[Brandrodung] - German Gothic Board

German Gothic Board

sinistre Kultur
Gothic Forum & Gothic Chat
auf dem Portal von Nachtwelten

German Gothic Board Chat Gothic 500 - Topliste by nachtwelten

Nachtwelten | Gothic Board | Gothic Chat | Boardarchive





Seiten:1



Brandrodung

(Klicke hier, um das Thema mit vollen Farben / Abbildungen zu betrachten)



geschrieben von: lizard

Kritik der Wortschmerzblüten bitte hierher.



geschrieben von: Carcas999

Hallo lizard,

es gefällt was du schreibst. Ich finde schön, dass du nicht zwanghaft alles in ein unschönes Reimschema presst. Vor allem das letzte ist toll, das mit dem bodenlos. Starkes Bild.

Liebe Grüße und eine gute Nacht
die Carcas



geschrieben von: lizard

ein teil des "handwerks" ist es, das reimschema nicht "unschön" wirken zu lassen. außerdem sind versmaß und reimschema nichts weiteres als stilmittel; man kann sie nutzen, man kann es lassen. was wirklich zählt... naja, siehe signatur.



geschrieben von: Gabriel Bell

Hast mich da in eine gute Sammlung eingeladen...hat Freude gemacht zu lesen. Ein guter Umgang mit dem, was die Sprache zu bieten hat. Die Speisekarte war...wie soll ich sagen...faszinierend. Ich denke ich pack auch mal noch ein bis zwei satirische Teile aus ^^



geschrieben von: Andras

Huhu
sind wirklich schöne Sachen dabei.
Mein liebstes habe ich mir heraus gepickt:

In manchen stillen Augenblicken
Seh' ich mich mit Entsetzen um
Seh' Schmerz und Leid die Welt ersticken
Und schaudernd frag' ich mich: Warum?


Ich kann nicht sagen , was es ist. Aber "es" ist perfekt. Im Grunde schreibt so etwas jeder ... aber dies hier ist dennoch anders. . . Es hat einfach was - ich liebe es^^
tut mir leid ~ ich könnte noch Seiten zu diesem Gedicht füllen, lohnt sich aber nicht.

LG Andras



geschrieben von: Demon17

Alo ich finde endlich mal die Zeit in Deinen Wortschmerzblüten zu stöbern und was sehe ich da? Eine ganze Reihe genialer Gedichte voller Ironie und Humor auf hohem lyrischn Niveau. Ich bin echt begeistert von dem hier:

Zitat:
Gestrandet im Lande der Dichter und Denker
Vor Kälte erbebend, ein Schaf in der Herde
So leidest du lebend, vergehst noch im Werden
Gestraft von der Bande der Richter und Henker.




Umfassender Reim mit Binnenreim im gleichen Schema und und dann noch Daktylus. Von der zutreffenden poientierten Aussage mal ganz abgesehen. Ich habe zur zeit wenig Muße, aber Dein Thread wird erstmal abonniert lizard.

Liebe Grüße

demon17



geschrieben von: lizard

vielen dank. ich bin schon sehr lange von deinem garten angetan und deine aufmerksamkeit ehrt mich.



geschrieben von: Demon17

Geiler Trip lizard. Reimschema und Versmaß passt. Ich muss nur noch rausfinden worum es eigentlich geht. Also nach dem zweiten Lesen vermute ich ja stark, das das Lyrische Ich sich in einer berauschten euphorischen Phase befindet und im überschwang der gefühle diese zeilen verfasst. Also ich wünsche Dir noch viele solche Trips.

Liebe Grüße

demon17:)



geschrieben von: Sneaky

Hallo Lizard,

Ich musste schon bei der ersten Zeile der"belated answer" breit grinsen, da wusste ich schon an wen diese verspätete Antwort geht.

Bei einem Sonett suche ich zunächst erst mal danach, wie klingt das? Ist Wortfluss da, gibt’s Rhythmusbrüche. Da gefällt mir deins schon mal ausgezeichnet. In Puncto Grammatikfehler bin ich mir unsicher, ich bin ja kein Muttersprachler in Englisch. Aber die eine oder andere Stelle sieht mir verdächtig aus.

Da ist das „fallen deep. ME müsste das fallen deeply sein? Auf jeden Fall riecht diese Satz konstruktion leicht nach Deutsch-Englisch, also ein deutscher Satz, der eins zu eins ins Englische übertragen wurde.

Deine Verwendung von cease ist mir auch suspekt. Zumindest fehlt mir da das „to be“ das ist doch das, was du sagen wolltest? Aufhören zu sein?

Auch bei „part“ fehlt was. I part heißt schlicht ich teile. Da hast du des Reims wegen das Objekt unterschlagen. Depart wäre abreisen, aber das verhaut den Rhythmus.

Das Schlusscouplet dann passt zwar zum Titel und der Absicht des Vergleichs, aber take turns heißt sich abwechseln. Sry, das geht nicht auf für mich, Sommertag und Winternacht wechseln sich nicht ab.

Die „thees“ and thous sind etwas deplaziert, ich weiß in den Shakespeare-Sonetten wimmelts von denen. Die sind beim Aufpolieren drin gelassen worden, aber echtes Elisabethanisches Englisch sieht völig anders aus. Uns setzt man in den Anthologien die Versionen vor, die von Anglizisten so aufgearbeitet wurden, dass wir sie lesen können.

Wenn ich in einem deutschen Text z.B. Thür und Thor eben noch mit th schreiben würde, wärs deswegen auch kein Mittelhochdeutsch. Deshalb mag ich die Dinger prinzipiell nicht sehr, aber das ist reine Geschmackssache.

Dann ist natürlich noch die Sache mit dem Pentameter. Da variierst du einigemale, manche Sätze sind sechshebig.

Last but not least: Auch wenn das nach einer Riesenlatte von Gemecker aussieht, das Gedicht hat mir gefallen und die Idee ist wirklich witzig.

Gruß

Sneaky



geschrieben von: lizard

vielen vielen dank für deine kritik. es ehrt und freut mich, dass du dir die zeit dazu genommen hast. ich werde mir ebenfalls die zeit nehmen, im einzelnen darauf einzugehen.

Zitat:
Original geschrieben von Sneaky

Da ist das „fallen deep. ME müsste das fallen deeply sein? Auf jeden Fall riecht diese Satz konstruktion leicht nach Deutsch-Englisch, also ein deutscher Satz, der eins zu eins ins Englische übertragen wurde.


"flying high", "riding rough", "playing fair" etc. das hat schon alles seine richtigkeit und den ausdruck "to fall deep" gibt es im englischen auch.
Zitat:

Deine Verwendung von cease ist mir auch suspekt. Zumindest fehlt mir da das „to be“ das ist doch das, was du sagen wolltest? Aufhören zu sein?


"to cease" bedeutet unter anderem aufhören, erlöschen, enden. es ist etwas holprig, wie auch im deutschen, dies ist aber nicht unbeabsichtigt.
Zitat:

Auch bei „part“ fehlt was. I part heißt schlicht ich teile. Da hast du des Reims wegen das Objekt unterschlagen. Depart wäre abreisen, aber das verhaut den Rhythmus.


du verwechselst "to part" und "to part sth." ersteres heißt eben nicht "teilen", sondern "scheiden" oder "sich trennen". insofern glaube ich, dass es an der stelle ebenfalls vertretbar ist.
Zitat:

Das Schlusscouplet dann passt zwar zum Titel und der Absicht des Vergleichs, aber take turns heißt sich abwechseln. Sry, das geht nicht auf für mich, Sommertag und Winternacht wechseln sich nicht ab.


tun sie nicht? dies ist vielleicht eine philosophische frage. entgegen meiner gewohnheit möchte ich dir hier eine interpretationsmöglichkeit nahe legen: sommertage und winternächte sind in diesem zusammenhang eher ein bild/eine metapher für schöne, glückliche und unglückliche zeiten im leben, das allgegenwärtige yin-yang, wenn du so willst.
Zitat:

Die „thees“ and thous sind etwas deplaziert, ich weiß in den Shakespeare-Sonetten wimmelts von denen. Die sind beim Aufpolieren drin gelassen worden, aber echtes Elisabethanisches Englisch sieht völig anders aus. Uns setzt man in den Anthologien die Versionen vor, die von Anglizisten so aufgearbeitet wurden, dass wir sie lesen können.

Wenn ich in einem deutschen Text z.B. Thür und Thor eben noch mit th schreiben würde, wärs deswegen auch kein Mittelhochdeutsch. Deshalb mag ich die Dinger prinzipiell nicht sehr, aber das ist reine Geschmackssache.


so lange ist mein englisch-LK noch nicht her und shakespeare haben wir damals (zu meinem unmut) rauf und runter gelesen. ich bin mir relativ sicher, dass das gedicht in der damaligen zeit zumindest verständlich, wenn auch anachronistisch gewesen wäre. ich habe mich aber entschieden, es zu ändern. es ist widersinnig, den damaligen stil zu parodieren, gerade wenn man den unterschied zwischen damals und heute hervorheben will.
im übrigen ist "belated answer" für mich persönlich ein zweideutiger titel: das gedicht entstand spontan, als ich an meine schulzeit gedacht habe. damals habe ich eines tages meine abneigung gegen shakespeare und seine sonette geäußert, worauf hin meine lehrerin meinte, ich solle doch erstmal selber ein sonett schreiben. leider ist damals eben dieses gedicht in der ersten strophe erstickt und ich habe statt dessen etwas lustiges und zynisches geschrieben. nun habe ich die damalige schuld beglichen.

Zitat:

Dann ist natürlich noch die Sache mit dem Pentameter. Da variierst du einigemale, manche Sätze sind sechshebig.


touché. ich neige oft dazu, das versmaß zu vergewaltigen, wenn der inhalt es mmn rechtfertigt.
Zitat:

Last but not least: Auch wenn das nach einer Riesenlatte von Gemecker aussieht, das Gedicht hat mir gefallen und die Idee ist wirklich witzig.

Gruß

Sneaky



es freut mich sehr, dass es dir gefallen hat. ich bin ein großer fan deines gartens und fühle mich, wie auch bei daemon sehr geehrt.



geschrieben von: rosenkind

Zitat:
Freude schöner Götterfunken;
Draußen wird am Bau geschweißt.
...


genial! Es ist so schön ironisch. ich mag es und wenn man es sich auch noch gesunden vorstellt. Danke, du hast mir das Lachen ins Gesicht gezaubert :D



geschrieben von: lizard

wieso sagen mir alle, dass meine gedichte lustig und ironisch sind? kein einziges davon war dazu bestimmt, das publikum zu erheitern. ist mein leben so ein großer witz? vielleicht sollte ich eine karriere als alleinunterhalter anstreben und allen davon erzählen, dass ich mich nicht entscheiden kann, ob einsamkeit leichter zu ertragen ist als weltschmerz. werd bestimmt der nächste dieter nuhr.

ANYWAY! vielen dank für deinen kommentar und die widmung in deinem gedicht. es ist immer wieder unglaublich schön, gelesen zu werden, auch wenn man nicht ganz verstanden wird.



geschrieben von: Sneaky

Hallo lizard,

ich war mal wieder stöbern bei dir und habe gleich drei sehr gute neue Gedichte gefunden.

Glott lebt....
Das weiße Lied...
Golden blitzt...

Allen gemeinsam ist ein "Baumbild" das mal mehr, mal weniger deutlich in Erscheinung tritt, ebenso Wasser, Wind, Nebel. Von den vier Elementen (wenn ich den Baum für Erde nehme) fehlt nur das Feuer. In allen Texten ist ein "Verlustgefühl" das Thema zweimal kommt ein zerstörerisches Element hinein. "Blitz und Donner werden gewünscht, bzw. vorhergesehen. Nichts bleibt, außer "Treibgut".

Golden blitzt klingt etwas versöhnlicher, Naturromantik wird geboten, aber diese Naturromantik ist die Mauer um ein Grab. Das
LI wird auch mal unter einem Hügel sein und Vögel werden drüberfliegen. Das klingt versöhnlicher als es wohl ist. Es wird niemand mehr da sein, und ob die Vögel einem flachen Hügel im Flug bemerken?

Für mich greifen die drei Texte ineinander, vermitteln Gefühl und "kitschen" nicht.

Bei "Golden blitzt" sind mir allerdings zwei Formulierungen suspekt. "Wasserteich" Teich ist Wasser oder? kleiner flacher Hügel hat für mich auch einen gedoppelten Hauch. Dazu kommt die Inversion von einen Hügel ...umgibt.

Gerne gelesen

Gruß

Sneaky



geschrieben von: lizard

Vielen Dank für Deinen Kommentar. Ich freue mich immer, wenn eine der "Größen" an meinen kleinen Blümchen schnuppert.
Das Natur und Elemente-Thema hat sich mehr oder minder zufällig in meine Gedichte geschlichen. Ich stehe in letzter Zeit oft unnötig früh auf und habe so das Privileg, einen stillen, nebeligen Sonnenaufgang zu genießen. Wahrscheinlich hat dieses Gefühl der RUHE darin seinen Ursprung.
Die "Zusammengehörigkeit" der drei mag im Übrigen auch am ähnlichen Versmaß und Reimschema liegen.

P.S.: den Teich hab ich gerade gerückt. Ein Hügel kann jedoch klein, aber steil oder auch groß und flach sein ;)



geschrieben von: Anti87

Kann mich den Vorrednern nur anschließen, sehr schöne Werke! :)
Vor allem das Mischen von romantisch anmutender Lyrik und profaner Realität gefällt mir.
Ebenso, dass du nicht stur bei einer Art von Lyrik bleibst, sondern auch variierst in der Ausdrucksform, was mir selbst auch sehr wichtig ist.

Freude schöner Götterfunken;
Draußen wird am Bau geschweißt.

Ich kann dazu kaum was sagen/schreiben, ohne Grinsen zu müssen.
Ein zweizeiliger Lachgarant der besten Sorte.^^
Wenn ich etwas mehr Zeit habe, les ich mir in Ruhe nochmal alle Einzelwerke durch, aber jetzt will gekocht werden...
Ich werde bald wieder in deinem Garten lustwandeln. :)



geschrieben von: Nathiel

Nun, ich erstelle Antworten hin und wieder, heute eine Morgen, vielleicht auch wieder.

Ich muss anfangen irgendwo und nach ein paar Zeilen, so empfinde ich, bist du einer dieser Schreiber, Lyriker, und Weltendiebe, dessen Zeilen mir schon eher zusagen als meine eigenen.. vielelicht nur hin und wieder, aber das sagt ja eigentlich alles.

Der "Wortmord", hat mir zugesat, in seiner Kürze - killt er einfach alles, weil es meine Lieblingsform ist ^^

_____________

"Mit den schwarzen Fingern eurer Seelen
Würgt ihr die Gegenwart, um die Zukunft abzutreiben.
Der Himmel weint sein Lied und ist nichts.
Euer Glaube versetzt Berge, die die Welt gestützt hatten.
Ihr seid endlich.
Doch ich bin bodenlos."

Alles verschlingendes Nichts, und sowieso, die Universen um einen herum entstehen und werden zerstört. Die Welt im hier ist nur einen Sprung vor der Innovation entfernt und damit der Vernichtung.
Sogleich ist das Verhalten des Menschen, sich neu zu erfinden und sein altes Ich zu zerstören, zu zerkleiner, es zerreiben bist es sich in Staub auflöst und im Jetzt dann doch verschwimmt.

Deine Worte klingen sehr nach der Theorie des " Ich denke - also bin Ich "

Oder auch, wenn ich nicht bin - sind die Welten um mich herum und in mir - nicht.

Obwohl.. ich gehe hier viel mit Eigen-Interpretation heran, morgen sieht das schon anders aus.

______

Und zum Schluss noch in der Kürze liegt die Würze, du hast wirklich knappe und bedenkliche Stücke, das ist immer wieder eine Freude, wenn man Abends wieder Lust zur sofortigen Idee Injektion hat, auch wenns im Endeffekt die Entstehung eines eigenen GEdankens ist.

Somit erstmal.. ich hoffe diese Worte waren einigermassen angenehm zu lesen.. könnte mich aber auch aus dem Fenster gelehnt haben.

Gruß zur Nacht.. jedenfalls ist es stockdunkel draussen.. und wunderschön Nachtblau.



geschrieben von: ArrogantNick

Ich sage eigentlich nie etwas zu den hiesigen Gedichten, da ich das Meiste gruselig finde. Aber das hier:

Zitat:
Gespeist von blauen Würmern in der Blässe
Ziehen Muskelschnecken dicke Taue,
Die sich durch Schlingen windend spannen.

Finger heben sich wie Häupter einer Hydra
Und stoßen zu, die Beute zu erdrücken;
Tasten klimpern wie zermalmte Knochen.

Worte reihen sich wie Körper in der Leichenhalle.
Der Gestank von Sinn liegt in der Luft.
Lächelnd lässt der Mörder die Gelenke knacken.


....das ist geil. Ich hätte allerdings noch eine Strophe drangehangen, es wirkt unfertig auf mich. Ich warte auf den (Wort)Mord.... irgendwie.

Mit bestem Gruß

....





vBulletin Copyright ©2000 - 2003, Jelsoft Enterprises Limited.
vB Easy Archive Final








eXTReMe Tracker