Manchmal versuche ich dir Sterne zu zählen.
Sie kommen mir dann so vertraut vor
und nahe vor.
Ich strecke ihnen meine Hände entgegen, denn
ich möchte sie berühren.
Aber es geht nicht –
Sie sind zu weit entfernt.
geschrieben von: Creanna
Auf der Flucht
Er verfolgt mich seit Jahren. Ich kann ihm nicht entkompmen. Egal was ich tue oder wohin ich mich auch verkrieche – immer findet er mich.
Ich bin nur noch ein gehetztes Wild auf der Flucht. Meine Gedanken drehen sich nur noch um die nächste Flucht und wie ich ihm am besten entkommen kann.
(Er fehlt mir. Wieso musste ich mich in ihn verlieben?)
Gestern Abend hätte er mich fast bekommen. Fast.
Ich befand mich in einem schäbigen Motel im nirgendwo.
Lange hatte er sich nicht mehr sehen lassen. Ich dachte schon, ich hätte mich verloren. Ich dachte er hätte aufgegeben. Aber das hatte er nicht.
(Er würde mich nie aufgeben. Er ist der einzige, der mich liebt und versteht. Aber ich habe Angst vor ihm.)
Eines Tages tauchte er einfach auf. Er stand vor meinem Bett und hätte mich fast in seine Welt mitgenommen.
(Seine Augen leuchteten vor Liebe zu mir.)
Ich konnte nur knapp entrinnen. Seit dem bin ich in meinem Wagen auf der Flucht. Früher war es trostlos und kalt. Oft war ich im ewigen Garten und schrie stumm um Hilfe. Keiner hörte mich – nur er. Eines Tages stand er vor mir und antwortete.
Er war von weit her gekommen.
(Weil er mich liebte.)
Ich halte es nicht mehr aus. Ich kann nicht mehr. Ich möchte einfach nur in Ruhe sein.
(Ich will zu ihm)
Ich halte den Wagen an und steige aus.
Noch kann ich seine Gegenwart nicht spüren. Aber bald, da wird er wieder hier sein.
(bitte komm endlich – ich bin nun bereit dir zu folgen und heute Nacht für dich zu sterben)
Vor meinem geistigen Auge erscheint mir sein Ebenbild. Seine schwarzen Haare geben einen starken Kontrast zu seiner extrem blassen Haut. Ich fand ihn anziehend und schön.
(Ich tue es noch immer.)
Er liebt mich.
(und ich liebe ihn)
Plötzlich bleibe ich stehen. Da ist er wieder. Der Wind spielt mit seinem schwarzem Haar und mit seiner schwarzen Kleidung.
(Ob er auch als Lebender immer in Schwarz gehüllt war?)
Ich drehe mich um und will zu meinem Auto laufen, doch es ist zu weit weg. Noch ehe ich einen Schritt ansetzen kann, spüre ich ihn hinter mir.
„Ich liebe dich“, flüstert er leise.
Als ich mich umdrehe verspüre ich einen stechenden Schmerz in meiner Brust.
Er weint Tränen aus Blut. Wie schön er doch ist. Langsam gleite ich in seiner Arme. Er ist kalt und doch so wunder-schön.
Ich gebe auf. Es hat keinen Sinn mehr mich von meiner Angst treiben zu lassen. Seine Liebe ist ehrlich.
(und ewig)
Egal wo ich bin, er wird nicht müde werden mich zu suchen. Und seine Liebe wird nicht sterben.
(Nur ich werde sterben.)
Er lächelt mir zu. Seine Züge werden wieder fast menschlich.
Ach er hat es schon erlebt. Vor langer Zeit, als sein Leben trostlos und kalt war.
Er hatte keine Angst gehabt.
Auch ich habe keine Angst mehr.
geschrieben von: Creanna
Dunkelheit
Sie stand am Abgrund. Der eisige Wind wehte kalt und erbar-mungslos von unten hinauf. Ein kalter Schauer durchfröstelte sie. Doch es war ihr egal. Voller Sehnsucht blickte sie nach unten. Es war Nacht und sie konnte nicht viel sehen.
Undurchdringlich kalt und still machte sich die Dunkelheit breit. Die Dunkelheit. Sie schloss die Augen. Jeder hatte Angst vor ihr. Sie nicht. Sie liebte und sehnte sich vor ihr. Wahrscheinlich war sie auch deswegen hier.
In der Dunkelheit konnte sie einfach nur sie selbst sein. Den-ken und fühlen wie SIE es wollte, nicht wie die anderen es von ihr verlangten.
„komm zu miiiirrrr...“ wisperte die Dunkelheit leise. Sie öff-nete wieder die Augen und blickte nach unten. Warum eigentlich nicht?!, dachte sie.
Was wäre so falsch daran, eins mit ihr zu werden? Immerhin wa-ren ihr schon viele vor ihr gefolgt. Die einen freiwillig, die anderen nicht.
Es kann doch nur noch besser werden in der Dunkelheit.
<Sei nicht so egoistisch! Was ist denn mit den Menschen die dich lieben? Denk doch nur mal an deine Eltern. Deine Freun-de...>
Ihr war, als würde diese neue Stimme von drüben kommen. Dort, wo es immer hell war. Hell und freundlich. Sie drehte den Kopf und lauschte der hellen Stimme.
<Was wird aus ihnen? Willst du ihnen das wirklich antun?>
Ihre Blicke verloren sich im Nichts. Bilder ihrer Vergangen-heit tauchten vor ihrem geistigem Auge auf.
<Du bist ein glückliches Mädchen!> klang es weiter.
<es wäre doch unsinnig. Du hast keinen Grund, DAS zu tun...>
Sie wandte sich wieder der Dunkelheit zu. Eigentlich hatte die helle Stimme ja recht, oder? Sie war doch glücklich. Sie war gesund, nicht gerade arm (guter Mittelstand) und hatte zwei Eltern die sie liebten. Was konnte sich ein Mädchen in ihrem Alter mehr wünschen?
Und doch...
(Das sind doch nur materielle Werte.) kam es aus der Dunkel-heit.
(Was ist mit den menschlichen Werten? Was ist mit der Gesell-schaft, die so falsch und hinterhältig ist? Die dich noch nie akzeptiert haben, weil du immer anders warst. Hast du schon vergessen, wie schlecht es dir ging? Ich verstehe dich. Ich liebe dich. Komm zu miiiirrrrr...)
Ohne eine Regung starrte sie in die Dunkelheit.
Nein, sie hatte nicht vergessen, was alles passiert war. Die schönen Erinnerungen waren gegen hässliche gewichen. Ja, die Dunkelheit hatte recht. Wie ungerecht doch alle Außenstehenden waren. Sobald man nicht in das gesellschaftliche Bild passte, war man ein Geächteter.
Ihr schwarzes Kleid quoll unter dem aufkeimenden Wind auf. Ih-re schwarzen Haare wehten ihr ins Gesicht, doch es störte sie nicht. Nicht mehr.
So konfus und durcheinander wie ihre Haare waren, so durchein-ander waren auch ihre Gefühle.
<Ignoriere sie. Ignoriere die Dunkelheit. Sie ist nicht gut. Sie will dir nichts gutes!!!!!! Komm zu mir. Wir werden einen Weg finden...>
Sie drehte sich nicht mehr zu der hellen Stimme um. Sie wollte nicht mehr auf sie hören. Und tatsächlich schien sie schwacher zu werden.
Langsam verdunkelte sich alles.
<Du bist nicht allein! Ich bin bei dir. Wenn es du nicht für deine Familie tun willst, dann tu es für mich. Sei nicht so egoistisch...denk an deine Mutter. Wie sie leiden wird...>
Sie riss ihren Blick von der verlockenden Dunkelheit ab und drehte sich um.
Auf einmal sah sie ihre Mutter. Erinnerungen glücklicher Tage liefen vor ihrem geistigem Auge ab. Alles so klar wie ein Film.
Ihr wurde übel. Sie konnte das ihrer Mutter doch nicht antun. Aber sie konnte auch so nicht mehr weitermachen.
<Du hast es versucht...> wisperte die Dunkelheit, <aber es ging nicht. Du kannst nicht für deine Mutter leben. Du musst für DICH leben...oder sterben!>
Langsam wandte sie sich wieder der Dunkelheit zu. Ihre Augen weiteten sich. Sie ließ das Gitter los.
Wie recht die Dunkelheit doch hatte. Sie konnte ihren Körper zum weiterleben zwingen, wenn ihre Seele längst tot war, nur weil man es von ihr erwartete.
Einmal im Leben, wollte sie eine Entscheidung frei treffen können. Einmal im Leben wollte sie richtig egoistisch sein.
<bitte...komm zur..>
Auf einmal wurde alles dunkel. Sie drehte sich zu der hellen Stimme um, doch sie war verschwunden. Genau wie ihre Zweifel. Langsam erhob sie ihren Kopf und blickte nach oben. Sie brei-tete ihre Arme aus und schloss die Augen.
„Einmal..“, flüsterte sie, „einmal.. frei sein...frei...“
Der Wind schien wilder und stürmischer zu werden. Als wollte er verhindern, was unaufhaltsam ist.
Doch es ist zu spät. Sie hat ihre Entscheidung getroffen.
<endlich bist du bei mir...es ist so schön..Eins mit dir zu sein...so schön...>
Am Horizont erstrahlen die ersten Sonnenstrahlen. Sie scheinen die Dunkelheit zu verdrängen. Doch das ist unmöglich. Am Ende ist alles dunkel.
geschrieben von: Creanna
Blaue Augen
Seit ich dich das erste Mal sah,
wusste ich, dass ich dich nicht mehr aus meinem
Kopf bekommen würde – und so war es.
Du sprachst mich wahllos an
(auch wenn ich verzweifelt gegenteilige Beweise suche),
doch ich konnte dir nicht helfen.
Es tut mir leid.
Ich sah in deine schönen blauen Augen –
und es geschah einfach so. Nichts konnte ich dagegen tun.
Für einen kurzen Moment regte sich Hoffnung in mir –
nur um sich kurze Augenblicke später,
plump und unbeholfen wieder fallen zu lassen,
als ich Sie neben dich treten sah.
Von da an wurde mir klar –du gehörst Ihr – nicht mir.
Ich hatte dich verloren, noch bevor ich haben durfte.
Ich sah dich nur noch ein einziges Mal,
doch du hattest nur Augen für Sie
Sie hatte das Glück, dass deine schönen blauen Augen auf Ihr ruhten.
Nur Sie brachte sie zum strahlen, wie zwei edle, reine Saphire
Nicht ich.
Allein und verloren stehe ich in Ihrem Schatten –
ganz weit hinten und verborgen. Ich weiß nur, dass ich dich begehre –
doch mein Verlangen bleibt unerfüllt.
Seit Monaten versuche ich dich zu finden – vergebens.
Mir scheint, du hast dich vor mir versteckt – mit Ihr.
Mit jedem weiterem Tag schwindet meine Hoffnung
und mit ihr auch dein Bild in meinem Herzen.
Inzwischen glaube ich nicht mehr daran,
dich je noch einmal wieder zu sehen.
Was würde ich darum geben.
Was würde ich darum geben um in deinen
Armen mein Verlangen nach dir zu stillen
Was würde ich nicht geben um deine
wunderschönen stahlblauen Augen zum
leuchten zu bringen
Was?
Alles!...
... und noch mehr ...
geschrieben von: Creanna
Blaue Augen II
Ich hatte mit dir abgeschlossen.
Ich war mir sicher, dich nicht mehr wieder zu sehen.
Und doch,
als ich in keinster Weise damit rechnete,
warst du da.
Einfach so.
Wie grausam.
So lange suchte ich dich und plötzlich
tauchst du wie der verloren gegangene Sohn wieder auf.
Ich konnte es nicht glauben. Mein Herz schien für den
Augenblick still zu stehen.
Meine Lungen weigerten sich, den mir
Lebenswichtigen, Sauerstoff aufzunehmen.
Ich war gelähmt.
Aus Angst.
Aus Freude.
Ich war sicher, es sei nur eine Einbildung.
Ja, eine Einbildung,
deren Vater
mein Wunsch dich wiederzusehen war.
Diesmal war ich fest entschlossen dich nicht
mehr zu verlieren.
Ich suchte dich in den Menschenmassen,
doch erst unter dem geheimnisvollen Glanz des Mondes
fand ich dich wieder
jedoch nicht allein
Ich kannte sie nicht.
Sie war die ähnlich.
Kurz kreuzten sich unsere Blicke.
Doch ich drehte mich weg.
Zu stark war der Schmerz
Und zu stark die Begehren
Im Schatten deiner Schönheit,
ganz weit hinten nahm ich meinen Platz ein.
Allein.
Manchmal konnte ich deine Stimme vernehmen.
So sanft und wohlklingend.
Ich war unfähig dir in die Augen zu sehen.
In deine wunderschönen
blauen Augen.
Gelegentlich spürte ich deine Blicke.
Was dachtest du?
Nahmst du mich war?
Fandest du gefallen an mir?
Oder lachtest du über mich?...
...mit Ihr?...
Ich weiß es nicht.
Meine Hände zitterten.
Unzählige Augenpaare brannten
sich in meine Haut.
(Angst)
Die Dunkelheit hüllte mich in ihre
Umarmung,
doch immer noch konntest du mich sehen
(und die unzähligen Augenpaare)
ich stand inmitten der Massen und keiner
nahm ich wahr.
Am allerwenigsten du
(hat du über mich gelacht?)
Ich schrie verzweifelt nach dir,
doch du warst taub.
Und so blieb ich gefangen,
in meiner eigenen Unzulänglichkeit,
in meinem Nichtvorhandensein.
Ich sehnte mich nach Erlösung
Bitte, bitte,
geh!
Lass mich in meine Einsamkeit
sterben.
(siehst du mich? Kannst du mich hören?)
Unsichtbare Tränen rannen
meinen Wangen hinab.
Mein Herz schmerzte,
und ich konnte keinen klaren Gedanken mehr fassen.
Letztlich gingst du.
Beim Vorbeigehen spürte ich
deinen Blick auf mir ruhen,
wenn ich sie auch nicht sehen konnte.
Aber was für ein Unterschied machte
dies noch?
Du gingst mir ihr.
Und ich blieb zurück,
Allein in der Dunkelheit.
Mit meinen ständigen Begleitern,
der Unzulänglichkeit,
der Angst &
dem
Schmerz.
geschrieben von: Creanna
Ich weiß nicht, wieso es so ist,
aber es ist so.
ich kann deine Anwesenheit spüren und es ängstigt mich.
Es ist nachts und ich liege allein in meinem großem Bett.
Ich habe schlecht geträumt.
Von dir.
Nun bin ich wach.
Mein herz rast und ich kann nicht mehr einschlafen.
Ich habe Angst vor dir.
Warum? Weil du tot bist?
Vielleicht.
Der Tod hat uns beide entfremdet.
Es scheint mir als würde ich dich nicht mehr kennen.
Was willst du von mir?
Beobachtest du nur?
Oder willst du mir weh tun?
Noch immer liege ich in der Position in der ich erwachte.
mein dumpfes gefühl ist zur Gewissheit geworden – ich bin nicht mehr allein.
Ich kann deine toten blicke ganz deutlich spüren.
Ich versuche an etwas anderes zu denken um wieder einzuschlafen.
Um fortzulaufen – vor wem auch immer
Doch es misslingt mir.
Die angst lähmt mich.
Ich weiß genau, wenn ich mich umdrehe – wenn ich nur den Blick von dem riskiere – dann werde ich dich sehen.
Werde ich das?
Ich versuche mir vorzustellen wie du aussiehst.
Doch der gedanke ängstigt mich nur noch mehr.
Ein kalter schauer durchfährt mich.
Oder war es eine Berührung?
Es gibt nur zwei möglichkeiten.
Flucht oder stellung.
Ich ziehe ersteres vor. Ich verkrieche mich ängstlich unter meiner Decke.
Ich drohe zu ersticken –doch das mit alle mal lieber,
als dich zu erblicken.
Nein, ich möchte dich nicht sehen.
Ich habe gewonnen. Langsam holt mich der süsse schlaf des vergessens zurück in seine arme.
Mein angst weicht – ich bin gerettet.
Für diese nacht.
geschrieben von: Creanna
Veränderungen kommen auf mich zu und ich habe angst.
Große Angst.
Angst, abgeschieden zu sein,
angst zu versagen,
angst etwas falsch zu machen
angst vor der Zukunft
aber ich kann nicht stehen bleiben
oder gar zurück gehen.
Ich muss nach vorn.
Es ist die einzige möglichkeit die mir noch bleibt.
geschrieben von: Creanna
Ich kann es nicht wirklich verstehen
Ich versuche es wirklich –
Aber ich bin unfähig.
Ich weiß nicht was ich tun soll.
Ich kann weder leben noch sterben
Kann weder essen noch schlafen,
kann weder lachen noch weinen
kann nur warten
Mein Kopf sagt mir
Vergiss es
Meine Freunde sagen mir
Vergiss es
Und doch spricht mein Herz eine andere Sprache
Mein Gefühl sagt mir etwas anders
Aber darf ich darauf hören?
Soll ich darauf hören?
Oder wird es mich in mein Verderben stürzen?
geschrieben von: Creanna
Alles
Alles ist farblich durchmischt –
doch ich bin unfähig Farben zu erkennen.
Alle ist hell –
doch in mir herrscht Dunkelheit
Alles scheint klar zu sein –
doch in mir wütet das Chaos
Alles ist still –
doch in mir schreit alles
Alles scheint erfüllt zu sein –
In mir jedoch herrscht die völlige Leere und Existenzlosigkeit