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Original geschrieben von Elementarsatz
Ich bin ein großer Bewunderer der stoischen Philosophie. Genauso wie Helmut Schmidt lese ich immer wieder in den "Selbstbetrachtungen" von Marcus Aurelius und natürlich in den Texten von Seneca. Ich mag diese Forderung nach Rationalität und Kontrolle der Affekte, nach seelischer Autonomie, und nach Geringschätzung von Schmerz und Lust. Eben diese grimmige, karge Einstellung zum Leben, die man auf den Gesichtern alter römischer Büsten erkennen kann.
Zitat:
Dabei ist mir durchaus bewusst, wie unrealistisch diese Forderung ist und wie wenig sich die Stoiker zum Teil selbst daran gehalten haben. Seneca war zum Beispiel ein reicher Mann, der im Luxus lebte. Wasser predigen und Wein trinken ;) Aber was soll's? Lebensgenuss und eine harte, asketische Einstellung können ja auch in einem dialektischen Verhältnis zu einander stehen. Ich finde in meinem Leben auch zum Teil beide Aspekte wieder...
Zitat:
Interessant finde ich übrigens, wie viel man von unserer heutigen Moral schon bei den Stoikern findet. Das Konzept der universellen Menschenrechte stammt zum Beispiel nicht aus dem Christentum, sondern aus der Stoa. Die Verbreitung der stoischen Lehre hat damals auch zu einer Verbesserung der Situation der Sklaven geführt, was dann unter den Christen wieder rückgängig gemacht wurde :rolleyes: [/B]
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Original geschrieben von solipsismus
Ich würde sagen, die Stoiker waren halt Kopfmenschen.^^ Sie haben sich ein schönes System zurechgelegt, dass man lediglich befolgen musste, um dann glücklich zu werden.
Wichtig dabei ist, dass Glück (diese Diskrepanz sprachst du schon an) bei ihnen nicht das gleiche bedeutet wie heute allgemein. Wenn Stoiker von Glück sprachen, meinten sie kein euphorisches Hochgefühl, sondern eine auf lange Sicht bestehende Zufriedenheit, mehr eine Sicherheit im Leben - weil es ja immer einen Leitfaden gab, nach dem sie ihr Handeln ausrichten konnten.
Demzufolge kann man "unser" Glück aber nicht durch Streben nach dem "stoischen" Glück errreichen.
Für mich persönlich finde ich stoischen Regeln zu starr und einengend. Sie würden mein Leben (zumindest wenn ich sie vollständig anwende) nicht bereichern.
Zitat:
Original geschrieben von Elementarsatz
Dabei ist mir durchaus bewusst, wie unrealistisch diese Forderung ist und wie wenig sich die Stoiker zum Teil selbst daran gehalten haben. Seneca war zum Beispiel ein reicher Mann, der im Luxus lebte. Wasser predigen und Wein trinken Aber was soll's? Lebensgenuss und eine harte, asketische Einstellung können ja auch in einem dialektischen Verhältnis zu einander stehen. Ich finde in meinem Leben auch zum Teil beide Aspekte wieder...
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Original geschrieben von Federwolke
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Ich habe also ein recht negatives Fazit über die Stoiker gezogen. Gibt es vielleicht unter euch ein paar Leute denen es ähnlich geht, oder die vielleicht eine ganz andere Meinung über das Thema haben und mich vom Gegenteil überzeugen wollen?
Ich würde mich über jede Antwort freuen,
mit lieben Grüßen
Federwolke