[Wortschmerzblüten] - German Gothic Board

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Wortschmerzblüten

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geschrieben von: lizard

Ich habe mich lange geweigert, meine Gedichte hier hineinzustellen, vermutlich aus Angst vor schlechter Kritik. Inzwischen ist Angst nicht mehr Teil meines Lebens, ich wünsche also viel Spaß beim Lesen. Kritik ist willkommen



geschrieben von: lizard

#1

Ich blicke auf den Irrsinn dieser Welt:
Die Menschen schuften, quälen sich und schaffen,
Um mit zerstörendem Genuss zu strafen
Sich selbst. Gefühle - nutzlos; Umsatz zählt.

Der Staat regiert das Volk mit fester Hand:
Auch wer nach andren Wirklichkeiten strebt,
Wird in das Muster Leben eingewebt;
Wer sich nicht fügt, gepeinigt, ausgebrannt.

Auch ich bin kleiner Teil des großen Ganzen:
Lass' mich zu einem Last- und Nutztier stanzen
Denn niemand hilft in dieser meiner Not.

Wir Menschen sind nichts weiter als Maschinen,
Das Leben rollt auf starren, festen Schienen:
Geburt, Erziehung, Arbeit, Alter, Tod.



geschrieben von: lizard

#2

Ich ziehe schweigend durch die Nacht
Und sinne um des Lebens Sinn.
Der Weg ist weit, er zieht sich hin.
Schon Manches habe ich bedacht.

Der Staub der letzten großen Schlacht
Auf meinem Denken bleiern liegt.
Der Tod auf Flammenflügeln fliegt;
Verbrennt die Welt mit seiner Macht.

Es knallt ein Schuss, die Kugel singt.
Ich fühle Schmerz, ich sinke hin
Und meine Sinne schwinden sacht.

Der kalte Wind mein Ende bringt.
Ich finde meine Ruhe in
der nuklearen Winternacht.



geschrieben von: lizard

#3 (für Laura)

Wenn Deiner großen braunen Augen süßer Schein
In meine Richtung zarte Zuckersterne sendet
Und Dein Gesicht sich freudenstrahlend zu mir wendet;
Mein totes Leben könnte kaum noch schöner sein!

Und wenn in Deinen Augen bitt’re Tränen stehen
Und wenn Dein reines, blasses Antlitz schmerzverzerrt,
Dann ist die große weite Welt für mich nichts wert;
Ich sehe sie in meiner Hand zu Staub zergehen.


Ich könnte weiter faulig süße Verse dichten
Und Deine Schönheit ins Unendliche verehren,
Am besten schließlich meine Liebe noch gestehen.

Ich könnte es ganz gut, doch möchte ich verzichten;
Sonst kommt dir in den Sinn, ich würde dich begehren.
Und sollte dem so sein, so war das ein Versehen.



geschrieben von: lizard

#4

In meiner selbstgerechten, trägen Eitelkeit,
vergoldet durch ein tristes, langweiliges Leben
In dem es sinnlos ist, Erfüllung anzustreben,
Verbleibe ich der Zeuge meiner kurzen Zeit.

Die zweite Strophe spricht das Gegenteil der ersten
Doch eine Antithese finden ist nicht leicht.
Glück, Liebe, Freude, alles ist verbleicht
Und das Gemüt ist voller Gleichmut bis zum Bersten.

Vergangen sind des Glückes reiche Kindertage
Vergangen ist die gar nicht mal so wilde Jugend.
Erinnerungen werden trübe, schmelzen und verbleichen.

Was bleibt ist Alltag und die ungehörte Klage,
Der Schmutz der Medien, der Kirche falsche Tugend
Und eine warme Leiche unter gleichen warmen Leichen.



geschrieben von: lizard

Wünschelrute [9mm]

Schläft ein [Tod] in allen Dingen,
Die da [leben] fort und fort,
Und die Welt hebt an zu [sterben],
Triffst du nur das Zauber[kopf].



geschrieben von: lizard

Wortmord

warten
Augen schließen
Menschen zuhören, die mir
größtenteils
bestenfalls
gleichgültig sind
Worte unterdrücken
zerschlagen
zerreißen
erwürgen
Freundlichkeit erzwingen
nicht zu viel, gerade genug
Nur selten entrinnt ein Wort dem Massacker.



geschrieben von: lizard

zu schlecht



geschrieben von: lizard

Herzlich willkommen in "Die Medien"



Unser heutiges Tagesmenü:


Vorspeise:
- leichter Minderheitensalat.

Hauptgericht wahlweise:
- däftige Nazis, garniert mit Kampfhunden
- Pädophile in Satanistensoße

Dessert wahlweise:
- Jugendliche Computerspieler, gespickt mit Amokläufern
- Homosexuelle Drogenabhängige



Guten Appetit!



geschrieben von: lizard

In manchen stillen Augenblicken
Seh' ich mich mit Entsetzen um
Seh' Schmerz und Leid die Welt ersticken
Und schaudernd frag' ich mich: Warum?



geschrieben von: lizard

Alltagsrap

Der Alltag
Jeden Tag
Eng wie ein Sarg
Ich mag
Weder aufstehen
Sehen, gehen, verstehen, erstehen, gestehen
Noch ins Bett gehen
Vergehen begehen
Um Begnadigung flehen
Jahrzehnte vergehen
Und rauhe Winde wehen
Dort, wo mittags Sterne stehen
Herrscht Polartag
Den die Zeit macht
Zur Polarnacht
Doch die Allmacht
Die den Traum brach
Lässt den Geist brach

Und heißt Alltag



geschrieben von: lizard

Gedichte schreiben heißt
Mit wenig Worten
Viel sagen.



geschrieben von: lizard

Wortfluss

Bindend stark, gleich Ankerseilen,
Sanft, um ja nicht zu verletzen
Fließen Worte in die Zeilen
Um die Liebe einzunetzen.

Scharf, um Wunden auszuteilen,
Feucht, um Tränen zu ersetzen
Fließen Worte in die Zeilen
Wenn die Liebe ist in Fetzen.



geschrieben von: lizard

Mit den schwarzen Fingern eurer Seelen
Würgt ihr die Gegenwart, um die Zukunft abzutreiben.
Der Himmel weint sein Lied und ist nichts.
Euer Glaube versetzt Berge, die die Welt gestützt hatten.
Ihr seid endlich.
Doch ich bin bodenlos.



geschrieben von: lizard

#5

So wenig fehlt uns doch zum Glücklich Sein:
Ein treuer Partner, ein-zwei Kinderlein,
Ein Haus aus Stroh, aus Holz oder aus Stein,
Für Manche darf es noch ein schönes Auto sein.

Doch hat man scheinbar alles Glück der Welt
Bemerkt man langsam, dass noch immer etwas fehlt.
So rennt man denn sein Leben lang dem Glücke hinterher,
Man altert, wird zerbrechlich, kann nicht mehr.

Dann schaut man sich nach hinten um und sieht,
So viel des Glückes man auch noch gekostet hat
Man war doch stetig unglücklich dabei.

Das Glück sich stets dem Glücklichen entzieht
Erkenne Mensch: an Glück zu glauben ist ein Selbstverrat.
Erkenntnis schmerzt, drum weine, klage, SCHREI!



geschrieben von: lizard

Gestrandet im Lande der Dichter und Denker
Vor Kälte erbebend, ein Schaf in der Herde
So leidest du lebend, vergehst noch im Werden
Gestraft von der Bande der Richter und Henker.



geschrieben von: lizard

Wortfluss II

Worte, Worte, Sinneinheiten,
Schritte in der Sprache Tanz,
Redend still sie mich begleiten,
Flechten meines Lebens Kranz.

Wie ein Künstler vor der Leinwand
Steh' ich vor dem Blatt Papier,
Bin der Teufel, bin der Heiland;
Nichts und alles bin ich hier.

So auch Du, der diese Zeilen
Liest, die ich so sorglos schrieb,
Wisse: Worte sind wie Keile,
Die ich in Dein Bewusstsein trieb.



geschrieben von: lizard

Wo die Liebe hinfällt, liegen bald Scherben.
Wir tragen unsere Eitelkeit wie die Nadelbäume ihre spitzen Bemerkungen
Und wundern uns, wieso mit uns als Zentrum der Welt
Stets eine Unwucht entsteht,
Die uns jedes Mal aufs Neue ins Tränenmeer schleudert
Gleich einer alten, schlotternden Waschmaschine.



geschrieben von: lizard

#6 (Unvergebung)

Wen des Nächtens immer wieder
Sanft die schwarze Trauer küsst,
Jener regt dann Geist und Glieder,
Gleichwohl er doch schlafen müsst'.

Blinzelnd wendet er sich dann
Müd' zum fahlen Lichte hin.
Liebe, die wie Blut gerann
Kommt ihm wieder in den Sinn.

"Vergebens", denkt er dann bei sich,
"Was gescheh'n ist, ist geschehen."
Doch im Geiste sieht er Dich,
Will kniehend um Vergebung flehen.

Schweigend sitzt er eine Weile
Und starrt gebannt auf diese Zeilen.



geschrieben von: lizard

"Bin ich zu oft unglücklich?
Oder zu selten glücklich?"
Welche Farbe hat die Leinwand?
Die Jahre ziehen dahin wie Landstreicher.
Wir treiben unserem Tod entgegen wie Bläschen in einem Sektglas;
Schön der Reihe nach, niemals zusammen.
Und das Schlimmste ist die Ungewissheit.



geschrieben von: lizard

Grau und Grün dominieren.
Der Tag weint bitterlich.
Meine Gedanken sind bei Dir und warm.



geschrieben von: lizard

Liebe, Stolz und Heiterkeit,
Glück und Freude weit und breit!
Zuckerwattewolken fliegen,
Unter ihnen Menschen liegen.
Weicher, herrlich grüner Rasen,
Sommerdüfte in der Nase...

Müde graue Augen tasten über diese Szene,
Ziehen sie hinein in kalte Quarantäne.
Träufeln sie verzweifelt auf die Asche meiner Seele;
Vergebens hoffend, dass die letzte Glut mich nicht mehr länger quäle.



geschrieben von: lizard

Mein Herzschlag teilt die Stille in Sekunden.
Gedanken schwappen warm duftend im Bewusstsein.
Sie sind hellbraun und glänzend wie Deine Augen und machen mich trunken.
Ich sehe aus dem Fenster
Und gebe dem Sonnenaufgang Deinen Namen.



geschrieben von: lizard

#7

Zehntausend Dichter schrieben eine Million Gedichte
Und priesen immer wieder neu die Schönheit ihrer Liebsten.
Geschrieben, vorgetragen und vergessen; dabei bliebs denn.
Nur viel zu wenige Gedichte wurden je Geschichte.

Auch ich bin nurmehr eine der zehntausend Kröten,
Zu laut und hässlich schrill ist mein verliebtes Quaken.
Ich reime, streiche und ersetze liegend in den Laken.
Und schaue blicklos aus dem Fenster in die Morgenröte.

Es ist Dein zartes Antlitz, das ich vor mir sehe:
Du lächelst und die Welt steht still; und Universen wanken.
Dein Blick lässt ganze Ewigkeiten beben.

Er lässt mich wortlos und verzweifelt zu Fortuna flehen:
"Lass dieses hier Geschichte sein, in Büchern und Gedanken!"
Denn Deine Augen sind der Sinn von Ewigkeit und Leben.



geschrieben von: lizard

"Anerkannt"
Und "Ausgebrannt"
Gehen meistens Hand in Hand.



geschrieben von: lizard

#8 (Belated Answer)

Shall I compare you to a winter's night?
Perturbed by comets of your self-inflicted scars,
The pallor of your skin defies the moon's own light;
The sparkling of your eyes does match the brightest stars.

And never has there been a night so cold
As the complexion of your lovely face:
Yet young and still so infinite and old.
You are an angel, fallen deep from Heaven's grace!

And as the night shall part to bear another day
So well you know: your time is but a lease.
Your velvet grip around my soul shall only stay
Till both of us fall down to time and cease.

As summer's days and winter's nights take turns
So human beings come and part; not one returns.



geschrieben von: lizard

Alle Dämme brechen wie Eierschalen.
Das Leben, verhasst wie nie zuvor, gerinnt blutrot.
Eskapismus versagt und wird in einem namenlosen Grab beigesetzt.
Wut und Trauer sind nur Worte.
Hoffnung ist vielzitiert und überspannt den Lebensbogen gewaltig.
Die Welt fällt um, die Augen stürzen ein; auch ein Zitat.
Es ist wieder Zeit für Ehrlichkeit.



geschrieben von: lizard

#9

Jeder fragt sich manchmal stumm
Was der Sinn des Lebens ist.
Mancher fragt sich dann, warum
Er den Seinigen vermisst.

Viele suchen dumm und stur,
Bis sie einen Sinn gefunden.
Wenige verstehen nur:
Sinn und Sein sind nicht verbunden.

Ob nun richtig oder nicht;
Jedes Wort den Sinn gewinnt,
Wenn es jemand liest und spricht.
Dann erst aller Sinn beginnt!

Sinnlos ist das Buch des Lebens,
Denn die Suche nach dem Leser ist vergebens.



geschrieben von: lizard

Trip

Wolkenwirbel taumeln singend
Durch verzerrte Wirklichkeit.
Bunte Formen fliegen klingend,
Götterfunken als Geleit.

Hier und Jetzt sind zart und flüchtig;
Zukunft und Vergangenheit
Tanzen wild, verstört und süchtig
Auf dem Glanzparkett der Zeit.

Stille ist nur ein Gedanke,
Worte, Gesten gelten nicht.
Sehen, fühlen ohne Schranke
Bis das Dasein springt und bricht!



geschrieben von: lizard

Wenn morgen die Erde im Chaos versinkt
Und das Rinnsal des Lebens zu Felsen gerinnt;
Wenn alles und jeder im Nichsein ertrinkt
Und für immer das ewige Dunkel beginnt,

Dann werden die letzten Gedanken der Seelen
Die müde und dumm ihre Mitseelen quälen
Zu einer verderbten, verschlingenden Flamme
Geebnet die Wälle; gebrochen die Damme.

Die menschliche Wirklichkeitsflamme wird lodern,
Im Inner'n den göttlichen Funken zu schmieden.
Auch wenn ihre Körper zu Asche vermodern,
So finden die Seelen am Ende der Ewigkeit Frieden.



geschrieben von: lizard

außen:
Frische, polarisierte Vorgewitterluft
Quellcode und Mineralwasser
innen:
Braune Augen
Wut und Trauer

wann kommt der verdammte Laster...



geschrieben von: lizard

Dualismus

Es lebte einst ein kleiner Geist
In einem Körper, wie zumeist.
Er lenkte diesen dumm und dreist
Und ist so durch die Welt gereist.

Der Körper merkte eines Tages,
Dass er vom Geist herumgetrieben.
An seinem kleinen Dämon lag es,
Dass Meilen hinter ihnen blieben.

So reckte sich der Körper und
Vertrieb den blinden Passagier.
Er fühlte sich sogleich gesund
Und geil und hungrig wie ein Tier.

Der Geist jedoch, bar jeder Hülle
Verkümmerte und starb zuletzt.
Gedanken, Wünsche und Gefühle
wurden unsanft freigesetzt.

Sie schwebten formlos durch den Äther;
Durchdrangen Raum und suchten ihn.
Ergriffen wortlos den Verräter,
Zwangen ihn, sich hinzuknieh'n...

Man fand den toten Körper später,
Doch niemand fand den Attentäter.



geschrieben von: lizard

Freude schöner Götterfunken;
Draußen wird am Bau geschweißt.
Morgenzeitung: "Kind ertrunken.
Wirtschaftslage. Zug entgleist."

Weg zur Arbeit, Stau im Regen,
Popmusik im Radio.
Kaffee wäre jetzt ein Segen
Nirgendwann im Nirgendwo.

Leichenblasse Neonröhren,
Pflanzen, Tische und Papier.
Mittags Tee, Salat mit Möhren,
Ab und an ein totes Tier.

Finger huschen über Tasten,
Augen suchen, finden Sinn.
Aufrecht, Rücken nicht belasten.
Raus die Brust und hoch das Kinn!

Heimweg, Dunkelheit und Kälte,
Gierig schielt das Abblendlicht.
Wenn es nur den Weg erhellte;
macht es aber leider nicht.

Stollen, Glühwein, Kerzenschimmer,
Weihnachtslieder, "Stimm' doch ein!"
Weinend sündigen, denn schlimmer
Kann die Hölle nicht mehr sein.



geschrieben von: lizard

Twinkle twinkle little pain,
All your efforts are in vain.
Let the other poets lie;
I'll survive the day you die.



geschrieben von: lizard

Weiß und fein wie Puderzucker fiel der Schnee aufs Land.
Eisiges Versprechen trug er in der kalten Hand.
Schwarze Krähen kreisten, setzten sich auf uns hernieder,
Fraßen Tote und Verletzte, Augen, Leib und Glieder.
Weiß und kalt sind die Gebeine, die von uns geblieben.
Schwarz die Trauer, heiß die Tränen derer die wir lieben.
Unser Leben sie beweinen, singen Totenlieder.



geschrieben von: lizard

Man sagt, wer niemals traurig war,
Weiß sein eigenes Glück nicht zu schätzen.
Was aber, wenn man die Farben umkehrt?
Dese Zeilen, geschrieben von einer warmen Hand,
Sind ihr eigener Beweis.

qed



geschrieben von: lizard

Yea, so I'm a fucking poet
Fucking suffering along.
To my fucking past I owe it;
All is well; don't get me wrong.

Broken war crime victims crying,
Fleeing from where they belong;
Rockets flying, children dying
When the strong can do no wrong.

Heroin-addicted models
Wearing nothing but a thong;
Superficial pop sensations
Singing shallow, stupid songs.

Pain-addicted fucking poets
Writing poems all day long.



geschrieben von: lizard

Eulogy

The one who's buried in this place
Had not a name and not a face,
Had not a child and not a wife
And still lived quite a happy life.

For his great role in god's own plan
Was to observe the pains of men,
To see the irony in life,
To feel the joy in humans' strife.

And when he took his final breath
He used the air to laugh at death,
To feel his body turn to dust
As all and everybody must.

Here lies the one, whose secret name
Was writ in water all the same.



geschrieben von: lizard

Warum sind Seelen so zerbrechlich?
Es reicht ein zarter Todeshauch
Und alle Welt ist nebensächlich,
Und alles Streben Schall und Rauch.

Warum ist Zeit das Maß der Dinge?
Der Zeiger Schritt reißt alles mit.
Auch jener, der gern anders ginge
Muss mit, im gleichen Schritt und Tritt.

Warum ist Liebe so vergänglich?
Ein zartes Pflänzchen, das da steht.
So klein und schön, doch unzulänglich,
Zertrampelt oder weggeweht.



geschrieben von: lizard

Dies ist ein Naturgedicht.
Die Weltbevölkerung schwillt auf über acht Milliarden Menschen.
Wenn Leid messbar wäre, würde es alle Skalen sprengen.
Dein Schmerz ist nur ein Tropfen im Weltmeer.
Trink.



geschrieben von: lizard

Spüre kaum noch meine Glieder,
Sehe kaum noch Sonnenlicht.
Neben mir kniet jemand nieder,
Sein Gesicht ist mir zuwider.

"Na, wie geht es uns denn heute?"
Dieser jemand zu mir spricht.
Ihn und mich umkreisen Leute,
Starren, wittern fette Beute.

Was auch immer ich jetzt sage
Kümmert diesen jemand nicht.
Jedes Flehen, jede Klage
Wird nicht bessern meine Lage.

Frage ihn nach meinen Sachen,
Sehe ihm in sein Gesicht.
Höre ihn nur schallend lachen.
Will mich wehren, kann nichts machen.

"...man fand die Leiche gegen neunzehn Uhr..."
"...bislang fehlt von den Tätern jede Spur..."



geschrieben von: lizard

Wortfluss III

Und wieder füllen Worte Zeilen,
Um Wortschmerzblüten zu entfalten.
Sie fließen, ohne zu verweilen;
Ihr Fluss ist kaum noch aufzuhalten.

Die wankenden Gestalten walten
Um alte Wunden auszuheilen.
Sie suchen, meinen Schmerz zu spalten
Mit ihren spitzen Sinneskeilen.

Wie ein armer Krüppel kauernd
Spiele ich mit meinen Worten.
Meinen Anblick stumm bedauernd
Schließt Fortuna ihre Pforten.

Und so sitze ich im Wasser,
Werd' nicht glücklich, nur noch nasser.



geschrieben von: lizard

Wie eine kalte, harte Fläche; wie ein Spiegel,
So teilt das Schweigen meine Seele von der Deinen.
Liebe ist die Tür, das Schloss, der Riegel und das Siegel,
Aufgewickelt und verschlossen bleiben meine Leinen.

Sie wären gern die Ankerseile, die uns binden,
Doch würdest Du an mich gebunden keine Ruhe finden.
So faulen sie, verstaubt, geschunden und zerschlissen.
Und weil ich dich so liebe, sollst du es niemals wissen.



geschrieben von: lizard

Twinkle twinkle little rhyme,
Sweet and steady little chime,
Silver bells from golden skies,
Heaven's voice which never lies.

Twinkle twinkle little tears.
All my sadness and my fears
Pour through lonely, shattered eyes,
Led outside by ragged sighs.

Twinkle twinkle little pain,
Steady river from my vein.
Like a pretty crimson cry,
Bloody tears that never lie.



geschrieben von: lizard

code:
1 void Human::life() 2 { 3 int bday = getBorn(const Human* mom, const Human* dad = NULL); 4 while(bday < 60 + rand() % 30) 5 celebrate(bday++); 6 delete this; 7 }




geschrieben von: lizard

Gott lebt in einer Welt, wo keine Kinder sterben.
Ein Baum steht einsam, eine Trauerweide.
Der Morgen hüllt die Welt in Nebelseide
Und müde regen sich im Hochhausgrabe Goethes Erben.

Sie stehen, gehen, tanzen zu dem alten Liede,
Sie steigen auf den Zug zu bess'ren Zeiten.
Sei noch so schön die Fahrt, sie führt doch in den Abgrund.

Wo ist das Leben; ist es schön, zu lieben?
Warum stirbt jeder Gott alleine?
Ach, hörte ich doch nur die Melodie der Sphären,
So würde ich die Zeit zu einer Kugel flechten
Und Blitz und Donner folgten auf den Regen...



geschrieben von: lizard

Das weiße Lied erklingt wie immer blind,
Doch braucht der Alltagsgott es nur zu hören
Schon weht in seinem Geist der Lebenswind
Um zarte Hoffnungstriebe zu beschwören.

Sie wachsen, recken sich dem Glück entgegen,
Genährt vom Zeitfluss, durch die Wolken ragend!
Und sollte sich der Lebenswind nicht legen,
So glauben sie, sie werden Früchte tragen.

Doch wird der Wind zum Sturm, der Fluss zur Flut,
Die alles mit sich reißt und so zerbrechen
Die dürren Halme, treiben abwärts, Wut
Und Trauer ob gebrochener Versprechen

Sind der Schaum, der auf dem Wasser treibt.
Das Leben geht, nur altes Treibgut bleibt.



geschrieben von: lizard

Die Sonne blutet Licht in Deine Augen,
Die süß und sanft Verehrung aus mir saugen.
Und wäre einst die Welt nicht ausgeblutet,
So hätte ich dich längst mit Liebe überflutet.

Doch hängt mein Leben fest an einem Anker,
Ich halte still und sieche wie ein Kranker
Und mögen deine Augen noch so sehr mich ziehen,
So hält der Anker und ich will und kann nicht fliehen.



geschrieben von: lizard

Golden blitzt der Morgentau im hohen Grase,
Weich und saftig grün hängt Moos am alten Stamm.
In dem klaren Teich steigt ruhig eine Blase,
Dort, wo Biber bauten ihren Heimatdamm.

Eine morsche Hütte lehnt sich an die Zeder,
Die schon hundert Winter trotzend überstand.
Und wie eine große weiße Daunenfeder
Zieht der Nebel leise schleichend übers Land.

Diese stille Welt mit allen ihren Gaben
Einen kleinen, flachen Hügel zart umgibt.
Unter diesem Hügel liegt begraben
Eine Menschenseele, die ich einst geliebt.

Und werde einst auch ich unter der Erde liegen,
So werden Vögel über meinen Hügel fliegen.



geschrieben von: lizard

His face is of skulls
And his mind is of ashes.

The bloody wind blows
To reign over silence.

And rotting hope nourishes
Velvet despair.

Bodies lying row by row
In the shadow of Crow.





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