[Aufgabe der Philosophie] - German Gothic Board

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Aufgabe der Philosophie

(Klicke hier, um das Thema mit vollen Farben / Abbildungen zu betrachten)



geschrieben von: Menedemos

Was kann in der heutigen Zeit Aufgabe, Sinn, Zweck der Philosophie sein? (sowohl für die Menschheit allgemein als auch für einen persönlich)

Wenn jemand lieber eine konkrete These diskutieren möchte, stelle ich noch ein Zitat von Karl Popper in den Raum:

"Echte philosophische Probleme haben ihre Wurzeln immer in dringlichen Problemen, die in Gebieten liegen, die nicht zur Philosophie gehören. Sie verdorren, wenn die Wurzeln absterben."



geschrieben von: belly.white

ist es mit der philosophie nicht fast sowie mit einer religion ?
sie begleitet uns in seeeehhr viele bereiche

der sinn und zweck ist meiner meinung nach sowas wie die gegebene möglichkeit ansätze zu finden, erklärungsansätze für alles ? - ob sich da ähnliche häufen, ob meinungen allein bleiben ist anfangs egal
philosophie sucht nach einer wahrheit, die die welt zu erklären versucht - oder einfach vereinfachen will, verständlich machen will

woraus entsteht philosophie ??
in griechenland zb ? nur weil die leute zeit hatten nachzudenken, keinen großen bedruhungen ausgesetzt waren ??
gehört da nicht mehr dazu als nur zeit ? muße?

spannend vlei noch: wo führt die philosophie die menschen hin ?



geschrieben von: belly.white

vielleicht habe ich die ethik mit der gesammten philosophie gleichgesetzt - ok, dem ist nicht so
siehs trotzdem als alternitve, nicht als vergleich (wobeo man ALLES vergleichen kann - obs sich viele gemeinsamkeiten finden lassen, ist doch garnicht relevant )

und wer lebt diese neue ethik ? du ? die afganen ? mein nachbar ?
in wieweit wird denn "das alles" angewandt?

grüße, bel



geschrieben von: belly.white

philosophie an stelle christlichen denkens - hm, christ bleibt bis auf weiteres christ, glaube ich
philosophie findet eher bei *freidenkern zuspruch (naja,ok)

ne,was ich aber erschreckend finde, ist das sich einige/viele (brauch ich mich ja nur hier in der umgebung umkucken)
garkeinen gedanken in dieser richtung zuwenden


ich mein - in welcher situation muss man sein, um philosophisch tätig zu werden ;)?
es ist wahr, das zeit allein nicht reicht,
irgendwas muss einen dazu schon bewegen (?)



geschrieben von: Akareyon

@belly & Menedemos:

"[...] Daß ich nicht mehr, mit sauerm Schweiß,
Zu sagen brauche, was ich nicht weiß;
Daß ich erkenne, was die Welt
Im Innersten zusammenhält,
Schau alle Wirkenskraft und Samen,
Und tu nicht mehr in Worten kramen."

(kommt nicht von mir)

Ich glaube, das ist die Triebfeder aller Philosophen. Antworten finden für Dinge, für die es nie eine endgültige Antwort geben kann.



geschrieben von: belly.white

hm, philosophie ist für mich mehr als "einfach" nachdenken oder diskutieren oder was auch immer in der richtung
für meine begriffe muss da auf gewisse weise auch was bei rauskommen (irgendwelche neuen gedanken -ok, ein bisschen viel verlangt) und deshalb würde ich auch mich da mal etwas ausnehmen ;) ...
jedenfalls ist philosophieren für mich ein vorgang bei dem etwas entsteht - ja, da kann man keine grenze setzten

aber wenn ich zu etwas nur meine meinung sage und ein paar andere meinungen höre, eventuell mal über meine ansichten nachdenke... dann hat das für mich noch nix mit philosophie zutun

oder ?



geschrieben von: Akareyon

Gehen wir etymologisch daran, bedeutet Philosophie die "Liebe zur Wahrheit". Für mich bedeutet philosophieren, nach der Wahrheit zu suchen. Sich Gedanken darüber zu machen, warum Dinge so sind, wie sie sind.

Wie Chris sagt: wer zu den Sternen blickt und sich fragt, woher sie kommen, oder sich mit anderen darüber unterhält, betreibt Philosophie. Vielleicht nicht so professionell wie ein Dr. phil. Soundso, aber man muß auch nicht gelernter KfZ-Mechaniker sein, um seinen Opel Corsa aufmotzen zu können.

Die Themen der Philosphie ändern sich, wie Menedemos mit Poppers Zitat sagt. Zum Beispiel: wir erfahren immer mehr über die Physik und das Universum, dementsprechend kümmern sich Naturwissenschafts-Philosophen um Fragen wie Chaostheorie, Gott im Welle/Teilchen-Dualismus oder als Botenstoffe im Hirn, das Universum als Brane und zellulärer Automat à la Conway's Game of Life, Moralische Hintergründe bei der Gentechnik. Hingegen kümmern sich Politik-Philosophen heute nur noch wenig, wie einst Montesquieu, um Vor- und Nachteile einiger Regierungsformen wie Despotismus und Tyrannei. Die Wurzel, außerhalb des eigentlichen Gebiets der Philosophie, ist so gut wie verdorrt, andere Wurzeln gefestigt. "Dringlich" sind nunmehr andere Probleme. Dürfen wir klonen? Was wird mit dem Universum passieren, wenn die Ausdehnung vorbei ist?



geschrieben von: S.Azrael

>>Für mich bedeutet philosophieren, nach der Wahrheit zu suchen. Sich Gedanken darüber zu machen, warum Dinge so sind, wie sie sind.<<

Das hier halte ich für einen sehr wichtigen Satz: Ürsprünglich war die griechische Philosophie gleichbedeutend mit Wissenschaft: Die Mathematik, Geometrie, Elementarlehre, das alles waren Teilbereiche der Philosophie.
Nachdem nun sich die Wissenschaften getrennt haben und sich in ihre Sparten eingeteilt haben, hat die Philosophie nun die ihr verbleibende Aufgabe, diese Teilbereiche zu einem Sinn zusammen zu führen, Verhältnisse zu erklären, d.h. die Weltformel aufzustellen war, ist und bleibt die Aufgabe er Philosophie mit der Aufgabe die menschliche Welt für den menschlichen Menschen zu schaffen.



geschrieben von: undine

Zitat:

Wie Chris sagt: wer zu den Sternen blickt und sich fragt, woher sie kommen, oder sich mit anderen darüber unterhält, betreibt Philosophie


dem möchte ich mich erst einmal anschließen. Philosophie bedeutet erst einmal "nur" den Wunsch, herauszufinden, was vor sich geht... Neugier.

Zur Frage nach dem Nutzen der Philosophie für die Gesellschaft...
Ich denke daß eine Gesellschaft, insbesondere eine Demokratie, nicht bestehen kann ohne Menschen, die ihren kritischen Geist bewahren und die Dinge immer wieder in Frage stellen. Eine Gesellschaft, in der alle nur wie Schafe hinter einer Meinung herlaufen, bricht zusammen, endet totalitär.
Diesen kritischen Geist zu üben ist meiner Meinung nach die Aufgabe der Philospohie - vielleicht von Bildung überhaupt.

Ich hoffe das ist nicht zu off topic: ich denke, man kann die Frage nach der Bildungspolitik einer Gesellschaft im Zusammenhang mit ihrer Einstellung zur Philosophie sehen: Wenn Bildung nur noch als Ware angesehen wird, die möglichst gewinnbringend (und zwar wirtschaftlich gewinnbringend) sein soll, dann hat auch die Philosophie keinen hohen Stellenwert.
Dann wird Philosophie zu einem abstrusen Studienfach (BWL ist doch viel nützlicher), Studiengänge müssen möglichst schnell absolviert werden (ja, ich bin von der Studiengebührendebatte angeschlagen) - und jede neue wissenschaftliche Entdeckung wird sofort ausgeschlachtet, ohne daß sich jemand Gedanken über die möglichen Folgen macht. Deswegen ist auch die Ethik, gerade in Bezug auf die Naturwissenschaft, im Moment extrem wichtig (wie schon angesprochen wurde).

Es braucht eben diese Menschen, die "absolute Wahrheiten" nicht akzeptieren, und sie auseinanderpflücken. Und die sich auch äußern und an der Debatte um bspw. die Genforschung teilnehmen.

Das heißt aber nicht, daß Philosophie keinen Nutzen hat, wenn man sich nicht öffentlich äußern will. Schließlich braucht es den gleichen Prozeß des "Kritisch-Bleibens", um sich zu dem Menschen zu entwickeln, der man sein möchte... und man muß nicht gleich die Weltformel finden, damit Philosophie einen Sinn macht... ;-)



geschrieben von: ~°*Nosferate*°~

Ich meine das Philosophie im allgemeinem heiklen Dingen mehr Beisicht verschaffen........philosophie löst keine Probleme oder gibt Antworten...eher wird einem bei verschiedenen Dingen etwas vor Augen gehalten.



geschrieben von: Asgaroth

"Philosophieren heißt sterben lernen" (Montaigne)

Finde ich interessant, die Aussage, und sie entbehrt ja auch nicht jeder Grundlage, denn philophisch veranlagte Menschen gehen schon anders mit dem Tod um, als andere.
Ich denke, es lässt sich auch noch ein wenig ausweiten. Die Philosophie eines Menschen hat eigentlich direkt keinen Nutzen für andere, höchstens die, dass sie sie "nachdenken" können, wenn sie schriftlich niedergelegt wird. Vielmehr hilft sie dem Philosophen, sein Leben für sich besser zu gestalten und mit Weitsicht auf Gegebenheiten zu reagieren. Das prädestiniert ihn dann auch für bestimmte Positionen, aus denen heraus er wirken kann.

Und was das Suchen, nach der Wahrheit angeht, ich denke dementsprechend nicht, dass es wirklich das Ziel ist, sie in absoluter Form zu finden, sondern vielmehr von den Erfahrungen beim Suchen zu lernen.

Es grüßt,
Asgaroth



geschrieben von: Aramathea

für mich ist philosophie.. hmm nach anfängen..nach ursachen zu suchen..ein stück weit eine suche nach mir selbst.. dazu denke ich kann sie hilfreich sein..



geschrieben von: jade

„Am Anfang liebte ich die Philosophie und erwartete alles von ihr: Übersicht und Erkenntnis, Orientierung und Sinnstiftung.
Dann verwirrte mich die Philosophie: die Unübersichtlichkeit der Positionen, die Höhenluft der Abstraktion, die Eitelkeit der Philosophen.
Dann enttäuschte mich die Philosophie: nur reflexives Leben im Medium der Begriffe, Verstrickung in endlose Sekundär und Tertiärdiskurse.“
Das habe ich eben zufällig gefunden, schön ausgedrückt, find ich.

Warum eigentlich die Mühe, wenn man schon vorher weiß, dass man eigentlich keine Antwort finden wird.
Was bringt die Philosophie, wenn es zu jedem x-beliebigen Thema eine sehr überzeugende Theorie dafür, aber auch eine ebenso einleuchtende Theorie dagegen gibt?
Andererseits scheinen manchmal die Philosophen die einzigen zu sein, die noch einigermaßen den Durchblick haben.
Ich glaube, Philosophie ist wohl vor allem für einen selbst, und eventuell für einen gewillten Zuhörer...



geschrieben von: Demon17

Die Funktionen der Philosophie liegen meiner Meinung nach in der Welterklärung diese haben ja mehrere andere bereits in der einen oder anderen Form ausgedrückt und in der Formulierung von Leitbildern die basierend auf den philosophischen Analysen einen essentiellen Fortschritt bringen können. Ich meine nicht nur das drei Liter Auto sondern z.B. die Vorstellung von einer nachhaltigen Entwicklung also eines ökologisch vertretbaren Wirtschaftens überhaupt einfach aus der Erkenntnis, das in der Vergangenheit viele Kulturen durch den Raubbau an ihren ökologischen Grundlagen zugrundegegangen sind und wir uns auch in der Gefahr befinden. Das Konzept der Menschenrechte basiert auf der Aufklärung die das Naturrecht entwickelt hat, alles Philosphie. In einem hat Menedemos jedoch recht oder Popper, verliert die Philosophie den Kontakt zu den Problemen der Gesellschaft verliert sie Ihre Funktion und stellt eher eine Form der intellektuellen Selbstbefriedigung dar. Andererseits läuft die Philosophie damit Gefahr politisch missbraucht zu werden, es ist also ein zweischneidiges Schwert... die Sache mit der Funktion.


...never surrender


Demon17



geschrieben von: VampireMiyu

ich kann euch nur zustimmen.
Die philosophie ist da, damit sich die menschen stundenlang den kopf darüber zerbrechen können, weswegen sie leben und was der tod usw bedeutet.
ich finde es gut, dass es die philo gibt, versteht mich nicht falsch, aber manchmal kann es weh tun sich andauernd fragen zu stellen, auf die es ja doch keine bestätigte antwort gibt. man beantwortet sie ja doch nur mit vermutungen oder mit eigenen sichtweisen, was es für einen selbst bedeutet. :rolleyes:



geschrieben von: Aske

In meinen Augen ist eigentlich der zweck der Philosophie, sich mehr oder weniger selbst zu suchen, über seine taten nachdenken, seinLeben zu reflektieren....

Grüsse



geschrieben von: Demon17

Hallo Aske,

das ist ein vergebliches Unterfangen, Du kannst nicht mit einem Teil von Dir dein ganzes begreifen zumal du an die Verbalisierung
gebunden bist und das wenigste sich in Worte fassen lässt.


never surrender


demon 17



geschrieben von: HerrSamsa

das einzig ergebniß, zu dem ich immoment gekommen bin seit ich diese frage an alle stelle, die mir halbwegs interessant vorkamen (ich betreibe das jetzt 10 jahre), ist, daß es den meisten darum geht etwas zu verändern.
ichpersöhnlich versuche immer einen alternativen standpunkt zu dem meines gegenübers einzunehmen, um ihn zum denken anzuregen, ihn dazu zu bringen, seine eingetretenen pfadezu verlassen.
d.h. ich sehe in der philisophie eine mmethode, ein "werkzeug" den menschen die möglichkeiten zu geben ihre eigenen ansichten zu überdenken und damit vielleicht sogar konflikte zu verhindern.



geschrieben von: lichtelfe

....schwindelfrei denken lernen...

lichtelfe



geschrieben von: Demon17

liebe lichtelfe,
du hast offenbar noch kein philosophisches seminar besucht. nach 10 semestern hörst du meist nur noch verwirrte ellenlange monologe;)

demon17



geschrieben von: LaChatte

Eine gute Philosophie sollte die Leitplanken für das alltägliche Leben setzen, eine Basis, auf der wir Entscheidungen treffen können.

Dass es an philosophischen Seminaren sehr abgehoben zugeht, finde ich sehr bedauerlich, da Philosophie etwas für alle sein sollte, und nicht nur etwas für eine intellektuelle Elite. In diesem Zusammenhang hat sie ihren Sinn verfehlt.



geschrieben von: Noktarias

Ich bin der Meinung das philophie keine Frage unterliegt von Sinn...Zweck oder desweiteren.
Jeder sieht die philosophie und seine philosophie wie er es will somit gibt es auch ungemein viele Meinungen dazu.
Meine Ansicht ist das die Philosophie mich durch mein ganzez Leben begleitet und das man durchs philosophieren auch verschiedenes erreichen kann.
Als kleines Beispiel würde ich mal sagen unterrichten.
Auf unterrichten komme ich wegen Sokrates den jawohl jeder kennen sollte.
Sokrates hatte ja eine Art zu lehren über seine Philosophie.
Er stellte fragen auf die er die Antwort zu 100 prozent wußte und ließ jenen der im gegenüber stand nach un nach an die antwort durch diese fragen ran ko0mmen.
so denke ich wollte er seine Meinung vertreten und allen klar machen das er recht hatte.
Und nach einiger Zeit gab es auch nur die Möglichkeit das er recht hatte.
Das merkte jene dann auch.
Nunja....die Philosophie in der heutigen Zeit....viele können sich nicht daran erfreuhen weil sie sich nciht die Zeit dafür nehmen.
Heute ist es so das wenige...wenige die ich kenne philosophieren übers leben und anderes....
mal sehen wie sich das entwickeln wird.....

Gruß

Euer Nok



geschrieben von: Demon17

Liebe La Chatte,

es gibt an der UNI einen gewissen Zwang zum elitarismus wie du am vorhergehenden Beitrag erkennen kannst. Wir bewegen uns da sicherlich im spannungsfeld zwischen der notwendigen semantischen, terminologischen komplexität und den grenzen menschlicher kognition repektive rationalität. deshalb sagte mein lieblingsprofessor auch das seine texte intelligenter seien als er selbst. ohne präzise definierte fachterminologie läßt sich vieles halt weder denken noch kommunizieren. ich finde wir haben hier auf den nachtwelten einen einen guten kompromiss zwischen verbalem elitarismus und allgemeinverständlichkeit. aber dein normativer druck zur einfachheit wird vielen fragestellungen einfach nicht gerecht. obwohl dieser verbale elitarismus häufig dazu führt das es um das anbringen möglichst vieler komplizierter fachtermini geht (wahrscheinlich aus menschlicher eitelkeit) und
die eigentliche fragestellung darunter leidet.

think twice its magic

demon17



geschrieben von: Demon17

hallo Noktarias,

mach ruhig weiter so aber versuche bitte möglichst viel selbst zu denken und dich weniger an anderen wie sokrates, plato oder aristoteles zu orientieren. ich glaube du kannst das ganz gut. so wie dir ist es schon vielen von uns gegangen.:)

never surrender


demon17



geschrieben von: jade

Philosophie sollte logisch sein, find ich.
Es ist ziemlich verführerisch irgendeinen Schwachsinn zu erzählen, nach dem Motto: Es glaubt ja eh jeder was anderes. (ich gestehe... *g*)



geschrieben von: jade

Zitat:
Original geschrieben von Demon17
ohne präzise definierte fachterminologie läßt sich vieles halt weder denken noch kommunizieren.


Hach, also dein Text ist ja auch schon ne Meisterleistung, noch komplizierter ging's nicht? ;)

imho will man mit irgendwelchen abgehobenem Fachbegriffen nur was beschreiben, was man überhaupt nicht beschreiben kann. Sonst kann man es auch einfacher ausdrücken.



geschrieben von: LaChatte

ich gebs ja zu, ich bin Uni-Geschädigt. Aber leider hatte es da Typen, die nicht sagen konnten "Ich habe heute Kartoffeln gegessen", sondern es tönte dann "Ich habe heute agrikole Produkte in Form der Wurzel eines Nachtschattengewächses physisch integriert"

Naja, ist schon etwas übertrieben, aber die Tendenz in den phil-einern war halt schon so.

Fachvokabular ist wichtig, sollte aber nur da angewandt werden, wo die Präzision des Ausdruckes es unbedingt erfordert - der Rest geht schnell gegen Hirnmasturbation.

Dazu passendes Zitat: "Ein guter Jurist denkt wie ein Philosoph und spricht wie ein Bauer". Das könnte doch auch auf die guten Philosophen angewandt werden, oder?

Philosophie sollte eben doch "die Liebe zur Weisheit" bleiben.... und die Weisheit im luftleeren Raum nützt niemandem, Weisheit ist etwas, das immer auf konkrete menschliche Probleme bezogen wird.

Die Kunst um der Kunst willen hat natürlich auch ihre Berechtigung, betreffe das Philosophie oder die anderen Wissenschaften, doch im grossen und ganzen sollten die Wissenschaften meiner Meinung nach im Dienst der Menschen stehen, und nicht umgekehrt...



geschrieben von: Demon17

hallo LaChatte,

ich sehe wir sind einer Meinung. eine sache um ihrer selbst zu tun ist zwar ziemlich deutsch aber leider auch paradox.

hallo Jade, das war noch gar nichts aber wozu in die ferne (fremdsprache/übertriebene fachterminologie) schweifen wo das gute liegt so nah. schön mal wieder was von dir zu hören:)


schade das wir uns so einig sind sonst hätten wir mehr zu diskutieren


demon17



geschrieben von: entropie

ich hab mal gelesen, dass philosophie die aufgabe hat dem menschen einen raum zu bieten, in dem er frei (kein falsch kein richtig) versuchen kann sich seine antworten auf fragen zu suchen, die kein mensch zu beantworten vermag...



geschrieben von: Demon17

@entropie (schöner Name)

wenn man die jahrhundertelangen, vergeblichen versuche sieht das ontologie-problem zu lösen könnte man wirklich den eindruck erhalten es sei so. und wer sicch darüber den kopf zerbrechen will, der soll das ruhig tun. aber man kann auch zweckgebunden philosophieren so ist das ja nicht. das es die (einzige) aufgabe der philosophie ist halte ich auf jeden fall für eine falsche aussage. es wird so viel geschrieben wenn der tag lang ist....


liebe grüsse


demon17



geschrieben von: Zeroy

Die Philosophie ist Suche nach den Ursachen. Der echte Philosoph ist ein Mensch, der einfach aufmerksam bleibt (nicht blind), versucht die Tiefe der Welt und seines Seins zu erkennen, fragt sich stets "Wieso" und "Warum" und sucht die Antworten. Der Prozess selbst endet ja dann, wenn er zu dem Punkt der absoluten Wahrheit kommt, die zwar erlebt werden kann, jedoch nicht ausgesprochen. In diesem Moment heisst es auch: "Der Tod des Philosophen" da er erkannt hat, dass es sinnlos ist, weiter die Fragen zu stellen, weil die einzige objektive Wahrheit ist das Nichts.

Alles rum herum ist nur "bla-bla"
Wie das meine stets :p

Die Menschen, die sich so oft als "Philosophen" prägen, sind öfters nur "belesen" oder haben was "erlernt"und wie gesagt, das "Speichern in das Gehirn" ist eine Fähigkeit, die fast jeder von uns hat , doch das Erkennen selbst ist was anderes!

Zum Schluss nur eine Aussage: Alles ist anders als erscheint ;)



geschrieben von: lizard

@entropie:

∆G = ¦² n*∆H - ¦² n*T*∆S

;)


edit: dieses scheiss forum kann kein unicode :(
edit2: argh wo ist frontpage wenn man es mal braucht!?
edit3: wieso mach ich mir ¨¹berhaupt die m¨¹he... :rolleyes:
edit4: ich gebs auf...



geschrieben von: jade

*g* hab mich schon gewundert, was das sein soll...



geschrieben von: lizard

naja das delta habich immerhin hinbekommen aber griechisch verkraftet das forum wohl nicht



geschrieben von: jade

kannst du das nicht übersetzen? Ich glaub, nicht nur das Forum kann kein griechisch...



geschrieben von: lizard

ist doch egal... wenn der kerl sich schon entropie nennt, wird er die formel wohl auch verstehen ohne die summenzeichen....



geschrieben von: jade

achsoo, das sollte ein insider werden... wie doof, und wir anderen sterben vor Neugier. :q



geschrieben von: Demon17

@lizard,
zu deiner information der begriff entropie ist in der philosophie und gesellschaftstheorie ebenso geläufig wie in der physik.

@jade,

schlags nach lesen schadet nicht.


never surrender

demon17



geschrieben von: jade

als wenn ich nicht lese *grumml* man wird ja noch mal fragen dürfen..
"Entropie = Menge an Zufallsinformation" Die einfachste Definition, die ich gefunden habe...



geschrieben von: Demon17

sorry jade,
der entropiebegriff kommt ursprünglich aus der thermodynamik, das ist die erklärung der physiker für das funktionsprinzip der dampfmaschine. (natürlich geht die theorie darüber hinaus aber sie konnten damals nicht erklären warum das ding nun funktionierte. weil die naturwissenschaften im modernen sinne wurden ja erst ab mitte des letzten jahrhunderts so richtig entwickelt)also erst wurde die dampfmaschine erfunden, denn das wasser bei starker erwärmung irgendwann zu dampf wird wusste man ja schon lange und dann haben die physiker eine theorie entwickelt mit der sie das phänomen erklären konnten und nicht umgekehrt wie mancher vielleicht vermuten würde. mit entropie ist im physikalischen sinne die unwandelbarkeit der physikalischen prozesse gemeint so geht nach dem 1. lehrsatz der thermodynamik wärme immer nur von wärmeren zu kälteren körpern über niemals umgekehrt. nach dem 2. lehrsatz streben alle stoffe in geschlossenen systemen dem zustand maximaler entropie oder wahrscheinlichkeit zu. das heißt: wenn du z.B. gas bis zur flüssigkeitsgrenze runterkühlst wird es sich ohne energiezufuhr wieder in gasförmigen zustand verwandeln. ähnlich bei geschmolzenem metall es wird beim erkalten also ohne permanente energiezufuhr wieder fest. aber das ist jetzt stark vereinfacht und ich bin auch kein physiker sondern soziologe deshalb hier der entropiebegriff der soziologischen systemtheorie hier wird mit entropie der grad der unordnung in einem system gemessen. er ist dann am größten je gleichmäßiger spezifische eigenschaften wie kenntnisse, kommunikative fähigkeiten und motivationen über alle gruppenmitglieder verteilt sind. denn wenn es in der gruppe viele spezialisten gibt ensteht ja eine ordnung, in der jeder die aufgaben übernimmt, die er am besten ausüben kann ähnlich wie im betrieb. stell dir einen betrieb vor in dem alle das gleiche können und wollen, die würden sich nie einig werden wer was macht.

also ich hoffe ich habe dir weiter helfen können

never surrender

demon17:)



geschrieben von: Demon17

Korrektur:

die naturwissenschaften im modernen sinne wurden ab mitte des vorletzten Jahrhunderts systematisch entwickelt (siehe hierzu alexander v. humboldt) von vorläufern wie Isaac Newton mal abgesehen.

never surrender

demon17



geschrieben von: jade

Danke für die Mühe.
Ich glaub, ich hab einigermaßen verstanden, worum’s da geht. :)

btw: Das hat sogar was mit Soziologie zu tun?
Dann wird’s mir ja demnächst sowieso begegnen, ich kann’s gar nicht erwarten, endlich zu wechseln. Dann kann ich prahlen, dass ich da schon mal was von gehört hab *lol



geschrieben von: Noktarias

na sicher mache ich weiter so und ich mache mir auch keine mühe so zu werden (möglichst) wie der alte sokrates nein nein :)
das nun wirklich nicht.
ich versuche nur zu verstehen wie sie die welt gesehen haben und mache mir selbst ein eigenes bild.
nun dies für eine art der philosophischen weiterentwicklung.
denn ich bin der ansicht wenn man nicht nur auf seinem eigenen kurs der philosophie bleibt so hat man die möglichkeit mehr mit philosophie anzufangen.
wenn die philosophie nur für einen alleine für den kopf eines selbst gedacht ist....oder wäre....so könnte man nur halb so viel erreichen wie wenn man sie teilt.

__________________________________________________
__

Das Leben ist hart, aber herzlich

erfreut euch also daran :)



geschrieben von: jade

Zitat:
Original geschrieben von Noktarias
wenn die philosophie nur für einen alleine für den kopf eines selbst gedacht ist....oder wäre....so könnte man nur halb so viel erreichen wie wenn man sie teilt.


Solange keine Sturköpfe aufeinander treffen. ;)



geschrieben von: Demon17

@Noktarius,

da hast du sicher recht. es hebt das niveau einer diskussion wenn ihr allen bekannte Texte zugrundeliegen. ich finde es auch nicht gut wenn leute einfach namen nennen und dann meinen alle wüssten bescheid. sie machen es sich da zu einfach.

bis bald mal

demon17:)



geschrieben von: NARRator

philosophie ist der blick in einen spiegel... nur unglaublich langsam und intensiv!!!



geschrieben von: Demon17

@Narrator

hier irrst du. denn ein teil des ganzen kann unmöglich das ganze appräsentieren. außerdem unterliegen wir bei der kommunikation diversen selektionsmechanismen im hinblick auf unsere rezepienten. philosophie gleicht deshalb eher einem nach der mode deformierten in großen teilen blinden zerrspiegel.
sie ist bestenfalls ein spiegel unserer eitelkeit.

think twice its magic

demon17



geschrieben von: Philalethes

Was mag der Sinn, Zweck der Philosophie (heute) sein?

Ich denke, der Aufgabenbereich der Philosophie hat sich stark auf die Bereiche der Moral, der Ehtik, aber auch zum Teil auf die Gottesfrage verlagert.
In früheren Zeiten, in der Antike, im Mittelalter waren die Fragen der Philosophie überwiegend metaphysiche Fragen und ihr Interesse war ein metapysisches; dies hat sich im Mittelalter wenig geändert, da dort wenig neue Gedanken hervorgebracht wurden, sondern im Großteil der Fälle Kommentare zu Aristoteles oder Platon geschrieben wurden.
Der Beginn des Zeitalters der Aufklärng in England, Frankreich und auch Deutschland hat das Arbeitsgebiet der Philosophie von der Metaphysik verlagert zum Physischen, zum Empirischen, namentlich J. Locke, der eigentlichen Begründer der modernen Erkenntnistheorie als eigener philosophische Disziplin; Hauptwerk: An essay concerning human understanding.
Dann seien noch Hobbes, Hume, Berkeley als bekannte Philosophen erwähnt.
In Deutschland mag wohl Kant einer der berühmtesten Philosophen der Aufklärung sein. Auch er vertrat die Ansicht, der Beginn all unserer Erkenntnis leigt nicht in, sondern außer uns, i. e es müssen von Menschen unabhängige Entitäten in der Außenwelt existieren, welche die Sinne des Menschen affizieren können, damit die Vernunft überhaupt beginnen kann zu arbeiten.
(Vorrede B in der Kritik der reinen Vernunft).
Später die Entwicklung des Wiener Kreises......
Es verschob sich das Interesse von metaphysischen zu ´physichen´ Fragen. Dies hat sich m. E. bis heutigentags so durchgehalten. Die Philosophie ist mehr ´praktisch´orientiert.
Ethik, Moralphilosophie, Handlungsphilosophie etc.
Damit kann man auch den Sinn, Zweck der heutigen Philosophie erkennen.
Sie soll eine Art der Orientierung für die Handlungen, Normen etc. des einzelnen Menschen sein.
Sie soll eine Philosophie für den Menschen sein.





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