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Gothic - Szene - mittlerweile mehr Schein als Sein?

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geschrieben von: ShainaMartel

Hallo! Ich bin neu hier, habe direkt was zu nörgeln... ;)

Also, ich muss auch mal was dazu loswerden. Ich weiß, zumal ich nichts mit "anderen" Szene-Leuten zu tun habe und außerdem erst 18 Jahre alt bin, sollte ich mir nicht das Recht rausnehmen, über die Szene zu urteilen. Aber das, was ich in den letzten Monaten immer wieder gesehen habe, hat mich zutiefst enttäuscht^^ Vielleicht bin ich, als ich mich über diese Szene informiert habe, einfach an ältere Quellen geraten, die davon berichten, wie die Szene mal vor zehn Jahren gewesen ist.

Also: Ich war letztens alleine in einer Disco (das Pulp in Duisburg), und habe dort die Bestätigung für meine Befürchtung, die mich in den letzten Wochen aufgrund einiger Foren-Erkenntnisse verfolgt hatten, erhalten; Als ich dort reinging und zum großen Teil nur kichernde Jugendliche mit schwarz-bunten Emo-Klamotten und bunten NBC-Spangen in den Haaren gesehen habe, habe ich gemerkt, dass ich hier doch nicht ganz so richtig sein kann, wie ich es lange Zeit lang gedacht und gehofft hatte. Riesige Mengen an kleinen Kindern, die in riesigen Meuten durch die Disco zogen. Wobei der Normalo-Türsteher sich auch noch einen Kommentar zu meinem Patchouli erlaubt hat. Ich trag das Zeug nicht, weil es zur Szene gehört, weil es gothic ist oder sonstwas - ich trage es, weil ich den erdigen Duft mag (vom Patchouli-ÖL, versteht sich, nicht von dem Parfum...). Dass diese Kinder die Lebenseinstellung nicht haben, habe ich nicht daran festgemacht, dass sie so angezogen waren - sondern an ihrer Art, sich zu benehmen. Ich bin auch schon in der Stadt einigen "schwarzen" (schwarz-bunten) Kindern begegnet, die über mich gelästert und gelacht haben, wahrscheinlich, weil ich einen langen Samtrock, ein dazugehöriges Oberteil, einiges an Silberschmuck und Lederboots getragen habe. Das Einzige, was ich für solches Verhalten übrig habe, ist ein überhebliches Grinsen, tut mir leid.

Ich meine, jetzt zu sagen, die Szene sei nicht das, was ich erwartet habe, und das nur an diesem einen Disco-Besuch festzumachen, wäre ja auch nicht unbedingt intelligent... Es kann ja sein, dass speziell diese Disco so "schlimm" ist, z.B., da sie sich in einer modernen Großstadt befindet; Das würde ich vielleicht denken, wenn ich nicht schon zig Kinder gesehen hätte, die es scheinbar cool fanden, irgendwelche mit Teufelssmilies versehene, bunte Zitate in ihre Signaturen zu packen, in denen es womöglich noch darum geht, Aufmerksamkeit durch "ihr" selbstverletzendes Verhalten darzulegen - dabei die Regeln der Rechtschreibung bezüglich der Groß- und Kleinschreibung gänzlich außer Acht zu lassen und mitten in einem Wort große Buchstaben zu verwenden. Bei psychischen Problemen sollte man sich Hilfe suchen, nicht bei seinen Mitmenschen indirekt um Mitleid betteln. Wenn man ihnen dann sagt, dass man klassische Literatur liest und Bands wie Lacrimosa, Goethes Erben und Dark Sanctuary hört - dann lachen die einen aus, weil sie mit ihren 15 Jahren ja sowas von true sind, dass sie "nur Metal und Industrial hören".

Na ja, trotz der Tatsache, dass ich im Grunde kaum praktische Erfahrung in ihr gesammelt habe, wage ich zu sagen, dass die Szene - wider meine ganzen Erwartungen und Hoffnungen - doch ziemlich kindisch ist. Ich hatte gehofft, dass die Zeit die Szene toleranter gemacht hat - im Sinne von z.B. Alkoholabstinenz (ich z.B. trinke keinen Schluck). Aber als ich das gesehen hatte, war ich doch erschüttert.

Gothic war für mich bisher immer ein positiver Begriff - besonders, nachdem ich mich vor zwei Jahren intensiv darüber informiert und herausgefunden hatte, dass das Lebensgefühl genau das meinige widerspiegelt. Aber nach dem, was ich da gesehen und in vielen Foren gelesen habe, nehm ich lieber das Umständlichere auf mich und erkläre jedem, der mich fragt, weshalb ich mich so kleide, meine Gefühlswelt bis ins Detail, als dass ich mich mit diesen Kindern auch noch in eine Schublade stecken lasse. Vielleicht ist mein Lebensgefühl ja nicht mal "gothic" (nennt man das heute etwa "neo-gothic"? Denn zu dem alten bzw. älteren Lebensgefühl fühle ich mich hingezogen), dann liebe ich allerdings trotzdem die Musik und Kleidung. Für mich hat diese Szene über zwei Jahre lang Mystik, Philosophie, Düsternis, Toleranz, Akzeptanz, Fantasie, Weltabgehobenheit, Distanz, Ästhetik, Verträumtheit, Introvertiertheit, Melancholie, Tiefsinnigkeit, Kreativität, Sehnsucht und das Sich-selbst-treu-bleiben bedeutet - so habe ich meine "gothische" Seite definiert.

Mir ist egal, wie die Szene sich entwickelt, ich bleibe ich selbst - und somit schwarz. Es ist nur traurig, dass ich - bei meinem Selbstbewusstsein - nach dieser Erfahrung die Hoffnung, ähnlich denkende Menschen kennen zu lernen, streichen kann, weil ich das bestimmt nicht noch mal machen werde.

Ich wäre euch dankbar, wenn ihr darüber hinwegsehen könntet, dass ich erst 18 Jahre alt bin, und meinen Text einfach neutral lesen könnt.


Wie seht ihr das?
;)

Edit: Ich bin tolerant und akzeptiere auch diese Kinder so, wie sie sind; Aber es macht mich traurig, zu sehen, dass diese im Grunde bunten Leute, die sich der Szene zugehörig fühlen, für die ich mich schon so lange Zeit interessiere, über Leute wie mich lästern und schwarze Discos überfüllen :rolleyes:

Edit2: Nicht falsch verstehen, auch ich kann lachen und sogar albern sein ;) Aber es ist m.E. eben ein Unterschied, ob man sich auch über ernsthafte Dinge Gedanken machen kann oder dazu unfähig und vollends kindisch ist.



geschrieben von: Seneca

Ich sehe das so...!

Zu dem Schluss kamen andere schon im Krisenjahr der Szene 1999.
Außerdem glaube ich das ich dieses Thema nun verschieben muss, zu den anderen Themensträngen mit ähnlicher Ansage.

PS: Es steht Dir übrigens frei Dein "schwarzes Ich" hier für alle Zeiten zu demontieren.



geschrieben von: ShainaMartel

Okay, tut mir leid. Ich musste meinem Frust einfach mal Luft machen ;)



geschrieben von: SoulReaper696

Ich möchte gern ein Lob aussprechen: Selten nur schreibt ein neuer User/in solch einen langen, ausführlichen Text.
Und dann sind noch die Worte, die groß geschrieben werden sollten, auch so geschrieben! Ich bin beeindruckt.

Zum Thema an sich - nicht wenige hier halten ihr Lebensgefühl in sich, bzw gehen nicht in Clubs, um ihr "Schwarz-Sein" auszuleben....

Entschuldigen brauchst du dich nicht.
ICH wüsste zumindest nicht, weswegen.


Stand your Ground!



geschrieben von: Seneca

Zitat:
Original geschrieben von ShainaMartel
Okay, tut mir leid. Ich musste meinem Frust einfach mal Luft machen ;)
Das verstehe ich ja nur zu gut. Und damit Du das kannst wird die ganze abgelassene Luft hier auch liebevoll von mir seit Jahren verwaltet. Schau Dich dazu mal in den gesammelten Werken der Szenekritik um, vielleicht findest Du Dich dort wieder. Ich bin heutzutage übrigens schon so abgestumpft dass ich es tatsächlich neuerdings fertig bringe zum WGT zu fahren und auch noch Spaß dran zu haben.



geschrieben von: Takk...

Sehr schöner Text. Du nimmst mir die Worte aus der Tastatur.

Wenn man sich ein bestimmtes, durchaus romantisches Weltbild über die Szene aufgebaut hat, bleibt die Enttäuschung nicht aus. Die kommt vielleicht nicht beim ersten mal, aber nach einer bestimmten Zeit. Wenn du die bekannten Szeneclubs betretest, wirst du auch irgendwann merken, dass die Musik immer gleicher, primitiver und dümmer wird, die DJ´s im Grunde nur den gothischen Massengeschmack bedienen und das Niveau an manchen Stellen einfach unterirdisch ist, genauso wie manche Texte von irgendwelchen Szenekaspern. Ich geb dir mal den Tip, da in kleinere Clubs auszuweichen oder nur auf bestimmte Themenabende zu gehen, bin damit immer gut gefahren. Das ändert aber nichts an der Tatsache, dass die schwarze Szene kein Deut anders, als unsere heutige Eifersuchts- und Ellenbogengesellschaft ist, nur dass sie halt anders aussieht. Die Szene an sich zu idealisieren, bringt nichts, achte lieber auf deine Werte und definier dich als Mensch, nicht als Anhänger. Allzuviel Toleranz solltest du nicht erwarten, da oft nur noch Extreme eine Rolle spielen, ohne Grautöne und Schattierungen, das sieht man auch deutlich an die Subgenres, wo sich viele ihre Schublade suchen. Schau lieber auf das, was dir selber zusagt und such dir entsprechend deinem Interesse die Abende raus, so triffst du eher auf Gleichgesinnte.

Für weitere Anregungen und Fragen kannst du ja im AUGEN DURCH DIE NACHT- Forum vorbeischauen, da gibt´s sehr viele interessante Themen über die Szene.



geschrieben von: rainraven

Was soll ich dazu sagen? Viele haben schon bemängelt, daß "die Szene nicht mehr das wäre, was sie mal war". Aber auch die Leute, die eine Szene ausmachen, sind halt nicht mehr das, was sie mal waren. Jeder wird älter und ändert seine Lebenseinstellung, seinen Geschmack oder seine Lebensumstände. Und das ist auch nicht unbedingt immer schlecht.
Ich selbst habe vor 12 Jahren mit Anfang 20 auch als "Samtlappen-Rüschengote" mit unmöglichem Stil angefangen und habe mich zum Cyber weiterentwickelt und finde das gut so, weil es meinem Wesen nun weitaus mehr entspricht. Ich hätte heute keinen Nerv mehr auf Spitzenröcke, lange goldene Ringellocken und Silberschädel um den Hals, das finde ich an mir inzwischen eher lächerlich. Damals aber hat es zu dem, was ich fühlte und wie ich mich fühlte, gepaßt. (Vielleicht hatte ich einiges auch nur an, weil ich dachte, das gehört eben dazu. Ich trag nämlich ziemlich ungern Röcke.)

Deswegen ist meine Grundeinstellung aber gleich geblieben und ich zähle mich nach wie vor zur Szene, weil ich mich dort zuhause fühle. Und auch wenn ich nicht so aussehe und gerne elektronische Musik höre, gehe ich doch in den von Dir, ShainaMartel, angeführten Eigenschaften der Szene konform. Das und das in meinen Augen liebevoll gestaltete Erscheinungsbild der meisten Zugehgörigen waren wohl auch die Beweggründe, die mich dorthin gezogen haben.

Was ich von sogenannten "Emo-Kiddies" halten soll, weiß ich auch nicht genau. Mir gefällt es auch nicht, daß Außenstehende nun alle Schwarzen "Emo" nennen und da irgendwas durcheinanderbringen. Sogar ich muß mich nun regelmäßig "Emo" nennen lassen, wenn ich mit Cyberhaarteilen und Plateaustiefeln in der Nähe unserer Proll-Partymeile ausgehe (da ist leider auch eine schwarze Veranstaltung). Aber auf der anderen Seite, was soll man machen? Ist es nicht ebenso engstirnig und selbstherrlich, über "Emos" zu lästern wie wenn sich diese über "true" Gothics lustig machen? Ist da eines besser als das andere?
Wenigstens Du weißt, was Du bist und wer Du bist und was es für Dich bedeutet, und deswegen würde ich mich nicht von Anderen blöd anmachen lassen. Ich muß auch damit leben, daß ich und meine "Subspezies" ständig blöden Anfeindungen in Foren ausgesetzt ist. Aber mich juckt es nicht, es langweilt höchstens. Denn ich weiß, daß ich gut so bin, wie ich bin und meinen Platz hier habe. Und die Veränderung ist halt einfach nicht aufzuhalten, das ist ein ganz normaler Prozeß, der auch nicht unbedingt schlecht ist. Heutige junge Leute haben andere Gründe, Depressionen oder Kummer zu haben und andere Probleme, die sie beschäftigen als damals in den Achtzigerjahren. Dementsprechend bringen sie ihr Lebensgefühl halt anders zum Ausdruck. Hier kann ich den Beitrag von Takk zitieren, daß die Gesellschaft in meinen Augen im allgemeinen oberflächlicher und leistungs-und konsumorientierter geworden ist, das gilt szenenübergreifend. Ich frage mich hier auch, ob die elitäre "schwarze Szene" nicht einfach ein Mikrokosmos ist, der schon immer nur die Lebensweisen und Einstellungen des "Normalo"-Makrokosmos wiedergegeben hat, bloß eben verkleidet in äußerlich anders aussehender Form.
Und eine Szene, die nur aus lauter alten stehengebliebenen Alt-Wavern oder besteht, die weltvergessen immer noch zu "kontroversen" Bands tanzen, die es längst nicht mehr gibt oder deren Frontfiguren längst mit Familie und Enkelkindern in ihrem Einfamilienhaus einem bürgerlichen Leben nachgehen, das kann es doch irgendwie auch nicht sein...

Richtiug ist aber, daß man sich deswegen nicht zu schämen braucht für das, was man ist und die allseits so hochgejubelte Toleranz walten lassen sollte.



geschrieben von: Demon17

Zitat:
Für mich hat diese Szene über zwei Jahre lang Mystik, Philosophie, Düsternis, Toleranz, Akzeptanz, Fantasie, Weltabgehobenheit, Distanz, Ästhetik, Verträumtheit, Introvertiertheit, Melancholie, Tiefsinnigkeit, Kreativität, Sehnsucht und das Sich-selbst-treu-bleiben bedeutet - so habe ich meine "gothische" Seite definiert.



Also ich fand die Szene Ende der 80er schon ziemlich kommerziell. Verglichen mit dem was wir Waver der ersten Stunde hörten, war es doch nur billiger Elektropop. Für mich war es damals ein Grund nicht mehr ins PC zu gehen, als diese seltsamen Frauen in ihren Plastikklamotten dort auftauchten und die Typen das lange Haar mit einem Undercut entstellten. 95-2000 war ich dann erwachsen und habe nur noch MTV gehört. Als ich dann Anfang des neuen Jahrzehnts wieder im PC auftauchte, war es eine Offenbarung. Nun gehe ich seit 5-6 jahren wieder regelmäßig auf Piste und muss sagen 2001-2006 ging es noch, doch dieser Technotrend ruiniert die Szene. Er stirbt jetzt und ich habe wieder Hoffnung, obwohl es insgesamt immer weniger wird. Wenn Dir mit 18 Jahren die Kids zu jung sind, was soll ich denn mit meinen 47 sagen? Also es gibt durchaus noch Veranstaltungen auf denen auch Ältere herumlaufen und die Musik erträglich ist. Im Ruhrgebiet kenne ich nur das Zwischenfall, aber vielleicht fragst Du mal Trauerwesen, wo man da hingehen kann. Eine Schwalbe macht zwar noch keinen Frühling, aber Du machst mir Hoffnung.

Dark Dreams

demon17



geschrieben von: Takk...

Es liegt auch ein Stück an der Vermarktung, dass die Szene heute so ist. Was primitiv, billig und simpel ist, lässt sich gut vermarkten und da greift man gerne auf die Mittel der Technoszene zurück, die schon damals die Technoszene zerstört hat. Irgendwie hat die elektronische Szene das intelligenter gemacht, hat das musikalische Grundgerüst auf das wesentliche reduziert, sich ein breites globales Netzwerk aufgebaut und ist so wieder auf den Grundgedanken der Musik als Verbindung von Menschen zurückgegangen. Da wäre das TimeWarp mal ein Beispiel, das nicht nur ein reines Technofestival ist, sondern eine Kulturveranstaltung mit Lesungen, Filmvorführungen etc. Hoffentlich hält das WGT auch diesen Anspruch, sonst könnte es in der Hinsicht ziemlich düster aussehen. Musik sollte das Ziel haben, Menschen zu verbinden und gleichzeitig einen bestimmten Anspruch und Qualität zu wahren, kulturübergreifend zu sein. In der Hinsicht sind Verkäufe in der schwarzen Szene das A und O. Das mag auch daran liegen, dass die schwarze Szene nicht die finanziellen Mittel besitzt, noch anspruchsvolle Musik zu produzieren, da eine schlecht verkaufte, aber musikalisch durchaus anspruchsvolle CD, das Aus für eine kleine Plattenfirma bedeuten könnte. Das Netzwerk, gemeinsam was zu schaffen, ist leider nicht so ausgeprägt, Ideen neue Vertriebswege zu gehen, werden dadurch seltener verwirklicht, wodurch Qualität leidet.



geschrieben von: Takk...

Das ist auch einer der Gründe, warum ich Szeneschuppen meide. Das liegt auch an der Entwicklung von Schubladen, da es ja einfacher ist zu sagen, wir gegen den Rest der Welt, als über das eigene eng gesteckte Ego zu schauen. Ich kann mir das Phänomen nur so erklären, dass viele krampfhaft versuchen, eine Individualität auszudrücken, das man sich von anderen abgrenzt. Man baut sich lieber seine eigene Welt auf, als gemeinsam was aus dem Boden zu stampfen. Früher gab es den Vorteil, dass man als Fan an die Sache rangegangen ist und gemeinsame Interessen das ausschlaggebene waren, nicht die Selbstdarstellung. Das liegt aber auch insoweit an unserer gesellschaftlichen Entwicklung, dass das stumpfe Dagegensein und Selbstdarstellung gang und gebe ist, vor allem wo das Internet so viele Möglichkeiten bietet, sein Ego ein wenig aufzublasen.



geschrieben von: |Dunkelschön|

Zitat:
Original geschrieben von ShainaMartel
Hallo! Ich bin neu hier, habe direkt was zu nörgeln... ;)

Also, ich muss auch mal was dazu loswerden. I



Oh, erstmal "Hallo" meinerseits und schön das du als neuer users schon mal einen Test mit mehr als 24 Buchstaben geschrieben hast -

Tja was so abgeht ist leider so, aber wie die meisten hier schon schrieben, die Szene der elektronischen Musik hat die "Flucht und Reformierung" intelligenter hinbekommen... hab in einem anderen Thread über die "goth" Szene DJ´s schon ausführlich geschrieben ...

http://www.nachtwelten.de/vB/showth...&threadid=76284

kannst dich hier mal "durcharbeiten" ;)

Hier in Kurzform: Falls du mal weggehen willst empfehlen sich kleine Locations die sich leider (oder anders: auch gut so) nur schwer finden lassen gehen. Oder bestimmte Eventreihen wie "When we were Young".

Meien Szeneclubbesuche sind deswegen im Jahr an einer Hand abzählbar ...

Lass dich nicht entmutigen, du bist nie einzige mit dem Gedanken ...



geschrieben von: Goat93

ShainaMartel

Was mich etwas stört, das du recht häufig "kleine Kinder"
verwendest. Mit 18 bist du nicht gerade wirklich aus der
Pupertät gefallen, ich würd eher sagen, mittendrin.
Darf man fragen, was du in deren Alter so gemacht hast?



geschrieben von: ShainaMartel

Gerne doch.

Ich bin schon damals anders gewesen, habe es bevorzugt, alleine zu sein, war eine totale Einzelgängerin, war introvertiert, habe Gedichte und an einem Roman geschrieben, klassische Literatur und klassische Musik sowie ältere Lieder gehört, außerdem für meinen Wunsch, Archäologie zu studieren, etwas getan - schulisch gesehen. Der einzige Unterschied zu heute ist, dass ich damals - so ca. bis ich 17 Jahre alt war - einfach in unauffälligeren Farben rumgelaufen bin und mir mein Aussehen relativ egal war, ich damit nichts ausdrücken wollte. Wobei das auch heute noch relativ nebensächlich ist. Allerdings habe ich schon "damals" genauso gedacht und gefühlt wie heute.

Und meine "Andersartigkeit" hebe ich bestimmt nicht hervor, weil ich hier in einem Gothic-Forum schreibe; Nein, ich stehe dazu, weil ich nicht einsehe, etwas zu verdrängen, was mir in meinem Leben zwar Halt gibt, aber auch schon einige Schmerzen verursacht hat.



;)



geschrieben von: rainraven

Zitat:
Original geschrieben von shadowflower

Ich mag nicht diese überhebliche Selbstverliebtheit von irgendwie aufgeputzen Menschen, die meinen, dass sie was besonderes damit darstellen. Ich hab nix gegen ausgefallene und kreative Kleidung und Styling ... aber nicht wenn ein arroganter, unfreundlicher Mensch darin steckt.




dem schließe ich mich an.


Grüße
(aufgeputzt, aber nicht im geringsten arrogant) ;)


Egoismus und Egozentrik findet man leider auch bei so vielen weniger auffallenden und nicht "schwarzen" Mitmenschen...das ist kein besonderes Szenemerkmal. Und gerade in der Szene habe ich diesbezüglich eher die besseren Erfahrungen gemacht und Freunde gefunden, auch wenn wir uns alle grundlegend voneinander unterscheiden. In meinem Freundeskreis findet sich zu jedem Musikstil und jeder Unterart der "Schwarzen" mindestens ein Beispiel, und wir kommen dennoch alle gut miteinander aus. Obwohl ich innerhalb der Szene inzwischen alle Stereotypen von Personen, die es auch im "Normalbürgertum" gibt, entdecken durfte, behaupte ich auch immer noch die vernünftigeren Menschen, besseren Freunde und angenehmeren zeitgenossen hier unter den "Schwarzen" kennengelernt zu haben.

Wobei allerdings schon mein erster Eindruck, als ich anno 1997 in meinen ersten schwarzen Club kam, trotz des Heimkommensgefühles auch befremdlich und beängstigend war, da mich dieses aggressive Zurschaustellen von Geschlechtsmerkmalen und -Attributen eher traurig machte, frustrierte und verängstigte (ich meine hautenger Lack, Korsetts, SM-Zubehör und Unterwäsche war damals nichts, was ich zum Tragen auf offener Straße oder beim Ausgehen kannte).
Soviel vielleicht zum "Schein" und Geltungsdrang in der Szene und daß das damals schon so war...



geschrieben von: more

Wie kommst du dann aber auf die absurde Idee, dass du in einer Disko Gleichgesinnte treffen könntest, wenn du folgende Charaktereigenschaften hast:

Einzelgänger
Grüblerisch
introvertiert sein

Meinst du wirklich solche Charaktere gehen in Diskotheken? Geht man da nicht hin zum Feiern und sich treffen?
Ich sehe und sah mich als Person ähnlich wie du. Und ich stelle ebenso fest, dass ich das was ich als "Gothic" empfand nicht in einer Diskothek antraf. Allerdings brachte mich das nicht zum zweifeln an der sogenannten Szene. Sondern eher zum meiden solcher Lokalitäten. Gefunden habe ich mein schwarz trotzdem. Und meine gleichgesinnten Freunde auch. Und trotzdem gehe ich in die Disko - mit dem Wissen, dass das was dort ist, nichts mit dem zu tun haben kann, was man als Gothic bezeichnen könnte.



geschrieben von: Ravenheart I

Ich sehe "die Szene" ohnehin nicht wirklich als Einheit oder ähnliches, eher als eine Ansammlung von Menschen, die sich unterschiedlicher nicht sein könnten. Ich habe durchaus Leute innerhalb dieser Szene kennengelernt, die tiefsinniger waren als andere, die gerne über die Welt philosophiert haben oder vielleicht sogar Gedichte schrieben. Das gibt es nach wie vor, aber der überwiegende Prozentsatz unterscheidet sich wohl nicht wirklich vom großen Rest der Menschheit. Ich persönlich glaube, dass der größte Teil der sogenannten schwarzen Szene heute aus schwarzgekleideten Partygängern besteht, für die der eigene Style, das äußere Erscheinungsbild und die Art und Weise, wie sie auf andere wirken wesentlich mehr im Vordergrund steht als irgendein Gedankengut.

Es wirkt etwas, als wenn du ursprünglich geglaubt hättest, du würdest innerhalb der Gothicszene bessere Menschen finden als anderswo, das kann man aber nicht wirklich behaupten. Es sind die gleichen Menschen mit den gleichen Fehlern wie andere auch, nur dass die Aura und die Art und Weise der Selbstdarstellung oft eine andere ist.

Zitat:

Gothic war für mich bisher immer ein positiver Begriff - besonders, nachdem ich mich vor zwei Jahren intensiv darüber informiert und herausgefunden hatte, dass das Lebensgefühl genau das meinige widerspiegelt. Aber nach dem, was ich da gesehen und in vielen Foren gelesen habe, nehm ich lieber das Umständlichere auf mich und erkläre jedem, der mich fragt, weshalb ich mich so kleide, meine Gefühlswelt bis ins Detail, als dass ich mich mit diesen Kindern auch noch in eine Schublade stecken lasse.


Das kann ich gut verstehen und ich handhabe das ähnlich. Ich halte es so oder so für den besseren Weg, unabhängig davon, wie sich die Gothicszene entwickelt oder nicht entwickelt. Wieso sollte man auch seine eigene Persönlichkeit auf die typischen Merkmale einer Gruppierung reduzieren. Wenn du von einer Andersartigkeit redest, die du in dir trägst und die du selbst fühlst, dann solltest du dir diese auch bewahren, dabei müssen ja gar nicht alle anderen in der schwarzen Szene deine Auffassungen teilen, denn dann wäre es ja keine Andersartigkeit mehr. Menschen mit deinen Vorstellungen, so wie du sie geäußert hast, gibt es auf der Welt leider relativ wenige, ich muss sagen, dass ich immer froh darüber war, solchen Menschen im Leben zu begegnen. Solche Freundschaften wirken einfach oft wesentlich aufrichtiger und weniger auf Oberflächlichkeiten beschränkt, wie man es sonst häufig erlebt, dass man diese eben mal so in der Disco schließt ist aber wohl relativ unwahrscheinlich.

Es ist aber auch verständlich, dass sich immer mehr Leute von der Szene distanzieren. Wer will schon gerne mit irgendwelchen 15 Jährigen Mädchen verglichen werden, die stolz darauf sind psychisch krank zu sein und sich für die größten Rebellen halten, weil sie mit Totenkopfspängchen in den Haaren herumlaufen und Blutengel hören. Zusätzlich haben sie vielleicht auch noch Borderline, benehmen sich im Leben wie die größten Idioten und haben immer die passende Entschuldigung parat, sie sind ja schließlich krank. Wenn ich überlege, dass sich all diese Leute als "schwarz" bezeichnen, dann vergeht mir das "dark" sein ;)



geschrieben von: rainraven

Zitat:

Einzelgänger
Grüblerisch
introvertiert sein

Meinst du wirklich solche Charaktere gehen in Diskotheken?




äh ja das tun sie...

Zitat:

Geht man da nicht hin zum Feiern und sich treffen?



Das eine schließt das andere nicht aus.

Ich bin gegenüber und in den Augen von "Normalos" eher einzelgängerisch, grüblerisch und introvertiert, suche aber auch gerne die Geselligkeit Gleichgesinnter und hab auch gerne Spaß um das zu vergessen, was mich grübeln und melancholisch sein läßt. Andersrum kann man auch einsam sein, wenn man umgeben von vielen Menschen ist...

Zitat:

Ich sehe und sah mich als Person ähnlich wie du. Und ich stelle ebenso fest, dass ich das was ich als "Gothic" empfand nicht in einer Diskothek antraf.


Das ist gut möglich. Als ich anfing "Gothic" für mich zu definieren, war dies auch nur eine geheimnisvolle romantische Welt, die aus meinem besten Freund und mir, Gedichten, Geschichten, Gemälden, Gedanken und Düsterem bestand. Sie hatte ihre gewissen Ausprägungen sehr wohl auch in unserem Szeneclub. Aber wie erwähnt hat sich das Gesicht der Szene gewandelt wie die Gesichter derer, die sie bilden und alles ist der Veränderänderung unterworfen. Das war schon früher so und das müßte einem als gebildetem Goten ja auch aus dem Barock schon bekannt vorkommen. :)
Wohin diese Veränderung geht und ob sie als positiv oder negativ empfunden wird, sei aber dahingestellt und jedem selbst überlassen. Ich jedenfalls könnte nun nicht mehr zurück und ewig so weitermachen wie damals. Es ist einfach nicht mehr die Zeit und nicht mehr diese Situation meines Lebens, die diese Epoche für mich prägte.
Und ich bin gespannt, wie ShainaMartel selbst das mal mit Mitte 30 beurteilen wird und wie die Szene dann aussehen wird...



geschrieben von: Goat93

Sorry, aber dieses ganze "Einzelgängerisch" usw. woran macht
man das fest?
Weil man nicht 24std. ein Handy am Ohr hat? Wenn es danach
ginge, wäre ich ja direkt ein Einsiedler...

Ich kenne genügend, auf denen diese ganzen Beschreibungen
passen würde, die aber nie was mit Goth zu tun haben werden...
oder wollen...

Ich verstehe nicht so ganz den Brückenschlag zwischen diesen
Eigenschaften und der Erkentniss das man Schlagartig
"goth" sein sollte o.o



geschrieben von: gruftigirl

Ich habe in letzter Zeit festgestellt, daß "mein" Gothic sich in mehreren Bereichen aufgespaltet hat...
Wenn ich zum Tanzbeinschwingen gehe, mal alle Monate, mal jede Woche, dann kann es mir garnicht elekktromäßig genug sein! Egal wie billig das produziert wird, hauptsache tanzbar, laut und heftig, ideal um überschüssige Energien freizulegen :D Zwar bin ich mit meinen am 11. Juni 41 Jahren auch etwas einsam inmitten all den Kiddies, aber das stört mich nicht, hauptsache geile Musik, Augen schließen, abtauchen, rumstampfen...
Bin ich daheim von der Arbeit, so um halb zehn Uhr abends, dann schalte ich meist Klassikradio ein, lese ein gutes Buch oder arbeite an meinem Hobby. Oder ich höre Sopor Aeternus, Qntal, Dead Can Dance, drehe mal etwas lauter auf und lasse die melancholischen Töne auf mich einwirken. Manchmal liege ich auf meinem Sofa, lege Diary Of Dreams oder Mantus oder Samsas Traum ein und schlafe und schlafe doch nicht... Entspannung pur!
Hausarbeit gelingt super mit Welle: Erdball! Schön laut aufgedreht und schön laut mitgeträllert! Oder so Strobelight-Compilations mit Batcave-Musik, herrlich! Hebt superschnell die Laune!
Für jede Situation die richtigen Töne.
Ich habe aufgehört, der alten Gruftikultur nachzutrauern und lebe mein eigenes Ding. Und letztendlich stellte ich fest, auch das Neue hat seine Reize.
Irgendwie mag ich das Alte UND das Neue!



geschrieben von: Cabal

Was hast du erwartet? Dass es in der Szene keine Cliquenbildung gibt? Mit manchen versteht man sich halt, mit manchen nicht. Aber weißt du, dass diese "Kinder" nicht Fantasyverliebt sind? Keine eigenen Literatur schreiben aber punktgerecht zur Disco gehen um, man staune, tatsächlich "abzappeln" (tanzen tut heute keiner mehr) zu gehen?

Wenn dir die Leute in der Disco nicht zugesagt haben, Pech gehabt. Für weit mehr Menschen war es das genau Richtige. Für das Entspannen und quatschen bei sachter Musik musst du dir halt einen anderen Ort dafür suchen, nicht irgendeine Disco. Für jemanden wie dich ist es sowieso wahrscheinlich besser, angesprochen zu werden, als selbst jemanden anzusprechen.

MfG
Cabal



geschrieben von: Goat93

Zitat:
Original geschrieben von gruftigirl
Ich habe in letzter Zeit festgestellt, daß "mein" Gothic sich in mehreren Bereichen aufgespaltet hat...
Wenn ich zum Tanzbeinschwingen gehe, mal alle Monate, mal jede Woche, dann kann es mir garnicht elekktromäßig genug sein! Egal wie billig das produziert wird, hauptsache tanzbar, laut und heftig, ideal um überschüssige Energien freizulegen :D Zwar bin ich mit meinen am 11. Juni 41 Jahren auch etwas einsam inmitten all den Kiddies, aber das stört mich nicht, hauptsache geile Musik, Augen schließen, abtauchen, rumstampfen...
Bin ich daheim von der Arbeit, so um halb zehn Uhr abends, dann schalte ich meist Klassikradio ein, lese ein gutes Buch oder arbeite an meinem Hobby. Oder ich höre Sopor Aeternus, Qntal, Dead Can Dance, drehe mal etwas lauter auf und lasse die melancholischen Töne auf mich einwirken. Manchmal liege ich auf meinem Sofa, lege Diary Of Dreams oder Mantus oder Samsas Traum ein und schlafe und schlafe doch nicht... Entspannung pur!
Hausarbeit gelingt super mit Welle: Erdball! Schön laut aufgedreht und schön laut mitgeträllert! Oder so Strobelight-Compilations mit Batcave-Musik, herrlich! Hebt superschnell die Laune!
Für jede Situation die richtigen Töne.
Ich habe aufgehört, der alten Gruftikultur nachzutrauern und lebe mein eigenes Ding. Und letztendlich stellte ich fest, auch das Neue hat seine Reize.
Irgendwie mag ich das Alte UND das Neue!



Willkommen im Leben eines "Normalos" :)



geschrieben von: gruftigirl

Zitat:
Willkommen im Leben eines "Normalos"


Danke! ;)



geschrieben von: gunslinger

Also, ich bin jetzt 43, und ich habe schon vor Jahren auf dem Mera Luna und in so einigen schwarzen Diskos gemerkt, dass ich da der Opa bin und nicht mehr hingehöre. Ich will die jungen Leute ja auch nicht stören. Also wenn zelebriere ich mein scharzes Leben in Ruhe für mich allein und pflege dabei auch meine Depressionen, die ja auch irgendwie dazu gehören


mfg

gunslinger



geschrieben von: gruftigirl

@gunslinger
Hehe, ich bin nur zwei Jahre jünger, aber mich ficht das Ganze nicht an...
Zwar merke ich an dem ganzen Kiddie-Gehabe (vor dem Eingang des Clubs beim Luftschnappen oder wenn Bekannte eine rauchen), daß ich "zu alt für diese Scheiße bin", was aber noch lange nicht heißt, daß ich nicht mehr schön laut und und schön heftig abfeiern kann! Außerdem machts mir immer noch Spaß, mich zu stylen und schminken. Und ganz so schlecht kann ich noch net aussehen, bis jetzt hat noch immer der Szenefotograf ein hübsches Bildchen von mir geschossen :D

Ich finde, die Gothic-Szene kann nur von allen Altersgruppen profitieren! Junge Leute, 14, 16... junge Erwachsene, 22, 25..., junge Familien, die Eltern Dreißiger, mit Kindern, oder mit 40, ja sogar 50jährigen... Einmal sah ich auf dem WGT einen Herrn, der muß schon über 60 gewesen sein, mit komplett schwarzer Kluft, Ledermantel und Boots, und wehendem langem, grauen Haar - da mußte ich gleich zweimal hingucken, der sah sowas von HAMMER!!! aus!

Und von "Stören" kann da gar keine Rede sein, ich finde, man kann generationsübergreifend voneinander lernen und erfahren.

Gothic forever!!!



geschrieben von: belladonna

Zitat:
Das mag auch daran liegen, dass die schwarze Szene nicht die finanziellen Mittel besitzt, noch anspruchsvolle Musik zu produzieren, da eine schlecht verkaufte, aber musikalisch durchaus anspruchsvolle CD, das Aus für eine kleine Plattenfirma bedeuten könnte.


wie wahr, wie wahr... seufz :(


Heute habe ich einem Spiegel (online) Interview (mit Natalja Solschenizyna) folgendes Zitat gefunden:

"...aber gleichzeitig ist dieses Rennen nach materiellen Werten bedauerlich. Tief drinnen spüren die Menschen, dass sie nicht das Richtige tun. Darum ärgert es sie so, wenn jemand kommt und sie an etwas Höheres erinnern will. Es ist übrigens so, dass sich jede Konsumgesellschaft, die frei von Werten ist, schließlich sogar gegen jeden Versuch wendet, höhere Werte zu fördern."

Da könnte irgendwie was dran sein... :rolleyes: Und warum sollte die Gothicszene davon nicht betroffen sein...

Aber schön zu lesen, daß es doch auch noch würdigen "Nachwuchs" gibt ;)



geschrieben von: Goat93

Die Mittel stehen noch zur Verfügung, der Geldsegen bleibt
aus. Der Idealismus an der Stelle fehlt dann ein bisschen.
Aber das ist ebenso ein schweres Thema :/



geschrieben von: rainraven

Zitat:
Original geschrieben von Goat93
Sorry, aber dieses ganze "Einzelgängerisch" usw. woran macht
man das fest?
Weil man nicht 24std. ein Handy am Ohr hat? Wenn es danach
ginge, wäre ich ja direkt ein Einsiedler...




ich war auch nicht immer "schwarz". Aber wenn man als Kind/Jugendliche schon merkt, daß man mit den Anderen nicht viel gemeinsam hat, daß sie sich für andere Dinge interessieren als man selbst, einen nicht verstehen oder "komisch" finden und man sich deswegen absondert oder abgesondert wird, weil mit einem keiner was zu tun haben will, nenen ich das "einzelgängerisch".

Nicht als Modewort oder weil es "cool" ist, ich wäre auch lieber ein beliebtes Kind im Kreise vieler Freunde gewesen, aber ich war auch nicht der Typ dazu, mir war auch oft Ruhe und "meine Welt" lieber als all das Angesagte, Hippe, womit ich nichts anfangen konnte. Das meine ich mit "einzelgängerisch".


Heute (als "Schwarze") brauche ich dagegen fast immer Gesellschaft und bin nicht gerne allein...



geschrieben von: Goat93

rainraven:

auf 100 kindern kommen eventuell 2, die wirklich
ausgesondert werden. von diesen ausgesonderen
kindern werden von 100 eventuell 2 gothiks.
Alles andere läuft in völlig normalen bahnen der
völlig normalen umgangsform zwischen kindern und
jugendlichen ab.
Es mag sein, das man sich anders fühlt oder unverstanden
fühlt, aber das ist meistens selbst eingeredet. Diesen
Umstand kann man sogar mit etwas intelligenz ändern ;)



geschrieben von: Wind

Ich finde du schreibst sehr treffend, ich kann es so gut nachfühlen. Ich selbst bin 20, und habe mir vor 3 Jahren ähnliches gedacht. Habe hier sogar ähnliches geschrieben, woraufhin mich auch der liebe Goat93 ziemlich genau das selbe gefragt hat (ich muss grinsen). Meine Antwort habe ich noch auf dem PC gespeichert, weil es mir damals so wichtig war, weil es aus mir herausgeschrieben werden musste, dank Anzweiflung. sozusagen.
Ich kann es so gut nachvollziehen.
Und man weiß auch nicht richtig, an wen wenden, denn die Gleichaltrigen sind eben auch in der Szene keine Aufmunterung. Und an viel Ältere habe ich mich damals nie rangetraut, mich gefühlt wie ein kleines Gruftikind, dass sowieso nicht ernst genommen wird.

Aber ich gehe mitlerweile ganz gerne feiern, tanzen ist schön. Ich bin sehr enttäuscht, dass sehr oft nicht gespielt wird, wonach ich mich wirklich sehne. Das macht mich mitunter sogar ganz verzweifelt (in diesem Forum tauche ich auch hauptsächlich auf, um zu sehen, ob es nicht doch mal eine für mich interessante Veranstaltung irgendwo gibt). Aber irgendwie weiß man auch nicht wohin, wenn die Alternativen noch schlechter aussehen und Tanzen einem irgendetwas gibt. In einem Club einfach mal abschalten, tanzen, andere Menschen, oder auch gerne allein umher laufen. Das schätze ich übrigens an den Clubs: man kann auch mehr für sich sein, wenn man das möchte, nichts denken, viel denken. Das ist der Vorteil an der (gerechtfertigt!) kritisierten geringen Offenheit in der Szene.

Nun bin ich nicht mehr ganz so introvertiert wie früher, habe weniger Überschneidungen mit der Szene. Vieles ist mir zu doof geworden. Und dann tauchen doch wieder tief gefühlte Überschneidungen mit der Szene auf. Und auch zufällige Begegnungen, ich kann irgendwie doch nicht von ihr lassen. So sehr die Szene und das Drumherum mich enttäuschte, so wenig sie mich manchmal noch berührt heute...

Nicht, dass ich nur wenig mit der Szene zu tun habe. Man sieht die "Wurzeln" oft an meiner Kleidung, am Schmuck, an den Interessen, man könnte mich oft optisch dazu zählen. Meine engsten Freunde haben/hatten auch mehr oder weniger etwas mit Gruftis(wie-auch-immer) zu tun. Das ästhetische ist wunderschön zum Teil, es gibt wirklich tolle Musik zu entdecken, das (nicht vorhandene? )Lebensgefühl entspricht in vielen Bereichen meinem. Dann ist auch wieder alles ganz anders. Ich bekomme meine (gern verwendeter Begriff) "Gruftidepression", weil man hier eben doch nicht findet, was man glaubte, weil die Clubszene zum kotzen ist, usw usw Hier findet man jedenfalls nur begrenzt, wonach man sucht. Sehr schade.



geschrieben von: GrinseRabe

Genau das Selbe hatte ich mir auch einmal gedacht. Nur schwer kann man da noch durchblicken; die einen nennen die anderen "Wannabies" und man weiß nicht ob sie es tun um von sich abzulenken und sich als "true" dazustellen oder weil sie, wie man selbst, enttäuscht waren.
Discotheken (und so weiter) sollte man tatsächlich zu anderen Dingen nutzen. Meist findet man Freunde oder Gleichgesinnte zufällig. Jedenfalls war das bisher bei mir so. Und das was ich mir wünsche habe ich immer noch nicht gefunden. Es macht mich traurig, dass selbst eine meiner Schwestern (zum Teil) nicht anders ist.
Die meisten nutzen dieses Wort leider nicht als das was es für mich bedeutet. Aber man ist umso glücklicher wenn man jemanden trifft der so ähnlich, oder zum Teil genauso, denkt. Sicher findet man solche Personen wenn man sein Herz dafür offen hält.



geschrieben von: Daemona

Ich muss vielleicht vorweg schicken, dass ich eigentlich nicht so sonderlich viel mit der Szene an sich zu tun habe. Ich kann also nicht beurteilen, wie sich die Sache in der Realität wirklich verhält. Was ich allerdings in diesem Forum bis jetzt mitbekommen habe, ist alles andere als das, was ich erwarten oder auch erhofft hatte. Es fallen immer wieder Schlagworte wie "Toleranz", "Akzeptanz" und viele mehr, doch was die Leute hier schreiben, ist mit diesen ganz und gar nicht kompatibel. Vielleicht habe ich mir auch falsche Vorstellungen von der Szene gemacht, aber das einzige, dass die Leute hier wirklich zu interessieren scheint, ist die Abgrenzung von anderen Szenen. Mir kommt es teilweise so vor, als wenn die Leute nur "schwarz" wären, weil sie sich in dem Moment von anderen abgrenzen. Ich bin mir nicht sicher, ob ich mich wirklich als "schwarz" bezeichnen würde, aber ich mache eben das, was mir gefällt. Und genau, dass machen die "zu bunten" ;-) Kids eben auch. Solche Jugendlichen machen doch keine Szene kaputt, wenn überhaupt, zerstört sie sich selbst. Andere "Szenen" beschweren sich auch nicht in der Art. Ich habe teilweise den Eindruck bekommen, mag sein, dass ich da etwas falsch verstanden habe (oder auch nicht...) , dass viele das "Schwarzsein" überbewerten. Klar, es mag sein, dass es für viele eine Lebenseinstellung ist, aber eben auch einfach ein Kleidungsstil, Musikgeschmack und vieles mehr... . Nur weil man "schwarz" ist, ist man nichts besseres und das scheinen viele zu vergessen.



geschrieben von: Black

Ich denke einfach, dass wenn wir uns schwarz anziehen, uns einfach von den "Normalos" abgrenzen wollen. Ich bin da aber nicht so verbissen drauf. Ich ziehe mich schwarz an (klar), ich habe auch manchmal in der Öffentlichkeit mein Thorshammer-Kreuz um und meine Schminke ist auch dunkel, jedoch um zu zeigen, dass ich zu dieser Szene dazugehöre. Tolleranz? Gegenüber den anderen Menschen ja, aber nicht für Teenis, die versuchen uns nach zu eifern. Die sehen einfach irgend eine Gebrauchsanweisung in einer Jugendzeitschrift und denken, klar cool. Schwarze Klamotten, dunkle Schmincke, mystische Symbole, jedoch verschencken genau Diese keinen einziegen Gedanken daran, was wir darstellen wollen. Die Szene selbst kann auch den Ruin bringen!



geschrieben von: Seneca

Ich ziehe mich ziemlich oft olivgrün am und sezte mit einen Lederhut auf um mich von den Normalos und Gruftis abzugrenzen.
Wirkt genau, man wird auch angestarrt. Ist aber nur rein äußerlich, den eigentlich bin ich ja ein resignierter Hippie.



geschrieben von: Todessehnsucht

mhh ich laufe manchmal nackig rum :P ich finde damit grenze ich mich mehr ab als ihr alle nänänänänä :P

(schwarz war dieses jahr glaub ich sogar sommerfarbe ^^)



geschrieben von: Vorwärts FDJ!

Zitat:
Original geschrieben von GrinseRabe
die einen nennen die anderen "Wannabies"

Ja, so war es früher mal. Heute nennen Wannabies andere Wannabies. Der trve Teil ist längst verstorben. Nur die Wannabies wollen das nicht wahr haben. Also wird es in 20 Jahren noch stets dieselben Diskussionen zu einer Szene geben, die eigentlich schon seit 10 Jahren tot ist. :p



geschrieben von: Eisblume7

Also ich finde der Text hat so ziemlich viel Wahrheit in sich. Aber ich denke das halt viele "Kiddys" anzutreffen sind im Gothic Outfit kommt warscheinlich daher das man so mit 12/13/14 wie auch immer gerne halt ein bisschen ausprobiert was Mode angeht und daher auch einige vorübergehend in die Szene rutschen die eigendlich später feststellen nicht richtig am Platz zu sein.

Und ich nehme an du mit deinen 18 Jahren bist sicher auch noch ein Jugendlicher aber das du halt darauf ansprechen wolltest das sich sehr viele im benehmen ziemlich unreif zeigen obwohl man mehr reife in gewissen Altersphasen erwartet.. Oder?
Wenn es dich tröstet das ist nicht nur bei Gothics der Fall ich denke das kommt auch sehr darauf an in welcher gegend man wohnt (hier in Kanada werden alle behandelt als währen sie kleinkinder folglich benehmen sie sich auch dementsprächend, wo die ersten in der Schweiz ihre Lehre und somit den Start in das ernste Berufsleben anfangen sind sie hier noch auf der High School darüber am kichern wenn jemand ein Wort wie Sex oder sowas fallen lässt xD)

Na wie auch immer ich hoffe du hast jetz noch nicht den "Glaube an die Szene" verlohren.. Ich denke Gothic hat mittlerweile (kann ja nicht von den 90' sprächen war noch zu jung ;) ) viele verschiedene Seiten zeigt, welche einem gefällt muss man selber wissen :D



geschrieben von: Seneca

Mir ist aufgefallen das es in D-land jetzt zunehmend waschechte Mallgoths gibt. Interessant wie sich das entwickelt, speziell weil diese Mallgoths ja bereits ihren eigene "trueness" Regeln entwicket haben. Solange es Leute gibt die dazugehören wollen, ist eine "Szene" nicht totzukriegen, egel wie flach oder bekloppt ihre Inhalte sind.



geschrieben von: Captain Cute

Und darum sollten wir uns offiziel vom Gothsein distanzieren und was Neues beginnen oder nicht ? ^^



geschrieben von: GISMO

Ist doch alles Kack-egal, macht doch einfach was ihr wollt.



geschrieben von: Seneca

Zitat:
Original geschrieben von Captain Cute
Und darum sollten wir uns offiziel vom Gothsein distanzieren und was Neues beginnen oder nicht ? ^^
Ja hast Du das denn noch nicht?

Hier gehts zur Demontage!



geschrieben von: Crunsher

Aber neben den ganzen "Gruftie-Kiddies" gibt es auch "Wannabies" die die alten Werte hochalten und versuchen diese zu bewahren, nur leider werden diese von den ganzen anderen überdeckt. Und auch wenn es oberflächlich klingt: So schnell stirbt die Schwarze Szene nicht weg und selbst wenn sie nur in buntem Techno und Emos weiterlebt. Zeiten ändern sich eben, und in 30 Jahren sage ich bestimmt auch "früher war alles besser" und rege mich über den Nachwuchs auf.
Hochachtungsvoll, die nächste Generation



geschrieben von: logic_system

Ich finde die Ausgangsfragestellung im Thread-Titel eigentlich ganz interessant, zumindest wenn man sie mal genauer abklopft: Die Verbindung von "Gothic" und "Szene" ist eigentlich mehr Erwartungshaltung als Beschreibung.

"Gothic-Szene" impliziert ja, dass es sich um eine soziale Gruppe bzw. einen sozialen Interaktionsraum handelt, in dem entsprechende Musik (die man nach gewissen musikalischen Attributen tatsächlich zumindest grob fassen kann) rezipiert wird und der allgemein bestimmte Kriterien erfüllt (Mode oder die im Akkord beschworene "Lebenseinstellung"). Man nimmt ja gerne an, dass es allgemeingültige Kriterien im "Szene-Begriff"-Diskurs gäbe. Da muss ich leider entschieden widersprechen. Es gibt - vereinfacht betrachtet - zwei Ebenen: die der Erfahrung und jene der Wahrnehmung. Die eigene Wahrnehmung der Szene ist immer Projektion, die durch Medien vermittelten Bilder und Eindrücke ergeben zusammen mit der eigenen Persönlichkeitskonstruktion ein Grundbild, dass man auf eine angenommene Zahl unbekannter Personen im Rahmen der eigenen Szene-Definition überträgt (nennen wir das jetzt mal Meta-Szene). Hinzu kommt die Erfahrung im persönlichen Austausch mit vor Ort, die wiederum das eigene Bild der Szene massiv beeinflusst und deine Szene-Vorstellung immer wieder neu umformt. Man sucht die Deckungsgleichheit mit der eigenen Selbstprojektion in Personen oder Gruppen. D.h. die diskutierte "Szene" wird durch das Sich-selbst-in-Bezug-setzen stets aufs neue komplett neu erdacht, auch wenn es einen breiten Kanon von typischen Schlagwörtern, vermittelt durch pseudowissenschaftliche Abhandlungen oder Selbstbeweihräucherungen von Szene-Gängern geht, die versuchen aus ihrer eigenen Selbstprojektion allgemeingültige Kriterienkataloge für "wahre" Schwarzkittel abzuleiten.

Auch das von dir verwendete "mittlerweile" schlägt genau in diese Kerbe: hast du denn so viel Erfahrung, dass du dir eine so allgemeine Frage überhaupt zutrauen kannst? Lässt eine einzige Disco-Veranstaltung irgendwelche Rückschlüsse auf etwas so weit gefasstes wie eine "Jugendkultur" zu?

"Schein als Sein"? Wie sollten sie denn sein? Wo fängt Sein an und hört Schein auf? Bzw. umgekehrt?

Für mich sind die meisten Grufties, die nach 10 Jahren immernoch voll true-Goth sind und ihre Identität aus der Zugehörigkeit zu einer schwammigen Masse von Menschen entwickeln, meist einfach arme, konservative, verstockte, Gestalten.

Mit 18 Jahren wäre ich verdammt vorsichtig mit solchen Aussagen, denn du wirst dich selbst noch massiv verändern. Ich kenne Leute, die mit 17 gesagt haben, dass sie "für immer schwarz blieben" und jetzt? Jetzt sitzen sie im Erlanger Schlossgarten, pflücken Blumen und häkeln sich Pullis. ^^

Free your mind!

edit Ich bemühe mich um Intoleranz und im Gegenzug richtige Meinungen zu Dingen, statt bloßem Hinnehmen ;)



geschrieben von: Seneca

Ich für mich persönlich muss auf jeden Fall zugeben dass ich mehr Schein als Sein regelrecht auslebe. Meine bevorzugte Bühne dafür war jahreang die schwarze Szene, derzeit besuche ich allerdings zunehmend Alternativen bei denen es quasi Grundvoraussetzung ist ordentlich aufzutragen damit der Schein auch ordentlich glänzt.



geschrieben von: ShainaMartel

@logic:

Öhm, dass ich das geschrieben habe, ist, nebenbei erwähnt, nun bereits ein knappes Jahr her :D

Aber um mal auf die von dir erwähnten Sachen einzugehen:

Mittlerweile distanziere ich mich fast vollends von dieser Szene und bin glücklich damit :D Zwar habe ich durch Freunde und ein paar Events noch mit ihr zu tun, würde mich aber nicht mehr als Teil von ihr sehen^^ Es geht mir um das Lebensgefühl, nicht (mehr?) darum, dieser Szene anzugehören.

Und doch bleibe ich bei meiner Meinung, die aussagt, dass ich immer schwarz bleiben werde. Meistens liegen Leute, die von anderen auf mich schließen, falsch, war bisher meines Wissens nahezu immer so :D Mein "Schwarzsein" bedeutet mir in sehr vielerlei Hinsicht einfach zu viel, als dass ich es ablegen könnte. Vor einem Jahr habe ich noch gedacht, dass ich nur schwarz wäre, wenn ich mit der Szene zu tun habe, dabei war ich es innerlich schon immer. Eine Szene-Zugehörigkeit kann sich ja gerne wandeln, aber ich bin der festen Überzeugung, dass sich das Innere nicht so gravierend verändert, dass man innerhalb weniger Jahre einen komplett anderen Charakter bekommt. Die Zeit, die einen Menschen am meisten prägt und beeinflusst, ist die Kindheit, und die hätte für mein "gruftiges" Dasein nicht förderlicher sein können. ;)
Aber ich rede wieder zu viel von mir, sorry, wollte das nur mal gesagt haben. ;) :D

Trotzdem jedem das Seine. :D



geschrieben von: logic_system

Warte noch vier Jahre, dann reden wir da nochmal drüber ;)



geschrieben von: Thalamus

Was soll denn daran so ungewöhnlich sein, sich bis ins Erwachsenenalter treu zu bleiben ? Ich würde eher sagen ab einem gewissen Alter trennt sich die Spreu vom Weizen. Entweder es liegt in der Natur eines Menschen oder eben nicht. Ich bin jetzt 28 Jahre, folge dem alten Pfad seit meiner Kindheit und die "schwarze Welt" bietet mir so vielseitige Facetten, dass ich noch bis an mein Lebensende damit beschäftigt sein werde, diese zu ergründen und zu genießen.



geschrieben von: ShainaMartel

@logic: Bitte... nicht schon wieder dieses übertrieben-pseudo-elitäre "Da reden wir in zehn Millionen Jahren noch mal drüber"-Gerede :D Das habe ich nun schon garantiert ebenso viele Male gehört, wie ich an Jahren warten soll, und in allen Fällen, an die ich mich erinnern kann, habe ich diejenigen, die meinten, mich besser zu kennen als ich selbst, enttäuschen müssen, indem ich ihnen bewiesen habe, dass sie mit ihren pseudo-weisen Vermutungen falsch gelegen haben :D

Aber njo, nicht falsch verstehen, da habe ich nichts gegen, können wir gerne und werden wir dann sicher tun. ;)

Denn ich stimme Thalamus zu: Entweder, es gehört zum Wesen eines Menschen, oder eben nicht. Mit zunehmendem Alter zeigt sich dann, wer das, was er macht, wirklich aus Überzeugung getan hat, und wer sich selbst nicht gut genug kannte oder es aus einer Modeerscheinung heraus getan hat.
Und bei mir ist das Erste definitiv ebenfalls der Fall. Und nur weil ich nicht dauerdepressiv durch die Gegend renne, heißt das noch lange nicht, dass ich innerlich nicht schwarzromantisch veranlagt sein kann. Melancholie macht mich nicht depressiv, sondern glücklich, weil ich sie genießen kann, nicht unter ihr leide, that's the difference. Daher bezeichne ich sie auch lieber als simple Emotionalität - denn als Melancholie, da diese von vielen mit den überaus negativ behafteten Depressionen gleichgesetzt wird (wobei 'simpel' hier wohl fehl am Platze ist :)). ;)



geschrieben von: logic_system

Mit "schwarz", "schwarzromantisch" übernimmst du vorgezeichnete Kategorien, überträgst sie auf dich, projezierst diese zurück auf ein romantisiertes, ebenfalls medial vermitteltes Ideal ("Old-School-Gruftie"), nur um dich selber vor dir selbst zu begründen. Du benötigst (noch) die "Szene" mit all ihren Attributen um deine eigene Persönlichkeitskonstruktion aufrechtzuerhalten, sie stützt sie von außen.

Wenn du dir tatsächlich in deiner Sache so sicher wärst und so "apart of the scene" stehen würdest, wie du hier den Eindruck zu vermitteln suchst, dann würdest du a) nicht in diesem Forum schreiben (denn das ist auch Szene) und dich b) nicht rechtfertigen und in deiner Meinung implizit rückversichern. Im übrigen würdest du dich auch nicht gleich auf eine einfache Provokation hin rechtfertigen.



geschrieben von: ShainaMartel

Och, wenn mir diese Szene nicht egal wäre, würde ich sicherlich mehr mit ihr zu tun haben, aber dafür verkehren mir in ihr zu viele extravertierte Gestalten, die oberflächlich und nur auf Party aus sind; Im Grunde jedem das Seine, aber es nutzt mir in keinster Weise, mich in Kreisen aufzuhalten, in denen ich keine ähnlich Denkenden finden kann. ;)

Aber da du wohl eher darauf hinaus wolltest, dass ich mich einem vermeintlich einheitlichen Lebensgefühl anpasse - anstatt einer Szene -, muss ich sagen, dass die Tatsache, dass ich mich, wie es scheint, durch das Lebensgefühl dieser Szene definiere, nichts damit zu tun hat, dass ich mich an die Szene angepasst habe, sondern umgekehrt; Ich habe zu dieser Szene gefunden und dann herausbekommen, dass sich in dem Rahmen, in dem sich dieses Lebensgefühl - oder zumindest das der älteren Szene, soweit ich das in meinem Alter zu beurteilen wagen kann - zu bewegen scheint, auch meines befindet.

Die Sachen, die dieses Lebensgefühl für mich ausmachen, habe ich schon geliebt, als ich noch gar nicht wusste, dass es eine Schwarze Szene gibt und wie Gothic geschrieben wird.
Immerhin habe ich, wie erwähnt, recht spät zu dieser Szene gefunden. Das ist nun mal meine Persönlichkeit. Aber ich kann da auch nur für mich sprechen. :rolleyes: ;)

Ganz ungeachtet dessen, dass diese aufbrausende Reaktion meinerseits, bei der du denkst, dass sie dadurch hervorgerufen wäre, dass ich meinte, meine "Stellung" innerhalb dieser Szene beweisen zu müssen, ebenfalls ein Teil meines Charakters und Temperaments ist, den mir keine Szene vordiktiert. ;) Ich verweise dadurch, dass ich die Schwarzromantik auf mich selbst bezogen als Lebensgefühl definiere, lediglich auf einen sehr wichtigen Teilaspekt meines Charakters - was Thalamus, der nun zehn Jahre älter ist als ich, ganz nebenbei erwähnt, ebenfalls tut. ;)

Ich denke nicht, dass ich mich in eine Schublade stopfe, 'desindividualisiere' oder mich in irgendeiner Weise an eine Szene oder ein scheinbar vorgeschriebenes Lebensgefühl anpasse, wenn ich mein Gemüt sowie einen erheblichen Teil meines Charakters als schwarzromantisch bezeichne, meinen Gefühlen und Gedanken somit eine Bezeichnung verpasse, die es schon immer gegeben hat und die keiner Szene unterliegt. :D

Szene ist Mode, eine Szene wird von den Menschen geformt, die ihr angehören. Schwarze Romantik hat damit nix am Hut, nur scheint es für die, die nicht hinter die Fassade blicken, vielleicht nach außen so.
Leute, die sich an etwas, was einer Mode - sprich, einem stetigen Wandel - unterliegt, anpassen, sei es Subkultur, Szene oder sonst etwas, sind Mitläufer, basta. ;)

Aber was streiten wir eigentlich, gnar, ich fürchte, ich habe zu viel Kaffee getrunken *sigh* >.<

Btw, dass ich das alles so vehement verteidige, liegt, wie gesagt, an meinem Temperament (oder auch an dem übermäßigen Kaffee-Konsum? :D), definitiv nicht daran, dass es mir wichtig ist, mich zu profilieren und mir die Bestätigung dafür zu holen, dass ich mich als Teil einer Szene sehen darf, denn diese ist mir wurscht. :D


Aaaahja, vielleicht wäre, bevor ich es vergesse, auch noch zu erwähnen, dass ich genauso auch diverse Metal-Richtungen, Mittelalter, Synthie, Electro, Medieval, Goth Rock, EBM und Soundtracks von Filmen und Games höre. Nur dass der Anteil dieser Musik in meiner Auswahl doch recht gering ist *g*

Und seltsamerweise muss ich Thalamus auch hierbei zustimmen, so seltsam es klingen mag; Die Schwarze Szene bietet viel mehr Platz für diverse Interessen, Hobbies, Denkweisen etc. als der gesamte, "bunte" Rest der Gesellschaft. Zumindest erscheint mir persönlich das alles viel zu eintönig, weil es alles gleich scheint, aber wie gesagt, jedem das Seine. Und durch dieses Lebensgefühl, speziell dadurch, dass ich mich darüber informiert habe, habe ich noch ein paar Seiten (Interessen etc.) an mir kennen gelernt, die ich bis dato gar nicht kannte. :)



geschrieben von: Crunsher

Aber erkennt man auch ob einer jetzt ein schwarzes Herz hat oder nur einen schwarzen Mantel? Kulturen sind nunmal nicht genormt





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