[Call me a hero - I make my day ;-)] - German Gothic Board

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Call me a hero - I make my day ;-)

(Klicke hier, um das Thema mit vollen Farben / Abbildungen zu betrachten)



geschrieben von: Töggelie

Da ich gerade unter einem enormen Laberflash leide ( http://www.cosgan.de/images/smilie/froehlich/k055.gif ) und schließlich ein bissel Verantwortung für die Nerven meiner Umgebung trage, gedenke ich mich hier häuslich niederzulassen. Ach ja...schöne Aussicht, viel Platz, wie ich sehe...da fällt mir gleich ein passender Spruch von Wilhelm Busch ein: "Die Luft ist gut, die Lage neu, der alte Lump ist auch dabei",...jaaah das passt.


Gut, also das hier ist meine neue Bleibe und ich werde sie mit ein paar persönlichen Details von mir schmücken. Ich denke, das ist sehr praktisch, gerade wenn einem mitten in der Nacht einfällt, man müsste jetzt unbedingt eine lustige Anekdote, oder sonst was loswerden und schier platzt, weil man nicht weiß, wohin damit.


Ich hab' zwar jetzt spontan noch nichts, was an die Öffentlichkeit möchte, aber ich wollte das hier nur schonmal als meins markieren, da sich das innerhalb der nächsten Stunde ja ändern kann. Also, seht das hier als angeleckt an. http://www.cosgan.de/images/smilie/froehlich/s025.gif




geschrieben von: DarkHeart

Hey Du, musste ganz oft an Dich denken ;) - Deine Gedanken konnte ich immer lesen, wie ein Wunder,
vielleicht haben wir einfach dieselbe Sprache. LG

(falls Dich der Beitrag størt, ich kann es wieder løschen)



geschrieben von: Töggelie

Wie in meinem Anfangspost erwähnt, wollte ich keine Depri-Geschichten in meinen Pfad packen.
Da ich versuche zu halten, was ich verspreche, wird das auch kein Depri-Beitrag, sondern eher einer, der mich selbst und die Situation verkaspert.


Ich hatte einen ziemlich krassen Albtraum, aber ich hatte wirklich Glück, dass ich ihn schon zum...mh...bestimmt 30ten Mal hatte, so waren wir quasi gute, alte Bekannte und ich wusste, worauf ich mich einstellen musste.
Irgendwer wurde erschossen...das war zwar tragisch, aber das Gute daran war, dass ich es nicht war, der dran glauben musste. Es war ein junger Mann, gutaussehend...aber er wollte nicht sterben...er musste bestimmt...meine Güte...er sah aus wie ein Sieb, aber er wankte noch immer durch die Gegend. Seine Freundin wollte ihm helfen und da die Schützen bei der Menge an Schüssen ja nun wirklich nicht mehr wissen konnten, wen sie da trafen, wurde sie gleich mit angeschossen. Gut war, dass die beiden nicht sofort tot waren, das ersparte mir wenigestens den Schock, eine Leiche - nein besser sogar, 2 Leichen *!* - zu sehen.
Dummerweise sah man die Wunden der Beiden ziemlich gut. Okay, irgendwie ganz gut, wie sich später herausstellte, denn als auch auf mich geschossen wurde, war ich nicht zu sehr erschrocken, als ich bemerkte, dass ich aussah, wie eine aufgeplatzte Wassermelone.
Ich war auch total froh, als ich aufwachte, bevor mich der letzte, wohl tödliche Schuss, in's Gesicht treffen sollte. Jaah...das war mal ein wirklich interessanter Traum...nicht so ein langweiliger, in dem alles supertoll und gut läuft.
Während meines morgendlichen Computer-Dates, erreichte mich endlich die Mail, auf die ich schon lange wartete. Ich wurde zum wiederholten Male für einen Nebenjob abgelehnt. Das war jetzt zwar leicht überraschend, da ich irgendwie schon damit gerechnet hätte, endlich mal wieder etwas Geld und damit auch Bakterien und gefährliche Krankheitserreger in den Händen zu halten (man weiß ja wie dreckig das Zeug ist), aber so betrachtet eigentlich ganz gut...das erspart mir den Gang zum Arzt, sollte ich wirklich davon was Ansteckendes bekommen...man weiß ja nie.
Nachdem ich das dann erledigt hatte, ging ich runter, um nachzusehen, ob mein Geschenk, von mir für mich, endlich da wäre. Ich hatte mir eine kleine, niedliche Plüschspinne bestellt, die witzig aussieht und mit den Beinchen wackeln kann. Na gut, leider war sie noch nicht da, aber irgendwie ganz gut, denn so kann ich mich noch ein bissel länger darauf freuen. Kommt ja schließlich nicht oft vor, dass ich mich auf etwas von mir freuen kann...jap, ich bin ein geiziger Zeitgenosse...
Da ich zu dem Zeitpunkt bereits einigermaßen fertig war und absolut nicht hungerig, ließ ich das Essen wie an jedem Tag ausfallen, übersprang den Rest und rollte mich unter meiner Bettdecke ein. Man darf das durchaus positiv sehen, denn so spart man eine Menge an Geld und Energie. Stattdessen stopfte ich mich mit sehr zuckerhaltigen Sachen voll. Ich muss anmerken, ich mag Süßkram nicht wirklich, aber in letzter Zeit ist das wohl mein Hauptnahrungsmittel. Das wird dem Zahnarzt irgendwann wieder viel Freude machen und man hält die Wirtschaft am laufen...also ne gute Sache.
Da man ja auch trotz absoluter Antriebslosigkeit was tun muss...auch wenn es jetzt nicht wirklich eine Belohung nach sich zieht, versuchte ich mich auf eine laaaangweilige Hausarbeit über Politik zu konzentrieren. Kurz bevor ich fertig war, kippte ich meinen gesammten Kaba über die Papiere. Völlig verdattert und am überlegen, ob es jetzt gut wäre, auszuflippen, oder lieber doch nochmal in's Bett zu gehen, entschloß ich mich, das Ganze positiv zu sehen und nutzte die Gelegenheit, um meinen Schreibtisch gründlich zu reinigen. Kaba sei Dank, ist der jetzt endlich wieder richtig sauber...von alleine wäre ich da im Leben nicht draufgekommen.
Mein Vater kam angedackelt und erklärte uns, dass er aufgrund einiger Schwierigkeiten nicht sicher sei, wie er den Rest unseres Hauses abbezahlen soll. Die Konsequenz wäre: verkaufen. Naja, mein Gott...was soll ich sagen...wenigstens müsste ich mir dann keine Sorgen mehr machen, jemand könnte mir das Haus anzünden. Und da ich erwachsen bin, leider aber mitten in einer Ausbildung, bliebe mir auch der Umzugsstress erspart, da ich die große weite Welt mein Zuhause nennen dürfte. Das ist gut, ich kann hingehen, wo ich will...niemand nervt mich...wenn ich mich nicht wasche, macht mich keiner dumm an, weil das ja auch nicht erwartet wird. Außerdem soll frische Luft ja bekanntlich gut tun und eine gute Ausbildung ist heutzutage sowieso nichts mehr Wert, weswegen es im Prinzip egal ist, wenn ich diese nicht mehr weiterführen kann. Klar, oder? Außerdem komm ich nicht in die Verlegenheit, in eine fremde Wohnung Kindheitserinnerungen reinpacken zu müssen. Sowas wäre ja auch Unsinn, ich meine, schöne Erinnerungen behindern einen doch nur...wer keinen Halt mehr hat, sucht sich einen neuen...wer ein Auto benötigt, kann sich doch genauso gut ein Gartenhaus kaufen. Die beiden Dinge haben zwar rein gar nichts miteinander zu tun, aber Hauptsache Ersatz.
Als wundervolle und abwechslungsreiche Abrundung, ist eines meiner Kaninchen krank. Was es hat, naja mein Gott...woher sollte das jemand wissen...können Kaninchen reden? Wohl eher nein. Ich schätze mal, es will sich nur wichtig machen...Tiere eben...aber okay, wenn es sterben sollte, dann haben es die Anderen schon besser, weil viel mehr Platz. Und ich meine...Tiere können nicht Platz genug haben.
Und nebenbei ist mir noch so irgendwie passiert, dass ich anscheinend jemanden verloren habe. Aber, auch da gibt es durchaus einen positiven Aspekt: auf lange Sicht spare ich sicher viel Geld, da Besuche, etc. wohl ausfallen werden. Kurz darauf sah ich im Training, wie jemand von der besten Freundin abgeholt wird, die diejenige lange nicht sah. Ich beschloss mir diese Wiedersehensfreude nicht anzutun und sah zu, wie ich so schnell wie möglich Land gewinnen konnte.
Okay, so weiß ich wenigstens wieder, was mir fehlt und ebenso, dass sowas nicht so leicht zu ersetzen ist, wie manche einer vermutet. Versuche mal Eltern, ein Haustier, usw. zu ersetzen...wie soll das gehen? Jedenfalls hatte ich dadruch, dass ich mich so beeilte, das Glück, den Anfang von einem guten Film nicht zu verpassen. Zwar schon zigmal gesehen, aber - wie fing meine Geschichte doch noch an...? So weiß man wenigstens, worauf man sich einstellen muss...wie es bei alten Bekannten der Fall ist. Oder auch nicht.




Es gibt anscheinend wirklich Zeiten, in denen man durch und durch vom Pech verfolgt wird. Alles geht kaputt, alles geht schief und wenn einem nebenher noch die gute Laune flöten geht, ist sowieso alles vorbei. Da ist nunmal einfach nichts Positives, nichts worauf man sich freuen kann. Die Gesichtsmuskulatur wiegt Tonnen und wenn man das feststellt ist das nur ein weiteres kleines Drama.
Das geht vorbei, klarer Fall.
Aber wenn währendessen dauerhafte und wichtige Dinge verlorengehen, ist es leider keine schlechte Phase mehr, sondern ein Desaster. Ebenso, wenn man manchmal Dinge wegschicken muss, um zu sehen, ob sie auch von alleine wiederkommen würden. Aber in den meisten Fällen wohl eher nicht...


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geschrieben von: Töggelie

Nachruf für Lassa

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Es ist nicht fair, dass manchen nur eine sehr kurze Lebenszeit vergönnt ist, die noch nichtmal als halbwegs glücklich bezeichnet werden kann, während andere - naja lassen wir das.
Vor 3 Jahren wurde ich durch eine Anzeige auf dich Aufmerksam. Gut, damals wusste ich natürlich nicht, dass es sich um dich handelte, ich wusste nur, dass es um 2 kleine Kaninchen ging, die dringend ein neues Zuhause haben wollten.
Wir sind extra die 3 Stunden bis nach Frankfurt gefahren, um dich und deine Freundin Lola abzuholen.
Mir wurde erzählt, du wärst von einem mieserablen Züchter weggeholt worden. Dein Fell und deine Haut waren von Fliegen und Maden ruiniert und zerschunden. Kein schöner Anfang für ein kurzes Leben und ich war mir sicher, alles wieder gutmachen zu müssen.
Du warst immer sehr scheu, hast dich hinter Lola versteckt und warst gegenüber Töggi und Lotte mehr als misstrauisch, da die beiden dich in ihrem Übermut leider oftmals über den Haufen rannten, was aber niemals böse gemeint war.
Es tut mir leid, dass ich nichts mehr für dich tun konnte und es tut mir leid, dass ich das besondere Überraschungs-Fressi bis heute aufgehoben habe und es euch nicht bereits gestern gab. Vielleicht hätte ich zur rechten Zeit am rechten Ort sein müssen, den Tierarzt rufen, etc...ich weiß es nicht.
Jedenfalls fand ich dich heute tot in eurem Gehege.

Für dich: klick



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(schwarz und im Vordergrund, Lassa)



geschrieben von: Töggelie


klick



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Erstes Foto von Lassa und Lola, noch beim früheren Frauchen



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Lassa lernt Töggi kennen (leider schlecht belichtet, da nachts)



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Töggi, Lotte und Lassa beim verspachteln von Lolas "Torte" zu ihrem 1ten Geburtstag



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Während eines Ausflugs, zusammen mit Lotte, beim Ausruhen



geschrieben von: Ascaron

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Mein herzliches Beileid, ich fühle mit Dir.

Aber Du solltest Dir keine Vorwürfe mache, für nichts.
Wenn man sich die Bilder ansieht, kann man fast spüren, daß sich Lassa die drei Jahre bei Dir sehr wohl und geborgen gefühlt und nach der schweren Zeit beim vorherigen Besitzer genossen hat.

Du hast einem kleinen Lebewesen eine schöne Zeit geschenkt, das ist das, was zählt, und wofür sie Dir mit Sicherheit sehr dankbar war.

Ich wünsche Dir viel Kraft, damit Du bald zwar mit einer gewissen Wehmut, aber doch lächelnd an Lassa zurückdenken kannst.




geschrieben von: Töggelie

Danke, für die schöne Kerze und die lieben Worte. Ich weiß das zu schätzen.



geschrieben von: Töggelie

Teil 1

Es ist irgendwie schwer. Man hat einen perfekten Aufsatz in seinem Kopf. Fertig formuliert und vor sich selbst vorgetragen. Aber die Buchstaben und das weiße "Blatt", dieser schreckliche Anfang, ruinieren das Alles...und lassen es lächerlich oder dumm erscheinen.


Ich suche einen Anfang für eine Idee an Wahrheiten. Nein, nicht solche wie: es ist blöd im Winter mit nassen Haaren rauszugehen, denn die Haaren werden einfrieren. Das ist wohl so, aber das ist kein großes Geheimnis, das fistelt einem jede Omi nach.
(Wobei das in meinem Fall nicht gereicht hat. Ich hatte eine Zeit, in der ich mir einbildete, es wäre unschön sich die Haare nach dem Waschen zu föhnen.
Vielleicht war der Grund, dass ich danach aussah als hätte man mir Watte auf den Kopf geklebt. Also harte Maßnahmen, harte Haare...funktionierte zwar nicht, aber ich versuchte es tapfer immer wieder... http://www.cosgan.de/images/smilie/traurig/d030.gif
Ich musste sogar schon als "Ein-Mensch-Streichelzoo" herhalten, weil einer anfing über meine Haare zu streichen und dabei begeistert ausrief, wie flauschig-weich die doch wären und 5 bis 6 andere Leute das ausgiebig nachprüfen mussten. *narf* Hat sich jetzt sowieso erledigt.
Jedenfalls, um auf die eigentliche Nebensache zurückzukommen: Bei - 20°C sah das Endergebnis folgendermaßen aus: die Ohren waren knallrot und heiß, da ja blöderweise nun Eis darauf ruhte und meine Haare standen in weißlichen, fein gesplitterten Eissträhnchen von meinem Kopf ab. Ekelhaft. Es gibt Leute, die werden nach Jahren, wenn sie von solchem Mist erzählen, mit verzweifelt-belustigter Miene gefragt - nein, eher angefiept:"....wieso?! Aber wieso?!", und man muss ihnen immer wieder sagen:"Was weiß denn ich?!". Ich habe keine Ahnung warum man offensichtlichen Blödsinn macht. Man hält es entweder einfach für eine kreative Abwendung eines anderen Problems, oder für das kleinere Übel, keine Ahnung. Vielleicht gehört das zu den Dingen, die einen im Alter weise werden lassen: man denkt nicht nur, dass es blöd war, man hat es gespürt. Nachplappern kann ja jeder.)
Ich meine eher solche Sachen, wie das hier:
Mit 10 Jahren fiel mir der winzige, aber scheins doch beeindruckende Unterschied auf, dass man von Lehrern nicht mehr als Kind tituliert wurde, sondern allgemein mit "Leute" angsprochen wurde. Ich fragte meine Freundin, ob ihr das auch aufgefallen war...überhaupt, wie sehr sich die Prinzipien verändert hatten. Die Bilder an der Wand waren - vorsichtig ausgedrückt - abstrakt und zeugten vom reinen Zweck, den entsprechenden Anweiser zum Schweigen zu bringen und Ruhe zu haben.
Außerdem brauchte ich allein schon Wochen um rauszukriegen, dass mit "Hausheft" nicht ein und das selbe Heft gemeint war, sondern dies mit dem Fach gekoppelt war. Klar, das war logisch, aber wieso Hausheft?! Hätte ich aufgepasst, hätte ich es wohl mitgekriegt, aber die monotonie des gesammten Unterrichts machte mich zuerst wütend und schläferte mich später ein...was für ein aberwitziger Schwachsinn. Jedenfalls meinte meine damalige Freundin dass das nur logisch sei, man wäre ja jetzt praktisch erwachsen. Mit 10 Jahren. http://www.cosgan.de/images/smilie/konfus/a035.gif
Klar, die Lehrer waren einfach den Umgang mit den höheren Klassen gewohnt und meine Freundin wollte groß sein, aber ich fing an ernsthaft darüber nachzudenken, wo man stand, als was man angesehen wurde, wie sahen ältere Menschen jemanden mit 10? Wie würde das mit jedem weiteren Jahr sein? Gäbe es dafür so etwas wie eine allgemeine Richtigkeit? Vielleicht steigerte ich mich zusehr hinein, denn ich war immerzu damit beschäftigt, alles von allen Seiten zu beleuchten. Kann sich jemand vorstellen, wie schwierig es ist, sich im Alter von etwa 10/11 Jahren in sämtliche Altersstufen hineinzuversetzen, nur um rauszukriegen, was die Welt denkt? Es ging mir letztendlich nicht nur darum. Ich fing an, von allem alle Seiten fühlen zu wollen. Momente wurden dadurch endlos und ermüdend. Mal davon abgesehen, dass es einem nur kurz gelingt, für eine gewisse Zeit, etwas zu fühlen, was man gar nicht fassen kann. Woher denn auch? Ich wünschte mir, ich wäre für kurze Zeit 100, nur um den Hauch einer Chance zu haben, zumindest ein Teil verschiedenster Aspekte aufzufangen. Irgendwann fiel mir auf, dass durch diese Taktik womöglich das Wesentliche an mir vorüberging. Ich glaube, es ist wichtig, dass in einem Moment zählt, was man selbst fühlt. Nicht, was ein Anderer, oder sogar viele Andere. Das bringt einen um den eigenen Eindruck und den eigenen Lerneffekt. Einen Nutzen hatte die ganze Aktion: ich konnte sicherer ich sein.
Trotzdem kommt man nicht wirklich davon los. 25, meine Fresse...irgendwann werde ich 25 und es überfordert mich jetzt schon einigermaßen. Das ist so eine große Zahl und wie werde ich aussehen? Komme ich dem nach??
Ich gehöre zu den ewigen Babys. Mit 19 gelang es mir immernoch als 14 Jähriger an eine Kinokarte zu gelangen. Hey, man könnte sagen, ich hab dadurch jedes Mal eine halbe Popcorn-Tüte umsonst gekriegt. Und ich bin der Mensch, der bei so gut wie jedem Anruf bei - nein, ich weigere mich "höhere Stelle" zu schreiben, auf gar keinen Fall - ahm...einem Bundfaltenhöschen-Zurechtzupfer (ja, der Ausdruck gefällt mir) gefragt wird, ob ich denn schon Volljährig sei. (Ich hoffe, es will sich jetzt, ob dieser Info, niemand meine Stimme auf bestimmte Art und Weise vorstellen, denn so schlimm ist es nicht. Das liegt am Telefon.)
Sicher, wenn man älter ist, dann ist es schmeichelhaft, aber ich glaube nicht, dass es schön ist, mit 25 wie ein Kind behandelt zu werden. Gedanken, die ein bisschen heftig sind.
Andererseits könnte das der größte Unsinn sein, den man sich zumuten kann. Es ist wie mit vielen Dingen...man hat extreme Angst davor und irgendwann ist es plötzlich da und man denkt sich:" Hey, was denn...das war's schon?" Klar wird man immer Angst davor haben, älter zu werden, etc...aber das ist, als wäre man bereits schon älter und wie soll jemand mit 40 damit zurechtkommen, 50 zu sein, wo er es doch noch gar nicht ist? Man versucht das noch nichtmal von einem äußeren Blickwinkel aus, sondern katapultiert sich direkt 10 Jahre weiter. Kann irgendwie nicht funktionieren.
Dabei versucht man doch so tapfer, sich schon im Voraus dem zu stellen, was so unheimlich scheint...die Angst vor dem Schmerz ist ja bekanntlich schlimmer als der Schmerz selbst.
Ich schätze, so ist es in vielen Dingen. Es fehlt die Zeit und der Weg...oftmals hat man noch nichtmal die Landkarte gesehen, geschweige denn die Route.
Die wichtigsten Erfahrungen fehlen noch. Die Negativen, sowie die Positiven. Eigentlich ist alles, was man mitnimmt eine Art Wertsteigerung seiner selbst. Man wird besser...je mehr man erlebt, je mehr man mitnimmt. Nicht umsonst kann man bei jedem Strategenspiel nur weiterkommen, wenn man diesen und jenen Pilz, Stein oder Fussel gefunden hat.
Beispiel:
Mit 17 sollte ich ätzenderweise zur Mathenachhilfe...ich betone meine extreme Freude darüber so richtig stark, indem ich vermeide solche Wörter wie - naja, ich kann sie nicht schreiben, sonst hätte ich sie doch benutzt, sorry.
Gelernt habe ich dort das hier:
Lektion 1: Ich bin echt gut in Mathe, aber der ganze Stress ruinierte das auf's Übelste.
Lektion 2: Man klopft 20 Cent solange mit dem Hammer flach, bis sie die Größe von 2 Euro haben. Das sollte man möglichst ausdauernd machen, damit man innerhalb einer Nacht, den ganzen Zigarettenautmaten leerräumen konnte...und dadurch den Inhalt mit sattem Gewinn verkaufen würde. Ja...das praktische Denken eines 23 jährigen Punks.
Der letzte Teil wäre wohl nicht wirklich umsetzbar gewesen, aber die erste Erkenntnis war wichtig: ich war kein Idiot. Und wieder war ich ein Stück reifer...oder um es mit meinem Vergleich zu sagen: teurer.



geschrieben von: Töggelie

Fortsetzung... oder auch: Teil 2


Nachdem ich also festgestellt hatte (ja, das "ich" ist mit Bedacht gewählt, denn in der Praxis, also dann wenn es wirklich, wirklich angebracht gewesen wäre, ging das Festgestellte auf Tauchkurs) dass ich kein Mathe-Nussi war...allenfalls ein U-Boot-Mathe-Nussi (Nussi nach bedarf), änderte sich leider absolut nichts.
Ich war im Unterricht immernoch damit beschäftigt, gelangweilt das fette Ameisen-Heck meines Mathelehrers anzustarren. (Was übrigens der gesammten ersten Reihe so ergangen sein dürfte, darf man den Gesprächsthemen Glauben schenken.)
Wenn man die Wahl hat, zwischen einer Tafel, auf der unfassbar unzusammenhängende Dinge stehen, wie sie nur jemand zustande bringen kann, der in völliger Extase weilt und das Gleiche bei Jugendlichen erzwingen will, und einem Hintern, der so unfassbar hässlich ist, wie nur etwas sein kann, das - ahm ja...das würde jetzt zu weit führen - dann...nehmen die Augen gezwungenermaßen den Hintern.

1.) War das genau das, was nicht gewünscht wurde,
2.) war es GENAU deswegen um einiges interessanter,
3.) konnte man zielgerichteter ablästern, und
4.) es war wie ein Unfall, man KONNTE nicht wegsehen!

Und wenn, es nicht die genannten Gründe waren, dann wenigstens, um Maß für eine Comicfigur zu nehmen. Ich malte Strichmännchencomics, in denen dieser Typ die absolute Niete gezogen hatte.
Alle sahen aus, wie ganz normale Strichmännchen, aber dem Mathegenie hatte ich hinten eine Kugel verpasst, eine Art Airbag am Kofferraum...es sah aus, wie eine Ameise.
Ich habe wohl den Fehler gemacht, das meiner Sitznachbarin zu zeigen. Klar, dass wir uns beide daran hochzogen ohne Ende, der ganze Tisch wackelte, da wir zwar krampfhaft versuchten unsere Gesichter unter Kontrolle zu halten, aber mit den Bäuchen wollte das nicht klappen. Als ich dann auch noch anfing hektisch nach Luft zu schnappen und daraus ein dementsprechender Schnarchlaut (jaaah...laut...es war in der Tat mehr als deutlich hörbar) aus meiner Nase rutschte, war es um die Fassung meiner Kollegin geschehen.
Wir flogen raus.
Jasmin, weil sie gelacht hatte und ich, weil...ja, meine Nase so unbeherrscht war. http://www.cosgan.de/images/smilie/konfus/d050.gif
Ich hatte irgendwie immer die extrem strengen Lehrer. Mein Bruder hatte die Flaschen, mit denen man alles machen konnte. Ich dagegen hatte durchweg die schweren Kaliber.
Böse Zungen behaupteten, es gäbe Dinge, die hätten schon ihren Sinn. Klar, aber das muss nicht auf alles zutreffen. http://www.cosgan.de/images/smilie/boese/a050.gif
Jedenfalls sah es so aus, als ob ein Hintern meine aufkommende Mathekarriere ruinierte...hätte ich nicht das Gefühl gehabt, dass das was dranhing auch ne Menge damit zu tun hatte.
Es war so, dass man alle Jahre wieder zu einem Besinnungstag in einem Kloster genötigt wurde. Hatte man Pech, fand dies im Sommer statt, was bedeutete, man musste mit einer "Pilgerreise" ( = Wanderung) rechnen.
Ich hatte Glück, es war mitten im Januar, es lag ordentlich Schnee und mein Klassenlehrer sah nicht mal annähernd so aus, als hätte er kampflos vorgehabt, seine angepassten Gesundheitsschuhe in die Nähe von Kälte und Feuchtigkeit zu lassen.
Einige Tage zuvor hatte der Ameiserich mir nahegelegt:" Gehst du mit zu diesem Besinnungstag? Solltest du tun, vielleicht kriegst du eine Erleuchtung...oder jemand hat Erbarmen mit mir...*seufz*"
Klar, dass ich diese Unverschämtheit nicht ohne Weiteres hinnehmen konnte. Kaum fragte der Pater in geselliger Runde, warum man gekommen war (irgendwie eine doofe Frage, denn kaum jemand wird aus irgendwelchen Idealen heraus aufgekreuzt sein), erklärte ich mit größtem Vergnügen was mir jemand (und ich schreckte nicht vor namentlichen Erwähnungen zurück) nahegelegt hatte.
Die Antwort:"Schön, wenn der Herr auch noch kommt, ist euch beiden geholfen." http://www.cosgan.de/images/smilie/frech/a080.gif
Es gibt Studien, die beweisen, dass jemand, der einen Fehler gemacht hat...eine Schwäche hatte...etc. absolut keine Chancen hat, in seinem alten Umfeld hochzukommen. Leute mit wenig Empathie...denen es nicht gerade häufig in den Sinn kommt, Gnade walten zu lassen...abgeklärte, frustrierte Herrschaften, sehen das wohl manchmal als persönlichen Angriff. Es wäre ja auch eine Schande, wenn plötzlich ein absoluter Vollpfosten eine Behauptung in einer Sache hinlegt, welche vorher das alleinige Revier bestimmter Zeitgenossen war.
Klar, was haben sie denn? Nimm eine Person, die geradezu hysterisch in ihrem Beruf aufgeht, ohne Alternativen ohne Weitblick...alles abgeschafft...setze sie wie ein Playmobilmännchen nach draußen, in einen Park, einen Laden, eine Feier, in die Welt. Geht es nur mir so, oder sehen andere Leute auch, wie hilflos, fehlgeleitet und erbärmlich sie wirken?
So jemand kann in seinem Büro, im Flur, meinetwegen noch geraaaaadeso auf dem Parkplatz, etwas hermachen, aber ansonsten ist es eine Witzfigur.
Lass mal einen eingefahrenen Chemielehrer in eine Turnhalle...*öhöhöhööö* http://www.cosgan.de/images/smilie/frech/a075.gif
Es hängt also alles, oder vieles damit zusammen, dass tierische Instinkte eine Chance verhindern. Ich sah schon fast vor mir wie eine meiner Arbeiten, die schnellste Korrektur ihres Daseins erhielt: "Nameeee...- oh nö...in die Akten, 6."
Sie hatte einfach den falschen Namen...meinen. Denkt man wirklich genauer darüber nach, wieviel einem durch solche Aktionen versaut wird...- nein, nicht machen...war ne blöde Idee von mir.



geschrieben von: Töggelie

Fortsetzung...oder auch: Teil 3


Nicht dass man nicht auch seine Vorteile aus solchen Missständen (das sieht komisch aus...Mi-s-s-s-tände...schreibt man das so?) ziehen könnte. Ich konnte absolut machen was ich wollte. Menschlich gesehen ist das sehr tragisch und eigentlich wollte ich das so nicht haben. Vielmehr wollte ich aufzeigen, was da schiefläuft, aber da das absolut nicht von Interesse war, wäre ich ein Idiot gewesen, hätte ich das nicht ausgenutzt.
Das Unglaublichste an der ganzen Sache war, ich schaffte es 9 Tage, mich nicht in der Schule blickenzulassen. Das ist jetzt noch nichts Besonderes, vielmehr ist es der "Anlass": das Essen eines Maiglöckchens, daherführende Vergiftungserscheinungen ganz ohne Arztbesuch, ohne Attest, ohne irgendwas.
Ich sorgte dafür, dass eine Klassenkameradin den Unsinn erfuhr, und wartete ab. Mehr war da nicht. Es gab niemals ein Entschuldigunsschreiben, nichts. Was soll ich sagen...die haben das geglaubt und hatten nicht den geringsten Zweifel.
Ganz im Gegensatz zu mir, denn ich zweifelte extrem. http://www.cosgan.de/images/smilie/konfus/a025.gif
Als ich mich widerwillig dazu entschloss, es nun doch mit den 9 Tagen zu belassen, erwartete mich...nichts. Diese Dummheit in Kombination mit Gleichgültigkeit, war unübertrefflich. Einige fanden das total witzig und bedauerten, dass ich wieder da war. Aber damit war es das.
Ich setzte mich absolut gelassen neben Jasmin, deren Verhalten so gar nicht zu dem der Anderen passte. "Das war Schwindel, oder?", fragte sie mich nebenbei.
Eigentlich hätte mich das schockieren müssen, andererseits war da jemand, der nicht ganz so dumm zu sein schien, wie der Rest. Um es bildlich auszudrücken: ich habe noch nie gesehen, dass ein Korn gegen so viel Schrot(t) halten musste.
Ich hakte nach:"Woher weißt du das?"
"Weil du bestimmt nicht so blöd wärst, sowas zu machen. Ich habe nur gedacht "Hey, warum ist mir das nicht eingefallen?! Genial eingefädelt!"
Später fragte mich jemand, ob ich nicht einmal das richtig machen könnte, und ob ich es nächstesmal vielleicht freundlicherweise so hinbekommen könnte, dass ich daran sterbe.
Ich wusste nicht, wieso er mir das mitteilen musste. Er war mir vollkommen egal und somit traf mich das absolut nicht. Aber er hatte sich durch diese Ansage selbst mit einem roten Fleck versehen: der König der Idioten.
Im Endeffekt war das eine Aktion die keinem geschadet hat. Ich hatte meine Ruhe und der Rest...ja, die waren wohl auch ganz glücklich.
Aber, was wäre gewesen, wenn ich jemand Anderes gewesen wäre? Eine andere Person mit einer ganz anderen Aktion? Und sie hätten genauso reagiert, weil sie denjenigen vollkommen falsch eingeschätzt hätten. Was wäre passiert?
Ich stempelte sie allesammt als leichte Opfer ab, die sich in ihrer Eigenschaft als Richter unantastbar fühlten und vergaß die Geschichte. Arme Welt, darüber gibt es nichts mehr zu sagen. http://www.cosgan.de/images/smilie/konfus/k050.gif



Aber:


Es kann aber auch anders sein...und zwar total anders, wie ich vor 1 1/2 Jahren mehr als fasziniert feststellte. Ich durfte für knapp 3 Monate ein Krankenhaus mein Zuhause nennen. Das hört sich übel an, richtig? Nein, das kann ich nun wirklich nicht behaupten.
Ich weiß gar nicht genau, was ich getan habe, oder was ich an mir hatte.
Gut, in einem Bereich wusste ich, was ich hatte:
Ich hatte meinen *hust* Trolli dabei...Trollzilla. In dem Ding konnte man Menschen transportieren und genau das Ding hatte auch dafür gesorgt, dass ich bei meinem ersten Besuch bei einer Bekannten, Trolli voraus, aus dem Zug gekippt bin. Er war zu schwer, zu groß und ich...ah...hatte zu wenig gegessen und meine Schuhe waren nicht griffig genug. Ja! So war es. Das kann jeder glauben! Ich weigere mich jetzt auch, genauer darüber zu berichten, das ist mir peinlich. -,-
Ich wusste, dass es total bescheuert aussah, wie ich da mit einem halben Zimmer durch die Gegend rollte, was meiner Laune absolut nich zuträglich war und ich hörte schon beinahe die blöden Kommentare. Ich hatte keine Lust mehr. http://www.cosgan.de/images/smilie/boese/e010.gif
Das sollte sich bessern: Irgendwie sah ich mich im Laufe der ganzen Wochen immer mehr Sympathiebekundungen gegenüber.
Es schien eine Art verkehrte Welt zu sein. Alles schien im Gegensatz zu dem zu stehen, was ich bisher erlebt hatte. Man kann es nicht anders sagen, ich wurde verhätschelt ohne Ende. Besonders von den Mittvierzigern, die offenbar leichte Elterngefühle entwickelten. Und ich würde lügen, würde ich behaupten, dass ich das nicht super fand. http://www.cosgan.de/images/smilie/froehlich/s015.gif
Alle wollten mich überall dabeihaben und ich war wichtig. Ich bekam viele Geschenke...einfach so! Man sagte mir ich wäre hübsch...ich!! Und man sagte noch, ich wäre was Besonderes...besonders...nicht besonders blöd, besonders hässlich...sondern einfach ETWAS Besonderes.
Manchmal hatte ich auch den Eindruck, dass sich so und nicht anders Rockstars fühlen mussten, die zuvor, arme versoffene, kaputte Schweine waren. Na gut, versoffen und kaputt waren sie danach meist auch noch, aber nicht mehr arm und irgendwie ist das ein irres Gefühl, der absolute Mittelpunkt zu sein.
Logisch, dass es extrem hart ist, sowas loszulassen und wieder in die Welt geschubst zu werden. Wohlgemerkt, in die harte, blöde, ätzende Welt. Ich wollte das behalten und wiederhaben, obwohl ich wusste, dass das absoluter Unsinn war. Aber es ist mehr als extrem, wie grundlegend verschieden die Ansichten sein können. Für die Einen ist man ein Störfaktor, der die gediegene Umgebung in Unruhen versetzt und - versaut. Die Anderen sehen in dir etwas, was sie begeistert, was absolut Herrausragendes.
In den Einzelfällen des Alltags, wo mal jeder dieses und jenes zu einem sagt, geht das eher unter und man registriert nurmehr die abfälligen Bemerkungen. Klar, das Schlimme ist immer härter und schwerer und logisch wiegt das mehr, wo man doch die schönen Sachen sowieso fast nicht glauben kann. Vielleicht nimmt man auch Negatives eher an, weil man sich dann auf einem Grund fühlt. Man ist sicher. Was sollte auch noch passieren? Kommt es schlimmer, geht's einem sowieso schon dreckig und kommt es besser...hey super, umso schöner. Aber so krass einander gegenübergestellt, sind die Eindrücke schon prägender.



Ein anderes Beispiel für eine "prägende Krassheit":


Ich war hässlich. Ich war - und ich weiß es - einer der hässlichsten Schüler unserer Schule. Das hört sich schwer nach Selbstkasteiung an, aber das ist die Wahrheit. Einige Freunde haben mir das sogar ganz ehrlich gesagt und außerdem, war ich im Besitz eines Spiegels. http://www.cosgan.de/images/smilie/froehlich/s025.gif
Ich habe später auch alle Fotos verbrannt...wirklich nichts für die Nachwelt. Man stelle sich mal vor, das läuft wie bei den Dinos ab. Wir sterben aus und anstelle eines Skelettes findet man ein Foto. MEIN Foto. Dann steht eine nachgestellte Figur von MIR in einem Museum der nächsten Spezies. Pubertär und hässlich und alle denken: "Oiiiiii, SO haben die damaligen Menschen ausgesehen?! Uuh..." http://www.cosgan.de/images/smilie/konfus/a035.gif An den Füßen meiner Nachbildung wird ein Schild lehnen, mit der Aufschrift: Töggelus gruselus (deutsch: kugeliges Tischfußball (Gott sei Dank ausgestorben)).
Sie werden blöde Filme drehen, wie "Jurassic Töggi":
Ein Rudel Töggis überfällt einen Supermarkt, frisst die Chipstüten leer und will so die Weltherrschaft an sich reissen, was ihnen auch gelingt, weil sich alle kreischend selbst über den Haufen rennen.
Ob das mit dem Aussehen heute noch stimmt kann ich nicht wirklich sagen...wer kann das schon? Ich denke mal, ich sehe doch um Welten besser aus als damals. Was jetzt aber auch keine Kunst ist. *g*
Gestern schrieb mir eine Freundin, ihr Freund wolle mir etwas sagen. Er möchte ganz dringend mit mir sprechen, denn er möchte mir, in einem Anfall von Offenheit, etwas Wichtiges sagen.
Ich muss betonen, ich habe noch nie mit dem Menschen geredet, es war 2 Uhr nachts und ich war dementsprechend darüber verwirrt. Ich rief also an, gespannt auf die kommende Offenheit.
Die Stimme am Telefon teilte mir mit, ich wäre süß und total hübsch. Ich dachte, ich höre nicht richtig. "Doch! Du bist wirklich verdammt süß. Und deine Stimme auch...wow *lach* ja, das ist sie." Ahja, mein Gehör funktionierte anscheinend doch.
Das Ende vom Lied war, ich wurde zu seinem Geburtstag eingeladen und - sollte sogar abgeholt werden. Zur Info: ich wohne im Schwarzwald, der Geburstag findet jedoch in NRW statt. http://www.cosgan.de/images/smilie/konfus/a070.gif
Nachdem er sich auch noch Gedanken darüber gemacht hatte, ob ich vergeben wäre, dachte nicht nur ich darüber nach, ob ich mir im Gegensatz zu seinen Gedanken, Sorgen machen müsste. Das...also DAS...und DAS auch noch SO...kriegt man selten gesagt. http://www.cosgan.de/images/smilie/konfus/d040.gif
Ich fand es ziemlich mutig, jemandem, den man so nicht kennt, nicht wirklich weiß, wie er reagiert, mittzuteilen, man fände ihn süß. Der Rest war zwar wohl übertrieben, aber sehr amüsant.
Aber es ist merkwürdig, wie sehr sich Prinzipien verändern können und wie extrem man sich selbst verändert. Von damals zu heute...niemand will einen, noch nicht einmal man selbst möchte sich haben. Aber plötzlich hast du was, was sonst nur für andere bestimmt war.
Das ist, als wäre man von einem einem Fähnchenträger, der gar nicht mehr in's Fußballstadion rein durfte, zum Feldspieler aufgestiegen.



geschrieben von: Töggelie

:-(

Irgendwie ist jetzt nichts mehr so wirklich lustig. Ich habe für meine Karnickel ein Überraschungspaket gebastelt. Bananenscheiben, Apfelschnitze und Orangenfilets in Papier verpackt, damit sie es irgendwie aufpacken und aufrupfen mussten. Ich wusste von Lotte, dass sie für Futter absolut alles machen würde. Weihnachten vor 2 Jahren, hatte ich ihr und Töggi einen Ball geschenkt, indem man Futter verstecken konnte. Umd das Ganze aufregend zu halten, habe ich den Ball, inklusive Futter, verpackt. Lotte war total aufgeregt und Töggi...ja, Töggi war sauer und hatte absolut keinen Bock. Sie verzog sich, nicht ohne mir ihre Wut, durch ein angepisstes Gemurre kundzutun. Gut, also kein Geschenk für Töggi. Aber Lotte roch das Fressen, setzte sich auf meinen Schoß und fing an wie besessen, das Papier abzureissen. Meine Großeltern waren total verzückt und alles achtete nur noch auf Lotte. Klar dass Lotte das geschnallt hat und das vollends ausnutzte. Sie hüpfe uns an den Tisch nach und durfte im Altpapierkorb rumwühlen, vollführte tollkühne Haken und - bepfützte vor lauter Übermut den Holzkorb. :rolleyes:
Ich gab ihnen also ihr Spielzeug. Doch anstatt zu rupfen, sprang Lotte mit vollem Körpereinsatz, also ohrenschlackernd und mit wedelnden Gliedmaßen, drauf. Blieb sitzen und versuchte so zu erschnüffeln, was in dem Päckchen war. Ich sah meine Idee, im wahrsten Sinne des Wortes, zerfließen, denn Matsch war nun garantiert.
Irgendwann kamen sie darauf, dass man reissen konnte, nebenbei bemerkt, eines ihrer absoluten Hobbies, und mit einem triumphalen Blick, zog Lotte mit dem ersten Apfel ab. Die Beute musste schließlich versteckt werden.
Es war wirklich niedlich, wie sehr sie sich darüber ereiferten.
Plötzlich fiel mir auf, dass Lottes Wange wieder dick war. Nur leicht, aber immerhin. Ich dachte, ich hätte es mir nur eingebildet, weil sie eifrig am Kauen war, aber wie ich später nochmals nachschaute, war sie immernoch dicker als die Andere. Das wäre jetzt das dritte Mal und irgendwann kann man nichts mehr machen. Das ist eine typische Kaninchenkrankheit...Eiter in der Wange...das hört sich total harmlos an, aber bei Hasen greift das die Knochen an...wie eine Art Säure.
Lassas Tod war übel, ohne Zweifel traurig. Aber zu ihr hatte ich nie so einen riesigen Bezug, wie zu Lotte und Töggi. Man kann nicht alle gleich gerne haben, das ist zwar furchtbar ungerecht, aber was soll man machen? Lotte ist durch und durch was Besonderes. In der Tierarztpraxis ist sie der absolute Hit, da sie es versteht, alle durch ihre Showeinlagen auf Trab zu halten.
Und dann das Liebespaar: Lotte und Essen, es gibt nichts Unzertrennlicheres.


Lotte + Essen die Erste:
Wie ich nachts vor unserem Auto, mitten auf der Hauptstaße, Lotte rennen sah, anhielt und versuchte sie einzufangen, kamen zwei Jungs die Straße entlang, die zu Tode erschraken, als Lotte sie ansprang. Einer von ihnen stammelte ensetzt:"Ich dachte, das wäre eine McDonalds-Tüte!!!"


Lotte + Essen die Zwote:
Als ich sie dann Zuhause in einen Korb setzte, war es eher prophylaktisch, dass ich ihr was zu Essen gab. Ich wusste dass eigentlich kein Kaninchen bei einem solchen Stress, in ungewohnter Umgebung, fressen würde. Ich drehte mich kurz um und sah später gerade noch, wie das letzte Stück rote Paprika in Lottes Mund verschwand.


Lotte + Essen die Dritte:
Und als ich ihr Lola und Lassa vorstellen wollte (Töggi hatte wiedermal keinen Bock) und sie sah, dass die Beiden einen Essnapf im Transportkäfig hatten, der obendrein auch noch gefüllt und nicht angerührt war, rannte sie laut jammernd und aufstampfend vor dem Käfig auf und ab. Der Käfig war offen, nur dummerweise saß Lola darin und vor der hatte die doppel so große Lotte ziemlich Angst. Als sich Lola, nach für Lotte gefühlten Stunden, endlich aus dem Käfig begab, nutzte Lotte die Gunst, renkte ihren Unterkiefer aus und schluckte das ganze Essen mit einem Happs. Nein, gut, das war übertrieben, aber bei Lotte kann einem das so vorkommen.


Lotte + Essen die Vierte:
Allein das tägliche Füttern ist ein Abenteuer für sich, bei dem ich nie weiß, ob ich noch mit allen Gliedmaßen zurückkomme.
Ich öffne die Tür zum Vorraum des Geheges und Lotte stürzt an die Gehegetür und fängt an, wie ein wildes Tier an der Tür zu rütteln. Sie hatte es sogar mal geschafft, die Tür anzuspringen, sich daran mit allen Vieren festzukrallen, um so auf sich und den Fressinotstand aufmerksam zu machen.
Bin ich dann zu langsam und rollt das Futter nicht schnell genug an, werde ich mit den schweren Tonnäpfen beworfen, die sie in's Mäulchen nimmt und mit einer gekonnten Drehung von sich schleudert. 4 hat sie schon zerworfen.



Lotte ist ein absolutes Unikum und eigentlich wollte ich niemals wieder ein Unikum haben, da ich es nicht ertragen kann, einem Tier so nahe zu stehen und ständig Angst haben zu müssen, es könnte ihm etwas passieren. Aber diesen Vorsatz konnte ich niemals einhalten. Zumindest nicht so wirklich. Man könnte sagen, ich kann nicht mit, aber ebensowenig ohne solche durchgeknallten Spinner. Aber ich hoffe, dass ich mit diesem Spinner noch eine Weile zusammensein darf.


Unten: Lotte am Fressen...was sonst? *g*


http://www.medion-fotoalbum.de/mediapool02_aldi_s/22/BA/F3/20/C8/14/11/DB/B3/B2/5B/7A/55/D8/0C/26/oma/10/B02D61D0F6C411DD9AB5D3574E2B304F.jpg



geschrieben von: Töggelie

Skandal um Hose


Vor ca. einer Stunde, bin ich total fertig und auf dem Knochengerüst meiner Nerven, etwa so auf dem Boden rumgekrochen:"Licht...Tageslicht...ich bin durch, ich hab's geschafft!" Total ausgehungert, halb verdurstet und mit den übelsten Mangelerscheinungen und wer weiß was für Krankheiten. Ja, ich gebe ja zu, das ist ein bisschen übertrieben, aber so hätte es ganz bestimmt sein können, wäre ich nicht so tapfer.
Ich benötigte eine neue Sporthose, da die Alten mittlerweile protestierten, oder sofort einen Abgang machten, wurden sie gefordert.
Wie jetzt vielleicht auch jeder drauf kommen könnte, hasse ich einkaufen. Ich versteh nicht, wie man sowas als Hobby betreiben kann.
Man könnte jetzt denken, ich wäre ein verweichlichter Jammerlappen, aber 1tens, ist das absolut nicht wahr und 2tens: na und?! Ich kämpfte mich gefühlte 10 Stunden durch zwanzig - ahm nein...zwei Läden...es waren große Läden...also einer davon war es annähernd. -,-
Ich fühlte mich bereits einigermaßen unwohl, wie der Luftzug über dem Eingang meine Haare verwuschelte und ich bin überzeugt, das ist Taktik. Taktik, um sich in den Umkleidekabinen noch unvorteilhafter zu fühlen. Das gibt einem das Gefühl, nicht nur man selbst wäre unproportioniert, sondern jetzt auch noch zu allem Überfluss die Frisur. Na toll. http://www.cosgan.de/images/smilie/konfus/s065.gif
Um mir einiges zu ersparen, versuchte ich so schnell wie nur möglich in die Abteilung mit den Trainingshosen zu gelangen. Es waren auch welche da, nur hatte ich so meine Probleme damit. Meine Größe, oder das was noch irgendwie akzeptiert werden konnte, schien schlichtweg nicht zu existieren, und von dem, was absolut nicht gepasst hätte, war sogar die Farbe Mist. Das war zwar völlig egal, aber so konnte ich schonmal mit Sicherheit sagen, dass ich absolut keine Chance gehabt hatte.
Außerdem kam ich mir bereits jetzt schon vor, als hätte sich ein ganzes Rudel Bakterien auf meinen Händen angesiedelt, und das allein vom Kleiderbügelschieben und ungläubig auf die Stelle starren, an der eigentlich meine Größe hätte sein sollen. Ich kann nicht glauben, dass alle Welt meinen Hintern hat! http://www.cosgan.de/images/smilie/konfus/a035.gif
Auf dem Weg nach draußen blieb mein Blick an einem großen Spiegel hängen. Da war sie, die Falle. Meine Fisur war strubbelig (okay, das was davon strubbelig werden konnte), in meinem Gesicht wurden selbst die Krater die seit 5 Jahren abgeheilt waren wieder sichtbar und alles sah nach Baustelle aus. Dieses Licht, diese Spiegel...das würde mich Zuhause wieder Stunden kosten diese Stellen bei normalem Licht aufzusuchen...eher zu erahnen...und mir einfühlsam, aber überzeugend auszureden.
Den Rest gab mir eine Staksen-Barbie, die mich interessiert anstarrte. Unter Anderem wohl auch, weil ich allzu abrupt vor dem Spiegel angehalten hatte und ebenso unvermittelt weitergestürzt war.
Zur Erklärung, wer mich da als Sensation betrachtete:
Eine große, aber sehr schlanke Person, eingenäht in etwas Jeansstoff, mit einem Fetzen umwickelt, schwarzbraun gefärbtes, geglättetes Haar, schräger Pony, der meist eine Auge halb verdeckt, das Lächeln im Gesicht anscheinend mit Gips und 4 Tonnen Schminke fixiert, riesige Ohrringe, und als Abrundung Klacker-Stiefel, die ihr Erscheinen schon 5 Minuten vorher ankündigen. Ich habe das Gefühl, so sehen gerade 50% der weiblichen 15 bis 35 Jährigen aus.
Ehrlich gesagt, kann ich da die Eine nicht von der Anderen unterscheiden, aber sie schaffen es doch immerwieder, dass man sich doof fühlt. An Tagen wie diesen...also an denen man an viel zu großen Spiegeln vorbeigelatscht war, kommt es einem so vor, als würde eine lebendig gewordene Anklage vor einem stehen, die einen mit dem unbedeckten Auge anfunkelt und argwöhnisch mustert, weil man selbst noch mit beiden Augen sehen kann und noch in der Lage ist, seine Klamotten zu wechseln, da man auch wieder aus ihnen rauskommt. Im Normalfall geht einem das sensationell und astrein sonstwo vorbei, aber - bei diesen Spiegeln...
Schlussendlich hatte ich zwar immernoch keine Hose, aber dafür würde ich ganz bestimmt, sollte ich jemals zu einer kommen, niemandem gestatten, sie zu berühren oder auch nur schief anzuschauen, denn bei dem, was ich dann für das Teil auf mich genommen hätte, würde es schlichtweg unbezahlbar sein!



geschrieben von: Töggelie

Ich glaube, ich sage es schon vorweg: es liegt mir nicht über Gefühlslagen, Emotionale Dinge, etc. blabla, zu reden, zu schreiben...keine Ahnung, mich darüber zu äußern. Es ist mir peinlich und ich fühle mich unangenehm nackt, ausgeliefert...
Man muss sich das so vorstellen, als würde man gerade vom Plantschen kommen, stellt fest, wie ekelig bleich und bäh man doch außerhalb des Wassers aussieht, aber jemand klaut einem einfach das Handtuch und rennt damit weg. Entschuldigung, aber das kann ja mal absolut nicht angehen. -,-


Gut...jetzt hätte ich zwar einen Anfang...aber dafür fehlt mir diesesmal die passende Überleitung vom Anfang zu dem, was ich eigentlich sagen will. Ich versuche mal mit Lyrik die Kurve zu kriegen. Gute Idee...Peter Pan. Also, wenn ich mich recht erinnere, ist das in dem Buch so: Man kann nur fliegen, wenn man seine guten Gedanken beisammen hat...irgendwas Wunderschönes...vielleicht etwas, das so schön ist, dass man meint, ein mit Helium gefüllter Luftballon, befindet sich im Bauch. Im letzten Kapitel, kann dann auch Hook fliegen (wir erinnern uns? Der böse Pirat, Haken statt Hand, komische Haare...nein halt, das mit den Haaren kann mir zum Verhängnis werden, das streichen wir)...leider taucht das Krokodil auf, welches schon lange hinter ihm her ist, was ihn so ziemlich aus der Fassung bringt. Verständlich. Verzweifelt versucht er, an seinen guten Gedanken festzuhalten, aber von allen Seiten werden ihm schlimme Tatsachen in's Gedächtnis gerufen. Er ist alt, allein, unglücklich. Irgendwann dringt das Gesagt zu ihm durch. Ein letztes Mal wiederholt er:" Ich bin alt, allein und unglücklich." Danach fällt er in das Maul des Krokodils. Das war das Ende von Hook.
Fazit: durchsickernde Erkenntnis ist mörderisch.
Aber manchmal passiert irgendwas mit einem und da lässt sich das nicht mehr aufhalten. Vielleicht ist das eine richtig gute Sache und sehr wünschenswert. Aber woher soll man das in dem Moment auch wissen?
Das fing an, als ich vor einer Woche hörte, dass ein Junge sämtliche seiner Mitschüler erschossen hatte. Das ist eine ganz normale Info...es ist der Job von Nachrichten, einem sowas mitzuteilen, dafür sind es Nachrichten. Und mein Job war es, sowas nie an mich ranzulassen. Ich muss zugeben, wenn ich nicht gerade einen auf hart mache, bin ich ein wahnsinniger Weichkeks. Leider.
Und ich finde, gerade ob der Tatsache der Weichkeksigkeit, ist es gar keine schlechte Leistung keine Verletzbarkeit vermuten zu lassen, das muss ich mir schon lassen. Oftmals geht das zwar ganz von alleine, aber manchmal, ist das geradezu Schwerstarbeit. Das hat super geklappt...ziemlich lange...bis vor kurzem.
Aber jetzt sah ich einen Jugendlichen vor mir, der alleine, ganz alleine ist, und sich die Einsamkeit mit Computerspielen vertreibt. Und jetzt ist er tot und viele andere ebenfalls. Während ich irgendwo um mich herum die abgeklärten, kalten Infos der Nachrichtensprecher vernahm, liefen in meinem Kopf erschreckende Filme ab. Es würgte mich vor Mitleid und plötzlich, bemerkte ich irgendwas Nasses in meinem Gesicht. Aber das konnte nicht sein, denn ich war der Mensch, der niemals weinte. Ich war am Boden zerstört und hatte keine Ahnung warum. Je mehr Details darüber bekannt wurden, desto schlechter ging es mir. Ich fing an, Dinge zu träumen, die an und für sich gar nicht schlimm waren...total harmlos, da hatte ich wirklich schon härtere Sachen. Neu war, dass sich früher oder später das verzweifelte Gefühl der quälenden Einsamkeit einstellte: ich war alleine, niemand liebte mich und ich war unsagbar tief traurig. Jedesmal, wenn ich im Traum kurz davor war, in Tränen auszubrechen, wachte ich völlig nassgeschwitzt auf. Gut, duschen konnte ich...aber die Traurigkeit hatte sich vorgenommen, mir den Rest des Morgens nicht von der Seite zu weichen. Guter Plan, hat auch super geklappt.
Ein paar Tage später, lieh ich mir ein Buch aus, welches ich schon bestimmt 2 mal gelesen hatte. Bootcamp. In dem Buch geht es um Jugendliche, die in einem Erziehungslager ziemlich mies behandelt werden. Ziemlich mies...naja, sagen wir es mal so, das ist stark untertrieben. Wie gesagt, ich habe das Buch bereits 2 mal gelesen, man könnte jetzt also eigentlich getrost annehmen, dass mich keine Überraschungen mehr anspringen könnten. Doch. Und überraschender hätte es kaum sein können. Achtete ich sonst nur auf die Handlung, so hätte ich mich diesesmal an ausführlich beschriebenen Stellen, in denen die "Häftlinge", mit offensichtlicher Freude, zusammengeschlagen wurden, am liebsten herzhaft übergeben. Zitternd und voller entsetzen, warf ich das Buch quer durch mein Zimmer. Dummerweise fiel mir erst während der Flugstunde wieder ein, dass das gar nicht mein Buch war und eventuelle Bruchlandungen ungut für mich ausgehen konnten....allerdings, was musste man auch so grausige Dinge in Büchern verfassen...?! Tze... -,-
Ich nehme an, dass ich mehr oder minder jetzt das wahrnehme und empfinde, was ich sollte. Zumindest momentan und zumindest für kurze Zeit.
Ich schätze, ich könnte jetzt auch ganz klar sagen, was ich früher nicht wusste, oder vermitteln konnte, auch wenn ich nicht weiß, wem.
Ich möchte, dass man mich gerne hat, umarmt und streichelt, denn ich war so lange einsam, traurig und taub...und ich will nicht, dass das Krokodil mich irgendwann frisst.



geschrieben von: Töggelie

Ich hätte nicht gedacht, dass es irgendetwas gelingt, meinen Jähzorn nochmal so dermaßen anzustacheln. Das war eigentlich seit Jahren abgehakt.
Ich weiß nicht mehr was machen, vor lauter Hass und Wut. Ich kann gerade nichtmal mehr normal mit irgendjemandem reden, ohne ihn früher oder später anzubrüllen und ihm am liebsten den Hals umzudrehen.
Und wie jedes Mal, wenn es mir absolut dreckig geht, ist nichts da, was hilft. Ich könnte sterben, das würde kein Mensch merken, wie denn auch?! Auf irgendeine Art und Weise ist das wohl sarkastisch anzusehen, denn für den Aufwand, den ich dafür betreibe, mich bei anderen seit Jahren als Seelenklemptner zu betätigen, hätte ich reich werden können! Leider ist die Praxis nun wegen Unlust geschlossen. Wie schade.
Sämtliche meiner Sachen sind kaputt. Eigentlich wollte ich so weit nie gehen, da ich zu pleite bin, um mir das erlauben zu können, aber meine Fernbedienung war plötzlich durchgebrochen. Ich glaube, ich war selber erschrocken, da der Krftaufwand ja nun doch beachtlich ist.
Eigentlich hatte ich auch schon meinen Laptop in der Hand, bereit ihn voller Verzweiflung zu zerschmettern...aber wo hätte ich dann etwas Ablenkung herkriegen sollen und was, wenn das nicht den gewünschten Effekt gehabt hätte?
Beim Fußball lasse ich mich besser gar nicht blicken, das Risiko, gesperrt zu werden, würde bei nahezu 90% liegen und was in meinem Kopf vorgeht, wäre wohl das perfekte Drehbuch für einen Horrorfilm.
Was ich in den letzten Wochen gelernt habe ist klar: Freundlichkeit, Fürsorge und Liebe sind absoluter Schwachsinn. Man nimmt dir alles weg, die Gesellschaft ist wie ein Kind, das einer Ameise die Beine ausreist. Es ist im Moment ganz witzig, aber sobald es was Anderes entdeckt, ist diese Ameise uninteressant. Vergessen. Leider hat nun die Ameise das unbedeutende Problem, dass sie wegen diesem gottverdammten Kind ein Leben lang ein Krüppel ist!!!! Ist die Welt nicht witzig?
Das Leben und was es aus einem macht.
Vor 2 Jahren sagte ich, dass ich wohl mit 27 sterben würde. Ich weiß nicht wieso, 27 ist einfach die Zahl...in diesen 2 Jahren verbesserten sich mein Leben und ich gründlich...ich würde sagen...180° Wendung. Und ich vergaß die 27 völlig, weil ich das Gefühl hatte, ich wäre wichtig, man würde mich gern haben...wenigstens annähernd...es war ein Anfang.
Aber was ist, wenn man das gar nicht vergessen muss, wenn das einfach eine Tatsache ist? Wenn man das gar nicht selbst bestimmen kann? Wenn man einfach nur weiß, was passieren wird und es selbst nicht verhindern kann?
Es ist unglaublich, was Einsamkeit bewirken kann.
Man kann machen was man will, Zuneigung ist nur in den wenigsten Fällen drin. Man kann durchdrehen, zu einem Arzt gehen, sagen wie schlecht alles ist, aber was hat man davon? Man findet nicht das, wonach man sich sehnt, weil der Arzt nichts für einen empfindet und nachdem man geschnallt hat, dass das eben nicht wie im Fernsehen läuft, wo sich alle Welt Gedanken macht, wenn man einmal doof geguckt hat und man vor irgendeinem großen Fehler bewahrt wird, gaaaaaanz kurz vor knapp und natürlich wird auch kurz vor knapp alles gut und die Hauptperson wird plötzlich von allen gemocht, da wird einem klar, dass sogar die letzte Chance nach Geltung nicht funktioniert hat.
Die Realität schaut so aus, dass man als gestört betrachtet wird, sobald man kein Sonnenschein ist, man ist gestört und noch dringender: man stört. Man stört einfach!!!
Und dabei hätte man es wissen müssen. Ich dachte ja auch, man wird beachtet, wenn man den Leuten so lange auf den Geist geht, bis sie gar nicht anders können, als einen wenigstens anzuschreien. Aber die Rechnung geht nicht auf, man wird einfach nicht beachtet und schon ist man trotz viel Kraftaufwand und Planung wieder am Anfang.
Zugegebenermaßen zweifel ich manchmal schwer daran, zu der Spezies zu gehören. Vielleicht gibt es einen Planeten Töggi und durch irgendeinen heftigen Regen wurde ich hierher gespült und die suchen und vermissen mich, wissen aber nicht wo ich bin. Derweil sitze ich auf der Erde und weiß nicht, was überhaupt abgeht, weil die meisten Menschen so verdammte Vollpfosten sind!!! Ich würde geliebt werden und muss nun stattdessen hier sitzen!? Das wäre ja wirklich super gelaufen!

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damals ------>

http://www.medion-fotoalbum.de/mediapool02_aldi_s/22/BA/F3/20/C8/14/11/DB/B3/B2/5B/7A/55/D8/0C/26/oma/10/04520AF0222A11DE982081AF4E2B3296.jpg

heute ------>

http://www.medion-fotoalbum.de/mediapool02_aldi_s/22/BA/F3/20/C8/14/11/DB/B3/B2/5B/7A/55/D8/0C/26/oma/10/DFC56500222A11DE9874C32E4E2B3296.jpg



geschrieben von: Töggelie

(Mist...ich muss das auf 2 Beiträge verfassen...zu lang)

1ter Teil:



Würde ich meine Augen öffnen und auf die Uhr sehen, würde ich feststellen, dass es kurz vor 4 Uhr morgens ist.
Eigentlich bin ich verdammt müde und eigentlich hab ich absolut keine Lust, irgendwas Anderes zu tun, als mich in meinem Bett breitzumachen, in meine Decke einzurollen, festzustellen, dass in der Position meine Beine frieren und ich schlecht Luft bekomme, mich wie ein wilder Mixer um mich selbst zu drehen, bis ich endlich mit der gewählten Position einigermaßen zufrieden bin, verblüfft ob der plötzlich eintretenden Ruhe, wenn ich nicht mehr rumzuzappel, durch die Gegend zu glubschen, nachzuschauen, ob ich aus dem Deckenhaufen heraus meine Zehen sehen kann, wenn ich mich nur ordentlich verbiege und zu bemerken, dass die Aktion von vorn bis hinten komplett bescheuert war.

Stattdessen schwinge ich meinen zarten Hintern aus dem Bett, quäle mich an meinen coolen Schreibtisch (ehrlich, der ist wie aus einem romantischen Heimatfilm, wo alle mit einem seligen Grinsen und einem Krug Bier in der Hand rumlaufen), mache eine rote Kerze an, die den coolen Eindruck nochmal verstärkt, fühle mich wie jemand unheimlich Kreatives aus einem Film, drücke den Einschaltknopf meines Laptops, fühle mich plötzlich nicht mehr so unheimlich kreativ, weil das plötzliche Geräusch des Computers jegliche Stimmung zerstört (erfindet vielleicht endlich mal jemand absolut geräuscharme Computer?! Zarte Nerven wie die meinen kriegen irgendwann ein Krischen bei einer einigermaßen wahrnehmbaren aber monotonen Geräuschkulisse òó) und muss ganz dringend über das hier reden:


Eine Freundin hat mir das hier vorhin gezeigt:klick


Das ist, würde man es auf Jahre später beziehen, ziemlich genau meine Sache. Wenn irgendwas schiefgelaufen wäre, wäre jetzt nicht nur ich, sondern noch eine ganze Menge an Jugendlichen und Lehrern tot. Ich hätte sie erschossen. Potentiell wäre das absolut denkbar und ein Stückweit wäre das wohl auch natürlich gewesen. Mich hat vor 2 Jahren jemand gefragt:" Denkst du darüber nach, sie alle umzubringen? Das wäre völlig okay, solange du nur daran denkst, ist das absolut nachvollziehbar."
Ich denke darüber nach, sie zusammenzutreten, ihnen vielleicht eine Waffe an den Kopf zu halten, durchzuladen und abzuwarten, wie sie reagieren, um sie das Grauen in mir spüren zu lassen.
Die Realität würde aber wohl eher so aussehen, dass ich geschockt das Weite suchen würde, würde ich jemand davon wiedersehen. Ich war seither nicht einmal in der Nähe meiner Schule. Dort sind zwar noch 10 Euro, die ich schon seit 4 Jahren abholen sollte, aber ich kann dort nicht hin. Ich wüsste nicht, was passiert.



geschrieben von: Töggelie

2ter Teil:



Mir ist das Ganze peinlich, weil es als Schwäche meinerseits ausgelegt werden kann...und auch darf, da bin ich ehrlich.
Und das nur wegen einem bescheuerten Pullover...
Eigentlich wollte ich nur meine Ruhe und da ich das, was man getrost Spätzünder nennen konnte war, hielt ich das für das Beste. Ich war kleiner, aber leider fetter als die Anderen, da ich mir gut Kummerspeck angefressen hatte, sagte anstatt Mathe immernoch Rechnen, hatte Panik zu schnell alt zu werden, wollte nur bei meinen Eltern sein, da ich einfach Angst vor der krassen und negativen Umstellung der weiterführenden Schule hatte und fing wegen nahezu jedem Mist an zu weinen. Ich fing an zu weinen, wenn jemand alleine vor dem Fernseher saß, weil er aussah, als wäre er einsam. Wenn jemand etwas haben wollte, es aber nicht haben konnte. Jemand geschubst wurde. Eine abgerissene Blume am Straßenrand lag. Ich irgendetwas von mir in der Nähe der Schule verloren hatte und war es nur ein Knopf.
Einmal bin ich sogar vor lauter Tränen gegen eine Straßenlaterne gelaufen, weil ich einfach nichts mehr gesehen habe, aber trotzdem weitergelaufen war.
Kleine Kinder, die keine kleinen Kinder mehr sein sollten, gehen anderen leider entsetzlich auf die Nerven. Jedenfalls hatten sich 2 meiner Freunde gestritten und ich saß quasi zwischen den Stühlen. Eine durchaus unangenehme Position, wie man sich denken kann. Nachher war es so, dass die Eine der Anderen den Pullover angemalt hat und damit fing das ganze Theater so richtig an, weil sich die gesammte Klasse auf die Seite von M. schlug und ich...ja...ich war so dumm und hielt aus - Überraschung - Mitleid zu S. Ist schonmal jemand an Mitleid gestorben? Ich hätte die erste Person sein können.
Es kam zu einem handfesten Streit, mit dem ich eigentlich gar nichts zu tun hatte. Ich stand nur doof rum, schaute mir das ganze an und wusste erst, als ich zwischen 2 Tischen eingeklemmt wurde, dass ich an der Reihe war und als offizieller Gegner, sowie leichtes Opfer angesehen wurde. Das lief immer so ab: S. ging in die Vollen, reizte die Klasse bis zum Geht-nicht-mehr und als Vergeltung krallten sie sich - na, wen? - mich. Klar, ich war eindeutig das leichtere Opfer. Anfangs ist man auch eher erschrocken darüber, denkt aber in seiner Naivität, dass irgendwer irgendwas unternehmen müsste. So läuft es doch immer, oder? Irgendwer muss doch darüber nachdenken, warum man plötzlich die ganze erste Reihe für sich hat und warum man jeden Tag eine halbe Stunde zu spät kommt und einem sowieso alles egal ist. Aber niemand hat irgendwas gemacht. Nichtmal als die Reihe hinter mir mitten in der Deutschstunde anfing, mich mit Glasscherben zu verletzen. Das war verdammt ätzend, vor allem, weil jeder ordentliche Treffer mit Beifall bekundet wurde.
Nichtmal als alle um mich rumstanden und mir die Hände verbrannten, oder ich - zufällig angeschubst - die Treppen runtersegelte, aus dem Bus flog, am Boden lag und 15 Leute um mich rumstanden, ich festgehalten wurde und jemand den Tafelschwamm über mir auswrang, ich voller Grünzeug und Ameisen aus einem Kurztrip während des Schullandheimes zurückkehrte, weil einige Leute entdeckt hatten, wie lustig es ist, jemanden mit Ästen zu schlagen. Mir jemand Leim in die Haare geschmiert hatte, ich mit blauen Flecken und offenen Wunden das Schulhaus verließ, weil am lebenden Objekt gezeigt werden musste, was die Katze mit der Maus angestellt hatte...etc.
(An dieser Stelle: Ich hasse euch!)
Da zwischenzeitlich auch S. einiges davon zu spüren bekam, ließ sich nicht mehr vermeiden, dass unsere Eltern davon Wind bekamen.
Man kann annehmen, wie "erfreut" sie waren, als sie erfuhren, was genau da passierte. Ist es überraschend, wenn ich sage, dass die meisten Lehrer kein Wort davon glaubten? Ein einziger Lehrer war bereit uns zu helfen. Er wollte es zumindest, aber danach und nach der Elternaktion wurde alles schlimmer.
Jemand rief mich an und teilte mir mit, würde ich noch einmal irgendjemandem etwas sagen, würde er mich erhängen.
Ich erzählte das dem Konrektor, der ging auf die Klasse los und - oh Wunder - solche Ansagen häuften sich.
Es hört sich jetzt alles nach einer asozialen Schule an...und es hört sich so an, als wären das Jugendliche aus benachteiligten Familien gewesen. Aber das war eine der angesehensten Schulen und das Alles waren Kinder von Führungspersonen, alles wichtige Leute und genau darum hat sich jeder bemüht, so zu tun, als wäre nie irgendwas passiert.
Ein Schulverweis der entsprechenden Schüler, angezettelt durch den Konrektor, wurde vom Rektor sofort vereitelt.
Zwischenzeitlich wurde mir regelmäßg schlecht, wenn ich nur an Schule dachte...ich hatte zahlreiche Macken (man würde das wohl Belastungs-Neurosen nennen) entwickelt. So bekam ich wirklich Panikanfälle, wenn irgendetwas von mir an der Schule zurückblieb. Ich konnte keinen Stift, oder irgendwas Persönliches dort zurücklassen. Mir war alles egal, bemerkte ich das im Bus, stieg ich aus und lief den ganzen Weg zurück, aber es durfte bitte nichts von mir dort zurückbleiben.
Ich kaute ständig an meiner Unterlippe rum, zuckte zusammen, sobald jemand in meiner Nähe auftauchte, hatte für ca. 2 Wochen Angst irgendetwas anzufassen, aus Angst, es wäre giftig, brauchte 6 Monate um eine Art Waschzwang hinter mich zu bringen, etc.
Ich war so kaputt und fertig durch den ganzen Stress, die ganze Panik, dann diese Macken mit denen ich fertigwerden musste.
Ich hatte irgendwann so die Nase voll, dass ich immer öfter daran dachte, vom Schuldach zu springen. Ich wollte ihnen zeigen, was sie getan hatten und ein zerschmetterter Körper und Blut erschienen mir als sehr beeindruckend. Aber es ging weiter.

Irgendwann lag ich mit angebrochenem Arm auf der Unfallstation. Jemand hatte mir einen Bleistift durch's Handgelenk gerammt und ich hoffte inständig auf einen Gips. Zum Einen, um Schulfrei zu kriegen und zum Anderen, weil ich Ungutes befürchtete, würde ich nach dem Ärger ohne irgenetwas Handfestes wieder auftauchen.
Ich bekam keinen...dafür war am Folgetag mein Füller kaputt. Als Rache sozusagen. Schön, man sollte eigentlich meinen, dass ich jetzt mal mit Rache und so drangewesen wäre.
Der Witz dabei ist, dass man jetzt denken könnte, es wäre so einfach, sich dagegen zu wehren. Manche sagten auch schon, sie hätten sich das niemals gefallenlassen. Sicher, das würde ich heute auch sagen. Aber in der akuten Situation sagst du erstmal gar nichts, weil sich das verselbstständigt.
Ich habe keine neuen Klamotten mehr angezogen, aus Angst Aufmerksamkeit zu erregen. Es ist auch egal, es wird einem alles gleichgültig...man sieht sich nicht mehr als Mensch, man sieht sich so, wie einen die Anderen sehen wollen.
Wenn dir jemand die Hand brechen will und dir sagt, es wäre besser, du würdest auf der Stelle tot umfallen und du würdest dir das auch bald wünschen, du dich eben so verhältst, wie sich jemand nunmal verhält, der misshandelt wird, du schreist und weinst und alle Anderen lachen und finden das großartig...dann rechnest du nicht mehr damit, dass du menschlich bist. In dem Moment hast du nur die Wahl abzuschalten, oder zu spüren, dass du eigentlich tot bist.
Am schlimmsten war, wenn jemand doch nett zu mir war. Mir tat die Person unendlich leid, weil sie ihre Zuwendung an mich verschwendete. Es war leichter zu ertragen, dass man gehasst wurde und das nonstop. Aber dann positive Gefühle zu erwecken war die Hölle...weil dir erst dann bewusst wurde, was überhaupt Sache war.
Man kann das so sehen: man war in einem Dornröschenschlaf und irgendjemand hat einen durch eine nette Geste, ein kleines Geschenk aufgeweckt...und erst dann sieht man, was passiert war.
Ich glaube, ich hatte an die 2 bis 3 Nervenzusammenbrüche. Ich schrie alles zusammen, versuchte mir, indem ich meinen Arm zwischen eine Türe legte und diese zuschlug, den Arm zu brechen und tobte, bis ich mich letztendlich zitternd in eine Ecke verkroch. Irgendjemand hat mir daraufhin ein Beruhigungsmittel gegeben, woraufhin ich völlig erschöpft einschlief und im Krankenzimmer wieder aufwachte.
Danach war ich meistens 1-2 Tage krank. Der Konrektor machte währendessen die Klasse zur Schnecke, ich bekam eine Entschuldigung, manchmal mit einem kleinen Geschenk, aber nichts änderte sich, außer dass alles in abgeschwächter Form weiterging wie gehabt...6 Jahre lang.
Heute bin ich okay, denke ich. Außer gelegentlichen Panikanfällen und einer Abneigung dagegen, Gefühle zu zeigen, bin ich das, was man normal nennen dürfte.
Das hört sich jetzt wie eine überflüssige Mitteilung an, aber mir ist wichtig, dass niemand auf die Idee kommt, mit mir könnte etwas nicht stimmen...denn damit hat das ganze Drama erst angefangen. Ich bin normal.


Ich finde in diesem Zusammenhang Kinderfotos immer beeindruckend. Wenn ich damals alte Alben durchsah, hab ich mich oft gefragt, wie aus mir so etwas werden konnte, wie sowas passieren konnte. Damals war man noch die Nummer 1, man wurde geliebt, alles was man tat oder nicht nicht tat, war großartig und man wurde als kleines Wunder angesehen. Wie sich alles ändert...



http://www.medion-fotoalbum.de/mediapool02_aldi_s/22/BA/F3/20/C8/14/11/DB/B3/B2/5B/7A/55/D8/0C/26/oma/10/14FC8740230B11DEBE67DFCF4E2B3296.jpg


http://www.medion-fotoalbum.de/mediapool02_aldi_s/22/BA/F3/20/C8/14/11/DB/B3/B2/5B/7A/55/D8/0C/26/oma/10/14C571B0230B11DE8ACD35074E2B3296.jpg



Sorry für irgendwelche Rechtschreibfehler, aber ich werde mir das nicht nochmal durchlesen.



geschrieben von: Töggelie

1ter Teil



Ich hab was sehr Beruhigendes gefunden, was ich hier hoffentlich kurz zitieren darf.

Das hier ist von Odessa...ein kurzer Satz, über einem gelungenen Nebelpfadeintrag von ArrogantNick.
Merci für die Vorlage.


Zitat: "Nicht normal" für sein Alter zu sein ist manchmal in dieser Zeit und Gesellschaft das einzig wirklich Normale und Gesunde, und bildet dann auch ganz hervorragend gesunde, verantwortungsvolle, liebes-fähige und liebenswerte Menschen...



Gelungen, das muss ich zugeben. "In deinem Alter macht man normalerweise...in deinem Alter hat man normalerweise...du MUSST doch..." ich könnte das als Diktat für eine Strafarbeit ansehen, in der man immer und immerwieder den gleichen Satz vorgesagt bekommt und ihn dann abschreiben muss, bis er einem zu den Ohren rauskommt. Und das Blöde ist: du glaubst das auch noch und machst da irgendwann selber mit. Man macht sich Gedanken, beobachtet die Anderen und hat den Eindruck, dass man etwas verpasst, man sieht sich schon im Schaukelstuhl sitzen, darüber nachgrübelnd, was man doch für ein armseliges Leben hatte, weil man auf Feier xy keinen Bock hatte und den Whiskey wieder ausgespuckt hat, der doch eigentlich jedem im damaligen Alter wahnsinnig vor Glück machte, aber irgendwas stimmte da nicht, denn man selbst fand ihn schlichtweg grauenhaft.
Man glaubt wirklich, das Leben der Anderen wäre eine Erfüllung. Aber wenn man es selbst ausprobiert, stellt man fest, dass es einen langweilt, man nur die Zeit absitzt und einfach fehl am Platz ist. Wäre das eine Erkenntnis? Im Prinzip schon, nur leider vertieft das die Idee der Umwelt, dass etwas nicht okay ist, gravierend. Und man selbst denkt nicht etwa: "Okay das war nicht das Meine, nehmen wir das Nächste." Wie sollte man, wo doch aller Welt klar ist, dass wenn man nicht genießen kann, was genießenswert geheißen wird, eine psychische Macke vorliegt.


Ich wurde vor ein paar Jahren von einem Seelenklemptner allen Ernstes gefragt - aufpassen:" Und? Schonmal jemanden geküsst?" Peinlich! Meine ausgesprochene Antwort:"Äh?!" Meine erdachte Antwort:"****sorry zensiert****."
"Wie? Du hast noch nie geknutscht?! Noch nie?!" PEINLICH!!! Ich brauchte keinen Spiegel, um zu wissen, dass ich knallrot anlief. Einerseits aus Panik, weil mir offensichtlich die Zeit davonlief und ich auf der Liste der Dinge, die ich in einem bestimmten Alter zu erledigen hatte, etwas vergessen hatte und zum Anderen, weil unausgesprochen aber doch offensichtlich klar war: mit mir war etwas absolut nicht in Ordnung.
Ich sah schon, wie sich sämtliche Leute darüber lustig machten, wie das bis an's Ende meiner Tage in den Akten stehen würde und wie man daraus herleiten würde:" Hey! Pssst! Töggi ist zurückgeblieben, da ungeküsst! SKANDAL!!!"
Ich würde lügen, würde ich sagen, dass mich das nicht gewaltig stresste. Andererseits war mir nicht ganz klar, was die Welt davon hatte, dass ich noch niemandes Spucke in meinem Mund gehabt hatte. Ich meine, würde das für sie was verändern? Hätte das den Regenwald gerettet? Den Papst vor seinen roten Schühchen bewahrt? Die Wirtschaftskrise verhindert? Wieso sind Dinge, die keinen Menschen außer mir und noch jemanden etwas angehen, so wichtig für die Außenwelt?
Weil es Sicherheit und Bequemlichkeit verschafft, wenn eine Einheit gebildet wird. Die stupide Gesellschaft ist ein Rudel und das ganze Rudel muss gleich gepolt sein, das ist übersichtlicher. Kein Überraschungseffekt bitte, das stört die Ordnung.
Ich glaube, ich werde einen Skandal draus machen, wenn mir demnächst jemand unterkommt, der kein Pistazieneis mag. Genau das mache ich, das ist ein super Plan und von der Logik her nahezu identisch.
So n Scheiss.
Eine Freundin von mir meinte das Problem so lösen zu können: Sie plante, einfach jemanden, den sie okay fand, über den Haufen zu rennen, sich rücklings fallenzulassen, bewusstlos zu stellen und denjenigen so dazu zu bringen, sie per Mund zu Mund-Beatmung wiederzubeleben...was dann wie ein Kuss wäre...ja, wiederbeleben...aber belebe mal etwas wieder, das gar nicht tot ist.
Der Plan an und für sich war...joah...njo...detailliert. Aber ich hatte leise Zweifel, ob er auch nur ansatzweise funktionieren könnte. Obendrein war sowas irgendwie nicht mein Stil.
Ich glaube an sowas wie Liebe, Vertrauen, Magie des Augenblicks, blablub und nicht an hirnlose Fick-Aktionen, die nur durchgeführt werden, damit man ne große Fresse riskieren kann.
Ich hab sowas noch nie verstanden, denn kommt man sich da nicht schrecklich ausgenutzt vor? Sollte man jemanden nicht küssen, weil er für einen was Besonderes und das größte Wunder ist, das auf der Erde rumflitzt?
Oder ist das sowas wie eine Liste, die man abarbeiten muss...so sicher, wie man Akne und Nachsitzen durchmacht? Einfach ein lästiges Spiel, das erledigt werden will, damit man mitreden kann und das möglichst noch in abfälliger Form über den Anderen, der ja nur als Spielzeug herhalten musste. Und später? Wird es da nicht meistens zu einer Art Freizeitsport degradiert, bei dem der Andere ebenso benutzt wird? Ist es nicht das, was einem täglich im Fernsehen präsentiert wird? Ich schätze, die Welt will wirklich verarscht werden und steht auf Fälschungen. Aber wenn du da nicht mitmachst, bist du draußen...es geht dir nicht anders wie einem jungen Tier, das wegen einer falschen Zuchtfarbe abgeschoben wird. Von außen wird bestimmt, dass es niemand liebhaben darf, weil es eine aussergewöhnliche Fellfarbe hat. Ob dem so ist oder nicht, ist komplett egal, es wird einfach so festgelegt, von Leuten, die gar nichts mit den Gefühlen oder dem Leben anderer zu tun haben.
Es wird bestimmt, was schön, lustig, erlebenswert, etc. ist und die Tatsache, dass das Empfinden dafür subektiv ist, wird vollkommen ignoriert. Wie mündig und aufgeklärt wir doch sind.
Aber das ist nicht meine Welt, ich kann da nicht mithalten...oder umgekehrt: Sie kann nicht mit mir mithalten.



geschrieben von: Töggelie

2ter Teil



Eine Geschichte, die mir da aktuell einfällt: Weihnachtsfeier im Fußballverein.
Die Feier war schön, kein Ding, aber ich hatte nicht vor, mich zu betrinken. Niemand wird mich je betrunken erleben, das ist eine Sache, die schlichtweg unmöglich ist.
Mir war das klar, meinem Magen ebenso, nur leider meinem Trainer nicht.
Mein favorisiertes Getränk war Fanta. Fanta ist cool. Trinkt man es ab und an, flippt der Bauch völlig aus und ist selig vor Glück. Alkohol würde das nie schaffen.
A. war schon gut zugeschüttet und ging mir tierisch auf den Pudel.
Wann immer ich an ihm vorbeilief, in seiner Nähe stand oder unglücklicherweise in seine Richtung schaute, wurde ich festgehalten. Ätzend. Auf den Hinweis hin, dass er bald richtig großen Ärger bekommen würde, reagierte er, indem er mir meine Flasche Fanta wegnahm und es gegen ein Glas Wodka-Lemon austauschte. "Was ist los mit dir? Du bist krass drauf, keine Frage, aber trinken kannst du nicht?! DAS kannst du nicht?! Das - (theatralisch auf mich deutend und laut verkündend) ist mein neuer Top-Stürmer! Sie weiß es nur noch nicht."
(Gott bewahre! Das war jetzt der Moment, wo ich mich umgedreht hatte und das Weite suchen wollte)
Er wandte sich mir wieder zu und krallte sich mein Kragen, damit ich seiner Ausführung weiterhin beiwohnen konnte: "Ich bin Trainer, ich hab schweigepflicht, du kannst mir alles sagen, das weißt du." (Jaja sicher, sonst noch was. *ekel*)
"Aber da, wo du jetzt noch...das klingt jetzt blöd...ja...aber da wo du jetzt noch letzter bist, musst du im Trinken, erster sein. Alles klar?! (*mich durchschüttel*) Und ich bin der Coach, ich muss es wissen. Und...ah??? Sind das...sind das echte Nadeln? Die hast du dir aber nicht in's Ohr gestochen! Schaut euch das an! So krass wollte ich immer sein...au...also das kannst du..." Alle drehten sich nach mir um, zogen an meinen Ohren rum und machten entsetzte Gesichter und beteuerten, wie weh das doch tun musste.
Mir war das peinlich. Die Rede war scheisse, ich verstand die Logik nicht und ich war genervt, vor allem da sich Flossen an mir befanden, die da nichts verloren hatten und leider Gottes reagiere ich sehr allergisch auf sowas. Ich bewahre gerne eine gesunde Distanz, das gibt mir Macht...Macht die ich verliere, wenn mir jemand zu nahe kommt und ich suche mir gerne selber aus, wer diese Schwäche erleben darf und wer nicht.
Und weiter gehts:"In deinem Alter keinen Rausch...du bist doch kein kleines Kind mehr! Weißt du, dass du dich damit um Stunden zurückwirfst?! Wie willst du je betrunken werden, wenn du meine ganze Arbeit, meine ganzen Versuche dich abzufüllen, ruinierst?!" Er zog einen Schmollmund, was mich fast auf die Palme brachte. Dieses lächerliche Getue, das alle so witzig fanden, war schlichtweg peinlich. Fremdschämen war angesagt. Wie konnte man sich so derbe hirnamputiert aufführen und mir, weil ich nicht so war, unterstellen, ich wäre nicht altersgemäß?! Anfangs fand ich ihn ganz cool, aber jetzt fand ich, er war ein Trottel und er gab mir Zunder ohne Ende...
Als ich mich zum Gehen wandte und mich von allen verabschiedet hatte, stand nur noch eine Person aus. Jemand, der inzwischen mit dem Freund einer Mannschaftskameradin knutschte.
Als ich ihm die Hand reichte, befand ich mich schneller in einer luftabschnürenden Umarmung, als ich "halt" sagen konnte. Und ich kam nicht mehr raus. "Sarah, hilf mir!", seine Freundin stand grinsend daneben "Weißt du, daran musst du dich gewöhnen, der ist immer so." "Aber er lässt mich nicht mehr los, mach was! Das ist dein Freund!" und an A. gewandt:" Hey, lass mich los, ich muss noch zu Fuß 6km gehen und das packe ich nicht, wenn meine Lungen demoliert sind!" Nach gefühlten 30 Minuten, wurde ich mit einem Tritt in den Hintern entlassen. Himmel!
Es war inzwischen 5 Uhr morgens und ich eierte irritiert, da wohl wieder etwas mit mir nicht okay war, und leicht angepisst, mitten auf der Landstraße, nach Hause.
Anscheinend ist es in dieser Welt ein Verbrechen, wenn du nicht wöchentlich auf Parties abhängst, weil du sie oberflächlich und peinlich findest, weil du nicht rauchst, nicht in einer ausgeflippten WG lebst, keinen schrägen Pony, übergroße Ohrringe und einen Hintern, der über deinen Hosenbund quillt, hast. Gotteslästerung nennt man das wohl.
Letztendlich ist das nur ein zusätzlicher überflüssiger Mist, über den man sich den Kopf zerbrechen und Sorgen machen muss, weil man immer damit rechnet, der altbekannte Spruch könnte auf den Tisch gelegt werden:" In deinem Alter hat man normalerweise..."



geschrieben von: Töggelie

Hässlichkeits-Tag:




Ich kann nicht schlafen. Grund: ich hab einen Hässlichkeits-Tag, und da es erst halb 6 ist und der Tag noch ganze 18 1/2 Stunden hat, sollte ich mir vielleicht k.o. Tropfen verabreichen und das ganze Drama verschlafen.
Das ist jedes Mal das Gleiche und ich weiß noch nichtmal, wie das heute wieder angefangen hat...ich muss nachdenken...wahrscheinlich sind meine Gedanken vom Schock des bewussten Spiegelblickes so benebelt, dass ich unter einer Amnesie leide. Einem Gedächtnisverlust, der einen vor schlimmeren Folgeschäden bewahren soll. Oh Himmel.
Moment...check-check, ich bin 23 Jahre alt, wohne im Schwarzwald, bin 1,68cm groß, ich heiße...okay das Langzeitgedächtnis ist noch da.
Ich glaube, ich habe vorhin lediglich den Fehler gemacht, vor meinem Spiegel ein neues T-Shirt anzuziehen. Das wäre vielleicht gar nicht so tragisch gewesen, hätte ich nicht IN den Spiegel geschaut und wenn, warum zur Hölle habe ich dann die goldene Regel, NUR meine besockten Füße anzustarren gebrochen?!
Mich hat der Schlag getroffen. Mit weit aufgerissenen Augen, total unter Schock stehend, torkelte ich Richtung Schreibtisch, auf der Suche nach einer Papiertüte, zum Reinatmen. Ich hab zwar keinen Schimmer, was das bringt, aber in Filmen machen sie das immer so, also wird das schon seinen Zweck haben und wenn es nur der Dramatik wegen ist. Aber immerhin hatte ich schon genug Dramatik. Da ich nicht glauben wollte, was ich gesehen hatte, pirschte ich mich vorsichtig und - um einem Frontal-Schock auszuweichen - von der Seite an meinen Spiegel ran und guckte so vorsichtig wie irgend möglich rein. Alles was ich sah, war ein riesiges Grau-braunes Auge und ein paar Sommersprossen. Nähe war also doch keine gute Idee gewesen.
Tapfer, mutig und mit dem Gefühl, ich wäre Django, Bruce Willis und Pippi Langstrumpf in einer Person (bitte nicht vorstellen), sprang ich vor das böse, hirnverbrannte, grausame, widerliche, (Stop mich wer, ich hyperventiliere gleich!) Stück Glas.
"Äh...oh...oh nein!", quietschte ich das Dingens an. Das war der Brecher! Was ich sah, war jemand der...so irgendwie...ungut aussah. Um es nett auszudrücken, ich würde mich nicht heiraten.
Besommersprosst, zuviel Speck, hier und da Narben, zu viel Speck, durschimmernde Adern auf fast durchsichtiger Haut, zu viel Speck, alles irgendwie nicht so, wie ich es möchte, erwähnte ich schon zu viel Speck? Und zu guter Letzt zu viel Speck. Ich hatte das Gefühl, mich hätte wer verarscht, denn SO war das nicht abgemacht.
Ich war einer Ohnmacht nahe, flitzte zum Computer und recherierte Panisch nach, ob man da vielleicht durch Sport was retten konnte...und wenn nicht durch Sport, dann durch die Futterzugabe...und wenn nich dadurch, ja dann musste man halt die Hälfte von mir wegschneiden...und wenn das nicht...notschlachten.


(Ich muss an dieser Stelle erwähnen, dass ich der Mensch bin, der schonmal ärztlich verordnetes Internet-Rechercheverbot hatte. Ernsthaft, und zwar aus dem Grund, weil ich Depp...als z.B. mal angenommen, ich hätte Husten und würde mal so aus Neugierde nachschauen, was man da so machen könnte...aber 100Pro würde ich in diese Internetsitzung mit Husten reingehen und mit Aids oder Lungenkrebs - vielleicht auch schon ganz ohne Lungen - wieder rauskommen.
Man könnte jetzt durch etliche komplexe Schlussfolgerungen ganz vorsichtig andeuten, ich würde zu Dramatisierungen neigen...stimmt. -,-
Katholische Religion, 2te Klasse: Die Nonne erzählte uns was von Leuten, denen einfach Arme und Beine abgefallen waren, sprich Lepra hatten. Jemand fragte nach, wie sich sowas denn äußern würde und die Antwort war, man würde zuerst weiße Flecken am Körper vorfinden.
......
Nein...Genaueres sage ich dazu jetzt nicht...aber ich fand einen kleinen weißen Fleck am Bein und rechnete augenblicklich mit dem Schlimmsten.
Erst Jahre später hab ich irgendwo gesehen, dass das heute durch Antibiotika geheilt wird! Wie nichts! Mein Bein war schon fast am Abfallen und wusste nicht, dass es das gar nicht brauchte?!?!?! Skandalös!)


Jedenfalls konnte ich mich jetzt auch nicht so ohne Weiteres vom Spiegel fernhalten. Ich rannte immer wieder davor, richtete alles verfügbare Licht auf das Unfassbare und starrte minutenlang darauf. Ich hoffte, dass sich das irgendwie verharmlosen würde, dass mir ein paar Kilos vom Hintern hüpften, ich meine Haut wie ein Jäckchen ausziehen konnte, (die Schönheitsindustrie über Nacht einen Durchbruch erlangte), etc. Ich hoffte auf ein Wunder. Das einzige Wunder, das ich finden konnte, hieß Edding.
Ich finde Tätowierungen super und das Gute an sowas ist, dass anstelle einer hässlichen Stelle, was ganz Plausibles tritt.
Ich versuchte mir in meiner Verzweiflung, denn an Ablenkung war nicht zu denken, irgendwelche Bilder zu verpassen. Klar, mit Edding sieht das nicht so klasse aus...eigentlich sieht es total bescheuert aus...aber die schwarze Farbe macht sich irgendwie ganz gut. Ich weiß noch nichtmal, ob die Möglichkeit besteht, dass man die Farbe nicht mehr wirklich ganz runterkriegt, aber das ist mir dann auch egal...hauptsache, ich muss meinen Anblick nicht länger als nötig ertragen.
Es ist nicht fair, mein Bruder sieht echt gut aus, aber irgendwas muss bei mir schiefgelaufen sein. Wahrscheinlich habe ich die ganzen Abfallgene abgekriegt. Egal was, es ist zum Davonlaufen.
Die größte Angst habe ich davor, wie das wohl wird, wenn ich älter werde. Wenn ich jetzt schon so ne Gesichtsgrätsche war (vom Rest ganz zu schweigen), wie würde das dann erst im Alter werden? Andererseits glaube ich manchmal, dass da nicht mehr viel zu holen ist...das hat mein Körper schon mit Barvour in den ersten 20 Jahren erledigt. Gratulation. Dass mein verblödeter Körper nicht beschlossen hat, dass mir die Hautfarbe Grün super stehen würde, ist auch alles.
Der Gedanke daran, ein Leben lang mit diesem Missgriff leben zu müssen, nichts dagegen tun zu können, macht mich absolut fertig und raubt mir so viel Kraft, dass ich es gerademal Richtung Bett schaffe, nur um mich dort einzurollen und zu hoffen, dass ich die nächsten Stunden nichts mehr von der Welt mitbekomme.
Ich bin so müde...ich habe langsam wirklich keine Lust mehr auf mich.


"This time I'm taking it away, I've got a problem
When they getting in the way, not by my side
So I take my face and bash it into a mirror
I won't have to see the pain

This state is elevating, as the hurt turns into hating
Anticipating all the fucked up feelings again

My hurt inside is fading
This shit's gone way too far
All this time I've been waiting
Oh I cannot breath anymore
For what's inside awaking
I'm not, I'm not a whore
You've taken everything and
Oh I cannot give anymore

My mind's done with this
So hey, I've got a question
Can I go another away?
Take back what's mine
So I take my time
Driving humbly down the line
Each cut, closer to the vein

..."
Here to stay




geschrieben von: ArrogantNick

D A N K E

Ich habe jetzt mehrmals herzlich und laut gelacht. Das tat richtig gut hier zu lesen. Und - wer so schön, selbstironisch und lebendig schreiben kann, der kann so häßlich gar nicht sein. :-)

*Lieben Lesergruß abstellt*
Mischa

....



geschrieben von: Töggelie

@ArrogantNick:

Merci und danke für Lob und lieben Lesergruß. *g* Hat mich sehr gefreut, hier ein Servus vorzufinden. :-)




-----> Beitrag gelöscht, weil wegen ist nicht mehr. Person ist out, meiner unwürdig und wird hoffentlich in nächster Zeit nicht mein Blickfeld kreuzen. *pffff* <-----



geschrieben von: Töggelie

Schön, und jetzt habe ich es auch noch geschafft, mit einem Knopfdruck meinen gesammten Beitrag zu löschen. Ich bin kurz davor, mich in's Bett zu legen und nie wieder aufzustehen.


Ich bin schrecklich nervös. Allerdings nicht in der Art von
"Huh, yeah! Alles klar? Ich freue mich auf dieses und jenes und alles ist so schrecklich aufregend, absolut abgefahren, und ich weiß gar nicht, was ich anziehen soll, und was ist, wenn meine Haarfarbe nicht zu meinen Schuhsohlen passt und - könnte mich mal bitte jemand stoppen, denn ich bin schrecklich nervös"
Auch nicht wie
"Oh Himmel! Ich muss - o-oh, ob ich das schaffe und wer mir da alles dabei zusieht und was davon abhängt! Ich brauche eine Tüte...ich muss in eine Tüte atmen...TÜTE!!!"
Ich meine das eher so wie:
"Ich kann nicht mehr. Egal was es ist, aber ich ertrage es nicht mehr, ich ertrage mich nicht mehr, ich ertrage überhaupt niemanden mehr und ich kann nicht schlafen, nicht irgendwo sitzen, denn Nachdenken wäre überhaupt der absolute Horror und ich weiß nicht mehr, wann ich zuletzt mit jemandem richtig geredet habe, das ist Monate her und seitdem bin ich mit der Person zusammen, die für mich absolutes Gift ist: mit mir! Und ich bin absolut unerträglich, weil ich mich mit Einsamkeitsgefühlen und selbstzerstörerischen Gedanken quäle und da nicht mehr rauskomme und das, was helfen würde, wäre zwar eine Hilfe für mich, aber nicht für meinen Körper, aber scheissegal, denn wir hassen uns ja beide sowieso, also ist doch eigentlich gar kein Problem da!"
Sowas meine ich. Versteht jemand, was ich meine? Würde auch nur jemand gerne mit mir zusammensein wollen? Mit Sicherheit nicht.

Moment...geht gleich weiter...ich geh Blumen-Pflücken, das hat was Beruhigendes an sich, denn sitzen ist der absolute Brecher, wenn man kurz vor einem gefühlten Herzkasper ist.
...


So...der fetteste Strauß Wiesenschaumkraut ever. Eine Freundin hat mir mal vor ca. 10 Jahren gesagt, ich würde den Hummeln so ihr Essen wegnehmen.
1. wenn es so wichtig ist, dann sollen sie essen, bevor ich pflücke.
2. wenn Natur der Natur gehört, so auch mir, weil der Mensch ebenfalls Teil der Natur ist und des Menschen Natur, bzw. meine Natur ist es, mich mit kleinen Blumensträußen abzulenken und ein Insekt wird wohl kaum strategisch alle Blüten ausrüsseln, warum ausgerechnet dann die eine Blume, die ich pflücken will?
3. das geht an die Hummeln: Kauft euch ne Primel!


Ich hasse Wochenenden. Denn wenn die Wochentage schon schwer erträglich sind, dann sind es die Wochenenden umso mehr und ich hasse, hasse, hasse es.
Nehmen wir dieses Wochenende, was hab ich gemacht? Hab ich mich mit Freunden getroffen? Nein. War ich im Kino? Nein.
Ich hab geschlafen.
Ich hab den ganzen Tag geschlafen, wachte auf, weil ich schrie wie am Spieß, da ich träumte, ich wäre in einem engen Raum und von den Decken kamen Kreuzspinnen runter und wedelten mit den Beinen vor meinem Gesicht rum.
Nachts war ich wach, da ich gerade einen mehr als bescheuerten Rythmus habe, aber ich wüsste gerade sowieso nicht, was meine Lage, meine Laune, mein Gefühl verbessern könnte.
Alles ist schmerzhaft und das Grundgefühl ist eine dumpfe Leere, die sich leicht in ein brennendes Gefühl der Verzweiflung und Traurigkeit wandelt, wenn mir bewusst wird, wie lange das noch so gehen kann. Das fühlt sich an, als wenn jemand mit einem abgebrochenen Ast irgendwo zwischen Schulterblatt und Lungen piekt. Und sogar wenn ich jemanden treffe, es bringt mich nicht weiter. Das bringt mir nichts. Im Gegenteil. Ich fühle mich überfordert und weiß nichts anzufangen...weder mit mir, noch mit dem Gegenüber. Ich weiß, dass was fehlt, aber ich habe keine Ahnung, was es ist. Ich weiß, dass ich in einem ziemlichen Tempo kaputtgehe, aber ich habe keine Ahnung, was dagegen hilft und ich weiß noch nichtmal, ob es sich lohnt, etwas dagegen zu tun.
Das ist nicht meine Welt. Ich verstehe den Sinn nicht und ich ertrage den Inhalt nicht.
Eines der schlimmsten Dinge ist, morgens mit öffentlichen Verkehrsmitteln zu fahren. Du siehst Leute und sie sind müde, total müde und sie erledigen eine Arbeit, die wahrscheinlich total sinnfrei ist, nur um sich eine billige Wohnung leisten zu können, um überleben zu können. Und warum überleben sie? Um einer Arbeit nachgehen zu können, die sie hassen. Und ich verstehe es nicht. Wenn ich sie sah, war mir, als ob ich falle, als wenn jemand eine Schneekugel umdrehte und das Leben und das Universum und alles hatte keinen Sinn, weil ich nicht verstehen kann, was das soll. Für mich wäre das, ohne Übertreibung, ein absoluter Grund zum Freitod, weil mit dem was ich jetzt bin und einem solchen Leben ... wie schlimm kann da noch die Hölle sein...?
Auf meinem Arm steht geschrieben:" Wenn ich sterbe komme ich in den Himmel, weil ich meine Zeit in der Hölle schon hinter mir habe", aber das könnte ein neuerlicher Besuch dort sein und das ertrage ich nicht. Ich fürchte mich vor sowas. Das würde man wohl ein vernunftgesteuertes Leben nennen. Sei glücklich, du hast einen Beruf...sei glücklich, du hast ein Dach über'm Kopf, wenn auch 0 Rückzugsmöglichkeiten, 0 Sinn, 0 Spaß, 0 Möglichkeiten dich auszuleben, 0 Rechfertigung für dich selbst, 0 Leben. Die Hölle der Mittelmäßigkeit und Fremdbestimmtheit. Oh Gott!!!!!
Das war ein ziemlich blöder Gedankengang für meine Laune. -,- Jetzt hab ich noch einen Grund, mich schrecklich zu fühlen.
Jedenfalls fühle ich mich wie in einem Glaskasten und ich darf höchtenfalls zusehen, wie der Rest Spaß hat, sich freut, nicht alleine ist. Als hätte ich einen Stempel auf der Stirn, auf dem steht: Du nicht!
So viel zum Wochenende.
Eigentlich dachte ich, Ostern könnte cool werden. Ich hatte mich richtig darauf gefreut, in der Hoffnung auf Abwechslung und dass etwas Interessantes passiert, so wie nur ein halbverhungerter, naiver Idiot auf etwas Essbares in einem Papierkontainer hoffen kann.
Aber es war ganz genau wie Weihnachten: meine Eltern spielten sich als Samariter auf und arbeiteten, damit ihr Team bei ihren Familien sein konnte. Mein Bruder machte sein Ding, der Rest der Verwandtschaft ebenfalls und der entartete Teil färbte mit sich selbst Eier, versteckte sich selbst ein Nest, machte sich selbst einen Osterstrauß, schaute fern und stopfte sich mit Antidepressivum voll. Echt gelungen, ich hatte mich zurecht darauf gefreut, der Brecher, wunderbar.
Ich bin echt verdammt sauer und wütend auf das ganze misslungene System.
Nur was ich vergessen habe: spätestens dann, wenn irgendjemand etwas will oder ein Problem hat, bin ich wieder wichtig und existent. Klar, man braucht ja einen Deppen, der den ganzen Tag nichts zu tun hat, sich um andere sorgt und deswegen immer zur Stelle ist. *brüll* Und wer zur Hölle bezahlt für mich?!

Ich werde jetzt meinen Tag mit mir alleine verbringen, mit mir joggen, mit mir Muskelaufbauübungen machen, mit mir lernen und mit mir aufräumen, sowie mit mir mich und meine verdammte Existenz verfluchen.



geschrieben von: Töggelie

Ich bin noch nicht fertig.
Wenn ich für das, was ich für andere an unbliebsamen Mist erledige, Geld bekommen würde, dann hätte ich schon lange den Computer, hinter dem ich seit Jahren her bin.
Ich hatte eine Freundin, bei der war das ganz extrem. Sie hatte Ärger, ich bügelte es aus. Sie war krank und wollte Bücher haben, ich besorgte ihr welche. Sie brauchte Hilfe bei den Hausarbeiten und es war keine Frage, das ich half.
Nur wenn es darum ging Spaß zu haben, etc. wurde ich großzügig übersehen und ich habe bei manchen Leuten den schweren Verdacht, sie haben einen Pakt mit meinen Eltern geschlossen und auf deren Konto häufen sich Unsummen.
Ich weiß gar nicht, wieviel Zeit ich mit Warten verbringe, warten dass sich Leute nicht bei mir melden und mit nicht kapieren wollen, dass sich niemals jemand melden wird. Irgendwann sind sie einfach verschwunden. Leute, die mich schon seit 2 Jahren besuchen wollten, sind zu schwach für einen Anruf, oder die Antwort eines simplen Briefes und Personen, die davon sprachen, wir wären für immer befreundet, sind - wenn man jemanden danach fragt - plötzlich am anderen Ende Deutschlands.
Vielleicht befinde ich mich manchmal in einem Zustand der Dauerbekifftheit, denn so irgendwie, meine ich phantasiert zu haben, mir hätten sie alle gesagt, ich wäre wichtig, sie würden mich mögen, nie alleine lassen, ich wäre unersetzlich. Sicher, das muss man sagen, damit jemand, der sich über jeden Mist an Freundlichkeit freute, als hätte er ein großartiges Geschenk erhalten, nicht etwa auf den Gedanken kommt, es könnte anders sein. Ich glaube niemandem auch nur ein positives Wort über mich. Dir wird gesagt, dass du nett bist, aber noch bevor derjenige den Mund geschlossen hat, ist das vergessen. Es bedeutet mir nichts mehr. Ich schätze, man könnte mir 100mal sagen, man hätte mich lieb...das ist mir egal, das kommt nicht an, ich glaube das nicht mehr.
Das ist so bescheuert, wie sich monatelang nicht zu melden, mir dann zu beteuern, ich wäre einer der besten Freunde, aber man hatte leider keine Zeit, aber bitte, ich soll das auf jeden Fall glauben. Direkt danach passiert das Gleiche abermals - huch, welch Zufall - und wieder kommt irgendeine haarsträubende Ausrede, anstatt dass man mir gleich sagt, man hätte keinen Bock auf mich. Ah, geht ja nicht - man könnte mich ja noch für irgendetwas gebrauchen!
Menschen sind wohl so, aber dann sollte man von mir nichts Anderes erwarten, denn ich nehme mal an, dass für Extras nicht bezahlt wurde.
Rechnung folgt übrigens und Überweisungen hätte ich zukünftig bitte gerne auf mein Konto, damit ich, wenn schon die Menschen versagen, mich wenigstens dem Materiellen, oder einer angenehmen Sucht zuwenden kann. Das Altbekannte, immer ein guter Trost und eine schöne Methode für andere, sich freizukaufen. Scheiss Welt!



geschrieben von: ArrogantNick

Ja - die Welt kann manchmal echt scheiße sein. WENN ich das nochmal irgendwem glauben sollte, dann Dir. Btw. Du hast den geilsten Galgenhumor ever - bei der Primel kaufenden Hummel lag ich schon wieder am Boden. Ich für meinen Teil finde Deine Schreibe ausgesprochen sympathisch. So, genug gestört mitten in der Nacht, weiter im Tex.... ähm.... Welt scheiße finden. ;-)

Lesegruß *Das wirst das erste Thema was ich hier in über sieben Jahren abonniere*

Mischa

Ein kleines Edit: Weißt Du, ich hasse auch öffentliche Verkehrsmittel und ich habe mir vor langer Zeit die gleichen Fragen gestellt wie Du. Die Antwort ist die, dass die Wenigsten es jemals herausfinden werden, warum sie sich das hier wirklich alles antun. Aber die Wenigen die es schaffen, es doch heraus zu finden, die werden am Ende sehr glückliche Menschen. Ich weiß das, ich bin einer davon. Und ich habe angefangen wie Du, Du stellst (die richtigen) Fragen und Du hast Humor - DAS ist eine schier unschlagbare Kombi. Jetzt war ich nett und das obwohl ich Dich nicht brauche. Vielleicht macht mich das ein wenig glaubwürdig, was ich mir wünschen würde. :-) So, und nun ist aber wirklich gut....



geschrieben von: Töggelie

Hey, du kamst echt wie gerufen, weißt du das? Danke...das ist echt super das zu lesen, danke.
Weiter im Text, da sagst du was...


Bis vor exakt 10 Minuten, glaubte ich, ich müsste sterben. Ich wollte es.
Und ich habe echt Angst davor, was passiert, wenn ich aufhöre zu schreiben, deswegen werde ich wohl die ganze Nacht an diversen Nebelpfaden sitzen...einfach damit ich weiß, ich überlebe.


Ich stellte mir vor, wie ich von einem Hochhaus springe, wie ich mir die Pulsadern aufschneide - nein halt, das wäre nicht cool genug gewesen - ich hätte mir wahrscheinlich der Dramatik wegen gleich den ganzen Arm abgesäbelt, immer schön mit der popeligen Rasierklinge versteht sich.
2 Abfuhren an einem beschissenen Tag. Darf ich bitte den Titel "ärmste Sau der Nachtwelten" haben?
Der Erste war schon mies genug...
Ich hatte mich auf eine reelle Chance konzentriert und wurde weggeschubst, weil ich um ein paar Jahre zu jung war. Der Typ war 33 und fand es war ein Witz, dass ich mit ihm was unternehmen wollte. Lustig...haha...ja, das war auch mein bester Witz...immerwieder ein Brecher auf Parties und so.


Der Zweite riss mir dann mein Herz heraus. Mir wurde schlecht und ich hatte kurzeitig das Gefühl, bewusstlos wegzukippen und ich hätte insgeheim alles dafür gegeben.
Das, was manche so leicht haben können, ist für mich nicht drin...das Licht begann zu flackern und ich wusste, dass sich die Hölle vor mir auftat und ich kilometerweit fallen würde, um am Ende zu verbrennen.
Weißt du, mir ist klar, dass wir nicht zusammenpassen. Das wusste ich. Das Schlimme war eher diese totale Abschmetterung, die mich völlig hilflos zurückließ und mir klarmachte, dass ich eine Sonderrolle innehatte...der Stempel auf meiner Stirn, du erinnerst dich? Ich hätte es locker weggesteckt, hättest du gesagt:" Hey, ich weiß nicht, also ich glaube, das hätte keinen Sinn." Als hätte ich das nicht gewusst, das wäre meine Wellenlänge gewesen, das hätte uns auf eine Stufe gestellt. Das hätte mir gesagt, ich wäre nicht anders als die Anderen und es wäre okay gewesen.
Ich hab dich zwar dazu aufgefordert, mir doch eine klare Abfuhr zu erteilen, aber ich glaube, ich hatte die Schmerzen unterschätzt. Wirklich, das war der Hammer.
Ich fühlte mich, als wäre ein Auto frontal auf mich zugebrettert und hätte mich voll erwischt.
Wenn ich ehrlich sein soll, habe ich das Ganze dir gegenüber nur zugegeben, weil ich Angst hatte, jemand kommt mir zuvor...eben jemand, der Entwicklungstechnisch deinen Ansprüchen genügt...ohne dass ich eine Chance hatte.
...ich weiß gar nicht, wieviele Abfuhren ich schon kassierte, wieviele Zusammenbrüche ich dadurch erlitt, aber...man verdrängt das dann doch und hofft auf das, was nicht eintreten wird.
Wahrscheinlich weil die Sehnsucht nach Liebe alles aufgefressen hatte und man endlich...nach dieser ganzen Scheisse, auf ein Wunder hofft, obwohl man ganz genau weiß, wie utopisch es ist. Vor allem, wenn der oder die Abgebetete(r) ein Level weiter ist.
Aber die Welt ist nicht gerecht und, so geschockt und mit weit aufgerissenen Augen ich auch dasaß und spürte, wie die Realität sich in meine Haut fraß...das bekam ich mit.
Mein Ego ist extrem angekratzt, das muss ich zugeben. Ich bin verwirrt und weiß nicht, was ich von wem halten soll...am allerwenigsten von dir.
Ich hab verhindert, dass du weißt, wen du wirklich vor dir hast, unter anderem, indem ich versuchte so zu sein, wie ich dachte, dass du mich haben wolltest. Ich schätze, dabei habe ich alles falsch gemacht, was man nur falschmachen kann. Ich habe vieles gesagt und gemacht, das ich sonst nie...das war nicht ich. Dieser Part tut mir leid...für mich.
Ich glaubte auch, dass ich sämtliche Entwicklungsstufen so schnell durchlaufen könnte, dass man denken würde, ich hätte Jahre übersprungen...aber das geht nicht.
Ich muss zugeben, dass ich geschockt war, als ich diese Ewigkeit und Ernsthaftigkeit aus deinen Zukunftsvisionen heraushörte.
Ich meinte herauszuhören, dass es nicht um Zweisamkeit, sondern um Ehe, etc. ging...das hat mir Angst gemacht, weil solche Pläne für mich erst in 10 Jahren anstehen. Du kamst mir plötzlich wie ein alter Mann vor...vielleicht weniger deswegen, was du sagtest, sondern eher, wie du es sagtest. Du lässt ab und an wirklich Sachen fallen, die mich erschrecken und verstörend sind.
Eigentlich war ich immer glücklich, dass du mein Kumpel warst...ich wollte nur das bisschen Zuneigung, aber irgendwann reichte das nicht mehr und ich merkte, dass ich noch nie jemanden so schrecklich gerne hatte. Und ich konnte den Gedanken, jemand dürfte das haben, was ich so sehnlich wollte, nicht ertragen.
Und jetzt hab ich gar nichts mehr.
Es gibt Dinge, die wünscht man sich so sehr, dass man sich vergisst...nichts ist mehr wichtig, nur dieser Wunsch...
Ich wollte noch nichtmal eine Beziehung, ich wollte...ich denke...ich wollte eine Chance...eine potentielle Chance.

Entweder war es das jetzt, weil ich es nicht ertragen kann, oder es muss einen kompletten Neuanfang geben, für eine ehrlichere Freundschaft. Denn ich für meinen Teil...du kennst mich nicht, sorry.
Du weißt nicht, mit wem du befreundet bist und ich sehe dich jetzt mit total anderen Augen, was ich erst wieder neu sortieren muss.
Ganz real gesehen, bist du seit Anfang dieses Jahres, nur ein Bekannter...bis dahin warst du mein bester Freund. Ich weiß momentan einfach nicht mehr, wer du bist.


Und...jetzt wäre ich dankbar, wenn ein Flugzeug über unserem Haus abstürzen und mich erschlagen würde.
Hätte ich einen Wunsch frei, so wäre es dieser. Und das meine ich sogar, mit all seinen Konsequenzen - ernst.
Heute morgen hatte ich eigentlich gedacht, es könnte nicht mehr schlimmer kommen, es könnte sich jetzt nicht mehr schlimmer anfühlen, aber nachdem jetzt auch noch 2 langwierige Hoffnungen und damit das, was eigentlich das Einzige war, das mich aufgemuntert hatte, flöten gegangen war, sehe ich ein echtes Problem.
Ich sollte barfuß spazierengehen...irgendwas...was schmerzhaft ist...egal was, nur damit ich nichts mehr fühlen muss...oh Gott...



geschrieben von: Töggelie

Es ist nicht nur das. Es ist nicht nur das...es ist...
Ich bin dem ganzen Mist nicht mehr gewachsen und ich ... ahm ... ich habe bescheidene Schmerzen.
Ich bin müde, ich bin so unendlich müde und...was wollte ich sagen...ahm...ah...ich will nicht mehr aufwachen, nicht mehr essen, nicht mehr fernsehen, nichts mehr!!!
Das Abi ist mir scheissegal, ich will kein Studium, ich will kein Haus, ich will einfach keine Schmerzen mehr haben. Seit 12 Jahren der gleiche Mist und ich kann nicht mehr.
Aaaaaaaaaaaaaah! Ah, oh nein!!!
Ich kann nicht mehr atmen, ich krieg keine Luft mehr!
Scheiss Leben!!!! *tob*
Ich hab genug...ich will nicht mehr...
Das reicht endgültig!
Ich fühle mich benutzt und ungenügend, ein Fehler...ihr habt alles genommen und ich kann nichts mehr geben...da ist nichtmal mehr was für mich!!!! Äääääähaaaagh!!!!!



...



Nur zum Mitschreiben:

Es ist nichts mehr da!!! Das heißt, es gibt nichts mehr!!! Hab ich was gekriegt?! Nein! Scheisse gelaufen, das heißt, die Bank ist zu!!! Bankrott!
Ich seh nicht ein, dass alle Welt sich ständig bei mir abholt, was sie braucht, aber absolut nicht in der Lage ist, auch nur im Entferntesten zu raffen, was ich möchte! Verdammt!!!
Besorgt euch euren Mist selbst!!!
Oh, und ehe ich's vergesse: sämtliche Extras wurden gestrichen. Wurde heute morgen ja schon schriftlich mitgeteilt, steht oben am Schwarzen Brett. Ausserdem wurde die veraltete Regel wieder neu ausgegraben: Don't touch Töggi. Fasst mich ja nicht an.
Es war sowieso immer scheissegal. Ich reisse mir den Hintern auf, mache mir mords Gedanken, aber hey, das ist doch selbstverständlich.
Das war es wirklich...aber ich bin kaputt. Wenn man mit einem Spielzeug zu lange spielt, geht es kaputt, so ist das nunmal.
Reparieren wäre vielleicht mal kein Fehler...war hier nicht irgendwo dieses Spiel mit den misshandelten Kuscheltieren? Ich will das Schaf, oder das Krokodil sein! Halt! Die Schlange ist auch cool.
Ich will ein Zuhause...aber ich hab keines...



...



Ich glaube, ich hab mich einigermaßen im Griff...ich geh vorsichtig runter...hole mir Tee...schaue einen Film...mache Kerzen an...und denke nicht mehr nach...
Abgefahren, ich hab mich beruhigt und meine Nachbarschaft schläft noch. Ich hätte jetzt gewettet, ich würde so abgehen, dass die ganze Straße unter der Decke hängt.
Aber sogar meine Fische schlafen noch.


Memo an mich:

- Beruhigungsmittel besorgen...
- Um Gottes Willen sowas nicht nochmal erleben...
- beten dass sich meine augenblickliche Bewältigungsstrategie hält...
- 5 Tage schlafen und für niemanden ansprechbar sein
- sollte es jemand wagen, den letzten Punkt zu missachten ----> denjenigen erschießen
- extreme Egozentrik aufbauen
- wichtigster Memo: ihr könnt mich alle mal. Ich bin verdammt mutig, da ich sogar auf die Gefahr hin, eine extreme Bauchlandung zu machen, sage was Sache ist, sogar wenn ich mich der Lächerlichkeit und Verletzlichkeit preisgebe.
Beispiel: ich bin verdammt selbstgefällig und arrogant....aber ich kann es mir leisten. Huch! War das etwa ehrlich?! Ouh, ja klar.
Ich hab mich...ich brauche niemanden...





Zitat:
Original geschrieben von ArrogantNick
Ein kleines Edit: Weißt Du, ich hasse auch öffentliche Verkehrsmittel und ich habe mir vor langer Zeit die gleichen Fragen gestellt wie Du. Die Antwort ist die, dass die Wenigsten es jemals herausfinden werden, warum sie sich das hier wirklich alles antun. Aber die Wenigen die es schaffen, es doch heraus zu finden, die werden am Ende sehr glückliche Menschen. Ich weiß das, ich bin einer davon. Und ich habe angefangen wie Du, Du stellst (die richtigen) Fragen und Du hast Humor - DAS ist eine schier unschlagbare Kombi. Jetzt war ich nett und das obwohl ich Dich nicht brauche. Vielleicht macht mich das ein wenig glaubwürdig, was ich mir wünschen würde. :-) So, und nun ist aber wirklich gut....



Wenn das irgendwann passiert...würde das jetzt eine Idee an Hoffnung bedeuten...es gäbe einen Sinn zu ergründen und man wäre keine willenlose, selbstversklavte Marionette. Ein guter Gedanke, da das eine meiner größten Ängste ist und ich nicht nachvollziehen kann, dass das für manche echt okay zu sein scheint. Ich dachte aber immer, das wäre normal und mit mir würde was nicht stimmen.
Brauchtest du arg lange, um es rauszufinden? Aber es ist schon beruhigend, dass es etwas rauszufinden gibt.
*g* Macht es. Danke. :-)



geschrieben von: Töggelie

Es muss stark sein, zu wissen das man die Macht hat, jemanden mit ein paar Worten in den Abgrund zu schicken und gleichzeitig Klarheit darüber zu haben, man ist wertvoll...das hat man ja nun erfahren...
Nicht umsonst können sich die Meisten, die klarstellen, dass aus der Seifenblase nichts wird, kaum ein Grinsen verkneifen. Die Welt ist witzig...



http://www.medion-fotoalbum.de/mediapool02_aldi_s/22/BA/F3/20/C8/14/11/DB/B3/B2/5B/7A/55/D8/0C/26/oma/10/CFCFD6F033B711DEA9434CBA52D438C5.jpg



geschrieben von: ArrogantNick

Hm.... was soll ich sagen? Was ich soll, ist ja eigentlich auch egal, was also will ich sagen? Zuerst einmal ein Bild, die sagen manchmal mehr als Worte.


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http://www.syilver.de/hands.jpg


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Du wirst sie finden, da bin ich ganz sicher. Du wirst die Hand finden, in die Du Deine betten kannst. Völlig beruhigt und mit dem Wissen, dass Du Zuhause bist. Aber das wirst Du erst können, wenn Du in all Deinem Chaos das erlernst, was Du selbst schon so glaskar geschrieben hast: Du selbst zu sein - denn bist Du es nicht, so verlierst Du erst recht. Wenn man schon abgelehnt wird, dann doch bitte um seiner Selbst Willen und nicht um eines Theaterstücks, das man so gestaltete, wie man meinte, dass es erwartet würde. Du bist kein Schauspieler, nicht in Deinem Inneren, dort bist nur Du. Man kann sich nicht ewig vor sich selbst verstecken und das tut man, wenn man sich vor der Welt verbirgt. Und wenn Du Dich nicht lebendig sein lässt, wenn Du nicht zulassen kannst, dass all diese wunderbaren kleinen Gizzmos die ich hier lese, sich entfalten und Dich den wunderbaren Menschen sein lassen, der Du bist, wie willst Du es dann glauben, wenn Dir jemand sagt er/sie hätte Dich lieb? Du tust es ja noch nicht mal selbst.... ?

Dort, tief in Dir, lebt etwas, das sich so sehr danach sehnt angenommen, respektiert und geachtet zu sein; ja, SEIN zu dürfen. Und darum bist Du auch erstaunt dass alle schlafen bei dem Lärm, so laut wie es in Dir schreit. Ich kann es jetzt lesend hören, ja nachspüren was DU empfindest - und, ich verstehe Dich. Ich kenne Dich nicht, aber wäre ich jetzt da, ich hätte Dich mal in den Arm genommen, einfach mal so, um Dir zu zu flüstern, dass es lange dauert und dass es weh tut, aber dass am Ende, wenn Du den Weg zurückblicken wirst, Du keine Minute davon wirst missen wollen, denn als Lohn bekommst Du die völlige Gewissheit und das Selbst-Vertrauen. Und dann wirst Du diese, Deine Hand, in so unglaublich viele Hände legen können, aber Du wirst es nicht oft tun. Du wirst eher Deine aufhalten, damit Andere ihre hineinlegen können. ....

Du bist gut so wie Du bist. Versuch den Mut zu finden DU zu sein.

Liebe Grüße
Mischa

Ach und ~> achte auf Dein Herz. Wenn Du es nicht fühlen magst, weil es so schmerzt, behandle es doch zumindest wie einen guten Freund (schließlich hält es Dich am/im Leben), den wirft man auch nicht weg wenn es ihm schlecht geht - eher versucht man es mit trösten. Behandle doch zumindest Du Dich besser als es so viele Andere taten. ;-)

....



geschrieben von: lioba

http://img.2concert.de/org_bilder/user/5457269.jpg
Hier, du meine große Liebe: Wildkatzen,Krallen, Leben.. you know?



geschrieben von: Töggelie

Danke...das ist lieb von euch.

@lioba: ich weiß...Krallen, Fauchen, Leben und so...danke...


Wahrscheinlich war das absolut klar...das ist mir in abgemilderten Formen schon etliche Male passiert...ich wollte das nur nicht wahrhaben. Dabei ist es wirklich offensichtlich gewesen, aber man ist ja so doof und hofft trotzdem, weil man es nicht mehr ertragen kann, immer nur zuzusehen.
Vielleicht bringt mich noch nichtmal diese Tatsache so aus dem Gleichgewicht, sondern vielmehr das Gefühl, dass mit mir etwas nicht stimmt. Das stellt mich und alles extrem in Frage.
Wie wirke ich auf andere? Wie sehe ich aus? Bin ich zurückgeblieben? Das sind alles Sachen, die ich erstmal klären muss. Und wenn es stimmt, dass jeder seines eigenen Glückes Schmied ist, dann habe ich bisher grundlegend was falsch gemacht. Das würde heißen, meine ganze Einstellung ist falsch...und die vieler Integranten richtig.
Ich bin gerade einfach total verwirrt.
Oh...und ich fliege bald aus meinem Elternhaus raus, weil ich meine Mutter eben angebrüllt habe. Möchte noch jemand draufhauen? Ich möchte die letzten 6 Monate bitte aus meinem Leben streichen, welchen Antrag muss man da stellen?
Ganz ehrlich, der einzige Grund, weswegen ich noch lebe ist der, dass ich zu feige zum Sterben bin.
So einen Satz kann man schnell bereuen, aber ist mir gerade so scheissegal. Das war wahrscheinlich der Tropfen, der zu viel war.
Es ist alles so dermaßen Scheisse, ohne auch nur irgendwas Schönes, dass man wohl zwangsweise wirklich irgendwann die Schnauze voll hat.
Ich leide, und das seit 12 Jahren...das ist immerhin über die Hälfte meines Lebens.
Ich dachte eigentlich, ich hätte das wirklich im Griff. Ich hatte das auch im Griff. Aber ich weiß nicht, wozu ich mir das Alles antue.
Ich bin eigentlich schon seit Monaten komplett fertig mit der Welt. Ich schätze, unter normalen Umständen würde mir das hier jetzt gar nicht so viel ausmachen. Klar ist es schlimm, keine Frage, aber man könnte es abhaken, denn man hätte ja noch genug andere Sachen, die einfach lebenswert waren. Vor einem halben Jahr hatte ich erst so einen Fall. Die Antwort damals war:"Naja, ich weiß nicht...ich will dich auch nicht als Freundin verlieren." Das hat mir irgendwie absolut nichts ausgemacht. Es war okay, ich war abgeblitzt, naja dann eben nicht.
Zu der Zeit waren die Umstände aber wohl auch besser und ich musste mir bei der kurzen Aussage keine Gedanken machen, wegen Schmieden, die mein Glück nicht richtig bearbeiten und Alter - sowie Entwicklungsstände.
Ich komme mir vor wie einer der Typen, die ihr ganzes Leben versaut haben. Sie vegetieren vor sich hin, versuchen so viel zu schlafen wie nur möglich und Irgendwann passiert irgendwas und sie spielen den Helden und verheizen sich dabei. Wenn sie viel Glück haben, setzt ihnen irgendwer ein Denkmal. Aber das Alles ist ein verdammt hoher Preis für so ein Stück Stein.
Wenn man das aufwiegt, 12 Jahre jeden Tag miese Arbeit...mit einem Stundenlohn von...machen wir 10 Euro, ohne Steuern versteht sich. Dann würde mein Denkmal zur jetzigen Zeit...349 440 Euro kosten. Das krieg ich aber aus Gips billiger hin, mal ehrlich.



@ArrogantNick:

Es stimmt schon...das Theater, das ich aufgeführt hab, war billig und total unnötig. Ich schätze, ich brauche einen kompletten Neuanfang...mit viel mehr Töggi und so wenig wie möglich die Phantasterei einer imaginären Person. Ich schätze, ein Viertel aller Emotionen etc. war nicht echt.
Ich mag mich manchmal selbst, doch...aber ich hab ab und an extreme Rückschläge und die machen die Sache mit dem Mögen irgendwie arg heikel...weil wenn ich nicht Schuld an allem habe, wer dann? Ausserdem fehlt mir meistens ein bissel Bestätigung.
Ich war vor einigen Jahren in einer Psychiatrischen Klinik. Ich war total depressiv. Man darf sich das nicht so vorstellen, dass dort, wie in einer Psychatrie, die Leute krank waren. Sie waren nur verletzt und sollten sich erholen dürfen.
Es waren auffallend viele Firmenleiter, Feuerwehrleute und Polizisten da. Und eben dann noch viele jüngere, die alle Schwierigkeiten mit dem Essen und sich selbst hatten. Wie ich irgendwie auch.
Jedenfalls war das der Brecher. Das war mitunter das Beste, was ich erlebt hatte...
Ich habe einfach so Geschenke gekriegt. Jemand hatte mir extra ein Buch gekauft, über das wir vor einigen Tagen geredet hatten, mit dem Grund, dass ich sehen sollte, dass nicht alle Leute schlecht sind. Ich bekam Plüschtiere, kleine Porzellanengel, Spiele, etc. alle waren scharf darauf, dass ich beim Fußballspiel mitmachte, ich war auf jeder Party eingeladen...das war super... Manche haben mich begeistert ihrem Besuch vorgestellt und ich hab nicht wirklich begriffen, was das sollte, aber es war stark. Das war absolut abgefahren und hatte ich bis dato nie erlebt. Man wurde als was Besonderes und Mögenswertes angesehen...abgefahren.
Vielleicht war das eine Art von dem, was du meinst mit den Händen in die ich meine legen kann, wenn ich will. Das wäre cool.
Danke für deinen ausführlichen und sehr tröstlichen Eintrag...er ist sehr schön...das Bild...die Worte...wunderbar...danke...



geschrieben von: Töggelie

So als nicht anerkannter Fachmann aber Wichtigtuer, würde ich zu mir sagen: "Töggi, du wärst wohl um ein Haar richtig doof in was reingerutscht."
Aber in harten Fällen hat man Glück und gerade dann, wenn man denkt, dass man wirklich kurz vor der Biege ist, hört alles auf und eine extreme Ruhe und Unempfindlichkeit macht sich breit. Ich weiß nicht, ob das normal ist, ich weiß nur, dass das bei mir normal ist. Wirklich immer dann, wenn es richtig ungut ausgehen könnte, hört alles schlagartig auf und ich spüre absolut keine Schmerzen mehr in der Hinsicht. Als wäre dieser Teil total abgeschirmt. Ich komme da, ehrlich gesagt, momentan auch gar nicht mehr ran. Es gelingt mir nicht, darüber nachzudenken, ich drifte sofort ab. Alle Gedanken daran, sind wie in Watte gepackt.
Ich sehe gerade alles mit einer extremen Gelassenheit und Nüchternheit. Wahrscheinlich hat mir mein Schutzengel 'ne extreme Dosis gelöstes Valium gespritzt, jedenfalls bin ich sogar ganz gut drauf und das kann ich mir beim besten Willen nicht anders erklären.
Es war daneben, es war nicht meine Zeit, aber ich fühle mich gerade extrem erwachsen und allem überlegen. Wahrscheinlich bin ich sogar eine Spur stolz auf mich.
Ich hatte einen ziemlich guten Tag...wahrscheinlich den besten seit Monaten.
Ich habe meinen ultimativen Super-Saisonsjob sichergestellt und ich kann sogar selbst bestimmen, um welche Uhrzeit ich anfange, wann ich aufhöre und ich bekomme 9 Euro die Stunde dafür, dass ich Leuten helfe, ihr Grünzeug in ihre Kleinbusse zu laden. Ich schätze, das ist das, was man einen guten Fang nennt.
Dann hatte meine Mutter noch vor ihrer Besprechung einen Umweg gemacht, um mir ein kleines Glasherz zu kaufen, mit Glas-Schmetterlingen drauf, sieht richtig hübsch aus. Sie war auch extra mit mir Lebensmittel besorgen, alles Sachen für mich, da ich endlich wieder richtig Essen lernen soll und mir das ohne Plan ein wenig schwerfällt. Das hört sich jetzt dumm an und ich weiß, dass man das nicht so ohne weiteres nachvollziehen kann, aber Tatsache ist, dass man da ziemlich schnell aus dem Takt kommt, wenn eines zum anderen führt.
Mittlerweile fällt es mir nicht gerade leicht, eine etwas schwerere Tasche zu tragen, ohne dass mir dabei schwarz vor Augen wird und sich nurmehr nur zum Essen zu bewegen, wenn man merkt, dass man bald umkippt, Kopfschmerzen oder Muskelkrämpfe bekommt, ist wohl so nicht Sinn der Sache. Über den gesundheitlichen Aspekt, sollte man dabei gar nicht erst reden. Ständig ist einem unterschwellig schlecht, alles schmerzt und man ist unendlich schwach. Logisch, der Körper ist von den Socken und absolut empört über die Ausartungen seines Bewohners.
Dann hab ich heute lauter witzige Leute gesehen. Eine ältere Dame sah aus, wie eine perfekte Disney-Mäusekarikatur. Sie sah ganz genau so aus, wie in den Disney-Filmen ältere Mäuse-Ladies dargestellt werden...es war beeindruckend.
Total wuchtiger Körperbau, den Mund versnobt nach unten verzogen, eine kurze, scharfe Hakennase, die Augenbrauen nach oben gezogen und den Blick immer von oben herab gehalten. Dazu typisch tantenhafte Ketten, riesige runde Ohrstecker und - ich bekomme regelmäßig Magenprobleme von der Farbe - eine fliederfarbene...äh...ich würde das Beutel-Jacke nennen. (Also ne Jacke, die aussieht, wie ein Hustenbonbon: in der Mitte sehr viel Stoff und sehr aufgeplustert und oben, sowie unten, irgendwie...abgeschnürt.) Mich erinnert diese Farbe immer an eine widerliche Blümchenjacke, die ich mit 4 Jahren trug. Ich hatte sie damals bei einem Ausflug an, bei dem mein bereits gegessenes Frühstück mitmachen wollte...wenn jemand versteht was ich meine. -,- *hust*
Später tauchte eine Oma auf, die aussah, wie ein Bulldoggen-Baby. Ich weiß nicht, was sie mit ihren Haaren und ihrem Kinn gemacht hatte, aber bei den Backen kam mir der eindeutige Verdacht, sie hätte sich bei den Süßigkeiten die Backen mit irgendwas vollgestopft. Ich glaube, so Omas haben's schon drauf. O.O Die bringen's manchmal knallhart und kommen damit auch durch, weil man einfach nicht glauben kann, was man sieht...außerdem hat man wohl Angst, gevierteilt und gefressen zu werden, wenn man es wagt, etwas anzudeuten. -,-
Etwas Peinliches ist dann doch passiert; mein Bruder und ich sahen etwas das aussah wie...ich weiß nicht, ich würde es als komisch gefilzte Zipfelmützen ansehen...keine Ahnung was das war, wohl irgendeine Dekoration, aber wer stellt Zipfelmützen auf? Jedenfalls rätselten wir, was das sein konnte und mein Bruder stellte die Verhängnisvolle These auf:" Vielleicht sind das Eierwärmer." Mich fiel spontan der Gedanke an die Größe eines normalen Hühnereis an und bevor ich auch nur irgendwas dagegen unternehmen konnte, rutschte aus meinem Mund:" Hä?! So große Eier hast du?!?!" Ich weiß nicht, ob wer blöd geschaut hat, ich hatte Besseres zu tun: ich meine...also...kann man denn nichtmal in Ruhe über Frühstück reden?! Tz! Peinlich, es schäme sich, wer Schlechtes dabei denkt...ich redete vom Essen und würde sowieso nie...ja. -,-
Ich hörte nur meinen Bruder sagen:" Ich...äh...das muss ich erstmal verdauen." (Seht ihr?! Verdauen ---> Essen. Er hat's geschnallt.)
Das war jetzt aber auch ein dummer Unfall, aber was kann man schon machen?! Wenn man da praktisch überfallmäßig mit der Bedeutung von komischer Bekleidung von essbaren Kalkovalen konfrontiert wird, kann man eine solche Reaktion eigentlich nur noch als Notwehr ansehen. -,-
(Den letzten Satz kann man übrigens nicht zweideutig verstehen, da steckt wirklich nur die offensichtliche und harmlose Bedeutung dahinter. *g* ;-))


(Annähernd wie das hier, sahen diese Mützen aus, nur eben einiges größer:
klick)



geschrieben von: Töggelie

WGT 09

Von Super-Grobis, trüen Griftis, Pippi Schwarzstrümpfen, schwarzem Silber und schmerzenden Schnauzen



Tag 1


Freitag 14 Uhr, mein Kumpel Asci und ich auf der Landstraße.
(...Was würde ich dafür geben, jetzt an dieser Stelle, die Musik vom weißen Hai einspielen zu können...)
Nein, wir waren nicht auf dem Weg zum Wgt, sondern hetzten in die entgegengesetzte Richtung, quer durch die Kleinstadt, zu Ascis Wohnung zurück...weil wir das Bügeleisen vergessen hatten.
(Jaja, das fängt schon total untrue - halt nein! Trü! Es fängt schon total untrü an, weil wir sind Griftis und wir sind trü. Gut, mehr dazu nachher, jedenfalls wird das hier noch cooler, als es sich jetzt liest, das will ich nur mal gesagt haben.)
Nein, wir haben nicht vergessen, es auszustecken, sondern es mitzunehmen (ich weiß, ich sagte, dass es cooler wird und nicht schlimmer, dabei bleibe ich auch, aber wie gesagt, erst später. -,-) und wieder nein - wir sind keine Bundfaltenhöschen-Träger, wir sind nur auf absolut alles vorbereitet.... also...wenn zum Beispiel jemand auf meine börnerhaften 20-Loch Springer getrampelt wäre, dann wäre das Bügeleisen ne prima...ahm... *hust* nein, sowas machen wir nicht. (Das war doch schonmal ein cooler Ansatz, oder?)
Alles verlief nach Plan: das Navi beschloss nicht, erst in Leipzig, auf die letzten paar Meter zu funktionieren, mir wurde auch nicht schlecht und wir kamen in einen Stau. (HA! Verarscht! Das Letzte ist irritierend, was?)
Ich mag Hotelzimmer nicht. Der erste Schritt in ein Hotelzimmer, geht gar nicht. Unbekanntes Terrain, nicht markiert, noch nicht angeleckt nocht nicht...lassen wir das. -,-
Meine erste Aufgabe war: Toilettenpapier besorgen...na super. Ich finde es peinlich, zu wildfremden Menschen zu gehen und sie um etwas anzulabern, was sich in der Hose abspielt - ah! Nein! Halt, also...was ich meine...etwas, was etwas damit zu tun hat, was in der Hose wohnt...oder - manno, klar soweit?!
Ich begab mich Richtung Fahrstuhl, war mehr als erstaunt, dass er anstelle nach unten, nach oben fuhr und brüllte Sekunden später ein Mädel in meinem Alter an, das ebenfalls zurückbrüllte, da wir beide nicht damit gerechnet hätten, dass da jemand vor, bzw. im Fahrstuhl stand. Wir grinsten uns danach verlegen an und beschlossen so zu tun, als wäre nichts gewesen.
Glücklicherweise stand kein Mensch an der Rezeption (nein, ich hätte ihn nicht angebrüllt, denn das dort jemand zu erwarten wäre, war sogar mir klar) und so wurde ich um das prickelnde Erlebnis: "Töggi und Klopapier"gebracht. Danke Gott.
Jedenfalls standen wir irgendwann an dem Stand an der Agra, an dem man sich den Schlüssel für 3 geniale Tage abholen konnte: *dramatische Musik einschalt* die Bändchen.
Ich motzte, weil so viele Leute nicht imstande waren, sich die Dinger früher zu besorgen. Ich meine, hallo?! Man hat den ganzen Tag Zeit, da muss man nicht erst spätabends dumm rumstehen und hoffen, dass es noch Bändchen gibt. Es reicht, wenn wir das machen!
Obendrein fror ich erbärmlich, da ich darauf verzichtet hatte, über T-Shirt, Samtstulpen und...ähm...ein Dingens mit unheimlich viel Spitze aber 0 Stoff, einen Pullover zu ziehen. Es war ja schließlich und eigentlich auch sehr warm gewesen...zumindest tagsüber und Stunden davor und wer sollte da auch darauf kommen, dass es nachts eventuell kalt sein könnte?! *narf*
Für Asci begann daraufhin gleich die erste Etappe seines Deliriumzustandes (rettet mich!). Mit weit aufgerissenen Augen, blieb er an einem Plakat kleben, worauf stand, dass jetzt, gerade, momentan, in diesem Augenblick, sofort einer seiner Wünsche wahr werden würde. Project Pitchfork, eingesprungen für weiß Gott wen, in der Agra. Die Augen noch weiter aufgerissen, flitzten wir auf die andere Seite der Agrahalle. Wobei ich nur ein eulenartiges Aussehen annahm, weil es schon dunkel und der Weg daher leicht unübersichtlich war und ich mich schon mehrere Meter weit segeln sah.
Asci hingegen, war schlichtweg aus dem Häuschen.
In der Halle angekommen - ich war sauer, weil die Ordner nicht nur meine Tasche durchsucht, sondern auch mich befummelt hatten, das gab es letztes Jahr nicht - stellten wir nach einer Weile fest, dass - so edel sich auch der Großteil der Schwarzen Szene gibt - sich so mancher Idiot schon am ersten Tag komplett abgeschossen hatte. Wie blöd muss man sein, um 70 Euro für eine Karte zu blechen und sich direkt im Anschluss, so derbe die Birne wegzusaufen, dass man sich 1tens total blamiert, 2tens gar nichts mitbekommt und 3tens, das was man eventuell noch geschnallt hat, nach dem - 4tens - Kater sowieso wieder vergessen hat?! Sowas wäre weit unter meiner Würde und meiner Vorstellung eines Festivals.
Gleich am ersten Abend, kamen wir sogar unserer Pflicht nach und huldigten dem guten alten Chiligott und stopften uns mit Chili con Carne voll (vorsicht, Insider).
Asci teilte sogar sein Chili - das hat dem Chiligott sicher sehr gefallen - mit seinen Schuhen. Ja, so ist Asci, so kenne ich ihn. Pflatsch, ein großes Löffelchen auf die Stahlkappen und nicht vergessen, das Seitennähtchen abzuwischen.
Meine fütterte und betüdelte er allerdings nicht, das bemängel ich etwas in der Aufmerksamkeits-Note. (Für diese Bemerkungen wird Böses über mich gesagt werden. autumnnight!!!! *ruf*)
Ich muss ehrlich sagen, danach wollte ich nur ungerne ins Hotel zurück. Das Zimmer war arg klein und irgendwie fühlte ich mich darin, als hätte ich mich in einem Schlafsack verwickelt, so ohne jeglichen Bewegungsfreiraum. Klar, für ein paar Tage ist das echt okay, aber 60 Euro inklusive 10 problematischen Punkten, waren eine heikle Sache.
Ich frage mich, warum Supergrobi da nichts gravierendes unternommen hatte. Vor einigen Monaten, verwurstete ich für Asci eine CD, auf der unter anderem ein Ausschnitt aus einer Episode Supergrobi aus der Sesamstraße drauf war. Supergrobi ist der Meinung, Probleme werden durch Auf - und Abspringen und "Humpa-humpa-humpa" - schreien, gelöst. Auf die Frage, wer jetzt im realen Leben Supergrobi ist, antworte ich aus Sicherheitsgründen nicht, aber Asci und ich saßen im Auto und brüllten jede rote Ampel mit "humpa-humpa-humpa" an. *g* Mein Gott, es war dunkel und ich nehme mal an, Ascis Auto ist einigermaßen gut isoliert...schätze ich...hoffe ich.
Jedenfalls ist es vollgekrümelt, weil ich darin saß und jemand sagte gemeinerweise, ich wäre das Krümelmonster und wenn ich das Krümelmonster bin, kann ich nicht Grobi sein, also... *Richtung jemand Bestimmtes nick*
Aber was sollte ich denn machen?! Meine Müslischnitten krümelten, mein Apfel aus mysteriösen Gründen irgendwie auch (das sollte im Normalfall aber nicht sein, oder?), ... also, ich konnte nichts dafür. Die Chips krümelten auch, aber man kann ja jetzt nicht einfach die Grundnahrungsmittel streichen, weil sie krümeln.
Meine Füße waren bereits nach diesem Abend ein Trümmerhaufen. Meine Knöchel taten weh und ich war einem Ohnmachtsanfall nahe, wenn ich daran dachte, dass ich erst die kompletten Schnürsenkel rausziehen musste, bis ich aus den Stiefeln kam. Eigentlich war der Plan, ich würde die ganzen Tage über, die Schuhe nicht ausziehen, aber ich hatte Angst davor, was passieren würde, wenn ich sie danach dann letztendlich doch auszog...ich schätze, das hätte ich nicht überlebt.



geschrieben von: Töggelie

Tag 2

Teil 1 (Mist zu lange)


Der Morgen begann mit mehreren Dramen:
1. Ich hab Asci geweckt. Um es kurz zu machen, mein Arm konnte erhalten werden und ich bin ansonsten nicht verletzt.
2. Mich traf gleich 2 weitere Male der Schlag. Einmal, als sich der Vorhang der Dusche - während ich verzweifelt versuchte den Wasserregler so einzustellen, dass ich mich nicht verbrühte und andererseits nicht erfror - an meinem Bein festsaugte. (Hey! Warum machen die das?! Bzw. warum bei mir und warum nicht bei Asci?!)
Und das andere Mal, als ich nicht schnell genug nach einem Handtuch griff und mich im Spiegel sah. Früstück wollte ich nun doch nicht mehr. Sorry, aber die Natur ist eine blöde Drecksau. An dem Tag, als sie das Fett entwickelt hat, hätte Gott sie einsperren und verprügeln sollen.
Nach dem Frühstück, das leicht in die Hose ging, weil so irgendwie kein Platz zum Frühstücken da war...starteten wir voller Elan in den Tag und gingen pflichtbewusst...wieder schlafen. Man weiß ja schließlich, was sich gehört und was gibt es Trueres (wie hört sich das denn an?!), als auf dem Wgt in einem verdunkelten Zimmer zu hocken und zu schlafen. Das ist doch das, was die einsamen, ungewollten, unverstandenen, gefrusteten jungen Leute der Szene den Tag über machen, oder?
Also, wir haben das Prinzip verstanden, richtig umgesetzt und alles richtig gemacht.
Wir in unserem Fall fühlten uns eindeutig von der Bedienung unverstanden, denn kaum hatten wir unsere Teller leergegessen und überlegt, ob ein Polster für tagsüber und damit Nachschlag angebracht wäre, da waren die Teller verschwunden und die Sache war schlichtweg gegessen. -,-
Ich weiß gar nicht, was zur Hölle wir den frühen Tag über gemacht haben...tja...gepennt...uns mit Süßkram und Chips vollgestopft und...aber das kann doch nicht sein...ich meine...oh je...es ist so.
Ich hatte einen einigermaßen großen Futterbeutel mitgeschleppt. Der Plan war, so das teuere Wgt-Essen einigermaßen zu umgehen...die Realität war: wir haben den Süßkram und die Chips gefressen, die etwas sinnvolleren Dinge außer Acht gelassen und uns gleich doppelt mit Chili, Eis, Rahmbrot, etc. vollgestopft. Man könnte jetzt sagen, der Schuss wäre nach hinten losgegangen...richtig.
Irgendwann, spät am Nachmittag, begaben wir uns Richtung Agra-Gelände.
Kaum angekommen, blieb mir der Mund offen stehen, ich vergaß, was ich überhaupt gerade wollte, vergaß meinen Namen, wo ich war...etc.
An mir schwebte der Typ vorbei, den ich lange, ewige... äh - 4 Wochen angehimmelt hatte. Irgendwann ist anhimmeln scheisse und frustrierend einseitig. -,-
Fakt ist, der absolut Börner wanderte an mir vorbei. Und ich - sagte nichts. Wie und was denn auch? Es waren mehrere Leute dabei und das ganze wäre verdammt peinlich geworden. Ich murmelte stattdessen: "Die Haare...", erinnerte mich daran, dass ich in Leipzig stand, Töggi war, eigentlich gerade in die Verkaufshalle wollte und folgte Asci. Peng! Die Sache war erledigt, Töggi-Cool stand über den Dingen. HA!
Wenig später beging ich einen folgeschweren Fehler. Ich stand an dem Stand mit den Piercings und wollte lediglich wissen, ob ein Nasenring vorhanden war. Ein Nasenring, der nicht unbedingt schwarz lasiert war, da ich das Gefühl hatte, die Farbe würde nicht lange halten und das Endprodukt würde schlichtweg grottig aussehen.
Asci stand einige Meter von mir entfernt und betrachtete eine Vitrine, während ich einer meiner dümmsten Sprüche abließ:" Gibt es diese Ringe dort - also, ich meine, das Schwarz, das ist doch bestimmt nicht von Dauer - ahm, gibt es diese Ringe dort auch in einer anderen Farbe? Äh, so wie meine Ohrringe???" "...*dumm schau* Silber?" "Ja!!! *jubel*" Hinter mir ertönte unheilvolles Gekicher und ich konnte mich nicht entscheiden, ob ich so tun sollte, als wäre die Ausblendung aller Färbungen bis auf Schwarz, Absicht gewesen, oder ich versuchen sollte, Asci durch irgendetwas dazu zu bringen, das Gehörte nicht seinen Bekannten zu stecken.
Mir erschien beides absolut sinnlos.
Ich weiß nicht, wie er das macht. Kaum passiert mir irgendein Mist, steht Asci hinter mir und hat alles mitgekriegt. Sogar, wenn etwas total Peinliches geflüstert wird, das kriegt Asci 100pro genauer mit, als wenn ich ihm irgendwas Unspektakuläres ins Gesicht brülle. Asci, das Phänomen.
Ich wollte mir noch ein Labret stechen lassen und ich wusste, wer nicht dabeisein würde. -,-
Ich hatte meinen Ring, meine Nase war selbstverständlich auch auf der richtigen Position, ich saß im Auto und - brachte den Ring um's verrecken nicht an meine Nase. Alles was ich geschafft hatte war, dass meine Nase blutete, schmerzte und schmucklos war. Mein Nasenflügel schien schlichtweg zu dick zu sein und ich war kurz davor, Ascis Nase auszuleihen, um zu probieren, ob der Ring über seinen Nasenflügel ging.
Als Höhepunkt, fiel mir auch noch die Klemmkugel runter und ich fand mich schon damit ab, dass 15 Euro schlichtweg und halbwegs wortwörtlich, unter die Räder gekommen waren.
Ich war mehr als froh, als diese verdammte Kugel wieder aufgetaucht war und beschloss, niewieder irgendwas alleine an diesem Ding zu machen.
Ich packte den Schmuck endgültig weg und nahm mir vor, entgegen meinem Willen, dem Piercer doch nochmal unter die Augen zu treten und darauf zu vertrauen, dass er sich bei den vielen Besuchern, nicht an mich erinnern würde.
Asci nahm sich vor, dem beizuwohnen. Gut, aus seiner Sicht, mehr als verständlich, aber aus meiner...ich zweifelte ehrlich gesagt daran, dass mir das mit meinem Nasenproblem helfen würde.
Als Nächstes trotteten wir zum Feindflug Konzert. Trotten deswegen, weil unsere Füße schlichtweg Schrott waren. Meine Knöchel taten höllisch weh und ich erprobte, ob die Schmerzen weniger wurden, wenn ich auf Zehenspitzen ging. Klarer Fall, das funktionierte super, sah aber auch dementsprechend entwürdigend aus. Allerdings war ich unglaublich froh, die Kamera in meiner Tasche und somit in meiner Gewalt zu haben. Ich hätte ungerne solche peinlichen Fotos von mir gesehen.
Ich wusste nicht, was sich blöder anfühlte: meine geschwollene Nase, durch die ich mittlerweile nicht mehr atmen konnte, mein Schlüsselbein, an dem der Riemen meiner Kampftasche ungut entlangscheuerte, oder meine Füße.
Ich wollte einen Rollstuhl.
Zu dem Konzert: Was soll ich sagen, ich hätte im Leben nicht damit gerechnet, dass wohl nahezu alles, was im Besitz eines Bändchens war, zu diesem Feindflug Konzert wollte. Es war so voll, dass meine ohnehin empfindliche Nase, quasi nonstop in gefährlicher Nähe von Ascis Schulter schwebte. Ich überlegte mir, ob es nicht irgendeine Sportart mit Nasenschutz gab, oder ob es Sinn machen würde, wenn man einer der unteren Näpfe eines Eierkartons ausschneiden und sich auf die Nase...nja...
Leider muss ich zugeben...das Konzert war super. Es hatte einfach was. Asci filmte, knockte fast ein Mädel mit seinem Ellbogen aus und ich stand da und stellte fest, dass ich Asci gegenüber zugeben musste, dass mir das ganze gefiel. Mist, blöder Mist. Dabei motzte ich sonst gut und gerne gegen Feindflug und nun?! - Ach, ich schwächel, aber auch hier nochmal offiziell und auch für Asci: Feindflug war echt gut. *mitgutfind und klick*
Die Kunst danach war, autumnnight, sammt Begleitung zu finden. Asci und ich, standen dabei sehr ungut mitten in dem Strom Leute, die nach draußen wollten. Ich weiß gar nicht, wie oft ich geschubst und empört angeglubscht wurde, weil - ja, weil ich eben wirklich saublöd und mitten im Weg stand.
Der erste Lacher, als wir die Beiden gefunden hatten, war Ascis Story von meiner Farben-Unkenntnis. "Der arme Piercer, der muss auch gedacht haben, die Goths kennen wirklich nix anderes als Schwarz! *begeistertes Stereo-Gelächter*" Nja...nächstesmal tätige ich solche Gespräche per Sms und wenn mein Gesprächspartner mir gegenüber steht - das ist mir scheissegal. Hauptsache, es gibt keine Zeugen. *g* *lach*



geschrieben von: Töggelie

Tag 2

Teil 2 (sonst werde ich hier nie fertig -,-)


Um dem vorangegangenen Disaster vorzubeugen und weil es mich unheimlich ankotzte, so gänzlich mit nackter Nase rumzulaufen, quetschte ich mich noch während des Konzertes durch die Menge (wohlgemerkt, wenn ich sage Menge, dann meine ich auch Menge. Ich weiß gar nicht, wie oft ich " Entschuldigung...tut mir leid...sorry...hab ich dir wehgetan?! Oh, ist noch alles dran?", gebrüllt habe. Irgendjemand schrie mich auch mit:"Vorsicht!", an, als ich auch schon über seinen Rucksack gestrauchelt war und diesen als Sturzpuffer missbrauchte. Ich hoffe, es war nichts darin, was 64 Kilo Körpermasse unter sich zerdeppert haben könnten...*hust*)
An meinem Ziel angekommen, stellte ich fest...hey, der Typ erkannte mich wirklich nicht mehr, aber mein erneuter Redeschwall hatte keine Schwierigkeiten, diesen Triumph zu zerschmettern.

Töggelie:"Entweder liegt es an mir oder meine Nase ist zu fett, aber ich krieg den Ring nicht rein."
Nasenrettermensch:"Deine Nase ist schon total blutig...sie ist nicht zu dick, der Ring ist auch nicht zu klein, der Stichkanal ist vielleicht zu eng für den Ring, den sollte man erst weiten."
T:"Weiten?! Aber...aber...äh-hä?! Aber ich kam noch gar nicht so weit, das war die Sicherheitsnadel, die da durchmusste, weil ich das andere nicht mehr durchbrachte, ich kam nichtmal über den Nasenflügel."
N:"Sicherheitsnadel?!"
T:"Äh...Notfall."
N"Wo hast du den Ring denn her?"
T:"Von hier."
N:"Aber warum hast du denn nicht gleich gesagt, dass du vorhast, den selbst reinzumachen?"
T:"Ja - öh - öhm...mh...ich dachte, ich könnte das alleine."

(Kurze Ausblende: Asci war auf dem Konzert...ca. 100 Meter entfernt...Oh lasset uns die Konzerte, die Lautstärke, die 100 Meter und die vielen, vielen Leute zwischen uns lobpreisen... Denn Asci hatte mir noch gesagt:" Frag ihn, ob er dir den reinmacht." Was hatte ich gesagt? "Neeeeeeeeeeein, das kann ich auch so! *große Fresse aufreiss*" Memo an mich: *auf die Knie fall* Bitte, bitte nimm endlich Hilfe an! Weiter geht's: )

N: "Komm mit, ich operier dir den rein."

Ja! Operieren! Der brauchte 3 Zangen!!! 3!!!!! Kein Wunder - also - ja, wer hätte denn das gewusst?! Sagen wir es so, wäre ich nicht zu stolz gewesen, dann hätte von Anfang an absolut kein Problem bestanden.
Mit geschwollener Nase, einem Gefühl, als hätte ich den größten Schnupfen und absolut keiner Lust, einmal um die Halle rumzulaufen, dort wieder durch die Abtatsche und abermals durch die...mengenhafte Menge...machte ich doch alles, was ich absolut nicht wollte. Ich verlor schon fast meinen Stiefel, weil ich ihn bis ganz nach unten entfädelt hatte...aber lieber würde ich meinen Schuh verlieren als seinen Inhalt.
Auf dem Weg zu Asci, bekam ich erst viel zu spät mit, dass meine Kampftasche mit einer anderen "Kettchen" hielt. Plötzlich rannte mir eine rundliche Frau nach, bis ich irgendwann feststellte, sie konnte nicht anders, denn sie hing - im wahrsten Sinne des Wortes - an mir. Sollte ich mir über eine Zweittasche Gedanken machen?!
Ich war so froh, als ich endlich wieder an meinem Platz war! Zu meiner Freude, wurde meine Nase sofort bewundert...das hatte sie auch verdient. Und nach 10 Minuten, war auch das Konzert vorbei. Die Halle leerte sich, wir standen da und schütteten uns mit überteuerter Cola zu (hey...3 Euro...nein, das kann nicht wahr sein.), brüllten uns gegenseitig an, da immernoch einigermaßen laute Hintergrundmusik lief und schwitzten, von den Scheinwerfern der Fressibuden angeleuchtet, wahrscheinlich noch mehr als ohnehin, da es wirklich sehr, sehr warm war.
Und ich fand das alles super. Ich wünschte mir, das Ganze würde länger dauern als nur 4 Tage...alles war so vertraut und von positiven Erinnerungen geprägt.
Es war so, wie man es sich wünscht, wenn man abends alleine vor der Kiste hängt, weil sich niemand findenlässt, der mit einem unterwegs sein will. Wenn man nicht schlafen kann, weil man viel zu viel nachdenkt und nicht weiß, wie man sich nur ablenken könnte.
Ich bekam zum ersten Mal Angst, dass es wieder vorbeisein könnte...ich wollte mit allen reden wann ich es wollte, nicht nur an 4 festgelegten Tagen.
Wir storchten zu unserem Parkplatz, hinter dem Heidnischen Dorf, zurück. Asci kringelte sich noch immer über:"Gibt es den Ring auch in 'ner anderen Farbe? So wie meine Ohrringe???" "Silber?" "JA!!!"
Er gab es gerade zum...234900x zum Besten, als er mitten im Satz - und natürlich mit offenem Mund - in ein paar Zweige rannte. Die Zweige trafen gezielt und gerecht ---> Asci hatte den Mund zu voll genommen und damit den Salat. *weglach* Angewidert und empört, versuchte Asci sein Blattwerk loszuwerden. Jaja...der liebe Gott bestraft die kleinen Sünden sofort...und ich noch schneller. *g* (Für den Ausspruch werde ich rennen müssen.)
Vor dem Hotel, unterhielten sich noch ein paar andere schwarze Heimkehrer. Zuvorkommend, wurden uns die Türen aufgehalten. Eine sehr nette Geste, muss ich sagen.
Im Zimmer war es das immergleiche Ritual. Ich warf mich auf's Bett und zog, so theatralisch wie nur irgend möglich, meine Schuhe aus. Danach rollte ich mich auf meinem Bett zusammen, bis - "Nimm deine Haare von meinem Bett!"
Ich muss anmerken, dass - als ich aus dem Bad kam - jemand in meinem Bett saß. Mit dem Hintern...Hintern vs. Haare. Und Chips futterte. Also...Haare...Hintern...Chips...Krüüüüümel...*vielsagend schau*
Asci zog in sein Nest um und ich befasste mich damit, den Verband von meinem Fuß zu reissen. *Plopp* Irgendwie waren die Schmerzen um meinen Verband drumrumgewandert...denn irgendwie hatte ich - *plopp*...ich hatte nur um den Verband drumrum einen misshandelten Fuß. *plopp* Asci bewarf mich mit Bonbonpapieren und das mit einer geradezu bewundernswerten Ausdauer.
"Sag mal, spinnst du?"
"Wieso? Du hast da doch schon Sachen liegen."
Vor mir lagen mein Verband und ein Kaugummipapierchen. -,-
"Aber du zielst dabei so irgendwie auf mich, kann das sein?"
"Nein, würde ich niemals machen." *plopp-plopp*
Ich nahm Ascis Spielzeug in Beschlag.
"Heeeeey!"
"Was?! Du bewirfst mich mit Fressi, das ich besorgte!"
"Aber ich hab Trinki besorgt!!"
"Aber ohne mein Fressi würden wir viel mehr Geld an den Ständen ausgeben müssen!!!"
"Aber ohne mein Trinki, könntst du dein Fressi nicht essen!!!!"
...

Nein, wir haben keine Macke, wir waren lediglich total übermüdet, zugedröhnt von den Konzerten und immernoch vom Frühstück traumatisiert. *g*
Und ich erwähne es extra nochmal: Nein, Asci war und ist nicht mein Freund, wird es auch nie sein. Er ist mein Kumpel. Auch sowas soll es geben. ;-)



Ascis einzige geglückte Foto-Attacke auf mich.


http://www.medion-fotoalbum.de/mediapool02_aldi_s/22/BA/F3/20/C8/14/11/DB/B3/B2/5B/7A/55/D8/0C/26/oma/10/6C6FE580594D11DEB862F2014E2B31EB.jpg



geschrieben von: Töggelie

Tag 3

Teil 1 (Hoppla, wieder zu lang)


9:00 Uhr, mitten in der Nacht: Mein Magen knurrte, Ascis Handy piepte, Ascis waches Auge guckte entnervt, das andere schlief einfach weiter und in meinem Kopf fiepte eine verzweifelte Stimme melodramatisch:"Neeeeeeeeeeeein!"
Ich glaube, es waren die 99% von mir, die einfach nur schlafen wollten. Das eine Prozent an Pflichtbewusstsein, welches mein Magen an den Tag legte, schien sich aber wohl leider ganz gut durchzusetzen und daher: quälten wir uns zur aufgezwungenen, unmenschlichen Frühstückszeit Richtung Jagdgebiet, dem Speisesaal. Wobei Speisesaal...na gut, bleiben wir einfacherheitshalber bei dem Begriff Speisesaal.
Vielleicht war es ganz gut, dass wir uns in diesem Zustand nicht auf neue Eindrücke einstellen mussten: Es war so irgendwie wieder kein Platz für uns frei.
Ich fragte mich, was dagegen sprach, sich das Futter zu schnappen und damit wieder in's Zimmer zu verziehen. Man würde sich quasi selbst das Frühstück an's Bett liefern, was nicht nur einen einzigen, aber leider ziemlich penetranten, Teil meines Körpers zufriedenstellen würde, sondern die restlichen 99% gleich mit. So gesehen, viel produktiver und einfacher. Aber auf eine solch brillante Idee, folgen garantiert immer tausend prinzipielle "Abers". ABER: Krümel!!! ABER: wenn das jeder machen würde!!! ABER: öfters Staubsagen!!! ABER: Mehr Staubsaugerbeutel!!!
Irgendwann hatten auch Asci und ich unseren Futterplatz und nachdem wir beide feststellten, dass ich lieber keinen Speck auf mein Brot gelegt hätte (sah super doof aus, wie mir sämtliche Speckfetzen aus dem Mund hingen), hörte ich sie, die "heimlichen Stars" des Wgts: GLÖCKCHEEEEEEEEEEEEEEEEEEN!
Eine Mittelalterband hatte sich ebenfalls in diesem Hotel untergebracht und einige davon hatten die super-börner Glöckchen schlechthin um ihr Bein gewickelt.
"Wenn du je mit solchen Glöckchen ankommst, hack ich dir das Bein ab." Erwähnte ich schon, dass Asci nicht so unbedingt auf Glöckchen steht?
Das Manko für Asci...vielleicht auch irgendwann für mich...: Bereits beim letzten Wgt, hatte mich ein Glöckchenband adoptiert. Ich konnte nichts machen, es war vielleicht das letzte im ganzen Heidnischen Dorf und als ich vorbeilief, sprang es mich an und biss sich an meinem Bein fest. Asci hält zwar an einer anderen Version der Geschichte fest, aber da Asci gar nicht dabei war - weil er in der Zeit seiner Magenpflege nachkam und sich über Kuchen hermachte - würde ich sagen, dass ich glaubwürdiger bin.
Als wir unser Morgen-Mittags-Nachmittagsschläfchen hinter uns hatten (Ich habe das Gefühl, wir sollten dringend unsere Schlafenszeiten überdenken.), herrschte Kamera-Krieg. Ich war der Meinung, ich bräuchte dringend ein paar gelungene Schnappschüsse von Asci, Asci wiederum fand, ich müsste ohne leben. Nach ein paar Tret, - Sprung - und Schubsattacken, endete das ganze Theater damit, dass die Kamera plötzlich weg war. Ich saß im Zimmer: ohne Kamera. Asci saß im Bad...die Vermutung lag nahe: mit Kamera. Danach gab es keine Fotos mehr von uns. Da 50% von "uns" mich betrafen, fand ich die Tatsache bis zu meiner Uns-Hälfte ja auch noch ganz super. (Ich bin so schrecklich unfotogen. Jedes Foto wird geradezu von meiner Anti-Schokiseite angesprungen und vergewaltigt. Könnte man wenigstens sagen, man würde jedesmal auf andere Art und Weise gruselig aussehen, aber das ist immer die gleiche schreckliche Art. Meine Anti-Schokiseite hat ein grandioses Geltungsbedürfnis, das muss man schon sagen. (Das ist so, wie wenn gerade die Leute, die es absolut nicht tun sollten, mit extra wenig Kleidung, dafür aber extra viel...mh...wie sage ich das jetzt nett? Ich will ja nicht gemein sein...hm...mit extra viel Grundfläche, Anbauten und Erkerchen rumlaufen.)
Meine Schokiseite hingegen, ist wohl leider sehr schüchtern.
Ich glaube, ich lasse mich entweder nur noch von Profis fotografieren, oder aber ich besuche einen Model-Kurs, damit ich genau weiß, wie ich stehen muss, damit die Anti-Schokiseite gar nicht mitbekommt, dass da eine Kamera ist.)
Was jedoch die andere Uns-Hälfte angeht: Mist. -,-
Ich weiß im Nachhinein gar nicht so genau, warum, aber wir haben grundsätzlich erst gegen 17:00 Uhr unseren verpennten Arsch aus dem Hotel gekriegt.
Wahrscheinlich lag das auch am Wetter, denn ziemlich pünktlich am Freitag, wurde es nieselig, kühl und irgendwie nicht so begeisternswert. Womöglich wollte uns das Wetter eine Freude machen, frei nach dem Motto: Ich weine mit euch, Heulsusen.
Jedenfalls schafften wir uns Richtung Heidnisches Dorf und - machten angesichts der absolut abartigen Warteschlange, fast einen 3 Meter-Satz in die Luft. Ich konnte mich nicht daran erinnern, dass im letzten Jahr sooooo viele Leute dagewesen waren.
Ich sah nur zwei mögliche Gründe:
Entweder hatten Bands wie Winterkälte oder Sonar einen Überraschungsauftritt in der Agra hingelegt und alle waren panisch hierher geflüchtet, oder aber es lag daran, dass Sonntag war und sämtliche Famileinausflügler den Mittelaltermarkt besuchen wollten.
So ähnlich war es dann auch. Winterkälte und Sonar liefen vermutlich zumindest frei herum und wir hatten uns - wohlgemerkt, wie sämtliche andere auch - an der Schlange der Ausflügler angestellt. Ein Ordner ging herum und brüllte, dass Leute mit schwarzem Bändchen einfach an der Seite durch durften. Schwarz? Ich fragte mich, warum die Obsorge-Bändchen genannt wurden, denn unsere, also die offiziellen Bändchen, waren doch grau.
Asci konnte sich vor lauter Essensangebote gar nicht entscheiden, was er haben wollte und so turnten wir mehrere Male den ganzen Markt ab. In Gedanken malte ich mir schonmal aus, was ich am nächsten Tag alles verspachteln wollte, denn soooooo eine riesen Auswahl an Fressi, sieht man wirklich nicht alle Tage. Während ich nooch verzweifelt zu ordnen versuchte, ob ich zuerst Rahmbrot oder Kartoffelpuffer mit Apfelmus möchte, oder lieber doch eine ganz andere Reihenfolge, war Asci schon bei der Arbeit, bzw. bereits fertig und nun mit der Wässerung beschäftigt.
"Hey du, stell mal bitte kurz dein linkes Bein auf die Bank." Ein wenig baff bewegte ich mein Bein Richtung Bank, als der Nachrichtensender kurz an den Glöckchen läutete und seinem Banknachbarn daraufhin eine feuerte. Ich muss ehrlich zugeben, ich hab den Witz nicht verstanden. Jetzt war Asci an der Reihe. "Du, kennst du Anke? Das ist Anke." Das Mädel rief rot an und der Typ warf sich abermals fast weg vor lachen. Ja...hmhm...ich hatte keine Ahnung, wo der Gag darin versteckt war und während ich beschloss, dass es mir sonstwo vorbeiging, lief ein Mädel durch mein Blickfeld. Ihre Haare waren ähnlich wie meine angeordnet und - es trug ein hübsches Leinenkopftuch. Ich war begeistert. "Weißt du was? Ich verzichte auf noch mehr Glöckchen und besorge mir stattdessen ein Kopftuch. Da." Asci war von den Socken. "Halt mal...keine Glöckchen, dafür ein Kopftuch???? Ich fühle mich als doppelter Gewinner!!!" Leider stimmte das sogar. -,-
Als wir endlich eines gefunden hatten, probierte ich so lange vor dem Spiegel rum, dass die Verkäuferin schon fragte:" Was ist los? Kriegst du's nicht hin?" Also, sorry aber bei meinem Kopf - das dauert!
Auf dem Weg Richtung Agra - wir wurden von einem Hund zusammengekläfft, Asci meinte, es wäre meine Schuld, wegen meiner Glöckchen, die hätten ihn verstört - trafen wir autumnnight sammt Freund. Wir standen bestimmt über eine Stunde mitten im Weg und noch bevor Asci mit Luftholen fertig war, wusste ich, welches Thema gleich aufkommen würde. Ja, ich hatte gestern morgen Asci geweckt!!! Die Polizei fuhr mit einigen Streifenwagen vor und belagerte das Haus, vor dem wir standen. Ich wusste, sie suchten mich, bzw. sie kamen wegen mir, denn schließlich hatte ich Asci geweckt.
Seltsamerweise vergaßen sie einen Streifenwagen, als sie nach langem Rumgestehe endlich abrückten. Klar, sie hatten mich nicht gefunden, schließlich trug ich seit vorhin eine Tarnkappe, aber dieser hier musste noch die Stellung halten, denn Leute, die Asci weckten, waren nicht zu unterschätzen.
Nach einem kurzen Zwischenstop, um für Asci eine Wurst zu besorgen, begab ich mich auf die Suche nach einem Piercer, denn schließlich hatte ich bereits vor einem Jahr beschlossen, mir auf diesem Wgt ein Labret stechen zu lassen. Die Sache ist die: ich lasse mich nur an besonderen Orten Piercen. Orte, die mir was bedeuten, ich möchte einfach eine Geschichte dazu, einer Erinnerung und etwas Besonderes.
Hätte ich nun also diese Chance verpasst, so müsste ich nun ein weiteres Jahr warten.
Einige Minuten zuvor, war Asci stolzer Besitzer von 7 Postkarten geworden, die er gewonnen hatte. Eigentlich hätte ich auch ganz gerne bei dem Spiel mitgemacht, aber da es darum ging, den Namen anzugeben, verzichtete ich. Das hört sich jetzt seltsam an, aber ich hasse, hasse, hasse es, meinen Namen irgendwo anzugeben. Aussprechen kann ich ihn nichtmal richtig, ich fange an zu nuscheln, muss dann zu allem Übel den ganzen Mist wiederholen und könnte aufgrundessen vollends ausrasten. Kann sich jemand vorstellen, wie heikel es für mich wird, wenn ich jemand Unbekanntes anrufen muss? Dabei ist es ein ganz einfacher Name, aber mit blöden Gefühlen verbunden.



geschrieben von: Töggelie

Bald-wieder-Lösch-Beitrag


Wenn ich so darüber nachdenke, dann war ich seit einem Jahr nicht mehr krank. An und für nicht schlecht, aber was ist, wenn man für dieses Jahr monatlich 160 Euro Krankenversicherung blechen musste und das für nichts und wieder nichts?
Ich hasse Deutschland. Ich hab mir schon mehrfach überlegt, ob ich einen eigenen Staat gründen soll. Ich wäre mit Sicherheit sozial mit gegenüber. Ich wäre nett zu mir, ich würed mir zuhören, ich würde dafür sorgen, dass ich zu essen hätte, würde mich ernstnehmen und wäre ganz für mich da. Ich wäre ein prima "Für-mich-Sozialstaat". Klingt selbstgerecht, aber ich finde, das wird mal Zeit.
Ich meine, was soll ich denn machen? Das Sahnehäubchen zu allem Übel ist, wenn einem von dem ganzen Druck die Haare abstehen, der Kummerspeck schon Kummerspeck ansetzt (okay, das trifft es nicht ganz. Ich neige eher dazu, gar nichts zu essen, also bin ich eher in einem ständigen Streitgespräch zwischen mir und meinem Magen verwickelt), die Unterlippe vom draufrum Kauen dem Grand Canyon Konkurrenz macht und von der Umwelt der eine, wahre, unmissverständliche kontraproduktive Spruch ever kommt." Tja...in deinem Alter...", fortgesetzt und begründet durch:"Du existierst eigentlich gar nicht. Wie du bist, wie du lebst, das versteht keiner, das ist nicht normal. Du bist nicht normal., das ist deine Art. Du kostest und kostest nur." Ja und bald werde ich eingeschläfert, weil ich keine Eier lege, oder was?! Mir kommt da gerade in den Sinn, dass sogar Haustiere geduldeter sind. Du kannst ein niedliches Tier sein, alles ist erfreut. Du kannst ein blödes Tier sein, dann bist du drollig. Die einzigen Regeln sind: Pinkel nicht auf den Teppich und beiß nicht. Toll, das kann ich auch.
Die Geschichte, als zur Urzeiten eine perfektionistische Person ihre Stimme erhob und zum erstenmal in der Geschichte der Menschheit die erlösenden Worte "in deinem Alter" sprach und millionen von Eltern, Freunden, Großeltern, etc. ihre Verbundenheit...ihren Zeitgeist und ihre Erlösung erahnten, die gegenseitige Verbrüderung und Verständnis erkannten und begeistert "zugrunzten", liegt bestimmt unter dem Kissen so mancher Person.
"In deinem Alter." Wann wird man sowas eigentlich los? Ich seh mich schon als alte Oma und irgendein Depp sagt:" In deinem Alter...hat man aber eigentlich schon eine Gehhilfe."
Was die Sache mit der Versicherung angeht. Tja, wenn ich in einem Jahr wirklich 160 Euro monatlich bezahlen muss, weil kein Mensch einsieht, dass ich versichert werden soll (fühlt sich auch toll an, wenn man das weiß), dann lasse ich mich nicht versichern. Wie denn auch? Ich kann das nicht bezahlen. Und selbst wenn: Ich gehe einen ganzen Monat arbeiten und hab dafür 20 Euro netto und das wäre noch großzügig berechnet.
Ich stelle fest, über solche Sachen schreiben, macht nur noch aggressiver.


Witzigerweise, passiert sowas meistens kurze Zeit vor oder nach meinem Geburtstag...oder direkt. -,-
Krankenhausaufenthalte, Verstauchungen, Verbrennungen, verstorbene Haustiere, etc. alles fixiert sich auf den Juli. Von der Schule gekickt wurde ich übrigens auch an meinem Geburtstag. Ich will ja nicht meckern, aber ich möchte es.
Dieser Tag ist gefühlstechnisch total heikel.
1.) Ich werde melancholisch, erinnere mich an meine Kindergeburtstage, wieviele Freunde da waren, wie ich mit 5, als ich entdeckte, dass der Chipsnapf leer war, empört motzte:" Halt! Ihr bleibt alle da! Wo sind sie?!", und wie erschrocken einer meiner Freunde mich anschaute, wie eine große Pflanze in meine Schwarzwälder-Kirschtorte plumpste, usw.
Ausserdem hasse ich es, älter zu werden. Und das sehe ich schon seit 13 Jahren so. Ich wollte niemals erwachsen werden, da in Kinderbüchern viel zu oft von Abschied und einsamen Erwachsenen, die nur von einem supertollen Kind und von sonst absolut niemandem besucht wurden, die Rede war. Irgendwann wird einem klar, wie der Hase läuft. Als hätte dann auch jeder sofort ein edles Kind zur Hand. Nä!
2.) Diese Melancholie wird üblicherweise dadurch unterstützt, dass ich meistens alleine bin, da alles Urlaub, Ferien, Ausflüge, Klausuren, etc. und somit keine Zeit hat. Was bedeutet: Dinner for Töggi. Und ich zieh tatsächlich dieses scheiss Soloprogramm durch, in dem verzweifelten Versuch, eben nicht zu viel nachzudenken und mich mit vorgegaukelten Ritualen und schönen Sachen selbst zu verarschen. Ich pflücke für mich Blumen, backe meine Torte, heute hab ich mein Geschenk für mich besorgt (n paar Wasserpflanzen für's Aquarium), ich geh mit mir spazieren, schau mit mir einen meiner Lieblingsfilme und...dann wird es langsam schwierig, denn eine "Nonstop-undenkable-Einzelparty" durchzuführen geht nur wenige Stunden.
Das kotzt echt an.



geschrieben von: lioba

...das geht vorbei.



geschrieben von: Töggelie

Tag 3

Teil 2


Eigentlich, traditionell und netterweise ist es so, dass die Stelle, die durchstochen wird, mit Eisspray betäubt wird.
Und eigentlich, traditionell und dummerweise war es so, dass ich sagte:"Mir macht das nichts aus, ich brauche sowas nicht."
Wer sich daran erinnert, wie es sich anfühlt, wenn man sich den Finger in einer Schublade einklemmt, weiß, dass eine leichte Betäubung eine nette Alternative gewesen wäre.
Würde ich mich nicht kennen, dann würde ich schwören, dass der Typ mit einer Harpune, anstelle einer Braunülle zupiekte.
Mein Leben zog wie ein Film an mir vorbei...okay, nicht das ganze, eher der Teil meines Lebens, in dem ich großschnäuzig prahlte, mir das Piercing selbst stechen zu wollen.
Memo an mich - nein...halt, besser: Memo an Asci: Erinnere mich des Öfteren daran, dass sowas eine ganz blöde Idee ist.
Leider zog da noch was an mir vorbei...war da nicht irgendwas von einem Winterkälte-Konzert gewesen...Noise...jetzt...gleich.
Ich ließ es vorerst weiterziehen - ich musste schließlich erstmal gewährleisten, dass ich bei den 1 bis 2 Tröpfchen Blut nicht verblutete - leider kam es dabei an Asci vorbei und Asci sprang es erfreut an.
Winterkälte. Oi je.
Nachdem meine klaffende Gesichtswunde mit einem Druck...Tupfer...Verband...also...ja...verarztet wurde, war Winterkälte dran.
Aber zuerst:
"Tat das Stechen weh?" "Ah, ja." "Wie sehr." Als hätte man sich was gequärhärgh..." "Hä?" Gequärhärgh?" Das war nicht das letzte Mal, dass der Stecker in Verbindung mit meiner Kauleiste zu einer Maulsperre wurde.
Zurück zu Winterkälte. Das beste, was ich darüber sagen kann, ist, dass keine Körperbetatschung am Eingang stattfand.
Hey, darüber muss ich mich erst kurz auslassen. Das war letztes Jahr aber nicht so! Ich steh nicht drauf, wenn mir fremde Leute in die Seiten und den Bauch pieken. Was - also was könnte ich Gefährliches am Bauch haben? Klar, ne Pumpgun! Woah, wie konnte ich das vergessen?! Ich frage mich jetzt...wird ein Mann mit Bierbauch rausgezogen...? Bombe? Stimmt doch...
Winterkälte raubte mir im wahrsten Sinne des Wortes...den Atem. Ich fühlte mich, als wäre ich Zeuge bei einem Autounfall. "Wütsch-wütsch-wütsch-wütsch-rääääär-wütsch-wütsch-wütsch-wütsch"
Rechts von mir ein Rudel wild mit den Armen rudernder Cybergoten, die sich einen Bürzel aus rosa Gürteln auf den Hinterkopf getackert hatten (ich versteh es nicht, sorry), links von mir ein Päärchen Rüschen-Goths und vor mir eine Dame, die eine Wehrmachtsuniform des 3ten Reiches trug. Ich stellte fest, schaute ich auf die Bühne, bekam ich Schmerzen im Gesicht und das meine ich ernst. Meine Lippe, sowie meine Nase, waren immernoch extrem mitgenommen und die pure geballte Ladung Winterkälte, war in dem Fall ein Boxer, der mir in die Visage pitschte.
Aber in Verbindung mit der Uniform-Lady und den Rüschen, war das makaber und faszinierend.
Um es mit einem Vergleich zu verdeutlichen: Wodka alleine ist grausam, schrecklich, widerlich. Kippt man Kirschsaft dazu, ist es nur noch widerlich.
Und so beobachtete ich fasziniert diese beiden Parteien. Es war interessant. Diese Musik und das 3te Reich...die Faszination des Grauens. Es passte. Ich stellte mir vor, wie die braven, biederen Leute von damals tatsächlich zu dieser Musik abgingen, weil die Tonfolge die Mentalität wiederspiegelte. Krach - peng - splitter: wieder ein Haus kaputt. Ich sah diese Musik als Kritik und Spiegel an die damalige Zeit. Unter dem Aspekt: interessant.
Use your Brain and think about it.
Das hätte man vielleicht mal der Antifa stecken sollen. Was soll man sagen, man kennt es ja nicht anders, aber es wirkt immer wieder lächerlich, wenn sie jedes Jahr - ja, was tun sie da eigentlich? Sie sitzen da, haben ihre Molotov-Cocktails dabei und zeigen der Welt "Wir haben nichts verstanden und verteidigen das auch." Nach gefühlten 398879384828348 Stunden, war Winterkälte gegessen. Ich hatte ehrlich Angst vor einer Zugabe und als sich herausstellte, dass ich es wirklich überlebt hatte, fiel mich die Angst vor Ascis CD-Sammlung im Auto an. Was, wenn dort etwas Schlimmes wäre, was ich noch nicht vern - von dem Asci glaubte, es hören zu müssen?
Jedenfalls hatten wir beide Rückenschmerzen. Bei jedem Konzert kommt irgendwann der Moment, in dem man sich wünscht, man könnte sich rücklings in einen übermäßig weichen Baseballhandschuh werfen.
Da ich mich ziemlich grob verschätzt hatte und das in allen Facetten eines der letzten Konzert des Tages gewesen war, blieb meine Idee, von einem weiteren Besuch bei der Agra auf der Strecke und wir fuhren - laut Supergrobi hörend und selbst bei jeder Gelegenheit "humpa-humpa-humpa-kreischend - zurück zum Hotel, wo ich unter größten und unmenschlichen Anstrengungen versuchte, ein Würstchen von sage und schreibe 2cm länge zu essen. Hey! Wenn du Angst haben musst, deine Unterlippe könnte dir die Frontzähne ziehen und ein bisschen Salz dir das Gesicht verätzen, dann ist das eine grandiose Leistung, die nach Beifall schreit! -,-



geschrieben von: Töggelie

Tag 4

Ah...ja...wir kennen das ja: zu lang. Teil 1



Um es kurz machen, wir hatten total verpennt. Ich weiß gar nicht genau, wann wir letztendlich aufgewacht sind. Irgendwann bewegte sich der Kissenhaufen neben mir und teilte mir mit: "Wir haben das Frühstück verpasst." Das war mir aber ehrlich gesagt auch scheissegal. Ich wollte schlafen, in's Koma fallen, mir die Todesspritze setzen lassen. Hauptsache keinen Muskel bewegen. Der Kissenhaufen war offenbar gleicher Meinung, denn mehr als diese Mitteilung war von ihm nicht zu vernehmen.
Gegen Mittag machte ich mich dann an die schwerwiegende Aufgabe, einen Apfel anzunagen und ein paar kleinere Dinge zu verspeisen. Ich versuchte es zumindest, denn ich blieb weiterhin zuverlässig alle 3 bis 4 Kaubewegungen - wenn ich gut war vielleicht nur alle 5 - mit dem Stäbchen an meinen unteren Vorderzähnen hängen.
Der Kissenhaufen hatte sich zwischenzeitlich in Asci verwandelt und während ich aß, verwertete Asci sozusagen denn Müll, indem er sein Bonbonpapier-Basketballspiel fortsetzte. Ich darf allerdings nichts Genaueres dazu schreiben, weil ich sonst bei nächster Gelegenheit, mit meinem Essnapf zusammen, irgendwo an einer Straßenecke ausgesetzt werde. Es ist nicht leicht, ich zu sein. -,-
Ich fühlte mich wie Feiertag. Es gibt so ein typisches Feiertagsgefühl. Ein bissel Trägheit, Lustlosigkeit + eine Winzigkeit an Einschränkung, weil man genau weiß, würde man jetzt z.B schrecklichen Durst auf Cola bekommen, wäre kein vernünftiger Laden geöffnet, der einem da aus der Patsche helfen könnte. Nein, ich wollte keine Cola, aber ich weiß ganz gerne, dass ich eine haben könnte, sollte ich je eine wollen. Ich habe immer ein bissel das Problem, dass ich etwas Angst habe, wenn ich irgendwo bin, gäbe es dort nichts zu trinken. Gut, nach traumatisierenden Schullandheim-Aufenthalten, bei denen es nur Sirup oder Pfefferminztee gab, war das auch absehbar. Sirup im Hochsommer!!! Das ist...da kann man gleich Honig lecken und wir waren am Meer! Salzwasser! Wir hätten in unserer Verzweiflung noch nichtmal das Meerwasser trinken können! Uns wäre es beinahe so ergangen, wie zahlreichen Schiffbrüchigen. Ich bin sicher, der Sirup hätte den Vorgang sogar noch beschleunigt. -,- Okay, zurück zum Thema.
Wir verschwendeten allerdings nicht unsere Zeit mit Sinnlosem. Nein, wir nicht. Wir taten etwas für unsere Bildung und guckten die Sendung mit der Maus. Ich kannte die Folge allerdings schon, es war die mit dem Storchennest. (Nein, das ist kein gefundenes Fressen, ich schaue nicht mehr regelmäßig Maus, ich habe nur ein infernalisch gutes Gedächtnis! So schauts aus.)
Ich schätze, für unsere Verhältnisse waren wir danach wirklich früh unterwegs. Bereits gegen 15 Uhr, bewegten wir uns Richtung Auto. Das hatten wir die ganzen Tage davor definitiv nicht geschafft. Auf dem Weg in's Heidnische Dorf, hatten wir dann eine folgenschwere Begegnung: Pippi Schwarzstrumpf.
Wir standen an der Ampel und vor uns latschte ein schlacksiger Typ mit langem Mantel, roter Kapuze und einem sagenhaften Undercut über die Straße. Anstelle eines Zopfes am Hinterkopf, hatte er es geschafft, sich links und rechts zwei Zöpfchen an den Schädel zu zurren. Auf der anderen Straßenseite angekommen, packte er diverse Dosen usw. aus seinem Rucksack und legte sie feinsäuberlich - nicht ohne die Oberlippe pikiert hochzuziehen und sein Gebiss zu präsentieren - in den Mülleimer. "Oh Gott, haben wir Pippi Schwarzstrumpf getroffen?!" Asci war sichtlich beeindruckt...ich auch.
Im Heidnischen Dorf flitzten wir zielsicher zur Futterkrippe. Ich wollte endlich diese seltsame Päckchen, welches anscheinend ein Brot war, probieren. Es war der Börner! Ein riesen Laibchen Brot mit Speck und Käse darin und einem großen Schöpflöffel Rahm darüber, wanderte in meine Pfoten. Ich hatte das Gefühl, ich hatte eines der größten abgekriegt, denn während Asci schon auf der Zielgeraden war, kaute ich noch am Anfang rum. "Ich hab das Gefühl, mein Futter ist riesig." "Und ich hab das Gefühl, du kommst gar nicht vorwärts!" Ja, auch das könnte richtig sein. -,-
Nachdem ich Asci den riesigen Rest meines Brotes zur weiteren Bearbeitung anvertraut hatte, rannte uns Pippi Schwarzstrumpf erneut durch's Blickfeld.
Asci war begeistert:"Mach ein Foto!!!""Warum ich?!" "Ich kann nicht!" "Ja, warum denn nicht?" "Weil du das besser kannst, jetzt mach!" Nein, ich machte erstmal kein Foto, denn leider musste ich furchtbar grinsen. Kennt jemand das Gefühl, wenn die Oberlippe einfach nicht mehr über das Gebiss zu kriegen ist, als hätte man Wäscheklammern daran befestigt? Pippi Schwarzstrumpf bekam das leider mit und trotz meiner angestrengten Versuche, auf den Boden zu starren, wurde mir der verwundert-verblüffte Lefzen-Hochzieher-Blick, mit dem er zuvor seine Dosen bedachte, dauerhaft zuteil. Pippi Schwarzstrumpf drehte sich ständig nach mir um und so war an ein Foto nicht mehr zu denken. Ich tröstete mich mit dem Gedanken, dass er vielleicht Asci so doof anglubschte...aber ich glaubte nicht ganz daran, schließlich hatte ich die Wäscheklammern im Gesicht.



geschrieben von: Töggelie

Tag 4

Teil 2


Pippi Schwarzstrumpf schien zu ahnen, was ich vorhatte. Jedesmal, wenn ich die Kamera auch nur in die Hand nahm, machte er schlagartig kehrt und rannte davon.
Da Asci unbedingt sein Foto wollte und ich leider der Mensch mit der Kamera war, gingen wir einmal gaaaaaanz um den Mittelaltermarkt herum, in der Hoffnung, dort nochmals auf das doppelte Zöpfchen zu treffen.
Mir gingen 2 Gedanken durch den Kopf:
1. Ich glaubte nicht, dass es eine gute Idee war, jemanden frontal abzulichten, der sicher nicht begeistert davon war. Wenn mich alleine bei einem Grinsen schon gebleckte Zähne erwarteten, dann wollte ich nicht wissen, was bei einem offensichtlichen Foto passieren würde.
2. Ich fragte mich, warum zur Hölle ich den aufgeregten Anweisungen Ascis folgte, der zudem plötzlich die ungute Idee hatte, nicht wie vereinbart den Teil mit dem Rahm von meinem Brot wegzuessen, sondern ihn lediglich abzulecken und mir somit ein aufgeweichtes Abendessen zu hinterlassen, was ich jedoch unterbinden konnte.
([Insider Modus on]: Jetzt hat der Knüppel wenigstens seinen Sinn. *g* [Insider Modus off])

Pippi Schwarzstrumpf war weg und wir bewegten uns Richtung Auto, da alles überfüllt und kein Sitzplatz mehr frei war. Wir hingen vor der Sparkasse rum und ich versuchte, meinen Hintern durch ein Geländer zu quetschen, in der Hoffnung, eine Sitzgelegenheit entdeckt zu haben. Ich blieb fast stecken und es sah scheisse aus. -,-
Während Asci versuchte, mich vom Geländer zu schubsen, fiel mir erneut auf, dass es offensichtlich Mode zu sein schien, sich mit zerfetzten Kleidern und irgendeinem Blutersatz zu schmücken. Das Pärchen, das dabei in's Auge fiel, hatte sich wohl für besonders clever gehalten. Anstelle unnötig Geld für Farbe oder Kunstblut zu vergeuden, hatten sie sich mit Rotwein oder Traubensaft übergossen. Es sah aus, als hätten sie sich lediglich übergeben und das Ganze grob rausgewaschen.
Nachdem wir uns doch ins Auto setzten, entdeckte Asci, dass jemand eine dieser Visitenkarten an seinem Auto befestigt hatte, worauf stand, dass derjenige Gebrauchtwagen oder so aufkaufen würde. "Hallo?! Geht's noch?! Der ist neu!!! Die könnten sich den doch gar nicht leisten! Viel zu teuer! Da, warum machen die sowas nicht da hinten an den Leichenwagen?! Ich mach den da nachher hin, so." Asci war sichtlich empört.
Zum Trost, lenkte er sich mit den Schaltern seiner Autofenster ab:"Halte mal deinen Kopf durch's Fenster." "Du klemmst mich ein!" "Nein, mach ich nicht! Jetzt los! Feeeeigling!" Um Asci zu beweisen, dass er mich ganz sicher einklemmen würde, hielt ich probehalber meinen Arm durch das offene Fenster und - wurde prompt eingeklemmt. -,-

Anderthalb Stunden später, hatten wir die Nase voll vom Autositzen.
Asci holte sich seine Genugtuung, indem er die Karte an dem großen Leichenwagen - oder was auch immer das für ein Auto darstellen sollte - befestigte und wir begaben uns zur Agra, zum Schelmish Konzert.
Was soll ich sagen, ja ich bin schuldig. Ich wollte zu diesem Konzert, Asci konnte deswegen nicht Sonar sehen und - Schelmish war grottig. Ich hatte das Gefühl, ein paar alternde Polka-Paules verausgabten sich in einem größenwahnsinnigen Anflug auf der Bühne. Es war irgendwie unpassend. Von der Langeweile getrieben, holten wir uns Eis, stellten uns vor den Stand mit überteuerten T-Shirts und - erblickten Pippi Schwarzstrumpf!
Asci johlte begeistert auf, ich zückte die Kamera und Pippi Schwarzstrumpf drehte abrupt ab. Jeder erfüllte also seinen Part.
Er konnte das gar nicht gesehen haben, es war reiner Zufall, aber diesem Zufall und seiner 10fachen Wiederholung - wirklich, er lief um die 10mal auf den Ausgang zu, drehte schlagartig um und lief wieder zurück - haben wir ein Video zu verdanken, auf dem nur Schwarz, ein bissel Licht und Ascis und mein schimpansenartiger Lachanfall zu hören sind. (Bei Interesse bitte PN an Töggelie, Betreff Video - Pippi Schwarzstrumpf. (Versucht das ja nicht. :-P))
Wir gingen aus der Halle, wollten Crepes, bekamen keine und zogen autumnnights Zorn auf uns. *g*
Wie es aussah, hatten wir autumnngiht sammt Freund, einmal umsonst durch den Regen gejagt, da wir die Halle vorzeitig verlassen hatten. Asci bekam somit seine...hmmmm...2te Nachtwelten-Sperren-Drohung.
Was mir erst viel später auffiel: Wenn wir jetzt mal genau sind...war es ja meine Idee gewesen aus der Halle zu gehen...aber wir sind jetzt mal nicht genau und akzeptieren stillschweigend und gemeinerweise Ascis Leid. *g*
Während des Letzte Instanz Konzertes, huldigten wir nochmals dem Chiligott und aßen einen Napf Chili. Es machte mich fertig...
ich schwitzte Blut und Wasser und das Chili schien immer schärfer zu werden...in einem Satz: Ich war überfordert. Die anderen drei beobachteten misstrauisch meinen Kampf mit dem Chili. Mal war ich oben, mal war das Chili oben, mal waren wir gleichstark.
Mitten in meinem Kampf um Leben und Tod, beschloss Asci plötzlich, im Auto schlafen zu wollen und rannte vor mir davon. Völlig perplex, flitzte ich hinterher, denn irgendwas musste ich ja machen, man weiß ja schließlich, was sich gehört. Wie sich nach ein paar Runden herausstellte, hatte autumnnights Freund Asci gesagt, meine Haare sähen im Scheinwerferlicht so aus wie Spinnenbeinchen, woraufhin Asci prompt sein Leben in Gefahr wähnte und sich zu einem Umzug entschloss.
Nach dem Gerenne musste ich mich setzen. Ich fühlte mich, als herrschten 40°C und alles brannte. Meine Laune ging mit mir zu Boden. Ich war müde und mir ging vieles durch den Kopf. Ich wollte nicht wieder alleine sein, ich war mit mir unzufrieden, ich wollte nicht sein wer ich war, mein Dasein machte mir Angst, eigentlich tut es das immer. Wer ich war, wie ich war, wie ich funktionierte...manchmal fühlt sich das furchtbar an...ich fühlte mich abgestorben und schwach...wahrscheinlich so, wie man sich als trüer Grifti eben so fühlt. Nach dem 15 minütigem Verabschieden der Band, war das letzte Konzert vorbei und zum erstenmal gingen die Lichter an.
Durch Zufall, wurden wir von autumnnight darauf angesprochen, ob wir nicht wüssten, dass wir nicht die offiziellen Bändchen trugen. Wir waren zu spät zur Bändchenausgabe erschienen und hatten somit ein Obsorge-Bändchen erhalten. Wir hatten die Bonzenbändchen und wussten es nicht!!! Gut, jetzt wussten wir es. -,-
Mir wurde auch klar, warum immer von schwarzen Bändchen die Rede gewesen war...wir hätten über den Zeltplatz gehen können. Ooooooh...
Auf dem Heimweg kippte ich eine Flasche Eistee auf einen Zug. Mein endgültiger Sieg über das heimtückische Chili.
"Sieht so aus, als hättest du ziemlichen Durst gehabt." "Ähä...", was Besseres fiel mir nicht ein, mir war auch nicht so wirklich nach reden, ich musste nachdenken.
Es regnete, das Scheinwerferlicht der entgegenkommenden Autos brach in den Regentropfen auf der Scheibe. Der Scheibenwischer verschmierte sie, wischte sie weg. Und damit war das Wgt vorbei.



geschrieben von: Töggelie

Würde ich mich verhalten, wie ich mich fühle, würde ich jetzt vom vielen Beissen, Kratzen, Knurren, Fauchen, an die Wand springen, fies in's Essen von anderen Leuten pieken, Fiepen, Schreien, mich auf den Boden fallenlassen, Gegenstände werfen, Leuten anbellen, usw. zuerst SO aussehen: ----->


http://www.medion-fotoalbum.de/mediapool02_aldi_s/22/BA/F3/20/C8/14/11/DB/B3/B2/5B/7A/55/D8/0C/26/oma/10/05D77FB089F711DEB2A54D2D5FD0AD00.jpg


Dann langsam aber sicher SO: ----->


http://www.medion-fotoalbum.de/mediapool02_aldi_s/22/BA/F3/20/C8/14/11/DB/B3/B2/5B/7A/55/D8/0C/26/oma/10/5F614D0089E211DE81CF18D15FD0AD00.jpg


Da man sich entsprechend unkreativ fühlt, wenn man so aussehen könnte, ist auch keine bessere Fotomontage drin.



geschrieben von: Töggelie

Nachtrag WGT Teil....na, es bleibt bei einem. -,-

Da Asci meinte, ich müsse noch über die Abreise schreiben, weil sonst manche denken könnten, wir wären ja immernoch in Leipzig:


Asci starrte zum Fenster hinaus und stellte sachlich und knapp klar:"Wenn der Hulk Hogan-Verschnitt sich auf mein Auto setzt, verprügel ich ihn mit seiner Beinschiene." Asci und sein Auto sind dicke Freunde, das hab ich später mehrfach gespürt, als ich meine Versuche, meinen Riesenkeks zu essen, startete.
Ich hasse Abreisen. Die Sachen passten auf seltsame Art und Weise wie immer nicht mehr in die Taschen und auf das Ausräumen danach, hatte ich zweimal keine Lust.
Da Asci seine Postkarten noch bepinseln musste und wir - Überraschung! - zu faul zum Frühstücken waren, gurkten wir vorerst noch durch Leipzig, um Briefmarken und Fressi zu suchen.
Asci versuchte eine möglichst künstlerisch wertvolle und ausgefeilte Karte zu verfassen und nachdem ich wieder in's Auto durfte (ich musste kurzzeitig das Auto verlassen, da mein Schoki...was-auch-immer leider ein bissel krümelte. Der Gag war: Während ich dabei war, die Krümel aus dem Auto zu picken, wehte der Wind die noch vorhandenen Krümel meines Schoki-was-auch-immers wieder in's Auto. *g* Und als ich dann wirklich die Nase voll hatte und das Fressi wegpacken wollte, fiel es mir aus der Tüte und da während dem Fall nunmal ein Luftzug entsteht...ja...ab damit in's Auto...) setzte ich meinen Servus unter die Karte. Darunter stand nun: "Viele Grüße, Asci und...ICH". *g*
Asci musterte entgeistert seine Karte. "Das sieht jetzt aber so aus, als hättest du die Karte geschrieben." "Richtig." Ich verstand jetzt auch nicht wirklich, wo da das Problem war *g* und widmete mich wieder meinem Schoki-was-auch-immer. Asci schaffte es noch, so irgendwie ein "Da musste sich wohl jemand wichtig machen", hinter meine "Unterschrift" zu setzen und damit durfte ich die Karte einwerfen.
"Du darfst nachher noch putzen! Da, schaut dir das an!", Asci war offentlichtlich in putzlaune. "Wer sagt, dass ich das war?!", ich allerdings nicht.
"Das war vorher noch nicht und ich hatte das Auto geputzt. Extra für dich und so dankst du es mir... *künstlich schnief* Da..das sind Abdrücke von...fettigen, kleinen Kinder-Wurstfingern."
[Anmerkung on]: Was eine Unverschämtheit. Meine Finger sind weder dreckig noch mit Teilen eines Tierhinterns, in den Leichenteile gesteckt wurden, zu vergleichen, (Hab ich jetzt jemandem, ausser mir selber, den Appetit versaut? Ich esse leider ganz gerne Würstchen...-,- Asci, solltest du beim Essen sein: Sorry.) Meine Händchen sind sehr zart. -,- [/Anmerkung off]
Ich entrüstete mich:"Was?! Da bei dir ist sowas doch auch!"
"Nein...das ist...Arbeitsdreck...von schwerer Arbeit."
Ich kümmerte mich um meinen Riesenkeks und ließ Asci links liegen.
"Was - hast du gerade gekrümelt?! Nein, also...du isst das nicht mehr, pack das weg."
Wir machten Pause und ich freute mich schon, nun endlich mein Schoki-was-auch-immer aufessen zu können, als Asci ein großes Schild auffiel: *Rastplatz bitte sauberhalten* "Nein! Hier darfst du auch nicht!" Asci freute sich diebisch und ich beschloss, dass manche Schilder einfach ignoriert werden müssen.
Asci war verschwunden, um unsere Getränkeflaschen zu kühlen, als er wiederkam, stieg ich ganz aus dem Auto und spürte, wie ich irgendwas quer über den ganzen Parkplatz kickte: Ascis Flaschen. Meine standen weiterhin vor meinen Füßen. "Ja...das ist..deine hast du nicht erwischt! Warum meine?" Es gibt schwerwiegende Fragen, auf die es einfach keine Antwort gibt...was soll ich machen, mein Fuß weiß nunmal, wo er hingehört.
Um gut Wetter zu machen, malte ich Asci mit meiner Sonnenmilch ein fettes, verzweifelt guckendes Gesicht auf den Bauch.
10 Minuten später standen wir im Stau. -,-
Ich ließ gelangweilt den Blick schweifen...aus dem Kleinbus neben uns, winkten uns Leute zu, die ebenfalls Wgt-Bändchen trugen, in einem kleinen gelben Auto saßen ein paar Mädchen, die mit Netzstulpen, entsprechender Schminke, etc. immernoch extrem aufgetakelt waren und vor uns stand der Kleinbus eines Piercers. Ich hatte aber ein viel wichtigeres Problem:"Kann ich jetzt den Keks essen?"
"Nein, aber du kannst dich nochmal piercen lassen."
Vorsichtig und vor allem leise, nagte ich meinen Keks zu Ende, nur am Ende auffallend und aufmerksamkeitsheischend mit der Tüte zu rascheln. KEINE KRÜMEL!
Es war langweilig, wir standen bestimmt 157 Stunden im Stau, ich kam nicht an den Rucksack mit dem Rest Proviant ran, bzw. war einiges umgekippt und ich konnte die...mh... Minileichenteile (manchmal hasse ich meine Assoziationen) nicht finden und überhaupt.
Schon fast daheim, machten wir zu Depeche Mode einen auf Playback. Mit imaginären Mikrophonen bewegten wir unsere Lippen zu "People are people".
Ich konnte den Text nicht und Asci guckte, als hätte er einen Liter Weichspüler getrunken. "Ach...das Lied ist super...", "Ja, aber bei dir sieht das aus wie bei Howard Carpendale.", stellte ich möglichst unbeteiligt fest. "Hallo?! Raus hier! Woah...Fräulein!" Damit wurde ich losgeschnallt und Richtung Autotüre gepiekt.
Die ohne Zweifel aufregende Überlegung wie wir nachher an Essen kommen könnten (Das mit der Aufregung meine ich ernst, ich kann total aufgeregt vor einem Regal auf - und abrennen und weiß vor lauter nicht, was ich jetzt essen könnte und bin dabei total aus dem Häusschen, fragt lioba.) und was es denn werden sollte, lenkte Asci ab. Also endete unser Trip mit...aaaaaaääääääh...Asci, was war das nochmal? Irgendner komischen Brotrolle, wo jemand noch mehr anderes Essen reingestopft hatte. Fertig. *aufsteh*

Ein besonderes Bild von Pippi Schwarzstrumpf folgt.



geschrieben von: Töggelie

Ich bin seit Tagen in meinem Zimmer, esse kaum etwas, mir ist einfach nicht danach. Mir scheint es, als flitzt eine übergroße Ratte an mir vorbei, an deren Schwanz sämtliche meiner Probleme wild herumwedeln.
Die 600 Euro Gehalt habe ich noch immer nicht. Warum auch immer, der Chef ist nie zu sprechen und langsam habe ich das Gefühl, es ist Absicht.
Leider habe ich dadurch, dass ich damit ja nun nicht rechnen konnte, 400 Euro Schulden bei meiner Mutter, die ich nicht bezahlen kann, die sie nächste Woche möchte und aufgrundessen ihr wohl unter anderem Einfiel, dass ich jetzt, auf der Stelle, ausziehen soll, sie meine altklugen Sprüche nicht mehr hören kann und ihr auf den Geist gehe. Ich mache nur Ärger, sie möchte ihr eigenes Leben und das soll gänzlich ohne mich stattfinden. Schule, Studium, mein Zuhause, alles ist plötzlich mehr als gefährdet, da ich auch ohne ihre Unterstützung leben soll, was ich momentan definitiv nicht kann.
Weil ich mich bei einem Freund meldete und insgesammt einfach meine Ruhe möchte, kündigte mir eine Freundin nach einem Streit die Freundschaft.
Ich beschließe, dass mir das alles nichts ausmacht.
Eine Freundin sagte, dass Emotionen nur eine Last seien, die nichts als Probleme mit sich führen. Der Grund, weswegen wir ständig irgendwo abstürzen, weil wir viel zu viel empfinden, andere Leute zu wichtig nehmen, eben sensibel sind und es klingt einleuchtend. Sich für jemanden den Hintern aufreissen, Werte zu wichtig nehmen, sensibel zu sein, das scheint nicht in der Natur des Menschen zu liegen...nicht so extrem. Der Mensch ist ein Arschloch, rücksichtslos, auf sich selbst bezogen und wer anders ist, ist nicht - wie in romantischen, idealistischen Überlegungen - einfach ein besserer Mensch, sondern steht sich schlichtweg selbst im Weg.
Meine Emotionen sind weg, aber mein Körper sieht das ganze Thema etwas enger und nach einigen weiteren Enttäuschungen fiel ich einfach bewusstlos von meinem Schreibtischstuhl. Als ich wieder aufwachte, drehte sich alles, mir war furchtbar schlecht und augenblicklich wünschte mir mein kürzlich getrunkener Apfelsaft einen guten Abend. Ich hasse es mich zu übergeben und nun durfte ich auch noch den Fußboden schrubben. Wozu zur Hölle gibt es einen Bauchnabel?! Hätte man da nicht praktischweise irgendwie so n kleines Ventil einbauen können?! Ich finde das unnötig und widerlich! Ich finde, ich wäre eine viel bessere Natur, denn ich hätte das so gemacht.
Die Waage zeigte 4 Kilo weniger, vorsichtig und wackelig, bewegte ich mich unter die Dusche, weichte die alten Verbände ein und versuchte, mich irgendwie aufzuwärmen. Als mir erst richtig bewusst wurde, in welch einem Zustand ich mich befinde, fühlte ich mich gleich nochmal mieser: der totale Verlierer, was mir ein Blick in den Kühlschrank bestätigte.
Darin fand ich eine wundervolle Bisquittrolle. Ich liebe Kuchen mit Sahne, aber ich hatte schon lange keinen mehr gebacken bekommen, weil sowas nunmal ziemlich Arbeit macht. Dieser hier ist auch nicht für mich: der Freund meiner Mutter hat heute Geburtstag. Ich wurde augenblicklich leicht sauer, als ich mich daran erinnerte, dass sie vor Kurzem, an meinem Geburtstag, mit ihm im Urlaub war und somit meinen Geburtstag etwas ruinierte. Ich betrachtete die Torte und wünschte mir, ich hätte eine ganz normale Mutter. Etwas dicklich vielleicht, mit einer Brille, blonde, leicht wellige Haare, geschmacklose Leggings, viel zu weites T-Shirt und sich um mich kümmernd. Meine Mutter ist aber leider sehr hübsch, Marke: wie aus dem Fernsehen geschnitten. Erfolgreich, jeder verehrt sie, kriecht ihr in den Hintern, etc. Um es auf einen Nenner zu bringen: Ich muss sie mit jedem x-beliebigen Deppen teilen und krieg den angefallenen Stress ab.
Als Sahnehäubchen fallen von ihren Fans Sprüche wie:"Ich beneide deine Kinder so! Solch eine Mutter hätte ich auch gerne."
Und da ist der springende Punkt: Meine Mutter ist bestimmt eine super Freundin, aber mein Bruder und ich kommen mit ihr als Mutter nicht soooo gut klar. Bei meinem Vater verhält sich das ähnlich. Nicht umsonst hatten beide nach ihrer Trennung augenblicklich wieder neue Partner. Sie sind das, was man als Sahnestückchen bezeichnen würde: Sozial, überall vorne dabei, witzig, für jeden Mist zu haben, etc. aber davon hatten mein Bruder und nicht wirklich was. Ich hasse es. Ich will hässliche und erfolglose Eltern!
Ich rief heute Mittag meinen Vater an, wollte, dass er mit mir Eisessen geht, mir war langweilig und ich wollte, brauchte dringend Ablenkung. Das Telefonat dauerte keine 3 Minuten, weil seine Freundin kam.
Mit meiner Mutter muss ich sowieso gerade nicht mehr rechnen, ihr Polizist beansprucht ja gerade jegliche Zeit. Eine Freundin erklärte mir, ich könnte mir dieses und jenes nicht erlauben, das würde sie ihrem Freund zwar verzeihen, aber der wäre ja auch in der Tat ihr Freund. Eine Freundin ist seit einem halben Jahr nicht mehr anzutreffen, sie hat ja jetzt auch einen Freund. Mir wird bewusst, dass ich in niemandes Leben gehöre. Nicht als Dreh - und Angelpunkt. Nicht als "Augensternchen", um es mal kitschig auszudrücken. Ich bin eine Beilage. Ich bin dabei, aber nie der Mittelpunkt. Der Grund, weswegen ich keine Torte bekomme, warum mir weniger verziehen wird, weswegen ich alleine rumhänge und nicht Eisessen gehen kann. Und ich beschließe wieder, dass mir das egal sein muss. klick



http://www.borderline-selbsthilfegruppe-bergischgladbach.de/Missbrauch/einsam.jpg



geschrieben von: Töggelie

Ich liege im Bett, starre meinen Fuß an und beschließe, dass jemand mit einem solch hübschen rechten Fuß niemals verarmen wird. Im Notfall kann ich immernoch eine Karriere als Rechtsfußmodel starten. Ich stelle mir ein bedeutendes Buchcover vor. Ein Strand, Meer im Hintergrund und als absoluter Blickfang: mein rechter Fuß. Geschminkt und mit einem schweineteuren Fußkettchen. Alle reissen sich um das Buch, bitten um Autogramme, der rote Teppich wird für mich ausgerollt, ich kann ja schließlich nicht mehr auf gewöhnlichem Boden gehen. Heidi Klum hat ausgespielt. Mein Fuß macht Karriere und ich bin dabei. Ich sollte sicher stolz sein...und meinen Kopf untersuchen lassen.
Ich bin gerade wahnsinnig entspannt. Ich schaue in den Spiegel und fühle mich furchtbar erhaben. Ich schaue in meine Urlaubsdose und finde es cool, dass ich mir sämtliche Wünsche durch entsprechende Ideen selbst erfüllen kann. Ich krame in meinen Erinnerungen und stelle fest, dass es schon immer Situationen gab, in denen gegen mich kein Ankommen war, einfach weil ich es nicht wollte. Spätestens dann, als ich sah, dass der anderen an der falschen Stelle schluckte oder zwinkerte, hatte er einfach Pech gehabt. Ich frage mich, warum mich dann phasenweise schlichtweg die Panik überrollt, jemand könnte mir wieder etwas wegnehmen und damit mein Leben ruinieren.
Es hat wohl was mit einem Schutzhüllchen/Leibchen/Mäntelchen zu tun. lioba erklärte mir, ihre Psychologielehrerin hätte ihr einst erläutert, dass das der Grund für Unglücksphasen sei. Passiert etwas, das einen extrem verletzt, ist ein Riss in der Hülle. Und was passiert mit einem Riss? Er wird größer, ist undicht, lässt ungute Sachen dorthin, wo sie nichts verloren haben. Mir persönlich kommt es vor wie eine Art psychisches Immunsystem. Mein Immunsystem muss also ziemlich hinüber sein. Ich möchte Antibiotika. Ein ganzes Fass voll. Allein schon aus dem Grund, dass ich keine Lust habe, mich von irgendwem abhängig zu machen oder rumschubsen zu lassen. Ich will meine traumhafte "leck meine Hinterfront" - Einstellung behalten. Es ist super, es ist absolut kein Gefühl da. Ich fühle mich nicht einsam, ich bin nicht traurig, ich habe keine Angst, ich grübel nicht, sorge mich nicht. Ich bin einfach da, lebe von einer Minute zur nächsten, nehme mir was ich will, habe dabei kein schlechtes Gewissen und kann absolut beherrscht und rational handeln, ohne dass mir ein Gefühl und meine darauffolgenden Überlegungen dazwischenfunken. Ich hocke auch nicht am Computer und warte darauf, dass irgendwelche Leute Zeit für mich haben, weil ich mich einsam fühle. Es ist mir schlichtweg gleichgültig. Genausowenig wie ich enttäuscht bin, wenn wieder jemand keine Zeit für mich hat. Und wenn schon. Ich bin es leid, mir über all das den Kopf - oder eher das Herz - zerbrechen zu müssen. Nett wäre es, würde das nur ein weiterer Entwicklungsschritt sein. Richtung Erhabenheit, innere Mitte, blabla, all den idealistischen Kram eben, der wohl an und für sich ganz nett sein muss, aber der betroffenen Person erstmal reichlich Ärger macht.



http://www.erz.be.ch/site/erziehungsberatung-fs-mut.jpg



geschrieben von: Töggelie

Es ist langweilig. Alles was ich noch empfinde, ist ab und an leichte Langeweile, die diese absolute Leere nur noch unterstützt. Ich könnte mir einen Kuchen zusammenmatschen, aber ich weiß, dass ich ihn nicht essen werde. Ich könnte mit jemandem telefonieren, aber ich weiß nicht, was ich reden soll.
Mich interessiert nichts, mir schmeckt nichts, nichts ist in irgendeiner Art befriedigend. Ich fühle nichts, ich bin wie ein Zombie.
Ich dachte, ein kleiner Ausflug könnte dagegenwirken. Ich war nach 30 Minuten wieder Zuhause. Gelangweilter als davor. Ich bin immerwieder fassungslos, wie manche Leute einem allen Ernstes mitteilen können, dass der Joghurt bei Aldi 84 Cent kosten würde und einen dabei gespannt anschauen. Was soll ich dazu sagen? Ist das günstig? Ist das teuer? Ist das eine Fangfrage? Gibt es bei Aldi etwa gar keinen Joghurt und ich sollte das wissen? Verdammt ich esse keinen Joghurt! Mein Erzeuger war sichtlich enttäuscht, dass ich diese wichtige Info nicht zu würdigen wusste. War mir scheissegal.
Nachdem ich meine Suche nach speziellen Brezeldingern mit Senf und Honig erfloglos aufgab und auch keine Lust mehr hatte danach zu suchen (nicht wenn jemand hinter einem herrennt und bestimmt 4 mal fragt:"Was suchen wir eigentlich" und ich um Selbstbeherrschung ringend den ganzen Laden informiere:"BREZELDINGER!"), saß ich im Auto, bemerkte den spontan eingetroffenen Herbst und überlegte, ob ich mich von allen komplett zurückziehen sollte. In letzter Zeit war alles eine einzige Enttäuschung, so gut wie jeder Kontakt zu anderen Menschen, war für mich eine kleine Katastrophe und momentan bin ich mir nichtmal sicher, ob das wieder auszubügeln ist. Mein Gehalt habe ich bekommen. Ohne irgendein Wort einfach so hingeknallt, 3 Monate zu spät und immernoch zu wenig. Wenn ich überlege, was ich mir dafür für Mühe gegeben habe, eine bodenlose Unverschämtheit, die ich nicht auf mir sitzen lasse. Zwischenmenschlickeit und Anstand: setzen 6! Naiver Blöd-Nussi der ich bin, rechnete ich sogar damit, eine Enschuldigung zu erhalten, vielleicht eine Wiedergutmachung, eine Blume, einfach was Wertschätzendes.
Ich weiß, dass ich nie wieder dort arbeiten werde, dafür waren die Antworten auf meine Fragen darauf zu ausweichend. Zu feige mir das direkt zu sagen, was habe ich Respekt vor solchen Leuten...
Aber immerhin kann ich ihnen so noch ohne Rücksicht auf Verluste eine mitgeben.
Wieder Zuhause, rechnete ich mit weiteren Personen ab. Ich wartete, ebenfalls seit 3 Monaten, auf eine Antwortmail vom "Knochenzernager" (*giftig schau*).
Nach einer einigermaßen wütenden Mail, wurde ich zumindest eines "Blickes" gewürdigt. Insgeheim hatte ich auf einen interessanten Streit gehofft. Das ist zwar nicht nett, aber es wäre vielleicht interessant und belebend gewesen. Die Reaktion war ernüchternd. Zwei Sätze :"Also, wenn man mal was vergisst, ist man gleich eingebildet? Dann bin ich es wohl!". Was zur Hölle ist das?! Ich musste aufpassen, nicht vor lauter Euphorie aus dem Häuschen zu geraten. Ich betrachtete die Mail von links nach rechts und von oben nach unten. Ich guckte sogar hinter den Monitor, aber diese zwei Sätze, waren tatsächlich alles. Nebenbei: die Antwort auf die letzte Mail hab ich noch immer nicht. Ich erwarte einfach zu viel.
Und ich weiß nicht weiter. Sämtliche Versuche, eine einigermaßen vorhandene Lebendigkeit zu erzwingen, sind gescheitert. Weit und breit ist nichts mehr in Sicht, was eine Art von Gefühl erzeugen könnte. Nichts was mich freuen oder ablenken könnte.



geschrieben von: Töggelie

Oh...ich liebe es nicht. Fertiger Nebelpfad, technischer Defekt, alles weg, blabla, ich starre auf den Monitor, finde das irgendwie ungut, etc.

http://www.staehler.com/de/images/content/service/setzling.jpg


Laut Entwicklungspsychologen, gibt es eine vierte Entwicklungsstufe, beginnend ab 18, endend mit dem 30ten Lebensjahr, genannt Nachreifungszeit. In dieser Zeit wird nicht erwartet, dass man sich erwachsen verhält, man ist aber natürlich auch kein Kind mehr, es ist einfach eine Art Welpenschutz. Meine Meinung dazu: hört sich bescheuert an. Warum legt jemand so bestimmend fest, wie ich wann zu sein habe? Es ist keine pure Information, sowas wird als Befehl gewertet. Solche Aufstellungen sind die "Eltern" von - aufpassen:"Aber in deinem Alter hat man doch schon...sollte man doch...", jaja...hmhm...blabla. Es stresst, dass man in solche Raster gepackt wird.
Der Stress fängt mit 13 an, ab dann ist man jugendlich, bald erwachsen, dann denkt man, man hätte es mit 18 endlich hinter sich, weiter geht es mit 21, 25, 27 und immer wenn man denkt, man hätte es geschafft, dann kommt ein neues ABER und erneut muss man abwarten was passiert, wie es sich wohl anfühlt, ob es so fürchtenswert ist wie alle sagen und das wirklich Blöde ist, dass man weiß, wenn es soweit ist, hat man den optimalen Durchblick und weiß, sieht und erkennt, was man zu einem früheren Zeitpunkt dringend hätte wissen müssen. Ich verrenke mir regelmäßig sämtliche Synapsen, um vielleicht irgendwie rauszukriegen, wie ich zu einem späteren Zeitpunkt denken werde.
Warum zur Hölle wird da solch eine große Sache draus gemacht?! Es werden Infos gereicht und Thesen aufgestellt, die in ein paar Jahren wieder verworfen werden, die alles schwerer machen, die einem Angst machen, die einen zum Grübeln bringen, einen anspringen, an den Haaren rupfen und dazu zwingen, seinen Platz in diesen Ideen zu finden, egal ob es von Wert ist oder nicht.
In der Bücherei stehen meine Schmöker unter Generation x (15 - 30), in der Politik wird man Krisenkind genannt (18 - 35) und ich frage mich, wann ich endlich als vollwertig angesehen werde. Wenn ich mit weißem Haar, bebeinten Unterhöschen, deren Bund mir bis zu den Rippen geht (erschießt mich!) und Gesundheitsschuhen aufkreuze? Und woher würde die Umwelt dann wissen, was für eine Unterwäsche ich trage???
Ich bin jetzt erwachsen, ich brauche keinen Welpenschutz mehr. Vielleicht hätte ich das bis vor ein paar Monaten gebraucht, aber jetzt nicht mehr.
Es haut mir die Beine weg, es kommt mir wie ein Zeitraffer vor, aber ich bin innerhalb von 2 Wochen nicht mehr die gleiche Person wie davor. Mit solchen Schüben muss ich wohl leben. Was langsam und Schritt für Schritt ablaufen sollte, wird mir in regelmäßigen Abständen in einem Kinderplantschbecken über den Kopf gegossen. Ich bekomme keine Luft mehr, kann nicht mehr klar denken, ich werde krank, bekomme Kopfschmerzen (hey! Ich habe sonst nie Kopfschmerzen und ich hasse, hasse, hasse es! Und ich kenne da gar nichts! Es ist mir scheissegal, wie blöd es ausschaut, aber ich binde mir von links, rechts, oben und hinten Kissen an den Kopf. -,- Und ich schwöre, es hilft.), kann nichts fühlen und alles fühlt sich so ach und herrje und böh und einfach überfordernd an. Das wirklich Schlimme daran ist, dass ich nichts unternehmen kann und in solchen Momenten auch der angenehme Gegenpol gänzlich fehlt, es existiert nur der pure negative Einfluss, der einen dazu zwingt, ein Stückchen weiter zu wachsen, egal ob es gerade passend ist und ohne Rücksicht auf Verluste. Vielleicht hat irgendjemand irgendwann etwas davon und wenn nur ich selbst es bin.



geschrieben von: Töggelie

Töggelie versus - oah...jetzt hab ich auch noch das Wort vergessen...ah...Perfektionismus -,-


Ich krieg n Knall. An meine Freunde: Oh Gott, was tut ihr mir leid, ich würde wahnsinnig mit mir werden. An mich: Oh Gott, was tu ich mir leid, ich WERDE wahnsinnig mit mir.
Ich bin aufgekratzt ohne Ende, kann nicht schlafen und denke seit - keine Ahnung, wieviel Uhr ist es eigentlich? Und wo ist meine Uhr?!
Ich habe ein mehrstündiges Drama hinter mir und keiner kommt darauf wieso: Zellteilung! (An dieser Stelle denkt jetzt garantiert alles einheitlich: Hä?!) Jaaaaaah, Zellteilung.
Das ist doch total bescheuert! Alles fing damit an, dass ich einen Artikel las und ich wollte dem nochmal genau nachgehen, ich bin ja neugierig und aus Gedankengängen, die eigentlich jedem am Hintern vorbeigehen oder wobei man sich ab einem gewissen Punkt einfach denkt:"Hey, ich hab aber was mit Bienchen und Blümchen gelernt, das klingt viel schöner, mehr will ich nicht wissen." wurden bei mir Gedanken wie:"Hey, warum habe ich mich nicht an die Blümchen und Bienchen gehalten?! Jetzt muss ich das wissen!"
(HEY! Abau... -,- verdammt - wo ist mein Abschnitt hin?! Mir fehlt nicht nur meine Uhr, sondern ein Großteil meines Textes! Was ist das?!)
Jedenfalls: Ich habe einen sehr fordernden Perfektionismus, der - ich weiß nicht wo er wohnt, aber irgendjemand sollte schleunigst etwas dagegen unternehmen, ich will dass er umzieht, es ist Zeit für eine Scheidung - mit einem Panzer alles plattrollt, meine Abwehr erschießt und mich dazu zwingt, halb aufgelöst durch sämtliche Bio-Bücher zu kriechen, im Internet nach Infos zu hechten, die ich nicht wissen will und die nur noch mehr Fragen aufwerfen, an meinem Verstand zweifelnd durch's Haus zu jagen, Treppenstufen, die sich mir dabei in den Weg stellen, anzubellen, (Sätze mit viel zu viel Kommas zu verfassen), bis ich mich letztendlich in einem Biologie-Forum anmelde und darauf gebracht werde, dass ich vor lauter Gedanken keinen Gedanken mehr fassen kann, da ich einem Denkfehler unterliege und dann in's Bett geschickt werde. Jawohl! Das war nötig! Das brauchte ich heute Nacht! Und jetzt kann ich gleich wachbleiben, das lohnt sich nun auch nicht mehr.
Ich muss aufpassen was ich lese...ich sollte es mit Sonnenbrille lesen, vielleicht kann es dann mein Perfektionismus nicht sehen und lässt mich dann in Ruhe, vielleicht kann ich dann mal irgendeine Info lesen, ohne dass mich etwas anfällt, sich in mir festbeisst, mich mit Büchern bewirft und erst wieder in Ruhe lässt, bis ich meinen Doktor in dem Bereich abgelegt habe.
Da wird aus Töggi Dr. Öttgi und - verdammte Hacke - jemand mit einem Doktortitel muss alles wissen!!! Ich hasse das! Perfektionismus + Töggelie, (DA schaut, er hat die Kontrolle übernommen, er nennt sich zuerst!) das ist absolut tödlich. Ich sehe etwas und ich muss es wissen, muss es verstehen und denke und denke und nachher weiß ich nicht mal mehr, wie man auf eine Internetseite kommt und bin kurz davor, dem Computer zu erklären, was er mich mal kann - nein, ich bin nicht kurz davor, ich tue es, fange an mich mit Büchern zu streiten - nein, da bin ich wiederum nur kurz davor, fühle mich persönlich verarscht, bin dafür, dass derjenige, der dieses Thema zur Sprache brachte, deswegen hinter Gitter gehört und rege mich über meine Verbissenheit furchtbar auf.
Das ist...genauso umständlich, als hätte man ein Rätsel oder ein Spiel vor sich und kann nicht aufhören, weil man unbedingt die Lösung wissen muss, weil man sonst keinen klaren Gedanken fassen kann.
Ich habe zu viel in meinem Kopf.
Heute ist Donnerstag oder? Ich dachte, es wäre Sonntag. Ich sollte - den Kopf in die Regentonne stecken und mir ein Schild umhängen: Töggi - wegen Töggi geschlossen.



geschrieben von: Töggelie

So, jawohl, und jetzt - bestimmt 5 Stunden später - weiß ich dass ich das, was ich nicht wusste, schon seit 7 Jahren weiß! Und das hab ich noch nichtmal durch Nachlesen erfahren, das fiel mir eben bei meiner Morgen-Brezel einfach so ein! Häh...ähähä...ouh.
Ich saß nicht nur auf meiner Leitung, ich hab obendrein draufrumgekaut.




http://www.electrio.ch/images/kabelsalat.jpg



geschrieben von: Töggelie

Bei meinem derzeitigen Redefluss sollte ich darüber nachdenken, nicht doch auf Lehramt zu studieren. Die Möglichkeiten, wild um mich quatschend andere Leute zu nerven, wären extrem.


Etwas hat sich breitgemacht, sich einquartiert und die Vorstellungen und Hoffnungen, die sich während seiner Anreise entwickelt hatten, mächtig über den Haufen geworfen. Etwas benötigt Aufmerksamkeit, zu essen und zu trinken, Spielsachen und Liebe. Etwas wünscht sich zum Geburtstag Geschenke, ein bissel Torte - nein, gaaaaaanz viel Torte, es möchte dass alle für es da sind und ihm zeigen, dass es willkommen ist. Etwas verziert mit kleberigen Schokifingern die Tapeten und verlangt auf der Stelle, dass das Kunstwerk gewürdigt wird und man vor Verzückung beinahe ohnmächtig zusammenklappt. Etwas rupft mit großer Begeisterung Geranien aus, überreicht sie einem stolz und flüstert mit verschmitztem Grinsen, dass es einen lieb hat. Etwas macht einem Sorgen, weil es sich mit anderen angelegt hat, keine Lust zu irgendwas hat und sich vor einem aufbaut um zu erklären, es wäre schon soooo groß, dass es weiß was tut. Etwas möchte das neue Auto fahren, obwohl es gerade mal kurze Zeit den Führerschein hat und so überhöflich ist, ab und an Bordsteinen hallo zu sagen. Etwas erklärt einem, wie dumm man ist, wie nervig, dass man sich aus seinem Leben raushalten soll. Etwas geht irgendwann wieder und hinterlässt Verwirrung und ein leeres Zimmer. ...
Eltern tun sich sowas an, denn sie lieben das kleine, verfressene, übergriffige Etwas.


Ich schätze, ich bin manchmal sehr unfair. Niemand hat das Recht, das andere ihre Vorhaben für jemanden zurückstecken. So ist es auch unfair, meinen Eltern einen Vorwurf daraus zu machen, dass sie ihre eigenen Ziele umsetzen wollen. Wenn ich darüber nachdenke, ist es extrem viel verlangt, dass man einen beachtlichen Teil seines Lebens für seine Kinder aufbringt, nur damit diese irgendwann ihr eigenes Leben führen und die Eltern nur noch selten oder einmal die Woche besuchen. Das ist eine harte Angelegenheit und manche Eltern setzen schon einiges früher ihre eigenen Wünsche und Ziele um.
Man hat 9 Monate lang Angst, ob das Kind gesund sein wird, danach hat man Angst, dass dem Kind etwas passiert. Man muss zusehen, wie andere Kinder unfair und gemein zu einem Menschen sind, der einem mitunter am wichtigsten ist, sollte aber nicht ständig eingreifen, da das Kind ja lernen muss, obwohl man den Übeltäter am liebsten mit seinem Gebiss schmücken möchte. Man muss die meiste Zeit zusehen, möchte man helfen, macht man es sowieso verkehrt und wird runtergemacht.
Auch Eltern sind ganz normale Menschen, die ihr Recht auf ein eigenes und selbstbestimmtes Leben haben, auch wenn man manchmal denkt, dass sie immer für einen da sein und den Kopf herhalten müssen. Unter der Berücksichtigung, dass sie es trotzdem tun, mag das seine Richtigkeit haben, doch diese Richtigkeit ist keine Selbstverständlichkeit, die man verlangen kann. Niemand hat ein Recht darauf, doch Eltern fühlen sich wohl meistens für ihre Kinder verantwortlich, ebenso, wie man sich ja auch für seinen Partner verantwortlich fühlt. Ich schätze, es ist normal, dass sich in einer Familie jeder um jeden sorgt, wobei das Alter keine Rolle spielt. Gefühle lassen sich nicht in Kategorien einteilen, so ist es egal, wie alt man ist, was für ein Leben man führt, wieviel Zeit vergangen ist, wo man lebt, wie oft man sich sieht und was man sich nennt. Wenn man jemanden extrem lieb hat, dann fühlt man sich immer für denjenigen verantwortlich...Schätze wurden schließlich schon immer beschützt.

Das Wort zum Samstag. Gehet hin in Frieden (Dank sei Gott dem Herrn *Kreuzzeichen mach*) *nochmal beweihräucher* *sich umdreh* *sich verneig* *Wein austrink* *sich vom Acker mach*



geschrieben von: Töggelie

(Qualitativ nicht allzu begeisternswerter Pfad)


Und es geht schlimmer, viel schlimmer. Der ganze Unsinn, der mich aufregt, mir auf den Geist geht...bei genauerer Betrachtung ist das lächerlich, denn es geht um Grade schlimmer. Eigentlich müsste ich schon seit 9 Jahren tot sein. Ich wollte nicht sterben, aber es gab keine Alternative und das ist nichtmal übertrieben, denn ich kann es heute noch nachvollziehen. Gerade noch rechtzeitig fiel mir allerdings ein, was denn wäre, wenn wir eine Seele haben...dann hört das nie auf...dann hätte ich zwar keinen Körper mehr aber das Grundproblem wäre immernoch da und würde mich immernoch wahnsinnig machen. Es spielten weder Wut, noch Selbstmitleid eine Rolle, sondern schlicht und ergreifend absolute Verzweiflung, die ich bis heute niewieder so extrem empfand. Nicht als ich von der Schule flog, nicht während der Schulzeit an und für sich, nicht als jemand verstarb.
Ich will das nie wieder erleben.
Es ist unvergleichbar mit der Enttäuschung und Wut, wenn uns eine Ungerechtigkeit wiederfährt, etwas nicht so läuft wie wir es gerne hätten, sogar wenn wir etwas verlieren.
Bis vor ein paar Minuten wollte ich vor allem davonlaufen. Ich suche einen Ruhepol, der ist nicht da, alles ist durcheinander und wahrscheinlich bin ich ganz einfach nur das Puzzelteilchen, das verkehrtherum liegt und deswegen alles blockiert oder durcheinander bringt.
Aber ich wurde durch Zufall daran erinnert, dass es eine absolute Steigerung zu dem gibt und pötzlich war ich froh, dass es nur das ist, was mich fertigmacht.
Es scheint damals natürlich gewesen zu sein, der Mensch reagiert in extremen Stresssituationen extrem und ich hatte eindeutig zu viel Zeit zum Nachdenken und war eindeutig zu verängstigt.
Ich hatte auch keinem davon erzählt, weil ich mir sicher war, dass niemand mir helfen konnte. Würde das heute wieder passieren, würde ich wieder so handeln, denn ich glaube nicht, dass einem dann geholfen werden kann.
Es klingt abgedroschen und einfältig, aber unter dem Aspekt, sollte man über alles was man hat froh sein, sogar über jeden Ärger, über das Gefühl von Einsamkeit und Stress, alles ist besser als das.


Nichts destotrotz, habe ich das doofe Problemchen, dass ich einen Jungen kennenlernen möchte, dafür allerdings etwas besser Bass spielen sollte, da die Basis des Kennenlernens mein "freiwilliges", (man stelle sich herbei bitte vor, wie das "freiwillig" sich beschämt vom Acker macht, weil es ziemlich verlogen ist) eintreten in eine "Band" ist. Das ist eine verzwickte Sache, denn natürlich möchte ich hier Freunde haben, natürlich ist dieser Mensch nett und natürlich ist das, was ich von ihm sah, interessant, aber ich will nicht nur unter Bedingungen Freunde haben und unter einem ständigen Vorwand, aber anders scheint es direkt vor Ort nicht zu gehen. Ich habe es bisher auch kein einziges Mal geschafft, mich mit jemandem vom Fußballverein zu verabreden. Wozu? Es gäbe weder eine Notwendigkeit noch eine Basis und würde ich jemanden dazu nötigen, müsste ich einen guten Grund liefern, den ich aber auch nicht habe.
Wenn ich ehrlich zu mir selbst wäre, dann hätte ich mehr als genug Zeit, mich in die Materie des Bassspielens besser einzuarbeiten, aber ebenso dürfte ich diese Zeit nicht haben. Ich sollte diszipliniert am Training teilnehmen (fällt mir schwer, wirklich. Der wichtigste Grund, weswegen ich Fußball spiele, ist der, dass es mich zu einer Regelmäßigkeit zwingt und ich weiß, dass es gut für mich ist.), ich sollte wahrscheinlich mehr lernen, ich sollte einen neuen Job finden, ich sollte einiges in meinem Zuhause richten, bzw. brauche ich ein Regal, welches ich erstmal entwerfen sollte, ich sollte meinen Garten...ja, den sollte ich vielleicht mit einem Bagger ausheben lassen und in eine überdimensionale Bio-Tonne stopfen, das wäre das Einfachste...,
ich sollte viel, bin aber gerade entsprechend demotiviert und wenn ich mir noch zusätzlich etwas aufhalse, was ich auch nicht diszipliniert durchziehen kann, macht das nur noch mehr Druck. Gut, ich hab's mir aufgehalst, weiß jetzt aber nicht, wie ich das handhaben soll, denn ich werde mir in nächster Zeit ganz sicher nicht irgendwelche neuen Tabs beibringen, dazu habe ich lerntechnisch auch schon zu viel an der Backe.
Obendrein lasse ich mich auch nicht allzu gerne verpflichten.
Als ich in den Fußballverein eintrat und sofort sämtliche Infos, Veranstaltungen, etc. auf mich einprasselten, wäre ich am liebsten prompt weggelaufen. Ich hatte das Gefühl, etwas, bzw. irgendwer würde mich einfangen wollen. Das ist dumm, das weiß ich, aber ich kann mich bis heute nicht ganz dem Gefühl erwehren. Einerseits möchte ich dazugehören, andererseits empört es mich, maßt es sich irgendwer an, mir zu nahe zu treten und sich an meine Seite zu stellen.
Ich weiß nicht was ich will und ich weiß nicht, was sich gut anfühlt.
Manchmal denke ich, ich habe 2 Seiten: Die eine ist Einzelkämpfer und duldet niemanden um sich. Es ist empörend, wagt es jemand, sich dieser Seite zu nähern. Mein Stolz ist gigantisch, ich fühle mich unantastbar und bin der Ansicht, dass ich niemanden brauche, von niemandem abhängig bin und alles alleine kann.
Die andere möchte sich nur in einem warmen Nest zusammenrollen, im Genick gestreichelt werden, sich mit Schokolade füttern lassen und umsorgt werden. So und jetzt krieg das mal unter einen Hut! Bzw. lasse bei einer solch starken "unnahbaren Seite" mal die "sensible Seite" zu, das ist hardcore!
Ich denke weiter, dass vielleicht der eine Teil nur aus Selbstschutz resultiert, vielleicht gelingt es irgendwann irgendwem diesen überflüssig zu machen, vielleicht auch nicht.





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