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Original geschrieben von Sadujan
*sich mal oute* Ich versteck es nicht und geh auch nicht ins Sportstudio. Ich bin selbst Pro-Ana und das bedeutet nicht, dass man es völlig ins Extrem treiben muss. Klar gibt es auch Leute mit dem Wunsch, Ana bis ganz zum Ende zu führen, aber das sind die Wenigsten. Ich finde einen BMI von 15 oder 16 ganz ok, weils einfach gut aussieht. Auch bei Frauen finde ich es viel besser, wenn sie so zerbrechlich wirken und ein "untergewichtiger" Körper fühlt sich auch einfach besser an. So fies, wie die "magersüchtigen" Frauen auf den Fotos dargestellt werden, sieht es in Wirklichkeit auch einfach nicht aus. Da werden Licht und Perspektive absichtlich genutzt, um aus teilweise wirklich schönen Frauen wandelnde Skelette zu machen. Statt dessen sollte man mal wirklich einen Blick auf "untergewichtige" Models werfen, auf deren Fotos nicht ihr Gewicht, sondern irgendein Produkt im Vordergrund steht. Das kommt der Realität schon weitaus näher. Ich versteh die ganze Aufregung um Eßstörungen auch kein bisschen. Nur weil ein paar Menschen bereit sind, gesundheitliche Schäden für ihr Aussehen in Kauf zu nehmen und auch genug Willenskraft dafür aufbringen, ist es noch lange nicht ok, sie dafür anzuprangern. Es wird ja keiner gezwungen, seine Schönheit über seine Gesundheit zu stellen und nur, weil Vielen der Preis zu hoch ist, muss man doch nicht das Ergebnis in Abrede stellen. Man kann sich gern darüber beschweren, dass die körperlichen Schäden zu heftig sind, aber das Ergebnis ist unbestreitbar.
Bei Bulimie ist das anders. Beim Brechen bleiben die Kalorien und Nährstoffe im Körper und hinzu kommen die berüchtigten FAs. Effektiv nützt es also überhaupt nichts, sondern scheint mir im Gegenteil eher echt schädlich für das Gewicht zu sein. Bis auf eine Ausnahme waren alle Bulimiker, die ich bislang kennengelernt habe, deutlich an der oberen Grenze des "Normalgewichts" oder gar drüber. Es ist auch keine starke Willensleistung, FAs nachzugeben, es wieder auszubrechen und dann wieder FAs zu bekommen. Zwischen reiner Ana restriktiva und Bulimie ist ein meilenweiter Unterschied.
Was die Ausmaße angeht: ca. zwei Drittel aller Bundesbürger ist übergewichtig, der Rest zum allergrößten Teil "normalgewichtig". Anas sind schon eine deutliche Ausnahme, Pro-Anas, also solche, die sich bewusst gegen eine "Therapie" entscheiden, sind noch seltener. Man sollte sich mal lieber Gedanken darum machen, dass so viele unmündige Kinder heutzutage so dick sind, weil sie zu wenig Bewegung bekommen und mit Fast Food vollgestopft werden. Das ist nämlich ein echtes Problem.
Liebe Grüße
Sad
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Original geschrieben von ratrinity
Außerdem sehe ich in diesem Beitrag die Gefahr des triggerns.. was ja vollkommen unerheblich ist...
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Davon sind aber auch die unwissenden 13- oder 14-jährigen Jungen und Mädchen, die sich auf Pro-Ana-Seiten tummeln und freudig beim Wetthungern mitmachen ausgenommen. Deswegn finde ich es gerade hier wichtig, dass Kinder diesen magersuchtverherrlichenden Medien nicht einfach hilflos ausgesetzt werden.
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Original geschrieben von Kinch
Gerade die Magersucht erfüllt ja mehrere Ich-Funktionen. Dazu zählt die narzisstische Gratifikation, durch das Hungern. Menschen mit schwachen Selbstwertgefühl haben oft keine andere Möglichkeit Stolz auf die eigene Leistungen zu empfinden, als durch zwanghaftes Verhalten. Deshalb sehen Pro-Anas zum Beispiel ihre Magersucht als Zeichen von Willenstärke, eine Art des Triumphs, dass sie anderen Menschen überlegen macht. Auch wenn es jetzt etwas fies klingt: Aus Sadujan kann man genau diese Einstellung sehr deutlich herauslesen.
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Ich persönlich bin auf alles Andere an mir genauso stolz wie darauf, geistig wie körperlich.
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Letztendlich strebe ich nach absoluter Perfektion und weiss auch, wie ich sie erreiche.
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Ich sehe mich und alle Gleichartigen als nächste Entwicklungsstufe des Menschen an, weshalb ich auch überhaupt keinen Drang dazu habe, gewisse Sachen "therapieren" zu lassen.
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Wenn ich will, kann ich auch zunehmen, was ich ja sogar bereits mehrfach getan habe, um aus dem kritischen Bereich herauszukommen, in den mich meine Depressionen gebracht haben.
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Original geschrieben von Kinch
Offensichtlich aber ist dir das nicht genug. Weder um dich selbst zu mögen, noch dein Leben. Dein Stolz ist nicht wirklich eine Form der Selbstliebe, wie das bei gesunden Menschen der Fall ist, sondern anscheinend eher ein weniger an Verachtung.
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Zu wissen wie man absolute Perfektion erreicht ist keine große Hürde. Der Knackpunkt ist die Erkenntnis, dass das was man für absolute Perfektion tun müsste nicht im Rahmen des Möglichen liegt.
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Das ist mir klar, Sadujan. Die Geschichten klingen alle gleich. Sich selbst aufwerten wollen, sich selbst von anderen absetzen wollen, besser sein zu wollen. Geistig mehr zu werden, in dem man körperlich weniger wird.
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Ich habe das schon unzählige Male gehört. Die Realität zeigte sich stets unbeeindruckt vom Streben des Menschen nach Perfektion. Und diejenigen die nicht gestorben sind – elendig wohlbemerkt – mussten für jedes Gramm Mehr kämpfen, weitaus heftiger als für das Hungern. Genau daran scheiden sich meiner Meinung nach die wirklich Willensstarken. Die Willensschwachen sind mittlerweile ein Raub der Fäulnis.
Es ist kein Kunststück zu Hungern, zu Leiden oder die Lebendigkeit zu negieren wenn man ohnehin an einer Schwelle zum Selbstmord steht. Das ist wie Fische im Eimer angeln.
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Kurzzeitige Erfolge sind immer einfach. Ein Drogensüchtiger kann auch relativ simpel einen heißen Entzug machen und Clean werden. Das ist dann eben die Illusion der Kontrolle. Auch Fettsüchtige können radikale Diäten machen. Und jammern dann über den „Jojo-Effekt“.
Kontrolle ist etwas Dauerhaftes und nichts Alternierendes.
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Nun ja, ich weiß dass du rationalen Argumenten nicht zugänglich bist. Vielleicht bin ich da zu pauschalisierend, aber wie gesagt, die Erfahrung zeigte mir eigentlich, dass Pro-Anas zumindest im Bezug auf ihre Krankheit tatsächlich alle gleich sind.
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Möglich, aber ich sehe keinen Unterschied darin. Wertmaßstäbe kann man doch nur innerhalb des selben Systems vergleichen. Und wenn ich sage, dass Menschen das Wichtigste auf der Welt sind und ich natürlich für mich selbst der wichtigste Mensch bin, dann ist es doch nur standpunktabhängig, ob ich sage, ich liebe mich mehr oder ich liebe die Anderen weniger. Das kommt doch effektiv auf das selbe raus.
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o.O Das habe ich noch nie in so ein Verhältnis gesetzt. Ich will schlank sein, um gut auszusehen. Ich verspreche mir davon eine tolle Figur, nicht Intelligenz, Glück oder magische Fähigkeiten. Ich forme und verbessere meinen Körper lediglich genauso wie mein geistiges Selbst, also z.B. kognitive oder soziale Fertigkeiten. Das ist analog, aber nicht kausal verknüpft.
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Die Kunst ist es, den Balancepunkt zu finden und zu halten... bzw. auch Möglichkeiten, die Grenze zur Instabilität weiter nach unten zu drücken, z.B. durch erhöhten Zuckerkonsum, um den Kreislauf stabiler zu halten.
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Kurzzeitig? Ich hab mich zuletzt von BMI 13 auf 16 hochgepusht und bleib da jetzt bereits ein halbes Jahr. Ich werde nochmal austesten, wies mit 15 klappt und wenns irgendwann nicht mehr geht, mich wieder hochpushen, wieder ein Stück weniger runtergehen, usw., bis ich den Balancepunkt gefunden habe.
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Ich war erst einmal im kritischen Bereich und auch nur wegen schweren Depressionen. Solange ich keine Suizidgedanken habe, achte ich auch stets darauf, mein Gewicht hoch genug zu halten.
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Wir vertreten alle einen vergleichenbaren Standpunkt, natürlich. Das liegt daran, dass Pro-Ana eine Gesinnungsbezeichnung ist. Das ist jetzt keine großartige Denkleistung.
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Warum du aber meinst, ich würde rationale Argumente ablehnen, weiss ich nicht. Es erscheint mir lediglich als schlechter Argumentationsstil, meine Position von vornherein als Blödsinn abzutun.
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Original geschrieben von Kinch
In ihrem Kern sind Menschen generell nicht so einzigartig wie wir es gerne hätten. Die Funktionsweise der menschlichen Selbstfürsorge ist doch ziemlich gleich. Und ich behaupte einfach, ein Mensch mit derart vielen destruktiven Zwangsverhaltensweisen (Essstörungen, Pro-Ana, Rauchen, Suizidalität, und was da noch alles kommt) besitzt keine Selbstfürsorge, bzw. eine deviante Form davon. Selbstfürsorge durch Selbstschädigung zum Beispiel.
Selbstliebe ist weit mehr als ein Mangel von Selbsthass.
Dass du das für Standpunktabhängig hälst, zeigt doch eher wie wenig Erfahrung du auf diesem Gebiet zu haben scheinst. Eigenliebe – in einer gesunden Form – ist nicht weniger als ein völlig anderer Zugang, als nur die anderen Menschen noch weniger zu akzeptieren als man sich selbst.
Der Wunsch nach Perfektion, nach einer nächsten Entwicklungsstufe, oder kurz etwas anderes zu werden ist doch nichts anderes als ein Ausdruck der Unzufriedenheit mit dem eigenen Ich.
Es gibt zwei grundsätzlich verschiedene Arten sich selbst ändern zu wollen. Entweder Konstruktiv oder Desktrutiv. Entweder in dem man sich entwickelt und kultiviert, oder in dem man sich zerstört.
Pro-Ana ist unzweideutig der letztere Weg, und damit reiner Ausdruck eines gestörten Selbstbildes.
Eine Kompensation von notwendigen seelischen Funktionen, wie Selbstwertgefühl und Selbstfürsorge.
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Das ist beides Ausdruck der gleichen, destruktiven Verbesserungsmaßnahmen.
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Das ist Salopp gesagt Gefrickel. Die Balance ist eine gesunde Lebensführung, und die Akzeptanz unvermeidlicher scheinbarer Makel.
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Dein Problem ist nicht dein Fett, sondern die Phobie davor.
Mir kann kein Mensch erzählen, dass die Angst vor einem natürlichen und notwendigen körperlichen Bestandteil rein ästhetischer Natur wäre. Hier werden seelische Konflikte auf das körperliche übertragen.
Ich meine bei der Diskussion zu „würdet ihr morden“ schon einmal gemutmaßt zu haben, dass bei dir seelische Konflikte vorliegen, die du auf sehr ungesunde Weise zu bewältigen versuchst. Ich sehe mich leider bestätigt.
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Hungern, Zunehmen, Hungern, Zunehmen – du weißt aber schon, was alternierend heißt?
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Ich habe bis jetzt auch noch keinen Magersüchtigen getroffen der nicht behauptet hätte: „Ja, mit 45, fühle ich mich besser. Dabei bleibe ich dann auch.“
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Nun gut. Dann hängt deine Selbstfürsorge in Teilen eben von einem momentanen Stimmungshoch ab. Unter Kontrolle verstehe ich etwas anderes.
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Du hast was missverstanden. Ich behauptete nicht, dass hier eine gleiche Meinung hättet, sondern gleich seid. Auch Menschen mit gleichen Gesinnungen sind in der Regel höchst unterschiedlich. Pro-Anas aber SIND gleich, zumindest meiner Erfahrung nach. Sie erzählen mir in der Regel das gleiche, sind haben Ähnliches meistens erlebt (Missbrauch, Extreme Gewalt, dauerhafte Demütigungen), sie nehmen den gleichen Lebensweg (Langwierige Rekonvaleszenz oder Tod). Kennst du einen kennst du alle. Das liegt denke ich daran, dass die Krankheit sehr vereinnahmend ist. Wenn sich das ganze Denken und Sein auf das Gewicht reduziert, bleibt eben nicht viel Spielraum für eine Persönlichkeitsentfaltung.
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Das tat ich auch nicht. Ich halte deine Position für krankhaft. Das ist nicht wertend gemeint. Ich habe nur erlebt dass es nicht möglich ist Pro-Anas zu überzeugen, bis sie es von sich aus erkennen. Mir rationalen Argumenten unzugänglich meine ich nicht Blödsinn, sondern schlicht und einfach: Es wird nicht möglich sein dich davon zu überzeugen, dass deine Einstellung krankhaft ist, bist du es selbst erkennst.
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Ich will damit auch nicht beleidigend sein. Ich persönlich habe mich mit der Pro-Ana-Szene abgefunden, dass heißt: Wenns schä macht, bleibt dabei.
Wenn ihr unbedingt Tipps braucht, in welchen Körperöffnungen ihr Gewichte verstecken könnt, oder was ihr Essen könnt um das Hungergefühle zu unterdrücken – ok.
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Ich verstehe auch, weshalb sich Pro-Anas überhaupt erst organisieren. Kein normaler Mensch der euch irgendwie mag geschweige den liebt könnte es ertragen euch bei eurer Degeneration zuzusehen, und diese Fürsorge wird dann als Sabotage und Ablehnung gewertet; da bleibt beim Umgang nun mal keine große Alternative, nicht?
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Das ist mMn keine Balance, sondern extreme Schicksalsergebenheit. Natürlichkeit ist nicht immer erstrebenswert. Dass der Mensch sich über die Natur hinaus erhebt und Kultur entwickelt, macht ihn doch erst aus. Verkehrsmittel, Raumfahrt, Internet... das sind wunderbare, tolle Erfindungen, die davon zeugen, dass der Mensch mehr ist als das, was die Natur ihm auferlegt hat.
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Eine Zeit lang habe ich geglaubt, es wirklich mit einer echten psychischen Krankheit zu tun zu haben, aber als ich mich näher damit beschäftigt habe, habe ich festgestellt, dass das einfach nicht wahr ist. Meine Exfreundinnen fand stets Jeder schön, auch wenn sie untergewichtig sind... die einzige Ausnahme war eine einzige "Normalgewichtige" - die fanden deutlich weniger Leute schön und meine Sexualität hat durch diese Beziehung einen Schaden erhalten... Wäre mein Ästhetikgefühl krankhaft, hätte es sich durch Konfrontation mit der angeblichen Normalität doch an diese anpassen müssen, oder nicht?
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Ich werde bestimmt niemals meinem Gefühl überlassen, wann mein persönliches Idealgewicht erreicht ist.
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Das läuft bei mir halt komplett über den Kopf, da ich schon so lange Ana bin, dass ich nicht mehr weiss, wie sich "Apetit" (äh - schreibt man das so? Ich glaube, das Wort habe ich noch nie benutzt) anfühlt...
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Mal so frei in den Raum hineinassoziiert: Kann es eigentlich sein, dass die Ächtung schlanker Leute mit der generellen Gewichtszunahme in der Gesellschaft zusammenhängt? Ich meine, die Menschen werden offenbar immer dicker und je dicker der Durchschnitt wird, desto schlimmer ist das Bild, das die Öffentlichkeit von dünnen Menschen malt.
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die einzige Ausnahme war eine einzige "Normalgewichtige" - die fanden deutlich weniger Leute schön und meine Sexualität hat durch diese Beziehung einen Schaden erhalten... Wäre mein Ästhetikgefühl krankhaft, hätte es sich durch Konfrontation mit der angeblichen Normalität doch an diese anpassen müssen, oder nicht? Statt dessen wird mir jetzt schlecht, wenn ich zu knapp bekleidete "normalgewichtige" Frauenkörper sehe, was mir vorher einfach komplett egal war.
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Original geschrieben von Misericordia
Nunja ich finde der Vergleich hinkt hier etwas. Mag sein, dass der Mensch sich nicht mit seinen Lebensbedingungen zufrieden geben muss, und sich deswegen durch technologischen Fortschritt weiterentwickelt und von seiner Natur unabhängig macht, aber dadurch eine Lebensart zu begründen, die bei vielen Essgestörten zu schweren gesundheitlichen Schäden, wenn nicht sogar zum Tod führt, finde ich doch etwas unangebracht.
Und das ist bei vielen Pro-Anas, die sich selbst kaum noch aus der Magersucht befreien können, sondern mittlerweile wirklich süchtig nach dem Hungern sind, auch keine Erhebung über die Natur mehr, sondern einfach nur eine Kapitulation ihrer Krankheit gegenüber.
Und wie es sich anhört, hast du in deinen depressiven Phasen auch schon mehrmals die Magersucht kennenlernen dürfen.
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und hier ist dann auch die Frage, wer denn diese ganzen Leute sind, die deine untergewichtigen Freundinnen hübsch finden, schließlich scheint es mir, als hättest du auch einen eher anorektischen Freundeskreis. Von daher verwundert es dann nicht, dass denen deine normalgewichtige Freundin auch nicht so schön erscheint.
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Ich glaube auch eher,dass sich dein Ästhetikgefühl in der Tat angepassst, so wie bei vielen anderen Pro-Anas auch; und zwar an die Normalität, die Medien mit Modeschauen, magersüchtigen Promis u.s.w. etablieren. Denn du musst wohl zugeben, dass du mit deiner Einstellung mittlerweile auch Teil eines größeren Trends ist, der zwar vielleicht auch in früherer Zeit vertreten war, aber nie so drastisch wie jetzt, wie ich finde.
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Original geschrieben von LaChatte
Solche Sätze schockieren mich etwas. Vor allem, seit ich mich entschieden habe, mein Essverhalten ausschliesslich nach Gefühl zu regeln, aber das Gefühl zu kulti vieren und zu üben. Wer nicht nach Gefühl (Geschmack, Geruch...) isst, verliert viel an Lebensqualität. Damit ist natürlich auch ein gewisser Kontrollverlust verbunden, denn der Appetit hält sich nicht gerne mit Kalorienzählen auf. Dafür aber umso lieber mit Genuss, auch gerne mit den reichen Aromen, die ein qualitativ gutes Fett oder Öl transportieren kann.
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Gibts denn überhaupt eine generelle Gewichtszunahme? Wenn ich auf die Strasse gehe, sehe ich meist Menschen, die schlanker sind als ich, und ich selbst bin mit einem BMI von 26 vielleicht etwas mollig, aber auf alle Fälle nicht dick.
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Mir fällt auch keine "Ächtung schlanker Leute" auf. Mir fällt aber im Gegenzug auf, dass viele Frauen nicht nach ihrem Appetit essen, sondern meist etwas weniger.
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Original geschrieben von rainraven
So eine Äußerung kann verdammt verletzend und beleidigend sein gegenüber einer normalgewichtigen Schlanken, die ihrerseits Komplexe wegen ihres Körpers hat und sich für zu fett findet, obwohl das außer ihr wohl kein Mensch täte.
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Wenn ich sage, was ich wiege, heißt es bestimmt von Anas "iihhh, fett", aber wenn man mich nur sieht und nicht weiß, was die Waage zeigt, sagen viele normal wertende Menschen "du bist schlank". Und was soll ich da glauben, wenn ich mich selbst als zu fett bezeichne, bis zum BMI von 15 noch ca. 15 Kilo runter müßten (utopisch!) und ich sicher auch nie schmaler werden könnte, schon wegen meines Knochenbaus (breite Schultern und Hüften)? Da fühle ich mich doch stigmatisiert und verzweifelt,weil ich sicher nie ernsthaft hungern könnte und mein Körper einfach nicht für ein zerbrechliches Erscheinungsbild veranlagt ist.
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Ich bevorzuge zwar ästhetisch auch ein schlankes bis zu dünnes Idealbild von Mensch, aber keiner der Leute, die ich kenne, entspricht diesem, und es ist auch völlig nebensächlich, denn ich will mit ihnen leben, zusammensein, Spaß und Gesellschaft haben und sie nicht in die Vitrine stellen und anschauen.
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Es ist doch nicht so, dass die Zeit, die Andere mit Essen verbringen, bei mir ungenutzt verstreichen würde. Ich nähe, schweiße lustige Männchen aus Altmetall, lese ein gutes Buch und hab für all diese kreativen Freuden mehr Zeit gewonnen - sie verpufft ja nicht einfach, wenn man sie nicht damit verbringt, zu essen.
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Und wenn man sich umschaut, wie viele Menschen dort regelmäßig essen, ist es offensichtlich, wie sich FastFood auf das Durchschnittsgewicht auswirkt.
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Angesichts solcher Kalorienbomben wie McDreck oder die Konkurrenz anbietet oder auch ganz generell in die heutige Esskultur Einzug genommen haben, ist das sicher nicht falsch.
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Was mir allerdings auffällt, ist, dass die Bereitschaft, irgendjemanden als "magersüchtig" abzustempeln offenbar mit dem eigenen Gewicht zunimmt. Ein BMI-19-Mensch akzeptiert einen BMI-16-Menschen deutlich eher als ein BMI-30-Mensch den BMI-19-Menschen, der ja noch deutlich im "Normalbereich" liegt. Ich schiebe das einfach mal auf mangelndes Selbstbewusstsein und Unzufriedenheit mit dem eigenen Gewicht.
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Ich geh natürlich nicht zu den Leuten hin und sage ihnen, was ich von ihrem Gewicht halte, weil mich das überhaupt nichts anzugehen hat. Wenn es mich stört, kann ich auch einfach einen Bogen um Freibäder etc. machen, was ich seitdem ja auch tue. Dann lieber mit Freunden zu nem See oder in den Urlaub ans Meer, an Orte, wo man den ganzen Strandabschnitt für sich hat und man somit nur schlanke Menschen anzuschauen braucht.
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Original geschrieben von LaChatte
nun, jeder nach seinem Geschmack... gut zu kochen und gut zu essen ist für mich einfach etwas, das schlicht nicht ersetzbar ist durch andere Tätigkeiten.
Und die Liebe geht bei mir eindeutig durch den Magen. Auch der hässlichste und unansehlichste Mann hat sehr gute Chancen, wenn er mich nur mit einer gut gewählten Delikatesse verwöhnt. Wenn jemand die Kunst des guten Essens beherrscht, werden andere Faktoren doch gleich zweitrangig.;)
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Im Gegensatz dazu ist ein Stück Brot (7-Korn-Brot mag ich) mit reichlich Butter und der "besten Confiture Frankreichs" (superteuer, aber super lecker) gute Nahrung - zwei, drei solcher Schnitten machen angenehm satt und liefern Energie für mehrere Stunden.
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BMI 16 ist nach offizieller Regelung nun mal untergewichtig. Die Vermutung, dass diese Person an einer Krankheit leidet, ist natürlich naheliegend.
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Sadujan, das Gewicht ist nie das Problem - was kratzt es mich, ob ich 50 oder 100 kg schwer bin? - das Thema ist das Aussehen. Ich fühle mich wohl in meinem Körper, berühre ihn gerne, er funktioniert gut, ist sensibel, schenkt mir Vergnügen... ich bin absolut zufrieden mit meinem Körper. Ich darf nur nicht allzu oft in den Spiegel schauen, weil mir dann doch bewusst wird, dass meine Figur nicht dem weithin propagierten Ideal entspricht. Doch solange ich nicht an das Aussehen denke - und dabei gleich mehrere Models als Vergleich daneben stelle - gehts mir ausgezeichnet.
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Und glücklicherweise gibts noch andere Quellen von Selbstwertgefühl, die nichts mit der Form meines Körpers zu tun haben. ;)
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Original geschrieben von Cold Rain
Meine Güte, sind normalgewichtige bis etwas rundere Figuren denn so ekelerregend? Über wirklich hochgradig fettsüchtige will ich hier nicht reden, aber DAS halte ich dann wirklich für krankhaft, bzw. spricht doch für eine gestörte Wahrnehmung. Ich möchte dich nicht angreifen, Sadujan, aber es wirkt schon seltsam.
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Und es reduziert den Menschen allein auf sein Äußeres. Traurig.
In der Realität würden wir zwei uns niemals unterhalten, glaub ich. Ich bin viel zu normalgewichtig.
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Äääh... ok... Ich finde das zwar extrem seltsam, aber es ist ja deine Sache...
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...oder Tage... Ich bezweifle, dass "reichlich Butter" und Konfitüre so viel besser ist als Junkfood.
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Zumal diese Vorwürfe sowieso echt daneben sind. "Magersucht" ist überhaupt nichts Schlimmes, unkontrolliertes Fressen hingegen zeugt von Willensschwäche.
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Die habe ich auch, aber ich will keine einzige missen und ein "Ich hab ja immernoch..." kommt für mich gar nicht in die Tüte.
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Zumal diese Vorwürfe sowieso echt daneben sind. "Magersucht" ist überhaupt nichts Schlimmes, unkontrolliertes Fressen hingegen zeugt von Willensschwäche.
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Ich hab Kleidergröße 34 (XS), hab nen BMI von 18,2
und fühle mich immernoch viel zu fett wenn ich die ganzen
Werbemodels, Models, Shows für Models, Zeitungen, Plakate
und und und sehe.
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Es wird echt Zeit, daß die Menschen wieder lernen, eigenständiger zu denken, mehr auf sich selbst hören und sich von den Medien nicht so viel vorgaukeln lassen!
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Original geschrieben von Arleen
Sicherlich spielen die Medien eine nicht unerhebliche Rolle in dieser Sache aber:
"Man wird als Frau drauf "gedrillt" das man nichts wert ist wenn man nicht aussieht wie n KZ-Opfer... "
das geht dann doch zu weit, gerade mit diesem Vergleich.