[The Dark Knight] - German Gothic Board

German Gothic Board

sinistre Kultur
Gothic Forum & Gothic Chat
auf dem Portal von Nachtwelten

German Gothic Board Chat Gothic 500 - Topliste by nachtwelten

Nachtwelten | Gothic Board | Gothic Chat | Boardarchive





Seiten:1



The Dark Knight

(Klicke hier, um das Thema mit vollen Farben / Abbildungen zu betrachten)



geschrieben von: Trauerwesen

Da ist er also, der Film, der insbesondere durch Heath ledgers Tod einen ganz speziellen Hype erfahren hat und die letzten Wochen alle möglichen Rekorde in den USA gebrochen hat. Und man sich nun die Frage stellt: Wird The Dark Knight selbiges in Deutschland schaffen, und wird er dem Hype gerecht?

Die Antwort lautet kurz einfach: Ja!

Nachdem Batman Begins bereits neue Maßstäbe setzte, das Thema Batman ernsthafter in Erscheinung treten ließ, einen der wenigen Actionfilme mit Tiefgang und komplexer Story bot, war die Messlatte hoch. Doch The Dark Knight hat diese für einen potentiellen dritten Film der Reihe noch höher gesetzt. Der Film gehört nicht zu den Fortsetzungen, die schlechter als die Vorgänger sind, sondern ganz im Gegenteil.

Und trotzdem muss man heath Ledgers Leistung gesondert erwähnen: Ich hatte irgendwann Tränen in den Augen, und zwar nicht, weil er gestorben ist, sondern weil seine Leistung einfach so überwältigend war. Allein dieser Gang, diese Mimik, die Gestik... GROßARTIG!!! Den kleinen Anarchisten, der Genie und Wahnsinn in einem verkörpert, kauft man ihm nicht nur ab, es ist irgendwie mehr. War Nicholson in Burtons Batman Returns schon nicht schlecht, wie man es von einem Jack Nicholson gewohnt ist, stellt Ledger hier alles in den Schatten, und reiht sich mit seiner Leistung in die Riege der großartigsten Bösewichte ein, gleich neben Anthony Hopkins als Lecter und wen es da sonst noch so gibt. Anarchie, Anarchie und Spaß, mehr will er nicht, ist dem Wahnsinn einfach verfallen. Sorgt auch für manche Lacher, wenn man denn so will, ohne irgendwie lächerlich zu wirken. Den Joker nimmt man ernst für das, was er ist und was er tut. Eine Witzfigur ist rein gar nicht, dafür strahlt er zuviel Wahnsinn aus. (Und dabei habe ich heute noch eine soziologische Abhandlung über Befreiung von Normen, was im Extremen gut Anarchie sein kann, und Blödeln gelesen... hihi).
Ledger hat die Leinwand komplett einnehmen können, was generell nicht jeder Schauspieler kann.
Sollen sie ihn doch ruhig posthum für den Oscar nominieren, die Leistung rechtfertigt dies definitiv.

Die anderen Darsteller werden zwar ein wenig an die Wand gestellt, aber zeigen dennoch gute bis sehr gute Leistungen, was bei einem Christian Bale, Morgan Freeman, Gary Oldman, Aaron Eckart und einer Maggie Gyllenhaaal jedoch auch zu erwarten war.

Und auch wenn wir hier einen Actionfilm haben, gibt es durchaus genug Dramatik, tiefgehendes, und Komplexität. Keine 08/15-Story, auch wenn sie manchmal doch ein bisschen zu verworren und undurchsichtig daherkommt. Aber sie packt einen, sie überrascht einen (wenn auch nicht immer, wie erwünscht), sie reisst mit und unterhält dennoch.
Die Dialoge haben teilweise auch richtige Perlen, und wie gesagt, die Story ist durchdacht und nicht geradlinig oder platt. Da ist den Autoren schon einiges eingefallen, was wunderbar miteinander verknüpft wurde; teils sogar richtig gute Ideen.

Die Effekte waren erwartungsgemäß auch sehr gut, gleiches gilt für Choreographie, Kamera und Sound. So gesehen Action auf dem höchsten Niveau, auch wenn man sich manchmal doch fragt, wie einiges nun gehen sollte, 2 Mal musste ich mit dem Kopf schütteln, weil es doch bei einer actionszene ein wenig too much und zu unrealistisch war, Comicverfilmung hin oder her.

Der Score war relativ düster, passte aber zu dem Film und wirkte nie aufdringlich, also demnach auch einfach nur passend und perfekt.

Die Länge des Films könnte man durchaus kritisieren, aber da Langatmigkeit eigentlich kaum aufkommt, und der Film eben eine komplexe Geschichte erzählt, die auch zu Ende erzählt werden muss, kann man darüber wegsehen.

Großes Manko ist, wie bereits bei Batman Begins, diese dusselige tiefe Stimme (ja Ilo, geh ihn ankucken :D) von batman. Man konnte fast meinen, Carl McCoy befindet sich in dem Anzug statt Bruce Wayne, nur halt in lächerlich, aber irgendwann hat man sich daran gewöhnt, was die Stimme aber nicht weniger dusselig macht. Beim ersten Mal dachte ich nur "ach du Scheiße, nicht schon wieder", aber wie gesagt, wenn ich tiefe Stimmen hören will, höre ich die Fields oder vergleichbares. Eine tiefe Stimme mag zwar passen, aber das ist dann wirklich doch zuviel.


Fazit:
Mag ich viele Actionfilme eigentlich weniger, gehört The Dark Knight, wie sein Vorgänger, nicht dazu, da wir hervorragende Darsteller, - einen mit einer Weltklasseleistung, eine gute Story und ein hohes technisches Niveau (Kamera, Effekte, Sound, Score) haben.
Ganz großes Kino, es stimmt eigentlich fast alles!



geschrieben von: Jagdwolf

Jetzt bin ich erst recht gespannt auf den Film.



geschrieben von: Scharlatan

und ich bin jetzt auch ganz hibbelig ;-)



geschrieben von: Trauerwesen

Man muss halt drauf gefasst sein, dass der Film düster und ernsthaft ist. Von einer ironischen, "bunten" und comichaften Version von Batman hat er eben nichts, wie sein Vorgänger auch.
Bei Moviemaze wurde kritisiert, dass der Sarkasmus von Batman/Bruce Wayne fehlt - ich bin da anderer Meinung. Dieser fehlt zwar, aber da der Joker einige Lacher aufgrund seiner Art hervorrufen kann, wäre es eine falsche Entscheidung gewesen, Bruce auch noch "witzig" sein zu lassen, da der Film dann Gefahr laufen würde, seine Ernsthaftigkeit zu verlieren und ins Lächerliche abzudriften.


Naja gut, die meisten, die den Film schauen, werden den ersten Film kennen und wissen in etwa, was sie erwartet.



geschrieben von: NeoGenetic

Oh mann, freu ich mich da drauf ^^
Morgen gehts rein, Karten sind Bestellt, Mädel fürs Date is auch schon an der Hand...
Kann nix mehr schiefgehn :D



geschrieben von: Creobotra

ich bin noch uneins, ob mir die darstellung des Jokers gefallen wird...
ich hab den film noch nicht gesehen, aber in den vorschauen.. weiß nicht.
als comic-extremist (:)) hab ich natürlich schon ein gewisses bild (aus den guten grafik-novels versteht sich). irgendwie kam er mir im film doch ein wenig "abgefuckt" vor, kann das sein?



geschrieben von: Trauerwesen

Zitat:
Original geschrieben von Creobotra
irgendwie kam er mir im film doch ein wenig "abgefuckt" vor, kann das sein?


Joar, kann sein. Doof ist er aber absolut nicht, er stellt halt den puren Wahnsinn dar, mit massiver Anarchie. Hat aber trotzdem irgendwie alles unter Kontrolle, ist so gesehen ein Genie.

ich war auch erst skeptisch, aber so ironisch, wie ihn Nicholson darstellte, ist er definitiv nicht. Er ist irgendwie "menschlicher", wenn auch total gestört.
Mir gefiel der Joker hier aber ziemlich; eine Interpretation wie die von Nicholson aus Batman Returns würde aber auch nicht zu diesem Film passen (Burtons Werk ist ja eh komplett anders, eigentlich auch kaum vergleichbar).

Wie gesagt, für mich gehört dieser Joker nun zu den besten Bösewichten. Ob dir die Interpretation gefallen wird, sei aber natürlich trotzdem hingestellt ;).

ich schätze aber eher, dass du die Darstellung von two Face ein wenig bemängeln würdest, die kommt ein wenig zu kurz und eben nicht schizophren rüber.



geschrieben von: Ardath Bey

Ich schließe mich Trauerwesen an.
Sicher, es ist und bleibt ein action comic aber wie schon gesagt wurde auf sehr hohem Niveau und mehr Gesellschatskritik als mach ein möchtegern Film wie Der Soldat James Ryan z.B.
Ist doch schon lustig das der Irre der die Stadt ins Chaos stürzt mit Müll-, Feuerwehr- und Polizeiwagen herum macht.
Das er in einer Zeit da US Banken alle den Geist aufgeben diese Institutionen in Verbindung mit organisiertem Verbrechen bringt.

@ Trauerwesen
Was die dusselige tiefe Stimme betrift. Ich denke es wäre durchaus blöd wenn irgendein Handtaschendieb Bruce Wayne im TV sieht und meint: "Hey, die Stimme kenn ich. Das ist Batman!" ;)
Gäbe vielleicht andere Stilmittel aber die Stimme zu verstellen macht durchaus Sinn.



geschrieben von: Trauerwesen

Zitat:
Original geschrieben von Ardath Bey

@ Trauerwesen
Was die dusselige tiefe Stimme betrift. Ich denke es wäre durchaus blöd wenn irgendein Handtaschendieb Bruce Wayne im TV sieht und meint: "Hey, die Stimme kenn ich. Das ist Batman!" ;)
Gäbe vielleicht andere Stilmittel aber die Stimme zu verstellen macht durchaus Sinn.



Stimme verstellen ist ja ok, es ist auch klar, dass eine Kastratenchorstimme nichts wäre, aber mir ist die einfach nach wie vor zu tief.



geschrieben von: NeoGenetic

Ich war drin, kann der ersten Kritik oben nur zustimmen, super Film.
Aber ich fands enorm schade, dass TwoFace so wahnsinnig kurz kam...da hätte man doch nen tollen nächsten Bösewicht für nen nächsten Film draus machen können...



geschrieben von: CarlMccoy

Servus!

Da ja vieles von den positiven Dingen schon gesagt wurde, beschränke ich mich mal auf die schlechten.

TDK fand ich stellenweise doch sehr langatmig und die Story mal abgesehen von dem Joker-Part war einfach nur 08/15.

Batman Begins ist für mich ganz klar der bessere Film. Der Hype um TDK ist, meiner Ansicht nach, nicht im geringsten gerechtfertigt.

Wahrscheinlich bin ich irgendwie beschränkt, denn ich kann in keinster Weise nachvollziehen, wieso alle Leute auf den Film abfahren. Da sind zwar schon genug coole Szenen drin aber zwischendrin passiert mal grad gar nicht. Der Film hätte locker eine halbe Stunde kürze sein können.

Und dann diese unsäglichen Technik-Gimmicks. In anderen Foren wurde ich schon als Realismusfanatiker bezeichnet. Ich weiß, es ist eine Comicverfilmung aber irgendwo ist dann doch Schluss. Vor allem weil die Serie ja schon ein wenig auf den Realismusfaktor setzt.

Und dann das Ding mit 2face. Wurde auch irgendwie verheizt. Erinnert irgendwie an Darth Maul in Star Wars. Im nächsten Teil kommen dann der Pinguin, Catwoman, Riddler, Mr Freeze. Jeder bekommt seine zwanzig Minuten Filmmaterial und dann auf Wiedersehen. Die Figur fand ich fast noch interessanter als den Joker.

Heath Ledger hat meiner Ansicht nach den ganzen Film getragen. Wäre er nicht gewesen...ihm hätte man definitiv mehr Screentime geben müssen.

Für mich eine verschenkte (riesengroße) Chance, obwohl alle Zeichen auf Sieg standen. Technik, Schauspieler, alles Top. Aber die Story und das Drehbuch (ich hasse mich für diese Aussage) ziehen das ganze zu runter.

Gruß

Marc



geschrieben von: frozen heart

mal an alle, die auch batman begins gesehen haben (oder auch an alle, die ahnung von batman allgemein haben):

könnte es sein dass "scarecrow" aus batman begins der spätere joker ist? in bb sagt der nämlich bei seiner ersten begegnung mit batman sowas wie "sie sehen aus, wie jemand, der die dinge immer etwas zu ernst nimmt". außerdem kommt er auch außer klapse und hat nen kleinen schadenund rennt mit maskierung rum und so^^

das hat mich sehr an den joker erinnert (hab die filme in der verkehrten reihenfolge gesehn).



geschrieben von: Trauerwesen

Zitat:
Original geschrieben von frozen heart
mal an alle, die auch batman begins gesehen haben (oder auch an alle, die ahnung von batman allgemein haben):

könnte es sein dass "scarecrow" aus batman begins der spätere joker ist? in bb sagt der nämlich bei seiner ersten begegnung mit batman sowas wie "sie sehen aus, wie jemand, der die dinge immer etwas zu ernst nimmt". außerdem kommt er auch außer klapse und hat nen kleinen schadenund rennt mit maskierung rum und so^^

das hat mich sehr an den joker erinnert (hab die filme in der verkehrten reihenfolge gesehn).



Er kommt zwar vor, aber soweit ich ihn richtig erkennen konnte, wird Cillian Murphy, der Scarecrow im ersten spielte, später nochmal als einer der Leute vom Joker gezeigt (Stichwort Harvey Dent dreht etwas durch). Bin nicht sicher, aber rein von den Comics her und überhaupt sind es zwei verschiedene. Also die Anzeichen dafür, dass sie die gleichen sind, sehe ich nicht. Es würde von der Persönlichkeit her auch keinen Sinn machen, da sie doch sehr verschieden sind, wenn man sich mal so manche Macken der beiden anschaut. Zwar beide verrückt, aber eben anders.
Ich gehe eher davon aus, dass er den Joker dort bereits kennt und mit ihm zu tun hatte, deswegen die ähnliche Aussage zur typischen vom Joker "Why so serious?".



geschrieben von: Jensemann

Das war mein erster Batman Film ueberhaupt und ich war angenehm ueberrascht. Ueberrascht hat mich aber auch die Gewalttaetigkeit des Streifens, wobei ich immer dachte Batman waere Familienaction. Mag an der gesehenen Version liegen, aber doch ganz schon brutal... Gelohnt hat es sich allemal.



geschrieben von: coma_black

Ein toller Film! Vor allem scheinen sich die Macher Miikes "Itchi the Killer" angeschaut zu haben, der das Sado-Maso-Verhältnis von "Batman" und "Joker" ironisch offenlegte ("Joker" als Masochist, der sich von "Batman" die ultimative Schmerzerfahrung erhofft und nebenbei die Mundwinkel bis zu den Ohren aufgeschlitzt hat).
Two-Face ist in TDK leider nur eine Illustration der Dichotymie Gut-Böse, die sich in den Gegensätzen der Hauptfiguren, aber auch in den Figuren selbst ausdrückt, und von daher etwas verschenkt, aber schon alleine der Bleistift-Verschwinde-Trick ist es wert, sich diesen Film anzuschauen ;)



geschrieben von: belladonna

Zitat:
Wahrscheinlich bin ich irgendwie beschränkt, denn ich kann in keinster Weise nachvollziehen, wieso alle Leute auf den Film abfahren.


Nein, das bist du nicht, denn auch ich kann das in keiner Weise nachvollziehen! Gestern haben mein Mann und ich uns den Film zu Hause angesehen und waren übelst enttäuscht! Und vor allen Dingen enttäuscht uns, daß offensichtlich so viele Leute diese "man nehme etwas Saw, etwas James Bond würze das ganze kräftig mit hochkarätigen Schauspielern-Grütze" auch noch fressen.

Die Figur des Joker war für mich nichts anderes als ein Sprung auf das "ich bin ein durchgeknallter Serienkiller mit einer pseudophilosophischen Botschaft-Trittbrett" was ja gerade sehr "in" zu sein scheint...

Der Film war einfach nur platt mit ganz viel Spektakel drumherum, gegen Ende des Films war es fast nicht mehr möglich der Handlung noch zu folgen. Das fühlte sich für mich an als würde ich drei Filme auf einmal sehen, viel zu schnelle Schnittfolge. Naja, für jemanden der täglich am Computer zockt ist das vielleicht Slowmotion aber ich hatte damit echt meine Probleme. Und das kann nicht nur am spanischen Rotwein gelegen haben den ich immer beherzter getrunken habe um "es zu ertragen".

Lediglich bei der Szene mit den zwei Fähren gab es einen Anklang von Tiefgang. Diese Szene wäre meiner Meinung nach ein guter Stoff für einen ganzen weitaus interessanteren und tiefgründigeren Film gewesen. Aber das ist wie gesagt nur eine kleine Szene und rechtfertig in keiner Weise die für meine Begriffe doch recht abartigen Gewaltszenen. BTW: was an dem Bleistiftverschwindetrick jetzt so toll und sehenswert gewesen sein soll, erschließt sich mir nicht ganz :rolleyes:

Schade, ich hatte mich wirklich sehr auf den Film gefreut, was ich bisher darüber gelesen hatte, machte mich sehr neugierig, aber der Film hält leider überhaupt nicht was die Kritiken versprechen.



geschrieben von: Goat93

Die Rolle des Jokers war totaler Schrott. Mir ist zudem einmal
aufgefallen, das der Schauspieler sich bei Michael Keaton's
schauspielerei im Film von beetlejuice ähhh "Inspirieren" ließ.
Sah voll gleich aus irgendwie. Dazu ist die ganze Real Atmo
des ersten Teils völlig baden gegangen. Im ganzen Film
denkt man sich, wieso kommt keiner vorbei, haut dem Joker
einfach eins in die Fresse und der Film ist vorbei?
Was den ersten Teil ausgemacht hat, der Bezug zur
Realität, wurd im Zweiten völlig versaut. Auch der gute Harvey
wurde eeeetwas übertrieben dargestellt.



geschrieben von: coma_black

"The Dark Knight" ist deswegen so gut, weil er in der Tarnung einer Comicverfilmung (=Kinderkacke) aufzeigt, daß es "Gut" und "Böse" nicht gibt, sondern lediglich ausgelassenen Wahnsinn - und zwar auf beiden Seiten. Auf seine eigene Weise ist Batman nämlich auch nur ein armseliges Psychopathenwürstchen im Fetischdress. Dies wirft, wenn man weiterdenkt die Frage auf, was für Typen es denn in der Realität sein mögen, die den Überwachungsapparat bedienen, um für das zu sorgen, was sie als "Ordnung" empfinden.
Einen Film, in dem der zivilisierte Mensch dermaßen schlecht wegkommt - auch wenn die Situation auf den Fähren versöhnlich suggerieren soll, der Homo Sapiens wäre seiner Natur nach edel, hilfreich und gut - einen solchen Film hätte ich aus Amerika zur Zeit einfach nicht erwartet, zumindest nicht als Big-Budget-Blockbusterproduktion. Daß dieses Konzept natürlich auf Rasanz und Schauwerte setzt ist ein Manko, das mir angesichts von visuellem Overkill und Videoclipästhetik im modernen Unterhaltungsfilm schon gar nicht mehr auffällt.

Und den Trick mit dem Bleistift finde ich trotzdem klasse. :q



geschrieben von: Goat93

o.0

Sin City?
Spider Man?
Hellboy?
V wie Vendetta?

Die Zeit der strahlenden Helden ist schon lange vorbei, die
Psychoseite hat Tim Burton schon in seinem Film subtil drin,
in Spiderman ist es sogar ein normaler Teil der Story *kopf-
schüttel. An dem Film ist nix neu in einer Zeit wo Will Smith
einen besoffenen Superhelden spielt :rolleyes:

Und der Wahnsinn in dem Film... ich mag die Schauspielerische
Leistung des Batman Darstellers, war ja auch vom ersten Teil
richtig angetan, nur was dieser Erbärmliche Joker Mist da soll,
bleibt mir für Ewig schleierhaft. Ein Psychisch angeknakster
Kleinkrimineller spaziert mal eben so einfach zu ner Mafia
Sitzung und labert die voll, ne is klar ^^Y

Den trick mit dem Bleistift kannst du dir etwas anders auch
bei natural born killers ansehen, wo der Trick auch geklaut
wurde....

edit:

Wenn man natürlich von Comic=Kinderkram ausgeht in einer
zeit wo die Japanischen Anime ganze Konisääle füllen..
najooo eventuell mal bissle auf die Umwelt von selbst achten,
gelle ^^"



geschrieben von: coma_black

Der "Joker-Mist" ist die Weiterentwicklung von Johnny Depps Jack Sparrow und ähnlichen Anarcho-Clowns. Und natürlich ist im Dark Knight genausowenig wirklich etwas Neues zu sehen wie in den genannten Beispielen - in der postmodernen Kunst kann man eben nur noch mehr oder minder geschickt alte Ideen neu aufwärmen, Botho Strauß hat in diesem Zusammenhang einmal den Künstler treffend als "Schriftfortsetzer" bezeichnet. Im Grunde erzählen wir uns nämlich noch immer dieselben Geschichten wie unsere in Felle gehüllten Urahnen, in endloser Variation die Story vom Neujahrskind, das den König des alten Jahres abschlachtet, damit der Zyklus von Leben und Tod erneut beginnen kann.
In der griechischen Komödie wurde dieser Heroismus von den Satyrn hämisch kommentiert, ein paar Jahrhunderte darauf durfte dann der bocksbeinige Teufel sich in den Passionsspielen oder bei Doktor Faust über die Menschheit lustig machen - heute persifliert eben der Joker als teuflischer Kasper das Ordnunggstreben der Normalbürger, der Clownsfisch Nemo wird beinahe verhäckselt und veräppelt dabei von Dionysos und Odysseus bis zum verlorenen Sohn den heiligen Ernst, spielt sich sogar als Messias auf. Die puritanischen Reiniger Jason, Myers und Co. sind bunt kostümiert und in der Scream-Reihe sogar ständig am Stolpern usw.

Wie weiter oben schon gesagt, die definitive Arbeit zu diesem Thema ist "Itchi the Killer", aber der Dunkelknecht ist konsequent düster und als Comicverfilmung ein begrüßenswerter Kontrast zu all dem seichten Quatsch, den bisherige Versuche darstellten. (Spiderman einmal ausgenommen, aber den dort geführten Diskurs über den Körper, der den Film zum Gegenstück von Raimis Tanz der Teufel werden läßt, haben die meisten Zuschauer und Kritiker ohnehin nicht bemerkt).



geschrieben von: Goat93

Ich finde den Dunklen Ritter eben nicht konsequent
düster, mit diesem teil ist er wieder in das kitschige
puntpunte abgedriftet, wo der erste teil eben noch
eine gewisse düsterniss vermittelt hat...
Der Joker ist leider kein Teuflischer
Kasper, sondern nur ein armseliger abklatsch dessen.
Ich vermisse einfach das wirklich "teuflische", stattdessen
soviel gezwungenes klischee. Im normalfall würd ein
haufen drogendealer vorbeikommen und den armen
joker einfach zusammenschlagen (können) und genau
dieser punkt gefällt mir daran nicht. Der joker versucht
eine macht über menschen darzustellen, die er gar nicht
hat, dafür wird mal wieder einfach in die trickkiste gewühlt
und gehofft, das die doofen zuschauer das nicht peilen...
scheint ja auch zu funktionieren...

Ich möcht dir auch wiedersprechen, das man nur altes
wieder aufwärmt, auf der generellen Masse an Multimedia
mag das stimmen, das Publikum kann sich damit auch am
besten identifizieren, es existiert aber auch genügend
Material, was völlig frei vom stereotypischen eigene
Geschichten erzählt.



geschrieben von: coma_black

Dann nenne mir bitte ein Beispiel. Meines Wissens klaut sogar David Lynch gezielt alle Versatzstücke bunt zusammen, wenn auch das Endergebnis in seinem Fall immer eine Klasse eigenständiger aussieht als bei anderen.

edit: Der Joker steht als satanischer Spaßmacher halt eher in der Tradition von Gustav Gründgens, dessen Mephistopheles auf den ersten Blick auch einfach nur nervt - allerdings ist es gerade das Fehlen jeglicher "vernünftiger" Motivation, das ihn so beängstigend macht. Für sich alleine genommen macht er eher einen harmlosen Eindruck, aber ihm gelingt es, die dunkle Seite aus den Menschen herauszukitzeln, darum werden in dem Film ja auch alle plötzlich ziemlich böse; vielleicht würde er es sogar genießen, wenn ihn hergelaufene Punks vermöbeln, denn er infiziert nicht nur seine Umwelt mit Chaos, sondern ist als Figur ja ausdrücklich masochistisch angelegt und arbeitet absichtlich von Anfang an auf seine Niederlage hin.



geschrieben von: Goat93

man kann sich alles schöninterpretieren, oder?

der joker steckt leider, im gegensatz zu dem mephistopheles,
in einem "vernünftigen" kleid, das bedeutet er arbeitet selbst
völlig ordentlich und stellt in sich im film eine ordnung dar, die
sich im willen nach dem chaos ja selbst völlig wiederspricht.
wenn er wirklich das chaos, was er darstellen soll, auch
machen würde, wäre es ja toll. aber das findet man im film
leider vergebens. ich sehe da nur ein billigen schauspielerischen
abklatsch der vom tod des schauspielers lebt. ansonsten wäre
der film völlig verrissen worden.

mortiis - reisener ist zwar ein Musikvideo, allerdings
erzählt es auch eine geschichte...nur anders :D

edit:

die szene, wo harvey dent im bett liegt und dem joker die
knarre am kopf hält, wenn (wie im asiatischen Film nicht
gerade ungewöhnlich) die knarre nun wirklich abgefeuert
worden wäre, dann wäre man aus dem Ordnungsystem
ausgebrochen, da es aber von vornherein klar war, das es
eben nicht passiert, ist der Aspekt der Ordnung an dieser
Stelle z.B sehr schön zu sehen...



geschrieben von: coma_black

Klar hat man zugunsten der anscheinend geistig etwas unflexiblen amerikanischen Zuschauer einige Szenen etwas inkonsequent umgesetzt. Als Regisseur hätte ich auch die Normalbürger die Knackis in die Luft sprengen lassen, aber man kann eben nicht alles haben..

Soll heißen, klar muss man bei den meisten Hollywood-Filmen Abstriche machen was den intellektuellen Gehalt angeht oder aber der Spaßfaktor geht in prätentiösem Gelaber unter wie bei Matrix Reloaded. Hier die richtige Balance zu finden, stelle ich mir jedenfalls ziemlich schwierig vor.
Trotzdem ist mir ein einigermaßen intelligenter Unterhaltungs-Film grundsätzlich lieber, als ein Popcorn-Kino-Event wie "Private Ryan" oder "Der Untergang", das sich als wichtige Aufarbeitung der Zeitgeschichte ausgibt, um Kasse zu machen.



geschrieben von: Goat93

Ehrlich gesagt ist der Untergang wesentlich ähh
"logischer" nachzuvollziehen wie die Logikfehler
oder besser gesagt die völlige Unlogik vom Schwadden
Ridda :/

Ich fand die Szene, wo der Schwarze den Sendpeiler aus
dem Fenster geworfen hat, übrigends noch gut im gegensatz
zu 80% der restlichen Szenen....

Allein schon mit dem Schulbus aus der Bank *kopfgegenwand



geschrieben von: CarlMccoy

Zitat:
Original geschrieben von belladonna
Nein, das bist du nicht, denn auch ich kann das in keiner Weise nachvollziehen!



Ich bin nicht allein!

So, hab den Film auf Blu-Ray jetzt zum zweiten mal gesehen. Er hat seine guten Momente und wäre besser, wenn er eine Dreiviertelstunde kürzer wäre.

Es stimmt schon, das der Joker das schlechte in den Menschen zum Vorschein bringt. Das wird aber nicht konsequent genung umgesetzt. Nur gegen Ende ganz plakativ in Form von Harvey Dent.

Ich hoffe, dass der Ledger den Oskar nicht bekommt, nur weil er sich umgebracht hat. Ich hoffe, Mickey Rourke kriegt den.

PS: Der Goyer ist einfach ein scheiss Autor. Der hat schon Blade 3 versaut.





vBulletin Copyright ©2000 - 2003, Jelsoft Enterprises Limited.
vB Easy Archive Final








eXTReMe Tracker