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Nietzsche

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geschrieben von: Menedemos

Was haltet ihr eigentlich von Nietzsche???

Ich habe bemerkt, daß akademische Philosophen oft die Nase rümpfen, wenn sie den Namen hören.

Doch das muß erstmal gar nichts heißen.
Ich jedenfalls bin der Ansicht, daß er viele außerordentlich erstaunliche und weise Einsichten hatte.



geschrieben von: verwirrter Wanderer

nun, ich finde, dieser Mann ist ein sehr sehr zweischneidiges Schwert... ich habe leider noch nicht viel von ihm gelesen, bin aber gerade dabei...
zunächst möchte ich einmal wertfrei versuchen seine "Thesen" zu formulieren, wie ich sie mit meinen geringen Kentnissen verstanden habe:
er ist für mich ein unglaublich konstruktiver Nihilist *lächel*
zerstören, damit aus der Asche erwachsen kann, was besser ist.
Alte Werte und Normen, die ja auch in jedem Staat unterschiedlich sind sollen zugunsten des Höheren geopfert werden

so, nun lasse ich mich doch zu einer Wertung hinreißen:
Ich mag Nietzsche wirklich... ich finde, er ist ein wirklich großer Mann gewesen, auch wenn mir Meinungen von ihm einfach nicht gefallen... seine Frauenfeindlichkeit ist etwas, was mich wahrscheinlich am meisten abstößt... auch mag ich sein elitäres gehabe einfach nicht...
Den Umsturz der Werte hingegen finde ich hingegen ziemlich gut...

Fazit: lesen, nachdenken, blos nicht 1:1 übernehmen!

dunkle Grüße,
verwirrter Wanderer



geschrieben von: Isegrim

Zitat:
Original geschrieben von verwirrter Wanderer
Fazit: lesen, nachdenken, blos nicht 1:1 übernehmen!



Ja, da sollte man schon aufpassen. Es gibt teilweise verfälschte Werke im Internet in die Nazi-Ideologie reingedichtet worden ist. Am besten sollte man erstmal eine Zusammenfasung seiner Werke lesen, dann versteht man manches viel leichter. Besonders Interessant ist ja auch sein Lebenslauf. Wenn man bedenkt das er "Der Antichrist" mehr oder weniger im völligen wahn aufgrund einer Krankheit an die er auch 1900 in Weimar verstorben ist.



geschrieben von: Mahsheed

Eine Frage zu Nietzsche ...

Von dem was ich von ihm las,
ist mir bisher grundsätzlich aufgefallen,
was ich wie folgt verstanden habe:

In der Konsequenz seiner Gedanken

ist Gott tot

und der Mensch nur auf Regeln angewiesen,
die sein eigenes Gewissen ihm auf stellen.

Während der Mensch sich,
sein eigenes Gewissen,
sein Gedankenuniversum kreativ selbst schaffen kann.

Damit unterstützte er den Geist einer Zeit,
der durch das Emanzipieren von Religiösität
gekennzeichnet war ...

Mit dem Zerfall "überkommener" Werte
stand der Zerfall des Wirklichkeitsbegriffes
im Zusammenhang.

Da waren Darwins Ideen vom Überleben des Fitesten ...

Es ging nicht mehr um moralisch-ethische Werte,
als Begleiter des Menschen
durch sein Leben im menschlichen Miteinander.

Nein,

um das individualisierte,
egoistische Ziel des Vorankommens,
das Menschen voneinander isoliert,
gegeneinander wirken lassen muss;

Denn ist doch der am fitesten,
der sich

(durch die als primären Konkurenten verstandenen
anderen Menschen)

"durchboxen" kann,
mit körperlichen und geistigen Ellenbogen ...

Ohne danach zu fragen,
ob es einen übergeordneten Sinn des Lebens
geben sollte,
der dieses Durchboxen mehr erscheinen lässt,
als ein reiner Selbstzweck
(als ein mechanisches, seelenloses
Als-Bester-als-Letzter-den-Tod-Erreichen).

Da waren Plancks und Einsteins physikalische Erkenntnisse;

Die atomare Mikrowelt wurde erkennbar,
ließ sich in Teile zerlegen ...
Was bisher als Einheit und gottgeschaffen betrachtet wurde,
ließ sich nun wissenschaftlich erklären,
anhand von Modellen auf einfache Prinzipien reduzieren,
die das Nichtvorstellbare nun verdeutlichen konnten.

Sogar die Sonne als Symbol göttlicher Schaffenskraft
ließ sich im überschwänglich-wissenschaftlichen Geist
auf einfache Prinzipien reduzieren ...

Die große Entmystifizierung begann,
auch in anderen Bereichen der Wissenschaft,

So von Freud auf psychologischem Gebiet ...

In all seinen Beschreibungen wird kein religöser Bezug erkennbar.

Der Mensch wird seit dieser Zeit
aufgrund der vielen
(aber so denke ich auch nicht ganz durchdrungenen)
Erkenntnisschocks
fassungs- und überschwänglicherweise
als autonomes Wesen verstanden ...

Mit allen Rechten,
aus seinem Leben zu machen,
was und wie ihm beliebt.

Alte traditionell eingebrachten ...
beispielsweise christliche Ethikvorstellungen
entsprachen einem entmystifiziertem Werk,
der Märchen- und Sagen-Sammlung Bibel.

Werte gerieten aus dem Blick.
Sie störten nur das sozialdarwinistische Vorantreiben,
so nahm man wohl
fälschlicherweise, wie ich finde, an.

Im Kontext dieser historischen-gesellschaftlichen Entwicklung
fällt mir die Bedeutung

Nietzsches ins Auge,
der auf philosophischer Ebene
dieses neue Denken mit untermauerte.


Deshalb ist die Grundfrage,
die sich für mich
aus dieser antireligiösen Entwicklung ergibt,
diejenige,

Ob es der Menschheit nicht geschadet hat,
sich von Religion abzuwenden ...

Ob aus der egoistischen Konsequenz nicht
die nun vielleicht nahende Selbstzerstörung
folgen musste.

In diesem Zusammenhang bin ich der Auffassung,
dass es nicht Sinn
einer "gelungenen Menschheitsentwicklung"
gewesen wäre,

auf Religiösität
(was immer dahinter alles verstanden werden mag)
zu verzichten

und

ihr Geschenk an die Menschen,
das festgeschriebene, ethische Gute in sich zu suchen, abzuschlagen.

Wissenschaft hätte nicht
als Gegenbeweis des göttlichen Prinzips
verstanden werden sollen,
sondern in ein ganzheitliches, göttliches Weltbild
eingefügt werden können.

Durch die Abwendung von dem stabilen,
vorordnendem Pfeiler,
den Religion Menschen geboten hat,
ist die Meinungsvielfalt der Menschen explodiert.
Es ist kein Durchblicken, kein Kommunizieren mehr möglich.

Wo etwas,
vielleicht nur künstlich geschaffene,
Geordnetheit herrschte,
hat dadurch das Chaos Raum gewonnen.

Vielleicht war es auch ein falscher Anspruch,
der sich aus der Bibel an die Menschheit richtete,

"sich die Welt Untertan zu machen"

Oder es war ein Fehler,
die Bibel nicht für alle Menschen
verständlich und eineindeutig zu formulieren ...

Das Untertan-Prinzip bedeutet,
dass es Herrscher geben muss und Dienende.
Aber das Wie dieser Herrschaft
macht das Qualität an "Menschensein" aus.

Wenn Menschen jedoch
ohne verantwortungsvolles und ethisches Miteinander
gegeneinander wirken,
mit dem Zwecke,
sich einen Vorteil dem anderen Gegenüber zu verschaffen,
ist dieses Menschenhandeln kein Werk des Guten mehr ...

Aber das tun sie weltweit ...

Sie handeln wie benommen und wahnsinnig
im Strudel von Meinungsvielfalt,
Nichtertragenkönnen der Meinungsvielfalt ...
Und in Verhaltensweisen,
die sie als Konsequenzen daraus ziehen.

Die sie nicht als Menschen auszeichnet,
sondern mit denen sie sich allenfalls
auf eine Stufe mit dem nicht verstandes-,
sondern triebgeleiteten Tieres setzen.

Nietzsche betonte die Unterteilung
der Menschen in Schwache und Starke ...

Jedoch nicht in der verantwortungsbewussten Weise,
wie sie m. E. Menschsein nur auszeichnen kann.
Eher im Sinne des Gegeneinanders,
des sozialdarwinistischen Prinzips ...

Er gab in seiner ganzen Art und Weise
sich auszudrücken und über Dinge zu reden,
elitärem Denken dem Vorzug.
Doch Elitedenken kann m. E. nur weit entfernt davon sein,
Menschheitsgeschichte in "gute" Bahnen zu lenken,
und führt zum selbstzerstörerischen Selbstläufer.

Gut ist m. E. nur ein Leben in friedlichem Einklang
von Menschen und Umwelt
unter dem Leitziel des
respektvollen Gästeverhaltens
im raum-zeitlichen Dasein.
(Von Geburt an bis zum Tod auf dieser Erde)

Wissenschaftliche Erkenntnisse
hätten keineswegs ignoriert werden sollen,
daran denken ich nicht,
aber sie hätten unter dieses Leitziel
untergeordnet, integriert werden können.

Erst mit so einer Sicht
hätte es Menschen gelingen können,
(beispielsweise)
ihre Umwelt nicht zu zerstören,
weil sie der Respekt und ihr Verantwortungsgefühl
daran gehindert hätte,
gegen Wissen und Gewissen zu handeln.

Oder auch hätten es Menschen nie fertig gebracht,
einander in KZs zu vergasen.

Nun ...

Die Menschen scheinen so zu sein,
das Handeln nach
festgelegtem und bekanntem Guten
scheint ihnen nicht möglich.

Vielleicht war das,
woran Nietzsche mitgewirkt hatte,
ein menschengerechtes Experiment,
was dem Menschen gerecht wurde,
und viélleicht seiner Bestimmung,
sich selbst zu zerstören.



geschrieben von: undine

...ich bin mir nicht sicher, inwieweit ich diese Ausführungen verstanden habe... ungewohnter Stil... aber einem Punkt möchte ich in jedem fall widersprechen:

Man kann Nietzsches Position nicht einfach mit dem Sozialdarwinismus gleichsetzen. Die immer wieder gerne zitierte Formel, daß "Gott tot ist", bedeutet nicht, daß es keine gültigen Werte mehr gibt.
Nietzsche fordert dazu auf, die Werte zu hinterfragen, weil es keine absoluten Wahrheiten sind, sondern gesellschaftliche Konstruktionen. Er ruft nicht zum Egoismus auf!

Nietzsche erkennt die Notwendigkeit an, daß der Mensch nicht allein leben kann, daß er die Gesellschaft braucht. Und damit die Gesellschaft existieren kann, muss es Regeln und Werte geben, an die sich alle halten müssen.

Eine Verbindung zwischen Nietzsches Philosophie und Konzentrationslagern zu ziehen halte ich für fragwürdig. Eines der Dinge, die Nietzsche durch seine Philosophie erreichen wollte, war die Vermeidung von (gewaltsamen) Konflikten.

"Es ist nicht der Kampf der Meinungen, welcher die Geschichte so gewalttätig gemacht hat, sondern der Kampf des Glaubens an die Meinungen, das heißt der Überzeugungen." (Menschliches, Allzumenschliches I, §630)

Diese Überzeugungen stellt Nietzsche in Frage, nicht die Notwendigkeit von Werten.



geschrieben von: decay73

zunächst einmal: ich bin kein kenner nitsches und ich habe auch nicht alles von ihm gelesen.

aber, wenn ich es richtig sehe, spielt bei ihm "machtgewinn" und "vitalität" und der nutzen einer handlung die entscheidende rolle. und genau das ist, was mir nicht gefällt.

wenn ich ihn mal zitieren darf:
"Was ist gut?- Alles, was das Gefühl der Macht, den Willen zur Macht, die Macht im Menschen erhöht.
Was ist schlecht? - Alles, was aus der Schwäche stammt.
Was ist Glück? - Das Gefühl davon, dass die Macht wächst...
Nicht Zufriedenheit, sondern mehr Macht; nicht Friede überhaupt, sondern Krieg; nicht Tugend, sondern Tüchtigkeit."

mir gefällt es nicht, macht (und damit doch auch macht über andere) in das zentrum des eigenen handelns zu stellen. es stimmt nicht mit meinem (wunsch-)bild einer funktionierenden gesellschaft überein.

es mag richtig sein, dass nietsche oft in falschem licht dargestellt wird. aber diese thesen sind in meinen augen gefährlich, da sie überinterpretiert werden können. allein die begriffe "übermensch" und "herdenmensch" werden nur zu oft in gefährlicher weise benutzt und haben schon schreckliches angerichtet (siehe 3. reich).

~decay~



geschrieben von: verwirrter Wanderer

@Mahsheed:

ich bin mir nicht ganz sicher, ob ich verstanden habe, was du sagen wolltest, aber auch ich halte die Verbindung zwischen der auflößung der Religion und der auflößung der Werte für sehr unwirklich...
wieso wird Religion eigentlich immer als Spender aller Werte angepriesen?
Selbstverständlich stammen viele der heutigen Werte aus der christlichen Kultur, allerdings sind diese Werte in so vielen Religionen wenigstens ähnlich, dass ich denke, dass Religion nur benötigt wird, um eine legitimation für sinnvolle ethische Werte...
und genau hier denke ich ist auch einer der Hauptgedanken Nietzsches: es ist der Weg des Menschen, über dieses Hilfskonsrukt hinweg, hin zu den "logischen" Werten des Zusammenlebens (vgl. "Von den 3 Verwandlungen") Die Werte des Kindes sind die einzig wahren werte... Hier denke ich, ist ein sehr positives Menschenbild vorhanden...

@decay73:
Es besteht bei mir immernoch die Frage, ob Nietzsche wirklich den reinen Machtgewinn in den Vordergrund stellen will...
nur als beispiel ist gesunder(!) Ehrgeiz sehr positiv und sehr konstruktiv...

ich denke, hier ist viel raum für Spekulation und Gedankengänge...

dunkle Grüße,
verwirrter Wanderer

PS: ich halte nicht viel davon Nietzsche in Verbindung mit KZs zu bringen, da wie bereits erwähnt, Gewaltvermeidung im Vordergrund steht. Nietzsche hat meines wissens nicht nach Rassen sondern nach Intellekt und "menschlicher Stufe" unterteilt...



geschrieben von: decay73

nietzsche spricht nun mal von "macht" und nicht von "ehrgeiz". dies ist, wie ich finde, schon ein unterschied. er spricht von dem gefühl der macht, den willen zur macht.
und wenn ich dann den begriff "übermensch" lese und die begriffe "macht" und "übermensch" zusammenführe, kann ich dem (bei der jetzigen menschheit) insgesamt nicht viel positives abgewinnen.
(anders wäre es, wenn die menschheit nur aus freundlich gesinnten menschen bestehen würde, die nichts anders als gutes im sinn haben).

wenn ich es richtig sehe hat nietzsche nicht vorgeschlagen, dass die übermenschen die herdenmenschen unterdrücken sollen, nur habe ich die befürchtung, dass dies von denen, die sich selbst als übermenschen bezeichnen, anders ausgelegt wird.
auf der anderen seite spricht er den herdenmenschen die eigenschaften u.a. "tugendhaft" und "mitleidig" zu; nicht den übermenschen. diese bekommen bei ihm u.a. die eigenschaft "rücksichtslos" zugesprochen. und genau das gefällt mir eben nicht...



geschrieben von: T.M.

Wie hat mal jemand über Nietzsche gesagt: " Er ist wie ein Erzbergwerk, man findet jegliche Art von Metall bei/in ihm nach dem man sucht"

Nietzsche hat alles gesagt und allem widersprochen. Er hat immer konstatiert das absolute Wahrheit nicht existent ist. Diese, sucht nur derjenige der ihrer Bedarf.

"Der Mensch ist ein Seil, geknüpft zwischen Tier und Übermensch - ein Seil über dem Abgrunde"

so on
T.M.



geschrieben von: lacrima_tori

am anfang habe ich mich noch richtig reingelesen es dann aber aufgeben weil ich nicht ganz durchgestiegen bin ..

doch wenn man so weiterliest ohne zu wissen was einen erwartet und ohne zu wissen was man vielleicht lesen will?? bin ich zu einem ähnlichen schluss gekommen ..


nietzsche stiftet in vielen fällen nur verwirrung um sein werk "interessanter" zu gestalten ..

ich muss zugeben was hier geschrieben wird animiert mich ein buch in die hand zu nehmen und sofort nachzulesen ..

sicherlich werde ich das auch tun ..
nur vielleicht kann ich es jetzt nicht mehr objektiv beurteilen ..

lacrigruss adé



geschrieben von: Horus

Ich denke Nietzsche hatte zuletzt zwei Hauptthesen.
Erstens. Die Umwertung aller Werte als Anspruch an die Gesellschaft
Zweitens. Den Willen zur Macht, zur Steigerung der persöhnlichen Macht über andere Individuen und der gesellschaftlichen Macht über andere Gesellschaften und Kulturen als Antrieb.
Beides erfolgt vor einem Geschichtsbild das die Geschichte als ewige Wiederkehr des Gleichen zeigt, wobei die Geschichtsentwicklung negativ (decadent)bestzt ist.
Der Wille sollte aus diesem den neuen Mneschen erschaffen, der dann dem historischen Dillemma entgehen kann.

MFG

Horus



geschrieben von: lacrima_tori

bist du dir da sicher oder hast du das aus ner interpretation rausgepickt?



geschrieben von: nostromo

Irgendwie hat Nietzsche was von uns Adolf.



geschrieben von: Menedemos

Zitat:
Original geschrieben von nostromo
Irgendwie hat Nietzsche was von uns Adolf.


Sicherlich haben beide Herren einige Anknüpfungspunkte, aber doch auch wesentliche Unterschiede. Ich will nur zwei Nietzsche-Zitate anführen:

"Der deutsche Geist - das ist meine schlechte Luft!"

"Sich einen Führer zu wünschen zeugt von Charakterschwäche."

Das klingt nun gar nicht nach Adolf.



geschrieben von: anima nata lacrimans

Naja, an nietsche gefällt mir seine äußerst sarkastische Ader...war ja soweit mir bekannt ist ein richtiger Menschenverächter...aber ich mag seine Texte und vor allem seine gedichte...

Seine Philosophie kann ich nicht so unterstützen, es sprechen sicherlich einige dingegegn den Willen zur Macht, der ja nach Nietzsche das Tun der menschen beherrscht.

Seine Unterteilung in Über- und untermenschen kann ich inhaltlich zwar nachvollziehen, aber dass nun der Übermensch, der die hoffnungslose Lage seiner selbst erkennt und dadurch stark und überlegen wird, kan ich nicht verstehen.
Und auch, wenn ihn diese Unterteilung zum Vorzeigephilosophen der Nazis machte, denke ich doch, dass er einfach dazu missbraucht wurde und ursprünglich ein ganz anderer Sinn dahinterstand...

Im großen und ganzen scheint es mir jedoch häufig so, dass Nietsches Überlegungen auf seinen negativen Erfahrungen und der daraus resultierenden verbitterung resultieren...



geschrieben von: Menedemos

Zitat:
Original geschrieben von anima nata lacrimans
Im großen und ganzen scheint es mir jedoch häufig so, dass Nietsches Überlegungen auf seinen negativen Erfahrungen und der daraus resultierenden verbitterung resultieren...


Das denke ich auch, das ist ja häufig so. Ich habe gehört, daß es sogar einen Philosophieführer gibt, der die Philosophen und ihre Ideen anhand ihrer Lebensgeschichte erklärt. Ist sicherlich nicht die ganze Wahrheit, aber doch ein Teil.

Und niemand kann mir ausreden, daß Nietzsches Gedicht "Vereinsamt", weil du seine Gedichte angesprochen hast, nicht grundehrlich und autobiografisch gemeint ist, geradzu eine verzweifelte Lebensbeichte, ein Seufzer:

Nun stehst du starr,
Schaust rückwärts ach! wie lange schon!
Was bist du Narr
Vor Winters in die Welt entflohn?

Die Welt - ein Tor
Zu tausend Wüsten stumm und kalt!
Wer das verlor,
Was du verlorst, macht nirgends halt.

u.s.w.

Ich halte es für eines der schönsten deutschen Gedichte überhaupt und ich fühle mich manchmal genauso.



geschrieben von: anima nata lacrimans

@Menedemos

Ich kenne ein buch, in dem die Philosophen charakterlich und mit ihren Neurosen und Marotten dargestellt werden, vielleicht meinen wir dasselbe...

Jedenfalls ist Nietsche wohl in seiner Jugend oft von der damenwelt zurückgewiesen worden, wuchhs in einem reinen frauenhaushalt auf und entwickelte sich dann später zum frauenhasser...wird wohl nicht basis seines weltbilds sein, aber ich denke schon, dass seine persönliche geschichte viel dazu beiträgt, was er so dachte...



geschrieben von: lacrima_tori

frauenhasser???
ich glaube aber nicht ..



geschrieben von: Nike

Ich find nietzsche sehr gut.
Ich lese gerade "und nietzsche weinte"...
ich vergöttere nietzsche :D



geschrieben von: hellsfinger

ach wo grosse Saat auf kargen Boden fällt...

Man muss Nietzsche nicht lesen sondern sich in die
Gedankenwelt einfinden, in der sich alles auf das Grosse hin
richtet, er verabscheut das Kleine im Menschen, all das was uns
nach dem Einfachen, nach dem Durchschaubaren streben lässt.
Nietzsches Werke richten sich nach einem Leser der bereit ist
sich von allem desseitigen zu lösen und nach der grossen
Erkentniss zu streben.
Ihn mit Machiavelli zu vergleichen ist IMO schon fast pervers.
Nietzsches Lehre ist klar, von der höchsten Abstraktionsebene
aus beschreibt er die Existenz an sich.

Was N. über das "Weib" gesagt hat, muss man richtig
interpretieren, vor allem da man davon augehen muss das N.
keine gebildeten Frauen kannte. Was er kannte war vom
geistigen Formats von Playmates. Und darauf bezieht er sich
auch: Frauen (und Männer) den Zitat: (aus "Also sprach
Zarathustra")Wen hasst das Weib am meisten?-Also sprach das
Eisen zum Magneten: "Ich hasse dich am meisten, weil du
anziehst, aber nicht stark genug bist, an dich zu ziehen." Zitat
Ende.



geschrieben von: Niniel

also erstmal muss man sagen,dass nietzsche ja schon recht radikal war...das fasziniert und stößt doch ab...ich hab zarathsutra gelesen und mehrere einzelne texte und stimme in vielen punkten mit nietzsche überein/kann seine ansichten nachvollziehen.auch sind seine zitate meist kurz und knapp und treffen das wesentliche...das,was die meisten nicht sehen...außerdem war er atheist und das is doch eh symphatisch... ;)

erziehung: die ausmerzung des besonderen zugunsten der regel.

man wird nicht zum christentum geboren,man muss nur krank genug sein...

mehr von nietzsche und anderen genialen leuten ist übrigens auf meiner homepage zu finden...ist zwar grad erst am entstehen aber egal...*lach*



geschrieben von: lizard

kann mir jemand ein paar links geben? ich wollte schon immer mehr als nur die theoretischen texte über nietzsche lesen... vor allem seine gedichte interesieren mich, da ich nach allem was ich weiß, glaube, einen ähnlichen schreibstil zu haben.



geschrieben von: lacrima_tori

ja ich würde auchgern welche haben ..



geschrieben von: Any Body

Links habe ich nicht zu Nietzsche nur ein kleines Buch "Goldene Worte" -Eine Auslese - mit Gedichten verschiedener namhafter Denker & Dichter

Das Nietzsche ein Frauenhasser sein soll, kann ich nicht nachvollziehen, doch wann gibt es nicht mal Augenblicke im Leben, in denen die Zuneigung zu einem Menschen sich in das Gegenteil umwandelt?

Einige Auszüge, die momentan in meinem Kopfe kreisen Friedrich Nietzsche 1844 - 1900 :

Zitat:

Das beste Mittel, jeden Tag gut zu beginnen, ist: beim Erwachen daran zu denken, ob man nicht wenigstens einem Menschen an diesem Tage eine Freude machen könne



Zitat:

Man muß zum Zwecke der Erkenntnis jene innere Strömung zu benutzen wissen, welche uns zu einer Sache hinzieht, und wiederum jene, welche uns, nach einer Zeit, von einer Sache fortzieht


Zitat:

Man greift nicht nur an, um jemandem wehzutun, ihn zu besiegen, sondern vielleicht auch nur, um sich seiner Kraft bewußt zu werden



Zitat:

Wer davon lebt, einen Feind zu bekämpfen, hat ein Interesse daran, daß er am Leben bleibt



Zitat:

Unsere Mängel sind unsere besten Lehrer: aber gegen die besten Lehrer ist man immer undankbar



...



geschrieben von: Selian

Schau doch mal auf Gutenberg.de

Dort findest du seine Werke. Die Seite ist echt klasse. Auf der Seite findest du nicht nur Werke von Nietzsche, sondern noch sehr viel andere.



geschrieben von: NightmareQueen

nietzsche ist wirklich fazsinierend und bewundernswert. er hat einige, besser gesagt, unmengen an interessenten thesen aufgestellt. in den meisten würde ich mich ihm anschließend. außgenommen ein paar: beispielsweise einige seiner äußerungen was frauen angeht (na gut, das hat sich mit der zeit ja auch geändert, wie es schon bei einigen der fall war) und seiner these der mensch diene in allem was er tut der arterhaltung. okay, der mensch führt kriege, wir leben im zeitalter der atombombe und der mensch zerstört, was ihn am leben erhält: die natur. dennoch wird all dies was wir kennen früher oder später ein ende haben, nicht etwa dadurch, dass es die sonne nicht mehr gibt, wahrscheinlich noch viel eher, durch den menschen selbst.



geschrieben von: boner

ich habe nicht den ganzen thread gelesen, möchte aber zwei dinge klarstellen:


T.M. schrieb:
Zitat:
Nietzsche hat alles gesagt und allem widersprochen.


dies zu beachten ist sehr sehr wichtig, wenn man an Nietzsche ran geht. (fast) keine äußerung, die nicht woanders gegenteilig dargestellt wird.




nostromo schrieb:
Zitat:
Irgendwie hat Nietzsche was von uns Adolf.


das ist - mit verlaub - totaler blödsinn!
Hitler (falls dieser Adolf gemeint war) hat zwar Ansichten Nietzsches übernommen und für seine Ideologie benutzt, jedoch ist dies so als würde Limp Bizkit versuchen Beethoven nachzuspielen.



meine Meinung zu Nietzsche: wahrscheinlich gibt es kaum Menschen, die diesen Mann verstehen. ich bin mir sicher, ich verstehe ihn auch nicht wirklich, aber trotzdem ist er für mich nach Kant der genialste Mensch, der je lebte und leben wird, auch wenn er meiner meiung nach nicht immer rein aus vernunft und unaffektiertheit geschrieben hat (beispiel aus 'Der Antichrist':
"Die fluchwürdige Stätte, auf der das Christenthum seine Basilisken-Eier gebrütet hat, soll dem Erdboden gleichgemacht werdenund als verruchte Stelle der Erde der Schrecken aller Nachwelt sein. Man soll giftige Schlangen auf ihr züchten." - das ist NICHT objektiv, nein).



geschrieben von: Demon17

Liebe Leute,

ich glaube das wesentliche Aspekte von Nietzsche in dieser Debatte unberücksichtigt bleiben

a) zum Vorwurf Wegbereiter des Faschismus zu sein

man muß schon sehr ignorant sein um Nietzsche dahingehend misszuverstehen. Er ist doch der Wegbereiter des Individualismus sein Zahrathustra ist doch ein suchender einsamer Wolf, der die Schädlichkeit der angewandten Moral der damaligen Zeit im Bezug auf den geistigen und sozialen Fortschritt seiner Zeit erkannt hat.
Er behauptet jedoch nicht irgendeine Ideologie sondern formuliert seine Erkenntnisse bewusst in Aphorismen, die dem Lesenden nicht ersparen selber Nachzudenken. Seine Verachtung gegenüber jenen, die sich Führen lassen (das sagten schon andere) ist doch purer Antifaschischmus. Schliesslich sammelt Zarathustra keine germanischen Recken sondern, die letzten der Menschen, weil er in Ihnen mehr Erkenntnis über die Verlogenheit der moralisierenden Gesellschaft wahrnimmt als in denen die die in den damals gegebenen Machtverhältnissen auskömmlich lebten (Nachtwächterstaat).

b) Nietzsche und Moral bzw. Darwinismus

Als Romantiker hat Nietzsche wie viele andere seiner Zeit Moral durch Ästhetik ersetzt. Warum nicht? Im Namen der damals noch weitgehend christlich fundierten Moral wurden bis in das 18. Jahrh. hinein Hexen verbrannt. Zu seinen Lebzeiten entblödeten
sich anerkantte Theologen und Priester die Qualen der Hölle in allen Details auszumalen um Ihre Gemeinden einzuschüchtern. Und schliesslich wurde die diktatorische Herrschaft höchst mittelmäßiger Kaiser mit dem Gottesgnadentum begründet.

Zum Darwinismus:

war diese Moral nicht auch Mittel zum Zweck? Hatte sie nichtauch die Funktion dem Mittelmaß die Ellenbogen zu geben sich gegenüber den Minderheiten also auch gegen die Neuerer durchzusetzen um ihre Besitzstände zu wahren. Und ist es nicht viel ehrlicher wenn man Erkennt das das darwinistische Verhalten
Grundlage des Handelns jedes Lebewesens ist, dieses offen zuzugeben als den eigenen Egoismus hinter der verlogenen Maske der postulierten Moral zu verstecken? Nietzsche war nicht besser und schlechter als die Moralisten seiner Zeit, aber er war auf jedenfall ehrlicher!

Ich denke das Phänomen den eigenen Egoismus hinter moralisierenden Reden zu verstecken um damit die eigenen Ellenbogen noch effektiver einsetzen zu können ist zeitlos und damit wird Nietzsche noch auf unabsehbare Zeit seine Aktualität behalten.

Natürlich lese ich Nietzsche nicht unkritisch aber der Schutz der Schwachen darf nicht zur Unterdrückung der Starken führen, denn dann verlieren alle. Wobei das Kräfteverhältnis ja umgekehrt ist wenn die Schwachen zusammenhalten sind sie in der Überzahl, deshalb ist Nietzsche ja auch der Feind des Kollektivismus mit seinen dumpfen Herdeninstinkten und verrherrlicht den freien Einzelgänger selbst wenn dieser irgendwann untergeht.

also sprach Zarathustra...


never surrender

demon17



geschrieben von: seuchenherr

Ich habe Also sprach Zarathustra gelesen, es ist meiner Meinung nach ein sehr gutes Werk das aber leider auch oft "falsch" interpretiert wird. Die Idee des Übermenschen und andere Gedanken(z.B. der Tod Gottes) werden leider immer etwas über bewertet und zum Zwecke bestimmter "politischer" Ziele missbraucht.



geschrieben von: Demon17

hallo seuchenherr,

du hast nicht ganz unrecht, obwohl der begriff übermensch sich nach der nazidiktatur auch nicht mehr wertfrei lesen läßt. gemeint ist jemand der bereit ist sich außerhalb der menschlichen gesellschaft zu stellen um deren alltagsheuchelei nicht länger ertragen zu müssen und sich nicht in illusionen flüchtet sondern das falsche verneint ohne neues unbewiesenes zu behaupten. jemand der sich selbst erkennt und seine moral auf das reduziert was er realiseren kann und natürlich keine angst zu sterben hat.
weiter nichts.

der satz "gott ist tod" ist essentiell für die damalige zeit. während er heute weitgehend bedeutungslos ist, da es in den mdernen teilen der weltgesellschaft keine religiös fundierten macht- und wahrheitsansprüche mehr gibt. für das zeitalter wissenschaftlichen rationalismus von demokratie, kommunismus und faschismus brach heran. die beiden letzteren sin glücklicherweise bald überwunden.


never surrender

demon17



geschrieben von: Mephistangelo

Nietzsches Frauenhass

Am Anfang seines Werkes war dieser nicht sehr ausgeprägt. Mit einer älteren Dame (deren Namen mir jetzt leider nicht einfällt) hatte er sogar vor, eine Schule zu gründen, in der die Frau gleichbehandelt und ihr gleichviel Wissen beigebracht werden sollte, wie den Männern. Daß er nur naive Playmates kennengelernt hatte, stimmt nicht. Zu seinem Bekanntenkreis zählte die hochintelligente Schriftstellerin Lou Salome (Die eine tragende Rolle in "Und Nietzsche weinte" spielt. Ein meiner Meinung nach gräßliches Buch, weil platt die Biographien von Nietzsche und Breuer runtergepriedigt werden, um anschließend scheinpsychologische Analysen zu stellen.), in die er sich vor allem ihrer Intelligenz wegen verliebt hat:,,Hätte jemand unseren Gesprächen gelauscht, er würde meinen, zwei Teufel hätten sich unterhalten (Wortlaut Nietzsches)."
So haben Nietzsches berühmte Worte: Du gehst zu Frauen? Vergiß die Peitsche nicht!, in Bezug auf Lou Salome einen interessanten Beigeschmack. Es existiert ein Foto, auf dem er und sein Schüler Paul Ree vor den Wagen gespannt sind, während Lou Salome sie von hinten mit der Peitsche züchtigt. So erklären sich (spekulativ) seine Worte, die geschrieben wurden, kurz nachdem Lou Salome mit Paul Ree durchgebrannt ist. Alle, die Nietzsches Frauenhass in seiner Biographie suchen, sollen sich hiermit bestätigt fühlen.


Nietzsches KZ´s

Nicht nur, daß "der deutsche Geist" Nietzsches "schlechte Luft" ist, denn nach Nietzsche ist die von den Nazi´s vielgepriesene Herrenrasse der Germanen nichts weiter als eine "Horde biertrinkender Rüppel". Der Übermensch ist von Nietzsche schließlich nicht rassisch, sondern intellektuell kategorisiert worden.
Als Nietzsche in seinem Anfangswerk noch antisemitische Töne schlug, stand er unter dem Einfluß Richard Wagners. Nachdem sich Nietzsche aber von Wagner löste, war der Antisemitismus der Punkt, an dem Nietzsche Wagner anzugreifen suchte. Das zeigt sich unter anderem schon darin, daß Nietzsche den oben erwähnten Paul Ree (Jude) zu seinem Lieblingsschüler machte und jenen als Gast ins Haus Wagners mitnahm, welcher darüber ziehmlich erbost war.
Als Paul Ree mit Lou Salome durchbrannte, hat es Nietzsche auch nicht auf Ree geschoben, weil dieser Jude, sondern auf Lou Salome, weil sie ein "Weib" war.



geschrieben von: Demon17

hmmm ....deshalb dieser untertitel:)

never surrender

demon17



geschrieben von: HerrSamsa

ich habe soziemlich jede meinung zu nietzsche gerade gelesen die mir bekannt ist, deshalb versuche ich diesem thread eine neue richtung zu geben.

mein religionslehrer sagte einmal, die "klassischen" philosophiedozenten hätten ihre abneigung gegen nietzsche daher, weil er in kunstform schreibt. er ist unter den wenigen dt.sprachigen philosophen die dies auch tun aber der bekannteste.
er schreibt meiner meinung nach in einem hesse ähnlichen stil und wurde deshalb auch vom "einfachen" volk damals gern gelesen.
eine ansicht, die interessant ist:
nietzsche ist deshalb unbeliebt bei den gelehrten herrn dozenten, weil er die philosophie zur unterhaltung des "otto narmalverbrauchers" machte, anstatt in endlosen abstrakten thesen vor sich hinzugrummeln, wie es die art seiner zeitgenoosen war.(tut euch mal was von hegel an und sagt ehrlich was sich besser ließt)



geschrieben von: Demon17

Hallo Herr Samsa,

in einem hast Du sicher recht Nietzsche liest sich wesentlich unterhaltsamer als Hegel und viele andere. Er war ja auch einer der führenden Kulturkritiker seiner Zeit und hatte somit über Zeitungen und andere Medien einen anderen Zugang zum Publikum. Es gibt eine Rockband namens Skinyard die einen Titel geschrieben hat der "Nietzsche with a pizza" heißt, ich denke das wird ihm gerecht. Im Unterschied zu Hegel und andere Philosphen hat sich Nietzsche auch nicht ein Begriffsystem sich gegenseitig definierender Termini geschaffen, die auf einigen a priori aufbauen. Als alter Gegenandenker mußte ich früher im Unterricht nur die a prioris angreifen/widerlegen und schon lag das ganze schöne Gedankengebäude in Trümmern. Es hat sicher viel mit Philotainment zu tun was er machte. Aber es gibt noch einen anderen essentiellen Unterschied. Er formulierte vieles ein bischen mystisch-geheimnisvoll. So z.B. viele Aphorismen und den Zarathustra natürlich. Dies ermöglicht dem Leser eine assoziative Interpretation seines Werkes. So erstaunt es dann auch nicht wenn er entsprechend des jeweiligen geistigen Horizontes einer Epoche sehr unterschiedlich interpretiert wird. Das ist sicher einer der Gründe für seine andauernde Aktualität und Beliebtheit. Wie sehr die Möglichkeit der unterschiedlichen Interpretation (Hermeneutik) die Rezeption verändert wird an der Heidegger Rezeption in Frankreich deutlich, die nun rein gar nichts mit dem deutschen Verständnis von Heidegger zu tun hat. Diese interpretative Freiheit lassen viele Denker, die sich die bereits erwähnten Begriffsysteme schaffen eigentlich nur in Übersetzungen zu. Es ist völlig unmöglich einen Text vom deutschen ins französische zu übersetzen und dann wieder zurück ins deutsche man hat dann zwei unterschiedliche TEXTE.
Es ist sicher eine deutsche eigenart Philosophie aber auch Literatur (so gibt es z.B. die Unterscheidung zwischen Kitsch und Kunst nur in unserem Lande) und anderes als eine todernste Sache zu betrachten mit der man nicht spielen darf. Da hat Dein Religionslehrer wahrscheinlich recht.



think twice its magic


demon17



geschrieben von: Niobe

...wenig!

Er war ein Unsympath.

Ich bin zu sehr Verfechter der katholischen Religion um ihn lieben zu können.

Aber er hatte einen interessanten Wortschatz, seine Rhetorik war bewundernswert...



geschrieben von: Anaximander

Zitat:
Was ist dran an diesen Aussagen? Was denkt ihr, war Nietzsche Wegbereiter?

Ich denke, man kann Nietzsche mit einiger Berechtigung faschistoides Gedankengut vorwerfen. Seine Verherrlichung des Krieges, seine Verachtung der "Herdenmenschen" als wertlose Masse, die Verachtung von Demokratie und Gleichheit der Menschen, der Wille zur Macht... all das lässt doch eine klare Tendenz erkennen. Nehmen wir nur mal den Anfang von seinem Antichristen:

"Was ist gut? Alles was den Willen zur Macht, das Gefühl der Macht, die Macht selbst im Menschen erhöht
Was ist schlecht? Alles was aus der Schwäche stammt.
Was ist Glück? Das Gefühl, dass die Macht wächst, dass ein Widerstand überwunden wird.
Nicht Zufriedenheit sondern mehr Macht, nicht Tugend sondern Tüchtigkeit. Die Schwachen und Misratenen sollen zugrunde gehen - erster Satz unserer Menschliebe. Und man soll ihnen noch dazu helfen."
(aus dem Gedächtnis zitiert.. Fehler sind möglich)

Zudem war Nietzsche begeistert von brutalen historischen Tyrannen wie Iwan dem Schrecklichen.

Und trotzdem darf man Nietzsche nicht mit Nationalsozialismus gleichsetzen. Nietzsche hätte z.B. den Rasse-Gedanken der Nazis absolut lächerlich gefunden. Er selbst hat die Antisemiten seiner Zeit verachtet, und wenn Nietzsche von "Herrenmenschen" spricht, hat das eine vollkommen andere Bedeutung als in der NS-Ideologie.

Und ob Nietzsche, dessen Ideal der edle, vornehme Künstler-Tyrann war, von einem keifernden Kleinbürger wie Hitler begeistert gewesen wäre?



geschrieben von: Tolkien

Gute Analyse!!

Übrigens: Eine gute Kritik der Moral(kritik) Nietzsches finde ich Max Schelers "Das Ressentiment im Aufbau der Moralen".



geschrieben von: Anaximander

Allerdings sollte klar sein: Das Dümmste das man mit Nietzsche machen kann, ist, seine moralischen Aussagen beim Wort zu nehmen und Nietzsches Wert als Philosoph daran festzumachen.



geschrieben von: Tolkien

Seine Moralkritik ist einer der Kernpunkte seiner Philosophie.



geschrieben von: Anaximander

Richtig.

Aber es ist Schwachsinn, Nietzsches moralische Aussagen auf plumpe Weise wörtlich zu nehmen, mit unseren (tolerant-liberalen) Ansichten abzugleichen, und dann ein Urteil unter Nietzsches Philosophie zu schreiben. Und eben das machen leider viel zu Viele Menschen.



geschrieben von: Demon17

Ich halte Nietzsche nicht für den Wegbereiter des Nationalsozialismus. Das ist doch gerade die Ironie, das der Nationalsozialismus den Herdentrieb des Menschen mit seinen kollektiven, nahezu hypnotisch wirkenden Massenveranstaltungen in einer nahezu einmaligen Art und Weise ausgebeutet hat. Ich mein Das Herdenvieh ist dann im Wk verbraten worden. Find ich jetzt moralisch nicht so schlimm, schließlich muß Dummheit bestraft werden und wer das Hirn ausschaltet darf sich nicht wundern wenn er in Stalingrad verreckt. Nietzsches Moralkritik steh ich ziemlich Neutral gegenüber. Es herrscht immer die Moral der Herrschenden über die der Unterdrückten. Auch unsere Pseudodemokratie hat daran nichts geändert. Ich glaube was Nietzsche gestört hat ist die Herrschaft einer breiten Koalition des Mittelmaßes. Als genialer Einzelgänger erkannte er die Destruktivität, dieser bräsigen selbstzufriedenen und selbstgerechten Einstellung, die alles tut um den Status Quo zu bewahren und damit alles Neue in seiner Entwicklung behindert. (Siehe Arbeiterbewegung, Koalitionsverbote, es gab schließlich jede Menge Armut z.B.Obwohl Nietzsche als bürgerlicher Romantiker sicher kein Sozialreformer war.) Man muß da an den "Nachtwächterstaat" im Deutschland des 19. Jahrhunderts erinnern. Dieses brave, geduckte, biedere Bürgertum mit einem, allen neuen Gedanken feindlich gegenüberstehendem Klerus, die gemeinsam ein morsches-militaristisches Feudalsystem stützten.

Wie ich bereits erwähnte war Nietzsche auch Romantiker. Das heißt er ersetzt Moral durch Romantik z.B. in deiner legitimativen Funktion. Wenn im nahmen der Moral eine Kindersterblichkeit von gut 50% gebilligt wird, warum dann nicht die Schrecken der Gewalt romantisch legitimieren. Das ist zumindest ehrlicher.

Was Nietzsche klar erkannt hat, ist das das Recht des oder der Stärkeren immer gültig ist. Es kann auch das Recht einer herrschenden Mehrheitskoalition sein, aber es ist auch moralisch kein Unterschied, ob einzelne oder Gruppen die anderen Unterdrücken, aber es ist natürlich viel romantischer wenn dies einzelne Heldenfiguren tun, die weder sich selbst noch andere schonen als satte, ängstlich-verlogene Pharisäer.

Ich weiß wirklich nicht was ihr gegen Nietzsche habt. Gerade in der Genealogie der Moral steckt viel Wahres. Das Christentum ist eine zur Herrschaftsreligion gewandelte Sklavenreligion. das ist nun einmal eine historische Tatsache. Darin liegt einerseits seine teilweise gewalthemmende Wirkung. (Die in der Geschichte leider all zu oft versagte.) Andererseits aber auch seine Verlogenheit begründet, als es z.B. zu Kreuzzügen und Religionskriegen führte und krasse Ausbeutung legitimierte. Ich mein mit der Lebensweisheit landloser semitischer Beduinen, wie etwa wenn dich einer auf die rechte Wange schlägt..., lassen sich auch nicht unbedingt Imperien schaffen und regieren.:D (Einige jüdische Stämme entsprachen dieser Beschreibng, das hat sich auch auf ihre Propheten ausgewirkt.)

....und Nietzsche lebte bekanntlich im Zeitalter des Imperialismus.


think twice its magic

demon17:rolleyes:



geschrieben von: Tolkien

Zitat:
Original geschrieben von Demon17
Gerade in der Genealogie der Moral steckt viel Wahres. Das Christentum ist eine zur Herrschaftsreligion gewandelte Sklavenreligion.


Genau das widerlegt Max Scheler in seinem Werk "Das Ressentiment im Aufbau der Moralen".



geschrieben von: Tolkien

Zitat:
Original geschrieben von Demon17
[B]Nietzsches Moralkritik steh ich ziemlich Neutral gegenüber. Es herrscht immer die Moral der Herrschenden über die der Unterdrückten.



Für Nietzsche ist Moral gerade der Versuch der Schwachen, sich vor der Unterdrückung durch die Starken zu schützen, indem sie durch ihre Moralvorstellungen den Ausbeutern ein schlechtes Gewissen beizubringen versuchen. Die Starken sollen sich aber durch solche Moralvorstellungen nicht abhalten lassen.
Das war natürlich schon eine willkommene Philosophie für die Nazis: Wenn es keine objektiven Werte gibt, kann ich tun und lassen, was ich will, und meine Herrschaft, wenn ich sie erst einmal erlangt habe, skrupellos ausspielen.



geschrieben von: Demon17

@Tolkien,

na dann überleg doch mal Tolkien, wenn die "Schwachen" klug genug sind durch Moral so etwas weie eine Koalition gegen die "Starken" zu bilden, dann sind doch die sogenannten "Schwachen die "Starken" und umgekehrt. Es gibt doch nur ein entweder - oder. Ausserdem vermisse ich eine praktikable Definition von stark und schwach. Ich finde diese Unterscheidung zielmlich relativ. Tatsache jedenfalls ist es, das nur die Herrschenden in der Lage sind ihre Version der Moral offen zu postulieren, da diese ja alle anderen Versionen für unmoralisch erklärt. Die dann entsprechend verfolgt werden. Im alten Rom war dieser Zeitpunkt ca. 400 n.C., als das Christentum zur Staaatsreligion erklärt wurde und auf einmal die Verehrung aller anderen Götter verboten wurde. Ein völlig neues Ausmaß an Intoleranz.

Das mit Max Scheler müsstest Du schon etwas ausführen. Das dieser Autor anderer Meinung ist, heißt ja nicht, das Nietzsche widerlegt ist.

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demon17



geschrieben von: Tolkien

Zitat:
Original geschrieben von Demon17
[B]@Tolkien,

na dann überleg doch mal Tolkien, wenn die "Schwachen" klug genug sind durch Moral so etwas weie eine Koalition gegen die "Starken" zu bilden, dann sind doch die sogenannten "Schwachen die "Starken" und umgekehrt. Es gibt doch nur ein entweder - oder.


Mit dieser Widerlegung Nietzsches machst du es dir nun doch ein wenig zu einfach. Geh doch einfach mal von bestehenden Herrschaftsverhältnisses z.B. in einer Sklavengesellschaft aus: Da ist es klar, wer die Sklaven (die Ausgebeuteten) und die Herren (die Ausbeuter) sind. Und nun versuchen die Sklaven, sich vor der Ausbeutung zu schützen, indem sie den Herren mit Moralvorstellungen an den Leib rücken. Natürlich ist dann, wenn du so willst, die Moral ein Versuch der "Machtausübung", aber gerade von Seiten der Schwachen, und ob sie erfolgreich ist, hängt davon ab, ob die Herrschenden die Moralvorstellungen akzeptieren. Und das sollen sie, nach Nietzsche, gerade nicht. Die Herrschenden sollen sich durch Moralvorstellungen nicht einengen lassen. Die Nazis haben eine solche Philosophie eben auf ihre Weise angewandt...



geschrieben von: Demon17

Nietzsche hat nie von den Herrschenden gesprochen. Im Zarathustra spricht er vom Einzelgänger, der versucht eine Gesellschaft sozialer Wesen zu verstehen und landet immer wieder bei den Ausgestoßenen, (den letzten der Menschen, die er sammelt). Die Interpretation Nietzsches, setzt die Fehlinterpretation der Nationalsozialisten fort. Denn gerade sie förderten ja die Kollektivierung und Vergesellschaftung des Individuums. Ein Graus für Nietzsche, der nun wirklich gar nichts mit s e i n e m Übermenschen zu tun hat. Als Romantiker war er natürlich kein Humanist. Aber das Christentum war ja als Ideologie auch in der Lage große Teile der Bevölkerung umzubringen, wie etwa im dreissigjährigem Krieg oder durch die Hexenverfolgung. Soll heißen, es gab ganz andere Vorbilder für den Holocaust als Nietzsches Philosophie.

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demon17



geschrieben von: Tolkien

Zitat:
Original geschrieben von Demon17
Nietzsche hat nie von den Herrschenden gesprochen.


So, so... Das ist ja schon heftig! Vielleicht solltest du Nietzsche einmal lesen. In der "Genealogie der Moral" spricht er sogar vom Herrenrecht.



geschrieben von: Tolkien

Zitat:
Original geschrieben von Demon17
[B]Die Interpretation Nietzsches, setzt die Fehlinterpretation der Nationalsozialisten fort. Denn gerade sie förderten ja die Kollektivierung und Vergesellschaftung des Individuums. Ein Graus für Nietzsche,


Richtig! Die Ideologie der Nazis ist nicht mit der Philosophie Nietzsches identisch. Aber einige Elemente seiner Philosophie konnten sie eben gut verwerten, wie eben z.B. die Leugnung allgemeingültiger Werte (z.B. der Menschenrechte) zugunsten iner Rassenideologie. Hier nun O-Ton Nietzsche über die Herrenrasse:
"Sie geniessen da die Freiheit von allem socialen Zwang, sie halten sich in der Wildniss schadlos für die Spannung, welche eine lange Einschliessung und Einfriedigung in den Frieden der Gemeinschaft giebt, sie treten in die Unschuld des Raubthier-Gewissens zurück, als frohlockende Ungeheuer, welche vielleicht von einer scheusslichen Abfolge von Mord, Niederbrennung, Schändung, Folterung mit einem Übermuthe und seelischen Gleichgewichte davongehen, wie als ob nur ein Studentenstreich vollbracht sei, überzeugt davon, dass die Dichter für lange nun wieder Etwas zu singen und zu rühmen haben. Auf dem Grunde aller dieser vornehmen Rassen ist das Raubthier, die prachtvolle nach Beute und Sieg lüstern schweifende blonde Bestie nicht zu verkennen; es bedarf für diesen verborgenen Grund von Zeit zu Zeit der Entladung, das Thier muss wieder heraus, muss wieder in die Wildniss zurück: — römischer, arabischer, germanischer, japanesischer Adel, homerische Helden, skandinavische Wikinger — in diesem Bedürfniss sind sie sich alle gleich. Die vornehmen Rassen sind es, welche den Begriff „Barbar“ auf all den Spuren hinterlassen haben, wo sie gegangen sind; noch aus ihrer höchsten Cultur heraus verräth sich ein Bewusstsein davon und ein Stolz selbst darauf..." (aus der Genealogie der Moral).



geschrieben von: Demon17

Ich weiß nicht was Du willst. Er spricht doch nicht von den Herrschenden seiner Zeit, sondern vom vorchristlichen Kriegerideal. Dieses Ideal hat es nun wirklich zu allen Zeiten gegeben. Es war auch im christlichen Mittelalter das gute Recht der Sieger mit den Besiegten und ihrem Habe zu machen was sie wollten. Eine eroberte Stadt wurde geplündert. Gerade die Kreuzzüge sind in dieser Beziehung an Grausamkeit kaum zu überbieten. In Jerusalem stand das Blut kniehoch in den Gassen. Du siehst also das Christentum hat da nun wirklich keinen Fortschritt gebracht. Der einzige Unterschied besteht doch darin, das die Kreuzritter sich das Himmelreich versprachen während die Heiden ein anderes Leben nach dem Tode hatten.

Diesem Ideal haben eigentlich alle siegreichen Völker entsprochen, die anderen gibt es nicht mehr. Das Nietzsche eher Internationalist war als Rassist steht jedenfalls fest. In der von Dir zitierten Stelle erwähnt er selber Völker, die nach der nationalsozialistischen Rassenideologie minderwertig wären. Den Zarathustra widmet er den Persern. Es ist also dumm ihm Rassismus zu unterstellen. Du hast nun wirklich eine von zwei drei Stellen herausgesucht, an denen sich die Nazis hochgezogen haben, unter tausenden von Seiten, deren Geist jedem tumben Kollektivismus widerspricht.

Nietzsche wendet sich gegen die Beschränkung des Rechtes des Stärkeren (im kriegerischen Sinne). Er fordert als Romantiker diese Helden zu besingen anstatt ihnen ein schlechtes Gewissen einzureden. Natürlich ist nur der, der bereit ist zu töten und zu sterben aus der romantischen Sicht ernst zu nehmen. Aber das sieht die Bundeswehr heute noch so.

Es geht um den romantisierten Kampf ums Überleben und das Recht der Sieger, anstatt des zur Verweichlichung und Niedergang führenden Schutzes der Schwachen. (Ein Ansatz den ich in dieser Radikalität nicht vertreten würde. Der aber auch seine Berechtigung hat.)

Im Grunde geht es darum, wer wen beherrscht, die einen mit der verlogenen moralischen Keule, und dem süßen Gift der relativen Sicherheit und Bequemlichkeit und der ganzen Hinterlist, oder die anderen frontal-brutalen mit ihrem eingeschränktem Denkvermögen, das sich daraus ergibt, das Widerstand und Widerspruch mit Gewalt ausgelöscht werden, oder sie selber ausgelöscht werden. Ich finde Nietzsches Verachtung der bürgerlichen Ordnung nach wie vor herzerfrischend. Auch wenn er das Schlagwort von der blonden Bestie geprägt hat, trägt er nicht die geringste Verantwortung für den Holocaust. Von gezüchteten Hohlköpfen die blind und blöd Befehlen folgen ist der Zarathustra meilenweit entfernt. Die "blonde Bestie" hatte ja auch in der Realität eine anarchisch-demokratisches politisches System. Herzöge wurden für die Dauer eines Krieges gewählt und es blieb jedermann (jedem freien Mann) überlassen sich an einem Kriegszug zu beteiligen oder nicht. Das Konzept der Diktatur entstammt dagegen dem Mittelmeerraum. Es war also höchst anmaßend von den Nazis sich auf dem Weg zum Übermenschen zu sehen, sie bewegten sich eher in die entegengesetzte Richtung.

think twice its magic

demon17



geschrieben von: Kinski

Nietzsche, der Goten Lieblingsphilosoph.

Es scheint mir eben so obligat für Gothics zu sein Nietzsche zu lesen, wie ihn - größtenteils - nicht zu verstehen.

Klaus





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