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Hancock ignorieren und Geld sparen!

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geschrieben von: Montrose

Am Wochenende war ich in Hancock. Ich hab selten einen liebloser zusammengestoppelten und blöderen Film gesehen als diesen. Man kann sich genau ausmalen, wie ein paar Geschäftemacher mal in 5 Minuten ausdiskutierten, was man alles zusammenmixen muss, um dem doofen Publikum die Knete aus der Tasche zu ziehen. Ich hab in dem Film kein einziges mal gelacht.

Handlung: ein negroider Superman (Will Smith) ist obercool und meist besoffen. Markenzeichen: Pudelmütze mit Hirsch drauf. Wenn er mit seinen Superkräften jemand retten will, dann richtet er meist mehr Schaden an.

So weit, so gut. Wenn das wie "Dragonfly" als Witzfilm daherkäme, nichts dagegen.

Aber der Film kommt mit einer ernsten Psycho-Schiene daher: der Superheld säuft nur, weil er einsam ist. Und die Geretteten sind üble Typen, weil sie in den Untaten des Helden den guten Willen nicht erkennen.

Sorry, entweder Klamaukfilm oder ernsthafter Themenfilm. Aber beides zusammen ruft bei mir Brechreiz hervor. So etwas anzugucken, ist schlichtweg peinlich, insbesonders da ernste Themen verkitscht werden.


Grund, sich richtig dafür zu schämen, für dieses üble Geschlonz Hollywoods sieben Euro abgedrückt zu haben, war dann diese Szene, als Superman Superwoman begegnet, und sie ihm erklärt, dass man sie früher eine Göttin nannte, dass sie mit Kennedy eine tolle Affäre hatte und blablabla.

Ein Dialog, in dem sozusagen alle bombastischen Ereignisse der "Weltgeschichte" alleine dafür herhalten, dass eine drittklassige Schauspielerin, eine laue Story, vollverblödete Dialoge und Null Atmosphäre doch noch irgendeine Form von "Spannung" ergeben. Das ist etwa so, wie wenn man einen Goldbarren dazu benutzt, um einen wackelnden Tisch zu stabilisieren. Beim Tisch würde das wenigstens klappen...


Das Drehbuch zu Hancock ist nichts weiter als ein Stück Dreck.

Will Smith beweist, dass er für differenziertere Rollen schlichtweg nicht das Format hat. Und Superwoman hat die Ausstrahlung eines mittelmäßigen College-Girls, das aufgeregt darüber berichtet, dass ihr beim Stullenschmieren der Fingernagel abgebrochen ist. Aber selbstverständlich kam dann gleich der Papst höchstpersönlich vorbeigeflogen, um den Fingernagel wieder anzukleben. :rolleyes: Scheißdreck, sonst gar nichts.

Prädikat: peinlichster Film des Jahres 2008.



geschrieben von: Demon17

Will Smith ist höchstens für flachsinnige Kommödien zu gebrauchen. Ein alberner Komiker ohne Hintergrund und Tiefgang. Genau das richtige für das Bild vom verblödeten Filmkonsumenten, das Hollywood anscheinend hat.:rolleyes:



geschrieben von: Seneca

Vielen Dank für die Warnung!



geschrieben von: frozen heart

ich mag deine tischmetapher :D



geschrieben von: Trauerwesen

Ich habe den Film nicht gesehen, muss aber auf einen Punkt mal eben kurz eingehen bzw diesen erweitern:

Zitat:
Original geschrieben von Montrose
Man kann sich genau ausmalen, wie ein paar Geschäftemacher mal in 5 Minuten ausdiskutierten, was man alles zusammenmixen muss, um dem doofen Publikum die Knete aus der Tasche zu ziehen.


Das Problem an der Sache ist, dass das Drehbuch bereits länger existierte. In zynischer, düsterer, böserer Form. Man hat es dann natürlich massiv umgeschrieben und damit abgeschwächt, damit man einen typischen Popcorn-ich-gebe-mein-Gehirn-an-der-Garderobe-ab-Film bekommt.

Ich verstehe allerdings nicht, seit wann Oscarpreisträgerinnen zu drittklassigen Schauspielern gehören, zumal der Oscar für Monster definitiv verdient war? Gut, eine Halle Berry war einmal gut, sonst nie so wirklich, aber Theron hatte schon öfter bewiesen, dass sie was kann.


Demon17:
Dass Smith auch anderes kann, und zwar auch überzeugend, hatte er aber bereits schon in Ali und Das Streben nach Glück bewiesen. Ich finde, hier tust du ihm durchaus ein wenig Unrecht.



geschrieben von: Demon17

Zitat:
Ali und Das Streben nach Glück bewiesen.
Eine Schwalbe macht noch keinen Frühling. Men in Black hat mich total kuriert. Ich kann über diese Art von Humor einfach nicht lachen.



geschrieben von: Trauerwesen

Zitat:
Original geschrieben von Demon17
Eine Schwalbe macht noch keinen Frühling. Men in Black hat mich total kuriert. Ich kann über diese Art von Humor einfach nicht lachen.


Da kann ich auch nicht drüber lachen, habe generell meine Probleme mit Komödien, aber wenn du meinst, er wäre "höchstens für schwachsinnige Komödien zu gebrauchen", dann ist das so ja nicht ganz richtig.
Das heisst ja nicht, dass seine Komödien gut sind, nein, es ist durchaus lahmes Popcornkino, aber die Aussage stimmt halt nicht ganz. Ich betrachte das auch eher als Ausnahmeerscheinung, aber wie gesagt, er hat auch schon Drama gespielt.



geschrieben von: Demon17

Mag sein, aber Will Smith ist inzwischen nun mal ein Markenzeichen für verblödelte Kommödien. :rolleyes:



geschrieben von: Desengano

hm ich fand "i am legend" keine verblödete komödie ^^



geschrieben von: Montrose

Vielleicht ist er in I am Legend besser. Ich hab den Film nicht gesehen. Was die Komödien angeht (Wild Wild West und natürlich die beiden Men in Black), so schwingt bei mir nichts mit, wenn ich Will Smith sehe. Der ist zu distanziert.

Nehmen wir mal Chris Tucker (Rush hour). Der ist auch schwarz, der macht auch Komödie. Und ich sehe den Mann gerne, bin gespannt, was der in einer Filmszene als nächsten Scheiß baut. Der muss nicht zwanghaft und ohne Selbstironie den Coolen spielen. Und das ist wohl der Unterschied.

Zitat:
Ich verstehe allerdings nicht, seit wann Oscarpreisträgerinnen zu drittklassigen Schauspielern gehören, zumal der Oscar für Monster definitiv verdient war?
Schauspieler nehmen manchmal auch B-Movies an.
Nehmen wir mal Peter O.'Toole. Ich hätte mir für "Troja" keinen würdigeren Darsteller des Priamos vorstellen können. Beachtlich.
Dann aber gibt es auch das unsägliche Machwerk "Phantoms", in dem der Erdboden zu einem Monster mutiert. Es mag ja sein, dass auch in solch sehr schlechten Filmen (Dean Koontz kommt übrigens nicht mal ansatzweise an Stephen King ran. Ich weiß, alle behaupten das Gegenteil. Aber Koontz hat keine Psychologie, Stephen King hingegen denkt mit)ein Superschauspieler super schauspielert. Aber er kann sich noch so bemühen: einen schlechten Film macht der beste Mime nicht besser.

Und so ist das auch bei der Charlize Thon. Natürlich sagt die ihren Text in Hancock perfekt auf. Die holt raus, was irgendwie rauszuholen ist. Aber an Stellen, wo ein Drehbuch nichts taugt, tun mir die Schauspieler leid, die sich da unter Preis verkaufen.



geschrieben von: Trauerwesen

Monty:

Ja, da gebe ich dir aber recht, Schauspieler können auch unterfordert sein. Hatte das dann etwas anders verstanden.



Demon:

Auch dir gebe ich Recht, es ist kein Wunder, dass der Film die Leute ins Kino zieht, weil sie genau wissen, was sie erwartet. Und wer halt drauf steht...



geschrieben von: Desengano

Zitat:
Original geschrieben von Montrose

Nehmen wir mal Chris Tucker (Rush hour). Der ist auch schwarz, der macht auch Komödie. Und ich sehe den Mann gerne, bin gespannt, was der in einer Filmszene als nächsten Scheiß baut. Der muss nicht zwanghaft und ohne Selbstironie den Coolen spielen. Und das ist wohl der Unterschied.




hehe aber vielleicht würde er das gerne? weißt du ja nicht. chris tucker spielt von "friday" bis "rush hour" immer ähnliche rollen ohne großen tiefgang. will smith hingegen ist mitlerweile ein superstar, den alle buchen wollen. kannst ja von beiden halten was du willst, aber nur weil sie schwarz sind und komödie machen kann man sie nicht vergleichen. finde das sind total unterschiedliche typen.

udn charlize theron verkauft sich hier unter wert, das stimmt. fand sie auch bissl deplaziert in dem film.



geschrieben von: die nuss

was erwartet ihr von hollywood? das ist reiner kommerz. filme für die masse...
wenn ihr filme mit tiefgang und einer mal ''etwas anderen'' handlung haben wollt, müsst ihr euch entweder deutsche b-filme angucken oder mal arte einschalten.



geschrieben von: Seneca

Zitat:
Original geschrieben von die nuss
was erwartet ihr von hollywood? das ist reiner kommerz. filme für die masse...
wenn ihr filme mit tiefgang und einer mal ''etwas anderen'' handlung haben wollt, müsst ihr euch entweder deutsche b-filme angucken oder mal arte einschalten.

Diese Ausage hinkt, da auch in "Hollywood" und von vielen dort ansässigen Produktionfirmen anspruchsvolle Filme gedreht werden. Im Gegenzug ist immer weniger von dem was aus Babelsberg kommt wirklich gut....spätestens seit jede zwote Produktion so eine unsäglicher Jugend- oder Comedyproduktion ist.



geschrieben von: more

Zitat:
mal arte einschalten
Wenn man Softpornos als anspruchsvolles Drama ansieht, dann ja.

Arte ist lange schon nicht mehr das, was es mal war... Leider

Ich war übrigens in Hancock - und der Film war eigentlich ganz nett. Zumindest bin ich (aufgrund dieses Threads) mit großen Vorurteilen und Bedenken in diesen Film gegangen. Ich war dann trotzdem recht angenehm überrascht.
Ich glaube auch kaum, dass jemand der die Vorschauen gesehen hat, einen Film von hochtrabender schauspielerischer Leistung oder großen Drama erwartet hat... Wer mit solchen Vorstellungen in den Film ging, der braucht sich nicht wundern.



geschrieben von: CarlMccoy

Zitat:
Original geschrieben von more
[B

Ich war übrigens in Hancock - und der Film war eigentlich ganz nett. Zumindest bin ich (aufgrund dieses Threads) mit großen Vorurteilen und Bedenken in diesen Film gegangen. Ich war dann trotzdem recht angenehm überrascht.
/B]


Dieses Phänomen kann ich bei mir immer wieder beobachten. Je schlechter der Film vorher gemacht wird, desto besser finde ich ihn später. Die Erwartungshaltung wird hier enttäuscht. Nur eben im positiven Sinne. Ich fand den Film auch ganz nett, oder wie eine Kollege von mir zu sagen pflegt: "Es ist halt kein Citizen Cane".

Ich fand den King auch immer besser. Aber Koontz ist nicht so viel schlechter. An dieser Stelle wäre Intensity zu erwähnen, auf dem wohl ein großer Teil des Filmes High Tension basiert.





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