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La dolce vita - und andere SchwarzweissKlassiker

(Klicke hier, um das Thema mit vollen Farben / Abbildungen zu betrachten)



geschrieben von: Odessa

In diesem thread würde ich gerne über Klassiker sprechen aus der Schwarz-Weiß-Zeit. Ich hoffe, es gibt ein paar user, die vom Alter als auch Interessengebiet her etwas beitragen können.

Mein letztgesehener Klassiker der Art: "La dolce vita" wieder mal, von Federico Fellini und mit dem unvergesslichen Marcello Mastroianni als Journalist, der das dekadente Leben der ihn umgebenden Schickeria in Rom als teilweise Mitakteur und Beobachter erlebt. Ein 3-Stunden-Film von 1960, der - dabei belegend daß die Medienherrschaft und Sensationsgier mancher Zeitgenossen mit zu viel Freizeit keine Erfindung der Internetgesellschaft sind - mich immer wieder fasziniert, vor allem durch die Darsteller. Die weltberühmte Szene mit Anita Ekberg als "Sylvia", wie sie in ihrem bodenlangen Abendkleid im nächtlichen Rom in einem Brunnen steht, Marcello zu ihr steigt und - überwältigt von der Schönheit ihres Gesichtes in diesem Moment - seine Hände nicht auf ihr Gesicht legt, sondern nur ergriffen in der Luft verharrt damit, ihre Gesichtskonturen nachzeichnend... sie allein ist immer wieder berührend für mich, in ihrer Symbolträchtigkeit.

http://www.filmsk.sk/images/0304/projekt100/dolce1.jpg

http://www.unique-screenwriting.com/images/www.unique-screenwriting.com-fellini-la-dolce-vita.jpg.jpg


Die Szene, als sich Marcellos bester Freund umbringt, nachdem er zuvor seine Kinder erschossen hat, ist der Höhe- und Wendepunkt des Filmes. Tage zuvor hatte Marcello (er heißt auch im Film so) noch auf einer Party mit ihm über das Leben philosophiert und dem Freund gesagt, wie sehr er ihn beneide um dieses Familienglück und wie sehr er sich wünsche, er hätte dies auch. Er betonte, daß er es "nicht könne" so zu leben, daß er ständig auf der rastlosen Suche nach etwas sei, vor sich selbst weglaufe. Und der Freund sagte ihm melancholisch, daß "nicht alles so sei wie es wirke" und daß er nur irgendwann aufgehört habe, Antworten auf Fragen zu finden auf die es niemals eine zufriedenstellende Antwort geben kann.

Marcello wirft der Selbstmord des Freundes völlig aus der Bahn; er erkennt, daß all sein Leben mit der Schickeria über die er berichtet, nichts ist außer Oberflächlichkeit. Kaputte Menschen, die mit sich selbst gelangweilt sind und deswegen immer neue "Brot und Spiele"-events mit immer größerer Dekadenz und Menschenverachtung erfinden. Beispielhaft dafür ist die Szene, in der wieder eine Party auf einem alten Schloß abgehalten wird von einer Adelsfamilie, deren Angehörige an masochistischer Eigenentwürdigung nicht zu überbieten sind: die Angehörigen beleidigen sich vor den Gästen auf "vornehmste" und "humorvollste" Weise. Jeder treibt es mit Jedem oder tut zumindest so, und auch hier ist Marcello "dabei weil man ja was berichten könnte am nächsten Tag in der Zeitung. Er hat hier das Erlebnis, daß die Frau die er wirklich liebt, "Maddalena" (und die er nie bekommt außer für einige kurze Stunden "gestohlenen" Sex in den Appartments fremder Leute), ihm auch ihre Liebe gesteht. Sie befindet sich in dem Moment in einem Kellergewölbe des Schlosses, der durch seine Akustik erlaubt, daß ein Mensch im Nebengewölbe das Gesprochene hört als wenn es direkt an seinem Ohr wäre. Maddalena gesteht also ihre Liebe, sagt aber auch daß sie "eine Hure" wäre die diese Liebe nicht leben könne, da es ihr Angst mache, jemanden auf immer zu lieben/treu zu sein. Und noch während sie weinend dieses eigene Unvermögen gesteht und Marcello vom Nebenraum aus antwortet, sieht man daß irgendein anderer Mann von der Partygesellschaft Maddalena gefunden hat, sie küsst, umarmt - und dann wird abgeblendet.

Marcello wird zunehmend zynisch, gut zu sehen bei der letzten Party, bei der er einige "Freunde" angetrunken beschimpft und ihnen ihr Leben vorhält. Er demütigt eine der Frauen (ein klassisches "Partygirlie"), indem er sie zu Boden zwingt und auf ihr reitet, sie dabei schlägt, mit Alkohol überschüttet, ihr immer wieder sagt "los mein Pferdchen, Du magst es doch wenn Du getreten wirst" usw. Das Mädchen macht mit, denn es ist ja alles "schick" was Marcello von sich gibt. Es sind diese Szenen, die das Mosaik ergeben einer Gesellschaftsschicht, die in ihrer Eigen- und Menschenverachtung sämtliche Tabus bricht nur um überhaupt IRGENDETWAS zu "fühlen". Am Ende des Films dann die Schlüsselszene: die Partygesellschaft begibt sich am Morgen, immer noch betrunken, an den Strand. Dort wurde ein totes Meerestier von den Fischern aus einem der Netze geholt. Marcello sagt nur: "Schaut Euch diese Augen an. Sieht es uns?" und ein anderer Mann fragt "Wo ist hier eigentlich oben und unten?" Es ist DIE Frage, bezogen auf das ganze Leben das sie führen und gleichzeitig auch die Antwort darauf - sie wissen längst nicht mehr, wo oben und unten, wo Gut und Böse ist. Aber sie wollen nicht darüber nachdenken, es ruft ja schon die nächste Party.

Ein Bauernmädchen steht auch am Strand, weiter weg und getrennt von Marcello durch eine Art kleine Bucht. Dieses Mädchen hatte Marcello vor Monaten getroffen, als er in einem kleinen Dorf war und dort versucht hatte, einen Artikel zu schreiben. Er hatte sich mit dem Mädchen kurz unterhalten, sie gefiel ihm wegen ihrer charakterlichen "Sauberkeit", ihrer offenen herzlichen Art. Dieses Mädchen erkannte ihn wieder und rief ständig etwas zu ihm hinüber, dabei lächelnd und Handzeichen machend die symbolisieren sollten: "Ich kenne Dich, wir haben uns schon mal getroffen." Marcello reagiert der Art, daß er dem Mädchen andeutet und - nur für den Zuschauer hörbar - sagt: "Ich kann Dich nicht verstehen, ich kann Dich nicht hören, das Meer rauscht so laut." Das Mädchen deutet weiter, und eigentlich bräuchte Marcello nur ein paar Schritte gehen und er stünde bei dem Mädchen. Jedoch macht er es nicht, sondern murmelt immer nur zunehmend resigniert "Ich höre Dich nicht, es ist so laut hier..." Dann dreht er sich weg, winkt noch einmal und folgt wieder der Partygruppe.

Mit dieser bitteren Szene erklärt sich der ganze Film bzw. Marcellos Lebensdrama in einem Satz: Marcello will gar nicht aus diesem Leben raus, denn das kennt er wenigstens, damit hat er Erfahrung, da hat er seinen Platz und den kann er - trotz der Verachtung die er empfindet für sich selbst - halbwegs ausfüllen. Zynisches sich Ergeben in das eigengeschaffene Gefängnis aus Oberflächlichkeit und dem Befriedigen der Sensationsgier der Mitmenschen, die ständig über das Leben der "Reichen und Schönen" in ihren Klatsch-und Talkshow-Sendungen lesen/hören wollen weil ihr eigenes Leben so leer und langweilig ist. Und ruft ihn dann mal das ECHTE Leben, mit einem Menschen der sich nur für ihn als Mensch interessieren würde und der ihn "erkennt" im fast biblischen Sinne, dann "hört er es nicht". Weil es um ihn herum "so laut" ist.

Was mich an dem Film optisch unter Anderem sehr fasziniert, ist die Wirkung von Licht und Schatten. Ich kenne keinen Schwarz-Weiß-Film, der dermaßen atemberaubende Einstellungen dahingehend hat. Es gibt eine Szene, in der "Sylvia" einen Kirchturm hinaufsteigt, gefolgt von Marcello. Die Szene lebt über Sekunden nur von Licht und Schatten - dunkle Stufen, darüber das heller angestrahlte Bein (in Nylons und High Heels) von Sylvia auf der jeweiligen Treppenstufe, dann wieder Schatten an den Turmwänden und Licht da, wo es nur das Profil von Sylvia oder Marcello hervorhebt. Ähnliche Effekte gibt es in der Schloßgewölbe-Szene, wo Hell und Dunkel symbolisch zur emotionalen Befindlichkeit der jeweiligen Person passen.

Die Wirkung der Frauen in diesem Film - allen voran die rassige Anouk Aimee - bekommt durch diese Arbeit mit Licht und Schatten eine intensive dramatische Kraft; man glaubt, man habe Göttinnen von überirdischer Schönheit vor sich, die dabei aber so viel Verletzlichkeit und "Schatten" in ihren Gesichtern haben wie es nur Menschen haben mit einem ge-lebten Leben. Eine der für mich persönlich schönsten Frauen, die diese Erde je sah, ist Anouk Aimee, die in diesem Film wie erwähnt eine Hauptrolle spielte:

http://www.thegoldenyears.org/anouk_aimee.jpg


Die Kleidung der Frauen zu der Zeit - ich muß nicht gesondert erwähnen, daß ich auch hiervon begeistert bin: schlichte stilvolle Roben, und die Röcke und Kostüme in ihrer puristischen Eleganz betonen weibliche Kurven aufs Schönste. Das Augen-Make up (bei den Südländerinnen wie Anouk extrem passend) bestach durch betonte "Katzenaugen"-Form und lange seidige Wimpern. Die Kleidung der Herren - klassischer schwarzer Anzug, weißes Hemd, schwarze Krawatte, manchmal mit Hut auf - ein optisches Highlight. Daß es nicht Andrew Eldritch war, der das Tragen von schwarzen Sonnenbrillen bei Nacht salonfähig machte, beweist der Film ebenfalls, denn in vielen Szenen sieht man die Damen und Herren des Nachts mit schwarzen Sonnenbrillen, was sehr edel wirkt wenn die Person ohnehin in Schwarz gekleidet ist und schwarze Haare hat.

http://www.gonemovies.com/WWW/Drama/Drama/DolceMarcelloNiniMadda_pan.jpg

http://www.gonemovies.com/www/Drama/Drama/DolceMarcello1_sm.jpg


Was sind Eure Schwarz-Weiß-Lieblingsfilme und warum sind sie es? :)



Fotos: sh. jeweilige URL am Bild



geschrieben von: Creobotra

"Citizen Kane" - schlicht meisterhaft.

ausserdem die guten alten horror-movies, "The Creature from the Black Lagoon"z.B., Filme mit Bela Lugosi, Basil Rathbone, Boris Karloff (es gibt kein anderes Frankenstein-Monster!)

"Tarantula" und "Formicula", die noch einen herrlichen Suspense schaffen konnten.

"Der Tag, an dem die Erde stillstand", nur das original und nicht diesen unsäglichen remake-mist.

"Arsen und Spitzenhäubchen", einfach auch wg den Schauspielern. sowas wird heut nicht mehr gebaut.

und "die sieben samurai", ohnehin einer der besten filme.



geschrieben von: Odessa

:D Creo, ich fürchtete schon daß auch dieser thread mal wieder ins Leere läuft weil keiner mehr "meine" Filme kennt (wir sind alt, wir SIND alt, WIR sind alt, wir sind ALT - betone es wie Du willst *g*)

Citizen Kane ist ganz großes Kino, den Film mag ich auch sehr gerne. Arsen und Spitzenhäubchen sind auch Kult. Diese niedlichen alten Damen und ihre unschuldigen Gesichter, die zarten (Synchronsprecher-)Stimmen dann dazu... herrlich!



geschrieben von: Creobotra

ja *g* mit vielen bin ich ja quasi aufgewachsen.
Cary Grant ist, neben Kirk Douglas, ohnehin einer meiner Lieblingsschauspieler.

mit etwas überlegung würden mir sicher noch einige weitere einfallen, die genial sind.

"Miss Marple", mit Margaret Rutherford (alle anderen sind käse)
"Casablanca", Filme mit Gene Kelly. den original "King Kong"

(ps: mir wurscht, ob das unter "alt" läuft, ich steh auf die filme ;))


oh und einen der "schlimmsten", aber besten heimischen:
"Es geschah am hellichten Tag".



geschrieben von: Odessa

Casablanca, oh ja... mit dem Satz der so darin zwar nie gesprochen wurde, der aber trotzdem unsterbliche Film-Legende ist: "Schau mir in die Augen, Kleines" :D

Cary Grant, aber hallo - ist auch meine Kragenweite. Überhaupt finde ich die alte Schauspielergarde durchweg überzeugend, das waren meist richtige Charakterköpfe, wie heute ein Jean Reno, Jürgen Prochnow, George Clooney oder Sean Connery (wobei der auch schon zur alten Garde zählt, der werte Sir). Cary Grant verkörperte wie Marcello Mastroianni ohnehin zudem noch meinen Männermode-Geschmack, im Grunde meines Herzens stand und stehe ich schon immer auf den english style mit Anzug, langer Mantel und Weste:

http://i38.photobucket.com/albums/e141/tmgco/Annex20-20Grant20Cary_18.jpg


Und hier James Stewart und "sein weißer Hase" :) :

http://artfiles.art.com/images/-/James-Stewart-Photograph-C10103859.jpeg


Und nochmal Marcello Mastroianni, mein Lieblingsfoto von ihm:

http://www.vivacinema.it/img/marcello1.jpg


Sag was Du willst - aber die meisten Gesichter wirken in Schwarzweiß gleich nochmal so attraktiv und intensiv. Warum ist das eigentlich so, gibt es da (Du bist ja der Grafikfachmann) irgendeine optische/foto-technische Erklärung dafür?



geschrieben von: Creobotra

Mein Freund Harvey!
den wollt ich auch noch erwähnen! einer meiner absoluten lieblingsfilme!
James Stewart auch mithin einer meiner Lieblingsschauspieler.

warum attraktiver...hm gute frage. ich vermute, die färbung ist einheitlicher, unregelmässigkeiten werden "geglättet" und die gesichtsproportionen und einzelteile wie augen, nase, mund kommen deutlicher.

den kleidunsgstil mag ich übrigens auch sehr, ich werd mir sicherlich noch die entsprechende garderobe auf meine alten *g* tage besorgen. allein mit Hut ist schon das wert ;)
ausserdem auch die frisuren der frauen damals, wie z.b. Yvonne de Carlo oder Hedy Lamarr (schwarze haare *sabber*)



geschrieben von: Odessa

Ja, da sabber ich durchaus mit :) . Wunderschöne Frauen, ich mag diesen Typ ohnehin sehr: elegant, aber trotzdem erotisch, etwas unterkühlt aber nur nach außen, das "Feuer" blickt allein schon aus den Blicken - hat was.



geschrieben von: coma_black

Die Nibelungen (nicht der Käse aus den Sechzigern mit Terence Hill sondern Fritz Langs Original!)

Deutschdümmelei in Perfektion, die sich von einem pathetischen Heroismus im ersten Teil zu einer knallharten, konsequent ausweglosen Rachegeschichte wandelt. Nun mag man nordische Drachentöter, ornamentale Bildkompositionen, gigantomanische Architektur und die Widmung "dem deutschen Volke" als ideologisch bedenklich einstufen (S. Kracauer wertet den Film gar als Vorboten des Faschismus), jedoch sollte man dabei im Hinterkopf behalten, daß im Dritten Reich lediglich Teil 1 des fast fünfstündigen Heldenepos aufgeführt wurde.
Und dabei geht es doch eigentlich erst im zweiten Teil so richtig um die Wurst. "Blut schreit nach Blut" und in einer gewaltigen Schlacht finden die Burgunder und die mythische Heroenzeit ihr Ende. Daß es sich um einen Stummfilm handelt, merkt man nach einer Weile gar nicht mehr, zu schön ist der eingespielte Soundtrack, der durch die Leitmotivtechnik ein Wenig an Richard Wagners Bearbeitung des Stoffes erinnert.

Schade ist nur, daß man sich in Deutschland nicht an eine DVD-Veröffentlichung herantraut.



geschrieben von: Odessa

:) Coma, ich kenne den Film glaube ich nicht, also nicht als Stummfilm. Jede Menge Filme mit diesem Nibelungen-Thema habe ich natürlich gesehen, die wenigsten waren wirklich gut.

Es gibt also noch keine DVD von dem von Dir beschriebenen Werk, nicht nur "nicht in Deutschland"?



geschrieben von: coma_black

Doch, in Spanien unter dem Titel "Los Nibelungos".
Die Spanier scheinen sowieso auf unsere Stummfilmklassiker abzufahren, ich habe von denen auch "Faust - eine deutsche Volkssage".

Von den Nibelungen habe ich die Video-Veröffentlichung von Transit-Film, die in Kooperation mit diversen Staatsarchiven rekonstruiert wurde und auch schon auf Arte zu sehen war. Außerdem sehe ich gerade, daß dieses Jahr noch eine deutsche DVD erscheinen soll, in der die orangefarbene Viragierung wiederhergestellt ist - wobei ich nicht glaube, daß mir das dann noch gefällt. Die viragierte Version von Nosferatu ist ja sooo eklig :(



geschrieben von: Odessa

Los Nibelungos, nee oder? Das klingt wirklich wie aus einem Witz oder Werbespot: Los Wochos, Los Locheros, Los Maschendrahtzaunos ... ;-)

Orangefarbig? Wie muß ich mir das vorstellen? Es bleibt also Schwarz-Weiß aber mit einem "Schleier" in Orange-stichig drüber? Blöde Frage aber ich habe echt keine Ahnung, ich sah bisher nur entweder die Film im originalen Schwarz-Weiß oder aber halt eh die (neuen) in Farbe, zumindest erinnere ich mich jetzt an nichts was farblich da abweichend gewesen wäre.

Was haltet Ihr eigentlich von dem Film:

http://members.liwest.at/holzner/Witness_For_the_Prosecution.JPG

"Zeugin der Anklage" mit Marlene Dietrich; war, glaube ich, aus 1958 oder noch früher und nach einem Stück von Agatha Christie gedreht.



geschrieben von: coma_black

Wenn ein Film viragiert wurde, sieht das so aus:

http://www.youtube.com/watch?v=wlqQvfcI4No

(zum kotzen, oder?)

Allerdings waren die meisten Stummfilme ursprünglich so eingefärbt, je nach dramaturgischer Bedeutung der Szene in anderer Farbe...

Die Los Wochos gibts sogar bei ebay: http://cgi.ebay.de/DIE-NIBELUNGEN-1...parms=72%3A1229|66%3A2|65%3A12|39%3A1|240%3A1318

Hier noch der Drachenkampf, der gemessen an den damaligen technischen Möglichkeiten manchen Digitalmurks alt aussehen läßt, die Szene wurde komplett (!) im Studio gedreht:

http://www.youtube.com/watch?v=zu-J...feature=related


Mit der Dietrich habe ich noch keinen Film gesehen, Schande über mich ;)



geschrieben von: Odessa

Ahoi Du,
naja so wirklich toll sieht das echt nicht aus - mir erschließt sich der Sinn bzw. "optische Gewinn" dahinter nicht wirklich. Ist halt jetzt orange, hm.

Marlene Dietrich - könnte Dir aber sicher gefallen, die spielte schon ganz überzeugende Rollen, mit Tiefgang.

Kennst Du "Krieg der Knöpfe"? Einer der meiner Meinung nach wirklich zeitlos-besten Filme, der so viel über Kindheit, Erziehung, Verhalten in sozialen Gruppierungen, Gesellschaft, "Moral" und ähnliches vermittelt, auf sehr liebenswerte charmante Art, ohne Zeigefinger oder Besserwisserei, einfach nur anhand zweier Kinderbanden im Frankreich der 60er Jahre "Sozialverhalten" schildernd, kurzgefaßt.

http://www.deutsches-filminstitut.de/cinedays/pics/krieg_der_knoepfe_01.jpg



edit - Fotoquelle vergessen: deutsches filminstitut.de



geschrieben von: Seneca

Ich habe mal in meinem DVD "Billy" nachgeschaut und eine Schwarz/Weiss Klassiker entdeckt...einen Klassiker der etwas anderen Art.

Stanley Kubricks
Dr. Seltsam
Oder: wie ich lernte, die Bombe zu lieben

Leider verliert dieses Werk nach wie vor nicht an Aktualität.
Peter Sellers in seiner Dreifachrolle die man garnicht bemerkt, ist aber einfach genial.

Im übrigens Sorgte der Film damals für einigen Wirbel weil er Stellenweise so realistisch war, das der US Geheimdienst nach der Premiere undichte Stellen bei der USAF vermutete.
Genial auch die Stelle an der an den Rollstuhl gefesselte EX Nazi-Wissenschaftler "Dr. Strangelove" den US Präsidenten andauernd mit "Mein Führer" anspricht und dabei versucht ständig den Hitlergruß zu unterdrücken den seine rechte Körperhälfte die ein Eigenleben hat, unwillkürlich ausführt.

http://d3nchsmj89snox.cloudfront.net/images/media/doc/7e7/1232732380-large.jpg

Legendär ist noch heute wohl auch Major Kongs Ritt auf der Atombombe.

http://2.bp.blogspot.com/_BYX14125JUQ/Rt8KUq5iFRI/AAAAAAAADfQ/VRCm1zRmb_8/s400/Dr_Strangelove_Nuke_Ride.jpg



geschrieben von: Odessa

Ohja Dr. Seltsam - da kommen Erinnerungen an gewisse member hier in mir hoch und nette Anekdötchen ;-). Peter Sellers ist aber auch so ein Schauspieler, der in fast jeder Rolle überzeugte; ich hatte immer das Gefühl, er geht förmlich auf darin.



geschrieben von: Celtvis

Ich mag schwarz-weiß Filme, auch viele der alten US-Schinken, aber ein paar meiner Favoriten sind z.B. Metropolis, M - Eine Stadt sucht einen Mörder, Es geschah am hellichten Tag und z.B. die Filme von Akira Kurosawa.

Es gibt unheimlich viele fantastische schwarz-weiß Filme, zu viele für einen kurzen thread, geschweige denn ein posting.
:)



geschrieben von: Odessa

:) Nur zu - Du hast sicher noch ein paar Filmtips die ich nicht kenne.

Metropolis, oh ja, großer Klassiker. Habe ihn aber schon lange nicht mehr gesehen... es gab mal eine Zeit, da lief er mehrfach hintereinander und mit nur 4-5 Wochen Abstand dazwischen quer durch alle "Dritten" und Arte.



geschrieben von: Gezeichneter

Belle de Jour mit der göttlichen Deneuve.

http://img89.imageshack.us/img89/5493/45939article.jpg
http://img89.imageshack.us/img89/45939article.jpg/1/w480.png



geschrieben von: Odessa

Endlich - Du bist wieder da, was hab ich Dich schon vermißt (und erbitte gesundheitlichen Lagebericht in pn/Telefon!). Der von Dir genannte Film ist zwar kein SW-Klassiker, aber trotzdem herrlich und die Deneuve ist eine unvergeßliche Göttin des Films. Eine der wenigen ausdrucksstarken Blondinen, ich habe es sonst eher mit den rassigen Südländerinnen;-).

Diesen Film (1949) kennt von uns "alten Säcken" hier sicher auch Jeder:

http://www.hdg.de/film/film/voll/1950west.jpg

"Der Film ist sorgfältig besetzt mit der schönen Alida Valli, dem sympathischen Joseph Cotten, dem Parade-Briten Trevor Howard und einer Riege brillanter deutsch-österreichischer Nebendarsteller wie Ernst Deutsch, Paul Hörbiger, Erich Ponto, Hedwig Bleibtreu. Der Star des Films ist freilich einer der Giganten Hollywoods, Orson Welles. Sein Auftritt mit der Fahrt im Riesenrad dauert weniger als fünf Minuten (in der späteren Verfolgungsszene in den Abwasserkanälen Wiens ist er kaum mehr als eine Silhouette) und gehört zu den unvergesslichen Momenten in der Ikonografie dieses Mediums." (Günter Rohrbach, Süddeutsche Zeitung)

Auszeichnungen (danke Wiki) - Oscarverleihung 1951:
- Oscar in der Kategorie „Beste Schwarz-Weiß-Kamera“ an Robert Krasker
- Oscar-Nominierung in der Kategorie „Beste Regie“ an Carol Reed
- Oscar-Nominierung in der Kategorie „Bester Schnitt“ an Oswald Hafenrichter

Das British Film Institute wählte den Film 1999 zum besten britischen Film aller Zeiten.



geschrieben von: Gezeichneter

Freaks könnte man noch mit in die Liste aufnehmen. Ich fand ihn überwältigend, als ich ihn zum ersten Mal sah.


http://img10.imageshack.us/img10/7263/todbrowningwithfreaks.jpg



geschrieben von: coma_black

"Un Chien Andalou" bitte nicht vergessen, wenn wir schon bei überwältigenden Meisterwerken sind.

http://cours.cegep-st-jerome.qc.ca/530-gjb-p.l/images/Surandalou4.gif



geschrieben von: Gezeichneter

Der ist echt krank, coma. :rolleyes: Igitt.
Rasieren kann ins Auge gehen.



geschrieben von: Odessa

DIR ist nichts zu krank, oh ich bitte Dich, stell Dein Licht nicht so unter den Scheffel :D. Und wenn Du was wirklich Krankes sehen willst, guck mal (im internet) "Begotten". Der ist heftig und es wird kein Wort geredet, es ist eigentlich "nur" eine Art Szenario wo Du der Zuschauer bist und etwas siehst, völlig verschwommen und grauweiß...aber es ist grauenhaft. Ich kam aus dem still in mich hinein Heulen, Würgen und mich sehr seeehr betreten-betäubt fühlen über Stunden nicht mehr raus.

Coma, wenn Du den Film irgendwo hast - leihst Du in mir aus? Ich hoffe es gibt hier 2, 3 Leute die sich für meine Zuverlässigkeit und Seriösität verbürgen dahingehend, daß ich das Ding sofort zurücksende nach "Sichtung" und natürlich die Portokosten eh übernehme.

Freaks - das sieht aber auch bizarr aus; ich habe mir die Handlung durchgelesen wonach es etwas "regelkonform" klingt (böse böse schöne Frau ist ganz böse böse zu Gnom, der rächt sich dann und macht aus böser schöner Frau eine gute-böse hässliche Frau?), aber hey, wenn er Dir gefällt muß er doch irgendwas Nichtkonformes haben. Danke für den Tipp, ich googel auch bei dem gleich mal ob es den evtl. via ebay oder amazon gibt:-)



geschrieben von: Seneca

Ich bin übrigens etwas befremdet darüber das hier noch niemand laut "DRACULA" mit Bela Lugosi geschrien hat. Beide, sowohl der Film an sich als auch der Darsteller sind ja wohl mehr als nur Klassiker.

http://www.baerfacts.de/wp-content/uploads/2007/08/dracula-vampir.jpg



geschrieben von: Creobotra

Zitat:
Original geschrieben von Creobotra
ausserdem die guten alten horror-movies, "The Creature from the Black Lagoon"z.B., Filme mit Bela Lugosi, Basil Rathbone, Boris Karloff (es gibt kein anderes Frankenstein-Monster!)


du lesen auch vorheriges seiten welches, wertes Herr Seneca
:D



geschrieben von: Seneca

Da stand nur "Filme mit Bela Lugosi"...das würde auch Ed Wood Produktionen umfassen. Für die allermeisten ist Lugosi aber "der Graf"...denn das war seine Rolle...sehr bald danach kam der Abstieg ins B-Movie Genre mit den ganzen Monsterfilmen.



geschrieben von: coma_black

Plan 9 von Ed Wood ist aber irgendwie Pflichtprogramm, obwohl Robot Monster von ich-weiß-nicht-wem wohl noch viel grottiger ist.
Alleine schon, daß der gute Bela nach seinem Tod durch einen zwei Köpfe größeren Schauspieler ersetzt wurde, der sich in jeder Szene den Umhang vors Gesicht halten musste; oder der Schreibtisch mit dieser billigen physikalischen Aparatur (2 Drähte, zwischen denen so Funken entstehen), der als High-Tech-Alien-Mutterschiff-Ausstattung herhalten musste; oder das Flugzeugcockpit, wie Ed Wood es sich vorstellt... Meine Güte, musste ich damals lachen...

Richtig gut hingegen ist Abott & Costello meet Frankenstein, mit Lugosi als Dracula und Lon Chaney als Wolfsmensch. Schade, daß man nicht noch Boris Karloff verpflichten konnte!



geschrieben von: Creobotra

Zitat:
Da stand nur "Filme mit Bela Lugosi"...das würde auch Ed Wood Produktionen umfassen.

niemals! sowas ignorier ich fröhlich *finger in die ohren steck* LALALALALA

Zitat:
Original geschrieben von coma_black
Richtig gut hingegen ist Abott & Costello meet Frankenstein, mit Lugosi als Dracula und Lon Chaney als Wolfsmensch. Schade, daß man nicht noch Boris Karloff verpflichten konnte!

ouhja, der ist mal richtig gut! comedy at its best!
wenn man da schon dabei ist > Marx-Brothers. sind nicht alle top, aber einge gehören zu den highlights.

Zitat:
der als High-Tech-Alien-Mutterschiff-Ausstattung herhalten musste; oder das Flugzeugcockpit, wie Ed Wood es sich vorstellt...

ich sag nur Buck Rogers! gut, ist ne serie, aber wie die raumschiffe gestartet sind! wie sie geflogen sind! sowas kriegt man heuzutage gar nicht mehr hin!



geschrieben von: coma_black

Und nochmal was für die Ekelfraktion: Lex Yeux sans Visage (Augen ohne Gesicht/Das Schreckenshaus des Dr. Rasanoff). Ein schlimmer Chirurg will seiner nach einem Unfall entstellten Tochter ein neues Gesicht verpassen...

Auch in s/w sind noch Shinya Tsukamotos "Tetsuo" und "Bullet Ballet". In ersterem Meisterwerk verwandelt sich ein Mann in ein Metallwesen, was zu bizarren Sexszenen führt (Drillbohrer sind ne feine Sache). Und das Ballet habe ich irgendwie nicht so richtig kapiert, es ist auf jeden Fall nicht der Ballerfilm, den man erwartet.

http://www.badmovies.org/othermovies/tetsuo/tetsuo5.jpg
(Tetsuo)



geschrieben von: Odessa

Coma, Du wirst mir mehr und mehr unheimlich - Drillbohrer als feine Sache zu bezeichnen in einem Atemzug mit Sexszenen... lass uns doch mal einen Liebesfilm drehen. Und vorher bei OBI in der Werkzeugabteilung einkaufen (das ist für mich, was für "normale" Frauen vermutlich eine Boutique oder ein Kosmetiksalon ist) ;-).

Neulich sah ich eine skurrile britische Komödie von 1949: "Adel verpflichtet" click mich . Herrlichst der Dialog, der eigentlich überwiegend in Erzählform der Hauptperson stattfindet und dies in einer damals ja noch an der Tagesordnung seienden kultivierten Sprache, äußerst "britisch trocken" aber immer sehr elegant und spielerisch. Sir Alec Guinness spielte in diesem Film gleich 8 Rollen zugleich.


http://images.greencine.com/images/article/hearts-coronets.jpg


Hintergrund (aus wiki):
Der engl. Originaltitel ist "Kind Hearts and Coronets", eine Anspielung auf das 1842 verfaßte Gedicht "Lady Clara Vere de Vere" von Alfred Tennyson, in dem es über adelige Tugenden heißt: "Kind hearts are more than coronets, And simple faith than Norman blood". In Frankreich hieß der Film "Noblesse oblige", also ebenfalls "Adel verpflichtet" wie in Deutschland. Der Film wurde im Jahr 2000 von den Lesern der Filmzeitschrift Total Film auf den 25. Platz der besten Komödien aller Zeiten gewählt und landete 2004 – ebenfalls bei einer Umfrage von Total Film – auf dem siebten Platz der besten britischen Filme aller Zeiten.

In der 1970 produzierten humorvollen britischen Krimiserie "The Persuaders (deutscher Titel: "Die Zwei") mit Roger Moore und Tony Curtis wurde in der Episode "Adel vernichtet" das Thema noch einmal ordentlich auf die Schippe genommen. Moore (in der Rolle des Lord Brett Sinclair) spielt in dieser Folge auch noch mehrere Personen seiner adeligen Familie, die von einem unbekannten Familienmitglied der Reihe nach umgebracht werden um an den Herzogstitel zu kommen.


http://3.bp.blogspot.com/_DXQDTmp4yR4/RmsV54yeybI/AAAAAAAAARs/bsHj58H5PqY/s400/Menue.jpg



Daß ich mal wieder von der Kleidung der Zeit, in der der Film spielt, hin und weg bin, versteht sich - je mehr ich solche Filme derzeit sehe, desto unerträglicher wird mir der Anblick schlampig gekleideter Menschen in dreckigen verbeulten Jeans, "Arsch auf Kniehöhe", oder in fleckigen Jogginghosen mit möglichst zerfranstem oder ausgeleiertem weißem Feinripp-Unterhemd als einzige Oberbekleidung; und diese grellen Frauen in ihren albernen Teenie-outfits oder extremst unweiblichen Aufmachungen, die sie aussehen lassen wie bebuste Hafenarbeiter oder Kampfemanzen ... also entweder werde ich auf meine alten Tage zum britischen Snob oder, noch schlimmer, ich entwickle langsam "guten" Geschmack. Denn mit dem hat man es ja, wie Oscar der Wilde schon vor uns Allen wußte, nicht leicht heutzutage und "heutzutage" erst recht nicht ;-).



geschrieben von: Creobotra

ojah, adel verpflichtet, den hab ich auch schon ziemlich oft gesehen ;)
alec guiness ist wirklich genial!

ich hab auch noch welche für die Liste:
Das siebte Siegel (Ingmar Bergmann) und Psycho von 1960 (ist der schon erwähnt worden?)



geschrieben von: Odessa

:) Creo, das 7. Siegel ist auch so ein Evergreen... den kenne ich natürlich, und Psycho ja sowieso als alter Hitchcock-Liebhaber (den Film hab ich in div. threads hier öfters erwähnt, also sicher auch schon hier :D ).

"Adel verpflichtet" gefiel mir aber schon arg, ich mochte dieses böse Ende - so typisch: man denkt jetzt wäre alles geregelt, streitet mit sich selbst wieso man es irgendwie sympathisch findet daß der vielfache Mörder "frei" kommt... und dann das mit den "Memoiren" in der Zelle :cool:.



geschrieben von: coma_black

Von Ingmar Bergmann ist auch "Die Jungfrauenquelle" sehr zu empfehlen. Oscar für den besten ausländischen Film und Inspiration für "Last House on the Left".

Außerdem ist seine "Stunde des Wolfs" einer der besten Horrorfilme überhaupt und "Das Schweigen" war seinerzeit ein Film, bei dessen Aufführungen polizeiliche Alterskontrollen durchgeführt wurden (auch wenn die berüchtigte Sexszene heutzutage eher brav anmutet).



geschrieben von: Odessa

Du hast Tips, unglaublich... jedesmal wieder was mir völlig Neues :).

Immer wieder - wegen Deines Hinweises auf die Sexszene - finde ich es übrigens amüsant in der Filmgeschichte, daß es schon in jeder Generation zu jeder Zeit (und in sicher auch jeder Kultur) gut funktionierte, mit "sex sells" zu arbeiten: als je "unanständiger" ein Film oder Szenen darin beschrieben wurden, desto neugieriger machte es die Leute - das war schon immer die beste pr (lange bevor es das Wort gab) und es wurde und wird oft genug auch "unanständig schamlos" ausgenutzt von den Machern ;).



geschrieben von: coma_black

Wobei die Sexszene im "Schweigen" dramaturgisch völlig legitimiert ist und nicht etwa reißerisches Zubehör darstellt. Die Schweden waren damals einfach lockerer drauf als der Rest der Welt, siehe auch die beiden Teile von "Ich bin neugierig (blau/gelb)". Trotzdem haben sich damals viele Leute den ansonsten eher unspektakulären Film nur wegen dieser einen Szene angeschaut und ansonsten nicht so recht ducrchgeblickt, um was es da überhaupt ging.



geschrieben von: Odessa

Glaub ich Dir unbesehen, coma... es gibt eine Menge Filme, worin Erotik/Sex einfach zur Handlung gehört und je unverfälschter und unverkrampfter es dargestellt ist, umso glaubwürdiger natürlich.

Erinnert sich noch wer an den Petersen-Film "Die Konsequenz", mit Jürgen Prochnow (einer meiner Lieblingsschauspieler - dieses schöne markante vernarbte Gesicht, richtig edel) und Ernst Hannawald? Darin ging es um die Beziehung eines homosexuellen Gefängnisinsassen zum 16jhr. Sohn des Gefängnisaufsehers. Nach der Entlassung des von Jürgen dargestellten Gefängnisinsassen ziehen beide zusammen, was in der bigott-verheuchelten Gesellschaft in ihrem Umfeld natürlich nicht toleriert wird. Der Junge wird von seinem Vater dann in eine "Erziehungsanstalt" verbracht weil er hofft, daß man dem Jungen dort diese "dreckige perverse Krankheit Schwulsein" austreiben wird und woran der Junge natürlich zerbricht (auch weil ihm der geliebte Partner fehlt), er unternimmt letztendlich sogar einen Suizidversuch.

Der Film war unglaublich bewegend, das war einer der ich glaube 5 Filme die mich je in ein Kino brachten (damals gabs noch keine DVDs, ich glaub noch nicht mal Videos *g* zumindest hatte ich solch Luxus-Technik selbst nicht) und ich empfand die im Film gezeigten Liebesszenen in keinster Weise als "anstößig" oder "effekthaschend". Es war einfach nur die vermittelte Zärtlichkeit und Liebe, die das Mitfühlen-Können mit den zwei Hauptakteuren noch verstärkte. Der Film war ein Schocker damals, der BR weigerte sich anfangs sogar ihn auszustrahlen (und einige andere Dritte glaub ich auch), und er erhitzte die Gemüter ohne Ende. Mich hat er schon als Jugendliche (ich war keine 16 als ich ihn sah, aber ich sah schon mit 14 aus wie 18 und kam ohne Probleme ins Kino) darin bestärkt, daß ich mich nie irgendwelchen Vorurteilen anschließen werde die man gegen Menschen aufgrund ihrer Sexualität hat/haben kann... denn nichts ist privater, intimer und "ur-eigener" als die eigene Erotik und da soll wirklich Jeder nach seiner Facon glücklich werden (solange er niemand Anderem damit schadet).



Seneca, ich bin erstaunt daß Du noch gar nicht Deine Filmgöttin erwähnt hast, dabei ist sie doch wirklich eine Traumfrau und gerade in Schwarz-Weiß so stilvoll wie selten eine Andere - guck mal:


http://www.hair-styles-secrets-revealed.com/images/Audrey-Hepburn-hair.jpg


;) Frühstück bei Tiffany' s, anyone?



geschrieben von: Creobotra

Zitat:
Original geschrieben von Odessa
;) Frühstück bei Tiffany' s, anyone?

njaaaa, audrey war mir immer etwas zu püppi-haft, also mein fall wärs net.



geschrieben von: Seneca

Das mag jetzt seltsam klingen, aber ich tendiere seit längerem eher zu Katharine Hepburn. Außer dem Zufällig gleichen Nachnamen haben die beiden ja wenig gemein.

Ausschlagebend war zuletzt der Film African Queen mit Ihr und Humphrey Bogart. Irgendwie mag ich das kindlich-niedliche an den Audreys nicht mehr, um so mehr die überkomplizierten Frauenbilder welche Katharine Hepburn so oft verkörperte.

http://www.filmreference.com/images/sjff_01_img0012.jpg

Und außerdem gab es den Film sowohl als s/w Kopie...als auch in Farbe. Lag wohl schlicht daran das 1951 noch nicht alle Projektoren voll Farbfilmtauglich waren. Daher darf ich den hier auch erwähnen.



geschrieben von: Odessa

Das klingt gar nicht seltsam, Seni, ich finde das ist eine völlig verständliche Entwicklung;-). Ich mochte schon immer die "herben" Frauentypen, die Charakterköpfe spielten, tausend mal lieber als diese (blonden oder dunklen, egal) Püppis die immer so ewig "mädchenhaft" drauf sind.

African Queen ist ein toller Film, den sahen Ralf und ich auch schon zwei oder drei mal. Und Katharine hat auch für mich mehr Ausstrahlung als das "Reh" Audrey. Diese hat/te einen Stil verkörpert ohne Frage, aber rein vom Typ her ist mir eine nicht ganz so "bambimäßige" Frau viel lieber. Ich kann ja auch deswegen überhaupt nicht auf diese Winona Ryder und Julia Roberts. Beide strahlen für mich etwas aus, was ich mit einer ungesunden "Schwäche" verbinde, keine Ahnung warum, es ist auch nur eine völlig subjektive und damit un-sachliche Empfindung, aber ich hab sie halt nun mal;-)



geschrieben von: coma_black

Eine Schwarzweißfilm-Göttin ist auf jeden Fall Barbara Steele, die in etlichen Horrorklassikern als Vamp zu sehen war:

http://blogs.commercialappeal.com/beifuss/steele.web.jpg

(Szenenfoto aus "Die Stunde wenn Dracula kommt")



Wobei mir Asia Argento besser gefällt, aber die macht halt nur Farbfilme...

http://thumb.visualizeus.com/thumbs/09/02/04/asia,argento,face,hands-9e36e7b7b64b1c87fe509b2af868b18d_m.jpg



geschrieben von: Creobotra

ich hab noch welche auf meiner liste:
"M - Eine Stadt sucht einen Mörder"
mit einem grandios erschreckenden Peter Lorre

und "The Killers" mit Burt Lancaster

ebenfalls aus einen SW-Klassiker, "The Great Train Robbery" (1903) eins der bilder die mir am meisten im Gedächnis geblieben sind
(wurde auch für die serie "rauchende colts" glaub verwendet)
>Link



geschrieben von: coma_black

Die Edgar Wallace-Reihe solle man auch nicht vergessen. Irgendwie sind das zwar recht spannungsarme Krimis, aber ich schaue sie mir immer wieder gerne an, vor allem wenn Eddi Arent und/oder Klaus Kinski mitspielen. Schon alleine sein bedeutungsschwangeres Gesabbel macht das "Gasthaus an der Themse" zu einem meiner Favoriten. Es macht manchmal eben einen Heidenspaß, unheimlichen Mönchen und schwarzen Äbten dabei zuzusehen, wie sie ominös im Kunstnebel herumschleichen. Aufgrund des dezenten Trashfaktors hätte es eine Parodie wie den Wixxer jedenfalls gar nicht gebraucht...

Etwas schade ist allerdings, daß diese Serie ab dem Moment, wo die Filme in Farbe gedreht wurden, nur noch standartisierte Versatzstücke heruntergespult und schließlich italienische Giallo-Thriller so umgeschnitten wurden, daß man sie als Wallace-Filme verkaufen konnte.

Allerdings sind die Originalfassungen dieser letzten drei "Wallace-Filme" gar nicht mal soo schlecht. COSA AVETE FATTO A SOLANGE ist ungekürzt und das obligatorische "Hallo, hier spricht Edgar Wallace!" sogar ein ziemlicher Sicko mit schöner Musik von Ennio Morricone und ordentlicher Kameraarbeit von Aristide Massaccesi (=Joe D'Amato).



geschrieben von: Creobotra

urghs, hör mir auf mit edgar wallace...
nach "Der Frosch mit der Maske", wegen der Szene als er mit einer MP einen Frau erschießt, hat ich ziemlich muffe (ich war jünger, klar, hat mich aber lang verfolgt)



geschrieben von: coma_black

Diese Szene war damals ja auch der Grund, daß dem Film die Jugendfreigabe verweigert wurde. Überhaupt ist es erstaunlich, wie stark die Wallace-Filme früher teilweise geschnitten werden mussten (z. B. die heute ziemlich prüde wirkenden Striptease-Einlagen in "Zimmer 13") und wie klamottenhaft sie in Zeiten von Se7en und Hannibal Lecter wirken.

Ausgenommen natürlich wieder SETTE ORCHIDEE MACCHIATE DI ROSSO, wo die Bohrmaschine zum Einsatz kommt, bzw. SOLANGE, der schon alleine von der Thematik her ziemlich unangenehm ist - von vaginal eingeführten Schneidewerkzeugen ganz zu schweigen. Italiener eben...

Aber um beim Schwarzweißfilm zu bleiben: Wie sind eigentlich die Dr. Mabuse-Schinken? Ich habe da noch nie einen davon gesehen und gehe davon aus, nichts verpasst zu haben.



geschrieben von: Creobotra

"Das Testament des Dr. Mabuse" hat mir zumindest gut gefallen. sehr eindringlich und gut gespielt. die kritiken sind ja auch ziemlich gut für den film.



geschrieben von: demelza

Zitat:
Original geschrieben von Odessa
:D Creo, ich fürchtete schon daß auch dieser thread mal wieder ins Leere läuft weil keiner mehr "meine" Filme kennt (wir sind alt, wir SIND alt, WIR sind alt


Liebe Odessa, Ihr seid bestimmt nicht alt - wir sind wahrscheinlich in der gleichen Altersklasse, und ich kenne den von Dir genannten Film zwar nur in Ausschnitten, aber dank Deiner brillianten Analyse finde ich, dass es an der Zeit ist, mir diesen Film anzuschauen. Denn auch ich liebe Filme aus dieser Zeit -
viele Schwarzweißfilme haben enfach einen besonderen Charme, eine besondere Atmosphäre, die bei mir Gänsehaut hervorrufen, und das meine ich nicht nur in bezug auf Gruselfilme.

Hier mal eine Auswahl an Filmen, die es mir besonders angetan haben:

Nosferatu (den aus den 20ern mit Max Schreck), M - eine Stadt sucht einen Mörder, "Die Wendeltreppe", "Bis das Blut gefriert"... das ist eine kleine, aber feine - gruselige Auswahl.

Dann weiter: die alten Filme von Hitchcock (z.B. Vertigo oder "Spellbound" mit Ingrid Bergman - man beachte die surrealen Traumsequenzen von Gregory Peck) , sämtliche Miss-Marple-Filme mit Margaret Rutherford - womit nun die Sparte Krimi abgedeckt wäre

absolute Klassiker ob ihrer beklemmenden/verstörenden und symbolträchtigen Atmosphäre: "Das siebente Siegel" von Ingmar Bergman und "Die nacht des Jägers" mit Robert Mitchum als haßerfüllter Prediger, der sich auf der Jagd nach den Kindern seines Mordopfers befindet. Da läuft es mir immer wieder eiskalt den Rücken hinunter, wenn seine Silhouette zu Pferd sich gegen den Nachthimmel abhebt, während am Horizont schon der Tag heraufdämmert.

Einen Film habe ich mir noch auf DVD zugelegt, hatte aber noch keine Zeit, ihn mir anzuschauen: Kinder des Olymp. Aber nun ja, bald ist Urlaub, dann nehme ich mir die Zeit dafür.

Doch genug der Dramen - auch heiterere Unterhaltung aus vergangenen Zeiten ist nicht zu verachten: ich erinnere an die Don-Camillo-und-Peppone-Reihe aus den 60ern - und den Klassiker des amerikanischen Films schlechthin: Frühstück bei Tiffany - mit Audrey Hepburn, ebenfalls eine Stilikone (oh wie ich dieses Wort hasse, aber mir fällt kein besseres ein). Hm. a propos Audrey Hepburn - ist "ein herz und eine krone" eigentlich ein s/w film? Wenn ja, dann nehme ich ihn noch in diese Gruppe auf.



geschrieben von: demelza

erweiterung... Zeugin der Anklage: toller Film, wenn auch ein wenig anders als die literarische Vorlage - wohingegen Der Dritte Mann dicht beim Buch geblieben ist.

Ach ja, die Kleidung von damals - die hatte noch Stil. deshalb waren für mich die Kostüme in der Fernsehserie Pushing Daisies ein Augenschmaus, weil mich die Garderobe der Damen an die 40er/50er Jahre erinnert hat.



geschrieben von: Odessa

Hallo demelza, lange nicht mehr gelesen... ja, ich erinnere mich schwach, Du hattest öfters ähnliche Vorlieben, auch bei Büchern. Aber mit 45 bin ich definitiv die viel Ältere von uns Beiden ;-)

Die von Dir genannten Filme sind durch die Bank Meisterwerke, einige davon wurden mehrfach schon genannt, scheinen sich somit "durchgängiger" Bekanntheit zu erfreuen :-). Die Nacht des Jägers: da ging es mir ähnlich. Den Film hatte ich in der "die Süddeutsche Zeitung und ihre Videothek der 50 (100?) besten Filme" (so ähnlich nannte sich die Reihe) damals erstanden.

Wegen des EinHerzEineKrone-Films - puuh, also ich hab ihn Schwarz-Weiß in Erinnerung, aber das muß nichts besagen, wie erwähnt: tausende von Filmen/Szenen und Titeln im Kopf, die sich vermischen über die Jahre. Vielleicht wurde er irgendwann für DVD "coloriert", das kann sein.


Pushing daisies - habe ich einige Male gesehen, herrlich! Sowas von goldig und liebenswert, und die Charaktere sind genial ;-).



geschrieben von: demelza

Mein Lieblingschrakter war bei Pushing Daisies - obwohl es ja nun wirklich kein s/w Klassiker war, sondern quietschbunt - Olive Snook. Kristin Chenoweth, die sie spielt, hat wirklich eine interessante Stimme, und gelungen fand ich ihre Versionen von "hopelessly devoted to you" und "eternal flame".

da singt sie "say my name" - und schon streckt jemand den kopf zur tür rein und ruft "olive!". das fand ich sehr amüsant.



geschrieben von: coma_black

Einen Klassiker habe ich noch, der hier nicht genannt wurde:
Night of the Living Dead.

Schon alleine, weil nach diesem Film die Zombie-Welle losgetreten wurde, aber auch wegen der radikalen Abrechnung mit der (weißen) amerikanischen Kernfamilie, Bezügen zu Vietnam, Reflektionen über die Sterblichkeit und der Ignoranz / Arroganz der Lebenden über den Tod ein absolut sehenswerter Film.

Der zehn Jahre später entstandene (farbige) Dawn of the Dead ist allerdings noch einen Tick genialer, auch wegen der Musik von "Goblin".




Außerdem war ich vor ein paar Tagen beeindruckt von diesem Film, der zumindest zum größten Teil in s/w war:

http://www.mitternachtskino.de/gogo_second_time.htm





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