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Woher wissen wir etwas?

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geschrieben von: Black Phantom

Wenn man recht darüber nachdenkt, so kann man sich nur über das Innere seines eigenen Bewußtseins ganz sicher sein.

Was auch immer man glaubt, ob es Sonne und Mond,das Haus oder das Virtel betrifft, in dem man wohnt, oder die Weltgeschichte, die Wissenschaft, oder andere Leute, ja sogar die Existenz des eigenen Körpers, es gründet sich auf die eigenen Erlebnise und Gedanken, Gefühle und Sinneseindrücke. Das ist alles, wonach man sich unmittelbar richtet, ob man das Buch in seinen Händen betrachtet oder den Boden unter seinen Füßen spürt, oder sich daran erinnnert das Theodor Heuss der erste Bundespräsident war.
Alles andere ist weiter von uns weg als unsere inneren Erlebnisse und Gedanken und erreicht uns nur durch sie.

Für gewöhnlich zweifeln wir nicht an der Existenz des Bodens unter unseren Füßen oder des Baumes draußen vor dem Fenster oder unserer eigenen Zähne. Die meiste Zeit denken wir nicht einmal an die psychischen Zustände, die uns diese Dinge wahrnehmen lassen, sondern scheinen die Welt direkt wahrzunehmen.
Woher wissen wir jedoch, ob es ihre Dinge auch wirklich gibt? Wäre es denn anders für uns, wenn sie nur in unserem Bewußtsein existierten - wenn all das, was wir dort draußen für die wirkliche Welt hielten, nichts als eine gigantische Halluzination oder ein Traum wäre, aus dem wir niemals aufwachen werden?



geschrieben von: Curzon

Welchen Sinn hätte es, daß wir die Welt so wahrnehmen wie sie ist, wenn sie nicht so wäre?
Wir wurden in unserer langen Entwicklungsgeschichte darauf ausgelegt, unsere Welt so wahrzunehmen, daß wir die für unser Überleben notwendigen Informationen am besten erhalten.
Existieren tut alles auch ohne uns...denkt nur mal an die ersten Einzeller, die vor Milliarden von Jahren im Urozean schwammen. Auch sie haben existiert.
Der Unterschied ist nur, daß unser Bewußtsein die Existent bewußt wahrnimmt, und dann manchmal aus seltsamen Launen heraus beginnt, am selbstverständlichsten was unser Sein ausmacht zu zweifeln.



geschrieben von: Black Phantom

Aber es könnte doch wirklich sein dass wir uns in einem traum befinden. Verhielte es sich so, dann könnten wir hier überhaupt nicht wie aus einem Traum aufwachen, denn es würde nichts anderes bedeuten als dass es eine "wirkliche" Welt, in die man aufwachen könnte, gar nicht gäbe. Insofern wäre dies eigentlich weder ein gewöhnlicher Traum, noch wie eine normale halluzination. In der Regel denken wir uns Träume so, dass sie sich im Bewußtsein von Menschen ereignen, die tatsächlich in wirklichen Kissen liegen und sich in wirklichen Häusern befinden auch wenn sie im traum von einem wilsgewordenen Rasenmäher gejagt werden. Und wir nehmen überdies an, dass gewöhnliche Träume von den Vorgängen abhängig sind, die sich während er schläft, im Gehirn des schlafenden abspielen.

Könnten aber nicht unsere Erlebnisse insgesammt einem gigantischen Traum gleichen, außerhalb dessen es eine Außenwelt gar nicht gibt? Wie können wir denn wissen, dass es sich nicht genauso verhält? wären alle unsere Erlebnisse ein Traum und dort draußen nichts, so wäre das gesammte Material, das man herbeizitieren möchte, um sich zu beweisen, dass es eine Außenwelt gibt, ein Teil dieses Traumes. Wir würden vielleicht auf den Tisch klopfen und das Klopfen höre, all das würde aber schon wieder etwas sein, dass wie alles übrige in unserem Bewußtsein vor sich geht.
Wollen wir herausfinden, ob die Inhalte unseres Bewußtseins uns überhaupt darüber unterrichten, was sich außerhalb dieses Bewußtseins befindet, so können wir uns zur Beantwortung dieser Frage nicht darauf stützen wie uns Dinge innerlich erscheinen.

Worauf soll man sich aber dann noch stützen? Jegliches Beweismaterial, ganz gleich wofür, muß durch unser Bewußtsein hindurch, sei es in gestalt unserer Wahrnehmungen, sei es in Form von berichten in Büchern, von Aussagen anderer oder von Mitteilungen unseres Gedächtnisses - und es lässt sich ohne weiteres mit allem, dessen wir uns bewußt werden vereinbaren, dass unseren Bewußtseinsinhalten überhaupt nichts existiert.

So ist es sogar möglich, dass wir einen Körper oder ein Gehirn gar nicht haben - schließlich kommt es zu unserem Glauben hierran gleichfalls nur durch das Zeugnis unserer Sinne. Wir haben unser Gehirn nie gesehen - wir nehmen ganz einfach an das jeder eins hat - , doch selbst wenn wir es gesehen hätten, oder es zu sehen geglaubt hätten, so wäre dies nichts anderes gewesen als eine weitere visuelle Wahrnehmung. Vielleicht sind wir selbst das Subjekt der Erfahrung, das einzigste was es gibt, und ein physikalische Welt existiert überhaupt nicht - es gibt keine Sterne, keine Erde, keine menschlichen Körper. Vielleicht gibt es noch nicht einmal den Raum.



geschrieben von: Curzon

Ein Traum ist aber u.a. dadurch definiert, daß man aus ihm aufwachen kann, also daß es etwas außerhalb geben muß.
Gibt es außerhalb nichts, so kann es kein Traum sein, dann ist es die einzige Realität, die es gibt.
Genauso frage ich dich, wie wir denn überhaupt definieren können, was Existenz ist, wenn wir nicht mal selber existieren?
Wir definieren unsere Existenz durch das, wie wir Existenz wahrnehmen. Wir sind nunmal so gebaut, daß unsere Sinne unsere Welt definieren, und damit auch unsere Existenz.
Doch wenn wir an unseren Sinnen zweifeln...wem sollen wir denn sonst vertrauen? Es gibt nichts anderes.



geschrieben von: Feuervogel

Natürlich kann man alle Wahrnehmung und jegliche Erfahrung anzweifeln. Dann bleibt nur noch ein "ich" zurück - dieses kann aber nicht angezweifelt werden (siehe den Thread ich denke, also).
Aber was für einen Sinn hat es, alles anzuzweifeln? Jede Theorie braucht eine Grundlage, etwas, was man nur annimmt, aber nicht beweisen kann. Oder beweise mir mal, dass 1+1=2 ist. Das ist halt so, wirst du sagen, und das ist auch richtig. Es ist halt so.
Vielleicht ist das ganze Leben ein Traum, doch was macht es für einen Unterschied?



geschrieben von: Black Phantom

Zitat:

Ein Traum ist aber u.a. dadurch definiert, daß man aus ihm aufwachen kann, also daß es etwas außerhalb geben muß.
Gibt es außerhalb nichts, so kann es kein Traum sein, dann ist es die einzige Realität, die es gibt.



Das sagte ich doch:

Verhielte es sich so, dann könnten wir hier überhaupt nicht wie aus einem Traum aufwachen, denn es würde nichts anderes bedeuten als dass es eine "wirkliche" Welt, in die man aufwachen könnte, gar nicht gäbe. Insofern wäre dies eigentlich weder ein gewöhnlicher Traum, noch wie eine normale halluzination.


Zitat:

Genauso frage ich dich, wie wir denn überhaupt definieren können, was Existenz ist, wenn wir nicht mal selber existieren?



Ich zweifle nicht an der Existenz eines Ichs sondern nur an der Existenz eines physikalischen Körpers. Die Existenz des Ichs ist nicht anzuzweifeln. Es definiert sich durch Gedanken und Gefühle, durch dass, was wir wahrnehmen, aber es gibt keinen Beweis dafür, dass ein physikalischer Körper für diese Wahrnehmungen notwendig ist.


Zitat:

Vielleicht ist das ganze Leben ein Traum, doch was macht es für einen Unterschied?



Hätte man dann nicht einen größeren Einfluß auf das was passiert? In Träumen ist man dass, was man sein will, man kann alles viel besser selber steuern.
Wenn es keine Aussenwelt gäbe und wir nur in einer besonderen Art von Traum leben würden müßten wir doch schneller und einfacher dafür sorgen können dass wir weniger leiden.
Wenn alles was wir sehen nur unserer Vorstellung entspringen würde hätten wir unser schiksal wirklich selber in der Hand.



geschrieben von: Curzon

Zitat:
Original geschrieben von Black Phantom

Hätte man dann nicht einen größeren Einfluß auf das was passiert? In Träumen ist man dass, was man sein will, man kann alles viel besser selber steuern.
Wenn es keine Aussenwelt gäbe und wir nur in einer besonderen Art von Traum leben würden müßten wir doch schneller und einfacher dafür sorgen können dass wir weniger leiden.
Wenn alles was wir sehen nur unserer Vorstellung entspringen würde hätten wir unser schiksal wirklich selber in der Hand.



Darauf willst du also hinaus.
Nach all unserer Erfahrung ist es wohl erwiesen, daß wir Menschen uns nicht in einem gigantischen Traum befinden. Allerdings gibt es Anzeichen, daß wir tatsächlich mehr beeinflussen können, als wir denken.
Gebete z.B. haben wirklich einen Einfluß, das hat man statistisch nachgewiesen.
Allgemein kann man sagen: Starke emotionale Gedanken haben die Kraft, die Realität zu beeinflussen, und zwar nicht die subjektive, sondern die objektive (oder die gemeinsam subjektive, wenn dir diese Formulierung lieber ist). Die Erforschung des ganzen ist noch in den Anfängen, ich gebe dir mal nen Link: http://noosphere.princeton.edu/
Ansonsten: Du leidest ja auch nicht unter der Welt, sondern unter deinem Eindruck von der Welt. Wie du die Welt siehst, wird ja durch dein Gehirn aufgenommen und gefiltert, und je nachdem wie diese Filter konfiguriert sind, leidest du unter bestimmten Aspekten der Welt.
Und es gibt imho kein Schicksal. Das Schicksal ist nur eine Entschuldigung für Menschen, die zu schwach sind, ihr Leben selber in die Hand zu nehmen, wenn es ihnen nicht gefällt. Der größte Faktor, der einen unterdrückt sind nicht die anderen und die Welt, sondern die eigene Angst, die das eigene Weltbild so verzerrt, daß es erscheint, als wären die anderen und die Welt daran Schuld.



geschrieben von: Black Phantom

Zitat:
Original geschrieben von Curzon

Ansonsten: Du leidest ja auch nicht unter der Welt, sondern unter deinem Eindruck von der Welt. Wie du die Welt siehst, wird ja durch dein Gehirn aufgenommen und gefiltert, und je nachdem wie diese Filter konfiguriert sind, leidest du unter bestimmten Aspekten der Welt.



Teilweise magst du durchaus Recht haben, aber was ist mit den äußeren Umständen die man in einer realen Außenwelt nicht beeinflußen kann?

z.B. Vergewaltigung: War man da einfach nur zur falschen Zeit am falschen Ort? War man es Schiksal? War man aus irgendwelchen Gründen selber Schuld? Hätte man es in dem vorher erwähnten Traum selber beeinflußen können, sofern man sich der Tatsache bewußt gewesen wäre dass man nur träumt?


Wenn wir von einer realen Außenwelt ausgehen ist der Einfluß den wir auf unser eigenes Leben haben doch sehr eingeschränkt, da wir relativ stark von äußeren Faktoren abhängen würden.



geschrieben von: FallenSisko

So ein ähnliches Thema hatte ich auch mal, aber es leider etwas verunglückt.
http://www.nachtwelten.de/vB/showth...p?threadid=6193

Ich muß Curzon Recht geben. Gedanken können deine Umwelt, oder auch nur die Wahrnehmung, positiv oder negativ beinflussen.

Zum Beispiel kannst du die selbe Straße Nachts herunter laufen. Einmal wird sie dir unheimlich vorkommen und das andere mal schön romantisch dunkel. Der Schlüssel der Wahrnehmung liegt in deinen Gedanken.

Das heißt du mußt versuchen immer positiv anstatt negativ zu denken. Denn genau das formt deine Umwelt zu etwas schöneren und es läßt sich leichter Leben. Das das nicht leicht ist, ist verständlich. Aber das ist der Schlüssel zu einem besseren Leben oder eine bessere Umwelt.

Es gibt aber Dinge die man nicht beeinflussen kann. Zum Beispiel die Vergewaltigung. Aber genau dann muß man sich vor Augen führen, dass es nicht die Schuld eines Selbst ist, sondern das man wirklich nur zur falschen Zeit am falschen Ort war.



geschrieben von: Curzon

hmm...Vergewaltigung ist ein hartes Thema.
Doch zu sagen, man könne es nicht beeinflussen ist nicht richtig.
Die Frage ist:
Ist man von der eigenen Angst so gelähmt, daß man alles geschehen läßt, oder hat man sich selbst so weit in der Hand, daß man sich wehren kann?
Ich kann es nicht nachvollziehen, weder die Täter- noch die Opferseite, aber ich bin der Meinung, daß man sich irgendwie wehren sollte, wenn es nicht völlig aussichtslos ist.
Und es geht nicht darum, daß man sich nicht wehren kann, weil derjenige einem ein Messer an die Kehle hält, sondern ob man sich im Falle, daß diese Art der Bedrohung nicht gegeben ist wehren kann oder nicht.
Der Unterschied zwischen "Ich bin vor Angst gelähmt" und "Ich kann mich schlecht wehren, weil da ein Messer an meiner Kehle sitzt, würde es aber sofort tun".

Letztendlich läßt sich das auch wieder auf das Angstpotential zurückführen.



geschrieben von: Black Phantom

Zitat:
Original geschrieben von Curzon

Die Frage ist:
Ist man von der eigenen Angst so gelähmt, daß man alles geschehen läßt, oder hat man sich selbst so weit in der Hand, daß man sich wehren kann?



Glaubst du wirklich, dass es da grundsätzlich eine möglichkeit gibt sich zu wehren? - Ich nicht! Wie soll sich denn ein Kind effektiv gegen einen erwachsenen Mann wehren können?

Sicher hat es immer was mit der Angst zu tun...

eigentlich wollte ich dass hier nicht direkt zum Thema machen, aber ich denke dass es notwendig ist, da dies genau der Hintergrund meiner Frageen ist.

Ich kann dass von der Opferseite her beurteilen und ich hab versucht mich zu wehren, aber es war sinnlos.

Deshalb stellte sich bei mir die Frage ob es nicht wenigstens theoritisch eine Möglichkeit hätte geben können, dass es nicht passiert wäre und so bin ich dann irgendwann auf die Theorie mit dem Traum gekommen.



geschrieben von: Curzon

Geht man von der Quantentheorie aus, so gibt es unendlich viele andere Welten, in denen es anders/nicht passiert ist. Allerdings weiß ich darüber nicht sehr viel, das ganze ist hohe theoretische Physik (also Mathematik).

Ich denke schon, daß Kinder sich wehren können, es muß ihnen aber gezeigt werden, wie.



geschrieben von: FallenSisko

Zitat:
Original geschrieben von Black Phantom

Deshalb stellte sich bei mir die Frage ob es nicht wenigstens theoritisch eine Möglichkeit hätte geben können, dass es nicht passiert wäre.



Nein es gibt keine andere theoretische Möglichkeit das es nicht passiert wäre.

Das ein Kind sich nicht wehren kann, wenn es das nicht gelernt hat, ist klar. Das man einem Kind nicht beigebracht hat, sich zu wehren, ist nicht die Schuld des Kindes.

Wenn man dann davon ausgeht das du dieses Universum meinst und nicht andere (Quantentheorie), dann war es unvermeidlich.

Der Zufall oder das Schicksal wollten es so.

Die Theorie mit der Traumwelt ist eine alte philosophische Frage und absolut berechtigt. Jedoch die mit dem passierten in Verbindung zu bringen um das Problem zu lösen, ist arg konstruiert.

So oder so. Man kann nur die Gegenwart und die Zukunft beinflussen (behaupte ich mal so und ist wieder einem neuen Thread würdig). Aber genau darin liegt die Chance. Du kannst deine positiv Umwelt beinflussen, wie ich schon unten schrieb.

Schuld haben Kinder nie, sie sind unschuldig. Schuld haben immer nur die Erwachsenen. Entweder die die den Kinder etwas lehren oder die ihnen böses tuen.



geschrieben von: Black Phantom

Um die Disskussion wieder zum ursprünglichen Thema zurückzubringen stell ich nochmal die, für mich, zentralen Fragen:

Ist die Möglichkeit sinnvoll, oder sinnlos, dass das Innere unseres Bewußtseins das einzige ist, was es gibt?

Wenn dergleichen möglich ist, hat man irgendwelche Mittel, sich zu beweisen, dass es auch wirklich nicht der Fall ist?

Wenn man nicht beweisen kann, dass außerhalb unseres Bewußtseins etwas existiert, darf man dann gleichwohl weiterhin an die Außenwelt glauben?



geschrieben von: FallenSisko

Zitat:
Original geschrieben von Black Phantom
Wenn dergleichen möglich ist, hat man irgendwelche Mittel, sich zu beweisen, dass es auch wirklich nicht der Fall ist?



Solang du nicht Neo (aus demFilm Matrix) heißt. Nein.


Zitat:
Original geschrieben von Black Phantom

Wenn man nicht beweisen kann, dass außerhalb unseres Bewußtseins etwas existiert, darf man dann gleichwohl weiterhin an die Außenwelt glauben?



Wenn es keinen Gegenbeweis gibt, mußt du annehmen das alles real ist.

Wenn du das nicht tuen würdest, wäre alles sinnlos und du könntest dich umbringen. Also wäre die Möglichkeit, dass das Bewußtsein das einzigste ist das real ist undenkbar.

Oder besser gesagt so. Solang es keinen Gegenbeweis gibt das alles draussen nicht real ist. Nehme ich an das es real ist.

Eine umgedrehte Argumentation, zu beweisen das es real ist, ist derzeit unmöglich. Also ist es besser es sein zu lassen.

Seit 2500 Jahren versuchen die Philosophen diese Frage zu beantworten. Aber keiner hat es bis jetzt geschafft.



geschrieben von: seelenmord

Zitat:
Wenn man nicht beweisen kann, dass außerhalb unseres Bewußtseins etwas existiert, darf man dann gleichwohl weiterhin an die Außenwelt glauben?


Ja, das kann man ... Der Versuch eines Beweises würde zur Farce verkommen, da Du Dein Bewußtsein (und damit Deine Kreativität)nicht überwinden kannst ohne Dir bewußt zu werden, daß Du den Versuch nur mit den Mitteln Deines Bewußtseins unternimmst ...

Zitat:
Seit 2500 Jahren versuchen die Philosophen diese Frage zu beantworten. Aber keiner hat es bis jetzt geschafft.


Ich glaub', daß Beantworten von Fragen iss nicht unbedingt Aufgabe der Philosophie ;)

DlG, sm



geschrieben von: Curzon

Wenn nur dein Bewußtsein existiert, wo existiert es dann?
Wenn nur dein Bewußtsein existiert, auf welche Weise existiert es dann?
Und woher kommen die ganzen Eindrücke von außen?
Wenn der Eindruck, daß du einen Körper hast, nicht echt ist, dann ist der Eindruck, daß du ein Gehirn hast auch nicht echt.
Und das Gehirn ist der Sitz deines Bewußtseins.
Wenn also dein Gehirn nicht existiert, existiert dein Bewußtsein auch nicht.
Aber du weißt, daß es existiert, cogito ergo sum.

Ist der Gedanke eines Einhorns ein realer Gedanke?



geschrieben von: Erinnya

ausgangspunkt der überlegung ist gewesen, dass ein mensch, der träumt, seinen traum als real empfindet. folglich sei es also auch denkbar, dass unsere realität ein traum ist. würde aber ein träumer während er träumt das geschehen anzweifeln? würde er sich fragen, ob dies alles nicht möglicherweise nur ein traum ist? das ist zumindest nach oben genanntem ausgangspunkt nicht möglich.
demnach wäre es bereits als ein hinweis auf die beurteilung unserer welt zu betrachten, dass wir uns hier in diesem augenblick fragen, ob sie real ist oder nicht. natürlich kann so etwas niemals beweis-charakter besitzen, aber ein kleiner hinweis könnte es sein.
es sei denn, man würde in die ausgangsüberlegung mit einbeziehen, dass es möglich ist, im traum die realität des traums anzuzweifeln.
doch das würde weitere fragen aufwerfen. ich stelle mir z.b. vor, dass man, sobald man dem traum (oder besser: der scheinbaren realität) jeglichen realitätsanspruch abspricht, nicht mehr weit vom "erwachen" entfernt sein dürfte. die bewusstseinsebene ändert sich, man entlarvt die den traum in irgendeiner weise, z.b. indem man seine absurdität erkennt.
dieser vorgang, den ein normaler "träumer" wahrscheinlich durchmacht, müsste meiner ansicht nach mit jedem träumer vorgehen. ich kann mir nicht vorstellen, dass jemand weiterträumt, der große zweifel hat oder vielleicht sogar herausgefunden zu haben glaubt, dass alles nur ein traum war/ist.
dies müsste also folgerichtig auch mit uns geschehen, die wir ja die realität, zumindest theoretisch, anzweifeln.... da dies nicht geschieht, und die welt um uns herum weiterhin bestehen bleibt und auch weiterhin einen realen eindruck erweckt, könnte dies, wie gesagt, ein hinweis auf ihre tatsächliche realität sein.



geschrieben von: FallenSisko

Quatsch. Sorry :)

Es ist theoretisch möglich das dein Hirn sich in einem Reagenzglas befindet und sämtliche Nervenenden in einem Computer enden. Und dieser Computer wiederum dir sämtliche nervlichen Impulse simuliert.

Es ist möglich.

Und sollte es so sein, dann wirst du es auch nicht merken.
Und solltest du die "Realität" dann doch anzweifeln, wirst du im Endeffekt keinen Beweis finden.

Ich kann immer wieder nur auf Matrix verweisen. Einen meiner Lieblingsfilme.

Vielleicht ist das auch der Grund warum das Universum unendlich ist. Das Ende ist nicht programmiert :D



geschrieben von: Curzon

Kann sein, FallenSisko...aber dann existiert dein Hirn ja doch, und es existiert eine Welt, in der ein Computer existiert, somit haben wir zwar diese Realität als Traum entlarvt, aber somit auch erkannt, daß außerhalb eine Realität existiert.

Und ich halte das Universum nicht für unendlich. Nichts ist imho unendlich.



geschrieben von: FallenSisko

Stimmt. Mein Denkfehler... ich sollte lieber arbeiten anstatt hier nebenbei zu philosophieren ;)



geschrieben von: Menedemos

Das sind wirklich sehr interessante Überlegungen. Angeschnitten haben wir das Thema ja auch schon einmal unter "Bewußtsein einer Maschine".

Ich geb dir vollkommen recht, Black Phantom, das einzige, worüber wir uns wirklich sicher sein können, ist unser Bewußtsein.

Cogito, ergo sum!

Ich sehe eigentlich keine, nicht einmal eine theoretische Möglichkeit, die äußere Welt als existierend zu beweisen. Es ist nicht einmal möglich, zu beweisen, daß es noch andere Menschen mit Bewußtsein gibt. (Aber es ist zumindest möglich. Wenn ich ein Bewußtsein habe, warum sollte das nur etwas Singuläres sein, warum sollten nicht andere Menschen und Lebewesen nicht auch ein Bewußtsein besitzen?)

Wenn es außerhalb des Bewußtseins allerdings nichts gibt, dann bestünde zumindest die theoretische Möglichkeit, dieses zu beweisen. Jede Täuschung, jeder Traum, jede Lüge hat irgendwo ihre subtil versteckten Widersprüche.

Angeblich denken wir ja mit dem Gehirn. Aber das Gehirn ist offenkundig nichts anderes als eine hochkomplexe Rechenmaschine auf elektrochemischer Basis. Kann aber aus toter Materie wirklich Bewußtsein entspringen? Ich bin fast geneigt zu sagen: Nein!

Aber was für Konsequenzen müßten wir dann daraus ziehen? WOLLEN wir überhaupt "erwachen"? Oder eine andere Frage: Wenn wir nun feststellten, daß die äußere Welt nur eine Art Traum ist, hätte es allzu einschneidende Konsequenzen für uns? Müßten wir nicht weiterhin, zumindest bis zu unserem Tod, in diesem Traum weiterleben? Würden wir nicht weiterhin z.B. einer Säule aus dem Weg gehen, anstatt auf sie zuzulaufen? Denn der Schmerz, den sie verursachen würde, wenn wir uns an ihr den Kopf anstießen, wäre doch trotzdem unangenehm und real, so sehr wir uns auch sagten, daß die Säule gar nicht wirklich existiert...

Ich bin in diesen Fragen auch noch zu keinem befriedigenden Ergebnis gekommen.
Aber wenn es soweit ist, lass' ich's euch gerne wissen... ;)



geschrieben von: Edmund

Ich kann auch nicht beweisenj, dass die Aussenwelt existiert, aber ich hab mir mal folgendes überlegt: Mal angenommen, du unterziehst dich einer riskanten Gehirnoperation und dabei passiert ein Fehler, ein Unglück; dei Gehirn ist beschädigt und für den Rest deines Lebens bist du geistig behindert.


Wie glaubhaft ist es, dass sich sowas nur in deinem Geist abspielt, und ohne dass ein reales Gehirn überhaupt existiert?





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