Nein, ich versuche nicht an Ovid anzuknüpfen, ich mag das Wort Metamorphose einfach - phonetisch, als auch semantisch. Metamorphosen stehen für Veränderungen von Zuständen, und das Leben verändert sich laufend. Ich bin in bestimmten Dingen ein Gewohnheitsmensch, aber Veränderungen gibt es immer; mal gute, mal schlechte. Oft überwiegen die schlechten Veränderungen, und man selbst verändert sich durch diese äußeren Umstände auch. Aber wie sagte ich so schön: "Auch wir haben ein Recht darauf glücklich zu sein".
Gerade bei den Negativzuständen dachte ich immer, könne man nichts abwenden, weil man doch zu sehr auf höhere Mächte angewiesen ist - aber es reicht, alles andere zu ändern. Und durch diese ersten veränderungen erlebte ich eine Metamorphose in mir. Das Wort bedeutet mir einiges und meine Metamorphose ist noch lange nicht abgeschlossen, zumal Stillstand immer irgendwie Tod bedeutet.
Anfang des Jahres nahm ich äußere Umstände hin. Es war Stillstand, ich konnte nichts tun. Ich tat immer noch nichts, aber ich hörte auch auf, dahingehend etwas zu tun, sondern tat viele andere Dinge, die eine richtige Metamorphose verursachten. Ich habe begonnen, Dinge für mich zu tun, für niemanden sonst. Es hatte seinen preis, aber es war mir wichtig und auch notwendig. Es war eine erste Stufe zu etwas, das bis heute anhält. Ich hätte nie gedacht, dass man so über sich hinauswachsen kann, dass man wirklich etwas bewirken kann. Ich glaube zwar nicht an Schicksal, aber durchaus an die Chaostheorie, und bei manchem hätte alles einfach so kommen müssen, wie es kommt - sobald alles wieder gut wird und sich zum positiven wendet. Ich verzeihe jeden Fall, wenn es gelingt wieder aufzustehen. "Steh auf" - Mut zur Veränderung, irgendwann kann es nur noch besser werden. Und trotzdem bleibe ich immer ich, oder habe erst wieder zu mir zurückgefunden? Mein Leben wird aber immer mit dem Wort verbunden sein. Vielleicht löst es das Motto "Alles Scheisse" mal ab.
Bild: Elaine Rich, Metamorphosis
geschrieben von: Trauerwesen
Diese allererste Veränderung des Jahres war einschneidend, ich merkte mal wieder, wie sehr ich diese Umstellungen hasse. Monatelang kam mir die Welt unreal vor, so anders, so verkehrt. Es war, als wäre ich in einem anderen Universum, einer Parallelwelt gefangen. Wie ein Traum. Und diese Welt erschien nicht richtig. Ich konnte weiterleben, mir ging es auch gut, aber trotzdem hatte ich immer das Gefühl, da stimmt etwas nicht. Die Matrix war fehlerhaft programmiert. Trotzdem ging das Leben weiter, dieser Zustand wurde immer normaler und ich glaubte aber trotzdem daran, dass ich wieder zurück in die "richtige" Welt kommen würde. Doch irgendwann kam dieser entscheidende Punkt. Der Punkt, auf den ich lange, sehr lange [zu lange] gewartet hatte. Ich hätte nie gedacht, dass ich ihn je erreichen werde, dass ich je an diesen Punkt gelangen möchte. Wenn ich jetzt zurückblicke, war diese Wende an dem Punkt genau das, was ich brauchte, um das nun sein zu können, was ich bin. Es war der Punkt, an dem ich frei wurde. Frei. Frei von all der Angst, dem Schmerz, der Verzweiflung, des Misstrauens, des Durchdrehens. Frei von diesem Gefängnis, in das ich mich selbst hineinbegab, ohne es richtig bemerkt zu haben. Ja, oft dachte ich, das bin ja nicht ich, aber es war ok. Es ist nicht ok. Man nahm es in Kauf, für das, was man aber doch nicht bekam. Man sah nicht mich, sondern das, was man sehen wollte. Und das hatte mir das Erreichen dieses Punktes massiv vereinfacht. Ich muss aber ich sein um existieren zu können. Umso intensiver existiere ich nun, ich spüre mich, das Leben, die Freude... und ich spüre Vertrauen.
War ich nun also wirklich in einer Parallelwelt? Nein, ich war davor in einer Parallelwelt, in meinem Käfig, in den ich mich selbst einschloss. Ich befinde mich immer noch dort, wo ich auch Anfang des Jahres war. Nur merke ich, dass dies die richtige Welt ist, die, wo ich hingehöre. Und ich mag diese Welt mit jedem Tag mehr. Es ist meine Welt, dessen Spielregeln ich auch mit aufstelle. Ich bin nicht der Darsteller, der eine Rolle präsentieren muss, ich gehöre auch zum Autorenteam und zu den Regisseuren. Und ich schreibe meinen Part nun ohne Ängste, Schmerz oder reine Destruktion. Stattdessen Mut, Vertrauen und Vorwärtsbewegungen. Vorwärts. Ich sehe meinen Weg, und er führt nicht in die Destruktion, er ist schön, er ist hell, er wird angenehm zu begehen sein. Schritt für Schritt. Und das war nur ein weiterer. Auch wenn mal Steine rumliegen. Sollte ich stolpern, was ich sicherlich tun werde, dann sehe ich trotzdem den Weg vor mir und der Weg wird sich dadurch nicht verändern. Schritt für Schritt. Ich. Frei.I am complete with myself. Ready for take-off.
geschrieben von: Trauerwesen
Ich bin mein größter Feind. Und momentan muss ich wieder diesen Kampf mit mir selbst austragen. Aber es bleibt unentschieden, vorerst. Zwei Stimmen in mir, eine des Gefühls, eine des Verstands, angetrieben durch Zweifel. Kein methodischer Zweifel, ein bremsender Zweifel. Welche Stimme wird letztenendes lauter sein? Ich weiss, welche ich gewinnen lassen möchte, aber die andere wehrt sich, und mich dahingehend selbst zu manipulieren ist nicht so einfach, wenn die Zweifel immer wieder in Erscheinung treten. I don't necessarily agree with everything I think (Eldritch). Ein Zitat, das auf mein ganzes Leben zutrifft, aber momentan wieder besonders. Ich muss mich überlisten, was allerdings schwer ist, sofern ich ja weiss, dass ich mich überlisten will. Das Gefühl muss siegen. Denn diese intuitive Stimme ist doch lauter. Das Gefühl war immer dann stärker, wenn es das nicht durfte - aber gerade jetzt darf es die Rationalität besiegen. Ich muss. Ich will. Und wenn ich dem Gefühl und Drang nicht nachgehe, wird es mich auffrissen, der Durst muss wohl gestillt werden. Die Flasche steht vor mir, ich muss nur zugreifen und trinken. Und den Kopf vorher überzeugen, dass es das richtige ist. Aber er weiss es.
Ich muss den Durst stillen, bevor ich verdurste.
geschrieben von: Trauerwesen
Verantwortlichkeit. Eine Unterschrift, die einen weiteren Schritt besiegelt. Kein Zögern. Kein Zweifel. Machen. Nur ein Teil meines großen Plans, der Leben heisst.
Mehr als die Vergangenheit interessiert mich die Zukunft, denn in ihr gedenke ich zu leben. (Einstein)
Altlasten sind weg. Es wird gut. Ich fühle es. Alles, was ich die letzten Monate angepackt habe, wurde gut. Alles, was ich in Angriff nahm, trug Früchte. Der Zeitpunkt hätte nicht besser sein können, also muss es jetzt sein. Es sollte klappen, auch in langer Hinsicht, auch wenn man nie weiss, was geschehen wird.
Unsere Hauptaufgabe ist nicht, zu erkennen, was unklar in weiter Entfernung liegt, sondern zu tun, was klar vor uns liegt. (Thomas Carlyle)
Ich habe es zig Male von vorne bis hinten durchanalysiert, und wenn ich meine ich analysiere, dann analysiere ich. Ich bin auf alles vorbereitet. Ich kann nicht hellsehen, aber für das Jetzt ist es das beste. Es ist Zeit. Ich unterschrieb für einen weiteren Teil meines neuen Lebens. Ich fühle, dass es richtig war. Ich habe einiges richtig gemacht dieses Jahr, und das wird dazugehören.
geschrieben von: Trauerwesen
Ich weiss es, ich wusste es schon lange, und es ist mir egal. Denn du weisst noch lange nicht alles. Und es interessiert mich auch nicht und hat dich noch viel weniger zu interessieren.
Alle Veränderungen, sogar die meistersehnten, haben ihre Melancholie. Denn was wir hinter uns lassen, ist ein Teil unserer selbst. Wir müssen einem Leben Lebewohl sagen, bevor wir in ein anderes eintreten können. (Anatole France)
Lebewohl.
geschrieben von: Trauerwesen
Den nihilistischen und existenzialistischen Gedanken zu fröhnen ist vielleicht doch nicht immer so das wahre. Man kann nicht immer nur warten, dass etwas passiert, obwohl man genau weiss, dass nichts geschehen wird.
Vor meinem Geiste erschließen sich Gebilde, die nur ein Teil dessen sind, was ich anstrebe, auch wenn ich genau weiss, dass diese angestrebten Erkenntnisse nicht kommen werden. Stop thinking. Mit jedem weiteren Aspekt wird das Gebilde nur komplexer, aber ein Ziel ist nicht zu sehen. Mit jeder neuen Antwort bekomme ich drei neue Fragen.
Nichts. Ein Ziel, aber noch lange kein Sinn. Ich habe mich schon vor langem damit abgefunden, dennoch ertappe ich mich immer wieder, wie ich warte, wohlwissend, dass nichts geschehen wird. Doch irgendwann wird man müde des Wartens, und man rafft sich doch auf, endlich zu gehen. Das Warten auf den Sinn ist genauso sinnlos.
Dennoch, auch wenn man mir oft genug sagte, diese Weltanschauung sei fatal für mich, kann ich es langsam genießen. Sinnlosigkeit kann entbinden, kann Spaß machen, und legitimiert vor allem dazu, sich selbst bestimmen und definieren zu dürfen. Es entbindet nicht vor Verantwortung.
Akzeptanz, nicht der Versuch einer Widerlegung macht frei.
geschrieben von: Trauerwesen
So sehr man auch denkt, man habe die Kontrolle, umso öfter wird man eines besseren belehrt. Wenn etwas in seiner Natur liegt, dann wird dem wohl so sein, auf immer, egal, wie sehr man denkt, man habe etwas im Griff. Es gibt Dinge, die holen einen irgendwann immer ein. Ja, "es" ist da, das wird es immer sein. Die Frage ist nur, wie oft und wie stark. Und die wichtigste Frage: Wer ist stärker? Dennoch wird es immer so sein, und wenn sich das, was die Natur von jemanden ist, bemerkbar macht, heisst es entweder kämpfen oder sich dem hingeben - was in dem Moment richtig erscheint. Richtig und Falsch hören auf zu existieren, etwas anderes tritt an ihre Stelle, das jenseits von gut und böse ist.
Rationalität: Defekt. Trotzdem ist man nicht von der Entscheidung entbunden, sich seiner Natur hinzugeben oder gegen anzukämpfen. Dabei würde ersteres sogar erst noch Spaß machen, gar befriedigen. Doch was kommt danach, wenn man auf dem Schlachtfeld steht das Ergebnis sieht? Man hasst diese Seite erneut, hasst es abgrundtief.
geschrieben von: Trauerwesen
Ich will nicht weh tun, ich will es nicht, ich will es nicht, ich darf es nicht. Ich verbiete es mir selbst. Ich bin zu sehr darauf bedacht, dass es den näheren Mitmenschen gut geht. Ja, den näheren, denn alles andere ist mir zu unwichtig.
Mir sagte mal jemand vor vielen Jahren, dass er von meiner Grausamkeit fasziniert sei. Er war auch in dem Kreis der Auserwählten, und dort schmiss ich ihn raus. Aber es ging nicht darum, ihn zu verletzen, es ging nicht darum, meine Macht zu demonstrieren, es ging darum, dass es das richtige war. Für ihn und für mich. Vielleicht legte ich eine immense Grausamkeit, die in mir schlummert, an den Tag, aber es war lediglich Mittel zum Zweck. Ich bin zu sensibel um kalt zu sein. Ich bereue nichts. Wenn ich jemanden nicht ernst nehmen kann, hat er verloren.
Ich bin nicht grausam, auch wenn ich über Leichen gehen kann, aber nicht über ihre. Sie sind der Grund, dass ich das tue.
Und mein Hauptziel der Verletzung bin immer noch ich. Denn da ist er, der größte Feind, mein Spiegelbild.
Es tut mir weh, wenn ich diese Menschen leiden sehe. Ich gebe, was ich kann, und wenn ich der Grund für Schmerz bin, dann schmerzt es mich umso mehr. Nur dafür würde ich sie leiden lassen. Nur dafür. Denn die Grausamkeit richtet sich primär immer noch gegen mich, auch wenn ich mir auch nicht weh tun will, aber diese Abgründe sind in meiner Seele.
Sprich mit mir. Ich kann dich nicht leiden sehen. Ich muss es tun, auch wenn es dir weh tut, und es geht nicht mal darum, dass ich leide. Es hat nichts mit Abgründen zu tun, nichts mit Grausamkeit. Aber ich werde alles tun, dir diesen Schmerz zu nehmen.
geschrieben von: Trauerwesen
"Und dort stehe ich vor dieser Tür und muss nur durchgehen... was auch immer in diesem Raum auf mich warten wird. Doch selbst wenn ich wüsste, es wäre der Room 101, würde ich wohl durchgehen, mit einem Lächeln auf dem Gesicht."
Das Suhlen in diesem Hass, das Suhlen dieses Gefühls, des Wahnsinns... aufsteigen, ganz hoch, ja, das geht damit. Magengeschwüre wahrscheinlich inklusive. Es muss nur Klick machen, dann hört es auf... mit einem Klick hat es angefangen. Klick-klack. An-aus. Unberechenbarkeit auch grenzenlos. Trotzdem dieser Genuss.
Absitzen, maximale Schadensbegrenzung. Everything will turn out fine.
geschrieben von: fragment
Manchmal ist es gar nicht so wichtig, was in dem nächsten Raum auf dich wartet; manchmal ist das bloße Gehen durch die nächste Tür viel bedeutender.
geschrieben von: Trauerwesen
Ich weiss. Es waren schon viele Türen, nur will ich nicht durch die falschen gehen. Denn das wäre Kamikaze, und manchmal tendiere ich dazu.
Aber danke für deine Worte, ich weiss selber nicht, was ich damit genau meinte... wirres Hirn, das zur Ruhe kommen muss.
geschrieben von: Trauerwesen
Das Wasser prasselt ins Gesicht, auf die Schultern, den Rücken. Ich schließe die Augen, fühle, wie das Wasser meinen Körper umgibt. Jeder einzelne Tropfen auf meiner Haut ist spürbar. Die Zeit vergeht langsamer, Zeitlupe. Ich atme, tief und bewusst, spüre, wie der Sauerstoff meine Lungen fühlt. Spüre, wie ich mit dem Wasser symbiotisch werde. Wasser, mein Element. Wasser ist Leben, ich wusste es schon immer, ich spürte es schon immer, auch wenn es mir fast das Leben nahm, aber ich spüre dieses Leben in diesem Augenblick. Und ich zerbreche nicht unter dieser Macht, dieser Kraft und dieser Last, die auf meinen Körper einwirkt.
Das Wasser fließt weiter. Ich sitze in der Duschkabine, regungslos, atme, aber spüre das Wasser nicht. Nein, ich kann nicht ertrinken, vielleicht an meinen Gedanken. Aber an denen ertrinkt man nicht, sie fressen das Hirn auf. Nichts existiert, nur die Duschkabine, das Wasser und ich. Nein, das Wasser auch nicht. Die Gedanken. Bis der Kopf platzt. Kontrolle? Nein, solche Gedanken sind es nicht, nur zuviele auf einmal. Ruhe, ich spüre die Ruhe, eben weil nichts existiert außer dieser Raum. Dieser kleine Raum, meine eigene kleine Welt. Nicht so groß, nicht so überfordernd wie der Rest der Welt.
Ich stehe auf und schalte das Wasser ab.
geschrieben von: Trauerwesen
Ein unruhiger Geist ist wenigstens ein Beweis dafür, das man am Leben ist. (Peter Tremayne)
Leben... ja, man weiss es doch. Man weiss es, auch wenn man es nicht fühlt. Fühlen... leben.... Nicht fühlen, nicht leben, innerlich tot. Und der größte seelische Schmerz wird zur Erlösung und Befreiung. Und dennoch zerbrechen wir unter diesem Schmerz, wünschen den Emotionen dann auch mal eine Auszeit.
Unter Wasser. Tief unter Wasser. Keine Möglichkeit zu atmen. Eingeengt, fast erdrückt durch das Wasser. Ja, es ist wie damals. Orientierungslosigkeit, die Tiefe, keine Luft. Und die Gefahr zu ertrinken. Und es wird genauso sein wie damals: Erst die Orientierung bekommen, die Wasseroberfläche, wo der Sauerstoff ist, die rettende Luft. Ohne sie verliert man nur unnötig Zeit und läuft Gefahr, nicht rechtzeitig an der Oberfläche zu sein, sich vollkommen zu verirren.
Und dann - mit aller Kraft - gräbst du dir den Weg zur rettenden Oberfläche. Nein, du kannst nicht atmen, du darfst es auch nicht, es geht nicht. Aber du nimmst all deine Kraft zusammen und bahnst dir deinen Weg dorthin, wo du hinwillst. Ja, es ist hart, dich überkommt die Angst, wie damals. Du glaubst an einem Punkt das Bewusstsein zu verlieren, weil du die Luft zum Atmen brauchst, zum Leben. Aber die ist nun nicht vorhanden. Du musst nun all deine Kraft zusammennehmen, sonst ertrinkst du, ganz einfach. Versuch es, gib nicht auf, halte durch.
Es ist nicht mehr weit. Nur noch einige Meter. Und Meter für Meter ist das Wasser weniger erdrückend, und auch wenn du mit jedem Meter an Kraft verlierst, so kommst du mit ihm auch der Freiheit und der Luft näher. Halte durch, das schaffst du, die Oberfläche ist nicht mehr weit. Nicht verzweifeln, nicht aufgeben, durchhalten. Und bald wirst du aus dem Wasser emporsteigen und atmen. Und du wirst diesen ersten Atemzug genießen, du wirst ihn zu schätzen wissen, wenn du ihn erst tust. Aber bis dahin ist es noch ein Stück, das weisst du. Wie damals.
Bild: Meine Wenigkeit
geschrieben von: Trauerwesen
Die Wasseroberfläche nähert sich. Man wird sie bald sehen können, das baut auf, weiter die Luft anzuhalten und den Endspurt einzuläuten...
Manche Dinge habe ich abgeschaltet. Ich weiss nicht, wann sie sich selber anschalten werden. Ich hoffe gar nicht. Ich weiss, dass diese Dinge da sind, dass die Gedanken da sind, aber ich erlaube mir diese Gedanken nicht. Keine Zeit für Melancholie. Vielleicht besser, als zwei konträre Ansätze in sich zu haben, und man sich nur wieder bekloppt fühlt, weil sie nicht zusammenpassen, aber eben parallel existieren können.
Nein, kein Zurück. Und ich freue mich auch auf die Veränderung. Aber jene sind immer mit einer Melancholie verbunden. Und schon ist sie da... aber ich erlaube mir auch nicht, mit einer gewissen Kälte Dinge anzugehen. Ich schämte mich, als ich nicht weinte, als ich dachte, ich hätte weinen müssen.
Ich werde Dinge erfühlen. Ich werde über Veränderung von Äusserlichkeiten philosophieren, inwiefern diese das ganze Objekt zu etwas anderem machen. Ich werde realisieren, aber das später. Ich werde einsam sein, das sehr bald. Ich kann es jetzt schon fühlen. Diese Nähe, die ich immer aufsuchte, wird nicht so leicht zu erreichen sein.
Ich werde mir Fragen stellen, dessen Antworten eh nichts ändern können.
Ich werde mich mit dem Begriff des Fremdkörpers auseinandersetzen.
Ich werde nachdenken, ich kann es nicht abwenden. Ich denke sogar jetzt nach, indem ich diese Zeilen schreibe. Bist du jetzt glücklich? Jetzt hast du deine Melancholie!
Ich weiss nicht einmal, was dahingehend überwiegt. Ist es der Verstand oder das Gefühl? Letzteres führte mich... jetzt beängstigt es mich. Ein komisches Gefühl. Das Gefühl des Verrats. Aber ich werde damit irgendwie umgehen... müssen. Oder mich auf rationale Art und Weise wieder selber manipulieren. Bei diesem Mist, der mir gelegentlich im Kopf spukt - das kann nicht normal sein - sollte das nicht so schwierig sein.
Und nun bitte wieder Abschalten.
geschrieben von: Trauerwesen
Lächele, denn man erwartet es von dir. Ja, es ist scheissegal, was in dir vorgeht, hauptsache, niemand wird dadurch belästigt. Und wenn dich jemand doch fragen sollte, wie es dir geht, dann lüg. Niemand, oder zumindest die wenigsten sind wirklich daran interessiert, wie es dir wirklich geht. Wenn du dich dann ausheulst, weil du danach gefragt worden bist, will dir keiner zuhören. Also lüg und sag, es ginge dir gut. Bloß niemanden zur Last fallen. Verkrümel dich in dein Schneckenhaus und bleibe dort, sitz es aus. Nachher fühlst du dich noch als störend anderen gegenüber. Oder stößt gar auf Ablehnung und es geht dir noch beschissener.
"Wie geht es dir" - bedeutungslos. Ehrlichkeit: "Mir geht es beschissen" - unerwünscht. Und nein, vielleicht will man nicht drüber reden, und es wird einem übelgenommen. Will man reden, nervt man doch nur. Schneckenhaus.
Um Gottes Willen, setz die Maske auf und leide heimlich. Es darf einem nicht schlecht gehen, man darf nicht intovertiert sein, man darf nicht psychisch am Ende sein. Meine Güte, das Leben ist doch so spaßig, vor allem jetzt, wenn Karneval ist, dann muss man doch fröhlich sein, auch wenn man nichts zu lachen hat. Immerhin können Karnevalisten nun den Spaß haben, der ihnen das sonstige Jahr über offensichtlich fehlt.
Funktionieren. Ja, so funktioniert das. Und wenn man anders funktioniert, wird man eben unangenehm. "Du meine Güte, unkonventionell". "Ach herrje, unberechenbar". "Komm lass uns lieber Spaß haben" - vielleicht hat man aber auch mal Spaß daran, keinen Spaß haben zu müssen? Vielleicht kann man es sich nicht aussuchen, wie man sich fühlt? Vielleicht kann man sich sein persönliches Schicksal, das es zumindest in irgendeiner Form geben muss, wenn auch nur gering, nicht aussuchen? Und vielleicht ist man auch keine gottverdammte Maschine, bei der man auf einen Knopf drückt und die dann nun so wie gewünscht reagiert?
Welche Knöpfe hätten Sie denn gerne? Den Knopf für gute Laune (alleine aus aktuellem Anlass), den Knopf für Sachlichkeit und Ernst, den Knopf für den Stock im Arsch, den Knopf für - 100 Prozent sind ja nicht genug - 150 Prozent Leistung? Bestellen Sie jetzt, drei Knöpfe im Sonderangebot, der vierte wird zudem geschenkt! Kaufen Sie sich Ihren Emotionsregulierer jetzt, bevor er vergriffen ist! Und Sie werden sehen, Sie funktionieren einwandfrei und werden noch richtig beliebt bei Ihren Mitmenschen!
Scheiss aufs Beliebtsein. Scheiss auf die Arschkriecherei. Scheiss auf die Heuchelei. Menschen, die meinten, sie kannten mich, kannten mich einen Scheissdreck. Sie wollten mich aber auch nicht kennen, sie sahen nur das, was sie sehen wollten. Bloss nicht unbequem werden.
Wirklich gute Freunde sind Menschen, die uns ganz genau kennen, und trotzdem zu uns halten. (Marie von Ebner-Eschenbach)
Manchmal kann man gar nicht soviel essen, wie man kotzen könnte. Und bevor man sich auch noch wegen einem selber übergeben muss, lässt man diesen ganzen Kack sein und hält sich raus. Nachher müssen andere auch noch kotzen, wenn man sie mit seinen Fehlern überfordert. Und das wäre ja ganz tragisch, wenn sie sich dabei auch noch schmutzig machen würden.
Nein, da hilft nur Rückzug. Still leiden, still durchdrehen, sofern es geht, still austicken, still von der Brücke springen... aber bitte still, und niemanden belästigen! Vielleicht möchten Sie doch das Sonderangebot wahrnehmen? Ansonsten machen Sie ruhig, im Nachhinein gibt es noch bestimmte Musik, PC-Spiele und das Internet, das man dafür verantwortlich machen könnte.
Aber nicht vergessen: Möchte man eines Tages vielleicht doch Karriere als Everybody's Darling machen, quasi als König/in der Verlogenheit und Heuchlerei, so gibt es demnächst auch noch den Knopf fürs Schleimen und Langweiligsein.
Was nicht bedeutet, man selber hätte bestimmte Knöpfe nicht nötig, weil man sicherlich selber mehr leidet.
geschrieben von: Trauerwesen
Kontrolle. Ja, das ist es. Der Schlüssel. Nur die wichtigste Frage: Kontrolliert das Leben einen oder kontrolliert man sein Leben? Mittlerweile bin ich wieder auf dem Weg zum letzteren. Wenn das Leben kontrolliert, habe ich eben keine, und da mein Leben mich selbst einschließt, liegt es auf der Hand, dass ich am Rande des Wahnsinns bin.
Ich bin nicht mal ein Kontrollfreak. Dinge muss ich nicht unbedingt planen, genaue Uhrzeiten, konkrete Zusagen in bestimmten Fällen, all das ist nicht mein Ding. Wenn der Impuls da ist, dann wird nach ihm gehandelt. Spontan, unberechenbar und impulsiv, das passt mehr. Aber dann habe ich trotzdem Kontrolle. Und kann mich doch gehen lassen, oder übergebe die Kontrolle jemand anders, sofern ich weiss, dass sie in den richtigen Händen ist.
Ja, ich erlange sie zurück. Das einzige aber, was ich demnächst nicht kontrollieren werden kann, sind meine Gefühle. Gut, ich kann sie ohnehin nicht immer kontrollieren, aber mittlerweile schon so gut manipulieren, aber es wird eine Sache bevorstehen, die einfach nicht manipulierbar ist.
Kontrolle... und passt es eigentlich gar nicht zu dem Wunsch, erneut Kind sein zu dürfen, bei dem wir uns keine Sorgen machten mussten, und eine bloße mütterliche Stimme, die uns versicherte, alles werde gut, beruhigen konnte? Damals gab es keine Kontrolle. Und keine Verantwortung. Ja, ich sehne mich auch nach diesen Momenten, in denen man alles abgeben kann. Und doch - .
Vielleicht ist es aber auch so, dass man der mütterlichen Stimme vertraute. Sie hatte die Verantwortung, und wenn wir nun Verantwortung übernehmen müssen, möchten wir auch vertrauen, dies können wir aber nicht, wenn wir keine Kontrolle über die Dinge haben, weil ein Restzweifel bestehen bleibt.
geschrieben von: Trauerwesen
Wahrheit... ja, ich bin ein ehrlicher Mensch. So ehrlich, dass manche ein Problem damit haben. Ich bin miserabel im Heucheln, ein Loser im Schleimen.
Und doch, lügen kann ich. Nein, ich lüge nicht oft, aber ich habe in meinem Leben natürlich schon gelogen. Oder geschwiegen, schweigen kann ich sehr gut, auch wenn ich es nicht soll. Meistens, um andere nicht zu verletzen. Gut, vielleicht bin ich doch ein besserer Mensch, als ich selber von mir denke.
Und nun brennen mir Worte auf der Seele. Schon länger. Ich würde mich davon befreien, würde ich sie aussprechen. Aber ich würde den Kern der Sache verfehlen, weil ich genau weiss, dass sie nicht als Wahrheit aufgefasst werden würden, eben weil sie verletzen. All das, was in mir vorgeht, wäre weg, losgelost. Aber es würde auch bedeuten, dass ich das, was damit zu tun hat, heraufbeschworen wird. Und viellicht möchte ich nicht einmal verletzen, denn irgendwie habe ich durchaus Mitleid. Ich bin eben nicht so niveaulos und kindisch.
Nein, ich hebe mir die Worte auf, bis sie zu sehr auf meiner Seele brennen, bis ich sie nicht mehr in meiner Seele behalten kann, oder sie eben von einer anderen Seite heraufbeschworen werden. Ich kann durchaus geduldig sein. Ja, ich mag auch rachsüchtig sein, und solche Dinge kommen, wenn sie kommen sollen.
Ich schrieb sie bereits, unzählige Male, ich löschte sie wieder. Ich wurde sie nicht wirklich los, sie sind nach wie vor dort, wo sie nicht hingehören. Aber würden sie Gehör finden? Nein, ich denke nicht.
und dann gibt es noch andere Worte, die nicht verletzen... nein, ich kann es nicht. Ich würde mich offenbaren, und ich kann es einfach nicht. Alles wird in mir verschlossen, abgeschlossen, bis ich den Schlüssel finde, es rauszulassen. Worte... ändern sie Dinge oder machen sie die Dinge erst existent? Nein, eigentlich nicht. Manchmal ist Schweigen doch Gold.
geschrieben von: Trauerwesen
Unentdecktes Land - mal wieder. Dabei bin ich ein Erforscher. Raus in die Welt und Dinge entdecken. Aber man kann auch durchaus schlimme Orte, böses Land, entdecken. Das weiss man nicht, aber ich werde es bald erfahren. "Wer nicht wagt, der nicht gewinnt", oder noch schöner: "No Risk, no Fun", das ist durchaus meine Devise. Ich habe soviele Dinge vor, und ich hatte bisher vieles getan, gewagt, und auch gewonnen. Aber eben auch verloren. Man kann ja nicht immer gewinnen.
Ich habe bisher ein viel größeres Wahnis hinter mir. Klar, das ganze Leben besteht aus Wagnissen.
Aber nun ist dieser Restzweifel. Ich werde mich an mein Telefon klammern, falls mir Dinge dieses Abenteuers bewusst werden, so bewusst, wie sie nicht bewusst werden dürfen. Aber wer weiss das schon. Ja, ich habe durchaus Angst davor. Angst vor den negativen Seiten, mal schauen.
Und dennoch: Immer vorwärts. Forward ever, backward never.
geschrieben von: Trauerwesen
Sie hat Laufen gelernt. Schritt für Schritt, vorwärts, immer noch. Nur tut sie es nicht immer, sie bleibt zu gerne stehen. Stehenbleiben und nach hinten schauen. Dort hinten, dort weiss man, wie es ist. Das vertraute, das bekannte, das sichere... ja, zurückblicken. Wer tut das nicht gerne? Und vorne? Die Dunkelheit. Aber auch Licht, irgendwo. Sie weiss es. Sie wollte weg aus der Dunkelheit, in der sie lebte. Und sie wagte die Schritte. Manche Dinge müssen hinter einem bleiben, und doch begleiten sie einen immer noch, auch wenn sie noch so fern sein sollten. Und andere sollten nicht fern sein, werden es aber, notgedrungen.
Ja, sie kann laufen, aber das Tempo hat sie gebremst. Das unbekannte sollte man eventuell doch nicht blind und zu schnell betreten. Vorsichtig tastet sie sich ihren Weg dorthin, wo sie hingehört. Es ruft nach ihr. Ihre Zukunft ruft sie. Ihr Leben. Das Leben, das sie leben möchte. Und Dinge von dem Ort, wo sie herkam, werden sie nach wie vor begleiten. Andere nicht, sie wollen es, aber sie wird es nicht zulassen. Denn sonst wird all das, was sie erwartet, getrübt. Ja, getrübt. Und das wird sie zu verhindern wissen.
Laufen. Langsam, aber sicher. Und in anderen Dingen, wo sie sich in Sicherheit fühlt, da wird sie schneller gehen können, vielleicht sogar rennen. Und ja, sie wird stolpern, immer wieder, wenn sie zu schnell ist oder der Weg zu wirr. Aber sie steht auf, das weiss sie. Und weiter.... laufen.
geschrieben von: Trauerwesen
Neun Stunden Arbeit, das gab es länger nicht mehr. Irgendwann ist man da so "drin", dass man weitermachen will. Es dürstet nach mehr und mehr... ich weiss nicht, ich würde mich nicht mal als ein Workaholic bezeichnen. Aber wenn ich in einer Sache nun mal drin bin, dann tut mir das gut. Ich bin in vielen Dingen extrem, hier wohl auch. Entweder extrem faul oder extrem fleissig. Ich habe mich oft gefragt, wieso ich dann mehr will... und nachdem es die letzten Wochen jeden Donnerstag war, dass ich nach 12 Stunden Uni plus Arbeit immer ein emotionales Loch zu sehen bekam, dünkt mir allmählich, dass es diese Flucht ist. Das Gefühl gebraucht zu werden gepaart mit extremer Ablenkung.
Es tut mir gut beschäftigt zu sein. Solange es nicht zuviel ist und ich mich um Dinge wie Organisation nicht kümmern muss. Es scheitert eben meistens daran, dass ich einfach unorganisiert bin.
Ich steigere mich also in diese Dinge rein... exzessiv. Wie heißt es doch bei meinem Sternzeichen, was durchaus passt? Er macht keine halben Sachen. Aber dann bin ich blockiert, durch diese Furcht... ja, ich muss Lust haben. Wenn ich keine Lust auf etwas habe, dann funktioniert das nicht. Ich tendiere dann sogar dazu Grenzen zu überschreiten, und wenn mich nicht irgendetwas zwingt zu stoppen, dann bis zum bitteren Ende. Ja, das bittere Ende. Grenzen austesten, Grenzen überschreiten, sofern sich keine Flucht anbietet. Mehr, immer mehr... vielleicht kann ich es mir irgendwie nicht erlauben zu entspannen. Ich weiss es nicht, aber dieses Extreme macht mich schon irgendwie kaputt, ob es nun die Ausübung ist oder das, was danach kommt...
geschrieben von: Trauerwesen
Der Bagger muss groß sein. Riesig. Draufsetzen, losfahren, Gas geben. Immer nur geradeaus. Alles umnieten, was einem im Weg ist. Ja, das könnte Spaß machen.
Der Idee, mit Popcorn auf dem Dach einer Nuklearkatastrophe zuzuschauen, kommt das schon ziemlich nahe.
Aber dann spürt man es... und man lässt den Bagger Bagger sein, verkriecht sich in seiner Höhle, damit man auch nicht die wenigen falschen erwischt. Denn man wäre zu schnell, zu zerstörerisch, um unterscheiden zu können.
Baggerfahren wollte ich trotzdem schon immer mal.
geschrieben von: Trauerwesen
Heimat. Wikipedia sagt: "Das deutsche Wort Heimat verweist auf eine Beziehung zwischen Menschen und Raum." Vielen Menschen ist dies wichtig. Durchaus legitim. Aber für mich nicht nachvollziehbar, vielleicht aber doch....?
Verwurzelt ist man durchaus irgendwie irgendwo. Man wächst auf, kennt eine bestimmte Umgebung. Die meisten fühlen sich verwurzelt, aber dafür lebten sie sicherlich länger dort, als ich je an einem Ort gewohnt habe. Für mich gibt es diesen bestimmten - mehr oder weniger gibt es durchaus eine Umgebung - Ort einfach nicht, an dem ich mich wohl fühle, wenn ich zu ihm komme. Ich bin nicht ortsfixiert. Ein Ort kann mich nicht mit irgendetwas füllen.
Aber da gab es dann doch diesen einen... es war, als hätte ich endlich das gefunden, von dem ich nicht mal wusste, dass ich es gesucht hatte. Und ich verliess diesen Ort wieder, nicht mal ganz unfreiwillig. Ob es der Ort oder die Umstände waren, darüber bin ich mir noch nicht im Klaren. Aber auch dort fehlte etwas.
Nein, Orte sind mir fremd, Umstände und Menschen weniger. Und daher frage ich mich, was Heimat ist, und ob jemand so etwas überhaupt braucht. Weiterziehen war eher mein Motto. Raus in die Welt, das ganze entdecken. Klar, mit Ankerpunkten. Man kennt Dinge, kennt sich aus in Dingen, aber mehr auch nicht. Ich pflege sogar eher, bestimmte Orte zu meiden. Ja, Vergangenheiten können dunkel sein, das sind sie teilweise auch wirklich, und das, was man an diesen Orten spürt, wo sich eine bestimmte Vergangenheit abspielte, kann durchaus unangenehm sein. Vielleicht bin ich deswegen nicht verwurzelt, weil ich stets floh, vor Teilen meines Lebens?
Ich weiss es nicht, ich weiss nur, dass ich suche. Nicht nur nach Ruhe, irgendetwas suche ich in meinem Leben, und ich weiss nicht, ob ich es je finden werde. Und ob es überhaupt ein Ort ist, den ich suche, sei auch dahingestellt.
geschrieben von: Trauerwesen
Ungebremst, volle Kraft voraus... ja wohin denn eigentlich? Natürlich freue ich mich, natürlich finde ich es irgendwie "geil". Meine Entscheidung, oder doch eher notwendiges Übel? Und dann doch wieder, zuviele Dinge auf einmal, darauf wird es hinauslaufen.
Zeit, das ist das große Problem. Zeit ist immer ein Problem, entweder es gibt zuviel von ihr oder zu wenig. Sie haben nicht Unrecht, wenn sie sagen, ich "sei bekloppt". Und ob es gut wird, zeigt sich erst später. Es werden neue Dinge ausgetestet, neue Grenzen erfahren. Denn es ist wieder alles auf einmal. Und ja, eigentlich habe ich keinen Bock. Der Ruhepol kann ich mir nicht sein, sonst würde es nuun nicht so aussehen. Sonst würde die nächste Woche nicht so aussehen. Und wieder analysieren, rechnen, nachdenken.
Theoretisch hätte ich mir Ruhe verdient, aber nein, eventuell noch eine Nachtschicht einlegen, wieso auch nicht. Der Impuls ist da, wieso nicht nachgeben, er könnte bald wieder verschwunden sein und ich bereue alles und drohe erneut zu ertrinken.
Man versklavt sich selber. Und was auf der Strecke bleibt, ist eventuell meine Zukunft...
geschrieben von: Trauerwesen
Aufgrund übermäßigen Kaffekonsums kam der Geist letzte Nacht nicht zur Ruhe. Gut, das tut er eh kaum.
Ich habe bei meinen Gedankenspielen jedoch erkannt, wieso ich das 2001 tat. Und was ich gefunden hatte, denn ich wusste, dass ich was fand, wusste aber nie, was genau ich suchte.
Seit ich in der Pubertät war, fühlte ich mich gefangen und eingeengt. Mich kotzte dieses System an, mich kotzten die Behörden an, diese Sicherheit, alles. Ich war unfähig mich frei zu fühlen. Alles hatte seine Ordnung, alles seinen geregelten Ablauf. Dazu einen Freund, der zwar durchaus gut für mich war, aber auf noch mehr Ordnung und Pläne aus war. Es war nicht er, der mich einengte, es war mein Leben hier. Ich gebe zu, ich hätte ihn eh nie geheiratet, aber meine Flucht vor diesem Land, vor dieser Gesellschaft und meinem Leben hier bedeutete auch eine Flucht vor ihm. Zukunft hätten wir eh keine gehabt, aber das ist eine andere Geschichte.
Also machte ich mich auf, tat das, was ich für richtig empfand. Seit meinem sechzehnten Lebensjahr wollte ich diese Flucht antreten, nun war es soweit.
Und ich fand das, was ich suchte: Mich. Ich begegnete Menschen, die so dachten wie ich und mir dadurch zeigten, dass ich doch nicht so anders und unverstanden bin, wie ich einst angenommen hatte. Man hatte seinen Koffer und zog innerhalb weniger Stunden um. Man tat das, wonach einem war. Man war frei.
Ich stellte meinen Wecker um 5 Uhr, damit ich um halb 6 am Meer war. Ich sass abends stundenlang am Meer und erkannte. Ich schrieb stundenlang über diese Eindrücke, Erkenntnisse und Emotionen. Ich schrieb darüber, wie man glücklich ist. Meine letzten Tagebucheinträge, die zuvor entstanden waren, enthielten nur noch einzelne Anklageschriften gegenüber der Welt, dem System und dem Kapitalismus. Diese Dinge wurden scheißegal. Da änderten auch Hippiekommunen nichts. Ich wollte die Welt nicht mehr verändern, ich konnte sie so hinnehmen, wie sie war. Das Problem sind nicht die Umstände, sondern man selbst. Inwiefern man sich einfügt - oder eben nicht -, das, was man draus macht.
Ich äußerte mal, ich habe Gott gesehen, auch wenn ich ja nicht wirklich an Gott glaubte. Es war Sinn, vollkommener Sinn. Und auch wenn diese Zeit nun lange vorbei ist, trage ich einen Teil davon immer noch in mir. Denn meine Gedanken waren nie falsch. Ich habe die absolute innere Freiheit erfahren und gemerkt, dass es in einem ist. Sicherlich wird es nie mehr so sein, man ist gebunden an bestimmte Dinge. Und mittlerweile wähle ich sogar selbst eine gewisse Sicherheit und ziehe sie der Freiheit vor. Was aber nichts unbedeutend macht. Und was mich auch nicht ändert, ich bin lediglich bereit, mich bestimmten Dingen zu beugen. Aber nur bestimmten, meinen Kurs werde ich weiterfahren, denn sonst würde ich mich verfälschen und all das, was ich in mir gefunden habe, aufgeben. Dieser Punkt, sich selber auf irgendeine Art neu zu entdecken ist für jeden einzelnen zu wichtig. Für mich war es wichtig, denn eine innere Stimme und diese Flucht gaben mir neues Gleichgewicht.
geschrieben von: Trauerwesen
Stimmen... keine fremden Stimmen, eigene Stimmen, alle liegen sie einem im Ohr. Sie möchten verführen, beeinflussen, die Macht. Und umso mehr man ihnen zuhört, umso lauter werden sie, Tag für Tag. Es ist nicht wie bei einem Radio, das man leiser dreht, sie reden einem die ganze Zeit zu. Man versucht es zu überhören oder wegzuhören. Oder hört sich eben an, was die Stimmen zu sagen haben, auch wenn man weiss, dass man es nicht hören will. Denn nehmen sie zu sehr Einfluss, zerstören sie einfach alles. Folgt man dem, was sie sagen, begibt man sich bereits auf eine Talfahrt.
Das schlimme ist, dass die Stimmen wirklich Teil eines selbst sind. Die Unterdrückung bedeutet Unterdrückung von einem selbst. Aber man weiss, dass sie nichts gutes bedeuten. Die Abgründe der Seele sprechen in einem. Und doch gewinnen sie ab und zu immer wieder die Überhand, sind erfolgreich mit ihrer Verführung.
Vielleicht haben sie ja Recht? Gut, da die Konsequenzen bekannt sind, und man weiss, man würde diese Abgründe nicht nur ausleben, sondern eben auch Abgründe betreten, indem man den Stimmen folgt, können sie das gar nicht. Sie kommen wahrscheinlich aus der innersten Zerstörungswut, die eben nur die Zerstörung zum Ziel hat.
Die Kunst ist es, die Stimmen zwar zu hören, da man sie nicht abschalten kann, ihnen aber keinen Glauben zu schenken. Und doch werden sie immer lauter...
geschrieben von: Trauerwesen
Es ist kalt, sie zittert. Die Heizung ist voll aufgedreht.
Es ist hell, viel zu hell. Aber gleichzeitig auch zu dunkel. Der dunkle Schleier, der sich über die letzten Wochen gelegt hat. Der sich auf ihre Seele gelegt hat.
Ruhe, das ist es, was sie sich wünschte. Aber Ruhe hat sie nicht, und die Stille kriecht aus der dunklen Ecke hervor und droht sie aufzufressen.
Aber reden will sie nicht. Schweigen auch nicht. Vielleicht kann sie auch einfach nicht, außerdem beherrscht sie wieder die Angst. Angst... die sich schleichend näherte, um nun wieder Besitz ergreifen zu wollen. Doch sie gibt sich ihr nicht hin und verkriecht sich in ihren eigenen Tempel, der mit Kälte, Stille und Grauen gefüllt ist. Bevor sie sich dem hingibt, zerstört sie sich lieber selbst. Die größte Angst hat sie vor dem, was passieren könnte; die Bestie rauslassen, die sie über die Jahre fütterte und großzog.
Absitzen, wie immer. Aber wie lange noch? Wann hört das auf? Und wird es je für immer aufhören? Für einige Zeit wird es aufhören, die Brückensprünge und Selbsterschießungskommandos ihres Klons, der verzweifelt über dem eingestürzten kartenhaus sitzt, sind abgesagt und der Klon wird es wieder aufbauen. Mit anderen karten.
Kurswechsel oder mit Vollgas in die Hölle, das ist die Frage. Das Lenkrad ist zu schwer, zu starr, um es irgendwie bewegen zu können. Der versuch zehrt an ihr. Aber sie versucht es, ganz alleine, weil sie nicht auch noch andere mit in die Hölle nehmen will, falls der Versuch scheitert.
Kalt. Viel zu kalt.
geschrieben von: Trauerwesen
Und der wahrscheinlich nächste geplatzte Traum. Ja, man kann eben nicht alles haben.
Was ist das für eine Welt, in der man stinkreiche Eltern benötigt, um studieren zu dürfen? Was ist das für eine Welt, in der Studenten auf alles verzichten müssen, damit sie ihren Abschluss machen können?
In der man sich fragt: Fahre ich dieses Jahr ausnahmsweise mal wieder zum WGT oder mache ich mein Examen?
Selbst wenn ich im April gänzlich auf Freizeit verzichten werden, wird bürokratischer Unfug auf mich zukommen. "Ich hab es nicht, ihr Idioten. Ich habe Rücklagen, von denen ich mitleben muss, da ich auch noch zwischendurch was essen muss und die Bücheranschaffungen auch nicht gerade die günstigsten sind. Ich bin einem Nervenzusammenbruch nahe, weil ich nebenbei auch noch meine 90 Stunden im Monat versuche zu arbeiten."
500 Euro für verbesserung der Lehre. Merke ich nichts von. Ob ich meine letzten nötigen Kurse bekomme, oder noch länger dieses Scheiß Geld, das ich nicht habe, zahlen muss, steht bisher noch in den Sternen.
Nein, ich wollte ja noch unbedingt studieren. Ich wollte alles Wissen mitnehmen, das ich noch kriegen konnte. Trotzdem sehe ich mich schon beim Arbeitsamt - entschuldigung, bei der Bundesanstalt für Arbeit - sitzen, um wenigstens meine Miete zahlen zu können.
Ja, Geld, das liebe Geld. Es ist verflucht, aber geht nicht ohne. Aber wir leben ja in einem tollen Sozialstaat, in dem die Bundesregierung nun noch schnellere Flugzeuge anschaffen will, damit Herr Merkel noch schneller viele Hände schütteln kann. Das ist auch das wichtigste. Aber sonst hätte er ja gar nichts mehr zu tun.
Ich gehe dann mal mein Sparbuch leerräumen, auch auf die Gefahr hin, dass ich kurz vorm Examen exmatrikuliert werde. Nein, ich gehe mich nicht erhängen, ihr könnt mich alle mal am Arsch lecken. Und wehe, das Blatt wird sich nicht irgendwann wenden und ich merke, dass ich Akademikerin bin. Denn momentan denke ich nur: Hätte ich mal eine Ausbildung gemacht. Nun, bis die dämliche CDU uns hier verarscht hat, ging es ja auch einigermaßen gut. Vielleicht dürfen die, die weniger Geld haben, sich eben nicht intelligent fühlen, wissend fühlen und einen Wisch, den man genausogut übers Klo hängen könnte, besitzen. Danke Münsterland, danke Rheinland, danke Sauerland, danke Siegerland! Ihr seid die besten und ich hoffe, ihr verreckt noch an eurer CDU-Wahl. Dass wir hier ewig lange zeigten, wo es wirtschaftlich lang geht, ist wohl egal. Jetzt werden wir hier von Großkonzernen verarscht und das einzige, das die Politik dazu zu sagen hat, ist: Kauft keine Nokia-Telefone mehr. Super, das löst alle Probleme. Moment, ich kann mir eh kein neues telefon leisten.
Und sollte ich meinen kredit nicht genehmigt bekommen, wird es wohl mal wieder Zeit, dass Studenten nach Düsseldorf fahren und einen Aufstand machen. Ist ja wieder 2 oder 3 Jahre her. Aber wahrscheinlich ist es Kackegal, was faule Studenten wollen. Stimmt, denn arbeitslos werden sie ja auch.
Ist eh alles nur Verarsche, damit das alles nicht nach Zweiklassengesellschaft ausschaut.
Und jetzt, liebe Scheißwelt, tu ich was für den Klimawandel und fahre Auto.
PS: Und was ist das eigentlich für ein Sozialstaat, in dem die Krankenkasse vorschreibt, wann ich gesund und wann ich krank zu sein habe?
geschrieben von: Trauerwesen
Kalte Tiefkühlpizza, die sowieso nicht mehr schmecken kann. Unbeantwortete Emails, für die es sowieso keine Worte zu finden gibt. Stille, auch wenn das Radio läuft. Wichtige Dinge, die so unwichtig werden, unwichtige Dinge, die so wichtig sein können...
geschrieben von: apnoe
Ja ja, die Merkel... eine Frau geht seinen Weg... ;)
P.S.: Dein gesamter Text war sehr ergreifend und ich stimme da auch mit vielem ueberein.
Irgendwo passt er zu deinem Nick... traurig... vielleicht sogar schon ein bisschen labil...
Auf jeden Fall Ausdrucksstark.
geschrieben von: Trauerwesen
apnoe:
Oh Gott, hier schreibt jemand was :D. Welchen meintest du denn, den aggressiven mit Herrn Merkel, oder?
Und ja, ich mag emotional sein, aber meinen Nick finde ich doch eher ziemlich Kacke. Man könnte meinen, ich hätte nur schlechtes in meinem Leben, aber ich kann über positives nun mal weniger schreiben, während negatives raus muss (auch wenn ich gut darin bin, Dinge in mich reinzufressen).
geschrieben von: Trauerwesen
Unfrei. Ich liebe Freiheit, ich brauche Freiheit. Und wieder einmal ist mir heute klar geworden, wie unfrei ich doch bin. Und wie unfrei ich wohl mein ganzes Leben sein werde. Ich werde wohl kaum so frei sein, wie ich es eigentlich brauche. Zwar wird sich die nächsten Jahre so einiges ändern, aber dann fehlt die Freiheit wieder woanders. Ich mache deswegen nicht einmal mehr Pläne, denn sonst grenzen die mich auch noch ein. Langfristige Pläne... es gibt Pläne, die macht man, aber andere grenzen einen nur noch mehr ein. Den Weg findet man sowieso erst, während man ihn begeht. Er ist dann deutlicher, weil sichtbar.
Frei sein... ja, das war schon immer wichtig. Für manche weniger, für manche eben mehr. Wieder einmal fühle ich mich eingeengt, gefesselt, gezwungen. Eben unfrei.
Und ich weiss nicht, wohin mich mein Weg führen wird, aber ich werde versuchen, maximal frei zu sein. Frei und glücklich, der Rest ist schon fast egal. Ja, vielleicht bin ich nicht geradlinig, aber es gibt Dinge, die können so irrelevant werden. Natürlich sind da Träume, aber ich merke wieder, wie flexibel ich sein kann, wenn ich es nicht muss. In meinem Umfeld sind zuviele Leute, die eben kein 08/15-Leben führen, und das werde ich wohl auch nicht.
Es ist etwas in mir drin, und ich fühle, wie es mich in gewisser Weise lenkt. Es kann auch ziemlich entspannend sein, dieses eben nicht definierte Ziel vor Augen zu haben. Das Ziel wird auf dem Weg schon erkennbar werden...
geschrieben von: Trauerwesen
Da ist dieser Raum hinter der Tür, die sich ganz von alleine öffnete. Man sieht nichts von dem Raum, es ist dunkel, und doch kann man sich nicht entziehen einzutreten. Es ist, als würde irgendwas einen hineinschieben.
In dem Raum ist Dunkelheit. Man wandert umher, sucht das, was man meinte dort zu finden. Aber man wusste vorher, dass es dunkel ist, und man nichts finden wird. Erst noch ist es sehr behaglich in dem Raum, die Stille, die Ruhe, die Einsamkeit, die Dunkelheit, rein gar nichts anderes.
Trotzdem wandert man schließlich umher, suchend, stößt an manche Wand, die man nicht sehen konnte.
Die Tür, durch die man hineingelangte, ist nach Eintritt zugefallen. Aber noch sucht man keine Tür, man sucht was anderes... findet aber nichts, es ist zu dunkel und allmählich wird man aufgrund dieser ausweglosen Situation leicht wahnsinnig. "Raus hier" wird man irgendwann denken, wenn man genug hat, gegen irgendwelche Wände zu stoßen, sich dabei die Schulter zu verletzen und man schließlich in der Dunkelheit weniger sieht als es am Anfang noch der Fall war.
Niemand wird die Ausgangstür öffnen. Es liegt an einem selbst, den Ausgang nun zu finden, um sich rauszukatapultieren. Da raus, wo man sich selbst hineinbrachte, weil man nicht widerstehen konnte.
Natürlich wäre es einfacher, wenn von außen jemand den Ausgang öffnet. Aber wird das jemand tun? Und falls ja, ist man dann bereit über die Schwelle zu gehen? Man muss den Raum schon verlassen wollen...
geschrieben von: Trauerwesen
Tendenzen wieder vorhanden.
Und dann wieder das gespaltene, der Ekel, aber die gleichzeitige Faszination von bestimmten Dingen. Zwei Extreme. Natürlich. Aber keine gerade Linie.
So wie die Gemüter. Der eine lacht, der andere weint. Kein Lachen, weil er weint, und kein Weinen aus dem Lachen heraus.
Die Augen eines Kindes. Weit geöffnet schauen sie in die Welt, bewundern die Kleinigkeiten, lassen sich für die Schönheiten begeistern mit einer, man könnte fast sagen Naivität. Und dahinter ein ruheloser Geist, ein scharfer Verstand, der wieder in analytische Sphären dringt, die keine Sprache erfassen könnte.
Alles wird gut. Nein, wird es nicht, man muss vom schlimmsten ausgehen. Es muss gut werden. Die Hoffnung, die Stärke, aber auch die Bedrohung, unter all dem zu zerbrechen. So zerbrechlich unter dem beobachtenden, stechenden Blick.
geschrieben von: Trauerwesen
Du kannst es. Na, vielleicht auch doch nicht. Euphorie, gar Vorfreude, und Panik wechseln sich ab. Man weiss, was zu tun ist. Man muss nur diese unheimliche Blockade loswerden, die jeden weiteren verstrichenen, sinnlosen Tag wächst. Ein starkes Paradoxon. Gegen die Panik hilft genau das, was die Panik zu verhindern weiss.
Disziplin aber immerhin noch soweit vorhanden, dass ich mir heute Abend kein Glas des ultimativ schlechten, aber traditionellen und daher dennoch guten Wodkas in meiner Lieblingsbruchbude gönnen werde. Dass die rasende Reporterin die nächsten Wochen auch aussetzen wird, dass ich mich einbuddele. Nur, was tun in meiner Grube? Absitzen, warten, dass irgendwo ein Motivationsschub herkommt? Mit solch einer Aktion wäre ich schon ganz in meinem Thema drin, ich würde auf Godot warten. Ich würde mich, genau wie Vladimir und Estragon, irgendwie unterhalten, damit die Zeit umgeht. Schwachsinn im TV, was anderes kommt ja kaum noch, schauen. Und damit geradezu auf das dann Unvermeidliche zusteuern.
Es gibt wenig, das so schwierig ist wie die Tatsache, sich selbst in den Hintern treten zu müssen. Nicht nur aus anatomischen Gründen. Eine lange Schleife, denn erst muss man sich in den Hintern treten, dass man sich in den Hintern tritt.
quaquaquaquaquaquaquaquaqua.
Ich weiss es doch. Und ich will es auch, irgendwie... Ich muss da nun durch, auch wenn die nächsten 3,5 Wochen die schlimmsten meines Lebens werden. Ach ne, das lässt sich sicherlich noch toppen. Ich muss da durch.
Das Datum scheint mir teilweise wie ein Omen. Ich werde zurückdenken an den Tag, an dem ich auf dem Weg war, mir näher zu werden als ich wohl je wieder sein werde. Und sieben jahre später wird ein weiterer wichtiger Schritt in meinem Leben unternommen. Einer von vielen. Ich muss da durch, ich weiss es, ich habe nicht jahrelang geblutet, gelitten, ohne das jetzt durchzuziehen. Ich will meine verdammte Belohnung dafür haben.
Und deswegen werde ich die nächsten Stunden versuchen, diese verdammte Blockade in den Griff zu kriegen, damit ich wohl noch die ganze Nacht vor diesen Texten sitze. Und danach diese Panik in den Griff kriege, die Blockade wird dadurch weiter eingerissen, da ich dann weiss, dass ich es tun kann, wenn ich es nur tue. Mit Hilfe von viel Koffein, sehr wahrscheinlich.
Und ich weiss, wie der Abend am Tag x aussehen wird: Es wird sich lösen, alles wird sich lösen, die ganze Anspannung, ich werde früh in mein Bett fallen und wahrscheinlich um die 16 Stunden schlafen, wie es vor 1,5 Jahren auch der Fall war, als ich bereits um 21 Uhr in einem Kinosessel saß und wie ein Baby schlief, aber mit diesem verdammten Titel im Geiste.
Aber heute wird nicht geschlafen, auch nicht, obwohl ich gestern das Vergnügen hatte, 11 Stunden zu arbeiten. Ich brauche Koffein...
geschrieben von: Trauerwesen
Manche Dinge kann ich nicht lassen. Wieder eine Panikattacke heraufbeschworen. Ein Griff zum Dolch, der zum Herzen geführt wird, von mir selbst, wieder und wieder.
Ich weiss nicht, wieso ich es tue. Vielleicht ist es die Ablenkung vom reinen Funktionieren, dass derzeit mein Leben beherrscht. Funktionieren, noch tu ich es.
Und doch gibt es diese Momente wie vor einigen Tagen im Auto. James Ray trällerte Giving Ground, und obwohl ich die vorherige Woche irgendwie nichts anderes als jenes Lied gehört habe, ergriff es mich. Das Make Up war verschmiert, die Augen feucht, eine Gänsehaut, 20 Minuten lang. Und wieder einmal konnte ich dieses Gefühl nicht einordnen, ich hüte mich derzeit so gut es geht, mich selbst zu bemitleiden; vielmehr versuche ich für alle anderen so da zu sein, wie sie mich brauchen. Ich weiss nicht, ob ich mittlerweile lieber Mauern aufziehe und ganz im Stillen meine Gedanken mache: Analysen, Abwägungen, Flachbacks. Immer bei dem Versuch, die rationale Kontrolle zu behalten. Um dann irgendwann totmüde ins Bett zu fallen, dass ich nicht die ganze Nacht weiterdenke. Aber nein, dann kommt das Gefühl, die Sehnsucht, das Verlangen. Und dieses verdammte beschissene Gefühl, das mich mein ganzes Leben schon verfolgt. Die Erinnerung an den Traum, den ich als Kind bereits oft hatte, und ich frage mich, was das zu bedeuten hat. Dinge kommen hoch, Gefühle, die ich dachte verdrängt zu haben.
Eine weite Wüste, nichts zu sehen, nichts zu hören, nichts zu fühlen, nur die absolute Leere, alles tot...
Mein bett wird zu diesem Ort, Nacht für Nacht.
Unkontrollierbar. Genauso, wie alles aus den Fugen gerät. Kontrolle. Immer noch das magische Wort, diese Veränderungen kann ich nicht kontrollieren. Vielleicht versuche ich mit diesem kontrollierten Schmerz, den ich mir zufüge, Panikattacken, die ich mir selbst zufüge, diesen Dolch, den ich in meine Brust führe, alles unkontrollierbare zu verdecken?
Kontrollierter Schmerz.
Nein, ich will da nicht zurück. Ich will es nicht. Und auch wenn ich mich oft frage, wie mich die Dinge verändern werden, was sie aus mir machen werden, eigentlich will ich es nicht, fürchte es aber. Ich versuche so stark wie möglich damit umzugehen, die Kämpernatur halt, aber tief im Inneren holt es mich immer wieder ein, immer stärker. Und doch drohe ich dran auseinanderzubrechen.
Mir ist kalt. Ich weiss nicht, ob es die totale Erschöpfung ist, die eine 40-Stundenwoche plus Lernstress mit sich bringen, oder ob es die Wüste ist, diese Wüste, so unheimlich tot und doch so kalt und leer. The ground is frozen.
Und ich höre das Lied, das mich immer beruhigen konnte, mir helfen konnte, mich damals nicht ganz zerstören zu lassen.
Nein, es ist bald vorbei. Ich ziehe das durch, es lenkt mich ab und erfüllt meinen derzeitigen Wunsch nach Masochismus. Mit ihm kann ich den Wunsch zu zerstören stoppen, der Wunsch, dieser unheimliche Wunsch nach Nähe tut es auch.
Der Rest kommt später. No time to cry. Fataler Fehler.
Das Lied... nochmal. Und ich blicke in die Zukunft, und sie schaut ausnahmsweise mal einigermaßen gut aus, mehr oder weniger, ne nachdem, welchen part man sich anschaut. Part... ich gehe ins Englische, weniger Struktur in der Sprache, mehr Freiheit, weniger Denken, mehr fühlen. Aber was?
Es dreht sich alles. Das Führen der Zigarette an den Mund fühlt sich anders an. Die Hand fühle ich nicht. Ich fühle mich anders an. Die Welt...
Ich sollte mich in meine Wüste begeben. Ich wünschte, ich könnte weinen. Doch ich bin gelähmt. Woanders, als hier. Und ich kann immer wieder nur an Nähe denken. Tja, so ist das, es hört wohl niemals auf.
Fuck it, morgen werde ich wieder 9 Stunden lang funktionieren, wenigstens dann werde ich mich nicht mit meinen Ängsten auseinandersetzen.
geschrieben von: Trauerwesen
Ein komischer Tag. Nein, eine komische Wirklichkeit. Dominiert von dem Gefühl, dass etwas hier nicht stimmt, nicht richtig ist.
Ich weiss nicht, wie es mir geht. Aber es wäre wohl gelogen, wenn ich sagen würde, mir geht es gut. Zu falsch fühlt sich noch alles an. Zu unwahr. Ich sitze es weiter ab. Auch, wenn mir noch so eigentlich selbstverständliche Dinge so unwichtig, so belanglos, so überflüssig vorkommen. Selbst sinnlose Dinge wie das Surfen im Internet kommen mir noch belangloser vor, als sie ohnehin schon sind.
Das, was mich wirklich fertig macht, ist diese Hilflosigkeit. Denn wir wissen doch, mir wäre jetzt eher danach, mich aufzuraffen, zu kämpfen, alles zu geben. Und gerade das macht den Kontrollverlust aus, denn ich kann eben nichts machen, ich kann es nicht kontrollieren, ich konnte nichts machen. Ich darf es nicht. Es wurde mir verboten.
Ich muss mich an diese falsche Wirklichkeit gewöhnen. Und auch daran gewöhnen, dass ich nichts ändern kann, darf. Ich habe, und ich hätte immer einen Weg gefunden. Aber ich darf ihn nicht gehen.
Und bei all dieser aufgezwungenen Resignation werde ich wahrscheinlich auch nicht zum WGT fahren. Momentan denke ich, wäre es nicht gut. An das "neue" WGT kann ich mich sicherlich schwer gewöhnen, und ich kann mich generell schwer an neue Dinge gewöhnen. Vielleicht laufe ich doch lieber Gefahr, mich während meines Urlaubs einzubuddeln. Auch wenn ich immerzu daran denken würde, was ich gerade getan hätte, wo ich gerade wäre, wie ich durch Leipzig tingel. Aber dieses andere WGT kann ich wohl einfach nicht akzeptieren. Ich weiss nicht, wie es in ein paar Tagen aussieht, aber momentan schaffe ich es einfach nicht. Wenn du mir noch sagen könntest, dass ich es schaffe, dass ich es kann, und dass es gut wird, würde ich es dir auch glauben. Aber du sagst es eben nicht. Du sagst gar nichts mehr. Und mir sind die Hände gebunden, ich bin hilflos, kann nicht so agieren, wie ich gerne möchte. Es frisst mich auf, zerreisst mich.
Ich habe schon überlegt, die Sackkarre wieder zurückzubringen. Vor allem habe ich überlegt, wie ich da rauskomme. Und ich frage mich, wieviel Zeit ich brauchen werde. Es fehlt mir der Antrieb, selbst mein Studium zu beenden. Es scheint, als würde ich das in dieser neuen Wirklichkeit nicht tun können.
Nein, mir geht es beschissen. Und ich kann nichts dagegen tun, denn dafür müsste ich kämpfen dürfen.
geschrieben von: Odessa
Hilft es Dir ein bißchen, wenn ICH, "die Schwiegerma", es Dir sage, Tanja? Daß Du es schaffen kannst? Daß Du DEIN Leben weiterleben mußt, sollst und darfst, weil es das ist was auch X. möchte?
Du weißt ich mag Dich sehr gern, und wie immer in "solchen Situationen" stehe ich dazwischen und kann nur akzeptieren, daß es "ist wie es ist". Du weißt ja worüber wir sprachen, und erinnere Dich als ich Dir das sagte mit dem "sie bestärken sich nur darin, nicht gut zu sein". Die Zeit wird kommen, wo Du das auch so siehst. Und Du mußt kämpfen für Dich, für Dein Studium, für Dein Leben, für Deine Rattis... da ist so viel. Und das weißt Du auch.
Und ich bin da für Dich, "auch jetzt noch". Es endet nicht, meine Loyalitäten haben zwar Prioritäten aber sie kommen sich in diesem Fall NICHT ins Gehege mit Einverständnis und Wissen Aller. Das ist gut so.
Ich wünsch Dir viel Kraft und Glück, und weiß Du wirst es schaffen. You have been there once, Du wirst es auch jetzt wieder meistern.
geschrieben von: Trauerwesen
"sie bestärken sich nur darin, nicht gut zu sein" - nein, das taten sie nicht. Sie haben sich jahrelang gut gegenseitig gut getan, waren sich wichtig, harmonierten, ergänzten sich, inspirierten sich. Und da ist es egal, wie jemand mit bestimmten Dingen umgeht - denn ob es passt, ob es ins Zwischeneinander passt, das zählt.
Ich brauche Freiheit, ich will kein Klammeräffchen. Schlimmer wäre es, wenn einer zu sehr eingeengt wird, der andere seine Freiheit so verlieren muss. Oder, schon erlebt, Psychoterror. Wie man so etwas lebt, ist egal, solange es passt. Und nach dieser Tag behaupte ich einfach mal, dass es immerhin lange genug gepasst hat, und letztenendes das auch nicht das entscheidende war, das wäre es evtl. durch mich noch geworden, aber sonst?
Es ist mir am nächsten gekommen, ganz einfach. Nicht umsonst kann immerhin ich nun von mir behaupten: Ich kann es. Denn ich will es.
Ich bin einst durch eine ganz harte Schule gegangen, habe gelitten, aber es hat mich stärker gemacht. If it doesn't kill you
it will shape you
if it doesn't break you
it will make you
Und ich habe einiges gelernt. Ja, ich sehe Dinge nun ganz anders. Rationaler. Ich bin selbst begeistert, wie ich es steuern kann. Ich bin mir nicht mal sicher, ob jemand, der nicht auch meine Vorgeschichte bzw meinen Hintergrund hat, es mit genausoviel Disziplin hinkriegen könnte. Selbstmanipulation und Beherrschung. So wie vor 3 Wochen mit der einen Sache, die hier aber keine weitere Erwähnung finden braucht, oder auch vor 2 Jahren, als meine geliebte Hündin gestorben ist. Klar, Defizite gibt es immer noch ab und an, aber wer kann von sich behaupten, soviel Geduld und Kontrolle an den Tag legen zu können? Kontrollierst du es, oder kontrolliert es dich?
Und hätte ich mit all meinem Willen etwas anrichten können, wer weiss, wie es dann aussehen würde. Aber meine Stärke wurde nicht berücksichtigt. Dafür nutze ich sie aber jetzt. Und ich kann glücklicherweise von mir behaupten, dass ich nicht zu der Sorte Mensch gehöre, die es nicht ertragen kann, alleine zu sein. Die einen Partner suchen, um sich selbst bestätigt zu fühlen, in gewisser Weise. Liebe ist was schönes, aber dann bitte um den Menschen willen, so, wie er ist, und nicht so frauentypisch "ich muss ihn mir jetzt umkrempeln, nachdem ich endlich wieder einen Partner habe". Zum kotzen. Man muss erstmal alleine glücklich sein, mit sich selbst im reinen sein, um jemand anders lieben zu können. Und dann auch so, wie derjenige ist, mit Fehlern. Und erst wenn man wirklich akzeptieren kann, wie der andere ist, dann vertraut man, dann liebt man wirklich, und nicht nur das Bild, welches man in seinem Kopf von seinem Traumpartner hat. Wie man ihn gerne hätte. Und solche Dinge sind viel wichtiger als sich Menschen jeden Tag SMS schreiben, 3 Mal die Woche aus Routine langweiligen Sex haben, sich inflationär "ich liebe dich" sagen. Letzteres, auch das habe ich gelernt, wird oft gesagt, aber nicht gemeint. Words are just dust. Das Wissen um den anderen ist viel bedeutender. Was soll ich mit jemanden, der mir alle 2 Stunden das sagt, mir aber trotzdem psychischen Schmerz zufügt? Mich betrügt, mich belügt, nicht zu mir steht?
Wie auch immer, es war nicht schlecht, noch immer nicht. Wenn ich das behaupten würde, wäre das eine Lüge. Es mag seine kleinen Defizite gehabt haben, aber sicherlich weniger als bei den meisten anderen Leuten, ganz sicher.
Letztenendes ist es wichtig, dass es so funktioniert hat. Und nicht schlecht war. Es ist schade, dass nur mein bloßer Wille und meine Bereitschaft, nahezu alles zu tun, damit es weiterfunktioniert, nicht ausgereicht hat. Es tut mir wirklich leid und ich wünschte, ich könne das genauso kontrollieren wie alles andere, das mir wichtig ist.
Aber die Kontrolle über mich ist da. Ich werde mich nun im gesunden Egoismus üben, und trotzdem mit einem lachenden Auge zurückblicken, denn alles andere wäre nicht fair und zudem auch noch geheuchelt.
Ich bin stärker. Ich habe die Medizin ausgetrickst, dann kann ich das mit Emotionen auch. No no no, no time for breaking down
no no no, no time to cry
...
Everything will turn out fine
geschrieben von: Odessa
Siehst Du, das ist genau das was ich sagte - man muß allein sein können, sich selbst erstmal lieben und annehmen, erst DANN kann man anfangen damit, jemand Anderen zu lieben und anzunehmen als ganzen Menschen, voller Vertrauen und Hingabe. Traumpartner und "Illusionen" liebt man nicht, denn es sind keine echten Menschen mit Makeln und Fehlern. Und nur echte Menschen kann man lieben, auch das ist meine uralte Rede. Ich sah es von Anfang an so und sagte Dir das auch, daß es gut war was Ihr hattet und solange es dauerte. Aber in dem Moment, wo die Liebe nicht mehr da ist (bei wem der Partner auch immer), ist es vorbei und das hat man zu akzeptieren. Und ich bin froh, wenn Du zu dem zurückfindest was ich Dir vor Tagen sagte: zu Dir selbst.
Weiterhin alles Gute Dir, und bleib aufrecht und mit dem Kopf oben. Du siehst gut aus, so :-). Und ich bin und bleiben "eine Art" Mama für Dich, keine Sorge. Und wenn ICH sage "ich liebe Dich", dann sei versichert - ich meine es auch so. Denn ich überlege mir sehr gut, zu wem ich das sage ;).
geschrieben von: Trauerwesen
Leck mich, Schmerz. Leck mich, Welt.*
* Manchmal braucht man an dieser Stelle keine Metaphern, langgezogene Sätze etc. um etwas auszudrücken. Das bringt es genau auf den Punkt.
geschrieben von: Odessa
;) Na immerhin - der alte Kampfgeist ist zurück. Und danke für die Worte "an anderer Stelle" .... freut mich daß es gefiel.
Und nimm "sie" mit, da wo Du hinfährst, falls die Welt wieder mal zu sehr stinkt, und komm gesund wieder zurück!
geschrieben von: Trauerwesen
Es ist so:
"Kein Mensch der Welt ist deine Tränen wert, und der einzige der sie wert ist, wird alles dafür tun, dass du niemals weinen musst."
geschrieben von: Trauerwesen
Manche Dinge sollte ich einfach lassen. Da helfen auch keine Tropfen mehr. Aber wie schon einst immer kann ich es irgendwie nicht lassen. Ich weiss nicht, ob da der masochismus durchkommt, aber es gibt so Dinge, von denen ich weiss, dass sie mir nicht gut tun. So wie am Sonntag, als ich nicht mal etwas sagen musste, der Mensch neben mir spürte ganz deutlich, was es in mir ausgelöst hatte. Und ich habe eine Nacht und einen halben Tag gebraucht mich davon zu erholen.
Vielleicht hat ein guter Freund von mir Recht: "Vielleicht bist du stärker als du möchtest". Ja, vielleicht will ich nicht, dass es mir gut geht. Vielleicht habe ich Angst, das würde dem ganzen nicht gerecht werden und es wäre ein Verrat. Auf der anderen Seite frage ich mich: Wieso sollte ich so sehr leiden, ich weiss ja nicht mal, ob ich dahingehend die einzige bin? ich habe angeblich ja nichts getan. Ich habe Konzerte sausen lassen, damit ich mehr Geld für uns hatte, ich war geduldig wie noch nie in meinem Leben, ich habe es in meinem Herzen getragen, ich habe es mit Stolz getragen, habe es wohlwollend hingenommen, dass manche Begeisterung für andere Dinge größer war als für mich und war endlos loyal. Und vor allem: Ich habe wirklich kaum etwas gefordert. Aber nun kann ich wenigstens einfordern, dass es mir gut geht.
Irgendwie fühle ich mich manchmal etwas gespalten. Es würde wahrscheinlich ziemlich gut kommen, dem Masochismus keinen Lauf mehr zu lassen. Denn ich habe am Wochenende, obwohl ich immer wieder mal umgekippt bin, irgendwie auch Ruhe finden können. Ich habe vor Rührung geweint, als ich das geliebte Meer, welches ich eigentlich seit 7 Jahren nicht mehr gesehen habe, das erste Mal erblickte, auch wenn es nicht der Pazifik war. Ich habe bei der Musikauswahl meines Autoradios auf der Rückfahrt hämisch grinsen müssen, ich habe mich frei gefühlt. Dieses Gefühl, das mir immer so wichtig war. Dieser Zustand, der mir immer so wichtig war: Frei sein und möglichst unabhängig. Und doch brauche ich diese gewissen Menschen um mich herum, auch Menschen, dessen Loyalität ungebrochen ist, und ich es niemals für möglich gehalten hätte, dass sie mir die Tür zeigen, damit ich durchgehen kann. Ein Mensch, der Facetten an mir kennt, die ich selbst noch nie kannte. Von dem ich, so nachtragend ich auch eigentlich sein mag, soviel gelernt habe und im nachhinein die Gewissheit bekommen konnte, dass ich fähig bin eine Beziehung zu führen. Dieser Mensch, der mich dann doch irgendwie erwachsener machte und durch den ich lernte, dass ich, wie eine Freundin es nannte, "wie eine Löwin kämpfen" kann und sie mich letztenendes für mein Durchhaltevermögen bewunderte.
Er war mal sowas wie ein Mentor, und ich bin froh, dass er es in diesem Fall wieder sein kann. Er wird mir das sagen, was ich hören muss. Das Leben ist kein Kindergeburtstag, das weiss ich schon lange. Es ist egal, was damals war, das jetzt ist wichtig und du wirst das richtige tun...
Das ändert alles nichts daran, dass ich heute wieder auf Diät war, was allerdings eher daran lag, dass ich schlichtweg vergessen habe zu essen. Und es ändert auch nichts daran, dass ich mich irgendwie mies behandelt fühle. Oder dass ich mir diesen Moment nun anders vorgestellt und gewünscht hatte, vor allem an einem anderen Ort. Dass ich denke, das habe ich doch eigentlich nicht verdient, und wenn doch, wieso? Nein, ich kann gewisse Dinge nicht verstehen, denn ich wäre sie anders angegangen. Ich hätte gemeinsam gekämpft und niemanden vor vollendete Tatsachen gestellt. Denn im Grunde ist genau dies geschehen. Ich hätte uns den Weg freigeschossen. Aber wenn einem Türen geöffnet werden, muss man schon selber durchgehen. Das Leben ist kein Kindergeburtstag.
Aber ich schieße nichts frei. Ich denke nun an mich. Die weiteren nötigen Arschtritte bekomme ich dann von den Menschen meines Vertrauens.
Ich werde spazieren gehen, in der Dämmerung am See. Ich werde mich auf mich konzentrieren, ich muss egoistisch sein. Ich hatte die Tage noch überlegt, einen Link, der durchaus von Interesse gewesen sein könnte, zu schicken, ließ es aber dann. Ich habe es mir nicht ausgesucht, also muss ich auch aufhören so zu denken, als wäre es noch anders. Die Welt hat sich geändert, die Welt ändert sich sowieso noch so extrem für mich, und bei all diesen auch negativen Änderungen dachte ich wenigstens, wäre mir diese erspart geblieben. Ich habe es trotz meiner ganzen Zukunftsängste, die zum jetzigen Lebenszeitpunkt wohl vollkommen normal aber dennoch nicht weniger unangenehm sind, der radikalen Umbrüche im letzten Herbst usw. immer als meine Konstante im Leben gesehen. Die ist nun fort und so bleibt mir nichts anderes, als meine ganze Energie in mich zu stecken und nicht weiterhin in andere Menschen, für die ich zuvor alles investiert hätte. Es tut mir leid, dass es so ist, und ich wünschte, es wäre anders, aber ich habe diese Entscheidung nicht getroffen...
Und so kann ich nur hoffen, dass ich eines tages verstehen kann und du es auch tun wirst. Wer weiss, was die Zukunft bringt. Aber jetzt zählt die Gegenwart, und in der werde ich meinen Weg gehen, nicht unseren.
geschrieben von: Trauerwesen
Selbsthass... Eine sehr irrationale Geschichte. Schon vor Jahren habe ich festgestellt, dass dies zu nichts führt. Denn man tut das, was man für richtig hält, sofern man nicht total dumm ist. Und wenn man richtige Dinge tut, wieso sollte man sich denn dann hassen? Dinge, die man an einem nicht gut findet, kann man ändern. Ja, kann man. "Ich kann nicht" gibt es nicht, "ich will nicht" würde vielleicht schon eher greifen.
Ich habe selber sehr lange gebraucht um zu mir finden zu können. Als Teenager war ich mehr mit dieser Suche beschäftigt als mit allen anderen Dingen. Ich saß nachts unter dem Sternenhimmel, habe reflektiert. Ich saß am Fluss in der Sonne, habe reflektiert. Wo will ich hin? Was bin ich? Wer bin ich?
Die Suche nach dem Sinn des Lebens habe ich dann irgendwann aufgegeben und erfreue mich der Sinnlosigkeit, ganz nach Sartre.
Mich gefunden habe ich dann 2001/2002, und ich war mir noch nie in meinem Leben so nah wie damals. Ich habe vor allem zu mir gefunden und festgestellt, dass das, was ich bin, schon ganz richtig sein kann. Als hätte dort irgendeine Harmonie zwischen Geist und Körper stattgefunden. Oder überhaupt nur Harmonie.
Und das ging mir die letzten Tage wieder durch den Kopf. Ich habe viel über mich nachgedacht und festgestellt, dass ich ich bin. Und ich durchaus zufrieden mit mir sein kann. Ich habe gemerkt, dass ich erwachsener geworden bin. Denn Disziplin ist wirklich der Schlüssel. Erreichten mich vor 3-4 Jahren niemals die leichten Wege, sondern erreichte man mich nur mit Philosophie, damit ich verstehe, wie ich "es" in den Griff kriege, so kann ich nun von mir behaupten, dass ich es nun kontrollieren kann. Ich weiss noch, als ich X-Men 3 im Kino sah, wurde Jean Grey die Frage gestellt: "Kontrollierst du es oder kontrolliert es dich?" Und wieder ging mir die letzten Tage die Frage durch den Kopf, die mir jemand vor etwa 5 Jahren gestellt hat: "Ist es Gabe oder ist es Fluch?"
Mittlerweile kann ich es als Gabe nutzen. Ich habe das Tier in mir vielleicht nicht komplett weggesperrt, und ich würde lügen, wenn ich behaupten würde, dass ich gerade in Hass und Wut wunderbar aufgehen kann und dieses Gefühl genieße. Und ich brauche noch immer 6 Stunden, bis ich mich abgeregt habe. Aber ich bin meinen Grundschmerz losgeworden. Ich spüre, dass ich lebe. Und vor allem: Ich lebe. Ich weiss, wo ich hin will, ich habe mittlerweile gelernt, wozu ich fähig bin, und mit gewissen Dingen geht man dann einfach anders rum. Ich habe wieder zu meiner Geduld gefunden. Diese hatte ich auch 2002. Ein Mensch, der mir immer noch sehr viel bedeutet, da wir sehr viel philosophiert haben, ein Mensch, der mir Swaheli-Weisheiten nahebrachte, ein Mensch, der meine Werte schätzte, sagte mir einmal, dass ich einen sehr geduldigen Eindruck mache. Mittlerweile ruhe ich in mir, in gewisser Weise. Es gibt Dinge, die einen aus der Bahn werfen, es gibt Probleme, die gelöst werden wollen, und diese wird es immer wieder geben. Aber das ist normal. Und mit der Zeit merkt man wahrscheinlich einfach, dass man schon soviele Probleme lösen konnte, also wieso auch nicht das nächste? Wichtig ist nur, wie man damit umgeht. Wichtig ist, was man selbst aus sich macht. Es benötigt sehr viel Arbeit, ja, man muss was investieren, aber ich habe wirklich gemerkt, was man mit Disziplin alles schaffen kann. Man sperrt das im Kopf weg, was man nicht gebrauchen kann, der Geist überlistet die Emotionen, man lenkt sie so, wie man sie gebrauchen kann. Und lässt sie dann frei, wenn man glücklich ist. Lässt sich fallen.
Man bekommt im Leben nichts geschenkt, auch nicht sein persönliches Glück. Wer und wie man ist, entscheidet man noch immer selbst. Und ich kann von mir behaupten, dass ich mit mir zufrieden bin. Meine Werte sind gefestigt, ich bin gefestigt, und ich muss nicht mehr suchen. Und wenn Menschen, von denen ich sehr viel halte, viel von meinen Werten und von mir halten, dann kann ich nicht soviel falsch gemacht haben. Der Rest der Menschheit kann mir dann eh egal sein.
Irgendwie nehme ich mich anders wahr. Vielleicht nehme ich mich jetzt erst richtig wahr.
~ Jeder hat sein Kreuz zu tragen, die Frage ist nur, wie man es trägt und wie aufrecht man dabei ist ~
geschrieben von: Trauerwesen
Es geht mir gut. Ja, es geht mir gut. Ich mag eine unendliche Wut im Bauch haben, aber es zeigt mir nur, dass alles, wie es ist, seinen Grund hat. Das ändert nichts daran, dass ich Karten neu mischen werde und den ein oder anderen aus meinem Leben schmeiße - und ich sage euch, ihr betroffenen: Wenn ich jemanden aus meinem Leben werfe, dann nicht sanft, sondern mit voller Wucht, dass ihr richtig schön auf die Fresse fliegt und es weh tun wird.
Momentan konzentriere ich mich lieber auf die Dinge, die wirklich wichtig sind. Sabbern zum Beispiel. Ja, ich denke an mich, und ich sabbere gerne, aber es geht in diesem Fall einfach nicht anders. Und wieso sollte eine Frau nicht auch schöne Männer ansabbern dürfen? Hey, ich habe auch Hormone, und ich darf das. Und ich genieße es unheimlich. Ich bin halt kein Mädchen mehr, ich bin eine Frau. Ja, ich betrachte mich als Frau. Ich hatte immer irgendwie Probleme damit, aber hey, was solls, frau sein kann schön sein. Und auf Kindergarten hatte ich eh lange keine Lust mehr, also weg mit dem Mädchen.
Dann konzentriere ich mich weiterhin auf meine Zukunft. Ja, tut mir leid, aber es geht bei mir nun erstmal richtig los. Irgendwer meinte mal, ich würde es ganz nach oben schaffen. Ob dem so ist, weiss ich nicht, ich weiss nicht einmal, ob ich es unbedingt will. Aber gewisse Dinge kann man ja mal versuchen. Ich habe es so weit geschafft, ich werde noch mehr packen. Und das kann ich auch ohne bestimmte Leute in meinem Leben, vielleicht noch besser.
Schon vor 2 Jahren wurde mein leben richtig toll, als ich begonnen habe, auch mal an mich zu denken. Es lief, ich war glücklich, ich war erfolgreich.
Die letzten Monate haben mir mal wieder eindeutig gezeigt, wer es wert ist und wer nicht. Es gab manche Überraschung dabei, aber so ist das wohl. Ich glaube nicht an Horoskope, aber ich glaube an den Charakter, den ich laut Sternzeichen haben soll. "Leg dich nicht mit einem Skorpion an, er kann so erbarmungslos sein". Und ich glaube nicht mal, dass ich von Menschen in meinem Leben viel verlange, aber wenn gewisse Regeln nicht eingehalten werden, fliegen sie eben raus. tschüss, ich bin konsequent und konzentriere mich dann lieber auf jene, die es wert sind. Und die sind es, ganz klar. Meine Loyalität kennt keine Grenzen, nur wenn eine Person eine Grenze überschritten hat, dann wohl doch.
Es tut mir auch nicht weh, denn ich will es einfach nicht mehr. Ballast muss abgeworfen werden. Und ich bin selbstbewusst genug und weiss ganz genau, was ein Mensch an mir haben kann, denn ich weiss, was ich bereit bin zu geben. Mir tut es lediglich leid, gegeben zu haben und ausgenutzt worden zu sein. Mir tut es leid, es nicht bemerkt zu haben. Denn ich kann durchaus gut verletzen, habe mich aber immer zurückgehalten, und wenn man im Nachhinein merkt, dass man es mal hätte tun sollen, weil es verdient gewesen wäre...
Aber was solls, ich kann gut mit Dingen abschließen. Kommt ohne mich klar und seht zu, wie ihr weiterhin blind in der Welt umherkriecht. Das mag egomanisch oder sonstwas klingen, aber es ist eben der gesunde Egoismus: Was ich nicht gebrauchen kann, kommt weg. Na, leckt mich doch.
Derweil stecke ich meine Energie lieber in meinen Plan. geldtechnisch sieht es derzeit immer noch hervorragend aus, und würde ich mir derzeit dann doch mal etwas weniger Luxus gönnen (was nichts mit Bequemlichkeit zu tun hat, denn an sowas kann man gut sparen, jaja, aber eher mit Plänen mit nem Freund nach Dublin zu fahren oder Konzerte en masse mitzunehmen), ist es vielleicht sogar machbar. Bald. Ganz bald. Ich muss es hinkriegen. Nur ich werde von der Maloche profitieren, denn ich habe es mir verdient. Mein Leben wird hervorragend sein. Denn die, die dort nicht hingehören, werden verschwunden sein und die, die dort hinein gehören, tragen dazu bei, dass es hervorragend ist.
ja, ich freue mich. Mein Leben ist gut. Und ich habe genug Selbstbewusstsein das zu erkennen. Ich bin nicht hässlich, habe in meinem Leben schon viel erreicht, bin bereits seit 2 Jahren Akademiker, bin in einigen Monaten "doppelter" Akademiker mit einem Schnitt, der sich wohl gut sehen lassen kann, bin nicht doof, bin ambitioniert und ehrgeizig, ziemlich ehrlich, habe wunderbare Freunde (also die, die es sein dürfen), eine tolle Familie. Ich bin belesen und gebildet, in der Lage unter die Schale zu blicken und eigentlich jemand, mit dem man pferde stehlen kann. Wieso sollte ich mich daher verstecken? Und vor mir braucht sich auch keiner verstecken. Wer mit sich selbst nicht klarkommt, soll bitte gehen. Wer nicht einmal die Mindestvoraussetzungen erfüllen kann oder will, soll bitte auch gehen, und zwar ganz weit weg. Niemand, der es nicht wert ist, wird noch in irgendeiner Form von mir profitieren. Und die, die es wert sind, werden noch mehr bekommen. Denn sie haben es sich verdient.
Ich habe gemerkt, dass dieses nun neu aufgeschlagene Kapitel viel aufregender, angenehmer und fluffiger ist als das vorherige. Ich bin gespannt, wie es weitergeht. Also, tschüss, ich gehe weiterhin mein Leben genießen. Denn es ist toll. Dümpelt ihr nur weiter vor euch hin. Viel Spaß dabei.
geschrieben von: Trauerwesen
Du hast mich errettet. Du hast das Feuer in mir wieder entfacht. Das Feuer, das für endlose Leidenschaft in mir zuständig ist. Das Feuer, das mich damals weggehen ließ, und ich meine noch immer, es ist die beste und richtigste Entscheidung, die ich je in meinem Leben getroffen habe. Ich habe sie entschieden, alle wollten es mir ausreden, aber ich habe es durchgezogen, ohne Rücksicht auf Verluste. Das Feuer zog mich dorthin, es trieb mich hin.
Das Feuer, das mich das studieren ließ, was ich studiere. Das mich auch jetzt wieder ehrgeizig werden lässt, es zu meistern, besser denn je. Denn dieses feuer ließ mich schon vor etwa 10 Jahren einen Plan schmieden, und ich habe ihn wiedergefunden. So weit es geht, werde ich ihn umsetzen. Ich bin geduldig, ich bin dahingehend wirklich geduldig. Ein Schritt nach dem anderen. Dank dieses Feuers sitze ich nachts um 3 noch an meiner Master-Arbeit. Dieser Schritt, dann weitersehen.
Dieses Feuer gibt mir seit einigen Wochen ein Stück von dem Lebensgefühl wieder, welches ich so vermisste. Ich habe es irgendwie vernachlässigt, und jetzt tut es so gut. Es hilft mir bei meinen Entscheidungen, es gibt mir all die Kraft, die ich brauche.
Es gibt zwei Dinge, die in meinem Leben ganz oben stehen. Zwei Dinge, die mir immer Kraft gaben, wenn ich sie brauchte. Zwei Konstanten, ohne die ich nicht mehr existieren kann, da sie ein zu großer Teil von mir sind. Zum einen wären das die Sisters und ihre Musik, zum anderen ist es das ferne Land, das momentan einfach zu fern ist.
Und irgendwie habe ich nun wieder zu mir gefunden, indem ich meinen Aussie way of life erneut intensiver lebe als die letzten Jahre.
Meine Träume haben mich immer angetrieben. Denn wenn man erstmal einen erfüllt hat, weiss man, dass es sich lohnt zu kämpfen.
Ich sprach seit Monaten wieder davon, mindestens nach England zu gehen. Und ich träume davon, als Auslandskorrespondent zu arbeiten oder zu dozieren. Aber ich bin auch jemand, der kleine Brötchen backen kann. Trotzdem sind auch diese Teil eines großen Plans. Ich bin extrem, ich war es schon immer, und "gut" ist mir nicht gut genug.
Du hast mich daran erinnert, was mir wichtig in meinem Leben ist. Ich schaue dich an, deine sinnlichen Lippen, deine tiefblauen Augen und kann den Blick nicht abwenden. Betrachte deine Hände, die mich halten könnten, würde ich fallen. Du bist nicht sehr viel größer als ich, aber ich würde pure Geborgenheit empfinden. Sicherheit, Geborgenheit. Und wir würden lachen, Spaß haben, das Leben genießen. Ich habe schon vor lange Zeit laufen gelernt, und deswegen würde ich alleine gehen, aber trotzdem würdest du mich anstubsen, wenn was wäre. Genauso schätze ich dich ein.
So gesehen bist du eine Offenbarung für mich. Ein Wegweiser. Eben durch diese Verbindung, die ich zu noch zusätzlich zu dir habe.
Viele Dinge waren stets da, wenn auch nur noch unterbewusst. Allein meine Wohnung ist das Äquivalent zu dem Haus damals. Von einem Raum in den anderen, ganz europäisch unkonventionell. Die Läden in der Nähe. Laundry. Es ist nur eine Frage der Zeit, bis ich wieder barfuß durch die Gegend laufe.
"Meadow"
"Say it again"
"Meadow"
"Say it again"
"Meadow"
"Say... no, hang on. Don't speak, please..."
Ich fahre die Landstraße runter, aus den Boxen tönt laut Rockmusik, ich lehne mich zurück, genieße den Duft der Natur, die Sonne auf meiner Haut und gebe Gas
Südfrankreich ist mindestens drin, bald, sehr bald. Finanziell eindeutig machbar. Und auch wenn ich die Sprache hasse, ich habe es mir seit Jahren ausgemalt: Mit dem Auto runter, Zelt dabei. Der Tag wird aus Essen, Schlafen und dem Meer bestehen. Die Symbiose, erneut. Diesmal ohne gefährliche Tiere und Mr Blue Bottle, dafür vielleicht noch hochkarätig (ich muss das revidieren: Habe mir nun mal Fotos im Netz angeschaut: Nein, es sieht gut aus, es sieht nach verdammt viel Fun aus und bricht in etwa wie meine Lieblingswelle). Trotzdem gut, kein Riff, nur Sand. Ich mag es mir kaum ausmalen, wie das Gefühl sein wird, wenn ich am Strand sitze und mein Brett einwachse. Wenn ich nur dort sitze, mir den Wellengang anschaue. Beobachten, analysieren. Dann das Brett nehme, rausgehe. Die Fingerspitzen der rechten Hand werden das Wasser berühren. Kontaktaufnahme mit dem Ozean. Das Wasser streicheln. Und dann wird gepaddelt. Der erste Duckdive wird in den Augen weh tun, aufgrund des Salzwassers. Der erste missglückte Duckdive wird mich durchspülen. Aber ich werde, wie so immer, nichts merken, mich nur später wundern, wo die ganzen blauen Flecke herkommen.
Bald. Ich habe lange genug gewartet.
geschrieben von: Trauerwesen
Ich habe mich gestern an etwas erinnert. Gepeitscht, und wieder gepeitscht. Vor lauter Schmerz hatte sie Tränen in den Augen, ihr ganzer Körper zitterte. Sie wurde gefragt, ob man aufhören solle, weil sie schon mehr verkraftet habe als man erwartet hatte. Und weil man ihr ansah, dass es sie mitgenommen hatte. "Nein", sagte sie stolz, "es reicht noch nicht". Und sie wurde weitergepeitscht. Sie wurde immer wackeliger auf den Beinen, aber sie wollte weitermachen. Grenzen überschreiten. Ihr Wille ließ sie durchhalten. Nur zögernd musste sie dann doch abbrechen, weil sie sich fast gar nicht mehr auf den Beinen halten konnte. Und sie brach sofort zusammen, weinte weiter, auch aus purer Freude, dass sie so durchhalten konnte und eine Grenze extrem überschritten hatte. Erst im Spiegel sah sie, wie hart es wirklich war und sie war stolz auf jeden einzelnen Striemen. Denn sie waren das Zeugnis dafür, was sie durchhielt. Was sie schaffte. Mit bloßem Wille, auch wenn der Körper schon gar nicht mehr mitmachen wollte.
Durchhaltevermögen. Ausdauer. Willenskraft.
Viele verurteilen SM. Und doch sagt es soviel über uns selbst aus. Über Vertrauen, sich fallen zu lassen, über Verantwortung. Die verantwortungsvollsten Menschen sind wirklich nur frei, wenn sie gefesselt sind und vollkommen wehrlos, da es so befreiend sein kann, die Verantwortung auch mal abzugeben. Und sich dabei tief fallen zu lassen, weil sie genau in dem Moment wieder aufgefangen werden. Pure Hingabe.
Ich muss immer weinen, wenn ich Secretary sehe und er ihr sagt, sie solle diesmal nicht mit dem Auto mitgenommen werden, sondern durch den Park gehen. Sie gibt die Verantwortung ab, und tut es für ihn, nur für ihn. und fühlt sich erfüllt dabei. Seins.
geschrieben von: Trauerwesen
Ist die eine Welle erstmal gebrochen, an den Strand gespült und Vergangenheit, kommt bereits die nächste rein...
Es gibt nichts, das die Zeit anhalten würde. Es gibt nichts, wodurch eine Uhr aufhören würde zu ticken und nichts, was ein Grund wäre, das Kalenderblatt nicht weiterzublättern. Dinge, die geschehen sind, sind geschehen und können nicht rückgängig gemacht werden. Dinge, die noch geschehen, passieren einfach, und das, was jetzt ist, ist Teil davon.
Menschen kommen, Menschen gehen, manche bleiben. Manche kommen wieder. Egal, ob jemand kommt, geht, bleibt oder wiederkommt, die Uhr tickt weiter. Und dennoch sind sie alle Teil des eigenen Lebens, und manche Umstände entscheiden nur, ob sie zur Vergangenheit, Gegenwart, Zukunft oder gar allem gehören.
Es macht keinen Unterschied. Wer nicht will, der hat schon, und wer will, der bekommt auch.
Ich bin noch immer fassungslos, welches Vertrauen mir derzeit entgegengebracht wird. Ich erwidere es, und vielleicht ist es Schicksal oder sonst etwas, aber offenbar hat man sich nach all den Jahren dann doch irgendwie gefunden. Andere findet man wieder, und wiederum andere gehen verloren. Manche müssen verloren gehen, sie werden einfach rausgeworfen, meistens, weil sie einen der wenigen, aber schwerwiegenden Fehler bei mir gemacht haben. Aufrichtigkeit, Verlässlichkeit, etc, um nur einige zu nennen. Und doch bleibt man sich selbst, auch wenn man sich dadurch genauso weiterentwickelt.
geschrieben von: Trauerwesen
Ich kann mich nicht mehr wehren, ich kapituliere. Anders geht es wohl kaum. Ich bin dir ausgeliefert. Total. Im April konnte ich noch gegen ankämpfen, weil da eben noch ein Zusatzgrund war, der mir Kraft dafür gab. Dieser Grund ist weg, und ich dachte, es wäre nur eine Spinnerei. Aber nein, so sehr ich versuche dagegen anzukämpfen, umso mehr merke ich, dass ich es nicht kann. Aber es ist trotzdem kompliziert. Ich mag in manchen Fällen komplizierte Dinge, aber das ist vielleicht doch zu hoch für mich. Ich kann abwarten, aber ich will mich nicht wieder eines Tages fragen "was wäre wenn?". Ich kann dir keine Fragen stellen, aber ich könnte dir Antworten geben, wenn du sie stellen würdest.
Meadow. Wieder einmal. Und ich weiss nicht einmal, wieso. Ich habe einiges durch den Verstand besiegen können, sehr viel sogar. Aber hier ist er machtlos. Zu sehr genieße ich gewisse Dinge. Du könntest mich zähmen. Das weiss ich irgendwie, zähmen, und gleichzeitig würde ich diejenige sein können, die ich bin. Ich würde dir erlauben mich zu besitzen, um gleichzeitig trotzdem weiterhin dominant sein zu können. Es wäre interessant, es wäre aufregend, es wäre einfach furchtbar intensiv, weil ich intensiv wäre. Wir würden die Welt entdecken, uns entdecken und alles andere, was zu entdecken wert wäre. Fallen lassen, ich würde aufgefangen werden. Aber dies wird nun zuviel Konjunktiv. Man weiss nie, wo einen die Wege hinführen. Und so sehr ich meinen Willen durchsetzen kann und es auch immer möchte, so bin ich mir bewusst, dass das nicht immer geht. Und vor allem bin ich mir bewusst, dass zwar nichts unmöglich ist, es aber dennoch kein leichtes Unterfangen wäre.