[Der Junge im gestreiften Pyjama] - German Gothic Board

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Der Junge im gestreiften Pyjama

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geschrieben von: Jensemann

http://www.lichtwerkkino.de/typo3temp/pics/b5249141e1.jpg


Miramax steht eigentlich als Garant für gutes Kino im Regal, somit habe ich einfach mal beherzt im DVD Laden zugegriffen, ohne dass ich zuvor etwas von dem Film gehört hatte.
Hätte ich die negativen Kritiken aus Deutschland zuvor gelesen, wäre die Disc wahrscheinlich im Regal geblieben, doch das waere ein Fehler gewesen. Ich kann die schlechten Feedbacks wirklich nicht nachvollziehen. Der Film zeigt eine Seite des Holocausts wie man sie zumindest cineastisch noch nicht gesehen hat. Viele s.g. Kritiker behaupten, dass der Film sich den Umstand des Schreckens zu Nutzen macht um eine langweilige Familientragödie in Szene zu setzen; dies halte ich für maßlos übertrieben.
1. Atmosphäre
Aeusserst nüchtern und pragmatisch wird das SS Wohnhaus präsentiert und somit wahrscheinlich auch der eigentliche Geist der Zeit. Meiner Meinung nach zeigt dieser Film, dass mach auch ohne s/w Rollen ein passende, respektvolle Darbietung erreichen kann. Das Aussenlager ist ebenfalls originalgetreu nachempfunden und der Zaun um den sich alles dreht scheint irgendwie eine stumme Hauptrolle zu besetzen. Grausamkeiten werden nur angedeutet, doch zumindest bis kurz vor Schluss nicht direkt gezeigt (Schwerpunkt liegt auf Assoziationen und Kopfkino).
2. Schauspieler
Da ich die Originalfassung sah kann ich keine Auskunft über die Syncro geben. Wer des englischen mächtig ist wird keine Probleme haben zu verstehen, da alle Darsteller akzentfrei sprechen. Gerade dem Jungen im Pyjama kann man seine englische Abstammung gut ansehen, was irgendwie merkwürdig stimmt. Am meisten überzeugt hat mich die Gattin des Sturmbannführers und natürlich deren Sohn. Am wenigsten gefiel mir die Person des"Standard" SS Arsch; kann auch an seiner Rolle gelegen haben.
3. Story
Ein wenig absehbar, aber wie o.e. doch ein wenig anders als alles was man bisher über das KZ Wesen gesehen hat. Obwohl ich das Orginalbuch auf dem der Film basiert nicht kenne, hatte ich ein paar Parallelen zu "Der Tod ist mein Beruf" von Robert Merle. Das Ende kommt überraschend und ist definitiv recht hart (sogar The Grey Zone hat da Probleme mitzukommen).
4. Fazit
Es gibt für mich keinen erkennbaren Grund das sämtliche Kritiken über den Film herziehen. Natürlich hat er seine Schwachpunkte wie bei dem ein oder anderen Schauspieler, aber dennoch wird einem etwas anderes präsentiert was durchaus den Horizont erweitern kann. Wer nach dem Film noch etwas vor hat, dem rate ich ab ihn sich anzuschauen sondern sich Zeit dafür zu nehmen, so dass man es auch ein wenig auf sich wirken lassen kann.



geschrieben von: Töggelie

Das gibt es als Film???? Ich habe mir gerade vor ein paar Wochen, wohl eher durch Zufall, das Buch ausgeliehen. Allerdings hatte ich keine Ahnung, worum es sich handelte, da ja keine Inhaltsangabe und nichts draufsteht, aber es ist einfach genial geschrieben und ich dachte mir noch, wie interessant das als Film sein müsste. Witzig, dass ich gerade jetzt davon erfahre.
Merci für die Kritik, den Film muss ich mir unbedingt ansehen. :)



geschrieben von: Fuck up Evil

ich fand den Film auch nicht schlecht, habe aber auch keine Kritiken vor dem Anschauen gelesen, war also ganz unvoreingenommen... der Schluss ist wirklich schlimm, aber ein Happy End wäre bei der Thematik auch nicht sehr realistisch, oder ?!



geschrieben von: Vorwärts FDJ!

Hatte den vor einigen Monaten gesehen. Ich fand den eher noch zu zahm. An manchen Stellen musste ich sogar schmunzeln. Das dargestellte "KZ" war ja wohl ein Witz. Der gesamte Film war irgendwie nicht sehr realistisch, auch wenn diverse Ansätze und die Atmosphäre (man fühlt sich wirklich in die 30er/40er versetzt - zumindest so, wie man sie sich vorstellt) gelungen waren. Insgesamt ein recht zwiespältiger Streifen.



geschrieben von: polyphobic

Da kann ich zustimmen...von der Inszenierung her war er gerade mal durchschnittlich. Die Idee an sich und der beabsichtigte Effekt sind wohl recht gut und haben ihr Ziel bei den meisten Zuschauern sicher nicht verfehlt, man hätte aber einiges besser machen können...



geschrieben von: Töggelie

Ich habe mir vorhin den Film angesehen und fand ihn ziemlich gut umgesetzt. (Zu lasch nicht unbedingt, wenn man bedenkt, dass das Buch, auf dem die ganze Geschichte basiert, meines Wissens für Kinder/Jugendliche gedacht ist.)
Die Feinheiten, Andeutungen und die unaufdringliche Art haben zumindest bei mir dafür gesorgt, dass ich mich noch während des Films weit mehr mit dem Gesehenen oder Erahnten auseinandersetzte, als wäre mir alles knallhart serviert worden.
Ich habe mir bereits einiges über das Dritte Reich angesehen und durchgelesen, aber diese Art von Ende ist mir so noch nicht begegnet. Wobei ich mir nicht sicher bin, ob das ganze Ausmaß der letzten Szene komplett ersichtlich ist.

Der Schluss ist tragisch - wie will man es auch anders erwarten - und der Film sehenswert.





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