[Der Baader-Meinhof-Komplex] - German Gothic Board

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Der Baader-Meinhof-Komplex

(Klicke hier, um das Thema mit vollen Farben / Abbildungen zu betrachten)



geschrieben von: Trauerwesen

Das RAF-Standardwerk von Stefan Aust wurde verfilmt. Drehbuch und Produzent ist Bernd Eichinger und man wird Moritz Bleibtreu als Andreas Baader, Martina Gedeck als Ulrike Meinhof und Johanna Wokalek als Gudrun Ensslin bewundern dürfen. Bruno Ganz wird Horst Herold mimen.

Deutschlandstart wird der 25. September 2008 sein.

Zum Inhalt muss ich hoffentlich nicht viel sagen; es geht halt um die Anfänge der RAF bis zum deutschen Herbst.


Und da es noch gar nicht lange her ist, seit ich das Buch gelesen habe, frage ich mich ernsthaft, wie daraus ein anständiger Film entstehen soll.
Die Kurzbiographien wird man wohl rauslassen müssen, und ich kann mir nur einen populistischen Krimi vorstellen, der die Hälfte des Buches weglässt und komplexe Zusammenhänge außen vor lässt. Ich fänd es aber interessant, wie man Austs "Einladung zur Spekulation" visuell darstellt :D.
Ich schätze zwar Bruno Ganz und Martina Gedeck (spätestens seit Das Leben der Anderen), aber in den Rollen....:eek: . Und zu Bleibtreu sage ich mal gar nichts.
Davon abgesehen gehen mir die deutschen Geschichtsbewältigungsfilme momentan ziemlich auf den Zeiger.
Ich werde es mir mit Sicherheit ansehen, auch wenn es nur zum späteren Rumnörgeln dient.



geschrieben von: riomar

Bernd Eichinger ist nicht der schlechteste Produzent. Bleibt allerdings die Frage nach der Ausgewogenheit. Wahrscheinlich wird's ein ganz simpel gestrickter Film nach dem Motto "Vier gegen den Rest der Welt". Politische Motive (die man zumindest Ulrike Meinhof zubilligen darf) werden vermutlich ausgeklammert.
Ich bezweifle ernsthaft, dass man das ganze Thema in einem etwa zweistündigen Kinofilm unterbringen kann. Die politische Lage in Deutschland usw. darf man da meiner Meinung nach nicht weglassen. Und Filme über den Deutschen Herbst gibt's ja schon. Die Stammheim-Landshut-Geschichte muss Eichinger nicht noch einmal verfilmen.



geschrieben von: Trauerwesen

Der schlechteste Produzent ist er nicht. Aber die Kürze stört mich auch, das Thema ist zu komplex, und wenn schon Herold so hochkarätig besetzt wird, kann man sich den Schwerpunkt denken.

Die Tage kam Stammheim auf 3Sat. Das Drehbuch stammt ja auch von Aust, was spätestens bei "Frau Meinhof, sie haben mich so eben als Arschloch, als du Arschloch bezeichnet" klar war. In dem Film stand der Prozess im Mittelpunkt, Vorgeschichte wurde durch Dokumaterial (Festnahme von Baader, Meins) dargestellt. Das war schon soweit ok, wenn auch nicht wirklich interessant, sofern man über den Prozess Bescheid weiss.



geschrieben von: Black Rat

Zitat:
Die Tage kam Stammheim auf 3Sat. Das Drehbuch stammt ja auch von Aust, was spätestens bei "Frau Meinhof, sie haben mich so eben als Arschloch, als du Arschloch bezeichnet" klar war. In dem Film stand der Prozess im Mittelpunkt, Vorgeschichte wurde durch Dokumaterial (Festnahme von Baader, Meins) dargestellt. Das war schon soweit ok, wenn auch nicht wirklich interessant, sofern man über den Prozess Bescheid weiss.
Naja der Prozess gegen die RAF-Mitglieder war ja auch sehr langatmig. Der Film "Stammheim" orientierte sich ja auch sehr nahe am Buch. Also war der Film nicht wirklich überaschend.

Von der Verfilmung des Baader-Meinhoff-Komplexes erwarte ich deshalb das selbe Gefühl was ich auch teilweise beim lesen hatte: eher eine Art Krimi als eine historische Verarbeitung. Schon das Buch ist ja spannend geschrieben und es wird bestimmt auch im Film eher um den Populismus der Geschichte an sich gehen als um die ernsthafte Auseinandersetzung mit dem was da eigentlich passiert ist und wie sowas aus der damaligen Gesellschaft heraus entstehen konnte. Schließlich soll der Film auch bestimmt einiges einspielen.



geschrieben von: Trauerwesen

Habe heute den Trailer gesehen. So schlecht sieht es nicht aus, auch wenn es ein wenig nach Actionfilm ausschaut :D.
Und scheinbar gehen die wirklich auf alles ein; die Studentenprosteste/APO, die Bomben, die Morde, der Prozess ("Ich stelle fest, Sie haben mich soeben..."). Muss aber dann ja recht kurz sein, mal sehen, wie die die Schwerpunkte gesetzt haben. Denn das würde ja sonst für eine jeweils dreistündige Trilogie ("Die Studiumsgefährten", "Die zwei Junis", "Die Rückkehr der Justiz") reichen. Alleine Landshut würde ja einen ganzen Film füllen können.



geschrieben von: Black Scarlett

Werde mir den Film auf jeden Fall anschauen, meine Freundin ist ne alte 68er und ich weiss noch, wie überall in allen Banken und Sparkasse diese RAF Poster hingen mit Christian Klar, Jan-Karl Raspe, Meinhof, Baader und Co...

Hab den Trailer auch gesehen, sieht bisschen reisserisch aus aber man sollte sich das einfach mal anschauen...



geschrieben von: Trauerwesen

Ich glaube, als ich meinen ersten Stern überhaupt in der Hand hielt, war der Titel irgendwas mit RAF. Als kleines Kind war das natürlich total spannend.

Wie auch immer, ich werde langsam skeptisch. Der Film gehört zu den 5 Filmen, die für den Oscar ins Rennen gehen. Ok, dieser unheimlich dämliche und plakative Die Welle ist auch dabei, was wohl heissen soll, das muss eben nichts heissen (und ich fand Das Leben der Anderen soooo großartig). Einer von diesen 5 Filmen wird dann auf eine Nominierung hoffen, und dann the same procedure as already known.
Vielleicht hat er doch einen gewissen Tiefgang, ich werde ihn mir anschauen, zahle ja nichts :D. Bin ja eh zu neugierig, und wenigstens bekomme ich dann was zum Nörgeln.



geschrieben von: Black Rat

So ich war vor ein paar Tagen im Kino und habe da den Trailer gesehen vom Baader-Meinhof-Komplex Film. Sah recht vielversprechend aus nd wie mir scheint haben sie sich bei der Umsetzung sehr an das Buch von Stefan Aust gehalten.
Mal gucken, es gab ja schon Filme wo der Trailer gut war und der Film nachher total grottig. Aber vielleicht überrascht dieser Film und ist tatsächlich gut. Abwarten, ab 25.09. sind wir schlauer.



geschrieben von: Neurasthenio

Der Vollständigkeit halber - aus generellem Interesse an der Thematik - werde ich mir den Film wohl anschauen. Viel mehr als bei "Baader" erwarte ich allerdings nicht und der war, höflich ausgedrückt, ja um des dramtischen Effektes willen sehr kreativ interpretiert



geschrieben von: Trauerwesen

So, ich musste mich ja nun davon überzeugen, was sie raus gemacht haben, und immerhin hat es mich kein Geld gekostet.

Um es erstmal kurz zu machen: Der Film ist total SINNLOS!!!

Und zwar genau deswegen, wieso ich meine Zweifel hatte: Zusammenhänge fehlen, manche Sprünge sind viel zu schnell und man stelle sich einige Leute mit einem dicken Fragezeichen auf dem Kopf vor, vieles wird viel zu schnell abgearbeitet. Bis zur endgültigen festnahme braucht der Film eine Stunde, dann folgen die anderen 90 Minuten. Trotzdem: Wieso sie Beziehungen zur PLO haben (es wird nicht mal erwähnt, dass das die PLO ist, aber gut, das konnte man sich noch denken, es wurde angeschnitten, wow), wo der Name plötzlich herkommt, wieso hier der ermordet wurde, wieso dies, wieso das, und wer der Schleyer ist wird auch ziemlich verschleyert (den konnte ich mir jetzt nicht verkneifen). Die Namen Klar und Wisniewski fielen gar nicht, aber ich schätze mal, die liefen da auch so rum. Wo die ganzen Leute herkamen, wurde auch nicht erklärt.
Ich kann mir vorstellen, dass viele Kinogänger nun erstmal zu hause EXTREM-GOOGLEING TERROOOOOR!!!! (den auch nicht) betreiben.
Wer etwas über die Geschichte der RAF erfahren will, ist hier definitiv falsch aufgehoben. Anders als das jeweilige Buch. Ok, man weiss dann immerhin, dass einige Leute sterben, dass ein paar Bomben hochgingen und jemand namens Ponto erschossen wurde, toll!

Ja, dann gibt es eben noch diejenigen, die schon Bescheid wissen. Auch für die ist der Film total sinnlos, da langweilig und eben nicht wirklich was neues bringt. Und selbst da ist einiges sehr komisch, weil eben Dinge massiv ausgelassen worden sind.

So, achja, bevor ich es ganz vergesse: Die Darsteller waren allerdings gut bis sehr gut. Regietechnisch war der Film auch ok, aber das Drehbuch ist eine reine Katastrophe, was nun mal zur vollkommenen Sinnlosigkeit führt. Ich verstehe, dass manche Dinge weniger relevant sind, aber gerade die erste Stunde besteht aus hintereinandergereihten Szenen, bei denen man sich fragt, ob da nicht was fehlt.

Und dieser Film soll nun ins Oscarrennen gehen? Ich tippe nicht mal auf eine Nominierung, ohne die Konkurrenz zu kennen.



geschrieben von: hagzissa13

eigentlich wollte ich mir den Film anschauen... aber irgendwie verleidet mir Deine Filmkritik gerade diesen Film. Das ist bestimmt nicht böse gemeint, immerhin erspart mir das das Geld fürs Kino! :D

Ich habe gehört, der Film solle für die Oscars nominiert werden. Wenn der Inhalt so schrottig ist, werden wir damit dann ws keinen Blumentopf gewinnen - Hollywood steht eh eher auf Action...



geschrieben von: frozen heart

was mich persönlich aufregt (ja, jetzt kommt wieder ein fsk-hasser) ist ja, dass der film unter "normalen" bedingungen niemals ab 12, sondern eher ab 18 gewesen wäre. abgesprengte gliedmaßen und detaillierte kopfschüsse in aller liebe in szene gesetzt...klar, hat man alles schon gesehen, haben auch sicher die mehrheit der 12-jahrigen schon gesehen...aber als ob es in diesem detsch-politisch-geschichtlichen hintergrund dann auf einmal nicht mehr so schlimm wäre...um die kleinen suprstrolche zu zitieren:"das ist zum kotzen finde ich!" ;)


was der film allerdings gut gemacht hat:
man stellt sich nicht auf die seite der raf, sondern wenn überhaupt auf die der polizei. zumindest der spezialeinheit, nich unbedingt der einfachen straßencops, die genau so eine scheiß einstellung zur gewalt habn wie die raf (zumindest so im film gezeigt, damals war ich nich dabei, kann ich also schlecht beurteilen ;)



geschrieben von: hagzissa13

Zitat:
Original geschrieben von frozen heart
was mich persönlich aufregt (ja, jetzt kommt wieder ein fsk-hasser) ist ja, dass der film unter "normalen" bedingungen niemals ab 12, sondern eher ab 18 gewesen wäre. abgesprengte gliedmaßen und detaillierte kopfschüsse in aller liebe in szene gesetzt...


Oh.....! Was hatte ich gesagt? Zu wenig action für Hollywood?
Ich nehme alles zurück und prophezeie: Der Film wird ein Hit! :D



geschrieben von: Trauerwesen

Ich fand die FSK 12 auch definitiv zu tief gesetzt. Teilweise fand ich es doch ein wenig heftig für 12-Jährige (und 6-Jährige, die den Film mit ihren Eltern schauen dürfen).

Achja, hatte noch was vergessen. Ich fand es sehr lustig, dass Bruno Ganz immer noch irgendwie wie Adolf in Der Untergang sprach. Jetzt weiss ich, wieso er die Rolle damals bekam :D! Und irgendwie war das schon komisch in diesem Film.


Hag:

Nominiert ist er noch nicht, das wird erst im januar bekannt gegeben, aber mit diesem Film hoffen die Deutschen auf eine Nominierung, er ist durchaus Kandidat dafür. Aber entweder die Academy findet es wieder ganz toll, wie die Deutschen ihre Geschichte aufarbeiten (siehe die letzten Nominierungen; Sophie Scholl, der Untergang, Das Leben der Anderen) und nominieren ihn, oder aber sie sehen da auch gewisse Mankos.



geschrieben von: Trauerwesen

Nochwas vergessen: Lustig auch, wie im Film gezeigt wird, wie der Spiegel gelesen wird :D. Gar nicht auffällig, weil die Buchvorlage im Spiegel-Verlag erschienen ist und jeweiliger Autor Spiegel-Ex-Chefredakteur ist (der nun übrigens Marmelade an sein haus bekam, der Film sei Anlass dafür, und achja, Klar solle bitte freigelassen werden...).

Und wo wir schon beim Spiegel sind, mal ein recht interessanter Ansatz: http://www.spiegel.de/kultur/kino/0,1518,579754,00.html

Ein Kommentar zu dem Artikel war gar nicht mal so schlecht, "Jürgen, der Kampf geht weiter" *loooooooooooool*.

Die viel zu niedrige FSK erkläre ich mir im übrigen mittlerweile dadurch, dass es sicherlich viele Schulvorstellungen geben wird. Falls im Geschichtsunterricht doch mal was anderes als der zweite Weltkrieg gemacht wird (ich habe zumindest den Eindruck, während meiner gesamten Schullaufbahn irgendwie immer nur den, beginnend mit der französischen Revolution, gemacht zu haben).



geschrieben von: aurora borealis

Also ich war gestern auch endlich drin und kann mich dem negativen Fazit eigentlich nicht anschließen. Sicherlich rast man so durch die Jahre und weiß nicht wirklich viel über Beweggründe, Verflechtungen und ähnliches, aber wozu gibt es Bücher zum Nachlesen.
Will sagen - vielleicht motiviert es den ein oder anderen, sich mit dem Thema tiefer auseinander zu setzen (ok, das trifft zumindest nicht für meine Sitznachbarin zu, die ständig in ihrer Tasche kramte, ihre Lippen balsamierte oder in ihr Blackberry tippelte).

Aber - Du kannst keine Guido-Knopp-erzählt-Saga fürs Kino basteln :D



geschrieben von: hagzissa13

Zitat:
Original geschrieben von Trauerwesen
Die viel zu niedrige FSK erkläre ich mir im übrigen mittlerweile dadurch, dass es sicherlich viele Schulvorstellungen geben wird. Falls im Geschichtsunterricht doch mal was anderes als der zweite Weltkrieg gemacht wird (ich habe zumindest den Eindruck, während meiner gesamten Schullaufbahn irgendwie immer nur den, beginnend mit der französischen Revolution, gemacht zu haben).



Willkommen im Club! :D

Ja, ich glaube, daß Dein angeführtes Argument mit in die Überlegungen der Altersfreigabe hineingespielt haben könnte. Jedoch muß ich ganz ehrlich sagen: Hätte ich ein 12jähriges Kind, würde ich ihm den Film noch nicht zumuten, sondern noch ein wenig warten.
Ich habe mittlerweile Ausschnitte gesehen und muß sagen, die waren wirklich blutig (kann natürlich sein, daß man dafür gerade die blutigsten rausgesucht hat, klar).

@ aurora:

Was hat Dir denn an dem Film jetzt so zugesagt, daß Du die negativen Ansichten hier nicht teilen kannst? (Bin ja immer noch am hadern, ob ich reingehe und suche Argumente dafür und dagegen... ;) )



geschrieben von: Trauerwesen

Habe nun übrigens bei der FSK gelesen, wieso der Film ab 12 ist. Und zwar seien die Gewaltdarstellungen zwar derbe, aber realistisch und negativ, weswegen man meint, das wäre zumutbar. Soso. Weil also Terroristen hier am Werk sind, ist es ok zu zeigen, was die so treiben...



geschrieben von: hagzissa13

Zitat:
Original geschrieben von Trauerwesen
Habe nun übrigens bei der FSK gelesen, wieso der Film ab 12 ist. Und zwar seien die Gewaltdarstellungen zwar derbe, aber realistisch und negativ, weswegen man meint, das wäre zumutbar. Soso. Weil also Terroristen hier am Werk sind, ist es ok zu zeigen, was die so treiben...


Ach?! Man unterscheidet also bei der Altersfreigabe zwischen "pädagogisch wertvoller" und "negativ beeinflussender" Gewalt, oder wie??? Ja, nee, is klar...! :rolleyes:


:D



geschrieben von: Trauerwesen

Zitat:
Original geschrieben von hagzissa13
Ach?! Man unterscheidet also bei der Altersfreigabe zwischen "pädagogisch wertvoller" und "negativ beeinflussender" Gewalt, oder wie??? Ja, nee, is klar...! :rolleyes:


:D



Ja, das ist so pädagogisch wertvoll, dass die Kinder Albträume kriegen, aber wissend, dass die Terroristen total böse und grausam waren. Die Albträume unterstützen das ja dann noch (wieso die Terroristen das machen, wissen sie aller Wahrscheinlichkeit nach - siehe meine Kritik - nicht, hauptsache, die sind böse).
Während Kriegsfilme ja meistens ab 16 sind; dass Soldaten menschen umbringen und Krieg grausam ist, muss den Kindern ja noch nicht vermittelt werden (Soldaten machen das ja eh nur zum Spaß am Ballern, wahrscheinlich liegt da der große Unterschied :rolleyes: ).



geschrieben von: hagzissa13

@ Trauerwesen:

Höre ich da vielleicht so ein klitzeklitzeklitzekleines bißchen Ironie raus?? ;)



geschrieben von: Trauerwesen

Zitat:
Original geschrieben von hagzissa13
@ Trauerwesen:

Höre ich da vielleicht so ein klitzeklitzeklitzekleines bißchen Ironie raus?? ;)



Nur ein bisschen ;) :p .



geschrieben von: hagzissa13

Zitat:
Original geschrieben von Trauerwesen
Nur ein bisschen ;) :p .


Bin ich nicht verdammt noch mal verdammt gut, sowas diffiziles erkannt zu haben???? :D


Aber echt: Mir geht diese Vergabetaktik der Altersfreigabe für diesen Film nicht aus dem Kopf... :(



geschrieben von: Trauerwesen

Ich bin gaaaaaaanz stolz auf dich :D!


Hier mal der Link zu der Begründung: http://www.spio.de/index.asp?SeitID=415


Lieblingssatz: "nicht verharmlosend " - ja, richtig, aber genau das kann doch verstörend sein. Bin Gott sei Dank kein Pädagoge (Kinder machen mir Angst), aber gerade das sollte doch dazu führen, dass sie umso verstörender wirken. Also soll der Film nun verstören, damit er richtig wirkt?


Heisst das auch, dass ein Egoshooter mir realistischen Darstellungen, sofern sie negativ zu kennzeichnen sind, auch ok für teilweise 6-Jährige ist?



geschrieben von: hagzissa13

Ich finde das so irrational ...
Ich erinnere mich noch daran, als der Film "eine Familie zum Knutschen" rauskam. Als es den dann auf Video gab, ich weiß nicht mehr genau, wie alt ich war, 12 oder 13 oder 14 (?) wollte ich den unbedingt sehen, weil der so lustig war. Damals war der noch nicht geschnitten und aufgrund einer "erotischen Szene", in der der Nachbar die Tochter Flodder auf der Motorhaube seines Autos "vernascht" erst ab 16 und was habe ich kämpfen müssen, diesen Film sehen zu dürfen. Und heute? Heute lacht man über solche Filme. WS wäre der heute ungeschnitten ab 12 und geschnitten ab 6 freigegeben....



geschrieben von: aurora borealis

@ hag
meine positive Bewertung resultiert zum einen aus der Beschäftigung mit der Thematik heraus, wie gesagt, Guido-Knopp-Format ist da leider nun mal nicht drin fürs Kino und zum anderen auch die schauspielerische Leistung.

Das Gut-Böse-Ding kann ich nicht wirklich teilen, denn Dutschke wird auch vor der Apotheke erschossen usw. Verblendung, Wahn, Verrat folgen so dicht aufeinander. Die Terroristen-sind-Böse-Botschaft ist für mich daher nicht klar.
Dass FSK 12 zu niedrig ist, der Meinung bin ich absolut. Gerade auch um im schnellen Ablauf zu kapieren, wer wie was.

Zwecks Alpträumen - ich hab als kleines Kind wohl irgendwann mal die "dreibeinigen Herrscher" gesehen und fiese Alpträume gehabt. Ich möchte nicht wissen, was ein Film wie BMK anrichten kann... Aber wenn manche Mütter heute schon mit ihren 14jährigen Töchtern Pornos anschauen - soll es wundern?



geschrieben von: Trauerwesen

Zitat:
Original geschrieben von aurora borealis
Die Terroristen-sind-Böse-Botschaft ist für mich daher nicht klar.



War sie mir in dem Film auch nicht, aber die FSK sieht das ja so. Ich fand es noch eher umgekehrt, was bei einem Uli Edel und Stefan Aust nicht so unwahrscheinlich ist.



edit: Was die FSK angeht, fand ich Burn after Reading auch mal wieder sehr eigenartig eingestuft. Erst war es ne FSK 16, dann wurde es doch eine FSK 12. Gut, es waren "nur" zwei Szenen, aber das Blut spritzte wie bei einem Tarantino...



geschrieben von: hagzissa13

Zitat:
Original geschrieben von aurora borealis
Die Terroristen-sind-Böse-Botschaft ist für mich daher nicht klar.
Dass FSK 12 zu niedrig ist, der Meinung bin ich absolut.




Ich habe mir jetzt gestern Abend nun doch nach langem Ringen den Film angeschaut. Ich war schockiert von der Gewalt. Ich empfinde diesen Film als äußerst ambivalent. Gut und Böse - schwer zu erkennen. Streckenweise hatte ich das Gefühl, die Beweggründe der Terroristen nachvollziehen zu können. Die meiste Zeit jedoch war ich schockiert von diesem blanken Wahnsinn.

Ich bin kein Kind der 68er. Ich kann nichtmal sagen, daß ich weiß, wie sich das damals angefühlt hat, wenn die RAF wieder zugeschlagen hat. Ich bin darauf angewiesen, des gesagt zu bekommen. Die Generation meiner Eltern sagt mir heute, daß der Film realistisch sei, daß er relativ objektiv sei.



geschrieben von: hagzissa13

Zitat:
Original geschrieben von shadowflower
Das ist ein Actionfilm auf Hollywood-Niveau und absolut oberflächlich.


Fandest Du ihn echt so dermaßen oberflächlich? Mmhhhh... Meiner Begleitung ging es nämlich ähnlich, während ich eher das Gefühl hatte, daß man schon versucht hat, die Story möglichst "massentauglich" rüberzubringen, da man ja nicht davon ausgehen kann, daß sich vorher jeder die Stafan-Aust-Multidoku antut, bevor er/sie ins Kino geht. Gerade für nicht Vorgebildete fand ich die Mischung und das Input ok, auch wenn ich weiterhin bei meiner oben erwähnten (negativ-)Kritik bleibe....



geschrieben von: hagzissa13

im Grunde verstehe ich Deine Argumentation schon. Aber ein Film ist nun mal keine Doku. Die gabs ja schon zur RAF ;). Es ist eben ein KINO- oder SPIELfilm. Ganz ehrlich, mir ist die "Action" und die "Brutalität" auch definitiv zu viel, aber Menschen wie mein Vater z.B., der in der späteren Zeit der RAF als junger Polizist tätig war, erzählt mir heute, daß die im Film gezeigte Gewalt nicht übertrieben ist und der Film die Gefühle der Menschen in der damaligen Zeit sehr gut widerspiegele. Natürlich kommt das in dem Film sehr geballt rüber, da die brutalen Ereignisse im Zeitraffer auf eineinhalb Stunden zusammengequetscht werden, keine Frage...



geschrieben von: Trauerwesen

Es ist ja ok, wenn der Film recht brutal ist (solange er nicht ab 12 ist...:rolleyes: ), es sollte ja nichts verschönert werden. Aber ich fand ihn weder objektiv noch sonstwas. Und ja, ich fand ihn wie gesagt auch oberflächlich. Ich weiss nicht, ob ich es hier schon schrieb, aber da war z.b. die Springersache nach dem Dutschke-Attentat. Kam im Film direkt danach, aber WIESO der Hass auf Springer nun noch geschürt war, wurde mit keinem Wort oder Bild erwähnt. Ja, Bild, haha, genau die hätte man doch mal zeigen können. So hätte man das alles unabhängig voneinander sehen können, was es aber eben nicht war.

Dann die 68er, ohne ein wenig historisches Kulturverständnis kapiert man eben auch nicht, wieso sich soetwas entwickelte. Es gibt da monatelange Vorlesungen zu, dass die damalige Jugend (nicht nur in Deutschland) die Schnauze voll hatte von den konservativen Eltern, von der ganzen drögen Konformität. Und, wie von shadowflower beschrieben, ist genau das der Schlüssel dazu, wieso man sich gruppierte. Im Film kann man leicht denken, das tun sie nur, weil sie einen Furz quersitzen haben.
Und wer die gezielten Opfer (Ponto, Schleyer, Buback etc) waren und welche Funktionen sie hatten, ist eigentlich auch ziemlich relevant, eben weil es gegen den Staat und gegen den Kapitalismus ging; dass dabei nicht her Schmidt aus der Bahnhofstraße 5 einfach mal so erlegt wird, sondern jemand wichtiges, schien den Filmemachern irrelevant. Denn in den Augen der RAF hat genau deren Funktion danach geschrien, sie niederzumetzeln (gut, ein Toter mag ein Toter sein, aus einer bestimmten moralischen Perspektive, aber was sie damit bezwecken wollten, blieb auf der Strecke).

Dass der Prozess und der Austausch von Prinzing kurz gehalten bzw nicht erwähnt wurde, ist nicht so schlimm. Aber dass ein heute noch wichtiger und aktiver Politiker (bis vor kurzem noch Innenminister) damals Anwalt von Mahler und Ensslin war, halte ich für zu wichtig, als dass man den Anwälten einfach mal kein Gesicht geben braucht.

Solche Kleinigkeiten eben. Klar, zuviel für solch einen Film, aber ich denke mir, richtig oder gar nicht, oder aber man beschäftigt sich nur mit einem Teilaspekt, dann aber mit allen wichtigen Dingen. So gesehen kann es nur ein Film sein für welche, die Bescheid wissen, aber dafür brauche ich nicht den Film kucken, man weiss ja eh alles.

Bin mal gespannt, in den ÖR soll der Film nächstes Jahr als ein verlängerter Zweiteiler laufen, aber soviel mehr kann da sicherlich nicht hinzugefügt werden, außer vielleicht noch 3 Bomben mehr, von wem auch immer (erfährt man dann sicherlich auch nicht).



geschrieben von: hagzissa13

Zitat:
Original geschrieben von Trauerwesen
Ich weiss nicht, ob ich es hier schon schrieb, aber da war z.b. die Springersache nach dem Dutschke-Attentat. Kam im Film direkt danach, aber WIESO der Hass auf Springer nun noch geschürt war, wurde mit keinem Wort oder Bild erwähnt.


Ich assoziierte das mit dieser Filmsequenz, in der diese Fernsehtalkrunde gezeigt wurde, in der Ulrike M. ganz klar gegen die Bild und Springer argumentierte ("wettwerte" würde in dem Kontext wohl eher passen... :D ). Auch wenn sie damals noch nicht offiziell in der Szene war, fühlte sie sich doch den dort gängigen Meinungen verbunden. Somit kann man davon ausgehen, daß die offizielle Szene genauso gegen die Bild und Springer an sich war, wie Frau M. in der Talkrunde auch. Damit schloß sich für mich der Kreis dahingehend, daß sie später den Anschlag unterstütze (was ihr im Gefängnis von ihren Mitstreitern sogar noch vorgeworfen wurde, aber nicht, weil es den Springer Verlag traf - das fanden alle gut - sondern, weil einfache Arbeiter umgebracht wurden, was nicht zur "Hauptlinie" paßte).



geschrieben von: Black Rat

So ich hatte mir den Film nun auch angetan und muss sagen das ich doch sehr enttäuscht war. Habe mich über eingie Sachen sogar sehr geärgert.

Mal ehrlich, aus dem Material im Buch könnte man locker nen Dreiteiler machen. Aber da sich das nur wirklich politisch (oder besser RAF) - interessierte Leute angucken würden, rentiert sich eine solche Verfilmung wohl nicht. Stattdessen wurde das Material in 2 1/2 Stunden Film gepresst. Ein Beispiel: In einer Szene sind sie noch in Jordanien, haben kein Geld und bekommen von den Kämpfern dort auch keine Unterstützung und in der nächsten Szene sind sie auf einmal in Berlin, haben den Kofferraum voller Waffen und überfallen in 10 Minuten 3 Banken. Der Prozess gegen die RAF-Mitglieder war mit 2/3 Szenen abgehakt. Holger Meins und Jan-Carl Raspe wurden nie so richtig erwähnt worden, der unbelesene Zuschauer fragt sich also: Wer zum Teufel sind die Typen überhaupt? Der selbe Effekt dürfte beim Auftauchen von Brigitte Mohnhaupt und ein paar andren ebenfalls eintreten. Dadurch ist der Film und da muss ich Trauerwesen recht geben, sehr oberflächlich. Die Gewalt-Szenen sind sowieso nicht für 12-Jährige geeignet. Es werden Kopfschüsse und was weiß ich für Sachen gezeigt. Schon ein Erwachsener ist erschüttert über so viel bildlich dargestellte Gewalt. Ob das einem 12 Jahre alten Kind zugemutet werden sollte .... Meine persönliche Empfehlung: FSK 16. Was ich allerdings eine Frechheit fand ist, wie der Tod von Ulrike Meinhof dargestellt wurde. Was in die Protokolle und Aufzeichnungen so reininterpretiert wurde. Im Gegenteil blieben die politischen Antriebe doch sehr auf der Strecke. Es wirkte ein bisschen so als ob Andreas Baader und Gudrun Ensslin etwas wahnsinnig geworden sind und Ulrike Meinhof da einfach nur so reingerutscht ist. Zumindest sagte sowas hinterher meine Mam mit der ich im Kino war. Ich finde das hier ein völlig falsches Bild vermittelt wurde, da auf die Beweggründe der Leute und die Umstände überhaupt nicht richtig eingegangen wurde.
Das einzig positive was mir an dem Film zugesagt hat ist wirklich die Arbeit der Schauspieler. Da gabs nichts dran zu meckern. Da hat man echt gemerkt das hier absolute Profis am spielen sind.

Fazit: Man wurde unheimlich durch den Film gejagt. Die Menschen die nur mal was von der RAF gehört haben und sich rein interessehalber in den Film setzen sind dort echt falsch bedient. Ich lege solchen Leuten sehr das Buch ans Herz.





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