Der Lack ist ab. Alles, was mir jetzt noch sichtbar von diesem Wochenende bleibt, ist die Schramme auf meinem Rücken. Hat der blöde Baum mich doch erwischt. Gnar. Die erste Stunde, nachdem Du weg bist, ist die schlimmste. Wie eine zweite Schramme, doch die ist nicht sichtbar. Aus den Rissen blutet sie doch. Jeden Montagmorgen. Nie ist das Gefühl des Alleinseins so stark, wie in dieser Stunde. So falsch und so dunkel. Schau, dass du schnell schläfst, du musst früh raus, hast Du gesagt, doch schlafen kann ich in dieser Stunde nicht, gleichgültig wie müde ich zuvor war. Ich versuche nicht an Dich zu denken, dass Du jetzt im Auto sitzt und Dich mit jedem Kilometer weiter von mir entfernst. Dass Du schon zuhause angekommen bist. In meinem zweiten Zuhause in den letzten Monaten. Es tut weh, jeden Montagmorgen, ich möchte Dich festhalten, dass die letzte Umarmung nie aufhört, noch ein Kuss bevor Du die Treppe hinuntergehst und für vier Tage aus meinem Leben verschwindest. Dass Du neben mir liegst, in dieser Stunde, ich in Deine Augen sehen, über Dein Haar streichen kann. Doch ich sage nichts, lasse Dich gehen, denn ich weiß, es würde nichts an diesem Gefühl ändern, es nur verschieben. Ich weiß, es wird vorbeigehen, die brennende Sehnsucht dieser Stunde wird sich schon bald in ein warmes Gefühl unter der Oberfläche verwandeln, das nur noch ab und an mal ziept. Ich werde in meinen Alltag zurückkehren und das Alleinsein wird wieder richtig und hell werden. Du bist so wichtig für mich geworden, dass es schmerzt, mich in Angst und Schrecken versetzt…
I’m terrified cause I think too much. I get emotional when I drink too much. I buy every cry cause I don’t trust. (IAMX)
Als ich vor anderthalb Jahren hier, in einem ersten, längst vergrabenen Nebelpfad zu schreiben begann, habe ich in einer Signatur folgendes gelesen: Katze oder Mann? Lieber versau ich mir den Teppich als mein Leben. Damals habe ich mich zuerst köstlich darüber amüsiert und dann aus tiefstem Herzen zugestimmt. Nun habe ich beides , Katze und Mann. Am Wochenende…
geschrieben von: Lethala
Mein Kleiner,
auf leisen Pfoten hast Du Dich in mein Herz geschlichen. Wir sind uns beide so ähnlich, menschenscheu und so gar nicht begeistert von der anderen Art. Jeder Veränderung, allem Fremden begegnen wir erst einmal mit Misstrauen. Wir brauchen unseren sicheren Platz und sträuben uns diesen frei zu geben.
Oft habe ich Euch beobachtet, in den Wochen nachdem sich Deine Panik soweit gelegt hatte, dass Du es wagen konntest mehr als nur ein paar Minuten bei uns oben zu bleiben, das eingespielte Team. Das doppelte Mauzen.
Mit den Monaten näherten wir uns doch an, doch das geschah so langsam, so unwirklich, in so kleinen winzigen Schritten, dass ich es gar nicht mitbekam. Erst als Du da standest, an jenem Spätfrühlingsabend, auf der obersten Treppenstufe, mich mit Deinen großen Katzenaugen anblicktest und erst in die Wohnung hineingehen wolltest, nachdem Du Dir sicher warst, dass ich auch wirklich mit hineinkomme… in diesem Augenblick wusste ich wie sich ein Marathonläufer fühlt, nachdem er endlich im Ziel angekommen ist.
Das Eis war gebrochen, Du hast mich in Deinem Revier akzeptiert. Und ich habe gemerkt, wie viel mir das doch bedeutet. Der Rest wurde für uns beide dann irgendwie selbstverständlich. Das Schälchen Milch, Streicheln. Immer näher kamst Du mir. Und auch ich ertappte mich immer öfter dass meine Augen Dich suchten, wenn Du nicht bei uns oben warst.
Dich neben mir auf dem Sofa zu wissen, eingerollt, wohlig schnurrend, dein weiches, warmes Fell unter meinen Fingern, die Dich kraulen. Selbstverständlich… Wie lange liegt der Kater denn schon da? Deine Worte schreckten mich auf, ich zuckte die Schultern. Ein, zwei Stunden. Dein ungläubiger Blick. Das ist doch gar nicht seine Art! Das macht er doch sonst nicht. Nicht bei Fremden, nur bei Dir. Wieder habe ich nur die Schultern gezuckt. Ist doch kein großes Ding. Aber tief in mir, habe in diesem Augenblick die Sicherheit zurückbekommen, die ich in den letzten Tagen bereits verloren geglaubt hatte. Und ich glaube, Du hast auch noch jemand anderen die Zweifel genommen.
Danke für Dein Vertrauen, Kleiner. Sticks?
geschrieben von: Lethala
I rather die than give you control (NIN)
In Selbstbeherrschung habe ich einen 30+ Skill, mit 10er Fertwert. Jeden Tag sammele ich mehr Trainingslevel als ich wegsteigern kann. Situationen, in denen ich nicht die Kontrolle über mich habe, sind mir zuwider. Auf andere angewiesen zu sein – das Grauen. Jemanden gar um Hilfe zu bitten – der Weltuntergang. Lieber laufe ich tausendfach durchs Feuer um meine Habseligkeiten zu retten, als die Feuerwehr zu rufen. Im übertragenden Sinne, ich glaub in diesem Moment würde ich es dann doch wagen – und einen Nervenzusammenbruch nach dem anderen kriegen, während ich darauf warte, dass sie auch endlich auftaucht. Warten ist der Horror. Ich kann nicht warten. Nicht weil ich ungeduldig bin, ich kann nicht auf andere warten. Nicht auf Anrufe. Blöd nur, dass ich auch noch eine Telefonaversion habe und auch erst dann anrufe, wenn das Feuer schon an meinen Haaren frisst.
Something borrowed, something new… der Placebo-Song schwirrt mir durch den Kopf, aus welchem Lied die Zeilen stammen, kann ich gerade nicht zuordnen. Ich habe Brian Molkos Stimme im Kopf aber der Titel will mir einfach nicht einfallen. Ich hasse so was, das macht mich madig und ich denke den ganzen Tag darüber nach, bis es irgendeine verklemmte Schublade in meinem Kopf endlich ausspuckt.
Noch weniger mag ich über den weiteren Sinn dieser Worte nachdenken, es zählt nur das *New*, für das andere bleibt keine Zeit. Erstmal. Du hast so komisch gekuckt, als ich flapsig gemeint hatte, bis Du heiratest wird alles wieder gut. Ein dummer Spruch, den man halt so sagt. Aber irgendwie habe ich bei Dir das Gefühl da auf dem Glatteis zu sein. Und zwar anders als ich es gewohnt bin. Im Hinterkopf habe ich noch das Gespräch damals im Auto: "Ich bin nicht der Typ fürs Heiraten", habe ich gesagt. Du hast zu lange gezögert für Dein "Ich auch nicht". Nicht, dass mir der Gedanke in letzter Zeit nicht mal durch den Kopf gegangen ist, aber doch nur unwirklich, abstrakt. Im Computerspiel. SIMS 2 eignet sich hervorragend dazu all das auszuprobieren, was man sich im wahren Leben (noch) nicht traut. Nur ein Klick weit entfernt vom „Ja“, mit genügend Lebenstränken für immer & ewig, der Eifersuchtsmodus ist ja abgeschalten und das größte Problem wie viele Kinder hält mein Computer ohne zu ruckeln aus. Nur ein Computerspiel…
Ein neuer Abschnitt hat begonnen. Diesen Freitag wirst Du mich für die nächsten Wochen, bis zu den Ferien, das letzte Mal mit Deinem Steinchen abholen. Wenn ich ehrlich sein soll, dann bin ich ganz froh darüber. Damit hat das ewige Warten auf Godot ein Ende und meine Nerven zittern auch weniger. Ich brauch nach der Arbeit einfach nur in den Zug steigen – in der Hoffnung, dass er auch pünktlich ist – ein Buch in meiner Hand und weiß jeder Kilometer bringt mich Dir näher. *Ich* bestimme, wann es los geht und bin nicht zum ewigen Warten verdammt. Herrlich. Im Gegensatz zu Dir liebe ich Zug fahren. Vielleicht liegt es daran, dass ich nie ein Auto so zur Verfügung hatte, wie Du es hast, vielleicht habe ich auch nur so viel Gottvertrauen, dass ich in meinem Sitz nicht dauernd mitbremsen und mit ängstlichen Blick auf den Tacho starren muss. Dass da garantiert niemand Bitte folgen! blinkt. So hat jeder von uns beiden seine Spleens, wie singen The Ark schon so schön: I don’t know about love and roses but I know we have compatible neuroses.
geschrieben von: Lethala
Ich will, dass es aufhört zu regnen, was ist das denn für ein Sommer? Gestern noch geht man ein vor Hitze, heute schon wird man weggeschwemmt. Gnar. Ich will nicht noch eine dreiviertel Stunde hier herumsitzen und darauf warten, dass es aufhört. Hoffentlich. Ich will nicht auf Dich warten. Ich will Dich jetzt gleich hier bei mir haben. Nicht warten, immer nur warten. Aber offenbar will ich immer nur zu viel...
geschrieben von: Lethala
Langeweile. Die Uhr tickt. Inzwischen sieht es draußen schon wieder nach Regen aus. Mau. Mit jeder Minute geht meine Stimmung nach unten. Ich will raus. Mau. Mau. Mau.
Loveletter to Someone
1 Jahr. Die Zeit läuft durch meine Hände. Ich darf jetzt nicht daran denken, nicht bei den dunklen Wolken da draußen. Ich will nicht wieder die Katastrophenmaschine anwerfen. Das tu ich viel zu oft und genauso oft ist es einfach nur sinnlose Energieverschwendung.
1 Jahr. Ich sehe Dich vor mir... und wünsche mir, Du wärst jetzt hier. Bis morgen scheint noch so grausig lange. Wie Stunden gehen die Minuten.
Ich hab geträumt, wir waren zusammen im Traum, wir waren Bruder und Schwester, Mutter und Vater, Frau und Mann. Ich kann nicht mehr gut schlafen wegen Dir. Wenn ich endlich schlafe, dann träume ich von Dir. Ich werde weggehen. Du kannst mit mir kommen... (Grendel)
1 Jahr und so oft ziehen immer noch die grauen Wolken auf. Erwische ich mich dabei,wie sich wieder diese kleinen bösen Gedanken einschleichen, wie sich mir die Brust zuschnürt, der Magen schmerzt. Stolpere ich auf dem Drahtseil zwischen Dein sein und Nur mir gehören. Zwischen Piratenbraut und Eiskönigin.
1 Jahr und ich wünschte, ich könnte schreiben, dass ich glücklich bin. Aber wenn ich das tue, setze ich es dann nicht der Gefahr aus, dass es zerbricht? Wenn ich anfange, daran zu glauben...
Sometimes I have everything yet I wish I felt something...(NIN)
1 Jahr. Die berühmten drei Worte. Ich habe sie nicht über die Lippen gebracht. Warum sollte ich dann heute damit anfangen? Was bedeutet schon dieses verdammte eine Jahr?
Höre was ich nicht sage, halt mich fest.
P.S.
Da wir uns seit Anbeginn uneinig sind über das genaue Jubeläum, habe ich ganz einfach mal den Mitteltag gewählt ;) Ich hab's nicht vergessen...
geschrieben von: Lethala
I lit my scars in a new cigarette light... (Deathstars)
Die erste Zigarette am Morgen. Die Kälte wandert unter meine Jacke. Nebel perlt um mich herum, wo ich auch hinsehe, grauer Dunst. Ich kann den Bahnhof nicht mehr sehen. Realistisch betrachtet kann ich ihn auch bei bestem Sonnenlicht von hier aus nicht sehen, nur der "Kuhduft" vom Tiermedizinischen Institut davor wabert über die Straßen, aber ich kann ihn dann zumindest erahnen. Jetzt ist er vollständig verschwunden. Noch sechs Stunden...
Manchmal riecht die Stadt nach toter Ratte. Heute riecht sie nach gar nichts. Nur die Autos, die lautstark an mir vorbei fahren, die sind wie immer. Auf Freitagsjagd. Das Büro füllt sich und zwischen den Zeilen verfliegt die Melanchonie. Hab sie mir doch auch selbst eingeladen, da kann ich sie genauso auch wieder wegschicken. Verschwinde, bist hier grad nicht erwünscht. Nimm Deine hässlichen Schwestern Wut, Zorn und Enttäuschung mit, sonst kriegen sie noch mehr von Mutter Vernunft auf den Hosenboden. Selbst schuld an deinem Gefühlschaos, ein Telefon ist zum Benutzen da, nicht damit es schön in der Hand liegt und man die Uhrzeit ablesen kann. Bis du das nicht begreifst, musst du halt dumm sterben. Mit idiotischer Wut im Bauch schlafen gehen. 100 Prozent erreichbar zu sein, jederzeit seine Mails checken zu können, hat eben auch seine Nachteile!
Und schon wieder die Hälfte vergessen, werde wohl nicht darum kommen nachher noch einmal schnell nach Hause zu hetzen. Kleinigkeiten. Aber manchmal bedeuten eben diese mehr als das Große.
Stay with me. I'll be Peter Pan and you just be pretty. (IAMX)
Gestern einkaufen gewesen - halt nein, shoppen nennt man das ja wenn frau nicht nur um die niedrigen Bedürfnisse zu befriedigen durch die Laden tigert sondern sich davon einen Stimmungsflash erhofft. Meist geht der spätestens nach dem zweiten Geschäft nach unten. Frau ist ja mit nichts zufrieden - besonders wenn Frau es sich in den Kopf gesetzt hat mit nichts zufrieden zu sein.
Ein einfacher schwarzer Pullover sollte es sein. Zu dem Einfach gesellten sich mit jedem erblickten Objekt mehr Kriterien, die das Ganze dann doch nicht mehr so einfach gestalteten. Flauschig soll er sein. Nicht einfach nur nicht kratzen, nein flauschig. Was genau flauschig ist, weiß Madame an der Stelle auch nicht, auf jeden Fall sind es aber nicht die 30 Pullover auf ihrem Weg. Die fühlen sich nicht gut an. Der fühlt sich gut an - ist aber weiß. Weiß geht grad noch so als Bluse durch aber nicht als Pullover. Das wirkt als wäre ich jetzt schon neunzig. Am besten noch im Häkellook. Der geht auch noch als flauschig durch - ist aber rot und hat keine Ärmel. Intelligenterweise sollte Winterkleidung die aber haben. Ich finde nie einen Pullover. Der nicht so lang ist wie ein Kleid. In S! Hallo, wenn ich einen Pullover in Übergröße will, dann nehme ich eine XL. Wenn ich ein Kleid will, dann kaufe ich auch ein Kleid. Das habe ich zwischendurch auch entdeckt: aus Samt - also flauschig - schwarz und elegant. Nur wofür soll ich das verwenden? Exklusive Cocktailparties stehen bei mir nicht an - wahrscheinlich würde ich es sowieso nicht anziehen. Wie alles, was keine Hose ist. Außer es sind 90 Grad im Schatten und alles andere in der Wäsche. Stimmung inzwischen zehn Meter unter dem Meeresspiegel. Kaufst du halt was Sinnvolles... Futter für die Baggage. Und nimmst nicht die kleine süße Huskyratte mit, die da im Laden herumhoppelt. Egal wie groß die dich ansieht. Auch wenn die flauschig ist. Das reicht nicht mal für einen Handschuh. Der letzte Laden... oha sie haben Flauschiges. Oha, es ist aus Kaschmir. Grabbel, grabbel. Aufs Preisschild gelugt. Oha. Nein. Doch nicht am Ziel. Ich kapitu... ha, was steht da nebenan? Pullover aus Kuschelstoff. Auch noch in mehreren Varianten. Schön, doch noch ein gutes Ende. Stimmungsflash.
Nur noch 5 Stunden. Die Zeit tickt. Eine Tasse heißen Pfefferminztee, bevor es am Wochenende wieder Cappucino nach Hausart wird. Flauschig und warm. Werde wohl doch gleich zum Bahnhof gehen und mir dort ein Buch für die Fahrt kaufen...
If I have to switch the lights off, I wanna switch them off with you. (IAMX)
geschrieben von: Lethala
Caleidas...
... und all Deine Gefährten, Raven und die ganze Chaostruppe, der einsame Wanderer mit dem Wolf an seiner Seite, der Kronprinz und seine im seinem Blut badende Schwester... sträflichst habe ich euch in den letzten Monaten vernachlässigt, erst durch die Seiten gehetzt und dann mitten im Raum stehen lassen. Ohne Ende. Wie immer der schwierigste Part. Herumgefeilt an den einzelnen Szenen, neu geschrieben, geflucht und zu viele Zigaretten geraucht, einen Teil verloren und dann wiedergefunden...
... meine Medusa, ich werde zurückkehren. Schon bald.
geschrieben von: Lethala
"I'm so tired of being here, suppressed by all my childish fears..." (Evanessence)
Heute im Nebel zur Bahn gelaufen, die Hand kaum vor Augen gesehen. Kalt. Im Kopf der schon gewohnte, montägliche, sonst dienstägliche Kampf zwischen Kür -Zurückgehen und an Deiner Seite weiterschlafen - und Pflicht - Arbeit. Es gibt kein Zurück sobald die Tür zugefallen ist. Nur ein Plan, der zu erfüllen ist. Unterwegs die - auch leider schon übliche - Selbstzerfleischung. Zu dumm, zu stolz, zu feige. Harmoniesucht stürzt mich ins Unglück. Nur nie bei mir selbst. Was ich mir an den Kopf werfe, das würde ich niemanden anderen durchgehen lassen. Aber ich kann mit mir machen, was ich will. Immer noch einmal drauf. Balancier brav auf dem dünnen Seil, das über den Abgrund führt. Auf der einen Seite ist der Selbsthass, auf der anderen das Selbstmitleid. Wo willst du ankommen? Wo?
Du stehst plötzlich vor mir, blickst mich groß mit Deinen Katzenaugen an. Ich muss gehen, kann nicht länger bleiben. Nicht heute. Am Donnerstag wieder. Ein kurzes Streicheln muss reichen. Das musst du doch verstehen. Du läufst mir hinterher bis zum Straßenende. Ich will mich nicht umdrehen, ich weiß wenn ich erst mal im Zug sitze wird es leichter. Es ist alles zu ertragen.
Tränen...
Send me home, return me to a lonely world. (IAMX)
Ich bin so müde. Feierabend, die Luft wird mir gut tun. Sonnenschein. Kein Nebel, keine Tränen mehr. Nachher werde ich ins Vergessen abdriften...
Bless me, undress me
Pick your prey in a wicked way
God I must confess...
...I do envy the sinners
(Nightwish)
Freitag Nacht... ein Lied nur von vielen...
geschrieben von: Lethala
Take the rope to my heart and fall... (Silverchair)
Emotion sickness... seit Jahren schon nicht mehr gehört. Zugekleistert mit Erinnerungen. Warm im Nachhinein, damals doch so bitter. Es ist immer nicht mehr so schlimm nachdem es vorbei ist, nachdem Gras darüber gewachsen ist. Nach der fünften, sechsten Schicht trauert man auch nicht mehr an einem Grab. Zehn Jahre, seitdem ich "Neon Ballroom" das erste Mal hörte. Die Kassette habe ich längst weggeworfen, vor Jahren schon durch die CD ersetzt, doch das schmälert nicht das Wissen von wem ich sie hatte. Manchmal tut man stupide Dinge, um andere zu beeindrucken... und manchmal öffnen einem diese auch die Pforte zu einer neuen Welt. Oder zumindest zu einer Möglichkeit mit der existierenden besser klar zu kommen.
Wohlige Erinnerungen an die Zeiten als 2Rock noch lief, als wir um die Herrschaft vom Fernseher kämpften - sie jedes Mal gewannen, nur um zum zehnten, zwanzigsten Mal "Anas Song" und "Miss you love" zu sehen. Jahrescharts, in denen unter den ersten vier Plätzen drei Songs von ihnen waren. Unsere kurzzeitige Begeisterung für die Bloodhound Gang und wie wir damit alle in den Wahnsinn trieben...
Jugendtraum, einige wenige Momente in unser zerbrochenen Hülle, die wir nie zusammengesetzt haben. Erdbeerlipgloss. 100-Kugel-Billard auf dem Sega mit "Nie gesagt" und Rammstein auf Dauerschleife. Kratzer auf Deinem Rücken. Die CD in Deiner Hand. Tocotronic in der Kirche. Dein Blick im Theater, der mir wie ein Messer durch die Eingeweide schnitt. Zu spät, wrong time, wrong place, wrong person.
Was ist aus Dir geworden? Hast Du Dein Glück gefunden? Bist Du abgestürzt?
Wake up it's christmas mourn... (Type O Negative)
Die nervigste Zeit des Jahres hat mal wieder begonnen... juchuu, ich kann keinen Schritt mehr vor dem anderen machen, ohne das Gefühl zu haben, gleich von einer der tausend Lichterketten einen Stromschlag zu bekommen, von der Menschenmasse, die sich mit 0,00001 km/h vorwärts bewegt, erdrückt zu werden oder von irgendeinem Langfinger ausgeraubt zu werden. Bei meinem Glück passiert das wahrscheinlich auch noch gleichzeitig. Was ist eigentlich so toll an einem Weihnachtsmarkt, häh? Die Buden, die seit Jahren - und wahrscheinlich seit Jahrzehnten auch schon - dieselben sind, jedes Jahr an der gleichen Stelle stehen und denselben Mist anbieten, den auch schon im Vorjahr niemand wollte? Oh mein Gott, der Sofort-Portrait-Zeichner steht dieses Mal auf der anderen Seite des Platzes. Das ist sooooo... neu! Oder dass man es als gediegende Ausrede dafür nehmen kann mit dem Besaufen nicht mehr warten zu müssen, bis man in die nächste Kneipe gefunden hat? Als wäre man nicht schon das ganze Jahr über mit "lustigen" Junggesellenabschieden gestraft genug. Dieselben Lieder grölen sie ja. Und überall funkelt und glitzert es einem entgegen, bis man schon von selber Sterne sieht - oder schwarz, weil die Netzhaut in Streik getreten ist. Noch ist es in den Geschäften ruhig aber... warte, warte nur ein Weilchen, bald stürmen sie auch durch diese Tür, auf der Suche nach Weihnachtsteilchen... Da fällt mir ein, versucht es Hannover dieses Jahr nochmal mit dem Haarmann auf dem Weihnachtskalender?
You have eyes that lead me on
And a body that shows me death
Your lips look like they were made
For something else but they just suck my breath
(Marilyn Manson)
Regen. Schon wieder. Immer noch. Grau. Winter. The Doors. Wintertime love. Winter's so cold this year. Eigentlich ist er zu warm. Doch man soll ja den Tag nicht vor dem Abend loben. Genauso wenig den Eispalast heraufbeschwören, wenn der Kamin lodert und wärmt. Nicht an Morgen denken. An Morgen denken. Worte anderer nehmen um zu beschreiben, was ich fühle, immer noch ziere ich mich es auszusprechen, aus Angst, nur noch Scherben in den Händen zu halten...
Ein Augenblick. Den Kopf auf Deiner Brust, Deinen Arm um mich, so warm, so warm. Wie Pfeile durchlöchert es mein Herz, blinzele in die Mattscheibe... so warm.