[Thesendiskussion die 1.] - German Gothic Board

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Thesendiskussion die 1.

(Klicke hier, um das Thema mit vollen Farben / Abbildungen zu betrachten)



geschrieben von: Stadtphilosoph

Zitat:
"Das einzige, was uns daran hindert, selbst das Bild unseres Lebens mit den Farben unserer Möglichkeiten zu malen, ist eine Mauer aus Eis, einst das Wasser aus dem Brunnen der Selbsterkenntnis, gefolgt von dem tiefen Abgrund unserer innersten Angst."


Bitte um Diskussion

greetz Staphi



geschrieben von: Seneca

Wie soll man eine derart abstrakten Wortgebilde eine Diskussion abringen.
Welchen Inhalt sollte diese Diskussion haben.
An erster Stelle stände hier eine Interpretation, keine Diskussion.
Eigentlich ergeben solche Sprüchje keinen wirklichen Sinn, wenn sie ohne jeglichen Bezug zu einer Situation dastehen.

Jeder der sich jemals überwinden musste, weiß, das diese Worte wenig Sinn machen, außer als Entschuldigung für die eigene Bequemlichkeit.



geschrieben von: fluchtraum

Versuchen wir doch erstmal das schwulstige Sprüchlein in Klartext zu übersetzen. Denn, ich stimme Seneca zu: Pseudopoetisches Bla (Verzeihung!) mag eindrucksvoll klingen, eignet sich jedoch nicht wirklich dazu, um eine Aussage rüberzubringen.

Ich würde als Übersetzungsversuch vorschlagen und wenn dieser daneben liegt, reiche man mir einen besseren:

"An unserer Selbstverwirklichung hindert uns nur unsere nicht vollendete Selbsterkenntnis und unsere tiefste Angst."

Eine These, der ich schonmal wiedersprechen möchte, da ganz normale äußere Einschränkungen (Finanzieller und Sozialer Natur) mindestens eben so einschränkend sind. Die unvollendete Selbsterkenntnis ist sicher ein gut beobachteter Punkt, aber schon die 'innerste Angst' ist ein schwammiges Postulat ohne Substanz.

Gruß, der fluchtraum



geschrieben von: Astarion

Diese Übersetzung trifft es auf den Punkt gebracht schon sehr genau (zumindest fällt mir selbst keine bessere ein) und man kann über diese These schon besser diskutieren oder philosophieren als über das ursprüngliche Zitat.

Auch stimme ich zu, zu kritisieren, dass der Autor die Umwelt völlig außer Acht gelassen hat, Selbstverwirklichung und Selbsterkenntnis sowie die (eigene) innerste Angst sind alles Dinge, die denjenigen selbst betreffen, nicht aber die Außenwelt, die denjenigen umgibt.

Bei Betrachtung dieser These meine ich eine Art Reihenfolge zu erkennen, zuerst die Angst, dann die Erkenntnis und letztendlich die Verwirklichung.
Wenn man sich selbst erkennt, dann ist die Angst nicht mehr vorhanden, da man, wenn man sich selbst erkennt, automatisch auch seine Angst erkennt, und damit auch kennt (oder kennen lernt). Die Angst wird vertraut, weil sie ein Teil eines selbst ist. Und was einem vertraut ist, vor dem hat man eigentlich keine Angst.

Aber kann man sich sofort an die Erkenntnis machen, oder muss man erst seine Angst „beseitigen“ um sich selbst erkennen zu können?

Wenn ja, dann kann man die Angst auch durchaus sehr schwammig formulieren, ohne dass es schlimm wäre, denn sie spielt keine Rolle, wenn man sich sowieso gleich auf die Erkenntnis konzentriert.

Kann man sich erst verwirklichen, wenn man weiß wer oder was man ist, sich erkannt hat?
Ist das eine unabdingbare Vorraussetzung für die Verwirklichung?
Erkennt man sich selbst nicht vielmehr erst dann, wenn man sich verwirklicht hat?

Ich versuche es mal an einem Beispiel (vielleicht nicht gerade ein besonders gutes) zu erklären: Ich kann doch erst erkennen, dass ich ein Mörder bin, wenn ich jemanden umgebracht habe (mich also als Mörder „verwirklicht“ habe).

Ich bin der Meinung, dass nicht die Selbsterkenntnis eine Mauer auf dem Weg der Selbstverwirklichung ist, sondern eher umgekehrt, die nicht vollendete Selbstverwirklichung hindert uns an der Selbsterkenntnis.

Oder habe ich da jetzt irgendwo einen Denkfehler? Falls ja, dann möge man mich doch bitte korrigieren.



geschrieben von: Menedemos

@ Chris: Vielleicht stammt das Zitat ja aus des Stadtphilosophen eigenem Ouevre???

@ fluchtraum: Ich kann deine Übersetzung an einem Punkt nicht ganz nachvollziehen, aber vielleicht bin ich auch zu analytisch und nicht poetisch genug.
Du übersetzt "nicht vollendete Selbsterkenntnis". In dem Zitat heißt es indes nur: "eine Mauer aus Eis, einst das Wasser aus dem Brunnen der Selbsterkenntnis".
Ich meine, das Wasser der Erkenntnis wurde doch offensichtlich geschöpft, ist die Selbsterkenntnis nicht schon längst da? Es ist eingefroren - aber ist es eingefroren, weil der Wasserholer zu langsam war, ein "Winter" hereingebrochen ist und er sein Werk der Selbsterkenntnis nicht hat zu Ende führen können oder aber ist es gefroren, weil Selbsterkenntnis stets ziemlich frostig ist und gerade sie es ist, die den Menschen erstarren läßt? Letzteres würde zwar den "Möglichkeiten", die jeder Mensch dem Zitat nach hat (was ja auch wiederum eine Selbsterkenntnis ist) widersprechen.
Wirklich eindeutig scheint mir die Passage aber nicht zu sein.



geschrieben von: Menedemos

Hallo, lieber Stadtphilosoph, wo bist du denn?

Wir brauchen dich! Du siehst ja, wir haben ein paar Verständnisprobleme bei diesem Zitat...



geschrieben von: Stadtphilosoph

Mir wurde das zitat selber vor die nase gesetzt..
von einem bekannten, der es selbst verfasst hat.

meine antwort darauf war kurz und knapp:

der autor will damit ausdrücken, dass ein mensch sich nie über seine eigenen grenzen, die z.b. von der natur oder der gesellschaft in der er lebt vorgegeben sind hinwegsetzen kann, da der mensch durch sein umfeld determiniert ist und dasselbige auch seinen charakter formt.

mehr habe ich dazu selbst auch nicht gesagt.



geschrieben von: Jaddy

Ich würde es so übersetzten:


Wir sollten keine Angst davor haben das wir selbst wollen zu verwirklichen, denn im Grunde stellen wir uns selbst die Mauer auf, sie ist aber durchsichtig udn leicht zu brechen...

jaddy



geschrieben von: Cyborg09

die angst vor dem was wir erblicken könnten hat die mauer aus eis erschaffen lassen.nur wenn wir die angst besiegen,können wir die mauer zu fall bringen und wieder von dem wasser schöpfen,stellt sich nur die frage warum wir die angst haben,wissen wir denn genau welche ängste in uns stecken ,oder merken wir erst im alltäglichen leben vor was wir eigentlich angst haben?
nur der ungetrübte geist eines kindes schöpft von dem wasser,bis es die erwachsenen besser versteht.mit diesem verstehen wächst die mauer aus eis und angst breitet sich aus.abgenabelt und selbst erwachsen kämpft man gegen diese mauer,doch angst wird immer bleiben und viele fragen unbeantwortet.



geschrieben von: Basilius

Die These, das menschliche Individuen in ihrem Verhalten von ihrer Umwelt geprägt werden, ist nur teilweise richtig. Gerade in den letzten Jahren hat man herausgefunden, dass sehr viele Verhaltensweisen veranlagt und oft biologischer Ursache sind (so z.B. das in einer Welt, die viele Freiheiten offenläßt oft als erzwungen empfundene Rollenverhalten)...
Freilich ist es zunächst ersteinmal einfacher, es auf das Umfeld zurückzuführen.
Das Umfeld entscheidet sicherlich zweifelsohne darüber, wie die Veranlagungen ausgelebt werden, oder eben nicht, was als frustirierend empfunden wird.
Aber das Eis, ist es nicht vielleicht das Eis, in dem wir unsere Gedanken selber einfrieren, um weiterzuleben, um nicht sagen zu müssen, das sind wir nicht wirklich? Denn schließlich ist in unserer Welt die Anzahl lebbarer Möglichkeiten der Lebensgestaltung viel größer als die Zeit, die uns die Natu zur Selbstfindung zur Verfügung stellt. Ich glaube die Natur hat uns dafür eigentlich keine Zeit zugestanden, was in einer Welt mit relativ klar determinierten Funktionen, wie der Urgesellschaft auch überlebenswichtig war. Später hat man dann Religionen erfunden, eben auch um diese Komlexität zu mindern. Und heute?
...
Dies sollen keine endgültigen Weisheiten sein, aber vielleicht ein paar spontane Denkanstöße.

Euer Basilius



geschrieben von: TheTurningPoint

Zitat:
Original geschrieben von Cyborg09
nur der ungetrübte geist eines kindes schöpft von dem wasser,bis es die erwachsenen besser versteht.mit diesem verstehen wächst die mauer aus eis und angst breitet sich aus.
So ähnlich deute auch ich den Spruch. Der kindliche Wissensdrang wird durch die Konventionen der Erwachsenen mehr und mehr verkrüppelt, bis er zum Stillstand kommt. Das uns "hinter Eis" verborgene Unbekannte macht uns Angst. Wir sollten zur kindlichen Neugier zurückfinden und Wärme in "der Menschen kalte Welt" strahlen, dann können wir auch unsere Angst überwinden.





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