[Das Leben - Gute Miene zum bösen Spiel?] - German Gothic Board

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Das Leben - Gute Miene zum bösen Spiel?

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geschrieben von: HeiligerGeist

Hallo,

Heute morgen hatte ich mal wieder mit nem guten Kumpel ein Gespräch darüber wie das Leben eigentlich ist. Wir haben festgestellt, dass jeder Mensch seine Probleme in Gegenwart von Anderen eher zu verdrängen neigt und z.B. dauernd einen auf fröhlich macht obwohl ihm/ihr in Wirklichkeit kein bisschen zum Lachen zumute ist. Wir haben das "Gute Miene zum bösen Spiel machen" genannt. Dieses "Miene verziehen" macht jeder, privat, im Beruf, in der Schule, die Gesellschaft erfordert dies. Wer es nicht tut, hat entweder einen Weg gefunden das zu Umgehen indem er/sie sein Leben, seine Empfindungen so leben kann wie er/sie will, oder ist tot. Wieso tot? Wenn man davon ausgeht, dass im Prinzip ein riesen großer Teil der Menschen Inneres überspielt um eben äußerlich eine gute Figur im Leben zu machen, wird feststellen, dass sich alle Menschen im Prinzip die ganze Zeit gegenseitig "verarschen", weil sich ja jeder verstellen muss/verstellt. Wieso überhaupt verstellen? Die Leute verstellen sich denke ich aus eigener Unsicherheit, um zu überleben. Gewisse Gefühle, Gedanken etc. haben evt. nicht den Platz oder den Raum im Beruf, Schule etc. und werden deshalb überspielt. Die Gesellschaft kann einem eig. deshalb fast schon Leid tun. Aber wenn man es extrem drastisch sieht, ist eben die einzigste Lösung aus diesem verlogenen Kreislauf zu entkommen, entweder eine Lösung zu finden, oder sich zu erschießen ;)

Jüngstes Beispiel: der letzte Freitag. Ich hatte eine absolute Dreckswoche und nen Dreckstag noch dazu. 2 Kumpels wollten in ne Discothek, ich hatte erstmal keinen Bock. Rief dann aber doch an und sagte noch zu. 20 Uhr, ein Kumpel fuhr mit seinem BMW vor, ich stieg ein mit einer recht neutralen Laune. "Musste reichen." Dann holten wir anschließend nen Block weiter den andren Kollegen ab, der, genau wie ich, auch nen absoluten Dreckstag/Dreckswoche hatte. Dennoch, wie verhext, ne mordsgute Stimmung war im Auto, obwohl uns prinzipiell ja eigentlich kein Zacken aus der Krone gebrochen wäre wenn unser Fahrer sofort nach dem Einsteigen der 3. Person mit 100 gegen die nächste Betonwand gescheuert wäre. Erst in der Disco sank dann halt persönlich meine Stimmung weil dann eben doch dann die schlechte Laune, Unsicherheiten und Kopfgebrübel zunahmen und man in ner Disco ja dann doch mehr oder wengier allein damit dasteht, weil bei lauter Musik nicht unbedingt viel mit Unterhalten ist und der Abend dort auch nicht der beste war. Hinterher sagte mein einer Kumpel, der als 3. eingestiegen war auch dass er nicht so gut drauf war, aber an diesem Abend konnte ich einfach "keine gute Miene zum bösen Spiel machen", immer geht das halt dann doch nicht.

Ein weiteres Beispiel(konstruiert): Freund - Freundin. Freund: "Hey, was ist los?, die Freundin darauf "Nix, was soll sein?" - das sagt sie auch nur, weil sie in diesem Fall die Stimmung nicht kaputt machen möchte und verstellt sich eben als was weiss ich fröhlich z.B..

Ich hoffe man versteht was ich sagen will über den Menschen und über die Gesellschaft. Nach dem Gespräch hab ich zumindest umso besser verstanden wieso die Gesellschaft in Zombiefilmen eben als Zombie dargestellt wird.

Wer hat sich auch schonmal solche Gedanken gemacht, wer hat auch schonmal, oder gezielt, "Gute Miene zum bösen Spiel" gemacht in genau der beschriebenen Anwendungsweise. Wie lebt ihr euer Leben, wenn ihr auf euch selber bzw. mal in euch selber hineinschaut? Wie schätzt ihr die Gesellschaft ein in diesem Punkt ein? Ich hoffe es entsteht eine gute Diskussion.

lg HG



geschrieben von: HeiligerGeist

Zitat:
Original geschrieben von Eremitin
Die Menschen verstellen sich also immer,nur wieso?
Haben sie Angst ihr wahres Gesicht zu zeigen oder denken sie: wenn ich nicht lustig bin,will keiner mehr etwas mit mir zu tun haben?



Ich denke, so ähnlich läuft das. Oben hab ichs ja weit aus krasser ausgeführt. Entweder man nützt diese Verhaltensweise, oder man überlebt nicht. (krasse Sichtweise) Ich denke, es spielt sehr viel mit rein, dass eben genau das passiert. Wer das lebt was er fühlt, der ist möglicherweise schneller ausgegrenzt, aber das kommt auch drauf an was dieser Mensch dann lebt. Ob es "passt", oder eben auch nicht. Ich erinner mich noch, da war ich jünger, 15 oder so, da hat man noch so gelebt wie es einem in den Sinn kam, heutzutage schlägt man sich halt irwie durch weil sich die eigne Sicht der Dinge, der Horizont, ja immer mehr erweitert. Sicher ist es auch nicht angebracht wenn man permanent schlecht drauf ist und Probleme die man hat dann immer nach außen zu tragen und alle damit voll zu heulen. Ich denke, das Problem liegt vllt eher darin, dass die Sache halt permanent unterdrückt wird. Mir fällt zu dem ganzen noch ein Zitat ein, was mal ein Geschäftskollege in nem Nebenjob gesagt hat. Hat irwie was finde ich:

(Hergang: Ging darum, dass er und seine Kollegen mal in ne Fortbildung mussten für gescheiten und höflichen Kundenkontakt)

Ausbilder: "Die aufgesetzte Freundlichkeit bei McDonalds kommt bei den Leuten besser an, als unsre von Herzen kommende Unfreundlichkeit bei Mövenpick."

Tja, die von Herzen kommende Unfreundlichkeit wäre zwar prinzipiell ehrlicher aber eben ineffektiv.
Das muss erstmal reichen >_>

lg



geschrieben von: lizard

"Hey Blondi! Ich bin zwar alt, fett und hässlich, aber wenn ich könnte würd ich dich trotzdem durchficken!"
"Ihr geht mir alle am Arsch vorbei, ich bin nur hier, weil ich mit dem Unterricht mein Geld verdiene."
"Ich habe Ihren Mann nie gemocht, aber der Leichenschmauß ist lecker, darum bin ich hier."

Wie du siehst, ist es nicht unbedingt immer besser, sich seiner Laune entsprechend zu verhalten. Aus Rücksicht auf das Gefühlsleben anderer zeigt man sein eigenes nicht her.
Was das spezielle Problem der "gezwungenen Fröhlichkeit" angeht: Menschen lachen gerne. Glückshormone, Stressabbau, Konfliktvermeidung, blablabla. Wie bei allen anderen angenehmen Dingen übertreibt man es gelegentlich mit der guten Laune, die Lust wird zur Qual, die Stimmung "gezwungen". Und was fällt uns als bestes Mittel ein, unangenhme Gefühle zu vertreiben? Lachen.



geschrieben von: Trauerwesen

Das Problem ist doch auch, dass es keiner hören will, wenn es dir schlecht geht. Man beantworte die Frage "hi, wie geht es dir?" mal mit einem "beschissen" und eigentlich müsste nachgehakt werden, aber das passiert nur in den seltensten Fällen (gute Freunde, Familie etc). Mit dem persönlichen Elend will halt niemand etwas zu tun haben. Wobei ich aber auch sagen muss, beantwortet man die Frage mit einem "prima" (und denkt sich "ich schmeisse mich gleich vor einen Zug") aber auch, weil man vielleicht selber keinen Bock darauf hat, alles nochmal auszudiskutieren, man geht der Konfrontation damit eher aus dem Weg. Und bevor man andere mit runterzieht tut man eben so, als würde einem die Sonne aus dem Hintern scheinen. Ist auch ne Art der Rücksicht oder das Ausweichen von (weiteren) Konflikten.
Ebenso glaube ich, macht man diese gute Miene oft um zu verdrängen. "Alles Kacke, aber ich denke mal nicht dran", dazu gehört eben auch, so zu tun als wäre nichts und eben nicht drüber zu sprechen.



geschrieben von: demyxs_angel

Zitat:
Original geschrieben von Trauerwesen
Das Problem ist doch auch, dass es keiner hören will, wenn es dir schlecht geht. Man beantworte die Frage "hi, wie geht es dir?" mal mit einem "beschissen" und eigentlich müsste nachgehakt werden, aber das passiert nur in den seltensten Fällen (gute Freunde, Familie etc). Mit dem persönlichen Elend will halt niemand etwas zu tun haben. Wobei ich aber auch sagen muss, beantwortet man die Frage mit einem "prima" (und denkt sich "ich schmeisse mich gleich vor einen Zug") aber auch, weil man vielleicht selber keinen Bock darauf hat, alles nochmal auszudiskutieren, man geht der Konfrontation damit eher aus dem Weg. Und bevor man andere mit runterzieht tut man eben so, als würde einem die Sonne aus dem Hintern scheinen. Ist auch ne Art der Rücksicht oder das Ausweichen von (weiteren) Konflikten.
Ebenso glaube ich, macht man diese gute Miene oft um zu verdrängen. "Alles Kacke, aber ich denke mal nicht dran", dazu gehört eben auch, so zu tun als wäre nichts und eben nicht drüber zu sprechen.



Ja so geht es mir auch meistens, wenn es mir verdammt dreckig geht und ich mit Leuten zusammen bin, mit denen ich nicht über die Sachen diskutieren will. Da verstelle ich mich auch und denke deswegen, dass dies unter anderem ein Grund ist.



geschrieben von: fxsend

So wie es Trauerwesen beschreibt, läuft es halt den ganzen Tag über. Diese Art von Oberflächlichkeit finde ich auch gar nicht schlimm. Wie viele Leute trifft man den Tag über? Ich möchte nicht mit jedem über Probleme reden wollen. Es geht nicht nur darum, Dinge nicht unnötig kompliziert zu machen oder Konflikte zu vermeiden. Ich finde auch, dass andere Leute ein Recht darauf haben, von meinen Problemen verschont zu bleiben, die sie sowieso nicht lösen können.

Aber ab und an muss man sich auskotzen, unverstellt über Dinge reden können, die einen belasten.

Ehrlich zu sein, ist nicht einfach. Sich zu offenbaren, heißt auch immer, Schwächen einzugestehen. Auch wenn jede Art von Seelenstriptease in allen Medien heutzutage offen betrieben wird, gilt diese Art von Offenheit im wirklichen Leben immer noch als Schwäche an sich. Man mag darüber denken, wie man will, es ist so. Im besten Fall wird man schräg angesehen.

Deshalb setzt Ehrlichkeit Vertrauen voraus und deshalb ist der Kreis derer, mit denen man offen reden kann und will entsprechend klein. Und ich zumindest überlege es mir dreimal, was ich zu wem sage. Auch dann, wenn es nur um die allgemeine Gefühlslage geht. Es wäre schön, wenn es anders wäre, aber es ist wie es ist. Auch wenn man manchmal hinterher, wie es im Ausgangspost anklingt, denkt, wie albern ist das denn.

Das soll jetzt auch kein "wie schlecht ist die Welt Post" sein. Ich lebe hier im Ruhrgebiet und da sind solche Dinge häufig einfacher:

"Wie isset?"
"Muss. Und selbs?"
"Muss."



geschrieben von: HeiligerGeist

Zitat:
"Wie isset?"
"Muss. Und selbs?"
"Muss."



Genau deshalb bin ich ja mit meinem einen Kumpel ins Gespräch gekommen, genau deshalb hab ich den Thread eröffnet. Dieser Trott, der kann einen doch so einnehmen, dass man in ihm gefangen ist und nicht mehr raus kommt. Man spührt in sich selbstverständlich Gefühle, aber die scheinen nicht klar zu sein und nicht vernünftig definierbar wenn man die lange genug verdrängt hat. Es geht mir darum, wie der Mensch quasi diese Art Sackgasse vermeiden kann.

lg



geschrieben von: fxsend

Zitat:
Original geschrieben von HeiligerGeist
Man spührt in sich selbstverständlich Gefühle, aber die scheinen nicht klar zu sein und nicht vernünftig definierbar wenn man die lange genug verdrängt hat. Es geht mir darum, wie der Mensch quasi diese Art Sackgasse vermeiden kann.

lg



Der Grund warum viele Leute Tagebuch führen ist der, dass vieles erst klar wird, wenn man sich selbst dazu zwingt, diffuse Gedanken auszuformulieren. Mein Ding war das nie, weil mir dazu die Geduld und die Ausdauer fehlen.

Die Alternative ist, mit anderen Menschen zu reden. Ich finde das einfacher, weil Fragen und Widerrede oft erhellender sind als alles andere. Wenn es um sehr private Dinge geht, gehört auch einiges an Mut dazu, keine Frage. Aber dafür gibt es enge Freunde.

Natürlich lassen sich gute Gespräche nicht erzwingen. Aber der Übergang zwischen oberflächlich und tiefschürfend ist doch fließend und weit. Außerdem: Kommunikation beinhaltet doch mehr als den vordergründigen Inhalt. Nähe und Vertrautheit erwachsen manchmal auch aus Gesprächen über Banalitäten. "Wie" etwas gesagt wird, ist doch oft wichtiger als der Inhalt.

Der Trott, ja. So widersinning es klingen mag, manchmal helfen dagegen Rituale. Sich regelmäßig in größeren Abständen mit bestimmten Leuten zu treffen ist eine gute Sache. Man kommt ins Gespräch, ungezwungen, weil es keinen besonderen Anlaß gibt, außer einem bestimmten Datum, aber auch zwangsläufig, weil es immer etwas zu erzählen gibt, über das, was in der Zwischenzeit passiert ist. Gerade mit Leuten, mit denen man nicht tagtäglich zu tun hat, ist es häufig einfacher, auch mal über ernstere Themen zu reden. Ich glaube, das hat mit der Distanz zu tun, die man zum Alltag des anderen hat.



geschrieben von: Terranigma

Dem kann ich so absolut nicht zustimmen - Im Eingangspost war von distanzierten Gesellschaften die Rede. Schule, Arbeit und derlei, alles Menschen welche einem im Regelfall nicht so sonderlich kennen. Klar, man sieht sich häufig doch mag ich nicht sagen, dass ich zu jeden meiner Schulkollegen eine tiefe Vertrauensbasis habe und ihnen Details aus meinem Leben erzählen würde. Es gibt diesen Zwang nicht, niemand zwingt einem stets ein Lächeln auf den Lippen zu haben aber unter Fremden tu ich's dennoch - Warum? Weil es Fremde sind. Ich erwarte wirklich von keinen Menschen den ich nicht gut kenne, dass er sich für meine Probleme interessiert und ich halte es, für mich, für eine Sache des Anstands auch nicht jeder fremden Seele keine Probleme und Sorgen aufzudrücken. Aber das gilt für mich auch nur unter Fremden oder Leuten zu denen ich keinen großen Kontakt habe.

Unter Freunden halte ich diese Maskerade für überflüssig. Wenn ich einen Freund frage wie's ihm geht, dann kann ich auch damit leben von Zeit zu Zeit mal die Wahrheit zu hören zu bekommen und genauso ist's auch wenn mich jemand fragt - Geht es mir nicht gut, dann sag ich's. Und werde ich eingeladen mit inner' Disco zu gehen obwohl ich'n miesen Tag hatte, so lehne ich dankend ab weil mir schlicht nicht danach ist. Also nein, ich kann dieser Beobachtung nicht zustimmen. Unter Fremden oder bloß Bekannten, sicherlich - Aber das ich auch was ich in der Hinsicht erwarte.
Unter Freunden aber ist dies nicht der Fall. Wenn ich Probleme habe und darüber sprechen will, dann quatsch ich jemanden auch deswegen an. Wenn jemand fragt wie's mir geht und ich'n Stimmungstief habe, so sage ich das auch. Das ist für mich eine Sache des Vertrauens und der Ehrlichkeit.
Es ist mir noch nie passiert das mir'n Freund sagte "Du, halt die Klappe, so genau will ich's nicht wissen".


Ich halt's für Unsinn immer von der Gesellschaft zu reden - Wer ist denn schon die Gesellschaft für den Einzelnen? Nichts als eine gesichtslose, bedeutungslose Masse. Was wirklich zählt sind doch bloß nur einige, wenige Menschen, der Freundeskreis eben. Aber zu dem sollte man schon soweit Vertrauen haben, dass man auch über Probleme offen sprechen kann, dass stimmt wohl. Aber die Gesellschaft, ... Mh. Was interessiert mich die?


Zitat:
Original geschrieben von fxsend
Das soll jetzt auch kein "wie schlecht ist die Welt Post" sein. Ich lebe hier im Ruhrgebiet und da sind solche Dinge häufig einfacher:

"Wie isset?"
"Muss. Und selbs?"
"Muss."



Komme selber aus'n Pott aber wenn mir jemand so eine Antwort gibt wäre meine nächste Frage an sich sofort "Warum nur muss?". So'ne Antwort schreit ja geradezu danach, dass da jemand n' wenig reden will, also - ernsthaft reden.



geschrieben von: HeiligerGeist

Zitat:
Unter Freunden halte ich diese Maskerade für überflüssig.



Wir haben uns hauptsächlich deshalb über dieses Thema unterhalten (weshalb es jetzt im Forum steht), weil wir jene "Maskerade" auch unter Freunden machen um dem anderen nicht auf die Nerven zu fallen. Siehe mein 1. Beispiel, wo uns theoretisch kein Zacken aus der Krone gebrochen wäre, wenn der Fahrer gegen die nächste Wand wäre. Es ging einfach darum, dass wir das Gefühl haben, dass unser Leben im Gewissen Sinne jene Maskerade erfordert. Dass ich im Beruf und in der Schule selbstverständlich nicht so offen bin wie bei Freunden, ist ja wohl selbstverständlich und beruht ja auf Gegenseitigkeit.

lg



geschrieben von: Terranigma

Zitat:
Original geschrieben von HeiligerGeist
Wir haben uns hauptsächlich deshalb über dieses Thema unterhalten (weshalb es jetzt im Forum steht), weil wir jene "Maskerade" auch unter Freunden machen um dem anderen nicht auf die Nerven zu fallen. Siehe mein 1. Beispiel, wo uns theoretisch kein Zacken aus der Krone gebrochen wäre, wenn der Fahrer gegen die nächste Wand wäre. Es ging einfach darum, dass wir das Gefühl haben, dass unser Leben im Gewissen Sinne jene Maskerade erfordert.


Gut, dann kann ich dem auch grundlegen nicht zustimmen -
Der beste Weg diese Maskerade, sofern man sie denn hat, abzusetzen ist, erst gar nicht damit anzufangen. Es ist doch keine Schande dabei zu sagen, dass es einem gut geht oder eben auch offen über Probleme zu sprechen - Jeder hat mal'n schlechten Tag, es erschien mir nie nötig das zu verstecken. Passiert doch jedem, kein Leben vergeht ohne größere Ärgernisse und da wird es auch keinen Freund überraschen zu hören, dass man vielleicht mal'n schlechten Tag oder ne' schlechte Zeit durchmacht.

Je länger man dieses gegenseitige Anlügen, es ist ja lügen, vorspielt desto schwer wird's wohl am Ende damit aufzuhör'n. Wenn man einem Freund mit Problemen auf die Nerven geht, dann würde ich doch die Beziehung nochmal arg überdenken. Sicherlich stört's jedem nach einer Weile wenn man ständig den Kummerkasten für jemand anderen spielen muss, aber das gehört wohl eben dazu. Wenn ein Freund fragt wie's denn geht und die Wahrheit nicht hören will so soll er doch auch so konsequent sein, die Frage erst gar nicht zu stellen. ... Habe das jedenfalls noch nie beobachtet, jedenfalls an mir nicht.

Wenn man keine lust auf etwas hat so soll man's doch sagen. Nur sprechenden Menschen kann geholfen werden.
;)



geschrieben von: Ronin76

Mit diesem Thema hatte ich mich auch schon oft auseinandergesetzt. Naja es ist eigentlich ganz einfach..

niemand will Schwäche zeigen, denn Schwäche wird bestraft. zB mit Isolation und Bosheit. Da der Egoismus bei der Mehrheit der Menschen überwiegt, wird die Schwäche eines Anderen mehr oder weniger bewußt ausgenutzt, um die eigene Position im sozialen Umfeld zu stärken. Hier kommt dann auch noch die Fortpflanzung ins Spiel, was ja der Urtrieb schlechthin ist, um den sich so ziemlich alles dreht. Gute Laune und ein Grinsen in der Fresse schafft eben erwiesenermaßen mehr Sympathie und wirkt erotisch. Das bestätigt auch das Prinzip der Ressonanz wieder.

Um zu vermeiden, als Schwächling und Versager zu gelten, wird eben gegrinst und gelogen was das Zeug hält. Leute die das nicht tun, sind dann eben unbeliebt und gelten als die Axt im Wald ;).



geschrieben von: ÂmeNoir

Offen gesagt ödet mich persönlich dieser große Maskenball ziemlich bis sehr an. Jeder wünscht sich Offenheit und Ehrlichkeit aber die Wenigsten sind bereit, ihren Beitrag zu leisten.

Die Beispiele die lizard genannt hat, schön und gut, doch macht zum einen grundsätzlich erstmal der Ton die Musik. Eine Meinung, Ansicht, ein Wunsch, Anliegen oder was auch immer, kann auch rücksichtsvoll geäußert werden und trotzdem ehrlich sein. Und wenn man schlechte Laune hat, kann man sein Gegenüber vorwarnen, äußern, daß man derzeit eben ungenießbar ist und seine Ruhe haben möchte, keine Lust auf Fragen und Erklärungen hat. Dann sind die "Fronten" eindeutig geklärt.

Das künstliche Getue bringt auf Dauer gesehen garnichts, traue ich mich zu behaupten und es ist sogar wissenschaftlich nachgewiesen, wenn gegen die innere Überzeugung gehandelt wird, daß sich das auf Dauer selbstschädigend auswirkt.

Was Schwächen oder Niederlagen angeht ... jeder kommt irgendwann mal in den Genuß, niemand hat die Weisheit mit dem Löffel gegessen oder ist perfekt auf die Welt gekommen. Das ganze Leben ist ein Lernprozeß, mit Höhen und Tiefen, Erfolgen und Niederlagen. Doch Tiefen/Niederlagen überwindet man viel leichter, wenn man dazu steht. Schwächen zu bestrafen ist jämmerlich und helfen dem, der sie hat, keinen Deut weiter. Die die sich über Schwächen oder Niederlagen anderer lustig machen, haben letztendlich irgendwo ein Problem mit sich selbst. Sie bauen sich an den Niederlagen eines anderen auf, meinen Größe zu erlangen, doch wahre Größe ist was völlig anderes.

Ressonanz erfolgt auf alles und jemand der sich nicht so gibt, wie er sich eigentlich fühlt, kommt auch nicht authentisch rüber.

Was für ein Energieverschwendung, um die Maskerade aufrecht zu erhalten ... und wieviel vergeudete Zeit ...



geschrieben von: Ronin76

Zitat:
Jeder wünscht sich Offenheit und Ehrlichkeit aber die Wenigsten sind bereit, ihren Beitrag zu leisten.

Das ist schon allein wegen der Verallgemeinerung falsch. Ich bin überzeugt davon, daß sich viele Menschen gerne anlügen lassen, dh auch in Form von Gestik und Mimik. Wer will schon hören, unbeliebt, hässlich oder doof zu sein ? Die Eitelkeit ist nicht zu unterschätzen.



geschrieben von: ÂmeNoir

Zitat:
Original geschrieben von Ronin76
Das ist schon allein wegen der Verallgemeinerung falsch. Ich bin überzeugt davon, daß sich viele Menschen gerne anlügen lassen, dh auch in Form von Gestik und Mimik. Wer will schon hören, unbeliebt, hässlich oder doof zu sein ? Die Eitelkeit ist nicht zu unterschätzen.


Vieles liegt doch einzig und allein im Auge des Betrachters, zudem sind die Geschmäcker sind ja bekanntlich völlig verschieden. Wenn jemand urteilt, daß man häßlich, dumm oder doof ist, heißt das noch lange nicht, daß man es tatsächlich ist und man dieses Urteil teilen/annehmen muß. Was ist eigentlich häßlich, dumm, doof? Lediglich eine Beurteilung, der Maßstab ist die Norm.

Jeder hat irgendwo seine sogenannten "Qualitäten" und auch das ist letztendlich nur eine Beurteilung und liegt im Auge des Betrachters. Sogenannte Schwächen aber auch Stärken sind doch auch nur das, was in einem bestimmten Gesellschaftskreis als solche bestimmt wird. Andere Kulturkreise, andere Sitten ... wer in unseren Gesellschaftskreisen einen Nasenring trägt, wird gar schnell in die Schublade Assi gesteckt, in anderen Kulturen gilt das vielleicht als ganz normal oder wer hier seine Suppe schlürft, hat laut Knigge keinen Benimm, in asiatischen Ländern gehört das zum guten Ton usw. ...



geschrieben von: Ronin76

Da stimme ich dir ja zu, nur geht das am Thema vorbei, ich könnte nun theoretisch auch aufzählen, wie viele Socken Frau A heute gestrickt hat, denn ich glaube du hast mich überhaupt nicht verstanden.

"Unbeliebt, hässlich oder doof" sind ja nur Beispiele, gemeint ist damit zB eine Beleidigung, die von der fiktiven, betroffenen Person auch so empfunden wird, und von der anderen fiktiven Person, in dieser Absicht ausgesprochen wurde.

Als Beispiel zu meinem letzten Beitrag sage ich jetzt zu dir aus Ehrlichkeit: "Du bist doof!". Das ist jetzt meine subjektive Wahrheit. Gefällt sie dir ? Oder würde es dir besser gefallen wenn ich gesagt hätte: "Ich fand deinen letzten Beitrag sehr intelligent", was jedoch gelogen wäre.

Die meisten Leuten würden sicherlich die zweite, "positive" Aussage bevorzugen, wenn sie das Gefühl hätten, daß es ehrlich gemeint ist. Sie könnten diesen Satz jedoch auch als Sarkasmus mißverstehen, und wären dann der Meinung, daß der Andere sich verstellt und eine Maske trägt. Die subjektive Empfindung, dh Emotionen, sind daher die Grundlage der ganzen Diskussion. Wer also meint, die Wahrheit zu erkennen, wurde zB in Wirklichkeit aus der Absicht eines Anderen geschickt manipuliert und angelogen, oder das Gegenteil kann der Fall sein.

Eigentlich sollte das Thema des Fadens lauten:
"Was ist Wahrheit?"



geschrieben von: ÂmeNoir

Ich habe Dich durchaus verstanden, Ronin, wie Du Deine Aussage gemeint hattest, Du mußt Dich nicht erklären.

Mir ist es z. B. ziemlich egal, wie Du über meinen Beitrag urteilst, es steht Dir frei, ihn doof oder gut zu finden, denn ich gehör' nicht zu denjenigen, die sich von einer Beurteilung abhängig machen.

Abhängigkeit ist nämlich der ausschlaggebende Punkt. Wenn ich innerlich unabhängig bin und mich als Person nicht über die Urteile anderer definiere, geht es mir am Allerwertesten vorbei, ob mich jemand gut, schlecht oder was auch immer findet.

Und damit sind wir auch gleich bei der Wurzel des Übels. Wer Rückrat hat und zu sich selbst steht, benötigt keine Masken. Hinter einer Fassade steckt in irgendeiner Form immer irgendwie Angst. Angst vor Benachteiligung, Angst unbeliebt und Außenseiter zu sein und und und.

Der Preis für gewünschte Beliebtheit und Anerkennung durch andere ist die Verleugnung des wahren Ichs.



geschrieben von: WhiteRabbit

Zitat:
Original geschrieben von Ronin76
..Eigentlich sollte das Thema des Fadens lauten:
"Was ist Wahrheit?"



Darüber liesse sich vortrefflich diskutieren, aber es wird nie ein Ergebnis geben.
Zumindest solange nicht, wie 80,90% aller Menschen glauben, das Wahrheit und Wirklichkeit ident seien.



geschrieben von: Ronin76

Zitat:
Mir ist es z. B. ziemlich egal, wie Du über meinen Beitrag urteilst, es steht Dir frei, ihn doof oder gut zu finden, denn ich gehör' nicht zu denjenigen, die sich von einer Beurteilung abhängig machen.

Anhand dieser Reaktion bin ich der Meinung, daß du es eben nicht verstanden hast, genau das ist ja das Problem mit der Wahrnehmung. Das war ein Beispiel und keine Beleidigung, aber offenbar hast du es als solche aufgefasst und willst es nun nicht zugeben ! Also eine Maske (Furcht, Angst, usw laut deiner Definition). Wir sind in der Kommunikation eindeutig nicht kompatibel. Innerliche Unabhängigkeit gibt es wie jede Form von Unabhängigkeit nicht, da der Mensch nur schwer alleine überleben kann. Diese innere Unabhängigkeit wäre nichts anderes als Asozialität.

Zitat:
Der Preis für gewünschte Beliebtheit und Anerkennung durch andere ist die Verleugnung des wahren Ichs.

Was ist denn das wahre Ich ? Es gibt auch gemeinsame Interessen, und wenn es dort zu einer Übereinstimmung kommt, existiert keine Verleugnung. So kann man auch beliebt sein, ohne sich zu verleugnen. Ein Mensch der keine Interessen hat kann sich jedoch nur schwer verleugnen, doch dieser muß erst noch geboren werden.



geschrieben von: ÂmeNoir

Zitat:
Original geschrieben von Ronin76
Anhand dieser Reaktion bin ich der Meinung, daß du es eben nicht verstanden hast, genau das ist ja das Problem mit der Wahrnehmung. Das war ein Beispiel und keine Beleidigung, aber offenbar hast du es als solche aufgefasst und willst es nun nicht zugeben !


Ich bin keineswegs beleidigt, das interpretierst Du in meine Worte. Was ich geschrieben habe, ist lediglich meine Einstellung, schlicht und einfach, nicht mehr und nicht weniger, ohne die kleinste Erhöhung meines Adrenalistpiegels :) Warum sollte ich nicht zugeben wollen, falls ich beleidigt sein sollte? Was sollte daran schlimm sein? Warum sollte ich überhaupt beleidigt sein? Nur weil Du anderer Meinung bist?

Zitat:
Wir sind in der Kommunikation eindeutig nicht kompatibel.


Wer sagt, daß wir das sein müssen? Es gibt auch die Zweieinigkeit, das bedeutet, daß man sich darüber einig ist, daß man sich nicht einig ist und man kann trotzdem über ein Thema weiter diskutieren (ohne den anderen von seiner Einstellung überzeugen zu wollen). Oder findest Du es nicht interessant, die Meinung eines anderen kennenzulernen, vielleicht sogar zu versuchen, Dich hineinzuversetzen, ums besser nachvollziehen zu können? Ich schon.

Zitat:
Innerliche Unabhängigkeit gibt es wie jede Form von Unabhängigkeit nicht, da der Mensch nur schwer alleine überleben kann. Diese innere Unabhängigkeit wäre nichts anderes als Asozialität.


Ich hab' nichts von absoluter Unabhängigkeit in allen Bereichen geschrieben. ;) Es gibt durchaus sowas wie innere Unabhängigkeit. Zum Beispiel, wenn ich mein Ding durchziehe, ohne Gewissensbisse zu haben, auch wenn andere nicht damit einverstanden sind.

Zitat:
Was ist denn das wahre Ich ? Es gibt auch gemeinsame Interessen, und wenn es dort zu einer Übereinstimmung kommt, existiert keine Verleugnung.


Es muß doch so und so nichts verleugnet werden. Unter "wahrem Ich" verstehe ich, daß ich mich gebe, wie ich bin, daß ich sage was ich denke oder mir meinen Teil denke und die Klappe halte aber nicht "immer gerne" und "selbstverständlich" sage, wenn ich mir eher nach dem Gegenteil ist. Auch zugebe, wenn ich mich bescheiden fühle, lache, wenn mir zum Lachen ist und weine, wenn mir zum Weinen ist, mich zurückziehe, wenn mir nach Ruhe und Einsamkeit ist und mich austobe, wenn ich Lust auf Halligalli hab'. So einfach ist das. Wenn ich jemanden zu Lebzeiten nicht leiden konnte, gehe ich nicht auf dessen Beerdigung und mache nicht auf gut Freundin, nur um bei den Hinterbliebenen irgendeinen (guten?) Eindruck zu hinterlassen. Wenn mich jemand fragt, ob ich am WE Lust habe, hier oder da hinzugehen und ich hab' keine Lust, dann sage ich, daß ich keine Lust habe. Ich bin der Meinung, daß es demjenigen gegenüber nicht ehrlich wäre, große Lust und Freude vorzutäuschen, obwohl ich das Gegenteil empfinde und mir selbst gegenüber wäre es auch nicht ehrlich. Ich erwarte im Gegenzug aber auch nicht, daß sich jemand für mich verbiegt oder mir nen Gefallen tut, obwohl der garnicht wirklich will. Es ist doch ein wesentlich besserer Umgang miteinander, wenn man offen und ehrlich zueinander ist und weiß woran man tatsächlich ist. Wie bereits geschrieben, das alles heißt ja nicht, daß man sich wie die Axt im Walde aufführen muß, nur weil man sein Ding durchziehen will ... der Ton macht die Musik. Es ist mein Leben, daß ich leben möchte und nicht das Leben nach den Wünschen und Vorstellungen anderer. Ich hab' höchstwahrscheinlich nur eins.

Wenn ich so manche Beziehung beäuge, wie oft sich da gegenseitig was vorgemacht, die große Liebe vorgespielt wird, Schatzi hier und Schatzi dort, obwohl einer der beiden vielleicht viel lieber nen anderen Partner hätte oder ansonsten total angelascht ist ... neee danke kann ich da nur sagen. Wenn man nicht zusammen paßt, ist es doch besser, die Konsequenzen daraus zu ziehen, denn glücklich wird man so garantiert nicht. So ... und in diesem Zusammenhang nochmal zurück zu Angst. Die Frage ist, warum Leutchen nicht offen sind. Aus Angst vor den Konsequenzen ... unbekannter Zukunft, vor Neuem, vor der Einsamkeit, vor dem Verlust des gemeinsamen Bekanntenkreises, vor dem eigenen schlechten Gewissen, vor finanziellen Schwierigkeiten, davor evtl. die falsche Entscheidung zu treffen usw. Das läßt sich auf den Job, Freunde oder was weiß ich noch alles übertragen.



geschrieben von: Lamydia

die ganze Welt ist nur ein sein und schein und ändert wird es sich nicht, da muss ich schon zustimmen.

und du hast recht am häufigstem kommt sowas in BEziehungen vor.

Jeder ttu es ich ja auch wennes angebraht is, bei Job ,Schule oder wenn ich merke nem Kumepl gehtz nicht gut und mir eigtl auch nicht zeig ich es nicht das könnte ihn ja belasten. Dieser Schein wurde uns nunmal in die Wiege gelegt.

aber ich finde man soll auch mal ehrlich zu sich selbst sein und auch mal wenn man lachen will lacht wenn man heulen wil heult.



geschrieben von: Seelenreise

Teilweise mag es sicher zu beobachten sein, diese „gute Miene zum bösem Spiel“.
Ich denke, viele Menschen haben den Blick verloren, für das, was wirklich zählt. Sich und sein persönliches „Glück“ zu finden, seinen Platz in der Welt, ist kein leichtes Unterfangen. Erfolg und Karriere scheinen oberste Priorität zu haben, Zufriedenheit wird damit angeblich freihaus geliefert. Seine Gefühle zu zeigen braucht Mut. Zu einen, weil man dann die kleine, idealisierte Welt mancher Menschen angreift, wogegen diese sich mit Händen und Füssen wehren werden. Zum anderen macht man sich verletzlich, trägt man sein Inneres nach außen. Die Menschen sind schnelllebig und oberflächlich geworden. Interessant ist nur noch man selbst, für die Belange anderer hat man kein Ohr und auch Angst evtl. selbst kritisiert zu werden, wenn man Pech hat sogar ebgelehnt. Wenn man allerdings nicht mal seinen Freunden mehr zuhören möchte, dann muss man irgendwie gefühlskalt sein. Dass man sich gegenüber Menschen, welche man nicht kennt bzw. nur flüchtig kennt, verstellt kann ich sehr gut verstehen, doch, dass man selbst seinen Freunden etwas vor macht…Man muss ja nicht darüber reden, wenn einem nicht danach ist, aber wenn man sich vor seinen Freunden verstellt, hat das für mich was von anlügen und irgendwie auch hintergehen. Gefühle nicht zeigen, heißt nicht, sie nicht zu haben, man muss aber definitiv aufpassen wo man sie bzw. in der Gegenwart von wem, man sie rauslässt. Und es gibt sehr wohl noch Menschen, die sich für die Gefühle anderer interessieren, sich Zeit nehmen, zu hören. Lieber ehrlich hören wollen, dass es ihrem Gegenüber beschis*** geht, als etwas vor gespielt zu bekommen, auch mit „schlechten“ Gefühle umgehen können. Es gibt sie noch, die Leute, die nicht nur die Hülle sehen wollen, sondern den Menschen.

Ich muss allerdings, sagen, dass mir der/die freundliche Verkäufer/in durchaus lieber ist also der/die mürrische, schlecht Gelaunte/r. Immerhin bezahle ich nicht nur das Produkt, sondern auch die Dame/ den Herren an der Kasse, da darf ich wenigstens etwas Freundlichkeit erwarten. Zudem ich in 99% der Fälle wohl nicht Grund der Unmut bin.



geschrieben von: Pyracanth

Zitat:
Original geschrieben von HeiligerGeist
Wieso überhaupt verstellen? [...] Um zu überleben.




geschrieben von: Seelenreise

Zitat:
Original geschrieben von Pyracanth
Zitat:
Original geschrieben von HeiligerGeist
Wieso überhaupt verstellen? [...] Um zu überleben.



Wird das Leben dann nicht irgendwann zur reinen Existenz?! Verkümmert nicht die Seele dabei?!



geschrieben von: Pyracanth

Kurz: Nein.
Mein Leben definiert sich schließlich nicht dadurch, wieviel ich anderen preisgebe, wie stark ich mich öffne. Solange ich zu mir selbst offen und ehrlich bin. Die Beziehung zu sich selbst ist imho die Wichtigste.



geschrieben von: Seelenreise

Zitat:
Original geschrieben von Pyracanth
Kurz: Nein.
Mein Leben definiert sich schließlich nicht dadurch, wieviel ich anderen preisgebe, wie stark ich mich öffne. Solange ich zu mir selbst offen und ehrlich bin. Die Beziehung zu sich selbst ist imho die Wichtigste.



Ist es wirklich der einzige Weg um zu überleben? Selbst vor seinen Freunden und dem Partner (wie im Erstbeitrag beschrieben) seine Gefühle zu verbergen, führt doch zu einer unzufriedenen und innerlich getriebenen Existenz. Wenn der Zwang den Schein zu wahren überhand gewinnt, sich in eine "Rolle" fügt, ist man dann nicht irgendwann fremd bestimmt? Gefühle brauchen doch auch einen Weg nach aussen, sonst zerfressen sie einen oder machen einen mitunter sogar "kalt". Ehrlichkeit gegen sich selbst ist sehr löblich, aber nciht alle Menschen benutzen die Gefühle anderer als Waffe gegen selbige. Ich will doch nicht die Hülle sehen, spreche ich mit einem Menschen, ich will den Menschen sehn und sei es ein noch so kleiner Teil, sei es nur ein ehrliches "Ich möchte nicht über mich reden."



geschrieben von: Pyracanth

Nunja... Freunden und Partnern kann man sich durchaus öffnen. Aber Bekannten eben nicht, Arbeitskollegen, Klassenkameraden, der Supermarktkassiererin...



geschrieben von: Nageth

Zitat:
Original geschrieben von Seelenreise
Ist es wirklich der einzige Weg um zu überleben? Selbst vor seinen Freunden und dem Partner (wie im Erstbeitrag beschrieben) seine Gefühle zu verbergen, führt doch zu einer unzufriedenen und innerlich getriebenen Existenz. Wenn der Zwang den Schein zu wahren überhand gewinnt, sich in eine "Rolle" fügt, ist man dann nicht irgendwann fremd bestimmt? Gefühle brauchen doch auch einen Weg nach aussen, sonst zerfressen sie einen oder machen einen mitunter sogar "kalt". Ehrlichkeit gegen sich selbst ist sehr löblich, aber nciht alle Menschen benutzen die Gefühle anderer als Waffe gegen selbige. Ich will doch nicht die Hülle sehen, spreche ich mit einem Menschen, ich will den Menschen sehn und sei es ein noch so kleiner Teil, sei es nur ein ehrliches "Ich möchte nicht über mich reden."


Hm ... mir scheint das jemand da schlechte Erfahrungen gemacht hat .. und sich zurück zieht .. und genau dieses Ego aufbaut das heutzutage die meisten mit sich rumtragen ... das mein ich gar nicht böse .. im gegenteil es ist sogar verständlich ... aber sich nicht auch zu öffnen und immer (betonung auf immer) die Maske zu tragen macht einem zu genau dem was Seelenreise sagt. Kalt. Irgendwann vergisst du selbst was Maske und was dein Selbst ist. Ich spreche aus Erfahrung, und es ist eine verflucht schmerzhafte Angelegenheit sich dieser Maske wieder zu entledigen ... verflucht schmerzhaft .. und manchmal schafft man es gar nicht ... manchmal auch erst zu spät ...

Und zur Frage des Thread-Erstellers: Wer legt denn fest was nun die gute Miene und was das böse Spiel ist? Gibt es Gut und Böse? Reduziert auf das Ding die Sache ansich ohne drum und dran ... die interessiert nicht was du von ihr hälst. Die interessiert es nicht Ob du sie nun als gut oder schlecht bezeichnest, ob du an ihr verzweifelst oder nicht. Die interessiert nur was du aus ihr machst ... Ich hoff ich hab das gut verständlich gesagt ... im Endeffekt ist es unwichtig ob nun "gut" oder "schlecht" die frage ist wie man damit umgeht. Das Leben ist ein Kreis, keine Linie, immer und immer wieder, Hochklettern, oben sein, runter fallen, unten sein, nur die abstände variieren ... die begebenheiten ... Ich weiß auf jeden Fall, das mein Ziel ist immer wieder oben an zu kommen, egal wie oft ich falle. Bis mir endlich meine Aufgabe aufgezeigt wird, und ich mein Leben zugunsten eines oder mehreren anderen beenden kann .. aber das ist nun wieder ein persönlicher Wunsch .. das ich das was ich persönlich als "gut" erachten könnte ... Da ich mir darüber im Klaren bin, kann ich ohne Angst darauf zugehen, in dem Wissen, das ich das aus der Situation machen werde, was ich aus ihr machen kann ... nämlich das sinnvollste ... / "beste" ... in dem Sinne ...

Grüße
Nageth



geschrieben von: Morgana

Hmm, mir fällt da genau das Gegenteil ein.
Es gibt doch leider auch viele Menschen, die so tun als hätten sie das Leid alleine. Die hängen dann immer mies gelaunt rum und geben allen die Schuld an der schlechten Situation ohne zu bemerken, dass der oder die andere auch Probleme hat.



geschrieben von: Nageth

ja die gibt es ebenso ... aber das ist auch ein bestandteil dessen was sich anspreche ... das sind solche Menschen, die vielleicht sehen das es gerade nicht allzu gut für sie läuft, im kreis unten hocken bleiben und sich fragen warum sie in diese lage gekommen sind statt sich zu fragen wie sie wieder da heraus kommen. Wem sie daran die schuld geben ist in dem moment völlig unerheblich, denn schon die frage die sie stellen ist die falsche. Es ist nicht verkehrt das "warum" zu kennen, aber wenn es nicht möglich ist das herauszufinden sollte man sich doch zuerst darum kümmern die frage des "Wie komme ich jetzt weiter" zu klären. Natürlich ist das immer abhängig von der Situatuion .. manchmal kommt man ohne das "Warum" nicht weiter, manchmal erfährt man das "warum" erst wenn man den nötigen abstand und die nötige ruhe findet, um darüber nachzudenken und kann dann etwas dagegen tun.

Das wovon ich meinte das es nicht gut oder schlecht ist, sind Situationen und Begebenheiten. Persönliche Wertvorstellungen und der eigene Weg formen die Situation in eine Richtung. Das was für den einen schlecht ist, kann für den anderen der von ersterem nicht das geringste weiß von Vorteil sein, und diesem jemand kann man dann auch keinen Egoismus vorwerfen sofern er ersteren nicht bewusst in eine solche situation treibt ...

Grüße
Nageth





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