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Zitat:
Original geschrieben von Cagliostro
Was ist der Islam eigentlich?
Für eine spirituelle Religion ist er oft zu kleinkariert und zu handfest.
Er will Dinge der täglichen Realität regeln und hat mit der Scharija etwas sehr weltliches geschaffen.
Für meinen Geschmack ist er mir zu wenig philosophisch, zu wenig mystisch und fast überhaupt nicht durchlässig für andere, abwegige Ideen.
Nun, vermutlich ist der Islam eine Weltanschauung.
Ein politisches Credo.
Aber sicher keine "weltentrückte" philosophische Religion.
Zitat:
Original geschrieben von Cagliostro
Für eine spirituelle Religion ist er oft zu kleinkariert und zu handfest.
Er will Dinge der täglichen Realität regeln und hat mit der Scharija etwas sehr weltliches geschaffen.
Zitat:
Original geschrieben von Cagliostro
Für meinen Geschmack ist er mir zu wenig philosophisch, zu wenig mystisch und fast überhaupt nicht durchlässig für andere, abwegige Ideen.
Zitat:
Original geschrieben von Cagliostro
Nun, vermutlich ist der Islam eine Weltanschauung.
Ein politisches Credo.
Zitat:
Original geschrieben von Demon17
Ist ja alles schön und gut, aber das Christentum steht in Sachen imperialer Machtentfaltung dem Islam in nichts nach. Da nützt auch keine Bergpredigt. Schließlich waren es christliche Nationen, die praktisch die gesamte Welt eroberten und in Kolonien aufteilten. Ich finde Lacertas Argumentation deshalb ziemlich einseitig. Es gibt kein Verbrechen, das im namen des Islam begangen wurde, das nicht auch im Namen des Christentums begangen wurde. Insofern läßt sich der Satz "Macht euch die Erde Untertan" auch als Befehl Gottes interpretieren die Weltherrschaft im Zeichen des einzig wahren Gottes und der heiligen Mutter Kirche zu errichten.
Zitat:
Original geschrieben von Demon17
Doch meine These ist es ja gerade, das die Textgrundlage einer Religion im Grunde keine Rolle spielt, sondern unabhängig von den jeweiligen heiligen Schriften, die Überzeugung im Besitz der einzig wahren Religion zu sein, ausschlaggebend ist.
Zitat:
Original geschrieben von Demon17
So ist die Auslegung, das der Satz "Macht euch die Erde Untertan" ein Auftrag an alle menschen ist sehr modern. Schließlich unterschied lange Zeit die Religion den Mensch vom Tier und nicht die Biologie.
Zitat:
Original geschrieben von Demon17
Heiden wurden im Christentum gerade zur Zeit des Kolonialismus, aber auch schon Jahrhunderte zuvor nicht als vollwertige Menschen angesehen.
Zitat:
Original geschrieben von Demon17
Insofern wurden auch die gewalthemmenden Regeln nicht auf sie bezogen.
Zitat:
Original geschrieben von Demon17
Sicher der Islam ist nahezu auschließlich mit dem Schwert verbreitet worden,...
Zitat:
Original geschrieben von Demon17
...doch ist der Unterschied zum Christentum so groß nun auch wieder nicht. Spätestens als Staatsreligion wurde es ebenso agressiv und die imperialen Ziele gingen mit denen der Mission Hand in Hand.
Zitat:
Original geschrieben von Demon17
Lateinamerika ist auschließlich mit dem Schwert missioniert worden, Teile Germaniens ebenfalls.
Zitat:
Original geschrieben von Demon17
Keine von beiden Kulturen hat bis in das 20. Jahrhundert hinein eine Möglichkeit zur Eroberung ausgelassen, wenn diese militärisch machbar war. Auch dürfte es schwierig sein zu Unterscheiden, ob die Kalifate oder die Sultanate eher religiöse oder imperiale Ziele verfolgten, im Vergleich zu den europäischen Herrschern.
Zitat:
Original geschrieben von Demon17
Was mich daran stört ist, zu Anfang des 20 Jahrhunderts beherrschten christliche Länder fast die gesamte muslimische Welt (bis auf die Türkei). Seit geraumer Zeit erobern wieder christliche Länder islamische Staaten. (Afghanistan, Irak) Der Iran steht auf der Abschussliste und Barak Obama geht in Dafur (Sudan) von einem Genozid aus. Das heißt es wird wahrscheinlich so weiter gehen, auf die ein oder andere Weise. Zumindest wird er die christlichen schwarzafrikanischen Staaten stark machen. Chinesen und Russen sind auch eher islamfeindlich als freundlich. Worauf ich hinaus will, es entspricht den typischen Mechanismen der Agressionsvorbereitung, die Opfern vorher als Verursacher der Agression hinzustellen. Die UMMA wird sowieso noch reichlich auf die Schnauze bekommen, ob wir dem Islam hier nun den Rang einer gleichberechtigten Religion absprechen oder nicht.
Sicher, jedoch sollten wir nicht vergessen, das die meisten und vor allem auschlaggebenden Demokratien nach wie vor auf dem Christentum beruhen. Busch wäre ohne christliche Fundamentalisten wahrscheinlich nicht an die Macht gekommen. Das Problem ist doch Folgendes, die vom radikalen Islam postulierte Theokratie hat teilweise mehr Legitimation als die übliche Diktatur in den entsprechenden Regionen. Es ist jetzt die Frage, ob dort schnell genug ein gemäßigter Mittelstand entsteht, oder die armen Massen bzw. deren religiöse Führer an die Macht kommen. Im letzten Fall dürfte eine Entwicklung analog zum Iran zu befürchten sein, mit entsprechenden Terror und Guerillataktiken, die irgendwann als Krieg empfunden werden. Bei Staaten die über Atomwaffen verfügen, wie in Pakistan wäre das höchst brisant.Zitat:
Allerdings sollte man dabei nicht übersehen, dass die Dychotomie hier eher zwischen Demokratie und Menschenrechten auf der einen und dem Islam auf der anderen Seite konstruiert wird, auch wenn es sicherlich Einzelbeispiele gibt, die das Christentum in den Vordergrund postulieren.
Zitat:
Original geschrieben von Demon17
Sicher, jedoch sollten wir nicht vergessen, das die meisten und vor allem auschlaggebenden Demokratien nach wie vor auf dem Christentum beruhen. Busch wäre ohne christliche Fundamentalisten wahrscheinlich nicht an die Macht gekommen.
Zitat:
Original geschrieben von Demon17
Das Problem ist doch Folgendes, die vom radikalen Islam postulierte Theokratie hat teilweise mehr Legitimation als die übliche Diktatur in den entsprechenden Regionen. Es ist jetzt die Frage, ob dort schnell genug ein gemäßigter Mittelstand entsteht, oder die armen Massen bzw. deren religiöse Führer an die Macht kommen. Im letzten Fall dürfte eine Entwicklung analog zum Iran zu befürchten sein, mit entsprechenden Terror und Guerillataktiken, die irgendwann als Krieg empfunden werden. Bei Staaten die über Atomwaffen verfügen, wie in Pakistan wäre das höchst brisant.
Zitat:
Original geschrieben von Demon17
Schließlich gibt es auch zahlreiche friedliche islamische Staaten, so daß die These, der Islam führt signifikant öfter zu kriegerischen Gesellschaften, als andere Religionen aus meiner Sicht nicht haltbar ist.
Zitat:
Original geschrieben von d’Aubusson
Seltsame Ferne zur Sache! Doch im Detail:
...Freundliche Grüße,
Pierre
Zitat:
Nun, wir diskutieren über Religion.
Somit stehen wir alle auf verlorenem Posten, denn dies kann man im Grunde nicht diskutieren, zumindest nicht so wie den Brotpreis oder die Bahnreform.
Es wimmelt vor subjektiven Kommentaren.
Der eine oder andere macht sich die Mühe, dies scheinobjektiv mit Quellen und Zitaten usw. offiziös als sachlichen Beitrag zu tarnen.
Diese Mühe mache ich mir in subjektiven Dingen schon lange nicht mehr.
Zitat:
Religion ist nur ein Angebot sich in der Welt zurechtzufinden und jedwedes Schuldgefühl, nach dem Motto "Gott wird dich strafen"
nur ein Manipulationsversuch.
Zitat:
Auf metaphysischer Ebene würde eine Diskussion über eine Religion in der Tat ins Leere verlaufen. Hier geht es allerdings nicht um die Frage, welche Religion nun die wahre ist, sondern es geht darum, dass der praktizierte Islam an sich nichts friedliches im Schilde führt.
Wer redet denn die ganze Zeit, wer schwatzt denn unermüdlich? Das Problem mit dem Kapitalismus ist nicht die Rhetorik, sondern das handeln, die Spekulation mit Lebensmitteln, die Menschen verhungern läßt, die Ölpreise, die Menschen arbeitslos machen, obwohl die reale Nachfrage sie längst nicht rechtfertigt. An den Warenterminbörsen werden nur noch 3% aller Deals realisiert, also wirklich Reis oder Öl zu einem vorher festgesetzten Preis geliefert. Aber da muß die Politik ran, nicht die Terroristen. Differenzierung sei allen nahegelegt. Es macht die Welt nicht besser den großen Satan an die Wand zu malen, das ebnet nur den Weg in den eigenen Untergang. Aber den will der Märtyrer ja....Zitat:
Vielleicht wäre es auch einfach mal an der Zeit, die
Klappe zu halten und zuzuhören, damit diese alternativen Potenziale überhaupt mal wahrgenommen und überdacht werden können. Im Informationszeitalter allerdings ein kaum zu erwartendes Verhalten, wo es doch darauf ankommt, lauter wirr in den Wald zu faseln, als die anderen.
Zitat:
Original geschrieben von Cagliostro
Nun, wir diskutieren über Religion.
Somit stehen wir alle auf verlorenem Posten, denn dies kann man im Grunde nicht diskutieren, zumindest nicht so wie den Brotpreis oder die Bahnreform.
Es wimmelt vor subjektiven Kommentaren.
Zitat:
Original geschrieben von Cagliostro
Der eine oder andere macht sich die Mühe, dies scheinobjektiv mit Quellen und Zitaten usw. offiziös als sachlichen Beitrag zu tarnen.
Zitat:
Original geschrieben von Cagliostro
Diese Mühe mache ich mir in subjektiven Dingen schon lange nicht mehr.
Nun, ich bin kein militanter Christ und Menschen, die die Bibel auswendig lernen, sind mir äusserst suspekt.
Zitat:
Original geschrieben von Cagliostro
Religion ist nur ein Angebot sich in der Welt zurechtzufinden und jedwedes Schuldgefühl, nach dem Motto "Gott wird dich strafen"
nur ein Manipulationsversuch.
Diese Welt ist bereits ein stinkender Gefängnisplanet.
Wie weit kann mich Gott überhaupt noch strafen?
Das ist jetzt mehr philosophisch gedacht, weniger als Jammerei zu verstehen.
Sind Bücher heilig, weil wir die geistigen Ameisen es behaupten?
Muss ein Höchstwesen sich die Peinlichkeit antun, in literatisch grausamen Werken zu irgendwelchen skurrilen Dingen verpflichtet zu werden, weil wir die menschlischen Schleimer
so tun, als würde Gott uns interessieren, heisst dies nicht, dass er/sie uns nicht durchschaut.
Jeder Kniefall oder auf der Erde rumrutschen könnte dies Höchstwesen evtl. als Schleimerei und damit als Beleidigung auffassen.
Ein Höchstwesen ist kein Kalif und hat damit keine Profilneurose, somit brauche ich auch nicht auf der Erde vor ihm rumzurutschen und Freitags so zu tun als würde ich fasten, indem ich zehn Fisch esse.
Ist euch die Absudität von Religion in dieser Form eigentlich klar?
Wir versuchen ein Wesen zu beeindrucken, das millionenmal grösser und intelligenter ist als wir mit den hilflosen Mitteln von Idioten?
Es ist Gott sowas von scheissegal, ob ich auf Knien rutschend nach Altötting laufe und den Boden auflecke.
Wenn, dann wären das meine persönlichen Unterwürfigkeitsphantasien....
Jedewede Religion, die sich in das Leben von Menschen einmischt, ist eine Weltanschauung.
Wie du zu scheissen hast, zu essen, zu schlafen.
Wen du bumsen darfst und warum.
Warum glaubt die Religion da mitreden zu können.
Lächerlich!
Zitat:
Original geschrieben von Demon17
Waren nicht die Philosophen die ersten Theoretiker der Politik.?Platon, Rousseau, Hegel ....
Zitat:
Original geschrieben von Demon17
Wer redet denn die ganze Zeit, wer schwatzt denn unermüdlich? Das Problem mit dem Kapitalismus ist nicht die Rhetorik, sondern das handeln,...
Zitat:
Original geschrieben von Demon17
...die Spekulation mit Lebensmitteln, die Menschen verhungern läßt, die Ölpreise, die Menschen arbeitslos machen, obwohl die reale Nachfrage sie längst nicht rechtfertigt. An den Warenterminbörsen werden nur noch 3% aller Deals realisiert, also wirklich Reis oder Öl zu einem vorher festgesetzten Preis geliefert.
Zitat:
Original geschrieben von Demon17
Aber da muß die Politik ran, nicht die Terroristen.
Zitat:
Original geschrieben von Demon17
Differenzierung sei allen nahegelegt. Es macht die Welt nicht besser den großen Satan an die Wand zu malen, das ebnet nur den Weg in den eigenen Untergang. Aber den will der Märtyrer ja....
Gute Frage, eine Spekulationssteuer auf Warentermingeschäfte von 25% ist halt zu niedrig um die Fonds davon abzuhalten auf Börsen zu spekulieren, die eigentlich der Absicherung von Produzenten und Lieferenten dienen sollen. Auch die Politik des billigen Geldes der amerikanischen Notenbank führt immer wieder zur Bildung von Spekulationsblasen. Wer etwas tut? Politiker z.B. die Spekulationsverluste nicht vergesellschaften. Eine vernünftige konzertierte Aktion alller Betroffenen weltweit, hätte sicher mehr Aussicht die Lage zu verbessern als ein Anschlag auf das WTC. Allerdings sehe ich hier auch Europa wesentlich stärker in der Pflicht.Zitat:
Gegenfragen: Wer handelt denn problemorientiert? Wer zeigt denn Probelmbewusstsein in seiner Handlungsweise?
Mag sein, aber es gibt ja diese soziologische Theorie, nach der eine Gesellschaft, die viele Junge Männer ohne Zukunftschancen hat, immer zum Krieg neigt. Die entsprechende Metaphysik haben wahrscheinlich die meisten Gesellschaften in der Mottenkiste. Allerdings halte ich dies für eine These, nicht für der Weisheit letzten Schluss.Zitat:
Hier stelle ich mir immer die Frage, ob dieses Untergehenwollen wirklich nötig ist, um den Untergang dann auch herbei zu führen. Möglicherweise ist Metaphysik dann doch nicht so unwichtig,
Zitat:
Original geschrieben von Demon17
Gute Frage, eine Spekulationssteuer auf Warentermingeschäfte von 25% ist halt zu niedrig um die Fonds davon abzuhalten auf Börsen zu spekulieren, die eigentlich der Absicherung von Produzenten und Lieferenten dienen sollen.
Zitat:
Original geschrieben von Demon17
Auch die Politik des billigen Geldes der amerikanischen Notenbank führt immer wieder zur Bildung von Spekulationsblasen.
Zitat:
Original geschrieben von Demon17
Wer etwas tut? Politiker z.B. die Spekulationsverluste nicht vergesellschaften.
Zitat:
Original geschrieben von Demon17
Eine vernünftige konzertierte Aktion alller Betroffenen weltweit, hätte sicher mehr Aussicht die Lage zu verbessern als ein Anschlag auf das WTC. Allerdings sehe ich hier auch Europa wesentlich stärker in der Pflicht.
Zitat:
Original geschrieben von Demon17
Mag sein, aber es gibt ja diese soziologische Theorie, nach der eine Gesellschaft, die viele Junge Männer ohne Zukunftschancen hat, immer zum Krieg neigt.
Zitat:
Original geschrieben von Demon17
Die entsprechende Metaphysik haben wahrscheinlich die meisten Gesellschaften in der Mottenkiste. Allerdings halte ich dies für eine These, nicht für der Weisheit letzten Schluss.
Das sehe ich anders. Die Börsen ermöglichten es im Frühkapitalismus Gesellschaften zu gründen und Kapital bereit zu stellen für Investitionen, die sonst nicht zu realisieren gewesen wären. Sie dienten bezüglich des Warenaustausches auch der Reduktion von Risiken, etwa indem man zu einem etwas niedrigeren Preis Waren bereits verkaufte, die noch beschafft werden mußten. So konnten zum Beispiel die hohen Investitionen in Segelschiffe abgesichert werden, die teilweise Jahre brauchten um zurück zu kehren. Das Geld hätte der Reeder alleine nicht vorstrecken können. Sicher gab es schon im Holland des Mittelalters Spekulationsblasen, als zum Schluß eine Tulpenzwiebel zum Preis eines Bauernhofes gehandelt wurde, doch dies schließt das ja nicht jeden Lernprozess aus. Indem man zum Beispiel die Steuern auf derartige Spekulationsgewinne erhöht, so daß die Funktion der Risikoreduktion durch Preisstabilisierung für Produzenten und Kunden erhalten bleibt, ohne volkswirtschaftliche Schäden anzurichten. Schließlich gibt esja einen Verlustvortrag, dieser könnte sich ruhig über mehrere Jahre erstrecken, so daß kurzfristige Spekulationen unwirtschaftlich würden. Auch könnte man die Händler an den Warenterminbörsen Konzessionieren, indem sie einen realen Warenumschlag nachweisen müßten.Zitat:
Original geschrieben von d’Aubusson
Die Börsen sind an keiner Stelle entstanden, um einen volkswirtschaftlichen Sinn zu erfüllen. Historisch trifft eher das Bild zu, dass gesellschaftlich positiv selektierte private Akteure sich einen geschäftlichen Spielplatz errichtet haben (unter Brücken, Arkaden, in Banken und Cafés). Du hast zurecht darauf verwiesen, dass an den Warenterminbörsen nur 3% aller Geschäfte überhaupt realisiert werden. Die Preise haben dann natürlich Ausstrahlkraft, denn man KÖNNTE seine Rohstoffe ja dort verkaufen. Wenn die produktiven Produzenten und Abnehmer das täten, sähe die Preislage schon ganz anders aus. Ganz ehrlich: Um Waren zu verkaufen braucht diese Börsen niemand. Bei Wertpapieren sieht das etwas anders aus.
Das Problem ist halt, daß dabei regelmäßig sehr viele Existenzen von Nichtspekulanten vernichtet werden. Erst bekommt jeder einen Kredit, dann werden auf einmal die Zinsen radikal erhöht, oder die Kredite gekündigt. Das Kind wird in beiden Fällen mit dem bade ausgeschüttet. Erst ein künstlicher Boom kreditiert und dann die Volkswirtschaft mit Kapital unterversorgt. Die Politik des Gelddruckens gerät dann an ihre Grenzen, wenn die Zinsen bereits gegen 0 Tendieren. Der Spielraum der Notenbank der USA ist da ziemlich ausgereizt. Außerdem führt diese Politik zu eklatanten Handelsbilanzdefiziten, das den Spekulationsgewinnen, ja keine Warenproduktion zugrunde liegt. Ist also nur mit internationalen Krediten finanzierbar. Letztendlich zahlen ganz andere die Kosten der Spekulationsblasen, als die, die sie zu Verantworten haben.Zitat:
Wir haben jüngst erleben dürfen, wie diese Spekulationsblasen abgewickelt werden: Wenn dass alte Geld verbrannt wurde, dann "druckt" man einfach neues. Das ist vorerst nichtmal eine Gefahr in Sachen Inflation weil das Verhältnis von Geldmenge zu Warenmenge sich nicht signifikant verändert. Im letzten Fall waren das in zwei Wochen 650 000 000 000 €, soviel haben die Deutschen seit 1950 bis heute insgesamt für die dritte Welt gespendet. Es ist also klar, wo die Prioritäten liegen - und unsere Politiker sind nichtmal rot geworden (schöner doppelsinn *g*). Die Frage bleibt, wie das auf die politischen Entwicklungen des Islam Einfluss genommen hat. Aber dazu komme ich gleich.
Zitat:
Genau das ist aber passiert. Und ganz ehrlich: Selbst die Linkspartei hätte daran nichts geändert. Hätte sie es doch getan, dann hätte sie die Spitze jeder Volkswirtschaft Köpfen müssen: die Finanzwirtschaft. Das aber hätte den Zusammenbruch unseres Systems bedeutet. Es hilft nichts, man muss die systemischen Voraussetzungen ändern, wie z.B. hier:
Zitat:
Dieser Vorschlag Deinerseits ist, wenn auch nicht sachlich konkret, so doch strukturell richtig. Die Frage ist, mit welchen Politikern das laufen soll. Die letzten Globalgipfel (WTO, Kyoto, Rio de Janeiro, Heiligen Damm) haben gezeigt, dass erstens wichtige Parteien einfach nicht mitmachen, nichtmal, wenn es wie in Sachen Klima um den eigenen Kopf geht und zweitens die, die mitmachen, Kompromisse schließen, welche in der Regel alles noch schlimmer machen oder keine signifikanten Veränderungen bringen, die das Problem dann lösen.
Zitat:
Sie neigen nur zur Gewalt, nicht zum Krieg, und das ist das entscheidende Ungleichgewicht. Die islamische Welt hat kaum Machtmittel in der Hand, um die eigenen Interessen zu wahren. Da, wo man sie vermuten könnte, werden sie von politischen Klans wie durch einen Familienbetrieb vermarktet und vor den Bedürfnissen der verarmten Massen muslimischer Brüder "beschützt" (arabische Halbinsel Z.b., etc.) Das ist nicht im Sinne des Islams, der die Reichen dazu verpflichtet, großzügig(!) an Bedürftige zu spenden. Stattdessen finanzieren diese Klans mit ihrem imensen Reichtum Bildungsarmut mit Waffenkäufen und Krisen. Auf den Punkt: Dieser Terrorismus ist das erbärmliche Armutszeugnis einer imaginierten Religionsgemeinschaft, die zum einen nicht existiert und zum anderen genau deshalb auch keine gemeinsame Antwort auf die Provokation der globalen Wirtschaftsgemeinschaft hat, mit der sich ihre eigene politische Klasse fraternisiert hat. Wäre das anders, dann würden sie vielleicht tatsächlich Krieg gegen uns führen.
Zitat:
Mit dieser Feststellung gebe ich Dir recht. Meine These ist, wenn überhaupt, nur die eine Hälfte des zerbrochenen Krugs. wirtschaftliche und soziale Entwicklung, breite gesellschaftliche Partizipation am Erfolg und dergleichen machen es mit Sicherheit leichter, ethisches Handeln zum nachvollziehbaren Wert für den sozialen Status zu machen. Da haben alle Seiten ein Defizit. Aber die Frage bleibt, und die hat deutlich mit dem Thema dieses Freds zu tun, woher sich diese Ethik legitimiert. Die Metaethik hat bis heute eigentlich kein Konzept geliefert, das zwingend deutlich macht, warum manche Begründungen für das Handeln gut sind und andere nicht.
Selbst Kant flüchtet sich letztlich auf zwei Positionen, die vielleicht entscheidend sind: Vernunft ist, wo jeder intuitiv sagen würde, das ist richtig und: der integible Begriff Gottes MUSS gedacht werden, weil nur so eine Instanz über der menschlichen Entscheidungsgewalt zu denken ist, die moralisch verbindlich ist. Zunächst ist das ein philosophischer Gottesbegriff, den Kant nicht mit Inhalt füllt. Und Nietzsche hat dem eine Beobachtung entgegengesetzt, die eigentlich nicht mehr von der Hand zu weisen ist (bitte im Zusammenhang verstehen): Gott ist tot, WIR haben ihn getötet. Sprich: mit unseren Handlungen haben wir Gott für unsere Handlungen irrelevant gemacht.
Der islamische Terrorismus behauptet eine Relevanz für sein Handeln, sie ist Teil seines Konzeptes. Und das ist die Stelle, an der sich der Orientalismus umdreht: Haben wir zuvor den Orient mit unseren Konzepten überumpelnd konfrontiert, mit Fortschritt, Industriealisierung und Konsumgesellschaft, so dass er ohne eine Antwort zu finden schweigen musste, so überrumpelt er jetzt uns mit der Legitimationskraft eines Gottesbegriffs, der erstens metaphysisch noch radikaler ist, als unser christlicher und zweitens keine weltliche Instanz kennt, die ein semantisches Deutungsmonopol hat wie unser Berufsklerus.
Wir reagieren (wir antworten nicht) mit zwei Reflexen: Wir postulieren eine Überlegenheit unserer metaphysisch leeren Modernität, die immer offensichtlicher Postulat ist, also eben nicht wirklich überlegen. Und zweitens bilden unsere Gesellschaften kongruent zur weltlichen Instanzlosigkeit Gottes immer diversere, difuser werdende Bekenntnisgemeinschaften aus (Evangelikale, Papisten, Cyber-Sekten, etc.), die zunehmend den gleichen Anspruch auf metaphysische Deutungshoheit beanspruchen, wie dies die diversen Gruppen des Islam auch tun, nämlich unter der Behauptung politischer Relevanz ihrer "Metaphysik". Keine Frage, wir gleichen uns strukturell in dieser Hinsicht an den Islam an.
Nur, dass wir aus unserem Modernisierungsverständnis heraus eigentlich sagen müssten, dass dieser Vorgang für uns einen Rückschritt bedeutet. Er führt auch nicht zu einer besseren Metaethik und dadurch zu einer besseren Ethik. Vielleicht deshalb, weil die Metaphysik des Gottesbegriffs sich als tatsächlich tot erwiesen hat. Wenn das stimmt, sollten wir bei Nietzsche weiterlesen und seiner fortführenden Empfehlungen diskutieren. Wenn uns das weiterbringt, können wir unsere Ergebnisse den radikalen Religiösen rund um den Globus um die Ohren hauen, um sie wieder zur Vernunft zu bringen, oder?
Freundliche Grüße,
Pierre
Wie kommst du darauf? Wo sind deine Belege, dass es unter der ärmeren Bevölkerungsschicht üblich ist, jegliche Kapitalismuskritik in Form von Selbstmordanschlägen zu äußern?Zitat:
Zitat von Demon 17: Schließlich ist der islamische Fundamentalismus eine, wenn auch irrationale Reaktion auf die Folgen des Kapitalismus.
Zitat:
"Der Islam, zu dem sich 60 % der Bevölkerung bekennen, ist Staatsreligion. Nach der Verfassung des Landes sind alle ethnischen Malaien von Geburt automatisch Muslime. Sie können keine Andersgläubigen heiraten.[6] Ein Abfall vom Islam wird höchst ungern gesehen und ist in der Praxis nur schwer möglich."
Zitat:
"Muslime werden gegenüber Angehörigen anderer Religionen bewusst staatlich bevorzugt. Christliche Presse kann in Malaiisch nur unter Schwierigkeiten veröffentlicht werden"
Zitat:
"Bis weit in die 70er Jahre des 20. Jahrhunderts galten viele muslimische Malaien als liberal (ähnlich den Abangan). Dann setzte jedoch eine Islamisierungswelle ein (ausgelöst durch verschiedene ethnische und soziale Konflikte), sodass Malaysia heute orthodox-islamisch ist. Etwa 70 % der Malaysierinnen malaiischer Herkunft tragen Kopftuch."
Zitat:
"Eine PAS-Herrschaft (die stärkste islamische Opposition) würde in ganz Malaysia bedeuten, dass Chinesen keine Anwälte und politische Entscheidungsträger sein könnten und ihre Zeugenaussagen vor Gericht nur halb so viel Gewicht hätten wie die von Muslimen."
Zitat:
Original geschrieben von d’Aubusson
...
Ich fasse zusammen: offtopic-blubb. Was schade ist, denn wenn ich mir ganz viel Mühe gebe, dann kann ich aus diesem Blubb die Ahnung von so etwas wie Gedanken gewinnen, die möglicherweise mehr sind, eventuell sogar im Wortsinne begeisternd. Wenn Dir daran allerdings nichts liegt, warum postest Du dann in einem Philosophieforum?
Freundliche Grüße,
Pierre
...
Zitat:
Original geschrieben von Cagliostro
Naja, ich tu mich immer schwer mit usern, die zwei, drei Bücher gelesen haben und meinen sie hätten die Welt verstanden.
Zitat:
Original geschrieben von Cagliostro
Begeistern ist nicht mein primäres Ziel, denn lästige Verehrungshunde will ich keine und wenn meine Beiträge so opportunistisch wären, auf dass ich gut ankomme, sind all meine Postings wertlos.
Zitat:
Original geschrieben von Cagliostro
Der Islam bietet mir persönlich keine Angriffsfläche für meine durchaus komplexen Gedankenwelten.
Zitat:
Original geschrieben von Cagliostro
Das Prinzip der "Gottesdienerschaft" ist mir zu devot und zu eindimensional.
Zitat:
Original geschrieben von Cagliostro
Die Religion ist für mich, das Individuum da, nicht ich für die Religion.
Zitat:
Original geschrieben von Cagliostro
Überhaupt lebt der Islam nur von der grauen Masse der Komplementärmenschen, die nur Kollektive kennen.
Zitat:
Original geschrieben von Cagliostro
Für mich als Mensch, der selber denkt, eine nicht nachvollziehbare Haltung.
Zitat:
Original geschrieben von Cagliostro
Insgesamt ist der Islam in extremen Formen sicher gewalttätiger als sagen wir der Buddhismus.
Zitat:
Original geschrieben von Cagliostro
Das liegt daran, dass eine Hirtenreligion in punkto Intellektualität
in der breiten Masse ihrer Bewunderer keine grossen Sprünge machen kann, denn das Reservoir an intellektuellen Moslems dürfte schätzungsweise eher nicht sehr gross sein.
Zitat:
Original geschrieben von Cagliostro
Der Islam hat einfach viel zu viele Komplexe gegenüber anderen Formen. Das macht ihn so aggressiv.
Zitat:
Original geschrieben von Cagliostro
Er ist zu stringent, es ist nicht zugelassen, dass er sich selbst hinterfragt,...
Zitat:
Original geschrieben von Cagliostro
...dass Koranstellen interpretiert werden, nicht mehr nur auswendig gelernt.
Zitat:
Original geschrieben von Cagliostro
Es ist im Grunde eine sehr allzumenschliche Haltung in Gott eine Art Oberbefehlshaber zu sehen, der immer recht hat.
Wenn man in nie hinterfragt, ist man eventuell ein nicht sehr schlauer Mensch.
Zitat:
Original geschrieben von Lacerta
Wie kommst du darauf? Wo sind deine Belege, dass es unter der ärmeren Bevölkerungsschicht üblich ist, jegliche Kapitalismuskritik in Form von Selbstmordanschlägen zu äußern?
Zitat:
Original geschrieben von Lacerta
Du vergisst zudem, wo die muslimischen Terroristen gelebt haben. Nämlich u.a. in Hamburg und das keinesfalls unter unwürdigen Bedingungen! Sie waren weder arm noch waren sie ungebildet. Sie waren lediglich treue Anhänger des Propheten Mohammed.
Zitat:
Original geschrieben von Lacerta
Allerdings erlaubt der Islam auch eine vorübergehende und friedliche Ko-Existenz mit Nicht-Muslimen, solange diese in einer Minderheitenposition sind, so dass die Anschläge nicht zwingend notwendig waren. (Wikipedia: "Im islamischen Recht (Scharia) ist eine Hudna die einzige Form friedlicher Koexistenz zwischen dem Gebiet des Islam (Dar al-Islam) und einem nicht unter islamischer Herrschaft stehenden Gebiet (Dar al-Harb), da ein Friede zwischen beiden Gebieten im islamischen Rechtsdenken unmöglich ist. Eine Hudna kann abgeschlossen werden, wenn dies im Interesse der Muslime ist und besonders, wenn die Muslime die Schwächeren sind.")
Zitat:
Original geschrieben von Lacerta
Deswegen geht die Gefahr nicht von den Terroranschlägen aus, sondern von der Zunahme der muslimischen Bevölkerung in Europa. Diese wird mittelfristig ernstzunehmende Auswirkungen für uns Nichtmuslime haben.
Zitat:
Original geschrieben von Lacerta
Ich zitiere aus Wikipedia:
Eine Abkehr vom Islam ist nach den islamischen Geboten nicht möglich! Man wird entweder als Muslim geboren oder kann zum Islam konvertieren. Ein öffentlicher Austritt ist nur unter Gefahr möglich.
Zudem ist es den muslimischen Frauen nach dem Islam verwehrt, Nichtmuslime zu heiraten. Umgekehrt dürfen männliche Muslime alle nichtmuslimischen Frauen heiraten. Dieses Verbot nützt der Ausbreitung des Islam enorm, weil die Neugeborenen dann die Religion des Vaters erhalten und nicht die der Mutter.
Zitat:
Original geschrieben von Lacerta
So schreibt es der Islam vor, dass Nichtmuslime keine Autorität über Moslems haben und entsprechende Berufe auszuüben dürfen!
Zitat:
Original geschrieben von Lacerta
Es wäre falsch den muslimischen Malaien Rassismus vorzuwerfen. Sie handeln lediglich nach dem angeblichen Diktat Allahs.
Zitat:
Original geschrieben von Lacerta
Der Islam schreibt vor, dass sich Moslems an alle Gebote und Verbote des Koran und der Sunna halten sollen. Moslems und die traditionelle islamische Theologie gehen davon aus, dass der Koran Wort für Wort diktiert worden sei von Gott, von Allah selbst, durch den Engel Gabriel zum Propheten Mohammed. Deshalb ist jedes einzelne Wort im Koran das Wort Gottes selbst. Jedes Wort im Koran, falls es nicht in einem anderen Teil des Korans aufgehoben wird, ist wahr für alle Zeiten und kann nicht in Frage gestellt werden. Kann nicht reformiert werden, kann nicht geändert werden innerhalb eines islamischen Kontexts. Das bedeutet: "Moderate", friedliche Moslems, wenn es ihnen ernst ist, müssen die Wortwörtlichkeit des Koran komplett ablehnen.
Zitat:
Original geschrieben von Lacerta
Es ist für einen Nichtmoslem, der in einer Moslemgemeinschaft lebt, unmöglich, sich auf zivile Rechte zu berufen oder auf Menschenrechte. Das wäre unabhängig oder separiert vom Scharia Konzept. Man erwartet von ihm, dass er sich der Scharia freiwillig unterordnet. Und wenn er seine Dhimma (zweite Klasse) akzeptiert, ist er eine "geschützte Person". Eine "geschützte Person" ist ein williger Untergeordneter der moslemischen Überherren. Dass die Zeugenaussage eines Nichtmuslimen nur halb so viel Gewicht hat als die eines Muslimen, ist ebenfalls nur ein Gebot Gottes.
Zitat:
Original geschrieben von Lacerta
Die Kapitalismuskritik ist meiner Meinung insofern relevant, wenn es um die Frage geht, in welchem Namen die westliche Gesellschaft gegen die schleichende Islamisierung kämpfen sollte. Ich glaube kaum, dass die Westler auf Kommando einiger Wirtschaftsverbände auf die Barikaden gehen würden.
Zitat:
Original geschrieben von Seneca
Bitte kein Offtopic-Gedisse mehr!
Ich habe auch wenig Lust hier weiterhin wie bisher jeden Tag zwei bis drei Beiträge zu entfernen.
Vielen Dank!
Zitat:
Original geschrieben von d’Aubusson
P.S.: Von mir aus nimm Dir das letzte Wort in dieser Sache, von meiner Seite wars das.
Zitat:
Original geschrieben von Demon17
Fassen wir doch einmal zusammen,
a) Wir haben in den meisten muslimischen Ländern eine Art von Frühkapitalismus, der einen Bruchteil der Bevölkerung zu Wohlstand verhilft, aber große Teile in Armut verharren läßt. Die Wohlhabende Elite ist meist westlich orientiert und hat kein Problem damit die soziale Situation ihrer Landsleute zu verschärfen. So flossen zu Schahzeiten nicht Milliarden in die Unterentwickelten regionen. Waffen und Luxus waren wichtiger. Das hat Khomeni ausgenutzt, der von den armen Massen des Irans bejubelt wurde.
b) Wir haben ein Wirtschaftssystem, das sich keinen Deut darum schert, ob hunderten von Millionen Menschen die Nahrungsgrundlage entzogen wird um z.B Biodiesel herzustellen. In Ägypten war es vor hundert Jahren die Baumwollproduktion, oder die Schafzucht in Irland. In Irland verhungerte eine Million Menschen oder mehr, weil die meisten von kleinen Kartoffelfeldern lebten, als die Kartoffelfäule ausbrach war es mit dem Überleben der Menschen vorbei. Nach wie vor Terror der Iren gegen England. Die Engländer hatten sich große Teile des Farmlandes unter den Nagel gerissen um Schafe zu halten, der en Wolle ihre Textilindustrie brauchte. Welche Parallele.
c) Durch die Beseitigung der schlimmsten Notlagen, kommt es in diesen Ländern zu starkem Bevölkerungswachstum. Dieses liegt typischerweise über dem Wirtschaftswachstum. Das Bevölkerungswachstum resultiert einfach aus weniger Kriegen, durch eine internationale Gouvernance der Industriestaaten und dem Beseitigung der schlimmsten Seuchen. Die Halbierung ganzer Populationen ist selten geworden. Prozesse wie in Dafur werden zunehmend international eingedämmt.
d) Der normale Ausweg für Gesellschaften mit großem Bevölkerungsüberschuss war seit tausenden von Jahren der Krieg, die Eroberung neuer materieller Lebensgrundlagen. Diese Möglichkeit entfällt.
c) Dies führt in der islamischen Welt zu einer Rückbesinnung auf eine einst erfolgreiche religiös-imperialistische Tradition, wie sie eigentlich jeder existierenden Kultur zugrunde liegt. Denn vergessen wir nicht, die Friedlichen sind in den Jahrtausenden zuvor längst getötet oder versklavt worden.
e) Das Sein bestimmt das Bewußtsein, Kulturen, deren Mitglieder extremen Zwängen und Notlagen ausgesetzt sind, tendieren eher zum Einsatz von Gewalt, als Kulturen, die seit Längerem in Wohlstand und Freiheit leben. Die muslimische Welt, ist aber in den letzten Jahrhunderten zu großen Teilen von der Unterdrückung durch Türken und Europäer geprägt.
Zitat:
Original geschrieben von Demon17
Meine These lautet nun, Die historischen, biologischen und materiellen Faktoren sind die eigentliche Ursache für die Gewaltbereitschaft des Islam. Bedenken wir auch, das diese aufgrund der mangelnden militärischen Macht sich weitgehend in eher symbolischem Terrorismus erschöpft. Die Zahl der Opfer liegt weit unter der Zahl der Menschen, die der Westen im Irak oder in Afghanistan tötet. Es werden weítere Länder hinzukommen, da sich einige islamistische Fanatiker extrem ungeschickt verhalten und ein militärisches Eingreifen des Westens provozieren.
Ein weiterer Aspekt stellt die Tatsache dar, dass das Bild im Westen von muslimischen Migranten von bildungsfernen Schichten dieser Länder geprägt ist. Dies führt oft zu einer Geringschätzung der Menschen aus diesen Ländern generell. So werden auch einzelne Intellektuelle, die ja zum großen Teil dem Westen sehr aufgeschlossen gegenüberstehen zu muslimischen Fanatikern.
Zitat:
Original geschrieben von Demon17
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Meine These lautet nun, Die historischen, biologischen und materiellen Faktoren sind die eigentliche Ursache für die Gewaltbereitschaft des Islam. Bedenken wir auch, das diese aufgrund der mangelnden militärischen Macht sich weitgehend in eher symbolischem Terrorismus erschöpft. Die Zahl der Opfer liegt weit unter der Zahl der Menschen, die der Westen im Irak oder in Afghanistan tötet. Es werden weítere Länder hinzukommen, da sich einige islamistische Fanatiker extrem ungeschickt verhalten und ein militärisches Eingreifen des Westens provozieren.
Ein weiterer Aspekt stellt die Tatsache dar, dass das Bild im Westen von muslimischen Migranten von bildungsfernen Schichten dieser Länder geprägt ist. Dies führt oft zu einer Geringschätzung der Menschen aus diesen Ländern generell. So werden auch einzelne Intellektuelle, die ja zum großen Teil dem Westen sehr aufgeschlossen gegenüberstehen zu muslimischen Fanatikern.
Zitat:
Ich denke, es geht nicht schlicht um Armut, sondern um Armut und Kulturinhärente Deutungsmuster wie den Islam, aus denen dann "Lösungsangebote" entnommen werden.
Zitat:
Jedoch kann man schon wesentlich mehr darüber sagen, was diese Beobachtung bedeutet, wenn man weiteres Material hinznimmt, wie Egodokumente und Selbstzeugnisse der Täter. In Bekennerschreiben tauchen immer wieder Begründungsmuster auf, die sich auf die Rolle der USA, Israels aber auch Europas beziehen, vor allem hinsichtlich der Globalisierung. Wie richtig oder falsch diese Vorwürfe auch sein mögen, spielt eigentlich keine Rolle, denn die Täter imaginieren eine Heilsbotschaft bezüglich dieser Umstände aus einem Deutungsmuster, welches sie aus ihrer Kultur zu kennen glauben: ihre Religion. Eigentlich ein absurdes Unterfangen, denn die Botschaften Mohammeds beziehen sich entweder auf sehr metaphysische Probleme, die jeder nur mit sich selbst, bzw. mit Gott abmachen kann (sofern man an ihn glaubt) oder auf allgemeingültige Verhaltensnormen wie z.B. Barmherzigkeit und Menschenliebe oder auf sehr spezielle historischer Probleme seiner zeitgenössischen Gesellschaft (Rolle der Frau, Krieg und Frieden, Familien- und Sozialpolitik, Verhältnis von Mensch und Natur, etc.).
Zitat:
Dass die Täter hierzu eigentlich wenige Informationen haben, wird schon dadurch deutlich, dass sie den Islam erstens wortwörtlich verstehen (was gegen die direkte Anweisung des Propheten selbst geschieht) und zweitens auf einen, durch Imame und Muftis in ihrer Mehrheit klar historisch verstandenen sehr engen Ausschnitt bzgl. der Wehrhaftigkeit der Gläubigen gegen Angriffe auf die Umma, der unter der Bezeichnung Djihad firmiert. Und mit dieser sehr engen Botschaft versuchen sie bei der nun tatsächlichen Mehrheit der Muslime, die in Armut leben, politisch zu punkten. Deren offensichtliches Bildungsdefizit ist nun gerad nicht der Boden, von dem man fruchtbare Kritik an dieser kleingeistigen Auslegenung des Koran durch ideologische Brandstiftung ernten kann. Was sonst sollten Terroristen von ihren Taten erwarten, als die Wahrnemung ihrer Botschaft durch deren Adressaten?
Zitat:
Hier zitierst Du einen richtigen, aber durch die meisten islamischen Rechtsgelehrten als historisch verstandenen Ausschnitt islamischen Rechts. Ich will hier keine totale Fachsimpelei, weshalb ich mich daruf beschränke, darauf hinzuweisen, dass die theologisch gebildeten Imame und fast alle Muftis (die sind immer gebildet) sich für ihre Rechtsgutachten auf Inhalte des Koran beziehen, die eine Tötung Unschuldiger verbieten und deutlich machen, dass die Tötung eines Menschen nur in individuellen, wie in kollektiven Notwehrsituationen gestattet ist. Hier ist das Tötungsverbot des Christentums zugegegebener Maßen kategorischer, aber das auch nur in der Theorie, nicht in der historischen Realität. Übrigens deutet alleine die Möglichkeit einer Hudna darauf hin, dass ein Frieden zwischen Moslems und Ungläubigen eben doch denkbar ist *g*.
Zitat:
Dein folgendes Wikipedia-Zitat (immer etwas problematisch als Quelle) könnte in vielen Punkten auch für die letzten 30 Jahre christliche Vorherrschaft über die Muslime in der BRD beschreiben:
Zitat:
Aber wenn Du schon Angst vor den Islamisten hast, dann kannst Du auch gleich Angst vor den Papisten, Freikirchlern und charismatisch bewegten Christen haben. Die spielen schon kalkuliert rhetorisch mit Deiner Fremdenangst
Zitat:
Frauenrechte, europäische Einigung, Rechtsstaatlichkeit und persönliche Freiheitsrechte
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Ich fände das schade, aber alle Personen, die das so wie von Dir beschrieben sehen, müssen gehen, weil sie unsere Verfassung nicht achten. Das beschränkt sich aber nicht auf Moslems.
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SOLA SCRIPTURA - Nur die Schrift! Das ist einer von den vier Glaubensgrundsätzen die Grundlage des lutheranischen Glaubensbekenntnisses sind. Und auch alle anderen Konfessionen der Buchreligion Christentum sehen das so, wie auch die Buchreligion Judentum.
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Soviel zur Historie und den in ihr gescheiterten Theorien! Gegenbeispiele: Ägypten, Syrien, Jordanien, Palästina (kein Land, aber Rechtsraum), Oman, Tunesien, Algerien, Marokko, Türkei, Libanon (in Teilen), Usebikstan, Tadjikistan, Kasachstan, Pakistan, Irak, Malaysia(!), Indonesien, etc. In all diesen Ländern finden wir muslimische Gesellschaften - und mitnichten ein Rechtssystem der Scharia
Zitat:
Und doch tun sie genau das. Such mal bei Google nach "Projekt for a new american century". Und wenn Du gelesen hast, was da so steht, dann versuche mal herauszufinden, wer da so schreibt und wer das so finanziert *flöt*...
Zitat:
Original geschrieben von Lacerta
An dAubusson:
Wir können ja eine vorübergehende Hudna vereinbaren! ;) Am Donnerstag erwartet mich eine mündliche Abschlussarbeit in Philosophie, so dass mir eine kleine Pause sehr gelegen käme. Ich hatte ja nicht einmal die Zeit demon17 zu antworten.
Ich freue mich denoch auf eine baldige Antwort und werde gelegentlich mal vorbei schauen.
mfg
Zitat:
Original geschrieben von d’Aubusson
Philosophie, ein schönes Studium. Lass mich raten: in Bielefeld? Da sei Gott vor!!!:D
Zitat:
Original geschrieben von Lacerta
Ein Philosophiestudium in Bielefeld?? Gott bewahre!!! :rolleyes: Dozierst du etwa in Bielefeld? :D
Zitat:
Original geschrieben von Demon17
Fassen wir doch einmal zusammen,
a) Wir haben in den meisten muslimischen Ländern eine Art von Frühkapitalismus, der einen Bruchteil der Bevölkerung zu Wohlstand verhilft, aber große Teile in Armut verharren läßt. Die Wohlhabende Elite ist meist westlich orientiert und hat kein Problem damit die soziale Situation ihrer Landsleute zu verschärfen. So flossen zu Schahzeiten nicht Milliarden in die Unterentwickelten regionen. Waffen und Luxus waren wichtiger. Das hat Khomeni ausgenutzt, der von den armen Massen des Irans bejubelt wurde.
Zitat:
b) Wir haben ein Wirtschaftssystem, das sich keinen Deut darum schert, ob hunderten von Millionen Menschen die Nahrungsgrundlage entzogen wird um z.B Biodiesel herzustellen. In Ägypten war es vor hundert Jahren die Baumwollproduktion, oder die Schafzucht in Irland. In Irland verhungerte eine Million Menschen oder mehr, weil die meisten von kleinen Kartoffelfeldern lebten, als die Kartoffelfäule ausbrach war es mit dem Überleben der Menschen vorbei. Nach wie vor Terror der Iren gegen England. Die Engländer hatten sich große Teile des Farmlandes unter den Nagel gerissen um Schafe zu halten, der en Wolle ihre Textilindustrie brauchte. Welche Parallele.
Zitat:
c) Durch die Beseitigung der schlimmsten Notlagen, kommt es in diesen Ländern zu starkem Bevölkerungswachstum. Dieses liegt typischerweise über dem Wirtschaftswachstum. Das Bevölkerungswachstum resultiert einfach aus weniger Kriegen, durch eine internationale Gouvernance der Industriestaaten und dem Beseitigung der schlimmsten Seuchen. Die Halbierung ganzer Populationen ist selten geworden. Prozesse wie in Dafur werden zunehmend international eingedämmt.
Zitat:
d) Der normale Ausweg für Gesellschaften mit großem Bevölkerungsüberschuss war seit tausenden von Jahren der Krieg, die Eroberung neuer materieller Lebensgrundlagen. Diese Möglichkeit entfällt.
c) Dies führt in der islamischen Welt zu einer Rückbesinnung auf eine einst erfolgreiche religiös-imperialistische Tradition, wie sie eigentlich jeder existierenden Kultur zugrunde liegt. Denn vergessen wir nicht, die Friedlichen sind in den Jahrtausenden zuvor längst getötet oder versklavt worden.
Zitat:
e) Das Sein bestimmt das Bewußtsein, Kulturen, deren Mitglieder extremen Zwängen und Notlagen ausgesetzt sind, tendieren eher zum Einsatz von Gewalt, als Kulturen, die seit Längerem in Wohlstand und Freiheit leben. Die muslimische Welt, ist aber in den letzten Jahrhunderten zu großen Teilen von der Unterdrückung durch Türken und Europäer geprägt.
Zitat:
Meine These lautet nun, Die historischen, biologischen und materiellen Faktoren sind die eigentliche Ursache für die Gewaltbereitschaft des Islam. Bedenken wir auch, das diese aufgrund der mangelnden militärischen Macht sich weitgehend in eher symbolischem Terrorismus erschöpft. Die Zahl der Opfer liegt weit unter der Zahl der Menschen, die der Westen im Irak oder in Afghanistan tötet. Es werden weítere Länder hinzukommen, da sich einige islamistische Fanatiker extrem ungeschickt verhalten und ein militärisches Eingreifen des Westens provozieren.
Zitat:
Ein weiterer Aspekt stellt die Tatsache dar, dass das Bild im Westen von muslimischen Migranten von bildungsfernen Schichten dieser Länder geprägt ist. Dies führt oft zu einer Geringschätzung der Menschen aus diesen Ländern generell. So werden auch einzelne Intellektuelle, die ja zum großen Teil dem Westen sehr aufgeschlossen gegenüberstehen zu muslimischen Fanatikern.
Zitat:
Original geschrieben von Lacerta
Die Europäer glauben, dass die Muslime nur zum Geldverdienen nach Europa gekommen sind, aber Allah hat einen anderen Plan
Zitat:
Original geschrieben von Demon17
Weist Du Lacerta, ich halte mich lieber an harte Fakten und werde mich bestimmt nicht an der Exegese des Korans und anderer entsprechender Werke beteiligen. Es ist bekannt, das der Islam nahezu ausschließlich über das Schwert verbreitet wurde.
Zitat:
Das Mohammed Mekka erobert hat und nicht überzeugt usw. Doch gibt es soviele unterschiedliche Übersetzungen des Korans und ich werde nun wirklich kein Arabisch lernen um mir selbst ein Bild zu machen. Für mich sind die Texte nicht so wichtig, wichtig sind ihre sozialen Konsequenzen.
Zitat:
Ich lehne sowieso Demut und Unterwerfung ab und werde niemals Gefahr laufen, ein übertriebenes Verständniis für Menschen zu entwickeln, die sich irgendwelchen Göttern unterwerfen. Aus meiner Sicht ist das einfach ein zeichen von Schwäche, die einer Illusion bedarf. Ich bin gegen die Duldung von Zwangsehen, für die Abschiebung von Hasspredigern und begrüße strenge Strafen für die Propagandisten von Al Kaida. Doch möchte ich auch keinen Keil zwischen mich und Muslime treiben lassen, mit denen ich ganz gut klar kommen, auf einer netten oberflächlichen Weise, die jedem den Freiraum läßt, den er braucht. Deine Kritik ist mir zu pauschal.