Eine schwierige Entscheidung, sich hier so öffentlich zu entfalten.
Ich habe lange überlegt, ob ich das unter diesem meinem Nicknamen tun soll. Ich gehöre zu der Minderheit, die hier wirklich und wahrhaftig seit der Erstanmeldung bei EINEM Nick geblieben ist und keinen zweiten Scheinaccount hat.
Tatsächlich trage ich schon seit geraumer Zeit diesen Gedanken an einen Thread hier mit mir herum - und heute habe ich meine Entscheidung getroffen. Vielleicht verstehe ich mich besser, wenn ich es offiziell lesen kann.. vielleicht verstehen andere mich besser als ich mich selbst.. vielleicht regt es zum Nachdenken an oder zum Lachen.. wer weiß.
Concerning Raz.
Hm. Am Wochenende war ich mit meinem Partner bei meiner Familie - meiner Mutter und meinem kleinen Bruder - sehr viel mehr hab ich in einigen hundert Kilometern dann auch nicht an Familie -, die ich beide sehr liebe. Meine Mom und ich sind uns schon fast unheimlich ähnlich in vielen Bereichen .. und doch so verschieden in anderen. Sie zählte gegen Ende des Gespräches ihre "Charakterschwächen", wie sie es nannte, auf - und oh Wunder, oh Wunder, wir sind Mutter und Tochter. Schon seltsam, wenn man sich bei einer Negativdarstellung selbst erkennt.. Aber sie kommt mit einigen Sachen irgendwie besser zurecht als ich. Vielleicht lerne ich es noch?
Irgendwie kam zur Sprache, dass ich es in schöner Regelmäßigkeit schaffe (und nicht verstehen kann, warum), mich unbeliebt zu machen bei anderen Menschen. Von Natur aus mit einer großzügigen Portion Direktheit, Ehrlichkeit, einem Spritzer Sarkasmus und der Unfähigkeit, in einigen Momenten einfach mal die Schnauze zu halten ausgestattet, dazu manchmal vorschnell, polterig, unüberlegt und noch ziemlich groß für eine Frau - 1,80 m - habe ich offensichtlich ein recht einschüchternes Wesen. Und das obwohl ich der pazifistischste Mensch bin, den ich kenne. Ich verabscheue Gewalt.
HA - Verwinkelungen, die erste. Obwohl ich Gewalt verabscheue, taucht sie häufig in meinen Gedanken auf. Wenn mich jemand ärgert.. wenn ich eifersüchtig werde.. wenn ich genervt bin.. wenn ich Ungerechtigkeit sehe oder spüre.. und manchmal auch einfach so, wenn ich jemanden nicht mag.. habe ich Bilder vor Augen, die mich erschrecken. Gewalttätige Bilder. Ich möchte manchen Leuten wirklich weh tun. Vor allem, wenn es um Eifersucht geht. Aber sobald der Moment vorbei ist, frag ich mich: Halt Stop mal.. was war das denn gerade?? Du hast in deinem ganzen Leben noch nie jemanden geschlagen und du HASST Gewalt. Warum hast du solche Gedanken? Bist du krank? Ein Psychotiker? Eine Irre? Reif für die Klapse?!
Wo war ich..
Manche nennen mich extrovertiert. Ich halte das für Untertreibung. Es besteht kaum eine Chance, mit mir irgendwo hinzugehen, ohne dass ich neue Leute kennen lerne.
Aber in letzter Zeit - heißt so in den letzten vier, fünf Jahren - hab ich für mich festgestellt, dass ich mich verändert habe.
Was für ein unzureichendes Wort!
Irgendwie ist meine Fröhlichkeit verschwunden. Auch wenn mein Freundeskreis das bestreitet. Aber ich empfinde es im Inneren irgendwie anders. Nicht, dass ich humorlos geworden wäre oder weniger albern, aber irgendwie.. anders. Selbst hier, auf Nachtwelten. Wenn ich mir so meine alten Beiträge anschaue, die ich vor mittlerweile fünf Jahren geschrieben habe, habe ich das Gefühl, ich lese Sachen von einem anderen Menschen. So jung. So offen. So .. frisch? Zugegeben manchmal auch sehr kindisch, sehr unreif. Aber irgendwie okay.
Im Laufe meines Lebens habe ich viele Menschen kennengelernt. Aber je näher ich Leute kennenlerne, umso eher gibt es wohl nur zwei Möglichkeiten:
Man liebt mich.
Man hasst mich.
Wenig erstaunlich ist es, dass die erstere Gruppierung von deutlich geringerer Zahl ist. Meine Freundin hat mal zu hören bekommen, dass es nicht schwer ist, sie NICHT zu mögen (kein Kompliment, wirklich!). Ich glaube, das trifft auch mich auch zu. Das Gruselige daran ist, dass ich mich selbst eigentlich ganz okay finde.
(ein ganz untypischer Darkie..)
Ich kann an meinen Charaktereigenschaften wenig Negatives finden. Außer meiner Eifersucht.
Oder meinem Größenwahn. Oder meiner Selbstverliebtheit. Oder meinem Drang, zu beweisen, dass ich ein Alpha-Tier bin *lächelt*
Und ich muss wohl immer irgendwie das letzte Wort haben. Ich glaube, alles besser zu können oder zu wissen.
Lustig - oder eher tragisch? - daran ist, dass ich es meistens aus gutherzigen Motiven heraus will. Meistens ist es der Wille zu helfen, zu verstehen, zu unterstützen - aber es wird so häufig falsch aufgefasst, dass ich irgendwann angefangen habe zu zweifeln. Wenn ich mich aber doch selbst wirklich guten Gewissens als "Alpha" kategorisieren kann - und muss! -, warum habe ich dann ein solches Problem damit?
Wie sagte mein Freund: Es ist einsam oben auf dem Olymp..
Warum will ich eigentlich, dass mich alle mögen? Unter mangelndem Selbstbewusstsein oder Selbstwertgefühl glaube ich nicht zu leiden. Und doch kann ich den Gedanken nicht ertragen, dass über mich geredet wird. Dass ich ausgeschlossen werde. Dass man sich über mich lustig macht.
Ironischerweise auch bei Leuten, die ich eigentlich (eigentlich gibts übrigens eigentlich gar nicht) gar nicht leiden kann. Oder deren Meinung mir am A*** vorbeigeht. Oder zumindest gehen sollte.
Meine Mom riet mir, es mal mit psychologischer Hilfe zu versuchen. Ja. Natürlich. Ich weiß, dass das nichts Schlimmes ist.
Aber warum kommt es mir dann vor wie eine sündige Schwäche, die ich nicht haben oder zugestehen will? Als ob ich nicht in der Lage wäre, mit meinen Problemen wie zum Beispiel der Eifersucht oder dem zu ausgeprägten Besitzerinstinkt selbst klar zu kommen.
Was ich nicht kann.
Welche Ironie.
geschrieben von: SinRaziel
Mir wird häufig nachgesagt, "sehr stark" zu sein.
Offenbar bedeutet das, dass man mir Schwäche irgendwie nicht so richtig zutraut - oder wenn doch, der Meinung ist, dass ich schon selbst damit klar komme und von daher keinerlei Unterstützung bedarf.
Manchmal hab ich es so satt, stark zu sein. Manchmal möchte ich mich verkriechen und verstecken und am liebsten in seeligem Vergessen versinken.
Aber das geht nicht. Es gibt immer jemanden, dem es schlechter geht als mir. Und dann bin ich wieder stark, weil ich es kann. Weil ich es muss. Und weil ich mir selbst nicht erlaube, auch mal schwach zu sein, wenn jemand anderes mich braucht.
Darum kann ich auch nur ganz schlecht vor anderen negative Gefühle zeigen, mit Ausnahme von Wut. Heulen? VOR ANDEREN? Nahezu undenkbar. Wenn eine Person das bei mir sieht, darf sie sich in einen ganz erlesenen inneren Kreis einbezogen fühlen. Ich glaube, abgesehen von meiner Mutter gibt es, wenn's hochkommt, ein Dutzend Leute, die mich in der vergangenen Dekade haben heulen sehen.
Schließlich darf ich nicht schwach sein.
"Was ist denn mit (Raz) los?"
"Die kommt schon klar."
Eben nicht. Nicht immer.
geschrieben von: SinRaziel
Ich finde es zum Kotzen, dass etwas, das so winzig ist, mich dermaßen flachlegen kann.
Dämliche kleine Erkältungsviren. Bazillen. Was auch immer.
Was ich nicht viel besser finde, bin ich selbst, wenn ich krank bin. Sagt man nicht normalerweise dem männlichen Geschlecht immer Negatives in diesem Kontext nach?
Herrje, was bin ich eine Zicke, wenn's mir nicht gut geht. Am besten sollte man mich in Ruhe lassen.
..
Meine Gedanken sind wie glitschige kleine Fische. Sind einfach nicht zu fassen zu kriegen. Konzentration? Unmöglich. Hätte gerne so einen Zauberstab wie dieser alte Mufti aus HPTeilwasweißich.. zum Gedanken raussaugen und aufbewahren. Aufräumen kann man später noch.
Wenn ich mich hier durch einige Beiträge lese, komm ich mir ziemlich erbärmlich vor. Was jammere ich eigentlich? Anderen gehts so viel schlechter..
- ich bin einigermaßen gesund .. pfff.. von der dämlichen Erkältung/Grippe/whatever mal abgesehen
- ich hab eine schöne Wohnung
- ich hab einen Job, der mir Spaß macht
- ich hab zwei wunderbare Freunde, denen ich wichtig bin
- ich hab einen Haufen Bekannte, denen ich bestimmt auch ab und zu mal wichtig bin
- ich habe noch keinen nahen Verwandten oder Freund zu Grabe tragen müssen
Und das allerwichtigste: Ich habe einen Menschen, den ich liebe und der mich liebt.
Was steht dem gegenüber?
- Geld ist knapp und der Kredit wird irgendwie nicht weniger, auch wenn ich schon so lange daran zahle..
- die Scheidung ist immer noch nicht durch
- daraus folgt: die Sache ist noch nicht abgeschlossen und meine Eifersucht wird nicht weniger
- keine Übernahmegarantie ab August - aber hohe Wahrscheinlichkeit
- Wohnung ist immer noch nicht fertig ein-/ausgerichtet
- es gibt einen Haufen Leute, die mich nicht leiden können, inklusive Gewalt- und Mordandrohungen eines gewissen Weibes meines Exfreundes
- körperlich teilramponiert, aber funktionsfähig (blödes Knie)
Hm. Selbst bei den Negativ-Aufzählungen habe ich das Bedürfnis, das Positive dahinter zu sehen.
Wer behauptet eigentlich, ich sei Pessimist??
Also, Raz, eigentlich gar nicht so übel. Und trotzdem bin ich nicht zufrieden.
Woran mag das bloß liegen?
Andere haben soviel weniger als ich.
geschrieben von: SinRaziel
Zu merken, dass man zu etwas geworden ist, was man nicht mag, tut weh.
Zu merken, dass auch andere das festgestellt haben, ist eine Katastrophe.
Aber das ausgerechnet ... out of order.
Die Gefühle sind nicht das Problem, die Frage ist, ob der Rest reicht.
Was tut man, wenn zwei Menschen sich über alles lieben, aber so verschieden sind, dass die Beziehung an sich gegen jede Logik geht? Man will sich nicht verbiegen, man will den anderen nicht verbiegen.. aber Kompromisse sind so wichtig.
Eingeengt zu sein geht gar nicht. Ich will das nicht. Aber ich bin, wie ich bin.
geschrieben von: Hesekiel
Hier stehe ich, und kann nicht anders…
In der Hoffnung, nicht vollends verrückt zu wirken.
Was gewinnt, wenn der Verstand im Streit mit den Gefühlen und dem Seelenleben steht?
Es ist wohl nur eine Frage der Zeit. Die Unterbewusste Seite der Gefühle hat ganz sicherlich zu Anfang die Oberhand. Nur für wie lange? Der Verstand ist nicht immer unser Freund. Und er ist ein Kämpfer, der so unbedingt siegen möchte wie wir selbst. Der uns suggeriert dass er gewinnen MUSS, damit wir nicht ins Chaos stürzen. Der sich von jeder Kleinigkeit zu nähren versteht, die sich ihm in diesem Kampf bietet. Vom ersten Gedanken an wird er sammeln: jeden Zweifel, jede negative Überlegung. Und nicht müde werden, bis er imstande ist unser Unterbewusstsein infrage zu stellen.
Er ist der garstige Junge, der „Ja, aber…!“ ruft.
Das böse Mädchen, das fragt „Auf welchem Weg komme ich Heim?“
Er verführt uns mit versprechen von Sicherheit und Gewissheit. Erfüllt uns mit der Illusion, Kontrolle ausüben zu können. Und er führt uns in Versuchung…
Ich nenne ihn in Zukunft nur noch „Heit“.
Ich hasse Heit. Manchmal. Meistens. Auf jeden Fall immer dann, wenn er die Seele bedroht. Und damit meine ich nicht meine Eigene. Die hat ihre eigene, lange Geschichte…
Was mag alles zerstört werden, wenn der Mensch nicht mit beidem im Einklang ist? Wenn Bewusstsein und Emotion in diesem Streit liegen?
Ich mag nicht einmal daran denken, so unglaublich fatal könnte es werden.
Der Geist wird jedes Mittel nutzen. Angefangen von kleinen Zweifeln bis hin zum größten Trick: der Selbstüberlistung.
Und dann kommt irgendwann der Moment in dem man glaubt, es schlagen zwei Herzen in einer Brust. Wenn widersprüchliche Gefühle in den Vordergrund treten. Diese Zeiten könnten wir, im besten Fall, als verwirrend bezeichnen. Und es sind gefährliche Zeiten. Wozu neigt der Mensch, der unter Garantie schon so manche negative Erfahrung im Leben machen musste, wohl in diesen Augenblicken? Wenn er zu nachzudenken beginnt, was er tun soll?
Er überlegt und überlegt, und es lässt ihm keine Ruhe. In solchen Momenten gewinnt Heit irgendwann die Oberhand. Das Blatt wendet sich zu seinen Gunsten. Und wir treffen dann oft Entschlüsse, die nicht hätten sein müssen. Und wir werden zu Dingen verleitet, die aus einem vermeintlichen Schutzbedürfnis heraus entstehen.
Woran man diese Entschlüsse erkennt?
Daran, das sie einem Schmerz bereiten. Dass man die Taten, noch während sie umgesetzt werden, einen kleinen Stich im Herzen verursachen. Daran, dass es einem vielleicht auch Leid tut, oder man trauert.
Ich hasse Heit!
Heit macht immer weiter.
Bis er den Gipfel erklommen hat, der ihm nicht gebührt.
Und es ist einsam auf dem Gipfel des Olymp… Du fühlst es ganz genau.
Diese Einsamkeit sein Werk. Und so bleibt eine gewisse Leere…
Außer, man nimmt jemand ganz besonderen mit auf den Weg nach oben.
Jemanden, der zu seinen Gefühlen steht. Auch wenn der Kampf um sie ewig währen würde. Gemeinsam kämpft es sich schließlich leichter.
Den ganzen Weg, den Berg hinauf. Bis in schwindelige Höhen. Gemeinsam sind wir frei! Alleine ist unser Herz nur allein. Und rastlos.
Machten wir uns auf, hätte diese Einsamkeit nie wieder einen Platz in Deinem Herzen, dafür hättest Du allen Platz der Welt, um endlich Du selbst zu sein. Kein treiben mehr auf dem Meer des Lebens, ohne festen Kurs, und nur mit der Hoffnung, irgendwann festen Boden zu finden. Vorbei alles Vergängliche, was doch nie mehr bietet als Kurzweil. Vorbei die Zeit der Zweifel und des Klammerns an Flüchtigkeiten. Der Weg zum Gipfel liegt uns zu Füßen, und Dank Dir fand ich ihn, nachdem ich mich selbst zum ersten mal seit langem wieder erblickte...
So stehe ich bereit, am Fuß des Berges. Ein gemeinsames Ziel vor Augen. Selbst neu gefunden und reifer, dank dem wunderbarsten Menschen, dem ich je begegnet bin: DIR!
Ich möchte Dich gerne packen und in ungeahnte Höhen entführen. Das Gefühl der Freiheit und Unbeschwertheit in mir übertragen. Nimmst Du meine Hände, wirst Du spüren wie wir zu schweben beginnen, Federleicht werden. Unsere Köpfe unbeschwert in den Nacken werfen, und aus ganzen Herzen vor Freude lachen. Wir drehen uns, spüren den Wind, atmen die frische, kühle Luft der Freiheit. Genießen das Leben gemeinsam, und geben einander Halt und Geborgenheit. Und wenn wir des Fliegens überdrüssig sind, dann laufen wir. Genießen jeden Schritt hinauf gemeinsam. Durch wunderbare Wälder, vorbei an klaren Bächen und Seen, die versuchen uns mit ihrer Klarheit verzaubern. Dort lassen wir uns nieder, rasten und lassen unsere Füße im See baumeln. Schauen dem Mond zu, der unsere Nacht erhellt, während wir in Innigkeit vereint sind. Wir spüren unsere Wärme, das Feuer, die Leidenschaft. Lauschen den Geräuschen des Waldes, und dem plätschern des Wassers. Halten einander und geben uns Frieden.
Lass uns einander tief in die Augen schauen. Du wirst die wärme, die treue und die Lust darin finden. Sie alle ein Geschenk, dass nur Du mir geben konntest…
Wie schön es ist, wenn sich einem dieser Weg erschließt. Und es ist unser Weg! Findest Du Dich, können wir ihn beschreiten. Ich stehe bereit- und wünsche Dir bis dahin alles Gute. Von ganzem Herzen.
Gewidmet einem ganz besonderen Menschen.
Der so viel für mich getan hat, ohne es zu wissen. Durch den ich ein besserer Mensch wurde. Den ich lange Nachts, wenn ich wach wurde, einfach nur angesehen habe, und der mich lächeln ließ. Dem all meine Leidenschaft gehört, und mich lehrte, dass loslassen zu können festhalten bedeutet.
Ist es schwäche, sich so bloß zu stellen? Ich fühle: NEIN!
Danke, dass Du mich hergeführt hast.
Mit kehligem Knurren,
Dein stiller Krieger.