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Zu gut um unter ferner liefen zu laufen: Österreichs Filme

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geschrieben von: Odessa

Gut, ich bin ohnehin ein Verehrer meines Nachbarlandes, was die meinem Land so ähnliche Landschaft, das gute Essen, die vielfältigen und noch sorgsam gepflegten Dialekte, die rauhbauzige Herzlichkeit der Menschen als auch das großartige Tierschutz- und Steuersystem angeht ;). Aber mehr und mehr wissen mich auch österreichische Filme zu fesseln und daher hoffe ich, hier noch ein paar Tips oder Infos zu bekommen bzw. auf Gleichgesinnte zu treffen. Willkommen schon mal, coma black *G*...

Kürzlich gesehene "Perle" aus Österreich: "In 3 Tagen bist Du tot". Ein Psychothriller im Stile "I know what you did last summer", aber um Längen intensiver und irgendwie auch purer für mich, da der Film in einem österreichischen idyllischen Dorf am Ebensee gedreht wurde und nur mit Laiendarstellern im Dialekt, was der ganzen Handlung erst mal etwas Bizarr-Skurriles und dann umso subtil Grausigeres gab. Unglaublich spannend, ohne dieses mich bei den Ami-Filmen so nervende hysterische Rumgekreische und "Teenie-Gehopse halbnackt durch Wälder" (obwohl es auch nur um 5 Jugendliche geht in dem Film). Der originale Dialekt sowie die unverfälscht agierenden, äußerst sympathischen weil "DurchschnittsTypen" seienden Darsteller überzeugten, die Handlung sowieso. Daß ein "Psycho-Horror-Schocker" vor einer österreichischen Bergkulisse mit einem still daliegenden See und ab und an zu sehenden Bauernhäusern aus Holz und mit Lüftlmalerei seinen extrem eigenen Charme hat, kam als Sahnehäubchen noch obendrauf und machte mir gleichzeitig bewußt, wie sehr "man - ich" es doch gewohnt ist, Filme dieses Genres eigentlich nur mit amerikanischer, allenfalls asiatischer oder englischer Kulisse/Landschaft zu kennen.

Ich kann diesen Film wirklich nur empfehlen (link: http://de.wikipedia.org/wiki/In_3_Tagen_bist_du_tot), ebenso den sicher Einigen schon bekannten "Funny games" (link: http://de.wikipedia.org/wiki/Funny_Games), der durch seine eben NICHT dargestellte Gewalt so dermaßen grauenvoll die Phantasie, das eigene Kopfkino, in Gang setzt, daß ich einige Stunden danach noch reichlich damit zu kämpfen hatte.


Klassiker und "Indie-Kult" aus Österreich:

- "Geschichten aus dem Wienerwald", nach dem Theaterstück von Horvath, mit Maximilian Schell

- "Die Alpensaga", ein mehrteiliges Drama (lief im Fernsehen meist auf den 3.)

- "Jesus von Ottakring"

- "Sodom und Gomorrha", ein Stummfilm aus dem Jahr 1922

- "Die Stadt ohne Juden", von 1924.. eine sich leider dann erschreckendst bewahrheitet habende "Horrorvision" nach dem Roman von H. Bettauer

- "71 Fragmente einer Chronologie des Zufalls", link hierzu: http://de.wikipedia.org/wiki/71_Fra...gie_des_Zufalls)

- "Muttertag", eine böse Satire

- "Silentium", eine Art Krimi-Psychothriller

- "Die Klavierspielerin"

- "Hundstage", ein Film der aus mehreren Geschichten im Film besteht, ähnlich "Babel" mit Brad Pitt

- "Notturno", ein Film über das Leben von Franz Schubert

- "Die Siebtelbauern", ein Heimatfilm der GANZ anderen Art, mehrfach ausgezeichnet auf internationalen Filmfestivals und mit Preisen (Max Ophüls) geehrt

- "Indien", ein geniales Roadmovie mit Josef Hader


Mehr fallen mir grad nicht ein, aber es gibt noch Dutzende die erwähnenswert wären. Und sicher ist Einigen noch die liebenswerte Serie "Kottan ermittelt" in Erinnerung: schwarz-zynischer Humor im englischen Stil, aber halt auf österreichisch mit dem mir so vertrauten Dialekt und der charmanten "füchsisch"-gewitzten österreichischen "Art" in den Rollen, bis hinunter zu den Nebenrollen hervorragend besetzt :).



geschrieben von: Cagliostro

Kann ich unumwunden unterschreiben!

:cool: :)

"In drei Tagen bist du tot!" ist genial.

Unbekannte, aber sehr talentierte Darsteller, oberösterreichischer Dialekt.
Wirklich grenzgenial.

Nun, Reichstatortkommissarin Furtwängler z.B. schau ich mir eh nicht an, oder den Langweiler Schüttauf,aber das ist so das Gegenbild:
Aseptisch, kein Herz. Piefke-dialoge.
Wobei der ORF-Tatort mittlerweile nervt:
Herr Mitterer(Autor) ganz im Allein im Kampf
gegen seine ach so bösen tiroler Landsleute und deren Abgründe und der in Wuppertal lebende Krassnitzer macht dabei mit, naja.......



geschrieben von: Odessa

Tatort ist eh nicht mehr das Meine, war es nie so wirklich bis auf die Folgen die in Bayern spielten (ich pflege auch filmisch meinen Alpenhighlander-Separatismus). Dieses blutleere steife Agieren, die bemühten verkrampften Dialoge.. und natürlich ist man stets "politisch hochkorrekt" indem man aktuelle Themen wie Drogenmißbrauch, Sextourismus, Kinderpornographie etc. zu einem möglichst simplen BILD-Schlagzeilen-Salat verwurstelt. Irgendwie erinnerten mich die letzten Folgen die ich sah (wobei dies schon Monate her ist) sehr an die "Lindenstraße": belehrend, verbrämt moralinsauer - zum Schnarchen "mainstream" halt.

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Wobei der ORF-Tatort mittlerweile nervt: Herr Mitterer(Autor) ganz im Allein im Kampf gegen seine ach so bösen tiroler Landsleute und deren Abgründe und der in Wuppertal lebende Krassnitzer macht dabei mit, naja..
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Als ob es in Tirol Verbrechen gäbe ;-). Krassnitzer mag ich als Typ sehr gern, der hat was seltsam Anrührendes für mich, so eine Art Urvertrauen erweckendes Uriges und Stabiles. Den würde ich gerne viel öfter in wirklich guten Rollen sehen.



geschrieben von: Cagliostro

Zitat:
Original geschrieben von Odessa
T....

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Als ob es in Tirol Verbrechen gäbe ;-). Krassnitzer mag ich als Typ sehr gern, der hat was seltsam Anrührendes für mich, so eine Art Urvertrauen erweckendes Uriges und Stabiles. Den würde ich gerne viel öfter in wirklich guten Rollen sehen.



Naja auch in Tirol gibt es Verbrechen oder in Uppsala oder in Südpolen, egal...

Krassnitzer hat so was tolpatischiges, wobei der Begriff nicht ganz treffend ist.
Zur Zeit läuft die Winzergeschichte, naja...wirklich gute Rollen...er macht schon die Pilcher-Schiene, aber da ist er noch einer, der diesen ganz Schmalz fast rettet.
Nun, er spielt auch am Theater, aber ich weiss nicht wo.
lt. Suchmaschine in Wien, Saarbrücken oder Kiel. Überall und nirgendwo..



geschrieben von: Odessa

Mir gefällt Deine Signatur, Thalamus... willkommen.

Ich werde mir die Fortsetzung auf jeden Fall anschauen, so begeistert wie ich von "in 3 Tagen..." ohnehin schon war. Mir ist mittlerweile fast Garant für einen mir gefallenden Film, wenn er damit wirbt daß er KEINE "technischen Special effects, Wackelkamera-Fahrten" und sonstiges FlimmerKrachGedöns braucht, sondern noch durch Gesten und Mimik seiner Schauspieler (das war früher mal ein hochseriöser Beruf den man aus Beruf-ung machte...) sowie durch feinfühlige Bilder und geschliffen-gewandte Dialoge die Zuschauer zu fesseln vermag.

Cagliostro, daß Herr Krassnitzer im Theater recht aktiv zu sein scheint bekam ich auch mal mit, ich glaube er spielte in Schillers "Räubern" und trat mal als Hamlet auf, aber ob das in Salzburg war oder in Deutschland, könnte ich nicht sagen, ich habe beide Aufführungen nicht gesehen, es nur in einer Zeitschrift mitbekommen. - Ach ja, mit H. Makatsch spielte er auch noch im Film "Margarethe Steiff", das war auch ein recht bewegender Film, und die Frau Makatsch mal erwachsen-seriös und nicht so albern-überdreht wie ich sie sonst in Erinnerung hatte... durchaus auch empfehlenswert :-)



geschrieben von: Thalamus

Habt Dank für Euren Willkommensgruß, werte Odessa!

Ich werde mal nachschauen, ob sich in meinem Archiv noch einige Beiträge an österreichischen Filmen auffinden lassen, die eine Erwähnung verdienen. Es lohnt sich bestimmt, diesen Thread zukünftig up-to-date zu halten! :)



geschrieben von: AlienSexFiend

...wenn hier schon Titel wie "Die Klavierspielerin", "71 Fragmente einer Chronologie des Zufalls" und "Funny Games" fallen, müssen hier unbedingt noch "Caché" und "Bennys Video" erwähnt werden, die ebenfalls beide von Haneke sind und mir gut gefallen haben...



geschrieben von: Cagliostro

Niki List - Müller's Büro nicht zu vergessen!



geschrieben von: lumelinde

Ja, der österreichische Film hat schon ein paar Perlen vorzuweisen. Zu den bereits Genannten kann ich hier noch ein paar Empfehlungen hinzufügen:

"Abschied von Sidonie" von Karin Brandauer erzählt die traurige Geschichte eines Romamädchens in der Nazizeit, das von einem oberösterreichischen Ehepaar aufgezogen wird. Ein stiller, berührender Film über Elternliebe und Menschenverachtung.

"Der Herr Karl" der grosse Helmut Qualtinger in der Rolle seines Lebens erzählt über die Zeit des Anschlusses an Nazideutschland, des Krieges und die Zeit danach.

"Die Fälscher" : Oscar!

" Komm, süßer Tod", neben dem von Odessa genannten "Silentium" und aktuell "Der Knochenmann" eine weitere Wolf Haas -Verfilmung. Ein herrlich lakonischer Film, der darüber aufklärt, warum im österreichischen Rettungswesen Krieg herrscht und was Leberkäse mit Organspende zu tun hat. Natürlich mit Josef Hader in der Rolle des verkrachten Detektivs Simon Brenner.

"Wanted" - Wahnsinn im wilden Westen


Ach ja, Bennys Video: Haneke befasste sich in diesem Film mit Gewaltvideos, als die Politik das Thema noch nicht für sich entdeckt hatte......


In diesem Sinne: Viel Spass beim anschauen

:)



geschrieben von: Odessa

Danke für diese Tips, lumelinde - Komm süßer Tod klingt sehr interessant (Leberkäse und Organspende, aah ja *g*). Ich hoffe, ich finde zumindest über die Weihnachtszeit wieder etwas Ruhe und Zeit, mir diese Filme anzuschauen, die meisten sind sicherlich über amazon oder ebay erhältlich hoffe ich :).



geschrieben von: lumelinde

Gern geschehen, Odessa! Und ja, die meisten Titel sollten über Amazon erhältlich sein :) .

Und falls nicht, einfach bescheidsagen, dann kann ich versuchen, die in Österreich zu bekommen....hier gibts von den Klassikern oft Spezialauflagen, die im Fachhandel erhältlich sind.



geschrieben von: Odessa

Stimmt, Du bist ja eine Nachbarin und somit eine weitere Südländerin hier;-). Danke für das liebe Angebot, ich komme gerne drauf zurück wenn ich selbst nicht fündig werde; ich bin eh keine halbe Stunde Fahrzeit vom herrlichen Österreich entfernt und komme öfters "rüber" zu Euch, suche dort dann auch die Videotheken heim. Ich beneide Euch btw. immer wieder um Eure wahrhaft liberalen Gesetze dahingehend. Servus und Baba ins Rotweisse nüber :-)



geschrieben von: lumelinde

*smile* So ist es...und bis vor ein paar Monaten hab ich sogar noch in Salzburg gelebt, was ja direkt an der Grenze liegt...und nach zwölf Jahren in Salzburg kann ich auch vermelden, dass "Silentium" einige Salzburger Eigentümlichkeiten sehr gut darstellt.

Und es ist richtig, noch sind die Gesetze bezüglich Indizierung bei weitem noch nicht so merkwürdig wie bei euch.... nja, ich hoffe, dass das so bleibt.

Also, Pfiat di ins schöne Blauweisse, das ich übrigens auch regelmäßig aufsuche! :)



geschrieben von: Cagliostro

Off Topic (...Österreich ist auch ein katholisches Land, was immer wieder zu speziellen Abgründen führt, die mir aber
geläufig sind.
Deutschland ist eher ein protestantisches Land (wie die USA), hier gibt es also einige (mir) nicht erklärbare Eigentümlichkeiten.)


Der Erfolg der österreichischen Filme kam über Bayern und Süddeutschland ins Piefkereich.
Weil man vor Ort auch mal Dinge sehen wollte, die man versteht, nicht die übliche kryptopreussische Germanisierungskampagnen.



geschrieben von: lumelinde

@ Odessa: Nun, ich bin etwa alle zwei Monate mal in München,weil dort die Hälfte meiner Rollenspielgruppe ansässig ist :)

Und zum preußischen Regulierungswahn: Nun, ich habe mit einigem Amusement auf diversen Fahrten durch Deutschland die Auswüchse desselben bemerkt, die sich in einem schier unfassbaren Schilderwald äußerte. Aber in Österreich hats dafür unglaubliche Formen gut erhaltenen K&K - Beamtentums - nicht umsonst ist der Satz "Vurschrift is Vurschrift" ein geflügeltes Wort.

@Topic: Interessant fand ich ja, als mir im tiefsten Nordrhein - Westfalen mitgeteilt wurde, " Muttertag" sei da so was wie ein Kultfilm. :D



geschrieben von: Cagliostro

...und nicht zu vergessen "Mundl" Sackbauer.

Merkatz grenzgenial.

-->"A Echter Weaner geht ned unter"

grandios!



geschrieben von: M. Marinus

Ein Film aus der Schweiz, und die ist zumindest mehr Österreich als Hollywood, klingt vielversprechend; leider vergaß ich den Titel, aber es ging um eine Puppe aus Stroh, die zu Leben erwacht in Form einer attraktiven Frau. Es soll ein guter Psycho-Horror-Thriller der Marke Tannöd sein, mit fiesem Ende für die hormongestauten, verbissen untereinander um die erotische Zuneigung dieser "Frau" buhlenden Frustbinkel, die sie als Puppe gebastelt hatten ;).



geschrieben von: JohnSteed

...da werma ja am Nationalfeiertag (26.10.) auf unsere Kosten kommen...

Ein Tipp: Thementag bei 3Sat!



geschrieben von: M. Marinus

:) HabedieEhre John,
da schaug i gleich mal nach (mein bayerisch ist noch holprig aber "es wird, es wird!").



geschrieben von: JohnSteed

...ein Land, dass grosse Söhne, aber vor allem auch grosse und interessante Töchter hervorgebracht hat:
Nun gut, der Umweg Bayern scheint kein schlechter zu sein...



Variante 1

Eva Mattes, geb. 1954 in Tegernsee, österreichische Staatsbürgerin, Tochter der budapester UFA-Schauspielerin und Tänzerin Margit Symo und des wiener Komponisten und Dirigenten Willy Mattes. Steht seit ihrem 12. Lebensjahr auf der Bühne und vor der Kamera. Sie hat seit 1966 in ca. 200 Kinofilmen, Fernsehfilmen, Theaterinszenierungen in Haupt- und Nebenrollen gespielt und wurde mit zahlreichen Preisen und Auszeichnungen geehrt. Eva Mattes hat zwei Kinder (Hanna Mattes, Josef Mattes) und lebt mit dem österreichischen Künstler Wolfgang Georgsdorf in Berlin.


Variante 2

http://de.wikipedia.org/wiki/Eva_Mattes


Variante 3

http://www.imdb.com/name/nm0559837/





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