... als "Fan" möchte Euch hiermit auf das noch recht junge Label "Bildstörung" aufmerksam machen, welches es sich zur Aufgabe gemacht hat, verschollene, verstörende, unterschlagene, kontroverse Kultfilme liebevoll wiederzuveröffentlichen.
Seit 35 Jahren hält Mom ihren Sohn Bubby in der heruntergekommenen Ein-Zimmer-Wohnung unter Verschluss. Sie teilt Bad und Bett mit ihm und ist der einzige Mensch, den er kennt. Tagsüber allein gelassen und kaum fähig zu sprechen, kennt er weder Radio noch Fernseher und weiß nichts über den Rest der Welt jenseits der Tür. Als sein Vater nach all den Jahren überraschend wieder auftaucht, und auch wieder in Moms Bett zurückkehrt, kommt es zum Eklat. Nun steht Bubby vor der größten Herausforderung seines Lebens: dem Schritt über die Schwelle der eigenen Haustür. Es ist an der Zeit, sich die Welt da draußen anzusehen…
Ein kleines spanisches Küstenstädtchen im Sommer: Aus dem Reisebus steigen Tom und seine hochschwangere Frau Evelyn, die vor der Geburt ihres Kindes noch ein paar ruhige Tage am Meer verbringen wollen. Ziel ihrer Reise ist ein kleines Fischerdorf auf der abgelegenen Insel Almanzora – vier Stunden entfernt vom geschäftigen Trubel des Festlands. Als beide im kleinen Hafen anlegen, werden sie von einer Gruppe spielender Kinder empfangen. Alles scheint friedlich. Doch als sie durch die Gassen des kleinen Dörfchens schlendern, kommt ihnen alles seltsam ruhig und verlassen vor. Kein Erwachsener ist zu sehen. Offenbar sind alle auf einem Fest am anderen Ende der Insel. Aber dann wird Tom Zeuge eines unfassbaren Vorfalls. Irgendetwas stimmt nicht mit den Kindern…
Nach 24 Jahren Indizierung zum ersten Mal ungekürzt in Deutschland: Narciso Ibáñez Serradors Klassiker ist ein Meilenstein des europäischen fantastischen Films und war stilbildend für eine ganze Generation spanischer Jungregisseure wie Guillermo del Toro (Hellboy; Pans Labyrinth), Antonio Bayona (Das Waisenhaus) und Jaume Balaguereo ([•REC], The Nameless). In einer einzigartigen Mischung aus Hitchckocks Die Vögel und Rillas Das Dorf Der Verdammten schleicht der Schrecken langsam, aber mit unglaublicher Intensität durch die sonnendurchfluteten Bilder von Volver-Kameramann José Luis Alcaine. Noch nie war ein warmer, spanischer Sommertag so bedrohlich!
Klaus, ein ehemaliger KZ-Arzt, der in einem Lager schreckliche Versuche an Kindern durchgeführt hat, taucht nach Ende des Krieges mit seiner Familie in Spanien unter. Als seine dunklen Triebe ihn dort einholen und er wieder beginnt, kleine Jungen zu missbrauchen und zu töten, stürzt er sich aus Verzweiflung von einem Dach. Doch er überlebt schwer verletzt. Völlig gelähmt und nur noch von einem Beatmungsgerät am Leben gehalten, lebt Klaus seitdem zu Hause und wird von seiner Frau Griselda und der gemeinsamen Tochter Rena gepflegt. Eines Tages verschafft sich ein junger Mann völlig überraschend Zutritt zu seinem Zimmer und bietet ihm seine Dienste als Krankenpfleger an. Obwohl Griselda strikt dagegen ist besteht Klaus auf seiner Anstellung. Und Angelo beginnt ein perfides Spiel mit dem Patienten. Immer mehr dominiert er das Geschehen im Haus. Angetrieben von einer Mischung aus Faszination und Abscheu wird der Umgang mit Klaus für ihn bald zur Obsession. Als dieser erkennt, wie es um Angelo steht, ist es aber schon zu spät. Ihm bleibt nur noch, hilflos mit anzusehen, wie Angelo zunehmend die Kontrolle verliert…
Das Skandalwerk von Agustí Villaronga (Moon Child, La Mer) ist mit Sicherheit einer der umstrittensten Filme der letzten dreißig Jahre. Selten gezeigt aber umso heftiger diskutiert gibt es kaum einen anderen Film der so oft mit Pasolinis 120 Tage von Sodom verglichen wurde. Weltweit von der Zensur verfolgt (und in manchen Ländern bis heute verboten) war er lange Zeit nur auf Festivals zu sehen. Wer allerdings angesichts des Inhalts einen Exploitationfilm à la Ilsa erwartet, den müssen wir enttäuschen. Im Gegenteil, Villaronga ist mit seinem Debutfilm ein ruhiges, intensives und verstörendes Arthousedrama gelungen, das sich mit den dunkelsten Seiten der menschlichen Existenz befasst: Schuld, Missbrauch, Folter – und die Wunden, die diese hinterlassen.
Am Vorabend der französischen Revolution: Der Marquis, ein ausgesprochen eloquenter Cocker Spaniel, sitzt wegen unerhörter Entweihung eines Kruzifixes in der Bastille ein. Sein einziger Freund - und zugleich schärfster Kritiker seines Schreibstils - ist das eigene sprechende Sexualorgan namens Colin. Die beiden Vertreiben sich ihre Zeit mit Gesprächen über Kunst, Literatur, Politik und sexuelle Freiheit – und doch dreht sich alles immer nur um die Frage: Wer hört auf wen? Als eines Tages die junge schwangere Kuh Justine in die Nachbarzelle gesperrt wird sieht sich der Marquis plötzlich als Spielball einer politischen Verschwörung, deren Spur bis an den königlichen Hof führt. Von nun an stehen beider Köpfe auf dem Spiel…
Henri Xhonneux und Roland Topor (der u.a. bei Viva la Muerte, Der fantastische Planet und Fellinis Casanova mitwirkte) gelang mit MARQUIS eine faszinierende und bizarre Fabel über die Bürde menschlicher Leidenschaften. Inspiriert von den Schriften Marquis de Sades haben sie eine Welt erschaffen, die ausschließlich von Schauspielern mit Tiermasken bevölkert ist. Die hin und wieder eingestreuten und ebenso gewagten wie surrealen Knetfiguranimationen Topors ergänzen dabei das Gesamtkonzept perfekt. Das Ergebnis: eine Gesellschaftssatire für Erwachsene – frech, frivol, vulgär, dabei äußerst amüsant – und völlig einzigartig!
Um den finanziellen Ruin der Adelsfamilie abzuwenden, der nun nach jahrelanger Misswirtschaft droht, sieht Marquis Pierre de l’Esperance nur noch einen Ausweg: sein Sohn Mathurin und Lucy Broadhurst, amerikanische Millionenerbin eines großen Familienunternehmens, müssen unbedingt heiraten so schnell es geht. Die Weichen sind schon lange gestellt, denn die beiden Väter waren gute Freunde und so wurde die Hochzeit der Kinder schon längst beschlossen. Der Onkel des Marquis zeigt sich von der geplanten Hochzeit allerdings wenig begeistert. Ein alter Familienfluch besagt, dass eine Heirat Mathurins Tod bedeutet.
Als Lucy und ihre Tante auf dem Schloss eintreffen, sind die Vorbereitungen aber bereits in vollem Gange. Bei ihrem Streifzug durch das Anwesen ist Lucy fasziniert von einem Gemälde Romildas, einer Urahnin der Familie, und findet in einem alten Buch die Zeichnung einer schrecklichen Bestie, mit der Notiz am Rand: „Ich bin ihm begegnet, und ich habe mit ihm gekämpft.“. In der darauf folgenden Nacht träumt sie von dieser Begegnung. Doch was als Albtraum beginnt verwandelt sich plötzlich in pure Lust – animalisch, exzessiv, grenzenlos… Schweißgebadet erwacht sie. War alles nur ein Traum?
Mit LA BÊTE schuf Walerian Borowczyk, einer der eigenwilligsten und außergewöhnlichsten Autorenfilmer seiner Zeit, einen erotischen Skandalfilm par excellence. Zusammen mit dem legendären Produzenten Anatole Dauman, der ein Jahr später mit Nagisa Oshimas IM REICH DER SINNE erneut ähnlich umstrittenes Filmterrain betreten sollte, lotete Borowczyk mit seinem Werk die Grenzen dessen aus, was auf der Leinwand gezeigt werden darf. Während in den KING-KONG-Filmen oder in DIE SCHÖNE UND DAS BIEST die sexuelle Komponente der Geschichte höchstens angedeutet wurde, steht sie bei LA BÊTE im Zentrum – explizit, konsequent und kompromisslos. Bis heute beschäftigt der Film weltweit die Zensurbehörden. Ein Ausnahmewerk und ein barockes Stück Filmgeschichte, das man, hat man es einmal gesehen, auf keinen Fall wieder vergessen wird!
LA BÊTE nach 24 Jahren Indizierung zum ersten Mal ungekürzt in Deutschland.
Im Laufe der nächsten Zeit werde ich mich bemühen diese Filme (und andere obskure Perlen) genauer vorzustellen. Meinungen zu den Filmen sind natürlich ausdrücklich erwünscht!
geschrieben von: Odessa
*niederkniet* - be my FilmtipsgeberGott *G*, neben coma black natürlich. Wenn ich all diese Filme jetzt auch noch billigst bei amazon kaufen kann/könnte, weiß ich, wie ich lange dunkle Winternächte rumkriege. Danke für all diese Filmvorschläge.
La Bete - Die Bestie wurde, glaube ich zumindest, schon mal vom member coma black erwähnt, positivst. Mich persönlich interessiert am meisten "Im Glaskäfig" und "Bad boy bubby", von der Thematik her :).
geschrieben von: Thalamus
Es erfreut mich sehr, dass meine Beiträge Anklang finden!
Nun, dann wären wir ja schon zu dritt. Lass' uns einen geheimen Filmclub gründen :D
Ja, amazon ist eigentlich eine gute Plattform, um das ein oder andere Schnäpchen zu ergattern, ich selbst beziehe meine Filme auch über spezielle Filmbörsen, die sich auf solche "special interest" Film-Genre spezialisiert haben. Dort werden auch viele Raritäten gehandelt, die in Deutschland (noch) nicht erschienen sind, oder die man sonst nur unter der Ladentheke erwerben dürfte [i](Erwerb ist in Deutschland, man mag's kaum glauben, ja nach wie vor legitim) ;)
Vielleicht hast Du ja auch eine gut sortierte Videothek in Deiner Nähe, die mehr zu bieten hat, als das obligatorische Hollywood-Sortiment. Ausnahmen dem bezüglich gibt es immer wieder.
geschrieben von: AlienSexFiend
Zitat:Original geschrieben von Thalamus Nun, dann wären wir ja schon zu dritt. Lass' uns einen geheimen Filmclub gründen :D
...zu viert...;)
...wenn mich mein Rechner lassen würde, würde ich mich direkt anschließen...;)
...aber so ein zickiger PC hat ja auch was, man hat plötzlich so viel Zeit mehr, sich mit guten Filmen zu beschäftigen...:)
...also schön weiter machen hier, ich bin schneller zurück als manchem lieb sein wird...:cool: