Ich habe fertig - mit Dir, mit mir, mit der Welt. Ich bin es Leid, so viel zu geben und nichts zu bekommen. Wie viele Jahre? Fünf? Nein, vier. Ein ewiges Auf und Ab. Eine eingebildete Liebe. Ich kann nicht mehr, und ehrlich gesagt möchte ich es auch nicht mehr. Ich bin jung. Zu jung, um das zu durchleben. Warum ich das hier schreibe? Wer weiß das schon. Vielleicht sind es Gedanken, die rausmöchten; ich habe keinen, dem ich das erzählen könnte. Nicht meiner einzigsten und besten Freundin, nicht den blassen Bekannten, die nur das Trinken und Feiern kennen, nicht meiner Familie, die längst zerrissen und in Scherben liegt. Nicht Dir. Niemandem. Ja, ich... habe fertig. Ich resigniere, und ich bin nicht sonderlich stolz darauf. Gleichwohl liegt es daran, dass ich erkannt habe, zum Menschsein nicht fähig zu sein. Vielleicht liegt es an der vergangenen Einsamkeit. Ich bin immer noch einsam, aber nun habe ich Menschen um mich. Geändert hat es unter dem Strich... nichts. Nur mein Erkennen, dass ich nicht mehr kann. Mit Gleichmut erfüllt zu sein, bis in die Fingerspitzen, ist ein seltsames Gefühl. Und doch - ich. Ich, ich, ich. Bin ich selbstsüchtig? In jedem Fall sehr verwirrt. Ich weiß nicht, wohin mit meinen Gefühlen, denn sie sind noch da, trotz meines Aufgebens. Ich wünschte, ich hätte einen Menschen, der mich braucht, damit ich ein Ziel im Leben habe. Oh, Ziele habe ich. Freilich. Aber es sind tote, denn ich kann sie mit keinem teilen. Bestimmt liegt es an mir. Vielleicht bilde ich mir das nur ein. Seit kurzem gibt es wieder Menschen, die mit mir sind. Ich habe wieder einen normalen Tagesablauf. Ich habe sogar einen Verehrer, der überaus nett und freundlich zu mir ist. Darum ...Angst. Ich habe angst, dass er mich diese ganz bestimmte Frage fragen wird, bei der normalerweise das Herz höherschlägt. Es liegt ganz bestimmt an mir. Und an Dir. Du hast mich kaputt gemacht. Ich bin nicht fähig, zu vertrauen. Mich fallen zu lassen? Unmöglich. Bindungsängste. Und dennoch Sehnsüchte nach jemandem.
Ja, ich habe wirklich fertig. Mit mir. Und mit Dir. Hoffentlich.
Hoffnung passt nur nicht zu einem Pessimisten.
Ich freue mich schon darauf, wenn wir uns wieder "sehen". Dann beginnt wieder alles von vorne. Vielleicht. Wünsche, Sehnsüchte. Nein, sie passen wirklich nicht zu mir. Ich bin müde. Sehr, sehr müde. Können Gefühle absterben? Ich warte mit ebensolcher Freude auf diesen Zeitpunkt. Diese Schmerzen, die in mir ruhen, sind nichts für mich. Eine lebendige Marionette, die von den Fäden des Schicksals geführt wird. Ah, ich liebe diese Phrasen.
Morgen heißt es wieder, die Maske aufzusetzen und das gewohnte Lächeln zu lächeln.
Ah, ich bin fertig. Nicht wirklich mit Dir, aber mit mir ganz bestimmt.