Das nun folgende habe ich mal geschrieben aus der Sicht der Protagonistin meines Romans, an dem ich seit Jahren rumbastel... hat also wenig mit mir zu tun...
"Hey du, ich liebe dich"
wäre zu trivial,
beinahe widerlich
wie nur erkläre ich:
du bist mein Ideal
bist du weg, tut's mir weh,
daß ich dich wiederseh
unwahrscheinlich - an diesem Ort
bist du nah, dann doch zu weit fort
und noch näher geht schlecht.
du schaust mich an mit deinen Augen, die keine
richtige Farbe haben, scheinst dich zu schämen, ich
kenne mich nicht aus mit eurem Geschlecht aber
ich glaube, du ziehst mich aus, in deinen Gedanken,
meine Phantasien reifen heran zu Früchten voller
Farbe, Geschmack und Melodie.
Ich sitze auf einem harten, hohen Stein und
blicke auf das mondgefickte Meer hinab, sanfter,
salzigsüßer Wind kriecht aus der blauen
Dunkelheit unter meine Jacke und streichelt meine Brüste,
meine Haare flattern in der Brise goldenen
Elbenfäden gleich. Ich spüre die Mutter aller
Sehnsüchte in mir, das Verlangen nach dem Mehr,
das wir nicht begreifen, nach vollkommener
Befriedigung und Erfüllung, nach der Erregung in
der Ruhe, der Orientierung im Chaos aller Dinge.
Der Wind ist kalt und traurig schön. Tief unter
mir glitzert strahlend weiß die Brandung, die
immer tiefer in das Land eindringt und immer
tiefer hineinwill, immer wieder, und der Rhythmus
darin inspiriert mich, betäubt mich, fesselt
mich. Und du sitzt neben mir und hältst mich im Arm,
mein Kopf ruht auf deiner Schulter, meine Hand an
deinem Knie oder woanders.
fang mich doch
Und dann denkst du vorsichtig daran,
was kommt, was immer noch vor uns liegt
an die Zukunft, die eben begann,
über die bald Geschehen obsiegt.
Ich liege wie gekreuzigt auf dem Rücken, atme
angenehm-süßlichen Modermuff vieler Schichtungen
bröselndweich verseiender Tannennadeln,
feuchtkalte Luft der Nebelnacht, die nicht dunkelschwarz,
weniger noch höhlenschwarz, viel eher todschwarz
und tastend zerrissen vom Funkelstrahleglitzern
von Myriaden von Sternen mich versteckt, unter
den Wipfeln von Tannen die mir ähnlicher sind als
ich selbst, mit ihren schlanken Körpern und
dunklen Vergangenheiten und erotischen Phantasien. Ich
werde gewahr, mir wird bewußtgemacht, daß unter
den Zwiebelschichten verschämter Stoffe mein
Körper nackt und heiß ist (und ich weiß, daß du
ihn magst, mehr noch als ich). Ich höre des Windes
leises Wisperrauschen in Baumwipfeln singen,
einen Nachtvogel pfeifen, und unseren Atem. Ich kann
nur ahnen und wissen, daß du dort hinten an den
Baum gelehnt mich betrachtest, doch ich kann dich
nicht sehen, nur fühlen, wissen und hören. Meine
Gedanken kreisen um uns beide herum, du fängst
sie ein und gibst sie mir zurück, in deine
Verrücktheiten gebettet und mit Komik fest verschnürt /
schräg doch tausendmal süßer als zuvor -
- ich atme angenehm-süßlichen Moderduft und deine
Haare, die du meinetwegen wachsen lassen willst,
obwohl du jetzt aussiehst wie ein Sasquatch auf
Montage...