
Doch man darf vielleicht daran erinnern, das diese Leute eine Infrastruktur unterwandern und damit zerstören, die durch Leute entstand, die nun vertrieben werden.


Man kann von zerstören reden oder von verändern, der eine wird es so sehen, der andere so. Außerdem stört mich dieses "diese Leute" etwas, viele Neon-Plüsch-Cyber-Nackisch-Leute die ich kenne waren schon lange vor dem Aufkommen dieses Trends Grufties und haben das aufgenommen, sicher kamen auch viele aus der Techno-Szene...aber von Unterwanderung zu reden, halte ich für arg übertrieben. Es verändert sich halt alles mit der Zeit, entweder man verändert sich mit oder nicht. Wenn man es nicht tut, wird einem nichts anderes übrig bleiben, als sich seine eigene Nische zu schaffen, macht man das nicht, muss man sich nicht wundern wenn man sich auf einmal nicht mehr zuhause fühlt. Mit anderen Worten, wenns dir nicht mehr gefällt, wirste wohl deine eigene Disse aufmachen müssen oder darauf warten, dass der Trend irgendwann wieder in eine Richtung geht, die dir zusagt. Es ist halt nichts statisch und unveränderbar, schon gar nicht Subkulturen.





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